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Full text of "Julius Galliner Collection 1852-1963"

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Weltanschauliche Aspekte der Jüdischen 

Reformgemeinde zu Berlin 



von Klaus J. Herrmann 



Die religiöse und weltanschauliche Reformation des Judentums hat zwar nicht im Berlin des 19. 
Jahrhunderts begonnen, sie ging aber grundsätzlich von Berlin aus. Um mit dem eigentlichen theo- 
logischen Pionier dieser Reformation, Rabbiner Dr. Abraham Geiger, zu reden, ist die Reform des 
Judentums u. a. brennend erforderlich gewesen, „weil das Judentum nicht in der Gegenwart frisdi 
pulsierte, im Fanatismus des Mittelalters wurzelte . . . absondernde Erschwerungen in sldi duldete, 
weil die Synagoge allen ästhetischen Sinnes entbehrte." 

Im schöpferischen und praktischen Sinne, wenn audi nicht aus theologischer Sicht, ging diese Re- 
form in Seesen vor sidi, wo am 17. Juni 1810 der vom Geheimen Finanzrat des Königs Jerome 
und Präsident des Israelitisdicn Konsistoriums des Königreichs Westfalen, Israel Jacobson, gestif- 
tete und im Rokokostil erbaute Reformtempel feierlich eingeweiht worden ist. Jacobson leitete an 
jenem Tage den Gottesdienst. Orgelklang und Glockengeläut, ein wohl 70stimmiger Chor, deutsdi- 
sprachige Gebete und Chorale wiesen den Weg dieses gereinigten Judentums. Der Gottesdienst, der 
mit dem Gellertschen Choral: „Wie groß des Allmächtigen Güte" ausklang, ist als das Fest der 
judischen Reformation historisch fixiert worden. Zu Schawuoth (Pfingsten) 1811 ereignete sich im 
selben Tempel die Einsegnungsfcler aller Konfirmanden, die nldit nur die bislang übliche Bar-Mizva 
ersetzte, sondern auch zum ersten Mal in der Gesdilchte des Judentums den Mädchen gleiche Redite 
in der Synagoge einräumte. Nach dem Zusammenbruch des Königreldis Westfalen übersiedelte 
Jacobson dann nadi Berlin, wo er seine engagierten Bemühungen um die Veredlung des Judentums 
fortsetzte. In Berlin hatte sich David Friedländcr zw ar schon in Wort und Schrift, vom Kanzler 
Hardenberg unterstützt, für eine — als „radikal" noch unterbezeidinete — Emanzipation des 
Judentums eingesetzt, seine Radikalkur ging aber im Endeffekt nicht auf die Reformation der jü- 
dischen Religion, sondern auf deren Liquidierung. Israel Jacobson dahingegen stellte sich erneut 
mit dem ganzen Einsatz seiner Person und seines Vermögens in den Dienst der jüdischen Erneue- 
rung und etablierte eine Privatsynagoge in seinem Haus, so daß zu Schawuoth 1815 dort sein 
Sohn Naphtali eingesegnet werden konnte. Die sabbatlichen Andachts- und Weihestunden erwie- 
sen sich sehr bald dem Ansturm der nach religiöser Erbauung lechzenden Juden Berlins räumlich 
nicht gewachsen, so daß der Bankier Jacob Herz Beer (Vater des Komponisten Meyerbeer) nun- 
mehr auch sein eigenes Haus zu Gottesdiensten zur Verfügung stellte. Gebetsstunden, die mit 
Orgel, Chor, deutschen Predigten, Gebeten und Hymnen vonstatten gingen, v/ären natürlldier- 
weisc zum Grundstock für eine großangelegte Reform des Judentums geworden. Sie erregten indes 
den grenzenlosen Zorn des Oberlandesrabbiners Meyer Simon Weyl und seiner Gemeindcäliesten. 
Unter diesen ist es Gumpertz gewesen, für den die Rabbiner verächtlich als „Kauscherwächtcr** 
galten, dessen Rcskriptvorschlag nichtsdestoweniger vom preußischen Königshof angenommen 
worden ist. Auf Gumpertz* Denunzierung hin, erging die Cabincts-Ordre vom 9. Dezember 1823, 
die auch die geringsten Änderungen des überkommenen gottesdicnstllchen Rituells, so z. B. 6\q 
deutsche Predigt, unter strenges Verbot stellte. Den Reformbestrebungen in Preußen wurde somit 
ein Riegel vorgeschoben, und bis zur Ernennung des liberalen Kultusministers Eichhorn sind alle 
Libcralisierungs- und Kulturbestrebungen für den jüdischen Gottesdienste im Keime erstickt wor- 
den. Anderen Ortes konnten bescheidene Reformen jedoch florieren, auch mit Jacobsonscher Hilfe- 
stellung ist bereits 1818 das vom Neuen Tempel verein in Hamburg erbaute Gotteshaus seiner Ver- 
fügung übergeben worden. Weitaus einschneidendere Bestrebungen zur radikalen Kur des Juden- 
tums fanden 1842 in Frankfurt am Main statt, wo der Mathematiker Dr. M. A. Stern dem „Ver- 
ein der Reformfreunde" als Spiritus rector vorstand. In jenen Jahren haben vielerorts murige Rab- 



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Stößt. Der Rabblnlsmus Ist dem heurigen Bewußtsein ganz entfremdet, wie soll sich dieses Bewußtsem noch 
um ihn kümmern? Hat denn der Talmud und sein Gespenst, der Rabbinismus, je eine andere Bedeutung ge- 
habt als Ausdruck des temporären Bewußtseins zu sein? . . . nun soll der Rabbinismus oder das Leben des 
Mittelalters der Reform . . . sein Recht absprechen . . . Das Judentum selbst ist es, das durch uns wieder hin- 
eintritt in die Weltgeschichte . . . 

Bemerkenswert war unter anderem, daß die Reformgenossenschaft die Entscheidungen und erhoff- 
ten Reformen der Rabbinersynoden abwarten wollte, bevor sie selbst den Schritt zu eigenen Got- 
tesdiensten und Änderungen im Zeremoniell wie in der Substanz tat. Wie es sich aber herausstellte, 
enttäuschten die Rabbiner- und Laienversammlungen durdi die überaus behutsame Mäßigung be- 
treffend die wirklidic Reform. Es sind gerade, was die im Juli 1845 zu I'rankfurt am Main tagende 
Synode anbelangte, die Rabbiner nur sehr ungern ans Werk der fälligen Reformen gegangen, was 
nicht zuletzt auf den Dorfrabbiner Leopold Stein zurückzuführen ist, der den Vorsitz führte und 
für dessen Gemeinde Burgkunstadt im Oberfränkisdien er mutmaßlich als radikal -reformerisdi ge- 
golten haben mußte. Seinen „Halbheiten und Mittelmäßigkeiten" ist es wahrsdieinlich zuzusdirei- 
ben, daß die Vertreter der Berliner Reformgenossenschaft nunmehr beschlossen, nicht länger auf die 
Ergebnisse der Synode zu warten und als autonome Gemeinschaft die Gottesdienste für die Hohen 
Fefertage 1845 auf Grund der von den Herren Dr. Sigismund Stern, Aron Rebenstein (Bernstein) 
und M. SImion ausgearbeiteten Liturgie durchzuführen. Diese Hohen Feiertage 1845 haben dann 
In praktischer Hinsicht die jüdisdie' Bevölkerung von Brandenburg mit den erwünschten Refor- 
men vertraut machen können. Unter Teilnahme von 600 Andäditigen fanden Anfang Oktober jenes 
Jahres die neuen Gottesdienste zu RosA-Ha-Schana und Jom Kippur im Englischen Hause statt. 
Professor Julius Stern, der spätere Gründer des Berliner Konservatoriums, konnte als Organist 
und Musikdirektor der Reformgenossenschaft die Liturgie auf das Niveau der westlidien, geistli- 
dien Musik anheben. Aus Magdeburg hatte man Dr. Ludwig Philippson eingeladen, der in der 
Überzeugung, daß er der Reformation des geschichtlichen Judentums in der bedeutendsten Ge- 
meinde Dcutsdilands wesentliche Dienste leiste, die Festpredigten hielt. Mittlerweile waren es 
nicht weniger als 753 Familien, die die Mitgliedschaft in der Genossenschaft für die Reform er- 
worben hatten. 



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Rabbiner Dr. Samuel Holdheim 

Ein Jahr nach dem richtungweisenden „Aufruf an unsere deutsdien Glaubensgenossen" erfolgte 
die Einwclhungsfcier des ersten, ständigen Gotteshauses der Reformgenossensdiaft im Gropiusschen 
Anwesen in der Geoij;cnstraße. Da die Genossenschaft nicht als eine Körpersdiaft des öffentlichen 
Redits anerkannt war, zeigten Adolph Meyer und Joseph Berend sich bereit, den fünfjährigen 
Mietvertrag, auf die alljährlich horrende Summe von 1450 Goldtalern bemessen, persönlich haf- 
tend zu unterschreiben. Zehn Jahre später war die, mittlerweile ab dem 30. März 1850 als „Jüdi- 
sche Reformgemeinde zu Berlin" benannte, Gemeinde dann in der Lage, ihren eigenen Tempel in 
der Johannesstraße 16 zu erstellen. Der großherzoglich Mecklenburg-Schwerinsche Landesrabbiner 
Dr. Samuel Holdhclm wurde eingeladen, die Festpredigt zu halten. Dieser glaubensstarke, von tief- 
stem Sendun-sbewußtscin erfüllte Mann ist dann am 10. September 1846 zum Ersten Prediger ge- 
wählt worden und blieb das bis zu seinem Tode, vierzehn Jahre danach. Der Gaon Holdhclm, m 
Kempen (Großherzogium Posen) 1806 geboren, ist in den Traditionen des orthodoxen Judentums 
östlicher Prägung aufgewachsen. Seine überragenden talmudischen Kenntnisse überraschten das 
Rabblnatskollcgium seiner PIcimatstadt schon, als er ein kleiner Junge war. Der Illui (Erleuchtete), 
wie man die brillanten Talmudlsten jener Zeit apostrophierte, wurde nach Prag auf die Talmud- 
schulc des Oberlandesrabbiners Salomon L. Rapoport geschickt und von ihm zum Rabbiner ordi- 
niert. Holdheim erwarb sich ebenfalls eine weltliche Bildung und promovierte an der Hochschule. 




Umstände hingewiesen, unter denen die Rabbiner zu wirken hatten. Zu Rosch-Ha-Schana 1840 er- 
reichte Holdheim der Ruf zum Landesrabbiner von Mecklenburg-Schwerin. Insofern ist es ihm 
nicht leicht gefallen, diese Lebensstellung gegen die in einem Privatvercln zu tauschen. Darüber 




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bcn. Anfänglich waren beide: „der Sonnabend eine Akkomodation an das Historische, der Sonn- 
ug aber eine Akkomodation an das Leben" zu Gottcsdicnsttasen erhoben, ab März 1849 sind aber 
dann die allwöchentlichen Gottesdienste nur noch auf den Sonntag um V2II Uhr morgens festge- 
legt worden. Im Dezember 1932 wurde außerdem der traditionelle Freitagabendgottesdienst als 
zusätzliche Andachtsstunde für die Filiale Joachimsthaler Straße erneuert. Das Gebetbudi der Re- 
formgemeinde, welches nadi Samuel Holdheim die „reformatorischen Grundsätze" als die inneren 
Gründe des Lebens in positiver Form ausprägen mußte, hatte hierbei audi zu berücksiditigen, daß 
die „positive Weihe des Sabbaths für uns auf den Sonntag übergegangen ist, denn Gott verlangt 
nidit das Opfer unserer bürgerlichen Existenz, ohne weldic eine eigentliche Sabbathfeier und Sab- 
bathruhe in der Gegenwart nidit möglich ist, ER findet an jüdischer sabbathlidier Weihe und Hei- 
ligung an einem anderen bürgerlichen Tage Wohlgefallen. 

Der Sonntag ist tatsädilldi der Sabbath der Gemeinde geworden und diese soll es durcii den Got- 
tesdienst immer mehr inne werden, daß er für sie zum Tage der Sabbathheiligung bestimmt sei, 
nicht bloß durch Sabbathfeier, sondern audi durch Sabbathruhe. Haben wir, um das religiöse Leben 
vom Verfall zu retten, die Gottesdienstfeier vom Sabbath auf den Sonntag verpflanzt, so müs- 
sen wir diesen um so mehr in Ehren halten und ihn bei seinem Namen nennen um nicht die mutig- 
ste und entschiedenste unserer Taten als eine illusorisdie und vergebliche erscheinen zu lassen." 

Mit der schon erwähnten Einführung von Freitagabendandachten im Dezember 1932, ist dann 
allerdings der Sonntag nicht mehr als solcher im letzten Gebetbudi benannt und der Sonntags- 
morgengottesdienst als „Morgengottesdienst" umschrieben worden. 

2. Eine weitere Zäsur, die Wogen der Erregung hodibranden ließ, war die Reform, welche die 
westliche Sitte des unbedeckten Hauptes während der Gottesdienste einführte. Anfänglich war 
weiterhin das Tragen eines schwarzen Käppchens gestattet, aber diese Ausnahme ist dann in der 
Folge unstatthaft geworden. Wer also den Andachten in der Reformgemeinde beiwohnen wollte, 
hatte sidi der vorherrschenden Auffassung über das Beten mit entblößtem Haupt anzupassen, ge- 
nauso wie in allen anderen Synagogen Deutschlands das entblößte Haupt nicht geduldet worden 
ist. Seltsamerweise erregte die Sitte eines jüdischen Gottesdienstes „ohne Kopfbedeckung" den 
durchschnittlichen Juden, auch freisinniger Auffassung, in einer kaum zu begreifenden Weise, denn 
die Kopfbedeckung ist nichts weiter als Brauchtum und ohne biblischen Rückhalt. Rabbiner Abra- 
ham Geiger hatte seinerzeit Berichte aus dem 13, Jahrhundert zitiert, nach denen französische Ju- 
den schon damals nach westlicher Sitte, also ohne Kopfbedeckung, ihre Gottesdienste gestalteten. 
Im Jahre 1826 setzte Rabbiner Aaron Chorin aus Arad sich ebenfalls für eine derartige Reform 
ein, und kurz nachdem die Berliner Reformgenosscnsdiaft die westliche Sitte einführte, sprach sich 
der Vorsitzende des Israelitischen Konsistoriums Westfalens, Hellwitz, ebenfalls dafür aus. Die 
Synagogengemeinde Soest blieb dann auf einige Zeit in Befolgung des Gottesdienstes „ohne 
Kopfbedeckung". 

3. Die deutsche Muttersprache ersetzt das Hebräische. Ausnahmen sind lediglich für einige Glau- 
benssätze des Judentums getroffen worden, etwa das Sch'ma Jisrael, das Qadosch, Venislaq, Prie- 
stersegen und das Adonaj/Adonaj. Holdheims Nadifolger im Amte, Dr. Immanuel Heinrich Rit- 
ter, führte hierzu aus, daß das Hebräische für die deutschen Juden zur Fremdsprache geworden, 
Deutsch hingegen die Sprache des Vaterlandes sei. Die alten Verkündungen des Judentums wie das 
Sch'ma usw. würden weiterhin in Hebräisch ausgerufen werden, eben weil sie keine Gebete sondern 
Treuebekenntnisse seien. 

4. Die wenigen Treuebekenntnisse bzw. Glaubenssätze, die noch auf Hebräisch ausgerufen wur- 
den und auch die Vorlesung aus der Torarolle, sind in der sephardischcn Mundart erfolgt. Hier- 
bei nahm man als Beispiel die Ordnung des Reformtempels zu Hamburg, der den Brauch bereits 
1818 eingeführt hatte, wohl aus der Auffassung heraus, daß die scphardische Aussprache der spa- 
nischen und portugiesischen Juden „vornehmer" klingt als das dickflüssige deutsche Aschkena- 
sisch. Interessanterweise ist im Laufe der Reorthodoxierung dieses Hamburger „Reformtempels", 
die schon im Jahre 1904 begann, wiederum die aschkenasische Aussprache eingeführt worden. 



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Tudcntums erlitt. ^r • j 

nnerhalb der Jüdischen Refor.ge.einde f°™'-e siA 1925 e^^n Kjjt^^^^^^^^^^^ 
Verlegers Hans Lachm.nn-Mosse, ''l^,^''Z7o7^1^^^^^^^^^^^ Stab 

formiudentum begeistert hatte Hans ^^'='^'"^"77"^'"°^^ ' "j, und Dr Hermann Schildber- 
von Mitarbeitern, unter denen .nsbesondere D.p .-Ing. B^""°J°yJ^ """^de, r formgemeinde, son- 
ger Bedeutendes leisteten. Bruno Woyda war n.eu nur G"A;f"f"'l^" 7^™ j^ jü. 

dem auch Mitglied der Repräsentanz der "d'-''-„^^=,-^ '"j! j^;^, ^^S ^^^^^ 
disch-Lihcralen Zeitung führendes M.tghed .n ''"y^^™m3 «redete Woyda gemeinsam mit 
der Weltunion für fortschrlttl.ches Judentum. ^"iNo^^'r"^"^ S™"^ .;, rrneucrungsbewe- 

Erste Beamte in der Hierarchie des deutschjud.schen B^^-^ "d'<=";Y;^m^^^^^^^^^ j^ jaaisehen 
Lachmann-Mossesehen Kulturausschuß' ist die Prägung des „SAallplattenwerKes j 

Reformgemeinde" gewesen. 

Woyda eine musikalische Erneuerung im klassischen St.l erarbe.teten. D.c Sy"Wj°™P;"'^^^^^^ 
Lewandowski und Sulzer blieben wdterhin innerhalb der L'turg.e führend sie sind aber du ch 
jüdische Gebete und Choräle auf der Mu/.k von Beethoven, «-"^^'v 1^ m/ihS n Bartho dy 
Cesar Eranek, Brückner, Schumann, Naumann, Grell und selbstverständlich M'>]:^='"°'^"-f ";;°'j, 
erweitert wo den. Das largo von Händel, mit Cello und Orgel gespielt, >st ^««'P""^' '^" f" 
len Andacht und das Haydnsehe Kaiserquartett Celloobligato für den Gottesdienst am Verfas 
ungsfciertag. Hervorstechende Merkmale der neuen Liturgie waren die Z""'^'^^^"^""« d" go- 
p ochenen Wortes zugunsten des Tones, zeitliche Verkü;rzung und Kon-ntration des Gottesd. n 
sies und die vielfache Benutzung bisher tempel fremder Komponisten. Die 0'S='jcrbl eb a^s In 
strument, welches die verschiedenen Musikstücke zu einem ^'"h=''''^''=" P^" f" „^^n/^" ,' ,'^ 
wurden Forderungen nach der Einführung eines Orchesters, ^"-'"^"^'"^%^ ' ^"""''''=""' "" 
den Hohen Feiertagen, vernehmlich. Auch die Posaunenmusik blieb nur cm Vorschlag. 

Der Charakter einer Religionsgemeinde wird durA niemrpden '° j'^^'"";'^; rj^ «{""^^/^^ifhS 
• liehen. Als Samuel Holdheim das Erste Predigeramt antra., stand ihm der ^^^'^ ^^^J^ ^ 
Salomon Friedländer (aus Brilon/Westfalen) ^'■«Z-<>'^" P^^J'f/,^"':^«'"; 5°^" em" ^^^^^^^ 
liehen westfälischen Rabbiners. Friedländer wanderte m den 1 850er J^^rcn naA Chikago aus. wo 
er Medizin studierte, kurz vor seinem Tode Im Jahre 1860 jedoch dort wieder zum Rabbmeramt 
"r^Ken^TTn^che Maariv, Tempel zurückkehrte. Holdheims zweiter Assistent war ab 1855 
GmSGothen"» Pinne 1827). der auch von Holdhelm persönlich ordiniert worden ist und für 






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n;. führenden Uicn der Keformr.emeinde, die den Radikalismus des Verbands nalionaldcmscUer 
?ük!".löl.nKn, wären im Centfal-Vcrein dcutscl.er Staatsbürger jüd.sd.en Glaubens. >m Re.As- 
b^n iüJ S -r l^ontsoldaten (dessen Gründer. Hauptmann Leo Löwenstem. ebenfalls .m Vorstand 
H^r R fontemdnde war) und ab November 1933 in der ErneuerunRsbeweguns der ,ud,scl>en 
der Retorm> cmcmuc ?,'.",,„ ,g^o eine Front gceen den Beitritt von Niditzionistcn bei 

gen veröff-tl'Äten „Erklärung deutscher Juden" auA die führenden Leute der Reformgememde 

unter Anführung, ihres Rabbinats: 

der Vorkämpfer des deutschen Judentums und die rehgios-sitthche Autgabe des Judentums in 

helt gefährden muß. . , , ,, j • 

Rechtsanwalt Moritz Gallinerund sein Bruder. Rabbiner Julius Galliner. smd als Vorstandsm.t- 
glled bzw al der Reformgemeinde nahestehender GelstliAer zusammen m.t Georg Mmden. Hans 
Adam und Bruno Woyda vor die Öffentlichkeit getreten. 

Die Machtübernahme der Nazis vom 30. Januar 1933 stellte ganz besonders für <i\'^^?^°^f'^''' 
Kreise del deutschen Judentums, also insbesondere der Reformgememde. die offens.cht che Ver- 
Kre.se des eleu scften juaen > j bleich nacii der Machtübernahme Hitlers, am 

", Mnfz ll3rtratiSeÄS^^^^^^ - ^-«''- ra,el>'an n^i. der bitteren Klage 

vor d^ ö fentlichkeiV daß die „national jüdischen Kreise die Konjunktur benutzten, um die deut- 
:chefju°enatTh«r Verwurzelung Heimatkultur herauszureißen und sie so 

heimatlos zu machen". 

Prediger Dr. Julius Jelski, in seiner Abschiedspredigt vom 20^Mai 1934, erkannte gar noch reali- 

sierbare Möglichkeiten des Konzeptes der deuisch-judischcn Kirche: 

Der Be.^ründcr der Rcform.cmcindc war Slgismund Stern, der als höchstes Ziel "iner aufs Ganze ger.due- 

tVn Reformbestrebuneen die Idee einer deutsch-jüdischen Kirche proklamierte für d,e die damalig Zeit 

rir:l:n Jn:;; So h^ denn auf in dem Glauben, in den Euch Gott selbst hineingestellt hat und har- 
ret aus in der Heimat, die uns trotr. allem und allem H-'lliges Land, heiliger Boden bedeutet. 

Audi die Erriditung einer „Reidisvcrtretung der deutschen Juden" am 17. 9. 1933 paßte nidit 
in das Konzept der Reformgemeinde. In einem aufsehenerregenden Leitartikel vom 15. 10. 1V3J 
schrieb Rechtsanwalt Walter Simon: 

..Nicht nur der Verband natlonaldeutsd^er Juden, sondern audi weite Kreise der Mitgll^idcr der ,, Gründer. 
Organisationen" haben sich völlig ablehnend verhalten, wie sidi audi daraus ergibt, daß auch die Jüdisch- 
Liberale Zeitung, also das Organ der einen Mitgründerin. . . die Gründung m dieser Form als ''^"J V^/bre; 
dien an der deutsdien Judenheit und ihrer Zukunft" bezeichnet hat. Eme Organisation . . . die im Nam.n der 
Juden aufzutreten berechtigt wäre . . . kann und darf niemals eine Relchsvcrtretung der deutschen Juden 
sein, sondern nur eine solche der jüdischen Deutschen... Der völkische Antisemitismus, wie wir ihn jetz 
haben, ist erst Inder Nachkriegszeit entstanden und man tut den Zion.sten kein Unrecht, wenn man ihn als 
Folgeerscheinung gerade ihrer Bestrebungen kennzeichnet: Niemand kann an der Tatsache vorübergehen, 
daß der Standpunkt der Nationalsozialisten über die Judenfrage sich völlig mit demjenigen der Z^onmen 
deckt und daß deren AusdrucksweUe (jüdisches Volk. Gastvolk und Wirtsvolk usw.) unmittelbar dem 
Sprachschatz der Zionisten entnommen ist. Man kann es daher sehr wohl verstehen, wenn zionistische 
Organe in gewissem Umfange den Standpunkt der Nationalsozialisten In der Judenfragc teilen, zumal jetzt, 
wo nach der Erringung der Macht betont wird, daß die Juden nicht schlechter, sondern nur anders seien 
und daher aus Deutschend ausgeschieden werden müßten. Da können wir aber nicht mitmachen: Wir sind 
und bleiben, mag auch geschehen was da will, unseren Gefühlen, unserer Herkunft und unserer Erziehung 
nach Deutsche und nichts als Deutsche, so sehr wir auch unserer jüdischen Religion anhangem Deutschland 
ist unsere Heimat ... Wohl mögen die äußeren Auswirkungen bei den Zionisten und den .^i"^;^^^^^^ 
5chen" die gleichen. Insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht sein, aber ^mc Schicksalsgemcnnschaft bcz ht 
ch auch und vielleicht gerade vornehmlich auf das Innere ... Der Zionist kann äußerlich durch die Ereig- 
nit Schaden%;i:;^^^^^^^ innerlich können sie ihn nicht treffen, da sie ja nur die logischen Folgerungen 



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Zur Vorgeschichte der Hochschule 
für die Wissenschaft der Juden in Berlin'' 



von Wolfgang Hamburger 



Die Hodisdiule für die Wissenschaft des Judentums oder, wie sie auf behördlidie Anordnung von 
1883 bis 1920 und von 1934 bis zu ihrer Auflösung 1941 genannt werden mußte, Lehranstalt für 
die Wissenschaft des Judentums, wurde mit einer schlichten Feier am 6. Mai 1872 eröffnet. Damit 
nahm die zweite Anstalt dieser Art in Deutsdiland ihre Tätigkeit auf, da bereits 1854 das Jüdisdi- 
Theologisdie Seminar in Breslau gegründet worden war. Vom praktischen Standpunkt erfüllten 
Seminar und Hodisdiulc den gleidien Zweck. Beide boten jungen Leuten die Möglidikeit, sidi neben 
den allgemeinen Universitätsstudien die spezifisch jüdisdien Kenntnisse Anzueignen, die zur Aus- 
übung des modernen Rabbineramts notwendig sind. Rabbiner wie Wissenschaftler auf dem Gebiet 
des Judentums gingen aus beiden Anstalten hervor. Der Untersdiied, der zwischen beiden Anstalten 
bestand, war ein gemäßigt ideologisdier, der weder Studenten noch Lehrer daran hinderte, von der 
einen zur anderen überzuwechseln. Im Seminar wurde jüdisdic Wissenschaft auf einer positiv-histo- 
rischen Grundlage betrieben und die Religion vor den letzten Einsdinitten des wisscnschaftlidien 
Seziermessers pietätvoll geschützt. Sein erster Direktor, Zacharias Frankcl, war übcirzeugt, daß der 
Religionsforsdier nidit absolut über der von ihm behandelten Materie stehen kann, sondern daß er 
existentiell und gefühlsmäßig mit der Gegenwart und Vergangenheit verbunden sein muß. Damit 
waren den wissensdiaftlidien Bestrebungen im Seminar gewisse Grenzen gesetzt, die allerdings 
durdiaus vcrsdiicbbar waren. Dagegen hatte man auf der liodischule kein Empfinden für eine 
soldic Beschränkung wissensdiaftlidicn Forsclicns. Der Wissenschaft sollte es erlaubt sein, unum- 
scliränkt zu hcrrsdicn und ihr Lidu in jeden Winkel des jüdischen Glaubens und der jüdisdien Ge- 
sdudite zu werfen, selbst auf den Sinai, den Berg der Offenbarung, wenn es sein mußte. 

Im wesentlidicn wurde auch die Hodisdiule zur Au«;bildung?stätte für Rabbiner und akademische 
Religionsichrer, obsdion sie, wie ihr Name besagen sollte, über praktisdie Zwedce hinauszugehen 
und der ungebundenen Forsdiung zu dienen bestin^mt war. So jedenfalls hatten es sich ihre Grün- 
der gewünscht. Darum wurde von den Mitgliedern des Lehrerkollegiums laut Paragraph 21 des 
Statuts verlangt, daß sie „die Vorträge lediglich im reinen Interesse der Wissenschaft des Juden- 
tums, ihrer Erhaltung, Fortbildung und Verbreitung" hielten ^), während das Bekenntnis zu einer 
bestimmten religiösen Richtung im Judentum nicht gefordert wurde. Das sollte Privatsache des 
einzelnen sein, ohne seine wissensdiaftliche Überzeugung und Leistung zu übersdiatten. So war die 
religiös-liberale wie religiös-konservative Richtung im Judentum im Lehrerkollegium vertreten. 
Zum Anfang gewann die Hochschule einen Einfluß, der über die unmittelbare Grenze der jüdi- 
sdien Theologie hinausging, da auch jüdisdie Studenten anderer Fakultäten Vorlesungen in ange- 
messener Zahl belegten. Angehende Mediziner, Juristen, Philosophen und Tediniker kamen, um 
Belehrung über die Vergangenheit und Literatur des Judentums zu erhalten. So mandier Akademi- 
ker, der späterhin der jüdischen Gemeinsciiaft in Deutschland an einflußreicher Stelle seine Kräfte 
widmete, erwarb sich sein Wissen vom Judentum in den ersten, sehr bescheidenen Räumen der 
Hochschule. Obwohl dies nur eine Nebenerscheinung der Lehrtätigkeit war, hätte sich das Kurato- 
rium sicher gewünscht, daß seiner Anstalt hier ein größerer Einfluß beschieden gewesen wäre. Aber 
die Studenten anderer Fakultäten blieben bald fort. Das Programm, das sie zu fortgesetzter Teil- 

* Der hier behandelte Komplex greift nodi einmal ein Thema auf, das bereits in EMUNA VII/4, S. 259 — 
271 in dem Artikel von W. P. Eckert über Abraham Geiger dargestellt wurde. Dennoch sollte dieser Be- 
reich auch in einem Berlin-Heft zu Wort kommen. Neu ist die Fragestellung Hamburgers, wieweit die 
realisierte Hochsdiulc der Konzeption Gelgers entsprochen hat und inwieweit durdi ihr NichterfüUtwcr- 
den die Grenzen, ja sogar das schlicßlidie Sdicitern der Emanzipation angedeutet werden. 

Die Redaktion. 



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ausschalten zu müssen .. . , T ^t,pr vnn Rl^a 

anr,czü«dct worden und dcssvcgen -'f ^^/"'f " J^^^ in der Oranienburger 

VandaU.n,us sid, auf die nur e.mge ^^ " es 9 S wurde derTempel der Reformgen,einde reno- 
StraPe konzentrierte. Zu Pessach d s 3'^,'^"'^° ™^^ Ritus geweiht. Es war eine gespen- 
viert und als Mauptsynagoge ur den ^''«^"^""^^„E^^ 'Vorstand der ehemaligen Jüdischen 
stische Szene, die sich darbot: der noch m f ^ ''" ™^ ,^ bestehen und deren Reform- 

Reformgcmoinde (die als Geniemde sAon l^SSau .e' o„ ha ^^^^^ ^.^ Koplhcdek- 

andaduen innerhalb der Großgememde ''2i^^"£S2yApn\ 1940 über sich ergehen lassen. 
ku',^ die nun de rigucur geworden war muß e an 'l'"'-^ J;\ P, ^ ^^ji^^ ^on der „Umwandlung 
;:. 'der zior,isti.Ae R-abbiner Dr. Max ^""^-■"''^-"^^Jä^Pth malige Reformgemeinde 
eines Gotteshauses in eine Syna^oge-sprA und auch davon da ^^^^^ ^^^^^^ 

f il.chc, künstliche n.ilui gelenkt" h.ibe. 

Der letzte Vorsitzende, der die Cescbidce der Jujsjen Keformg^^^^^^^^^^ 

dienste „nad, dem Ritus der ^^[^fJ"J'^':i"'^J ^^^^^^^^^ C. seiner Wohnung, weiterhin die 

Ms Nadifolger des Sanuatsrats Alfred P.'>;" '^""XlWattenwerkes fortführen. Am 19. Oktober 

Der Tempel in der Johannesstraße '« ''";*J ^J^ '^^■'4' Groß-Berlin. DDR. einen Dlumenrasen an- 
gerissen worden. An seine Ste le hat der ^^6'« « J""^;^^ Kriegsende ist der Reformgottesd.enst 
pflanzen und einen Kinderspielplatz ""f "" '=^']^^- g^'^uberale Ritus existiert nur noA m der 
in Deutschland nidit mehr *"=deremge uhrt worden_ Uer n ^^.^^^ Reformgememde 

Westberliner Synagoge in der P"-l--"f ^^^^j J kennen e'"" "f-""""» ^»'^'"'""^ ''" 
lu Berlin lebt aber unter denen nod. weiter, die als ßeKen 

Gottesn.imcn preisen *. 

Litcraturhinwcisc: , • Ur A.r Entstehung und Entwicklung der Jüdischen Rejormgemeindc 

SAMUIIL MOLOMUIM: Die Geschichte der Entstehung un 

zu Berlin. Berlin, 1837 , . p-Q^^ccrs. Spokanc, 1892. 

^^ic^ri^^pi ,:;7;<r ''LS^^^ ^'' '''"■ 

/orm Judaism, NY, 1968. ^^^^^^.^ ^^^^^ Hirsdibcrg 

r5;rvi;fassor dankt den Rabbinern WoUgang Hamburger (Longv. Uch.ann-Mossc (Ber- 

ti OS AnKcIcs), Dr. Hermann Schildbcrgcr M. B. E. (Melöourn . 

ÄirBtt i:srtu'Nrrk und aos„n Rcference-Ubrarian Helmut Gallin« für dl. mnaUn,.- 
mtcr der Jüdischen Reformgemeinde .u Berlm. 



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Got,lu.il zur Ann.hn.c eine. Ruf« ^V^^^ JJ^'^^ [.^ Tempel Fnunu-W berufen wor- 

heil an die einflußreiAstc ^"''^"''^";;^'-^;„^\ „ ^ °Holdl,eims sich in den spaten 90er ^ ''=" ^ "i 
den. Es ist nicht uninteressant daß dieser J»"oY,/i903 treu ergeben blieb. Die Nndifolse Hold- 
Z önismus zuwandte, dem er b.s zu -'"O-J"; '^°^JZ^ Heinrich Immanuel Ritter an der 
heims trat demnach der in Rat.bor >/-5 f;l^°^"= „, ,„er, Vater des Nationalökonomen Franz 
1890 in Johannesbad verstorben '"•J^^'ßSeld Dirigenten Otto Klemperer.smd .m Laufe 
Oppenheimer. und Wilhelm Klempcrer.Goßonkede^j ^.^ ^^^^.^^^ ';'"S?""="' "?" 

1.19 lahrhunderts ebenfalls als Prediger der Retormcn jg^4_.i385 als Rabbmcr in 

gemeinde ein bekannter Name. rM.r,-r an der Reformgemeindc ein beliebter 

917-1923 ist der Bielefelder Rabbiner Dr. f ^ « ^^J^^- - ^e^ Rd .^8 ^ ^^^ 

Geistlicher gewesen. Vor , hm -"^.^^ >';- { Jlrorlch"n Judentums. Der in Warburg 1872 
Litauen gebürtigen Maskil (A"fg'=,'''"'="l", , „ °H.r eifri-ste und bekannteste Prediger der Rc- 
äor-e' Joseph Lehmann war ^b- -eifelsohne d^= .fr.^su _^ ^^^^^ ^^^ ^ 

formgemeinde bis zu seinem To^ .m Jum 1933 ^^^^ ^^^ ^ ^^^ obwohl er 

mersche Rabbinersem.nar m »")'" ^."^'^ V^!^^te „It seinen orthodoxen Kommilitonen verkehrte, 
weiterhin in persünliA-freundsAafthcher We.se m. sei verstorbene Dr. Karl Rosen- 

7n den dreißiger Jahren sind es der '" ^J^^-f °^^S ^ ""<» ^" "" '''' '" ^7-^°\^'^^- 1 
tt^^ t^^r :::Är r -,pe. gewesen, die als letzte ordimerte Rabb.er 

argeistHche Leben der Reformgememde führten. 

Das deutsAe liberale Judentum, in dessen Orgamso^^ionen und Ver ^^^ ^^ ,^^^^ 

R onngemeinde als integraler Bestandte, - k e -^ P" ^^^^ ,^„^ „j.ht unerhebliche Anxah 
dem auch antizionistlseh ausgerichtet. E' ^^^ «^" j^„ ^Veise Verfediter des Po'i"!'^,':" -:° 
von liberalen Rabbinern f Seben die in ^eh^r ka Pf-^^,^,^ ,, „.hörte deren Ge.stU ke. 

nismus waren. Was aber die J^^tsJ-e R« °™f J"=' „^i^ionistischen Bewegung. Wer der Reform 
Laienführung und MitgUederschaft durAweg -r - jz. ^^^ ^^^ ^^^_^ .^S Natio 

cemeinde beitrat, war quasi zu dem ^'*"'"="'°f, „ ßecriffsbestimmungen wie „judisdie Nation, 
ludemums ein absolut deutschbewußtes war ""f^f5^f|'^ „.„gemeinde feindlich gegenuberstan- 

scher Juden. Verbands nationaldcutscher Juden, darunter 

Nichtsdestoweniger waren viele der M'^s'f^'^llln in der Jüdischen Reformgemeinde akt.v. 
der Verband'Sründer und Spiritus rector Max Naumann m der j ^^.^^^^^^^ ^„j i^^hin .m 

F7d^f^rrnS•^[äKaXÄ^ 

rrul'n^erg ntch Sd.weden üb^nah^^^^^^^^^^ 

der Reformgemeinde war ^"6»"* 'J" JXwj - war ab Oktober 1936 Le>ter der Jüdischen 

Curt Ofner - vormals im Fuh^^'^^L^Aen Reformgememde. 

PrWaudiule des Dildungsvereins der Judismen rc 



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biblbche ScLofar erfülle nicht langer d'Yi^.osen Vo^^^^ S^ g^^^^, ^^^^^^ (Luxemburg spa- 
ästhetischer Welse. Hierzu lagen B=s:"'>^;2Turt vom Hamburger Refornuempel vor: das Scho- 
ter New York City) und Dr. Naph^l- r«^"^ " ^^^^^ ^^^^^^ j^ ^-^ ^ugrundel.egende re- 
far als syn,bolische Handlung f-;^ l^^ „"^nden gekommen sei. 

Hgiöse Vorstellung dem modernen Juden abhan g „mehrstündige 

6 Zwischen dem Morgen- und Abendgottesdtenst am Versöhnung ag ^._^^_^ ^^^ ^^^_ 

Paus:; a. aud, zu Zwecken -J-^XÄ^nlS der Melodie des Xo/ Nicir. ersetzt, 
rakter des heiligsten Tages -"^hj^^Xfaen Synagogen Deutschlands. 
Diesen Braud, übernahmen aud, alle 1. era^ Sy ^^^^^^^ . ^ 

.U Gebetsmantel, zu tragen ^^^^ ^^^^^^^_ ^^^^^^^^^^ ^^^^^^„ ^^„ 

8. Der P'iestersegen -^^ "'^^j ^nahmen die deutsAen liberalen Synagogen. 

Pred.ger und Chor. Aud> Gottesdienstes galt auA für alle liberalen 

9. Die Einführung der Orgel als Bestandte.l jud.sAen Gottesdienstes g 

Synagogen. , , . ^ ^ Tacobson, durdi 

... Ol. B„.M...«» trÄS.'s-tM;Ä£;. 

die Einsegnungsfcer von Jungen M ^. . , , ,, , • ^^, Einführung der 1929er 

zen" durften. u«n;rV.npr soweit es ihr amtliches An- 

stellungsvcrhaltnis betrat, aDcJ sie uc 

Rabbiner bei. ^ ,. Anlieffcn ccblicbcn, denn als die 

Die Weitergestaltung der liturgUchen Ordnung J^^^ 

^n7ige reformatorisch, also n.cht "«. "^ ''^="ij" ^"„ Gründer in die neue Zeit der Wetmarer 
Te Reformgemeinde auf dem prmz.p.entreuen Weg der j^,;^^ ^„ kalter Simon, auf 

tpu£ und in die Mordkammern ^-''^^^^^^^it^, ■Zkuit''''Zsl'l''näcrlRG u. a. aus- 
den noch zurückzukommen '"•/%^^- °„° .-„ae sich uneingeschränkt als Glieder des Deut- 
führte daß nämlich die Ahnen der ^^^°'"^^'~l" anderen Deutsdien untersdi.eden und daß 
Jen Volkes fühlten, nur durd. ''>'= ^^ 'S>on vor, d n and e ^.^ j^^ Wunsche auf 

die Bclondcrheiten des reformierten Kultus : ^°^^^^^^^^^^^^^^^ gesetzlidien Ruhetag und mit unbe- 

durdigeführt wurde. • u „ 1848 und Dezember 1932 elf verschie- 

Um die Liturgie dem Zeitgeist anzupassen, sind ^''^^»"',. , j, ^„bei hervorgehoben wcr- 

SetuUn und Revisionen des GeU^^^^^^^^^^ ^,,e.). die schärfs« 

aen muß. daß die letzten beiden Revisionen ^.oic iimmmm—I 



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hl„.u. ist Samuel I loidhcim erst gewählt worden. naAdcn, Abraham G-S-^us lWc.hu den Ruf 
abgelehnt hatte Gciiier hatte sid. Meriten in seinem mutigen Kampf Regen den orthodoxen KaD_ 
£k tlo u n Trkiin erworben, einen Mann, der nuA vor den sduibigsten Denunz.erungen bc. 
den pr uPi a en Oberpriisidenten niAt zurücksehrecktc, t.m ihn, die preuß.sAe StaatsburgersAah 
S da:it die RabbinLanstellung in Breslau zu verwehren. Abraham ^^^^ ^^^'^^ ^ 
durch/uset7en und einige Reformen, darunter die Emfuhrung der Orgel im Gottesd cnst zu De 

r : el£n 1- r wollte' aber nicht von einer Privatgemeiude angestellt werden um Je >Ufo™e • 
für die er ^ich in Wort und Schrift einsetzte, zu implementieren, und er befurAtcte, dalS die Bern 
ner Rcf rmg meinde ein Schisma im Judentum zur Folge haben konnte. Ihm ersd,ien ^e als auf 

iso ierte Mlung" zurückgedrängt. Schließlich wurde Geiger an die erst 1863 erbaute Synagoge 
der Xhen GenKinde zu Berlin in der Oranienburger Straße berufen, die nur einige Meter vom 

Gott'X:rin der Johannesstraße entfernt war. Dort, in t-^^rrnm^SrnTz^zum r" 
9 November 1938 die wichtigste Heimstätte des deutsAcn Liberalen (im Gegensatz z""» "Ke 
form-M dentums. Samuel Holdheim sollte slA in seiner neuen Stellung bald den abgrundtiefen 
Haß d Ol- hödoxen Predigers Michael Sachs zuziehen. Rabbiner Sachs hatte zwar selber in Prag 
"dei dortigen Orgelsyna,!oge gewirkt, mosertesida in Berlin ^ber zum Vet^feAter de^^^^^^^^^^^^ 
xie Noch als Samuel Holdheim 1860 zu Grabe getragen und »" '^'n^r B^hre die Abschiedswortc 
von Abraham Gel-er gesprochen wurden, verlangte Michael Sachs, daß man Holdheim den Watz 
h,de7EhnrenK der' Rabbiner verwehren solle. Holdheims langjähriger Mitstreiter, Rabbme 
üav d E, hörn in Baltimore, der Holdheim als Landesrabbiner -n MeAlenburg-SAwe^-.n ge^^o g 
war rief ihm sAmerzerfüllt in der amerikanischen Reformzcitschnft S.«a. naA: „Samuel Hold 
Lm tot DcTgrX Meister in Israel, der Hohepriester der jüdischen Reh^^^^^^^^^^ 

Lö^e n der Schlacht um LiAt und Wahrheit sAreitct niAt mehr unter den Lebendem Die Jud - 
t:hrReform.eme nde konnte sich in der Tat einen energischeren und wertvolleren Rabbmer a 
Säle HoTdheim überhaupt nicht wünschen. Seine überragenden Kenntnisse des Talmuds und der 

nodi mehr unter den Orthodoxen. 

Rahbinischc und liturgische Entwicklung 

Die JüdisAe Reformgemeinde hat ^^^^£^;^^::Z^ 

der, Sigismund Stern ""^ .Samuel Holdhem.b.smd.e Janr ^^^^^ ^^^ ^.^^^ 

wlAelt und den "rsprünglichen Idealen die Treue geha^^e^^^^^^ aussAließliA in reli- 

„jüdisAen KirAe" verlangt, womit er beabsichtigte, die '"'"'f "" '^'l"^^^^ ^ Jahrhunderts hat 
giöser HinsiAt von den anderen. Deuts Aen abzuheben. .1" ^=";°" j^^^'Xr die iüd^^ Kirche" 

cint^ehendc Kommentierung: 



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bincr und Laien gemäßigte Reformen diverser Art in die Gcmcindcsynagogcn einführen können, 
und hierbei gilt natürlich par excellcnce der unnachahmliche Abraham Geiger als leuchtendes 
Vorbild. 

Die Folgen des infamen Kablnettsreskrlpts vom Dezember 1823 zeitigten für das Berliner Juden- 
tum verheerende Zustände, da die gottesdienstlichen Übungen In den Synagogen des alten Ritus 
viele Juden abstießen. Das Ergebnis war entweder der Übertritt zur evangelischen Kirche oder 
die totale Apathie allen Bestrebungen des Judentums gegenüber. 

Gründung der Genossenschaft für Reform im Judentum 

Die Ereignisse von 1844 bis 1846 sind als Sternstunden in der Geschichte des Judentums zu begrei- 
fen. Der Pädagoge Dr. SIgismund Stern legte In den Wintertagen 1844/45 vor dem Cultur- Verein 
mächtiges Zeugnis für die immanente Notwendigkeit einer Reform capita memhraque (an Haupt 
und Gliedern) ab. Vor überfülltem Saal schleuderte dieser Nichttheologe wuchtige Worte der 
Besinnung und Aufrüttlung unter seine jüdischen Zuhörer, und es bildete sich ein Ausschuß 
prominenter Männer, die am 2. April 1845 mit dem Aufruf an unsere deutschen Glaubensbrüder 
vor die Öffentlichkeit traten. So wie dereinst im Christentum Luther's Thesen zündeten, so mag m 
kleinerem Umfang auch dieser Aufruf von 1845 verstanden werden: 

Seitdem der politische Druck im deutschen Vatcrlandc von unseren Schultern genommen, seitdem wir in 
Bildung und Sitte ganz in das Leben der Gegenwart eingetreten, hat die religiöse Befriedigung mehr und mehr 
aufgehört, welche der Trost unserer Voreltern gewesen Ist ... unsere Überzeugungen ... unsere mnere Rch- 
gion der Glaube unseres Herzens ist nicht mehr im Einklang mit der (vorväterlichen) Gestaltung. Das alte 
nbbinischc Judentum hat keine Basis mehr in uns und dessen erstarrte Lehre und unser Leben smd für 
[mn'er auseinandergewichen. WIR WOLLEN GLAUBE, WIR WOLLEN TOSITIVE RELIGION, WIR 
WOI I EN JUDENTUM ... Wir wollen die heilige Schrift auffassen nach ihrem gotthchen Geiste, wir kön- 
nen nidit mehr unsere göttlid^c Freiheit dem toten Buchstaben opfern. Wir können nicht mehr beten um 
ein irdisches Messiasreich, das uns aus dem Vaterlandc. dem wir mit allen Banden der Liebe anhangen, wie 
aus einer Fremde heimführen soll in unserer Urväter Mcimat. 

Wir können nicht mehr Gebote beobachten, die keinen geistigen Halt in uns haben und nicht ^incn Codex 
als unveränderliches Gesetz anerkennen, der das Wesen und die Aufgaben des Judentunis bestehen laßt im 
unnachsichilichen Festhalten an Formen und Vorschriften, die einer längst vergangenen und für immer ver- 
schwundenen Zeit ihren Ursprung verdanken . . . 

Der Aufruf schloß in der Forderung nadi einer Synode, die das Judentum so erneuern solle, daß es 
für „uns und unsere Kinder fortzuleben fähig und würdig" sei. Er fand unter den brandcnburgi- 
sehen Juden cnthusiastisdic Mitstreiter, sie vertrauten den dreißig Unterzeichnern die als hervor- 
ragende und würdige Vertreter der jüdischen Gemeinschaft wohlbekannt waren. Am 8. Mai 1845 
fand somit im Engllsdien Hause, vor einer an die 500 zählenden Menge die feierlidie Gründung 
der „Genossensdiaft für Reform im Judenthum" statt, und wie die am Sinai spndiwortlidi erklun- 
genen Schofartöne gingen die Anspradien des Verlagsgründers Carl Heymann, des Sekretars der 
„Gesellschaft der Freunde" Ludwig Lesser, insbesondere aber die des eigentlidicn Initiators der Ke- 
formbcstrebungen, SIgismund Stern, den Anwesenden zu Herzen: 

Die Reform ist ein Bedürfnis, ein tiefinneres religiöses Bedürfnis Wäre sie das nicht so wüßte ich nicht 
welches Wunder den allgemeinen Indifferentismus sonst gebrochen haben konnte. Nicht die Genußsucht 
* oder die Liebe zur Bequemlichkeit ist das Motiv der Reformbestrebungen, denn alle die sich derselben an- 
schließen, haben sich tatsächlich und öffentlich von den Observanzen des Rabbln.smus langst losgesagt, sie 
haben also in dieser Hinsidit nidus zu gewinnen und eher noch etw.xs zu verlieren. Aber gegenüber die- 
sem Bedürfnis, diesem Hunger des verarmten religiösen Bewußtseins weisen die sogenannten Aristokraten 
des Glaubens auf den jahrtausendealten Besitz maskierter Wahrheiten hin, auf einen verrosteten Schatz, zu 
dem sie selber den Schlüssel verloren haben; und wenn ein lechzendes Gemüt nach Speise ruft, so sagen sie: 
wie darfst du dich unterstehen zu hungern, hast du denn eine Ahnung von dem Reichtum der m jenem 
Kasten verborgen Hegt. Das Volk will Religion und sie geben Ihm Theologie; das Volk will Gebete und Be- 
ecisterunK für das volle Herz und sie setzen ihm das ausgcdrosch.ne Stroh ihrer Schriftgelehrsamkeit vor. 
Wenn es schon lächerlich ist, ein Bedürfnis nach seiner Berechtigung zu fragen, so grenzt es fast an Ironie, 
die gegenwärtige Wcltansdiauung zu konfiszieren, weil sie gegen eine untergegangene Wcltansdiauung ver- 




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u>u! verlangten d,e Revuion des Wahlmodus mit dem Ziel, den Kontakt zwischen den Wühlern 
"','," '^'"fi'":''^';'" '" «"■'•^■"'- ^"ßcrdem riefen üe „ach Gesetzen, vonaeh in Zukunft 
Polmkernur dre, Wahlperioden der Knesseth und zwei Wahlperioden der Regier,on angehören 
dürfen. Du- erstmahge Ben.lung eines Mapam-Mitglieds zum Vorsitzenden des Studentenrates an 
der Universität Tel Aviv fügt sich in dieses Bild ein. 

Inder Bevölkerung wird heute riieht nur die Aufklärung der Versäumnisse erwartet, die einen so 
hohen Präs an MensclMen bewirkt haÜen. Sie sind nur das auslösende Moment für weiter- 
gehende Fragen. Zu ihnen gehört die allmähliche und schmerzhafte Abwendung von lieb gewor- 
uenen Vorstellungen und die Sucl,e nach einem neuen Koordinatensystem. Welches dies sein wird, 
darüber herrscht noch Unklarheit. Sicher ist jedoch, daß es nicht das sein wird, das die Grundlage 
des politischen Handelns für die Pioniergeneration bildete, die den Staat aufbaute und ihn zwei- 
emhalb Jahrzehnte lang unangefodnen regierte. 



*» 



Mit.iibcitcr dieses Heftes 

Charlotte Beradt 785. We.t End Avenue, Apt. 1 B. New York, N.Y.. 10025, lebte bis 1935 in Berlin. 

m.gr.crtezunadmnad. England und 1940 in die USA. Übersetzerin, Mitarbeiterin verschiedener Zeil 
tun.en und J^^ WDR, Hcrausgebcru. der Werke Paul Levis. Bud.veröffentlid.ungen: „Das Dritte ReiA 
des Traumes , 1966; „Paul Levi. Em demokratischer Sozialist in der Weimarer Republik", 1969. 
Vera Edel Nahariya. Amidar/R Harakefet 4, wurde 1919 in Berlin geboren, lebte als Jüdin 1941-43 in 
der Illcgahtat. 1943-44 m Hallendorf. Arbeitserziehungslager, Ende 1944 inoffiziell aus der Plaft ent- 

assen, bis zürn Kriegsende w.edor untcrgetaudu. 1946-50 Studium an der Berliner Humboldt-Universi- 
tat Kunstgcsdiidite und Philosophie. 1950-52 Assistentin bei Gustav von Wangenheim- Film und Thea- 
ter nn Februar 1953 nad. Westberlin, wanderte im Oktober des gleid^en Jahres Ld.rad au'TAbl A 
habe sieben Kmdcr. und das wiegt alle Mißlidikeiten. die ein Leben so bietet, auf." 

Rabbiner Wolfgang Hamburger. 209, Eden Drive, Long View/Texas 75601, wurde 1919 in Stettin geboren 
war Student an der Hodisdiule (Lehranstalt) für die Wissensd.aft des Judentums und später am Hebrew 

IaTiI ^ ir '" Pn "??.''•/" '''"'" ^''''^'^" zum Gedüditnis an Leo Br.ed. in Leo Baedc Year Book 2 
(U37), 8-20, und Paul H Lazarus-Gedenkbudi, Jerusalem 1961. 120-136 beriduet er audi über die 
letzten Semester an der Lehranstak. 1945-47 war er Prediger der Jüdisdicn Gemeinde Berlin. 

Prof. Dr. Klaus J. Herrmann, 25 Henlcy Avenue. Montreal H 3 PIV 4, lehrt an der Sir Geor-c Williams 
Umversity In EMUNA VI (1971). 248-261, verüffentlidite er seinen Artikel über ,.Joseph\rauskopf 
und seine Bedeutung für die Reform im amcrikanisdicn Judentum". Dort audi Kurzbiographie. 

;!;' r m17kt A'Vn7./i'^ "• ";r'*'r'[^' ^°°/^ ^'^^^^ ^^'^'""^' Northridge, California 91324 (Kurzbiographic 
m LMUNA VI /5/6) veroffenthditc zuletzt in EMUNA VIII/6 einen Artikel über „Leo Baedc und 
sein Lehrer Dilthey". 

Dr Peicr Kirdiner. Jüdisdie Gemeinde von Groß-Berlln, 104 Berlin. Oranienburger Str. 28. wurde 1935 
.n Berhn geboren, 1941-42 jüdisdie Sd.ule Kaiserstraße, bis zur Sdiließung der jüdisdien Spulen im Mai 
dieses Jahres. Februar 943 Durdigangslager Große Hamburger Str., dann in der Illegalität lebend bis 
zum Knegsemie. danadi Einsdiulung in die 5. Klasse, 1954 Abitur, Medizinstudium an der Humboldt- 
Un.versiUt, Staatsexamen 1959, Promotion 1961, seit 1967 Fadiarzt für Neurologie und Psydiiatric. der- 
zeit als Oberarzt einer größeren Neurologisdien Abteilung eines Berliner Krankenhauses tätig. 1971 über- 
nahm er chrenamiidi die Funktion des Vorsitzenden der Groß-Bcrliner Jüdisdien Gemeinde und vertritt 
diese sowohl ,m Verband der Jüdisdien Gemeinden in der DDR als audi im Redaktionskollegium dci 
„Nadinditcnblattes . " 

Dr. Ernst G.Lowenthal, 1 Berlin 37, Kaunstr. 33, verfaßte iÜT EMUNA IX/1 den Artikel „Verdient um 
BcTlm - in Burgersdiaft und Gemeinde. Porträts von Mcnsdien unseres Jahrhunderts". In diesem Heft 
audi Kurzbjographic. 

Prof. Dr. Hanns G. Reissncr. 43-18 168 Street Flushing, N.Y. 11358, wurde 1902 In Berlin rcborcn 
promovierte dort 1926, 1939-1946 Bombay, seither in New York, Assoeiate Professor of Social Science 
am New Yorker Institute of Tedinology. Lccturer in History, Queens College, City Univcrsity. New 
York. Mitglied der American Academy of Political and Social Science, Fellow des Leo Baedc Institute 
New York. Mitglied des American Fcdcratlon of Jcws from Central Europc, N.Y.. Herausgeber von 
Publikationen über d;c Juden Mitteleuropas, verfaßte u. a. eine Biographie über Eduard Gans 1965 



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■*n*iiürittülMlllij 



7. Jabijang. 





nummer 5. 



üüdtfcben Gemeinde zu Berlin. 



2lmtIid7C5 (Droiaii ^e5 (BcincinbcDorftanöcs* 



Gnn:tlicl)c 5Jiil.qIicbcr fccr jüMidicu O'c. 
n;cinlrc crrjallcu ba^2' SÜInlt iniciitr^cltUd). 
t:iir 9iid;tmilQlicI)cr beträgt bcr ic^ugä- 
.'. .-. vrciS icd)xl\d) 3,~ iHJarf. .-. .-. 



i>cr(in, :>cn \h IXlai V)\ 



(■♦ 



brr jübirdjni ^rmrinöc ni llcrliu. 

2Son X!anDci;roDbincr Tr. 3 i I 5 c r 1 1 c i n in 3d]Uicrln. 

(i)uld)^nuf nciDoten.) 

__ oii i'^or am 18. oobniar b. o- ^^or crlofoiUT (Aicjcllidiaft er- 
oinictcn i'jcrtpoilcn .Wiiiiftjam.niliiiui i^cr iLu^iid)on 03culein^o \n 
^^oiiin, Mo aii<^ ^cv 3tiftiiiui i^l'ö bcfanntcn fointtniiiiiiMi 3aiiiiu= 
Icrv mbQvi '^o[]'i:vc->^m licrriibi-t, boi'iüt b'ic WU^baiUcimnuninm}, 
\vw (>k'itier unb 2tcvu in iliroii V-infin-aduMi Ocruor hoben, c'iwcu 
nullt tu'nnaen ^^vcrt. 3io fübrt vom i'lnfanq bo§ IG. Csabrbunhcrto 
bh? ]nv (Sc,}immvt nnb ftoüt einen ^^eiits i'iar, mie er fid) in feinem 
tUtmenm in '-(icidier ^iHiIlitünbinfeii fiiibet. 3oü i\k^ nenc ^^snfti- 
tut i^er jiu^^lien OJemeinbe eine 3lüiie ber '"^niebrnna iinb iSv- 
baujuuj UK'rben, luic bao Ok-löbni-^ beö ^^vorfibenben be^? O'.emeinbe» 
bornanbe-ö, .s>errn Mommerjienrat (ii^ner, lautete, fo mirb, mie 
benbiiditiiit ift, bie 2diaffnnii cine^? .S>dtaloac> n o t m c n b i c\ fein, 
b_^er bem V^ejndier bov ^i^errainbniv für bie ein '»einen ::i:eile bei' 
2ammlnna erfdilief;t. (fr mirb über ben llrf;n-inui, i'iie ^-ik'beit^ 
tinui, ben ^Avert beö einu'lnen Ainnftnenenftanbev," fo meit aU? 
nunilicfi, ond) über ben .Siünftler biVö ^iiMfienc^merte mitytteilen 
haben. ^H'nanere -Widu-idUen merben allerbina^ nidit immer vi 
crreidien fein. 

Heber bier in ber 3ammlnna bcfinblidic mcrflenbnraifchc 
lUiebailJen, bie hon jiibifdien .siünftlcrn am Sdnnerin itnb Wüftrom 
im ^Jlnftrane bn- AÜrften rerfertiat innrben nnb anv ben ^^ahren 
1<Ü), l<8ü, 17Ü3 nnb 1S13 flammen, finb mir bnrd) bie 
Heberlieferunn (ncbrucüeo unb ^JlftenmateriaD qenaner nnterridi= 
tet. Ci-o ift (tciuifi für bie ^i^efiidier beo Mnnftinftitntv oon ^Nntereffe, 
iiber bie (fntftehnna ^i^'U'r f leinen .Vinnftmerfe, ihre ^^<ebentnna 
nnb ben Vebencnianii ber .siünftler etuniv (>3euauerev ,^u erfahren 
Tie Cnnmale befinben fidi im Oirofiher.u^alidien il?;nfenm vi 
^dimerin nebft 1 anberen bev bamaiv meit nnb breit belannten 
.^>ofmebaiilenrv Vlbraham ^laron, hon bem mir meiier unten 
^■'uiherec' mitteilen mollen. 2ein älterer ''^^riiber 'l^hilipb ?laron 
ift ber 3dtö;)fcr ber .yierft nenannten UVebaiile u. ^^s. 171!). 3ie 
oeiqt auf bem Vlin-rv imd) ber ^^^efdn-eibnna bev (^)eh. ^J(rri)inrato 
(^. A. Cibei-v in feiner Wedlb. ',1'iünuHn-faffnna u. ;\. 171)^) ( >, II, 
3. is:i) ^iv_ ra-htv in ^Isrofil t.eftellle erhahen.e, aber nidit bem' 
AÜrften uhnlidie '^rufthilb mit einer iirof^en franfen ^H'rrüde, i^k- 
U)anb, Crbenohanb nnb 31ern über bem .s>arnifd). llmidu-ift hon 
ber rediten 3eile: O. (^. ('hristitums Ludovicus. D. .AIr<;:i)..)ii- 
iamis; linier bem "l^rufibilbe ber ^:^iame bec- Sh'inftlero ^^. ^l Ter 
f)?eber;o ^ciM ba^^ iWed'lenburiiifdie fdiraffierte Ui>apben, iporin bao 
(^Jrdflidie VJiittelfdiilb oben rot nnb (^'»olb tiiuiiert ift, unter einer 
(UMchloffenni .sirone nnb mit ber Tänifdien (fiefantei^Crben-iette 
unlieben, llmidnüft hon oben: l'Kir .Wdl'S'jw AI) Ar(;rST\ 
17—49. isielfad) ift biefe UVebaille in berfdüebener Aorm al- 
Bebn ^Talerftücf, nl?^ fünf Zialerftücf, alö ein visiertet Xnfaten iifm. 
aeprüi]t morben. ^i'on i'. iH. beütjen mir nur biefe eine iWebailie. 
3eine .C^mibthefdumiiiuiui heftanb im 3iempel- nnb 3ietuifledien. 
l'lm 30. :oi^iniar 17.^0 uürb er bei ber auf bem 3d)meriner 3d]Ioffe 
nad) ber ('kirtenfeite (uwn 3üben anaelenten '3)ii\\^c aU:' .^of= 
^^iHipben= unb 3tenUH>lftedier hon bem .s>er',oa O'Iiriftian 
^-.'ubmiq II. aniiefteüt; am 14. 5tnnnft 17r.(i uon .Oer.uia Tyneberid} 
beftatiot, „aifo nnb beroeftalt, baB ci llnö allemaOI öctreu nnb ne« 



=^= Grfdjeiut einmal monatU.f). =-= 

SeftcUiingcn finb an ben 
5I?orftanb ber iUbifrf)ca®cmctnbc ju Berlin 
N. 24 Oranicnburgcrftr. 2D jit rtcf)ton. 



Jucirtiq fehn bie il)ni anfjUtjebenbc Allheit ieber,-\eit mit ncl)örincm 
Aleifj untab;lhaft oerfertinen, nnb fonften überall fid) alfo betranen 
foüe, mie ev einem reditfdiaffenen .s>. ^B. u. 3t. uu^hl anflehet, 
eignet nnb (lebühret, luoiieeien Unferer 05nabe nnb 3d)nOeo er fid) 
nntertdninft .^i netrbften hat." 3d)on hör biefer tirnennuna mirb 
er in nnem am 2. War;, 1<39 nad) .s>amhnrn ihm aib^qeftellteii 
^Iniffe „llnfe; .s>of'^|Nittfdiierfredier" genannt. 1743/4 U)ohnt er in 
.s>amhurn auf ber tirofxMi (ilbftraf;e. Vliiö biefer ^eit ift luiv ein 
'■i.n-iefmed)fel bec> (Üeh. Mamuurrato liebemann mit ihm „meaen 
^^'erfertitiuni( einei? 3icneli^' auf einem (iaruiol (hcrniutlid) für 
b_im .s>er5oa (iarl ^eopolb ,vi ilVed'lh.), and) ^Webaillen nnb 
3teinhek^" i nfhemahrt. "iJei Ueberfenbnua ^ev fertiaen 3ieaely 
beinertt ber ^tiünftler, bau er feinen ^vleifi menaairt labe; er uüll 
troü ^er n>.,. ar.icn ^Irbeit ec. iiui)t fo aenai: nehmu- nnb bixtcr 
and) für 50 JLaler laffen, „meil man mid) ber hohen (^) labc Unirbi- 
net, menn mag borfällt". ^mii 3d)U)eriuer i:'lrd)io finb nod) b^^ 
Crininalredmunaen hon ^. 5t. nebft bon Stempeln nv.b Sieacin, 
bie er für ba§> Gabinett unb ba^:^ .<pofmarfd)allamt 511 3d)merin, 
ba-^ (ionfiftorium unb bie v^nfti.'^fan^Uei .vi ^ii'oftorf nnb für alle 
3teuerbehbrben bec ^anbe^^ in 3a)hl, .Siriftall, U'i\Muna unb 3teia 
herfertiiit hnt, horhanben. Irr herbient je nad) ber aK'übe unb 
3d)mieri-!reit ber 5lrheit al?" ?ohn für ba^ö Süld hon 50 ^alcr ah? 
.s>ödiit;n-eiv bi$^ 3u 1 Xaler IG 3düHinn herab. 

^;ieid)ti;mer \)at er babci nidit ermorhen. 5lin 2S. a^iär;, 1787 
bittet er um ein Cuartalvuehalt (eine ikmfion): brei .s:.cr3öacn 
habe er ,311 bienen bie Oinabe nebabt; fic feien mit feiner ?lrbeit 
aufrieben qemefeu, .Wriecvölaften, bie er vi traaen aehaht habe, 
l)älte!i ;,u Vi'ahrunnvfornen geführt. '}lnn fei er alt unb fdimadi,' 
im 7S. _i2eber.criahre, leibe am ^ih-ud)fd)aben, qeplant hon ber .Qälte 
be-5 5i>interö, ba er nid)t hermöaenb fei, fid) .^01,3 ananfdaffen. 
^^in'iren ber CHiriften, bie alle hon ^hro .s>er<3. 'turd)land)t qeholfen 
nnb ernährt fein inollen, nid)t qar 311 oiele, meint bie .Viammer in 
i|irem ^'otnm, fo herbiente ber mohlbefannte, itnbeiVholtene alte 
,^ube mirflic) ^ititleiben. 3ic muffte aber hfnd)tqemäB icbe neue 
'inMifion miberraten. 

Te-öhalb erhält er auf ben ^ikn-fdilaii berfelben :nl dios vitno 
rier^^va^en ^'rennhol;,. ^n ^Widilafjaften h. ^. 1791 lieft man, baf] 
er 3d)!ilbenhalber baoonqeaannen Mit .... 3eine Urenfel in 
3dniierin nnb iWaiubefter hemahren pietätooll fein ^Viib unb ':}\n' 
benfen. — 

311HÜ ber oben nenannten ?.^ebaillen ftammen hon feinem 
[ünneren '^MuVr 5lbraham. Tiefer mirb am 1 1. ?lin-il 17(U feinem 
fiteren ^^h'nbcr auf beffen 'i^itte abjnnniert nnb erhält ben CfharaFter 
eineo Mofmebaillenrv. (fr foll bie bem älteren 'i^ruber anhefo^ilene 
'.'Irbeit mit biefem nnauvqefeht übernehmen unb mit allem Alei»*5 
tierfertiiien helfen, "ikü löblidiem ^>k'tranen folle er ber befonberea 
.s>er3oqlidien ^4^roteftion nnb ber mit feinem (Sharafter herbunbe- 
ueii ""^Viriii.ie uerfidiert fein. '}[u\ 30. ^itoiHMuber 1771 luirb ihm 
infojqe einev .Uammereraditeuv bie ?lrbeit bei ber S^h'in^e unb bie» 
^erfertiqnnq ber ^sufieqel bei ben böheren dofleaüs anhertraut. 
Tamaiv n^irb ber früher mit ihm anqeftellte 3teinhelfd)neiber 
(5. A. Moffmann entlaffen. 3eiue '-IH'fdilnerbe, baf] ber ;^ube nn: 
bie 54rbeit aliein haben folle, iiüht ihm iüd)ty. Cfr erbält al^:^ ^ser- 
qütunq für bie ibni abqenommene 5lrbeit 30 ^aler iäbrlid). 1775 
qeht ',|[braham ?laron, ba er ein feftec> C^ehnlt nittt erlanqen fann,' 
nad) 3tocrho!m. Torthiu fohit er bem (^k-finber ber 3d):nebifd)en' 
0)emeinben, IHron oftic am^ 2:reuenbrit3en, ber felber mehrere 



n 



— 52 



X 



oat)ie in iöü^uiu ii)ül;nte nnh bie Äuuft bov ^ettfd)icrftodeu» (teil- 
Wc'iic für 'iUültpp iHtiroui aiiviil)li\ ober aitv bcr /"rcr^^o (1771/5) 
Me ld)üuiten UliobailUni, i'^ii' or im 'Jlitftraai' ^^'v WroH'^u — i'^or 
liüdiiicu ^)i\n]ieniiuivLH'aiiitcu in 3traliiinb, öco .s>or,unv- Giivl in 
(Etodl)oliii für ^on .stüiiiii (^'mitau Kl. uoii 3cllllH'^on - - l)i'r,yi[toIUMi 
hatte, |id) 11011 VlluMliam :'Iaron anfortiiU'u lief',.*) Tic d)'6\\c 'ÄV' 
loit ^ey iiiini'tk'r^o luir^ iiborall bcuumbi'vt iirib briiuit Viroii ,>)ac 
aU crftcin ohölmi ^aö ^|>i-ilnleaium für 3tod()üliii cii'. 'Juidi 
feinem ^Jiscinjanöe am 5d)U5crin irirö ticr .Siita[tler in 
ici Heimat fe{)i iicrmiBt 3cinc Amu 2a[iUia, c\':b. 
.^Mnvid)fen, rcidit niclirorc 03cfudic an ^vn .S^cru^n ^'i'.i: v^')t' 
li-licnianu [)abc in ^torfliolm alle Vliivüilit \n eiii-MU reicl)- 
lid)cn i>crt)icnfte; fic foUe il)m iiaciifoHuMi. O'^lt mein, 
luie ungern jie ^ie .v>oimat pcrlafjen luiirbe, wo fie cU'Ji^rcn uiiD 
eraoaen i\t unb eine ^Pienoe bon 'Jfnt1erumn^ten hat, i!ie ilireni 
«Vcrjen ipcrt nnö lieb feien. Vllle 'i^tittel luiiri^e fie amr üben, um 
ibren 2!tann ^n beuu'nen, nad) ÜJtedlenbnrn ,^iiriiduif<.'''^'^n, uhmui 
er ein lnnIäntUid)ec: Wcbalt erbielte. Sdilief^lidi foUit fu' ihm bod). 
^n3n)ifd}cn Oatte bie ^lieaiernnn ein nlänu'nbcv tirailiten ab(\C' 
lieben (12. Te3einbcr 1.75). (vcj uerbieiit betannt a merben: 
„3o Diel ftebet nidit ju leuonen, baf^ ^^sbro .s>erH"»nl. i^urdil. an 
bcr 3upplicantiii (Srieninnu einen .Viiinftlcr rerlierer, ber in 
9cieberfadifen feinev Oileidien nidit bat, mie benn in "ö vlin, .<oan- 
tunnn-, Mamburn unb iiiibcd nielfiiUin '^Hrbeit bei ilim 'loftoflet ,)U 
lucrben pflente; umbinaenen feit feiner ^Jlbreife nad) ?/]nieben in 
SJiedlenbnrn feiner ift, ber nnr ein riierlidK'v- ^A^appei in 3teiii 
gn fdineiben, meniner einen fanberen ^Jcün^ftempel m ^teriien, ba^o 
(^)efdncf bätte." ^sm :^nli 177G fiiblt fid) ber .*c>er,^oiT ivrirberidi nad) 
einem ^eridit ber J)feniernna bemoiien, ein Wehait ^n bemiUinen. 
So mirb ?lbr. %. ,^nrii(fberufen nnb fel)rt nad) 2it1briner ^Ibmefen- 
bcit in bie .^eirnat .^nriid (1777). 3ein (^ebalt beträft ,-\nnädn't 
200, fpiiter 300 :Laler, (> ?;ahcn Güernbol v (5<)()0 3oben ror», fpätec 
nod) 2 (^nben ^fnf^iaeo 'iMidvenbol,^. (iv nerbleibt in bie er Stellung. 
in feiner .Qlmft ljod)aefa)ci^t, — ^JOJebaillen, 3ieael, i>ett'ri}atte, 
^^'orträt':^ ticrfcrticit er — bi§ ^n feinem am 2. Aebnur 1825 in 
3ibmerin erfohiten Tobe. 3ein 3obn xXofef, ebenfoHd ein ae- 
ftbiffter .^Tiinfller, ber fdion am 14. ^cooember 170(j bie ;^ufidiernnn 
-x^ ber 9tadifoI(ie nad) bem Hbciann bc-:? *i?atero erbielt, lallte ibm in 
\__icr 3tennnn/ine^$ .»oofmcbaiüenr^ (ftarb 22. l. 183(^ ^on h^in 
j^UH't m Uu'ri5i ooriia.ibtiu'u iVabviiuen ifi bie eiiu- /nib bur um 
21. ?rpril 17S5 erfolgten 'Xbleben be§ .vSer;,onv Ariebrivn al'5 3nc- 
ceffionomebaiüe nt'präijt U^orben. ^^riebrid) Ört^n^ l. beauftraiU bcn 
(i5eb. 9frd)iD.ir .s?ofrat (?Per^^ mit bem (Fntnnirf ber .^^sbee. 5>on 
gebn dmtmiirfen mirb ber inerte für ben 9lDcr§, ber britte für bcn 
^)?eiHn-^3 neit'äblt. ^^fbrabam l^faron mirb ;,nr 'i'erfertiqniu] bev 
Stempels bie ni3titie iHnmeifnnn lUMeben, nadibem bac^ U'iübell ba.ui 
Pon bem febr nefd)idten 3tein- nnb ^ilbbaner (laplnncier in 
^-jubmicielnft in Ton anciefertiat morben mar. ^Xnfann *i>fniinft ift 
bie 3T?ebai0e in (^U^lb nnb Silber Pon nleid)er O^U-b^.o 'leijtere 
2'-- iiiot fd)mer) tiepröiit morben, nnb ^voar 50 Gremplare in (>kMb 
iinb 500 in Silber, lieber ihre (T-ntfteönna aibt (5Perv für ba^ 
?lrdiin 9^^d^rid1t, ba er ben ^.Vanael an fokten "^Bericliten über 
trübere Sd>anmün-^en fiiblt. 'JlPerd: ^n einem ;^ierlidien .Qran.u' 
hon Lorbeer* nnb 'l'alm^meinen ftebt: 

FRiKni<:Ricus Fu.vNZisi<:ij>;-D. a. dux mroklpa'büiig 

POST OBITI'.M SKnFA'ISSDII PATRUI-ET l)Ur\9, 
FRlKPF.RTrL-]>ATRlS PATRIAF - FASCRS RF/üMlVIS- 
CAPESSIT-AX.V:3r:ÜCCLXXXV. - 1). XKIV APRIL. 

IHePerv: eine yir I^editen auö ben ^T^olFen raaenbe ,'oaub hält bod 
an einer 'iPanbfdifeife befeftitite orale ^.Ucebaillon mit bem febr fenn» 
baren "^ilbnifie be^o i^erftorbenen .v^er^oiv Ariebrid), Uuininter im 
.^ointertirnnb bie^^iffabe ber i^on bem'--lben ,ui SnbUMiivlnft (ie= 
bauten .Qird)e mit ibrem Säulennani;r ben baraur ftebenben 
(iiHinneliften nnb bem auf ber Sptce anticbrariiteii (5briftuv' 
mononramm. 3i'r linfen Seite fit3et bie meincnbe nnb mit einem 
laiuien Sdileier Pom ,Qopfe bi^j .yi ben AÜfU'n befleibete Sd)ut3- 
pöttin 2)ierflenburcv3, mit ber rediten fSanb ein Znd) Por ben 
^luiien, mit ber linfen aber ba^- an ibrer Seite ftebenbc orale nnb 
friiraffierte 9.^ierfl. ^mppen baltenb. 3ii ibren AÜfum ber '■)lau\Q 
tei> STiebaillenro ?l. 51. , unten im '?fbfd)nitte: 

YKSTKilA Pir ET LMMOR-TaLIS PATRUL SE(,>U(>R. 

?[m lt. ??oPember 1S13 feierte ber ^^icefan^,ler 4:ndiien in 
fTioftod fein 50iäbriiiev ?lmtc>inbilänm alv llniLUTütcitvlebrer 
(Crientalift) in ^-IMiUon^ nnb ^Ifoftorf. ^riebrid) Aran,^ I. münfri)te 
ihn bnrd) eine Webaille ?^n e()ren. )}lea.-i>räiibent Ctc. p. ^^ranben- 
nein überfanMe bie ^Vidinnuii ba^n. Tem .s5ofinebailIrnr )tmrbe 
bie ^Hnfertininui be^ 3tejnpek> übertrafen. AÜr ben v^nbekirei^' 
felbft foll ein (i-remplar m Oiolb (,\n 10 Xufaten nnb mehr an 
Sert) au^nt'Ptäcit merben nnb etma (JO Stücf in Silber (2 (>^ii(ben 
ba?> 3tüd ober einen Speaiecdaler); „maelit e^'» ,^uPicl llmftänbe, fo 

■*) r-al. :?lrou '^^\aU SJELF=B10üKAFI, Stociriolm 1S97. 



funnten nadjber piellcidit 50 Stüc! in ^ron^e auSticpriirtt rocrben, 
n)ie jet^t Sitte, and) in X^.'eimar bei 'I^ermäblnna beo (5Tbprin:^cn 
neidieben ift". Vluerv: Umidirift uoa reditv oben: 

IMMl^DKRICUS KR.WCISKI'S \)\'\ MIXrAPOIJTAXUS 

bar in in 10 :>eilen: ■ 

0LA()-GKIMIARD()-T\THSI-:N - UK- FXIVERSIT.VTUU'S. 
LITTERAIMIS - liOTZOVlEXsi KT - IIOS POCIvlEXSL - PEK'- 
DLMlDlf'M SAECULU.M-OP'rniE .MElUTü 

9?ePery: Ueber einer ^>alme ftebt bie *llmfd)rift: 

FRÜCTUS TUIJT UBERRIilOS-; 

unten ]n ibrer ^)ied)ten in bebr. Cuabratfwrift Znad), 31t il)t-cr 
^'infen in bcbr. (InrfiPid)rift Taimnb; barunter eine fcl)mer äu ent- 
^ifiernbe orientalifdie o"nfd)rift; im untereren ?Ibfanitt: 

DIE XIV NOVEMBER MDClXXIU. 

Tie Pierte ber in ^.yerlin Porbanbenen nunil. iWebaillen ift bie 
Pon bem ^iNettfd)ierftedier ^.V'eier i^öfer in (^5üftrom Perferti^te (in 
ber ?,^i*ünie ^n Sdimerin nepräate^ filbenu^ H'iebaille auf bie "i^abe- 
anitalt ^n Toberan. '.Hpero: Tao \iVibebano ]n ^oberan in Avont 
mit 3niei \üliljablcitern auf bem '^ad)e. Umfdu'ift: 

P»Ar,IXErM DOP.ERAXFXSE COXFTTUM. 

:^m ?fbfdmitt MDCOXOlli. 

')JePer:i: 'Xuf einem ?,iii";cieiteU eine Pu'redi-ie 'l^nramibe• mit 
einer .Snniel auf ber Spil3e nnb bc^o iV>^nv,on:i iKainenc^budiftaben 
A. ?y., U)üriiber eine Mrone auf ber *C?orberfeite. llmfdirift: 

(iVir.M KX SALLITK (ikOÜ.'AM PFTIT. 

^:ibid)nitt W. ^eöfer & S. (?[T,\ o'd'm', ^cb. 17.10, acit. 20. IX. 1817); 
fein Sobn 'Juitban VJL ij. priuileiuert vnn i*ettfdiierfted)ec 
1. Huciuft 180!); .s5o[nraPeur, mt. 0. VI. FUJ. 



^cnd)tc öcö ^clbgciltlidjcn rinbbinct ilr. i3ncd; an 
ben ^lütßanb ber jübirdjcn 0)cmcmbc* 

33cridit 9U\ 56 (:3)oppeIberid)t G1/G2). 
CJuid)brnd nur nur Uueilenannaut iieiiaiki.jk- 

Ten 18. 5Un-iI 1017. 

?)n ben (^'ottec^bienften in ben abuHanfencn Pier ^'od)cn trat 
b"^e Aeier ber Seb:'rabenbc bin^u. I^er eine Pon ihnen, ber in 
einem rüifmärtö iU'i'-'vViu'n Stiibtdien .snuianbxj beciauiien u^nrbe, 
fei iiefri)ilbert, um mieber einmal ein 'iMlb bey ^nfammenfeinv in 
lubiii^'u, teftlidien Stnnbcn 3n neben. 

^?tad) barten, falten "©odien mar bier mifbere.^^ T->etter cini.^« 
febrt; eo nina mie eine (irlbfuna bnrd) bie 'Jtatni, ein Vlnfatmen 
bnrd) bie (^Jemüter. !^sn biefem i^sabre mar bie Sebnfud:! bem 
Arüblina U)eit entneneniie3oaen, iimiiier, oerlantienber al§ fonft. 
^^lun mar cv, nl« fd)üfe ber Fimmel mit feiiuMii nuirmcren ijidit bie 
C^rbe jeC.t uneber neu nnb Perbmbe ben ^l'amfd)en mieber mit ii)»*. 
o>n ben 'Ii>intertanen batte fid) ;inMfd)on fie nnb unfer (imi^iinben 
ein Starrev, lln^minnbare? (KliMt, fid) trennenb nnb biulienb 
Oeaen nuv bin riiM'iredt: mie mit eiiernen, eifiiien .^iinbcn batte c^if» 
nad) unc> aenviff^'n uon brunten nnb broben, menn über bie lucitcn 
Sdmeeflöriien ber 'AWnb babinfubr. ^set3t liefe ber AViiblinn an 
bao alte Ui>ort beuten nnb ec> neu enipfinben, baf) ein ''^nnb c^e- 
fd)loffen fei ^miicum ^.Wenfd) nnb 'Jiatnr. 

Ter inuiie Sonneiuiliin,"^ fpielte auf ber fnrifdien L'bcm\ bie 
in ibren ^J.i'eUen auf» nnb uieberfteiiit. Sie aeminnt, menn ber 
TiMnter, ber nlle^o nleid) nenmdat batte, Poriiber ift, ibren eifiencn 
Cfbarafter )tnb ibren eiaenen ^Hei.v (?r ift pieltad) onbcr^v aU ber 
bov benad)barten litanifdien ^Janbeo. ^inibrenb biefem bie tiefen, 
biditen '.Iinilber. UK^lcbe bie bnnflen 2een nmfd)lief)en, etnnv^' 
Tüftere^o nnb ^i'erfunfenei^, faft einen fd)mermüti(ien -Inci neben, 
bat bier bao ^Intlil^ ber 9^atnr feine milberen, meid)cren $?inien. 
bie ibre Taiie ber ^fnnuit baben. Tort bünft ev oft, ah- fd)iummere, 
ako träume ba% S?anb, a[<^ rnbe bort etnHic\ mao fid) nod) nitut er- 
beben fann; bier fd)eint ev ermad)t \n fein, nnb ec^ mill beainnen ,vt 
ipred)en. Ter ^Wenfd) nnb fein ^I^erf tritt Kbon mebr berPor; 
'\eifer nnb ^^i'iefen, Ti^-fer nnb Straften nuterbred)en bänri'ier nnb 
bunter bie unnten Tinilbunoen. Tie CSinfamfeit meid)t Por bem 
^^'eben yirüd. 

Ter Sen fübrte nad) einem Stäbtd)en, ba^- .^um arofeen Teile 
Pon iübifdum Aamilien bemobnt ift. lieber ibm lart ber belk' 
A-eiertan ber ."vfleinftabt, fene^^ nmnberbare p)Ufammen Pon ??ube 
nnb Sonnenfdiein, icne§ ftiHe vinf^inanberflienen Pon t*oimmeI 
nnb (Erbe. '^lUe^^ ift eineo, allev in ^^id)t nnb im A-riebcn, im Aeier- 
taii. (rr ift brinnen nnb braunen; er ift an^:^ ben .*oer,ien nnb ani 
ben .s^äufern aiP bie 3trai;en nnb %\a\:,e beran-^r^aerommen, e?^ ift, 
aly Icud)te ber milbe, feftlidje (iilanj and) an^ ibnen beran^i — ber 





OvQm her ':ßtveiniQum für bae (t0era(e Jttd^nfuni e. TS. 



Besngspreis burd) bie (Befd)äff9ftfUe ' 4Jat)r{id) TU. 2.50 
<Eia3e(aumraer 0.20. Bei freiet 5ufen5uttg i. 3n(anb 0JZ5 

Jfit b\e mitgfieber ber l^ereinignng ifi 6er Bejttgspreis 
im ^HitgÜebsbeitrage enftjaUetu 

Vcranftvortl. Hebaffeur: Bruno Bo^ba. 



Die ^3üöifc^'H(rcto(^ 3eihing** et^äjelnt leben S^eitaq. 
Heöaffiott und ecfc^äfteffcUc: Becfln 51B 4S, IDtt^clmfft. 147 



^cmnif: Bergmann 3358, 3359 j Jlodjbnirf fämtad)er Originat-Beifräge 
poftfd)e(f f onfo : Berün ^XD 7, 137 069 '\\ nur mit oorf^eriger (Benet^migung ber 
(Bereinigung für bas liberale Jobenhim) li Kebaffion geffattef. 



^injcigenprcife: Die 12gefpa{tenc Tlor.paraiUcsetre 

0.45 ©otbmcrf, bie HtHamiitHe 3.00 eclbraarf, bei 

XDieberf)o(ungen 'Rabatt 

5£n3eigcnannat|mc: „3übifd) - (iberale 3ettung- 
3nferafenabf eilung: Berlin SB 48, Birtjetrafhcfec 147 
(Bergmann: 3358-59), foroie fämH. 2(nnoncen-(E5pebiti<m. 



Jlr. 44 



f 



Berlin, 4. Ttowmbev 1927 



7. 3af)tgang 



Die Dialaljton öet Stantfu((et Xagnng 



3n unfercr üortgcn 9?ummcr l^iitn wir aulfül^rlirf) über bcu 
<lkfd>aft^6crt<f)t bcä (i)cneral)efrctär^ bcr ^Bereinigung unb bic firf) 
baran onfc^ic^enbc Hu^fprac^c bcrid^tct. 9Ja(^fte^nb geben mir noc^ 
bi< öonflänbigf Sifte bc§ neugeiuä^tcn 35orftanbc5 roicber. 

Suftijrat SSfrnl^rb S3rc^tauer (3?crlin), ßl)rcnoorii^enbcr; 9?cc^t5= 
«nhwlt ^inricf) Stern (Berlin), SSorfi^enber; JRed^tsianttjalt Xr. SRuboIf 
Ociger (^wnffurt a. SKoin), fielloertretcnber SSorülicnber; 2anbritf)ter 
3)r. 3(rt^ur fiilient^I (Scrlin), (Schriftführer; Santbireftor SBil^elm 
Äkemann (öerlin), Sd^a^meifter; 2;ireftor i^ugo Dftbcrg (33crlin), 
flcUDertrctcnbcr ©d^a^meiftcr. 

3l€c^t^nmart 2)r. SSaltcr Src^Iouer, 'iRabhintx 2)r. £co S3aecf, 
Sufiisröt SRaj- Sl^ob^icfncr, fj'^öu SJert^a Battenberg, Slabbiner Dr. 
äuliu^ Ökllincr, 9flerf)töanft)alt 25r. 3Äori^ öaüiner, ^^r. SD^ori^ 
^rbüt^, Ocorgc @oe^, %xau ^nnie ^einrid^öborff, Sllfreb ^ö"'"^' 
Subtrig öcnjin, ^uj^ijrat Sßil^Im ^lon^fer, 9flec^t^anrt)alt Dr. ^uliu^ 
S. Seligfof^n, ^Rabbiner Dr. 9Äartin SalomonfÜ, Xipl.=3n9- ^runo 
S3ot)ba, fämtlic^ Scrlin. 

Sric^ ©a^r (^re^Iau), 3llfrcb Scrgcr (S3rc§Iau), Dr. Sicgfrieb 
aSraun (Äöln), 3fibor %abian (tönigäberg i. «ßr.), Dterfitf-annjalt Dr. 
^inrid^ ^xant (Äöln), Slcc^t^nttjalt Dr. ^ugo ^offmann (i^xanU 
fürt a. 9»ain), JRec^t^anttjalt Siic^arb 3ung (9?ürnberg), ff{cd)t^^ 
anroalt Dr. ^luliuä tonn (Düffclborf), ^e(i}t^an\valt Dr. aSilll) 
Äa^nflein (SSielcfdb), Med)t^nti>alt Dr. Siegfrieb Siaufmann (töln), 
SBil^Im Äron^eim (SRagbeburg), Ökorg 3KecfIenburg (S^cmni^), 
JRed^t^nhjalt Dr. Grnfl Sd^^er (fiicgni^), %xau Dttilie (^rfiocncroalb 
3oc^um), JRübbtncr Dr. Eacfar Seligmann (^franffurt i. 'i'Jiaxn , 
nbflfrit^t^bireftor ß. Stern (Stuttgart), öauptlel^rcv ^ \ Stieifi 

.;in (©re«lau), fjrau §. Sorrcutcr (Dottmunb), Siegmun %. SBeil 
9)lün<^). 

Dem 39cri(^t über bie Sluöfprad^e fei noc^ nod^getiagcu, ba^ 
^rt Sa^ru^ (SBurgburg) ebcnfo lüie ^err Stiefel (^ranffurt) ein* 
ßefyenbe SBorfc^lägc für ben »eiteren Slu^bau bcr „Sübift^^Iiberalcn 
Leitung" machten. 

3oeitec Zaq, 

3(m frü^n SKorgen fanb unter Seitung öon ^errn <]3rof. iQüIfcn 
eine Sefic^tigung bc^ alten jübifc^n ^rieb^fe^ ftatt, bie banf bcu 
fac^funbigcn Grflärungen be^ f^ül^rerg ben Teilnehmern Diele loert^ 
»olle Äenntniffc ücrmitteltc. 

l>it. Beratungen ber ^auptberfammlung tourben eröffnet burd) 
Un SJorfi^nben 9ied)t^nn)alt ^einric^ Stern (^Berlin). (Sr legte 
bar, bafe ba^ ßiberale 3i"^"tum, Joeld^cö in bem @e* 
bunten ber einfyeit ber 3Äenfc^^eit, ber öJerec^tigfeit unb 
iJortenttDidtlung ber «Wenfc^^it auf bem SSegc gum ®uten njurselt, 
^e^t flärter aB bi^^r beflrebt fein muffe, feiue ^bcen im 2eben beä 
^rntag^ ju t>crtt)irfli(^en. %u^ t^cr S^rpflid^tung, ba^ ^ubcntum bcr 
SSäter au(^ jum ^ubentum bcr ^inber ju gcftolten, ergibt fic^ bic 
9?otrt)€nbtgfeit, religiöfe f^otmen nen aufzubauen. ©r begrüßte 
bttnn bie SJcrtreter auä 40 beutfc^en Stäbtcn, bie Delegierten bcr 
3[ugcnbt>cretnc unb ber ^übifc^cn Slcformgemeinbe in 5Bcrlin unb 
Derlaö bann ®lüdmunfc^f^rciben unb Depefc^en, unter bencn bie= 
jeniflen t)on Glaube &. 3Kontcfiorc unb SWi§ Siltj 9J^ontagu namens 
beS 3iübif(^4iberalen SBcltoerbanbc» unb ber Souboner fiiberolcn 
Synagoge, fotui'e beä e^rcnoorfi^enben bcr SSereinigung, ^uftijrat 
SBern^rb Söreölauer (Scrlin) unb ferner beö burd) bringenbc 
Ämt^gcfc^äfte an ber teilnähme be^inberten ^Jreunbeö unb SSHitbc" 
grünberg unferer S^reinigung, 9fiabbiner Dr. ^ermann 3Sogelftcin 
(SSre^tau) foroie fc^lie^lic^ unfcreö ^reunbe^ Dberfantor S^t>i ((Slber* 
felb) unb einiger unferer Ortsgruppen bcfonbcrs bemerft lourben. 

3m SiJamen ber ^fraelitifc^en Ökmeinbe grnnffurt begrüßte 
Suftijrat Dr. 85 1 a u bie Jagung. (Sr [(Gilberte bie (iJrunblagc ber 
©emeinbe, bic alten religiöfen SRic^tungcn gerecht locrbc. ^a bic 
Sibcrale SSereinigung fic^ nic^t ben Äampf, fonbern Selbftbcfcfti^ 
gung jum (Srunbfa^ gemocht ^be, t>ertrage fic^ bcr ©ruubja^ bcr 
öemeinbe mofK mit bem bcr Tagung, unb in biefem Sinuc iDüufc^tc 
et i^r einen fruchtbaren SJcrIauf. 

Der SSorfi^ycnbe bc§ ^J^eifinnigen SScrein^? für jübifcfjeS ®f* 
mcinbclcbcn in l^^anffurt, SanitätSrat Dr. 6 1 1 1 i n g c r , erinnerte 
an bic erftc Xagung bcr Delegicrtcnfonfcrenj ber libcrt.I-'jübiidien 
SSercinc in ^rantfurt am 12. Dftobcr 1907, bic baö crfie 5»"banent 
für bic SSetcinigung gelegt l^abc. 

3m 3'Jamcn be^ SBcrbanbeS liberaler SRabbiner begrüßte jHabuiner 
Dr. S c I i g m a n n (lyranffurt) bie Skrfammlung in geiftreic^cn 
SBortcn, in bencn er bic 3"l<immcnarbcit Don iRabbincrn unb 
Süien mit einer guten @fyc Dcrglid^. 

'^it SSormittag^=Si&ung war auSfc^lic^licf) ben oicr iRcfcratcn 
getüibmet, bcren SSortlaut bereite in ber Dorigeu 9'Jummer ber 
„3übifc^4iberalen QntunQ" Dcröffcntlid^t tüurbc: ©cncialrcfcrat „®c= 
meinfd^aft unb 3"biDibuum in i^ren gcgcnfcitigcn Sledfjten unb 
^flic^ten", Slabbincr Dr. Dienemann (Offenbadj); Ginäclrcfcrotc: 
„Der Äultuö, bic Ö^emeinft^aft unb ber einzelne", (Sric^ Sat)cr 
(93re§Iau), „^^ fübifd^e §-cim — unfer jWeitcö ®otte^t>au5", 33ianca 
^mburger (Berlin), „Die Ö)cmcinbe unb ber ßinjclne", 3"ftiäi^öt Dr. 
Swliu^ S3lau (grantfurt a. 9Koin). — 3"t ^nfd)lu§ an bicfe 5ßor'= 
mittag-S=»SitJung fanb ein gcmeinfd^aftlirfjes SKittageffen ftatt, njctd^cs 
bie Delegierten unb SWitglicber jujanglos Dcrcinte. 

9lusfpra(^(. 

Die ^uöfprad^e »ourbe unter Scitung be^ flellDertrctenbcu ^or= 
fi^cnben, 9fied^t^ntt)alt Dr. Öliger (IJrantfurt), um 4 U^r eröffnet. 

%aWtütt ^t. C^oliiner (Serltn) 

ttjfirbigt furj baS Dienemannfd^ ÖJeneralreferat foiöie bie 
ÄiSfü^rungen beS .^errn ^ufti^i^öt SSlau. '^üx bie ^rane 
ber ©in^it^gemeinbe ift t)äufig bie ^erfönlirfjfcit bes 



ökmcinbcborfi^enbcn cntfc^cibcnb. %bct im übrigen ift c§ bo(^ oit 
and) fo, baB ber f^ricbc in ber C>)cmeinbc am bcftcn gciool^rt ift, 
n>cnn alle 2Bünfrf)e bcr JitonferDatiDcn erfüllt werben, bic Sibcralcn 
bagegcn mit il>ren ^orberungcn nid)t l)crDortrctcn. Die Sibcralcn 
büben in Berlin, in ber St)nagogc, in bcr id) amtiere, e§ jrtjor er* 
rcicbt, bafe in ben SBintcrmonatcn am B'^f'tag^^^lbcnb ein (iJoite§== 
bienft ju einer fpäten Stbcnbftunbe ftattfinbet, aber nur unter bcr 
Bebingung, bui^ DorfKt beim Beginn bei Sabbatä berfelbe ©otteS* 
bienft flattgefunbcn i^at 6S gc^t nad) Dem Wrunbfa^c, bic liberalen 
muffen tolerant fein, meil c^ bcr Sinn bei 2ibcrali§mu§ ift, tolcront 
ju fein, bie anbcrn braurf)en ei nid)t, tneil e^ i^r ^rinjip ift, un- 
tolerant ju fein. 9Äün lefc nur im <|Jrogramm bcr „'3Id)butl>", ber 
i^ufammcnfaffung bcr ökmcinbefonfcrDatiDcn, :oa» bort über iJ^rc 
Stellung ju ben Sibcralcn gcfogt ift: „Gf loirb un» gcfliffcntlic^ 
ber Boriüurf gemacht, aÜ ob mix bic iiiberalcn ali eine gleich* 
bcrcrfjtigte 9lic^tung anfallen, '^ai ifl nic^t bcr ^Jall! Die Sibcralen 
finb irrenbe Brüber. ^ber mir l^bcn gefc^en, ba^ fid^ in mand^en 
Dingen mit il^ncn sufammcnarbeitcn Idßt." oufammenarbeiten in 
■' b-cn fällen, in bencn Don ben Sibcralrn materielle §ilfc gcleiftet 
wirb, (^ört, ^ört!) SSie foll ti nun rrKiitcrgcbcn? Sie loiffcn, ba^ 
jur Qtit im ^rcu§ifcf|cn Sanbe^Derba^o barübcr beraten wirb, ob 
bie öefe^csbcftimmung über ben 'ilurifittt aui ber ©cmcinbc bcibC' 
^Iten werben foll. ^d) ^alte ben g.lcnwänigm 3iiftai^b für ben 
bcftcn (ßuftimmung), weil bic Äinbcribcricnigen, bic il^rcn 5tuStritt 
au^ ber ÖJcmcinbc crtlärcn, ^ubtn bleifcn unb wiebcr jur OJcmeinbe 
fommeu, S^inber aber, bcren ßltern au'3 bem 3ubcntum ausgetreten 
finb, fommen in ber SÜcgcl nic^t mcl^ ;^u uni. 

^^ loar ber •Bunfctj unfere§~ '2rrl>ea"^|d)ii||cs, in3be)onbcre bc. 
meinige, ba^ t'.n 2aic barübcr fpric^l. 2Sir hofften Don i^m ju 
höx-cn, wie er fit^ ben ÄiiltuS in ^u^ger ßeit bcnft. Jpcrr Baijer 
l^t in erfter ditii^ bem (SJotte^bienfl bie ^lufgabe gugcwicfcn, bae 
Öiemcinfd^aftSgefü^l gu pflegen. ©S ifl Wo^I richtig, bafe bai &ottei- 
fyiüi ali bai ^au§ bcr BcrfammluAg ben Ökmeinfc^aftäfinn ^u 
pflegen unb ju flärfen ^t. Darüber burfen wir aber nid^t Dcrgcffcn, 
ba§ ba^ öotte^^u^ an crfler Stelle, 'bic Stätte bcr Wnbac^t unb 
Belehrung ift. SBie ift ei aber mit bcr ^nbac^t beftcllt! Unfere 
3ugenb betjauptet, fic fönne fic im Öottcö^auS nid^t finben. Sic 
get>t bereits eigene SBege. 3" Berlin unb ^ier in grantfurt ^ält 
bic 3u9«nb 2lnbac^ten ab, für bic fic }id) felbft eine Qkbetorbnung 
gcfdjaffcn ^t. 3" öiclcr .s^infic^t f(^cint bic %nbad)t in ber Sieform^' 
gemeinbe Dorbilblid^ ju fein, inSbefonbcre in ber Dauer beS ö^ottes* 
bienfteS unb in ber ganjen Stimmung. 2Sir fönnen maac^cS Don 
il^r lernen. ?Iut^ wir follten aui bcr Iboxa in unferer 3lnbad)t 
nur bai Dorlefen, wa» fid^ jur Borlefung eignet. Sd^renb wir aui 
unferm ^kbctbuc^ bic Öcbete, bie fic^ auf baS Opfer bejic^n, Weg^ 
gelaffcn l>aben, werben bie zahlreichen OpferDorfd)riftcn in aller 
^tuSfüf^rlid^fcit Deriefen. öJerabc wä^renb bcr 2:i)oraDorlcfung leibet 
burd) büi &eid)mä^ bie ganjc 3lnbac^t. Die «^rebigt mu§ ein 
iDefentlidjer Beftanbtcil eines \tben &otteibien^tei fein. DaS religiöfe 
Problem muB in i^r mc^r bcnn je gur (Erörterung fommen. 

SKanc^eS St^önc auS ber Bcrgangcnl^it ift gefallen, aber bcr 
iübi)d>c SibcraliSmuS l^t andj videi jU neuem 2eben crwcdt unb 
mit neuem 3n^It erfüllt, ©inen Stillftanb gibt cS für unS nidjt. 
Unfere ^fli(^t ift e», weiter ju axbeiten, §u bcwcifcn, bafe unfere 
9leligion ein Jcil unferer Kultur ift, baß liberales 3ubcntum b a S 
3ubentum ift. (Seb^fter Beifall.) 

^(t^isanmüU T)t. S^auftn-ittn (Roln): 

SKan fyit uns Sibernlcn bisljcr ben Borwurf gemacht, boß wir 

nidjti ^^ofitiDeS fc^affen, fonbern nur ^tJcgatiocS wollen. Um fo 

erfrculid)er ift es. Sag unfere Xagung fid^ bamit befc^äftigt, unfcic 

3becn gufammcnäufaffcn unb unfer geiftigcS Programm für unS fclber 

unb für bic Außenwelt fic^tbnr aufzuftellen. iffiir muffen nun aber 

auc^ unfere 3becn in bie Tat umfe^cn; baju ge^rt Dor allen 

Dingen, baß wir nun cnblic^ in unferm C^tteibicnft SBaubcl fcöaffcn. 

S[licin Borrebner ^t auf ein§clnc folc^er notwenMgen 3lenbcrungen 

bereits t>ingewiefen. CEs mu§ enblic^ aufhören, baß in unfern 

(yotteSl^Qufcrn, bi€ §um größten Icil Don liberalen befudjt werben, 

©otteSbicnftc ftattfinben, bic unS o^ne ^nbac^t uno Grl)cbung laffcn. 

Sie alle mexben mir ^nQcbenr ba% bcr l^utigc ÖottcSbicnft unS nichts 

me^r bebeutet, baß cS unmögli-d) ifl, iljm in feiner je^igen go'm 

äu _ folgen. Gs ift nid)t möglid), ftunbeulang G^ebctc anju^örcn, bie 

unfcrcm Denfen Döllig wibcrfprcc^cn. ^ir Sibcralc waren biSl^er 

fo tolerant, ba§ wir unS baS in ben n>ei^cDollften Stuuben unfer 

ganjeS geben lang i^aben gefallen laffcn. ?iuf bie Dauer fönneu 

wir baS nid}t ertragen, ^a^ir ni"^''?'n enblid) unfere 3becn in bic 

Xat umfe^en, wenn unfere liberale 3bec auf btc Dauer bic jübifc^en 

SKaffen unb bamit bic ^"tunft bei 3ubcntumS für fic^ t>aben foll. 

ßS muß mögli<^ fein, b<i% ein C^ottcsöicnft gef (Raffen wirb, bcr 

gerabe ben Bcjlen Don unS genügt. Denn and) barübcr muffen wir uiiS 

flor fein, bicfe unfere Bewegung wirb nic^t Don Dauer fein, wenn 

wir bie ö^eiftigften Don unS nid)t bef riebigen. So möd)te it^ atS bic 

bringenbftc Slufgabe bcr Sibcralcn Bereinigung bezeichnen, bafe fic 

gerabe biefer i^rage i^r bcfonbcreS 'Jlugenmerf " ^uwcnbet unb fc^lcu= 

nigft praftifd)c 5lrbeit leiftct. 

(Sä i|t '4 ber Sicfolution gefagt, bcß bie liberale Bereinigung 
für biefe bringenbftc Slufgabc olIc traft einfetten möge. 3c^ i^abe 
ben 23unfd), bafe biefe 9?efolution babtn ergänjt wirb, ba§ bie 
liberale Bereinigung in aller türje mit Borfc^lögcn für bic Sc^af* 
fung eines liberalen ö^ottesbicnflcS bertortritt, benn wir wiffen, 
bafe wir biefem ©cbanfen fc^on längft uififer ^^lugcnmcrf unb unfere 
platonifc^c Siebe jugewaubt i^ben. %bex 
niet)t. 2öir muffen enblic^ auc^ einmal :$ 



nac^ au§en t^in wie in unferen 3"ianim cnf ünften unS boS fd^affen. 



was für unfere liberalen ^b:en unb für 



Denfen notwen>i3 if^. D^ur fo fann ic^ 'mir Don ber ßufunft beS 



baS genügt auf bie Dauer 
aten jet>cn unb bamit and) 



unfer liberales ^ü^^i^" w"b 



libernlen (^bnnfenS unb unferer liberalen Bewegung ciwai Der« 
fprcd;cn. (Scbbaflcr Beifall.) 

5?abbincr ^r. Sc^inonit (Berlin): 

3d)^fann nur ouf einiges cingcfy:n, unb zwar möchte id} zuerft 
§errn 3uftizrat Dr. Blau erwibern, ba§ nic^t nur ic^, fonbern 
fic^erlic^ fc^r Diele meiner Kollegen i^m nic^t zuftimmcn tonnen, 
wenn er fagt, ba% an ben (S^gefegen nic^t gerüttelt werben barf 
unb ßin^it ^errfc^en mu§. STllc liberalen Kollegen wiffen \a, worum 
es fic^ l^anbclt, um bic brci «ßunfte Stguna, ß^aliza, &et (SSicbcr- 
per^ciratung ber Berlaffenen, Sc^wagerc^c, Sc^cibebrief). Daran wirb 
feit 60, 70 3a^rcn I>erumgcboftort unb wir finb ^icr feinen 2d}ritt 
wcitcrgcfommcn. SS j^nbclt iidj aber i^ier um einen S'Jotftanb fonber* 
gleichen. 3c^ fiabe natürlich feine Sefunbc gezögert, in foId)en fällen 
baS zu tun, waS ic^ für notioenbig l^ielt. Dazu ein Bcifpiel: Bei 
einem Brautpaar, baS ganz ort^obojcn Steifen angehört, ergab fid&, 
b<i% ei beS^lb nic^t getraut werben fonnte, weil ber SRabbiner, als 
baS Brautpaar fdion unter bem Xraul^immcl ftanb, baDongegcngcn 
ift, als er gehört i)atte, ba^ ber erftc 'Rann bcr ^rau an ber 
italieuifc^en gront g^fancn ift unb nic^t z^^ei jübifc^e Beugen ^u- 
gegen gewcfen finb. (^fui!) DaS Brautpaar ging bann zum liberalen 
9iabbiner, unb bcr fagte: „SSarcn Sic gleich ^n mir gefommcn, fo 
l}ättc ic^ mir bie Sa^e Dieüeic^t überlegt; jc^t aber, wo Sie Dom 
ort^obofcn Kollegen fommen, jc^t fann ic§ 3^nen nic^t Reifen." 

Qin anbercr ^afl. "Und) ben mu§ ic^ anfül^rcn, bamit 5)crt 
3uftizrat Dr. Blau ^ört, um welcf>e Dinge cS fic^ ^aubelt. Ginc 
5rau nwr im Kriege if^rem 9Kanne baoongcgangcn unb inS Sloft 
ctnoctretcn. Sie fogtc j^jjja^^jftomme bod» _jai^_ »--- ^lü. 

-.3 :t>errn ^e|U5 b^ijtuSI" Dicjci '•»^^-j^^^^^nte i... 
uic^t gefd^ieben werben, weil e§ in bei ...aligcn 3cilen gau^ 
möglich war, bax nad) bec oxt^obo^en -orfc^rift crforberli^en^ u^u 
lÜO ätabbinern unterf^ricbenen Sc^ibcorief beizubringen unb feiner 
^xan zuzuftellcn. 

3i wcnbe mid> nun zu bem Bertrage ber grau Hamburger. 
3df> barf 3I^n€n wol^l fagcn, ba% icb barübcr eine ganz befonDcrc 
öknugtuung empfinben fonnte, weil ja ^rrau Hamburger ein .^i;ib 
unferer 9f{eformgemcinbe ift. ßS ift bieS ein Bcifpiel, wie wir 
falfc^ beurteilt werben, wenn gefagt wirb, ba§ bei unS bit ^iveite 
ober britte Generation baDonge^. grau ^^amburgcr fiammt auS 
einer jener gamilicn, in benen bic ^meite unb britte (SJencrotion 
uns genau fo treu ift tvie bie erftc. %bex anfnüpfenb an bai, wai 
fic gefagt I^it, möchte id^ bodf auf folgenbcS j^inweifen: Sir äiiö 
natürlich in einer fef^r glücflic^en Sage, wir ^abcn mit fc^r fcbarfem 
Befcn ausgefegt, wir fyabcn flarc Ba^n gefd^affen, einmal- gegenüber 
bem reinen JRituS unb bann gegenüber bem, wie giau Hamburger 
ausgeführt i^at, ritualifierten tultuS. Unb wir finb Gotifcibanf 
iKUtc fo weit, baß wir nun baS SSort 3"cmiaS ausführen tonnen, 
ber mit Dier SSorten Dcrlangt einzureißen unb umzuftürjcn unb bann 
mit zi^ci SSorten Dcrlangt aufzubauen unb zu pflanzen. '?iccr wir 
wollen auc^ nic^t mißocrftanben werben. 2Sir bauen nic^t auf, 
inbcm wir etwas Don ben Öirunbprinzipicn aufgeben, fonbern gerabe, 
weil jt^t für unS ber 2Beg frei ift, weil wir mit bem "^llrcn vo.l* 
ftänbig inS Älare gefommcn finb, fönnen wir in ed)t jübijc^cm Sinn 
aufbauen, grau Hamburger l^t m-t ^icdjt einzelne fünfte bcrcor* 
gehoben. 3c^ will ganz furz ftreifc.i, nad^ weld)cr 9iid}iung b,iii wir 
gefyen, weil wir ben SSunfd^ Ijatien in all ben ^f^J^^äc^uten, in bencn 
bit aieformbewcgung beftanb, niajt Don ben Brübcrn forizuae^'n, 
fonbern nur gewiffeimaßcn il^ncn etwa» Doranzufc^rciten, unb lucil 
wir uns immer freuen, wenn ouf biefem SSege bic anbeten unS 
nadjfolgen. SSir traben in ber ©infegnung etwaS ganz Bcfonbe:Ci^ 
gefdjaffcn. SSir freuen unS barübcr, ni^t nur weil wir böl]crc ^<,dj:c\\ 
errcid^eu als bie anbcren — wir l^aben oft an einc:n Jage 63 oiS 
yO Stinber zur (Sinfcgnung br.i unS — , fonbern and), weil btc Sin* 
fegnung auf ganz ucucr gorm aufgebaut ift. Sie beftc^t au? 'oei* 
fct)iebencn Elften, bie ic^ f^ier nic^t aufzählen will. Sic bauer: eine 
ganze 2öod)c unb mufs für bic finber für baS ganze Scbr.i eine 
Erinnerung fein, unb fic ift eS tatfäcf^Iic^ and). Xa3 3wci:c, waS 
grau Hamburger and} augebcuter I>at, mili ic^ nur furg untciftrcic:}:;!. 
CJö ift bic neue Sinrid}tung, bie wir getroffen i^aben inbe^ui; auf 
bic 5lufna^me bcr Änabeti unb SDläDd^en in ben Bunb ^tcraU.nf-. 
Sind) l^icr ifl manc^ee abgefd}afft worden. 33as bic Ginjclr.cu lun, 
überlaffen wir il^nen. 3m allgemeinen ift eS fo, boß v.'i: bic 
Bc)d)neibung nid)t nictir l>aben. Die (Sltcrn finb in i^rcr Sc:.c:inot 
ZU mir gefommeu unb l>abcn gefagt, unfere finber foLcn iwS 
3ubentum aufgenommen werben, aber luir wollen eine Bcfdjncbung 
unter feinen Umftönben. Unb ba fyabc id) geiern cingcridi.ct, bic 
ganz unb gar jübifc^ unb religiös finb. 23ir f^aben ferner ein ganz 
neues mit unfercm ^baniifab-'v^iottcSbicnft gemad)t. Der nmr bei u:;S 
abgefd>afft. SJir Ijabcn ober gcfcljcn, er ift zu ctwaS ^Jieucm in bcr 
3ubenl^cit geworben. 5Sir l^aben i^n nidjt nur wiebcr cinjcridncr, 
fonbern ^bcn barauS einen bcöcutfamen gefttog gemodil, bcr fid^ 
bei unferer ®emcinbc allccgröBter Beliebtl>eit erfrcui. Düi;. allcS 
ift nur ein ?(nfnng. Sir wiffen genau, wir muffen weitergehen, 
unb fd^on liegen nac^ öieicr 9tid)tung wciiere neue ^länc Dor. 

Ginen ^unft zum Sd)lufe nod^. GS war im 3»^cnt.im .ine 
genau fo fefte Säule wie ber (»iottcSbienft bie I^l^ora, unb b.-. !;at 
bo3 liberale 3ubcutum fel>r uerfagt. 'J?iri}t inbczug auf ben U:iler= 



ridjt ber Sinber — bo iit mand^eS gefcoe^cn — , aütx bai ic\'tl)= 
^mmibrafd^ l^at mon ben Crt{)obo;rcn überlaffen. Diefe 2d)nlc 
für bie ®ro&cn ^ben wir ebenfalls wiebcr eingerichtet, inbcm :inr 
Borträge unb Borlefungen fowo^l für bie reifere 3ugenb, a.S aud^ 
für bii Ber^irätetcn polten, weil wir unS fagen, baß jübifdjcj Siffen 
bie (ärunbloge unfercr 2lrbeit fein mu§, unb weil wir ben Sunfd^ 
fHiben, ba§ baS alte Sort in Erfüllung ge^t: „Senn olle Deine 
Söf^ne 3üngt'r ©otteS, bann ift reic^ bcr griebe Deiner <ilinDe::" 
GS genügt iiic^t, baß wir einzelne Sieformcn fc^offen, wir mürfea 
bie fefte Bo.^fiS I>aben, um Wiebcr mit bewußtem SiUen cMitzubaucn. 
(SebbaJtcr SÖeifall.) 






^r Sortiag öon Dr. ^ictifmann l>ürftc wo^l bei ötelcn 3"* 
l^rem ^^^^iM Ivatübcr Ijcröorgcrujcn ^ben, ob unfctc ^rcufeifd^ 
3rtHin3^g€m€inl>e, bie bod^ ton ©taat^hjegcn un^ aufoftcoQicrt ift, 
tütfät^lid) ba^ 3b«al bec Normung einer (S^emeinbc ift. 3^? tann 
mit [e^r tooljt benfen, bafe ein anbcrcr gctabe im 2lnic^lu& an btc 
t^oreti)rf^en "iJluiäfü^ningen Don 35t. 3)iencmann ju oet 'Äuffaffung 
gelangt: öietteid^t ijl b<i4 ametifanif(^c "^tin^i^) grunbfä^licö bn* 
9ii£^tigete. ^rf» uertenne natürlii^ nidjt, ixiB ^eute noc^ ^icraegen 
flatfe SJcbenfcn ju ergeben finb, Da§ bie ©efalji" beftc^t, bafe bie 
ßauen unb Ö^Icic^ültigcn bei einet foldjen 9fJegeluug oicüeicfit jum 
I«it verloren gelten luürben. 2lie fid> üu-5 bem ^Referat Don 'Jt. 
^ienemann ctgebenöen {Folgerungen jÄeinen mir erl^ebtic^ abju= 
toclc^cn öon bem, «kj^ öcrt ^uf^iäi^tit '^^"i" ^^'^ ^^'^ Gtfotberniffc 
unfercg (S^emeinbelebcn^ batftcUte. HJlan tann gut ^txi %x. S3lau 
)€ln, wenn man in einer jio glürflic^n Oiemein&e mit ^^anffurt 
lebt unb eine liberale SRe^rbeit auf feiner Seite ^at. ''Jiber übet bie 
©^metjcu im 9tci(^ mu§ boc^ aud& einmal etnja« gei'agt ^ metben. 
$i€t fül^tt ba^ ^tinjip bet 6inl)cit^gemeinbe füfl immct jur "Majori* 
ficrung bet öibetalen. ^et (ikmeinbcöorftanb in Äöln, befjen 
aWitglieb i(b bin, bcftel^t au4 7 9)titgliebern, brei fiibetalen, sroei 
SRittel;>arteiletn unb jwci Dttl^obojrcn ; wenn loir brei Siberalen „toeife" 
fügen, jagen bie oier ?lnbern „fcftwarj", unb Joir jiuD überftimmt. 
Äoc^ nidjt einmal imö tonnten mit in Äölu etreic^en, bafe bie 
it?«ftato auf i>eut)(^ gekfen mitb unb in unjcret DtgelfDnagoge )agt 
man nod^ immer ba^ Ökbet für hit bab^lonifc&cn 'Äeifen. 

Snfolge^effen ijl boc^ für un^ Siberale nic^t ganj uniuid)üg, 
ba| bet Sanbeiätjetbonb bei bct 'öctatung bei 3"bcngeie&el ben ©tunb^ 
^ nac^ bem Saltctft^en Ö^efeg beibc^Uen ^at. i^^ mufe möglicfi 
fein, auc^ religiöMibetale Seltanfc^auung^gemeinben ju grünben. 

^ringenb notttjcnbig ift ferner, bem iJIJkngel an guter, an 
iubif(^4ibcraler Literatur abju^lfen. ^atd^ „SBcfen ht^ 3uben- 
tumi" ifl ein p^ilojop^ifc^eö, aber fein liberales^ ^uc^ unb DiJorben^ 
6<^riftc^n übet „Die ©tunblügen bes reltgiöMibetalen ^ubentum^" 
Ifat nut ptopaganbifli|(^n SBett. öute, im libetalen Sinne miffcn= 
fc^jtli(^ ©(^tiften wrmiffe ic^ immet noc^. '^it Sibctale ißetcini* 
ffung mufe %ik, bie baju betufen finb, etfuc^en, betattige Schriften 
ju fc^ffen. 

SSenn ba^ teligiöfe Seben in ben ®rofegcmcinbcn in testet 3^»* 
einen gertjiffen ^luffdi^roung genommen ^t, fo bauten wir ba^ 
}um nic^t geringen Xeil bet ^^atigfcit ber prwucnoereinc. ^cute 
morgen ifi cö bereit« gefügt motben, bafe roit bie SSetpflic^tung ^beu, 
bie 5tauen»>etcine ^u untetjiü^cn. 92ut unfcre grauen fönnen uns 
un|«te §äu5lic^t€it ju einem iübifc^en Jpeim gejlalten. (Seif all.) 

9{abHoer ^c. Salomonftt (SerltR): 

3<^ |>etfönli<^ unb oiele meinet '^xtunbe finb niAt mebr fo 
jung, ba^ man un« ol^ne meitere« ootwetfen tonnte, roir [türmten 
^gcn SRauern unb fd^n bie öor^anbenen 2;üren nic^t; ba^ SSort 
»el^utfümfeit aber tamc im Sejiton b€# prottifd^en ^ubentum« qU\6) 
neben bem SBorte 3Setmittlungöpattct. ©^ ift meine 5lb)id)t, mit 
5£>eutlicl^teit au^jutufen, bafe bicfet Stanbpuntt un« gat teine 9tettung 
biingen fann. %üd^ eine fejiercnie SKet^obe ber Erörterung bar^ 
über/ wo n>ix nun eigentlich fte^en obct fielen follten, \)ii\t nic^t. 
5)i€ncmann0 SSotttag ju ^ötcn mat ein gtofier (SJcnuß; mit no(^ 
größerem ^iienuft werben mit il^n fpätet lefen. ^ennoc^ finb folc^c 
Sttbeiten nut Seiträge ju einem Ökbiete, bas nad> meiner felfen=^ 
fe^en Ueberjeugung Ueberprobuftion barftellt, nämlicf) 5ur n^iffen^^ 
f4aftli(^n ober ^iftotifc^cn (Stgtünbung be« ^ubentum^. SSBid^tigct 
«bet ifl, fic^ ju oettiefcn in bie feclift^c Situation, in ben Äonir^ 
plt^ ber ÖVcgenrtKirt. SBir muffen frogeu, wir muffen antrtjorten: 
toi« fe^n bcnn eigentlich bie SUlenfc^cn üu^, benen ^eute geholfen 
»ctbcn foll? 91n meiert *ot, on melc^em Unglüt! tränten fie? (Sel^t 
gut!) ^dj bcmetfc auc^ bei ben Setantmottticöcn eine erftaunlidje 
Unfenntni« bct feelift^n ^tafltop^ (Sc^t tit^tig!) unferer guben, 
ber jungen unb bct alten, bet fteien unb bet ftommcn. Unb l^ietju 
inen ©eleft: 3^^ ^^^ bor tpenigen SRonaten in einet fe^t enge* 
•V ' -lg ftncn ygiiTT t-^- ''<'jt, in bem idn ^if <nf|^ftnnhp 

4iru0 ■'i^^fM^ ju^^ " nigirrtgr ifftsttnimbetfe^te, uwr wt-rft »m 

mafegcblit^t TTOjct oer Seite gefogt roorbcn: 28ir finb ja 
unter un^ unb mit müffei e« au(^ jugeben, bafe bet Äultu« in biefet 
gotm nic^t mcitergc^t. (§i^tt, I)ött!) 3e^t mctfen Sie, öielleic^t, 
manc^t ipo^l ni<^t jum ersten SWalc, tinen S9li(f in ben feelift^en 
92otftanb, unter bem mir leiben, ba« it)iffen bit anberen ja auc^ fd^on; 
fo bumm unb perbo^rt finb fie nit^t, — nit^t einjufc&en, Dafe c# 
fo ni^t meiterge^t. ?lbet e^ finbet feiner btn 5IRut, bamit onsu* 
fangen, unb in unferen 9lei^n au(^ ni(^t. Unb tuenn tv i t nic^t 
bamit anfangen, t>on mem mollen Sie bann öerlangen, ba^ biefer 
Äultu^ gebelfert mitb? 

3t^ Qi^ noc^ mcitct al« bas, wai Sie bi^^cr überhaupt gc* 
^tt i^ben: 9?ic^t bie JRffotm ^ilft unl, nid^t bü§ Sfiflem noc^ SSet* 
einfac^ung unb nac^ 3flü(fte|^t ju bem, maö ftü^t einmal gemefen 
fein tonnte, bicfet Äonflruttioe unb Spintifierenbe öcrgangenet ^a]fx^ 
^unbcrte unb 3a^rtaufenbc ^ilft un^ nid^t, un§ ^ilft nut bie neue 
gotm unb bct neue ^nf^aü, unb h)enn irfi ba^ belegen mill, bann fage 
ic^ 3^nen tlar unb beutlic^: ^eber gjienfc^, ber geboren toirb unb 
gut (Srtcnntnil tommt, ber mu$, n>enn er c^rlicf) ift unb oon 
bit Religion etttwö l^abtn mill, an ftc^ mit bct ,9tcligion neu 
anfangen, er mu| fic^ feine 9flcligion unb feinen (Öott fcöaffen. Da^ 
ifl ba^ ^tinji^. 3lber nic^t ^cber bat natütlicb ben ®eift unb btn 
äntellcft iMiu. 2)atum ifl e» ein Unglücf, nein, cö ift ein SWal^ut 
— unb tin aKal^ut ifl fc^ammet al« ein Unglüdt — füt unfer 
:3ubcntum, ba& tuit immer nut Strbeit leiften unb aurf) l^ier fo 
fe^ Piel Arbeit leiflen füt bfe geiflige Äafle. ^c^ luunbcrc mid), 
tfon einem meiner SSotrebnet ju frören, bafi mir einen ^otteö^ 
bienfl fd)affen muffen, ber auc^ ben ScbeutenDflen unb ©cbilbctften 
bct Dbcr)d)i(^t genügen fann. Cianj öcttcl^tt! Schaffen Sic etmas, maä 
9Ulen genügt, bann ^b(n Sie für fit^ bal Seflc gefc^offen, unb get)en 
Sic ni(f|t baüon aus:, bafe eine befonbcrc Sd)idl)t befriebigt luerben 
mu§. teine parallelen, Uint SScrgleic^e, feine Oieminifäenäcn! Xic 
Sltt unb SScife, mie mit bie mic^tigftcn 3:agc im Sa^r feiern, ifl 
eine Unmöglic^feit. Sollen mit nun tint ßmangye^ ouf bie 5)auer 
fd^lic&en mit einer St^ar oon ölaubem^genoffcn, bie m\^ nic^t im 
gcringftcn entgeflenfommt? 25ann anttuorte ic^ 3^ncu: Unb menn 
unö nur eine (^enerotion bei biefet ^olitit bes ©ebulbigfeinl unb ^b^ 
martcnä öcrloren ge^t, bann ge^en un4 olle Cknerotionen oerlorcu. 
%e^lfa{b fönnen mit nid^t rtKirten. Unb idj froge: 2Bo§ foll nun 
eigentlich gefc^e^en unb foH über^upt etmaö gefc^e^cn? 

23ir iabtn un^ ausgefproc^en. 5)a«J genügt mir nic^t. 3!ßirb nun 
enblic^ eine tommiffion gcroü^U mcrbcn, bie fa^ig, gcioillt, ent^ 
fc^loffen, bcgeiftert unb öerftänbig ift ju fagcn: bo^ mb ba5 mu§ 
gefc^e^cnl 3Bir nwrten fo lange, ba& ic^ perfönlic^ gar uic^t me^r 
Joffe, e§ je ju erleben. SSo bleibt ba^ (^beibudj, mo bleibt bie 
»ibelüberff&ung, mo bleibt ber SJerfuc^, oon bem fc^on öor 20 
^a^ren gefproc^en murbc? 28ir fönnen nicfjt eine Setunbe me^r 
märten, unb be§i>alb Ijaben mir begonnen, o^ne nad) rec^t^ unb 
linfg ^u fragen. 2Bir öerlangen, bü& fein O^otteäbienft ein ^ilbtlatfd^ 
fein barf. fiin ©otte^bienfl barf fein (gfcräierreglcment unb fein 
Appell fein. 3ebe «nbac^t muß ettoas für fi(^, rttüaö Öefc^loffenc^, 
etma^ Scbenbigcl, eine neue Arbeit fein. 

^d) mufe ^\^ntn fagcn, mie unfet i^ubentum oulfie^t. Daii, 
mag roir ^ben, ba^ mar gebockt aU ^roöiforium. 2iie aJicnfc^en, 
bie c§ eingerichtet \^btn, ^aben gebockt, übermorgen mirb ber ^icmpet 
miebcr aufgebaut, bann teuren wir jurttcf ju bem, ma§ gut ifl. 3Bir 
aber l^abm bai ^rooiforium oeremigt, mir ^abcn ein (Stfa^jubentum 
tjcfcfjaffcn (Se^r gut!). SBit ^aben nic^t ben S^ut, jum ^ubentum 
einjufe^ren, cö aufjufuc^cn, cl ju fc^affcn, c* ju fc^öpfcn. SSaä 
mir ^ben muffen, bc^ moUcn mir tjoben uifb boDon gc^en mir 
nic^t ab, unb barum ^itft c« un^ garnic^tä, livcnn wir im Sheife 
ber ÖkfinnungSgenoffen nur ft^öne, gute, geeignete, logifc^c, angc» 
ne^mc SBorte fin&en, mcnn nai^^cr bie (Scmeinbcpolitit gegen unl 
auffällt, unb jmar bc^^alb, mcil auc^ bie Siberaten unö oft genug 
im Sti^ laifen (Se^t richtig!). Selbfl ba, wo bie liberale Waforität 
ifl ober nod) ift ober mo fie lange mar, i^btn bie giberalcn bie 
äa^re unb ^a^tjc^nte nic^t aulgenugt, um ba^ gu leiflen, maä 
^tU gelciflet werben follen (»eifall: fc^r richtig!). 

^ möchte feinen »ormutf gegen irgenbwcn auäfpiec^en, obet ic^ 
fage S^nen, Pon bet Äunfl bei 2)iplomatifieren^ ^bcn mx nun genug. 



2Bir rooücii ba» Sergangene ocrgcffcn fein laffen, wir wollen aber 
arbeiten unb bitten Sic um ^f^xt ttntcrftü^ung. 3c^ bin wo^l ber 
^Infif^t, bc^ bac' O^bet für ben Ginjclnen bo fein fann, aber bet 
a)tann, bet ba« O^ebet ober oie 2lnba(^t leitet, mufe einen Slidt in 
ferne (Skmeinbe tun tönncnu Sie mu^ ftcilid^ ju i^m geböten, 
feine ÖkmeinfctKift fein, unb | bann mu§ et mit il^t beten unb tebcn, 
ptebtgen; bal, ma§^ in i^rem jpctjcn ifl, mal fie fclbft nid^t au^fpred^en 
fann, baö mufe er finben, fii> mu& er fie crlöfen, fie befreien, ^d) 
füge ^^"C'i ttlfo nur nocö eiincs: SBci^^cit^tonfeft, ganj gleidE) wo^cr, 
^ilft unl nid^. Sir müfferj ju bem Einfachen, ^u bem Sinfai^ftcn 
^urücftcbren, nwnn wir bie '^Unid^cn, bie ju ucuuunbncunjig .^punbert^ 
fteln UU'? fc^on entfrembet worben finD, nocb beute traben wollen, 
unb e'3 finb un^? fctjon bie Sege gewiefcn. :^d} will bi^r an eint 
^ranffurtcr JRcminifjcnj antirüpfcn, bcnn C:^ tann feine Serfammlung 
bier flattfinben, o^ne ba§ be» Defteren über 9tbrabam (feiger ge- 
fprod^n Wieb. 9lbra^am (iJeiger war einmal fo weit, ba^ er ernft= 
lieb bamit rang, oh bicfe ?lrt', ba« ^ubentum tünftlic^ ju fonferoieten, 
fortgcfej^t werben tonnte, (gr bat fic^ allerbing« — unb ba^ liegt an 
feiner ganzen ßntwidlung unb an ben Scftwierigfcitcn, bie er 
gebübt bat, baju bewegen Jaffen, ^u rcfignieren. "^tber ^eute, wo 
wir in ber 9lepolution ber iKcöolutioncn fteien, finb wir nid^t me^r 
gewillt, abjuwarten. So n ic bet Dpfettult be^ Zempd^ in ben 
OVebettult geänbert würbe, ),^ muffen wir Jb^utc, um bie 3Äenfc^en 
ju erwärmen, einen propbetifd^cn Xon unb (^eift in ben öotte^ 
bienft bringen. Unb noc^ ci.nl — ba« barf id) 3^"cn nic^t unter* 
fdjlagen — wir muffen ben obfolut f^mbolormen ©otte^bienfl um=» 
änbcrn in einen fijmbolrcicfteh, in einen Pon Sinnbilbcrn erglü^nben 
unb erfüllten öJottelbienft, ber ^ebern, ber noc^ "3tugen unb Dl^rcn 
bat, jur ©rbouung unb jut feelifdben Sefriebigung gereirf)t. 

Söenn e^ fo werben foll unb Sie c« Detfuct|cn wollen, nacfj* 
bem Sie übet ben öyottclbienft meiblic^ geflagt ^ben, bann 
mad)en Sie e» boc^ nac^ ber *yietbobe, bafe Sie einen ^iuflenbgottelbienfl 
für Grwac^fene einfübren. iSeben Sie if)nen ba« Ginfac^fle, wa^ 
jeber 3Renfci^ pcrftc^t, unb oenfen Sic getroft baran, ba$ ber liebe 
öott nic^t nur ipebräifc^ »eijfle^t, Sd)euen Sie fic^ nic^t, rcben Sic, 
wie man auc^ fonft fagt, bcutfc^ mit ben 2Äenfc^en, bann werben Sic 
einen Segen unb einen ®eminn Ibabcn. 'Jiarum wollen wir ben 
29p ber ^\x>an^4Qemnnbt nid^t perewigen. 2Bir wollen uns nit^t 
berul^igen beim ©rfa^jubentum, fonbern loir wollen — jcbcr an feiner 
Stelle ~ unb ba« forbcrc ic^, in jebem Ort, im graben unb im 
fleincn, petfuc^cn, eine jübifc^e ®cmcinfc^aft ju fc^affen, wie ba^ 
im 9?orbcn Serlin« gefc^e^en ift, wir wollen eine jübifcbe ÖJcmein«' 
fdjaft fc^affen, ba« liberale S"^^"*""^- (Sang an^altenber, Iebl)after 
Seifall.) 

(£rna 2>it]ä^tl {^tant\üti a. 9R.): 

diu 9)icnfd}, ber felbft nod} im SBerben unb Suchen ift, bittet um 
yjücöfidbt, menn bicfe« SBerben unb Suctjen f^ier nur unflar nac^ Slu«- 
bruct ringt. 9Iuc^ ic^ bin im öer^n liberal, aber id) octmiffe bei 
unferem liberalen ^ubentum ben Slict auf ba« Öionjc, bie Siebe jum 
Ökinjen unb jur Xtabition, bie boc& auc^ in un« lebt. 38it wollen jwat 
nid)t ott^obof fein in bem Sinne, büfe wit bü« ?llte gebonfcnlos f)in^ 
nehmen, nut weil cö un« überliefert ift. ^3lbet Pielleic^t täten wir beffet 
baran, anflatt ju reformieren unb umjugeftalten, un« intcnfioer mit 
bem O^eifte unferer ^f^ncn ju befc^äftigen. ^df weife nic^t, ob bie i^uben, 
bie am Sinai geflanben finb, mirflic^ fo „primitio" gewefen finb, wie 
beute manche glauben, ob fie mirtlid^ nur ben 9Jational^®ott gefe{)en 
baben, ben öott, ben man beute nic^t mcbr feben will, ^c^ fürchte, ba^ 
wir alle, bie wir burc^ ba^ 3eitalter ber 'Mufflärung ^inburc^ ge- 
gangen finb, etwas Pon bem Serftänbni« Perloren l^abcn für bie 
Sergangenbeit unb bamit auc^ für ba«, wo« in unferem ©otte«* 
bienfl auf fie binweifl. ^c^ möchte nur ein Seifpiel erwäl)nen. 
y;n ben Üleben ift fo ^ufiL ber 2Bunf(^ gcöufectt motben, au« bem 
(iJottc«bienft folle all bo« rfitfctnt mctben, mo« freute bcjiebung«lo« 
ift. %abei ift mir fofort bdi Äernflüd unfere« ^ouptgcbete« für ben 
Serföl>nung«tag eingefallen:! bie 9lWüubo^! ^er alte Dpferbienft im 
Xcmpel ift wol^l ben mciften Pon un« fremb, wenn nid^t gar obftofeenb. 9JJir 
felbft ging e« jahrelang fo. Sir fönnen un« ^cute nur fd)Werlic^ Por- 
PdlLi, m pfrf| ing-ge Se.^ie^'^ unfer Solf batpol«, ^« c« bie blutigen 
lieröpfer imtd)te, ju' feint» t^^otT ^gcl^bf baC wcic^ tiefet viJcydm* 
ni« im Sü^neopfcr gelegen bat. Unb weil mir ba« unb fo Piel 
onbere« nit^t mel^r ju oerfiebcn Permögen, be«^atb finb mit glcid^« 
gültig, unb be«balb ge^t ein lieil unfcre« ^ublitum« am Serfö^nung«- 
tage gerabe wä^renb ber ?lwaubo^ au« ber Spnogoge, um crfl jur 
Seetenfeier miebcr ju crfd^einen. SSBäre e« niät möglich, neue 
S3kgc au fuc^en, inbem wir crfl cinmol ju ben Slltcn äurürffel^rten, 
bie mir in manc^n Finger ju pcrfle^n pcrlerntcn, unb Pon i^nen 
auf« neue lernten, bie ®i gen unb bie tleincn, unb bonn erfl, 
nod^bem wir wieber eingebrungcn finb in bie Seit ber Sätcr, un« 
neu baju jleUten? 3tber baju muffen wir bie Sprache ber Söter tennen! 
£b Wir Siberolcn mo^l bie gonje Xiefe ber Sejie^ung jum ®ött* 
lidKu erfaßt babcn, bie im ^ebräifc^en liegt, faft unüberfc^bor? 
So übcrmoltigcnb tief, fo unnac^a^mbor tlanglid^ finb bicfe Öebete 
— unb bcfonber« bie ber i^o^^m '^eiextü^t -- bafe ic^ e« al« einen 
Rammet empfänbc, ginge ouc^ nur ein Sort bicfe« uralten, bcilig«" 
©rbgut« perloren, o^ne bafe wir tcc^t botau« gefc^öpft \)aben. 

Unb fo fc^liefee iA mit ber Sitte: ?(ntnüpfen wollen wir 
an ba^ aite unb un« bamit uicbt au«einanber-, fonbern ^ufammen- 
fe^en, un« bamit wieber befreunben unb bann nadj bcflem, e^rlic^flem, 
tiebeboüftcm ^jSrüfen neue SSegc fuc^en. (Scifall.) 

9{ed)t5antpalt ^t'taüäf Stern (SecHn): 

^enn ^ier gefügt Worben ifl, ba% wir un« erft mit b:m. ^Ift^n 
üu«€inanberfe|en müßten ober oiclmebr mit bem ^2(lten sufommen^ 
fe^en müßten, fo ift baQ gaug richtig unb ganj tief empfunben. ?lber 
wir muffen un«, glaube ic^, bapor ^ten, ba^ ^2me l)oc^äul)alten, nur 
ipcU e« ült ift, unb picllcic^t ou« einem gewiffen ÖJefü^l mt^ftifc^cr 
2iebe, ba« un« allen, bie mir mit bem S'rftanbe mand}mal auc^ 
wo üuber« ftcben, i^iex unb bo überfommt, Sd)lüffe ju jic^cn. 

College ^lant, min^ W ton ben Scrljältniffcn in feiner 
(ikmcinbe gefproc^en, unb bo ift i^m fc^on gugcrufen worben: 
„Sürum lafet 5^r ©ud) ba4^ gefallen, worum bobt 3t)r (£uc^ bo« 
bi«bcr gefallen laffen?" Si«ber finb boc^ nun einmal bie fogenonnten 
örofegemcinben in ber übctwiegenbcn me\)x^\)i oon „Üiberolen" regiert 
gewefen bejw. fie l^ätten regiert werben tonnen, wenn man bop 
giJeigung unb ^äf^igf€it gebübt ^ötte. 3cb beteune, bc^ id) ou« 
innerftem iperäcn ein unbeöingter 3lnbänger ber ginbeit«gemeinbc bin, 
mie fie Suftiarat Slou oudj an bie Spi^e feiner ^:>lu«fül>rungen ge- 
ftellt ^t. 2)ie|c einbeit«9cmein£ve al« foic^c mufe natürlich ouc^ um 
ibrcr fo^iolen, um ibrer wirtfd)aftlid)en unb fonfligcn Seiftungen 
willen unbcbingt befielen bleiben. %ber wir muffen Perl)üten, büß 
bie rcligiöfen fragen, bie un^ nun wirflic^ trennen unb bie nidjt 
bnxdi ftompiomiffe gelöfl werben tonnen, burd) 9Jicbr^eit«abftimmung 
cntfd)ieben n>crben; i^rogen be« ."älultu« unb be« Unterricht«, m benen 
wir nun einmol einonber wcltonfc^oulic^ gegenüberfle^n, muffen 
bann eben n>eltanfc^auuni}«gemäö getrennt perwoltct werben, wie c« 
5. S. unter ^Jiufred)terbaitung ber einbeit«gcmeinbe in Hamburg ja 
bereit« gefd^e^en ift. Sir braudjeu nic^t gerabe bo« §omburger 
Seifpiel noc^äuo^mcn, ober e« mufe boc^ ^um minbeflcn für jebc 
3fiicf>tung möglid) fein, burc^ getrennte fouoeräne tultu«tommif]ionen 
bü« äu tun, ma« nötig ift. ^a« gilt nictjt nut für ben Siberalen, 
fonbern genou fo gut für ben (5!kfeic«trcuen. 3n Serlin l^bcn swei 
9Äänner, bie fonft nic^t gerabe fe^r miteinonber ttbereinflimmen — 
9Äori^ ?l. Soeb unb ^.^%. Stern - fid) jufommen gefegt unb 
ein Statut für bie ÄuUubtommiffionen au«gcarbeitet, über bo« geroöc 
bie innerlich Siberalen unb tikfe^c«treuen PoUfommen einig moren. 
Set ^t un« gc^inbert? 3)ie ^feubo-„£iberalen", einige Pon ben- 
jenigcn, bie ficft je^t «Kittclportci nennen, ollcrbing« ouc^ ein ober 
iWci 3ioniflen, bie nid^t xed)t wufjten, follen fie fic^ noc^^r auf bic 
liberale Seite, wo fie gern hinwollten, ober auf bic ort^obojc Seite 
fe^en. Wo fie politifc^ f^ingejogen würben, ^ber gcrobc bie SKoffe 
bct fogcnanntcn Sibetolen ^t immet «ngfl, wenn c« boron gebt, 
i^te eigenen ^beale ju petwirtlic^cn. 3c^ weife nic^t, ob e« ibncn 
fo ergangen ifl wie mir, burc^ 3ufall finb ^ier gerabe biefcnigen 
unter un« ju Sorte getommcn, bie florf reformatorifd^ eingcftelU finb, 
tcformatorifc^ im cbelftcn j Sinne be« Sorte«. 9Äan tonn jo in ^in^eU 
Reiten perfdjiebener SÜ^leinking fein, aber ba^, meine Ferren ^tobbiner, 
werben Sie bod^ woU drtanut f^aben, e« liegt eine furc^tbor crnflc 
Situation oor! Sie mcrc>en boc^ bicfet ®i«tuffion jugefle^n muffen: 



e» flingt au^ ii^x tin 9Jotf(^tei, c« ifl witflit^ ^let Mc ollerlcj^te 
Stunbe. Senn ju 3^"«" «i»i 3Rann mie 9labbinct 3)r. Solomonfh 
— Sie mctben c« bodb woffl gemettt baben - fo ou« mnctflcr ©t- 
fc^üttetung gefptoc^n i^t, bann mufe c« bod) mo^l 3cit fein, bafe 
^iet ^nb angelegt mitb. ^o mufe ic^ onbctetfeit« bcnfelbcn ^teunben, 
bic je^t fo flort noc^ Slefotm uni> banacb ftrcben, bafe bic libctaU 
Sereinigung e.iblicf^ auf i^rc eigentliche ©runbloge geftellt rocrbc, 
immer mieber fügen: Scr ift bcnn boron fdjulb, bofe mir nid>t boju 
gefommen finb? 5)od> gerabe 3^r, bie 3^r un« immer wicbct 
blofe in tünq)fe«fiellung gebrängt ^abt, unfer nur geboc^tet, wenn 
bier unb bo eine SoblPerfornmlung objuboltcn wor, un« allmäblidj 
in eine ?trt anti^ioniftifd^n lyec^ttlub umgewonbelt fe^n wolltct- 
So, meine ic^, gebt e« nun bocb ouc^ nic^t. Sir baben uns reinlich 
unb e^rlic^ mit bem ^iütionoljubentum auscinonbergefc^t, unb bo5, 
wo« beute ^•err %x. '3)icnemonn über bo» Sefen ber ,iübifd)cn 
ÖVemeinfc^oft gefogt bat, febe« einzelne Sort unterftrci^c idj. ^d^ 
wiffen wir, wo wir ftc^n. Sir finb je^t an einer gewiffen O^renjc 
üngelongt unb wollen nun auf bem ©cbiet arbeiten, mofür mir eigent* 
tic^ bü finb unb unfcre Gräfte nic^t perjcttcln (Seifüll) an 1)infle, 
bie eigentlich an onbcrcn Stellen notwenbigerwcifc gelöfl werben 
müfeten. §ier in unfetet libetalen Seteinigung muffen wix gewife, 
mcnn wit ^tüu«gefotbett wetben, obwe^ten unb unferer Uebcrjeugung 
btn nötigen 9?a^brurf pcrlcil^n, im allgemeinen aber Reifet c« ic|t: 
^Irbeiten ! 

®« ift oor^in Pon bet Sitetotut gefproc^n worben, bie man 
geben folle. Slber bie wiffcnfc^ftlid^e 5arf|literatur genügt nic^t. 
6« ift nic^t möglid^, bofe ber 'l)urc^f(^nitt«menfd^ ^ute Suchet pon 
200 unb 500 Seiten lieft. Steffen mit un«, wie id^ gcfagt ^bc, bie 
populät^teligiöfe Sitetütut, bit mit totföd^lic^ btou^en, bie febe« 
Äinb unb bie nic^t jcbct 92ic^tPotgebilbete pcrflc^t; bc^ ifl bic 
jmeite mid^tige Hufgobe, bic mir ju leiflen ^ben. Senn mir bo« 
geton ^bcn, mcrbcn mir einen gonj cr^cblid^n Schritt mcitcr fein. 
2>onn mirb bic entfe^lic^e ^iot, beten Sluffd^tei mic^ tief ctgriffen l^t, 
^offentlid^ in bet näc^ftcn Sctfommlung einem ftottcn Öefübl ber 
Sefticbi^ung unb ©tlöfung gewic^n fein. (Sebboftet ScifoU.) 

^abhintt De. 3<It(nnastt (^rantfnrt a. 9R.): 

?tud) ic^ möchte Pon einet Scl^utfümteit in bem Sinne, in bem 
fie fc^on Pon Xr. Solomonfti jurüdgewicfcn rourbe, nic^t» miffcn. 
Senn man bo« Problem „(äemcinfcbaft unb ^ubioibnum" butd^- 
benft, menn mon oll bo« ^at auf fic^ Wirten laffen, wo« beute morgen 
an unfer £>^x geflungen unb fic^ bann fragt, wie foll fic^ bo« nun 
tn ber ?Proji« ou«wirfcn, fo ift man in Serlegcnbeit, wo« nun ol« 
^orberung ober al« ßrgebni« fyerau«tommt. 9lur 3^een? Son ^bttn 
tonn bo« liberale 3"^iii""i auf bic '3)auer nic^t leben, au« I^oticn 
ollcin fc^offt mon feine Ökmeinfc^oft. "Xo« gilt öor ollem für ben 
tultu«, ber gefc^offen werben foll. 'auf ber einen Seite wirb bet 
Äultu« ber 9leformgemeinbc erflrcfat, auf ber anberen Seite ein $ban* 
toficfultu«, wit ibn bie liberale ^ugenb fid^ ic|t ftbofft. 3db 
ftel^ biefem Äultu« obfolut nic^t prinjipcll feinbfclig gegenübet. 
Ueberall, mo mir ein ftorte« religiöfc« Sollen gegenübertritt, bin 
icb immer bofür ju ^ben. ©in folc^er J^ultu« tonn ober bodb ni^t ben 
^ilnfprud) erleben, ollgemeiner Äultu« ju werben. Seic^er Äultu« 
allein tonn in ben Ö^emeinben empfohlen unb eingeführt mcrbcn? 
9Jun, wenn man bo« *|Sroblem „Ökmeinfcbaft unb ^ubioiDuum" hi^ 
JU Gnbe bur^bentt, bann tonn man meiner '^ilnfic^t noc^ nic^t ju einem 
anberen ©rgebni« tommen ol«: gröfetmöglic^c ^rei^eit ber inbioibu* 
eilen ^römmigteit unb gröfetmöglid)e Sinbung burc^ bie ^uftitu* 
tionen ber ÖVemeinfc^oft. So foll bcnn ber ®emcinf^dft«wiUe jura 
2lu«brud tommen, wenn nicbt in ben 3uftitutii)ncn ? Sor ollen 
2)ingen ift e« ber gemeinfome ®otte«bicnft ber ©emeinbc, mo fi<J> 
bie Sdcligion ^iftorif^ unb al« ökmeinfc^aft offenbart. Senn «ber 
bic @otte«bienfle bet 9lefotmgcmeinbe oöcr ber gugeubbewegunq 
allgemein mürben, mo^in mürben wir bann tommen? Sir ftünben 
nid)t me^r auf bem biftotifd^en Soben be« 3"^c"t"ni^/ "^^r flünben 
nidbt mebr ouf bem ekmeinf(^oft«boben. ^oibi)eim jelbfl i)at Pon 
bem Ö^ebetbud^ ber Steformgemeinbc gefügt, ba^ e« fic^ pom ^iftorifd^en 
^ubentum fc^r ftort entfernt i)abc; id) glaube, bofe Die Seflrcbum 
bfe fc^'- --^t^öicsin in her JRefocmacmetube beftc^cj^, fic^ bet W 
meinl^eit immer meiter ju nähern, no^ mcbr erflorten wüti 
wenn bie Setiinet ©cmeinbe pon i^rer oble^ncnben ^olitit gegcnüt 
ber 9ieformgcmeinbe obfommen würbe. §ier in 'Sronfurt o. ^. ffluv 
üuc^ urfprünglic^ ein Äultu« gefd^offen werben, wie bic 9{cformgemcinbe 
i^n l^t. 6« würbe mir Pon benen, bic bamat« oor 24 Sagten ia 
^rontfurt jufommengetommen finb, genau ba«fclbe gefogt, wo« beute 
gefogt wirb: wir wollen eine j^rorm bes ®otte«bienfte«, bie mit unfcrcn 
»)erfönlic^en Sünfc^n unb ö^ebonten übereinflimmt, einen ®ottc«* 
bienfl mie in ber aieformgemeinbe. 33ü ^bc id^ noc^ meinem Siffen 
um bie ^f^d^e be« ^ubcntum« '^ein gefogt. ^c^ babe bomol« Xogc 
unb Sod^n mit §errn ^r. «uerbüc^ gerungen, um bie ^iflorifc^c 
Struttur be« ®otte«bienfte« in ber tönigfteineiftrüfeenfpnogogc burd^= 
jufe&en, flott be« @otte«bienfte« bei 9fleformgemeinbe. ^(^ pcrfennc, 
bü« tpcife ^ert 2)r. Seemann, ba« Siecht ber gUeformgemeinbc nicbt. 
3c^ erfenne an, bofe bie omcritanifc^en ©emeinben gewife Slcc^i getan 
^ben unb aud^ bie ateformgemeinbe bet Sonboner ^uben, ibren 
tultu« fo 5u gcftülten, mie er ift. Slber wir in Xeutfc^iünb tonnen 
unb wollen nic^t ou« ber ^iftorifc^en Struttur be« Subentum« betau«. 
^et Gtfolg W mit Siecht gegeben. Unb Xt. Stuctbod^ felbft i^t c« 
mit am meiflen onertonnt. 

Ö^e^en Sic bod) einmal am ^omtippur in bie Synagoge ber 
tönigfleincrftrafee unb fe^cn Sie, wie oon 10 U^r frü^ bi« fpot 
übenb« bort eine ^nbad)t ^errfcbt, wie ic^ fie noc^ in temer &e 
mcinbe Xeutfd)lanb5 gefeben ifahe. Seben Sie, ob einen «ugenblid 
long fid) jemonb langweilt. Sorum fübtcn Sie, wenn Sie einen 
tuUu« freierer 5lrt l^ben wollen, nid^t einen (3otte«Dicnft ein nacb 
bem SRufter ber Äönigfteinerftrafee ? Seil Sb« (i^emeinben, oucb in 
ber 3eit, wo bie Siberalen in ber SRoforität gewci'en finb, nic^t 
bie Äroft oufgebroc^t baben, einen folc^.^n ©oite«bienft burc^jufc^cn! 
(Sebr rid)tig!) Xie !JKabbiner baben Sbnen in ben 9{i(^tlinicn längfl 
ba§ gefc^affcn unb gegeben, wo« beute pcrlongt worben ifl inbetrcff 
ber 5lu«3eftaltung be« ^ultu« unb be« pu«li(^en Seben«. Xie ^icbt- 
linien l^ben bie Xiagonole jwifc^en ©emeinfdjaft unb ^nbioibunm im 
einzelnen für bie "^roji« aufgcäcigt, ober Sie ^ben fie obgelebnt, 
weil Sie feine traft l^abcn ju rcligiöfen Cpfern. 

ß« ift fe^r leicht, tritit ju üben. 'Stber worum tommen Sie, 
wenn Sie fc^on einen wirtlic^ neuen unb erbcbcnbcn (>)otte«biejifl 
wollen, nic^t l^ier^cr in unfcrc tönigfteinerftrüfee-Äijnogoge, wo Sic 
bü«, wo« nac^ S^rer 9Keinung gorni^t ejifticrcn foll, PoUcnoet feben? 
Dber worum bitten Sie 5b'e Slabbiner nid>t, äbnlid^e« ju fcbaffen? 
Sdioffen Sic boc^ oor ollem S^c Sinbung on „Semon" ob unb ridjten 
Sie einen (iJo .te«bienjl ju einer 3eit ein, wo Sie tommen Tonnen. Sic 
finb c« nic^l imftanbe gemefen, nic^t in Serlin, Src«lau, töln. 
Stoffen Sie erft einmal bort bie «Wöglic^teit, unb bann wollen wir 
wieber jufammcntommen, um über biefe gtoge ju rcben. (Seifoll) 

Scmtnotobcrlcl^tcc Soltcnberg (»frll«): 

^dj will Sinnen nur einmal Qan^ turj pon ben gotie«bienflli(^en 
Seronftaltungen erjäblen, bie wir im "Soeben Serlin« feit 4 Sabren 
unter ben erfcbwcrcnbftcn Umflänben prottifcÄ burcbfüfyrcn; bcnn 
wo« ^rr Xr. Solomonfti Porl^in üu«fü^rte, ift nid^t Tbcotic, fon* 

betn ^toji«. 

Sm ^tbfl 1923 fingen wit on, ein tlcine« ^äufletn Saicn, bic 
crften V/2 Sa^te ^inburc^ fofl o^ne iebe §ilfe ber «Rabbiner, bie 
un« — mit wenigen 3lu«na^mcn, unter benen bcfonber« ^crr ^r. 
(3ott)d)an genannt fei, — PöUig ignorierten, onfong« obne jcbc 
Unterflü^ung ber ^mcinbebe^örben, jucrfl felbfl gegen ben Sibct* 
flanb monc^er engeren fjreunbe. 

Ter erfle ?Infang unferer Sgnogoge war ber ^rcitag-^tbenb* 
®otte«bicnft. 2)ie ?tnfprad^en breiten meifl Soicn — 3'le(^t«onwälte, 
§lerjte, Se^rer, Stubcntcn, Sc^riftflellcr. Son oornbetein baben mit 
mit moncbem gebrod^en, loa« bic (Semeinbcfpnogogen not^ immct 
mit fid^ fc^leppen, mcnn wit aud) bewufet flet« ouf bex biftotifd^CÄ 
Sinie geblieben finb, baben onbercrfcit« ^eue« hineingebracht. 

Sei un« gibt e« feinen wec^felnben S'mon; o^nc 9?üc!fic^t auf 
bie 3flbre«jeit beginnt eine Siertclflunbe noc^ Sc^lufe ber O^cfc^äfte 
ber (^ottc«bienfl. Sit ^ben ouc^ gebtoc^cn mit bem ^tinjip bct 
Xtennung bet ©efc^lcd^tct : 9Rann unb tJtau, SKübc^n unb jungen 
fi^n beieinonbct. Unb feine Sinric^ung bat fic^ fo bewäbrt unb 



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fo titl tüo^Uätifie 28itfung<a ge^M wie biefc. «It bie Störungen, 
übet bie — bcfonb«t^ cn bcn ^o&cn ^Jcicrtagcn — in ben ©»jnogogen 
gcHagt mitb, finb mit einem «St^lage fortgefallen. 5?a(^ 3aum 
Äi|)pur fagte «ine ^rau ju mir, ^ute Ijabe fie jura crfien 3Rol 
cin^n ttw^ren ^aum tippur DoUer «nbat^t gehabt, ben 'Slann jur 
einen, bai Äinb jur ani>crcn 8eitc. ^iefe «nfit^t ifi bei une 
jcfct allgemein. Xurc^cfü^rt ^ben »ir ferner baö ^rinji^: fein 
®otte^bienft o^nc '»2lnjprac^. 

5)a§ ift notürlid^ ein« ftarfe öelaftung bce ^rebigerö. '«ber tt»ir 
l^bcn aud> iwmit Qihtod^cr., bafe lange ^rcbigtcn geljatteu merben; 
bie !urjen 8— 12 SKinutenprebigten, bie in tnappf^cr ^orm etwa^ 
fagen, finb nacfy ben bi^^rigen ßrfa^rungen bie roirtung^öoUften 
in unferer Stjnagogc, in ber nic^t bie ^nicttcftueUcn, fonbcrn bct 
fogenannte fleine SKann in ber SJJc^rja^l ift. ^ber wir glauben, bafe 
unfere ©rfal^rung aud> ffir alle ©tjnagogen ^treffen bürfte. Xann 
'fyibcn wir gebro^en mit ber faft ju einem Unfug geworbenen ^rt be^ 
läufigen Äabbifc^agen^. 9Jlit ^Äu^na^me be? ftimmungerwecfenbcn 
5Rufeaf!abbifc^ an ben \^o)^n ^icrtagen gibt e^ in iebem Öottc^ 
bicnft nur «inen Äabbifcft, ben ber Seibtragtnben. Unb ber ift 
— mit 3lu^na^me üon Sotnibre — nic^t am ©übe gelegt, benn 
ieber ©otteöbienft foll mit einem ^oc^fü^l gcfd^loffen werben. 

3(uf alle (Skbanten unfere^ öotte^bicnftc^ tann ic^ in bcn 
iwniflen SXinuten tiid^t einge^n. «ber ben Äern mufe i(^ no(^ 
»orfü^ten: bo« ift ba§ ^rin^ip ber txrflärtten SSirfung^mög^ 
lt(if«it ber (i^ebete, ber ?Jftiöierung ber S3 e t e r 
unb ber «cwegtic^feit be^ (SJotte^bienfteö. SUcIigiöfe 
Sirfung ift unmöglich bei ber ^ülle unb Sänge ber ökbetc unb bei 
ber gewö^nli<^en 3Irt be* .^erunterfagen«. 2)e^^lb war eine ^er- 
furjung unbebingt nötig. ^2tber tein Xeil be« öotte^bienfte^ barf 
Wirlungdloö bleiben, befonber^ nic^t bie mertoollen ©ebete unb ^falmen 
aus bem Gc^ac^ari^, bie gewö^ntid^ oöllig unbeachtet oorüberge^en. 
3n wie oielen Synagogen ift benn über^upt jemanb oor ber 
X^raoorlefung im ©otte^bienfl anwefenb? ®arum nit^t oiel ^er- 
unterbrabbeln, aber ftarfe« öeröortreten ber aufgewallten Xeilc, bc^ 
fonber« ber refponforifc^en teile, an benen bie ©emeinbe aftto be- 
teiligt :;'ft. 3Bir fangen auc^ am gewöhnlichen Sabbat gleich mit 
bem e^r an, ein Sieb t)on ©abirol, ein« ber 3Äorgengebete bcbrätfc^, 
einö beutfc^, ein ^falm I^bräifcl) ober beutfc^, immer wecfjfelnb, 
^film 150 in ber euljerfc^n tompofition oom 6^r, ba^ «Rifc^ma« 
in ber Uebertragung oon ^ranj giofenswcig ufw. SK. X. u. ^., 
baS wirft ein auf bie ©emeinbe, wenn fie biefe fc^önen ©ebetc 
unb ^falmen unb Sieber fennen lernt, bie fonft oöllig oerloren 
ftc^n. 

Unb nun bas 3tüeite: bk X^oraoorlejung. 

2kirin finb wir ben SBeg gegangen, bm <|Srof. ßlbogen empfiehlt. 
SBenn wir auc^ in ber fpauptfac^e bit JRei^nfolge ber SBoc^en- 
übfc^nitte beibe^lten, fo lefen wir boc^ nur bie Stellen, bte wirfli^ 
wcrtooll finb. ^2lm «benb wirb ein ^lu^jug barau^ oertefen, bamit 
bie »eter erfai^ren, welchen ©runbgebanfen ber näc^fte log bat. 
S)iefe SSorlefung bilbet gewiffcrmafeen bie Einleitung ju ber tMiraui 
folgenben ^rebigtanfpracfye. S3ei ber Il»oraoorlefung am «ormittag 
J^ben wir ein anbcre^ ^rinjip aU bti ber oor^in erwähnten 9{e|onn- 
aemcinbe. «on bem trabitioncllen „Aufrufen" finb wir nic^t ab- 
öegongen, weil möglid^fl öielc Scute attio am (S^otte^bienft ^u be- 
teiligen finb. 3Bir t>erfuc^u - aber es gelingt naturhc^ nicjt 
immer — , lya^ ieber feinen ^bfc^nitt aus bem Sefer felbft lieft. 
35or ber l^braifc^en SSorlefung wirb — unb sn>ar meift au^ Saien^ 
munbe — ber ganje, nac^^cr im Xrop ju lefeube ?Jbfc^nitt beutfc^ 
porgetragen, unb biefe Einrichtung ^ot bie leb^aftcfte ^Änteilnabme 
besi ^ublifumiS erwedt. 

G^raftcriftifc^ für unfern ®otte^bienfi ift britten« ba^ ^rmäip 
ber »eweglic^fcit: SBeber in ber Stu^UHi^l noc^ in ber ^orni gibt 
«g tixK Stereotgpierung, in^befonberc beg beutfc^en ©ebete^. C^ ift 
feine leichte ^Arbeit für t>en ^rebiger, iebe^mal bie Qkbctt, ^^Jialmen, 
bie «orlefung, bie ^rop^tenftücle auf« neue ausgufudjen unb ju 
aeflalten. Unb biefe Arbeit wirb befonber^ fc^Wer burc^ bie ^orbe- 
nng, ba& jeöfr (iJotte^bicnft, befon>>er« ber Wichtige ^benbgottes- 
wnft, eint gcifttge Qin]^cit bifbcn unb i-ine bcflimmto ^Öcc Oer-* 

>T|>crn muß. ^" ' 

SBir begnügen uns aber nic^t mit bem Sabbat* unb ^jefttag«* 
öotte^bienft, fonbern fuc^en, tuo fic^ bie eklcgenbeit auc^ an anbern 
Sagen bietet, tcligiöfe« ^ntereffe unb religiöfeS ©cfü^l ju wetfen. 
hierbei fuc^n wir alte^ religiöfe« @ut neu ju beleben, inbem wir 
bie alten (formen wanbeln naä^ ben »ebürfniffen ber Oiegenwart. 
©0 ^ben wir ben 1. ©elic^uStag, ber flet^ auf Sonntag fällt, 
neu wieber eingeführt unb ju einem ftimmung^oollen ©otteöbicnft 
öuSgeftaltet, ebenfo einen SSorbereitung^gotte^bienfl auf ^efeac^ (am 
9leumonb beä ^iffan, ber auf Sonntag fiel), einen Xifc^o^b'aw- 
^benbgotteöbienfl, eine ßanufta^aRorgenfeier an einem E^nufta^Sonn 
tag, Sutfofeiern für bie 3ugenb, alle« SScranflaitungen, bie in bie 
arbeitsfreien ©tunben oerlegt werben unb oon er^blii^er 38ir- 
tung finb. 

3)ie S^wierigfeiten waren unb finb nic^t gering, nic^t blofe 
bie S3ef£^ffung ber SRittel, bie in unfcrm armen 9i?orben nic^t leicht 
§u löfen ifl, fonbern oor allem bie §tufgabe, 3Renfc^en, benen 
»eten nic^t rituptlc ^ßflid^t ift, für rcligiöfeS 2thtn §u intereffieren. 
Slber erfolg ' jflet ftber bie SÄü^e. «iele, benen baS ^ubentum 
ftü^r nur eine Sac^ ber (grinncrung für 3—4 Xagc beö So^reS 
war, finb für tebenbige «rbcit an ber »Jcligion wiebergewonnen 

worben. 

Unb bas atl€'3 fann man im SÜa^men ber ein^citSgcmcinbe, bie 
i^ — ßteic^ ^rrn Suftijrat Slau — perteibige, burc^jübren, wenn 
bie ^nitiatipe ba ifl. Wenn wir unS nic^t fümmer» um (SJcfc^rei 
berer, bte in jebcr SSknblung eine ^erftörung be» ^ubentums 
fe^cn, benen bie Betonung beö liberalen StanbpunttcS auc^ nac^ 
au&en ^n ber Stufang eines Sc^iSmaS ifl. Einheit unb tjriebeu 
auf Soften unfereS religiöfcn 5&eDürfnif)eS lel^ne ic^ ab, unb ic^ 
benfe anberS als ber ^cäfcS einer fe^r bebcutenben aufeerbeutfc^en 
(Skmeinbe, ber einmal ju mir gefugt ^at: „SSei unS fennt man 
folc^ ^rtcifompfe nic^t, obwohl wir auc^ alle «portcien t)abcn!" 
?IIS Wir aber auf bie Äultuseinric^tungen ju fprec^en famen, geftanb 
er: „9?atürli£^ ^aben wir ben alten J^ultuS." Unb er fügte 
^inju: „^d) bete natürlich Weber bomme mablifin noc^ i'fum purfon, 
unb was bie anbern beten, ge^t mic^ nichts an." 

?Iuf biefem 2äegc ^rieben $u polten, ift freiließ fein .^unflftücf; 
aber für fold)cn ^ricDcn, folcfje Einheit baute ic^. (Starler Beifall.) 

^anl ea^watiWltf (^canffuri a. SR.): 

3wei gunj befonberS erfreuliche ®inge muffen wir jüngeren 
<iuS ber gütigen Xagung mitnehmen, unb a^^o^ erftcnS bie 3"^^^^^ 
ber adeferate unb ber ^iSfuffion, unb jwcitcnS bie «egeifterung. 
SBir finb erflauntf Eigentlich ifl bie Segciflcrung tin gaftum, baS 
Wir Augenblicken immer me^r ober minber für unS allein in %n=' 
\pxnd) nehmen, äöir ^ugcnblicben fiitifieren lieber ün SSerfamni" 
lungern ber kelteren, als ba| wir 3ugeflänbniffe matten, ^ber ic^ 
muf e^rlid^ gefielen, cS ifl eine Segciflerung in biefer SSerfammlung, 
bie uns jungen nur porbitblic^ fein fann. ?lllc »tejormen im 
©otteSbienfl nü&en nichts, wenn bie Sfleform im Unterric^tswefen 
nicf)t flattfinbet. (Se^r richtig!) 3^^ ^^^^ 3^ncn einmal erja^len, 
wie ic^ als 3ube craogen worben bin. 3«^ «^^ t" <=^"" d^rifllic^en 
^iefigcn Stealfc^ulc nnb ^attc 3letigionöunterric^t, jweimol in ber 
aSBoc^. Es war bieS ©tunben, Por benen eS mir immer om meiflen 
gegraut ^t. S8ir Ratten einen ort^obojen Se^rcr — ic^ fam auS 
aiemlic^ inbifferentera ^aufe — , ber unS «ßfalmen auSWcnbig lernen 
tiefe, auf bereu Sn^lt er weniger pfijc^otogifc^ einging, wenn Wir 
fie nur auSwenbig ^crfogen tonnten. Unb wo bie »rücfc gewefen 
ifl jwifc^cn meinem gütigen ^ubentum unb bem bamalS inbiffe* 
reuten Subentum? ^ie liegt in ber SriegSscit unb in ber ^d)- 
friegSjcit, bet 3ugenbbewcgung. 3c^ ^tte baS Vergnügen, 
por ctt. 14 Xagcn ein SRcferat \)on ^r. 5)ienemann über «eu- 
artigfeit ber jübifc^en (Skfcljic^tSlcrnung ju ^ren. 3(^ fann eS 
l^ier notürlic^ nid^t ganj wieber^olcn, obgleich eS gut wäre. 3lber 
eS mufe ber liberalen Bereinigung fe^r anS §crj gelegt werben, unbe^ 
bingt eine SZeuorganifation beS Unterrid^tSwefenS oorjune^men, bomit 
ber 9?aciwu(^S, ber nici^t jum öotteSbienfl l^rougejoflcn werben 
f<inn, «nS er^lten bleibt; eä mu§ P»n Ö^unb auf Sujl unb Siebe 
jum Suöentum gefleben werben. 



9flabbiner Dr. Seligmann ^t unfein „©otteSbienfl" erwähnt. 
Diefer «uSbrucf ifl an unb ffir fi(^ falfd^ gewogt, ba bie ^eicr- 
ftunben, wie fie bie ^ugeubgemeinfc^afteii \^bcn wollen, nic^t boS- 
felbe finb wie ber ftultuS, beu bie gro&e/n Oyemeinben ^ben. Denn 
bie «rt unb SScife, wie iunge ^Rcnfc^enj fefet ^cierflunben ab^lten, 
i^ eigentlich etwas ganj anbereS. E« ift ^cu .ftunbe, ErbauungSflunbe, 
wenn bit jungen 2Äenfc^en fir^ cn ben ^Äbenbflunben beS ?llltag^ 
^infe^en unb gemeinsam ju i^rem Q^ott beten wollen. DaS fe^lt 
leiber in unferem großen öotteSbienfl: bte Sinbung Pon 9Kenfc^ 
ju 3Wenfc^. Ob wir bort baS ie bcfon^imen fönnen, bezweifle ic^. 
Unb beS^lb apt>elliercn wir an bte ^?orftanb?mitglieber unb ®e* 
meinbeoertrcter: »lachen Sic unS mit biefem ©otteSbienfl feine 
Sc^wietigfeiten; wir wollen nur etiuuS föt ba-5 ^ubcntum. ES ift 
fein tonfurrenjunterne^men für ben (VJemeinbegotteSbienft, eS ifl 
etwas ganj 9?eueS. SBir jie^n oon vS^^em WotteSbienft niemanb 
fort, fonbern wir jieben alS eine UebergangSftation auS inbiffe- 
reuten greifen iunge <menfc^en juni großen ©ottcSbienfl (»raoo!), 
unb barum fei ganj offen Por ber ^lanffurter (SJemcinbePertretung 
unb oor bem Sl)nagogcnoorftanb gefagt: Saffen Sie alle Schwierig* 
feiten, bie Sie unS biS^r in ben 2öeg gelegt baben, fallen, nic^t 
nur fallen, fonbern unterftü^n Sie unS, inbem Sie unS ben Saal 
jur Skrfügung ftcllen unb inbem Sie aud^ immer wicber tommen. 

(Beifall.) 

5?obbwet Dt. ©oHji^» (StoHtfurt a. 3«.): 

Es wäre wirflid^ fc^be, wenn burc^ bie Erörterung ber Einjel^ 
^iten unb praftifc^n Dinge baS erfle 3fleferat bon ^cut frü§ foft 
ganj unter ben Xifc^ fiele. 3c^ will efwaS ^rauSgreifen, waS am 
meiften nac^ meinem ®efü^l feftge^altcn; ju werben oerbicnt: „SBer 
am tiefften Perbunben ift, barf am ftjeiflen fein." 3c^ fage baS 
nid^t, weil ic^ nun baS SBort „freifldn" ausmalen will, fonbern 
twit ber Sa^ ebenfo richtig ift, wenn man fagt: wer riit bem 
Äubentum oerbunbcn ift ober bleiben will, barf frei fein. 
DaS mufe auSgefproc^en werben, weil bann fein SJorwurf mel^r 
gegen irgenbn>en erhoben werben fani|, ber nac^ 'tRtnem greift. 
2Ber mit bem ^ubentum oerbunben ticiben will, ^t ein Sflec^t, 
frei ju fein; bamit fängt eS an, bamif ^ört eS auf, bamit allein 
fommen wir weiter. 

3db glaube nämlic^, bafe alle 3lr^it, bie ju leiflcn ifl, nur 
unter einem größeren ©cfic^tSpunft ju leiften ift: wir muffen auf 
Piel weitere Äreife ju Wirten fuc^en unb immer neue 3Jlenfc^en 
beranjie^n. DaS wirb aber nur gelingen, wenn wir in Sonfcquenj 
unfereS SafreS l^inauSrufen : wer religiös f ü ^ 1 1 unb 3"i>« f«i" 
will, foll tommen. DaS ift nic^t baSfelbe, wie baS, waS Sie fonfl 
auc^ fügen. ES ift baS pielme^r tint wefentlic^e Erweiterung 
ber BafiS. 2Bir rufen bamit bie 3nbifferenten, bie fic^ oft, 
fe^r oft nur beS^alb nic^t ju unS ^ingejogen füllen, weil fie bie 
grofee BafiS oermiffen; weil fie nic^t baS (Sefü^l ^aben, bu 
ge^rft and^ ba^in, mon wirb bic^ a u c^ ^ören, felbft wenn 
bu nur befennfl: ic^ füble religiös, unb nun fragt mic^ weiter 
nichts. 3c^ will 3ube fein, aber o^ne iebeS „Dpfer beS 3n' 
telleftS". ES werben baS meift auc^ biefelben fein, bereu religiöfeS 
»ebürfniS unbefriebigt bleibt burc^ gleic^möfeig unb regelmäßig fic^ 
Wiebcr^oknben Äult, unb nur im Gegenteil fein öcuüge finbet. 
Saffen Sie mii am Sc^luffe noc^ eiueS fagen: 3c^ ^be mic^ 
gefreut über baS, waS ber oere^rte SSorfißenbe fagte: wir wollen 
enblid) aufhören mit ben Debatten über ben fübifc^cn ^Nationalismus. 
— 2Bir fönnen auc^ bamit aufhören, wenn !jir unS auf ben 
Stan&puntt ftellen: freier fte^t SSa^r^cit gegen SSa^r^eit! SSir loben 
unfere unb fie loben il^rc! Sie erleben unS nic^t innerlich wib Wir 
fie nic^t. ES gibt ni^tS anbereS alSlSc^en, Dulben, Sebenlaffen 
unb ieber unbeirrt feinen 3Beg gr^n. (3uflimmung.) So ge* 
fe^en, fönnen wir bie Debatte fc^lie^n — aber boc^ wieber in- 
fofern nic^t, als wir baS neue religiöi^i Seben, wie eS auf e r w e i = 
t e r t e r 33 a f i S erbaut toerben foll, brouc^en als unfere SWoffen- 
betuegung gegenüber ber aKaffenbewegung ber anberen! Sie fagen 
mit Siecht: Wüi ^ben wir benn? S3aS tonnen wir ber 3u9«»i.^ 
benn bieten? .S^Jun wir l^bcn tbtn baS, wooon Wir leben, wir 
^abin unfere 9tcligiofität. ?lber freiließ, wir H^en fie auc^ nur 
bann, fie wirb nur fo bei unS fünftig Wirten, wie etwa ^aläftina 
bott bei beu anbereu, tocnn fie cir^ äü a f f c n b e w e g u n g ift, 
bie SÄaffcn wirflic^ aufrüttelt unb )>adt, wenn e!waS «ßeueS 
l^ineingeworfen wirb, wenn gefagt wirb o^ne 3öubern unb ol^nc 
3agen: ^i^x ^nnqtn fommt, unb wir freuen unS mit eud^, i^r 
Sllten, tommt, wenn i^r jugenblic^ feib! SBenn fo burd^ gang 
Dcutfc^lanb oon biefer SSereinigung auS wirtlit^ eine Bewegung ent-» 
fad^t wirb, loenu eS fic^ rül^rt in ben ©ruppen unb Stäbten, bann 
wirb baS eine S5ewegung fein, mit bei: wir unS fe^n taffcn fönnen 
oor anberen. ■ 

Sßir l^ben ie^t in Deutfd^lanö e-ne Bewegung, an ber fogar 
alle beteiligt finb: 3urücf jur Scholle"! @ut unb fc^ön — aber 
nic^t genug. 2Bir brauchen auc^ etioaS ^nneilidit^. SBir 
muffen aucö jurücf gur f e e 1 i f t^ e n Scbolle! (Beifall.) 

(6d)Iu^ in htt 2. Setiage.) 

Berirf)(igung 

©et öent in t>er vorigen ^Zummet abgebrurften QkntxaU 
referal üon Xr. ^ienemann über „(SJemcinf^^aft unb S^i^^* 
öibuum" finb bit fotgenbtn 'S^rucffel^Ier jn berichtigen: 3n 
(BpaUt 2 SWüte ^ei§l eg ftott „9ÄaB" — ,,3«ufe". Sn 
(Spotte 3 barf e^ ni^t feigen: „man fann üieUeirfit bem 331ul 
nic^t ^uftimmen'', fonbern e^ l^eigt: „man fann üiellcic^l 
bem «tut nid)t entrinnen", ^n (5:paltc 4 SOlüte ftatt „aber 
barum" — „thm barum". 



* :: 



2(us ben 6cmeinben 



* :: 



^plcrbcrf. (E i n w e il^ u n g eines neuen B e t f a a l e S.) 
Ein beionb-ereS Ereignis für unfere (i^emeinbe war bie oor einiger 
3«it ftattgefunbene Einweisung eines neuen BetfaaleS. Dutcft große 
Opfer gelang eS, einen würbigen 3laum für btn ©otteSbicnft ju 
fc^offen, ber feine befonbcre 'iloU bwxd) einen Coen b<i faubefcl) 
oon ^bem fünftlerifd^cn unb gefc^ic^tlit^en SBert erljieU. Der JDoen 
f^a faubefc^ ift ein Stücf ^o^cn '^(ItertumSwertcS unb ift ber St)na== 
goge eine ganj befonbcre 3i^r^c. §erT ^rebiger unb Se^rer ÜKuß" 
bäum, Dortmunb, weihte ben neuen B'.4faal, wieS auf bie S^mbolit 
ber Einrid^tungen ber Synagoge ^in. Er giab ber ^i^^ube unb bem 
Dant oer «^^kmeinbe 'äuöbrucf, ba& eS möglich war, in fo ft^werer 
3eit fo würbigen 3ioum ju fc^affen 3«^ ©eelenfeier am oer* 
floffenen 3aum Äippur fanb burc^ ^exrn ^Zufebaum bie Entl^üllung 
einer (^benftafel für bie Gefallenen fceS SBelttriegeS ber ©emeinbe 
ftatt. 

Sern«. (6 0. (Geburtstag oon DSfor §eimann.) 
DStür S^imünn, ber 3ii^a^t beS befannteu Berliner ^onfeftionS* 
^oufeS 3i. m. »iaa&en, würbe am 29, Dttober 60 3al)re alt. 
Er gc^rt ju ben fü^r enben Äöpfen bcS Berliner SSirtfc^aftSlebenS. 
SIIS SD^itglieb ber S^ii^uft^if^ "ib :panbflstammer l^t er bit 3"ter 
effen ber Xejtil^ unb Beflcibung^inbirflrie wiebcr^olt tatfräftig p 
förbern oerflanbcn. Die grofee 3lrbeitSfülle, bie feine bcruflid^e Xütig* 
feit mit fic^ brad^te, l^t i^n über nie ge^inbert, and) jübifd)cn 
fragen rcgeS 3wtcreffe entgegenjubringen. Er ge^rt bem ^upt* 
oorflanb beS EentraloereinS beutfcber ptaatSbürger fübifc^en ÖJlau^ 
benS an unb t^t oud^ jübifd^^ibcrale 'Aufgaben häufig geförbcrt. 
3uner^lb feiner Branche ^at er oft .^ilfSwcrfc für jübifd&c 3^^^^^ 
pro^giert. ^^ 

»erlin. (Dr. ^bolf SBec^feljman n 6 30^1^« 1 1.) 
3lm fomnvcnben ^Rontag begebt ©anitätSrat Dr. SBec^felmann feinen 
60. ßkburtStag. Dr. 2Secl>felmann ge fort gu ben fü^renbcn ^cr^ 
fönlic^teiten im Berein jur Er^ltung f beS überlieferten 3ubentumS. 
©eiue Arbeit für baS religiöS-tonfcroati >e 3"bentum führte i^n aud^ 
jin bie aUepröfentantcnocrfammluag, be(r er bis jur legten fHäalfl 
ange^rte- aS3<nu ^vet bie religiöfeu ■^^nfic^tcn Dr. ääec^felmonnö 
Pon benen unfercr liberalen ^rcunbe hndf oft abmid^n, fo Würbe 

i 



t^m boc^ ^tS oon allen Seiten bie fJc^tunp bejcugt, bie tintm 
SÄannc, ber el>rli<^ für feine 3Beltanfc^uung eintritt, jufimimt- 
SSir wünft^n bem 3"'^it<tr noc^ ein fegcnSreic^eS Filter unb l^ffeii, 
ba§ eS i^ unb unS ^€rgönnt fein wirb, in geraeinfamen '^taqtn 
beS religiöfcn 3"^"tumS nod> oft gemeinfam ju marfc^ieren. 

Serlin. (©an. -Sflat Dr. Steintbul geflorben.) «m 
28. Dftober ftarb nac^ fc^werem Seiben im 68. SebenSjal^re SanitätSrat 
Dr. Salomon Steint^l. Der ^eimgegongene, ber ber berühmten 
^milie Steintl^l entflammt, ^at fic^ oicle 3a^rje^nte ^inburc^ nid^t 
nur ärätlid^ l^roorragenb betätigt, fonbern oor allem am jübifc^cn 
Seben Berlins wertpollcn Slntcil genommen. Er war eine 9fteil^ 
Pon 3<t'^'^ii liberaler ^räfibent ber 3"^^!^^" Ökmeinbe unb bot 
fid^ innerbalb ber Soge Bne bri§ aufeerorbentlic^e Berbienfle erworbeu- 
Die (Skbcntfeier für ben Heimgegangenen im Krematorium SBümerS^ 
borf wrfammelte eine überaus grofee 3^^! oon ^reunben unb Ber» 
c^rern unb baS ganje geiflige Berlin; bie ©ebentrcbe ^iclt Slabbiuet 
Dr. ©alomonfti. 

»erUn. (XobeSfall.) ^2(m ^xeitcQ, bcn 20. bs. SRtS., oer- 
ftarb an ben folgen einer Operation ber Se^rer SouiS ö i r f c^ b c r g , 
E^rlottenburg, einer unfercr eifrigflen 3Ritarbciter. 3m 3abre 1872 
in Eäarnrto geboren, war er am Berliner Sebrerfeminar ^örer oou 
Direttor ^oljmann. BerertS mit I91/2 3«^^«" amtierte er olS 
Seigrer an ber jübifc^en BoltSfc^ule rn öinefcn, unb perblieb bort, 
bis i1)n ber polnif<^ «ufflanb jur 5luSwanbcrung jwaug. ^nit^t 
amtierte er an ber 25. fläbtrfc^n BottSfc^ule ju E^rlottcnburg., 
^^ 30 Safere ^inburc^ ^at biefer aufrechte beutfc^ 3ubc als 
Äebrer gewirft. 3n Berlin war er ein aufecrorbentlidj tätiges 
Borfknb^mitglieb beS Siberalen BereinS; ebenfo arbeitete er eifrig 
im 6. B. mit, beffen BertrauenSmann er in ©nefcu war. DaS Bet- 
trauen feiner Sogenbrüber ^tte i^m bie 3Bürbe beS «ItmeiflerS ber 
Dbb*f^llow-Sogen übertragen. Er ^interläfet imi ^offnungSpollc 
©ö^ne, bereu ^cltefter an ^croorragenber Stelle im E. B. arbeitet, 
wä^nb ber 3üngere bie Oberprima cineS Berliner ©pmnafiumS 
befud^t. 

BerHn. (Xrauerfeier für 3uflijrat Sco Silicn- 
t^al.) 3lm t>ergangenen Sonntag fanb im SogenbauS in ber 
3oac^imSt^ler Strafe eine Xrauerfeier für 3uf*iäi^ttt Silient^l flott, 
bie ber Borftanb ber Berliner 3übifc^en (^meinbe für i^en beim^ 
gegangenen e^maligcn S^nbifuS oeranflaltcte. Die '^titi würbe 
eröffnet mit bem „Enaufc^" oon SewanbowSt^, baS ber E^r bet 
Synagoge Sü^owftrafee unter ber Scitung feincS Dirigenten SScin- 
bäum jum Bortrag brachte. ':S)i€ ökbäc^tniSreOe ^ielt &e\f. SanitätS= 
rat Dr. Stern, ber bie Berbienfle Seo Silicnt^lS um bie Ent- 
Widlung ber Berliner 3übifcben ©emeinbc fc^ilberte unb auf fein 
SBirten im Berbanb ber beutfc^en 3uben, im ^reufeifd^cn SanbcS^ 
wrbanb jübifc^er eVemeinben unb an ber Hocbfd^ule für bie SBiffen- 
fc^ft beS 3ubentumS ^iuwieS. Er fc^lofe feinen '«ac^ruf mit beit 
©ä^n: „Uuerfc^lic^ ift ber Berluft, bcn ber Xob unS jugefügt bat, 
unb alle unfere Äraft werben wir jufammennebmen muffen, um aud> 
nur notbürftig bie Sücfe auszufüllen, bie ber Heimgang eiueS fo tttt- 
oergleic^licfyen 9ÄanneS gcriffen ^t. ©ein ©cWlc^tniS wirb in unferct 
(S^cmeinbe immer fortleben. So ncl^men wir in biefer ©tunbe noc^ 
einmal Stbf^ieb oon einem auSgejeid^neten unb erleuchteten @eifl 
unb geloben, weiter ju arbeiten in feinem ©eifle, bem (Seifte beS 
griebens unb ber 3)lilbe." 'S)ie cinbrucfSoolle ^cier beenbete ber 
Bortrag einer Xrauer^mne. 

Berlin. (Bon ber freien jübifc^cn BotfS^ot^- 
fc^ule.) Der Beginn ber Borlcfung oon öcrrn Dr. Ern^ Eol^n» 
SBiener über „3übifc^e Stünftler im 19. 3a^r^unbert unb ber 
eVegenwart" ift auf Dienstag, ben 15. 'Koocmber, 8 U^r, Sijnagoge 
t5rafanenftra|e, wrlegt worben. 

Berlin. (öOiä^rigcS Befielen beS Batuc^-Äner» 
bac^^BereinS.) ?lm Sonntag, bcn 6. 9?ooember b. 3S., feiert 
ber Barucf)^3luerbadi-Berein, welcher fic^ auS ben e^maligen ^öiiin%tn 
ber Baruc^^uerbac^fc^en SBaifeu-ErsiebungSanflalten jufammenfe^, 
bie öOiäbrige ^ier feines Befle^enS. Der Betein ^t eS fic^ oou 
Einfang an ju feiner ?lufgabe gemacht, neben ber Pflege ber Qk" 
felligteit feinen ^JRitgliebern eine gegenfeitigc ^ilfe ju bieten. ^ 
Skrcin jäblt äurjeit ca. 300 aRitgltcber, ba ru^UejJgänncr 
gfrauen, bit in allen Berufen tüchtiges gclciflct^H^^ 
über i^ren ÄrciS ^inauS befannt geworben finb. SiJam^arie 
fc^ftler, fü^renbe 3uriflen, (^rofeinbuftrietle, Zierate, «r^itetten ufw. 
finb aus bem Sluerbac^'fc^cn SBaifen^uS ^ctporgcgangen unb ^abe» 
ben JRuf ber Slnflalten in alle SBelt hinausgetragen. %it 3ubiläum^ 
feier finbet am 6. 9Joocmber, nachmittags 5 U^r, in ben öcfomt- 
räumen beS BrüberpercinS, ^rfürflenflra&c, flatt. 

Tiresbe«. (6 0. (Sebut tS tag.) Det ^abrifant 3ofep^ Eo^ 
ber fic^ als langfäbrigeS 2Äitglicb beS ©emeinöerateS unb burc^ feine 
umfaffenbe Xätigfeit in ben §luSf^üffen um baS ^iefige ©emeinbc^ 
leben Dcrbicnt gemad^t ^at, feierte fürjlic^ feinen 60. Geburtstag. 

Tircsbcn. (?luS bem (Sem ein bei eben.) Die SUeibe ber 
Dom 3übi)cben 3ugenbPerein ju DreSben in biefem SSinter oeran* 
ftalteten Borträge eröffnete 3*ec^tSanwalt Salingcr, ber ein jeü- 
gefrfji'C^tlid} intereffanteS, ungemein feffclnbeS 9lcferat über „"^ie 
3ugenb in ber Ökmeinbe" gab. — 3^ SJläbc^cnl^eim ber ^raternitaS* 
Soge finbcn ab Enbe Oftober wieber \tt>tn Donnerstag ßu^ammcn^ 
fünfte flatt, ju benen namenS beS ÄomiteeS beS SKöbcbenfytimS 
f^rau Eoa Stein unb im ^luftrage beS Sc^wcflcmbuubeS ber 5^«- 
ternitoS-Soge ^rrau EillQ Seffer einlaben. 3«9l«i£^ gibt bit Scitung 
bi-t 9?eueinricl>tung oon !Käbabenben befannt. Dicfe werben \then 
ajJontag oon 20 bis 22 Ul^r m ben Erbgefdjoferäumen beS Q^c- 
meinbcamteS abge^lten. — Der com Äantor ^offlein geleitete 
neue 3ugenbd)or wirtte erftmalig an bem in ber ©emeinbc^utte 
für 3u9^'"^li<^e Dcranflalteten ^eimabenb mit. 

liresbett. (SBamung ber 23 o^l f a brtSftc Uc.) Die Pon 
9(ledf)tSanwalt Salinger geleitete SSo^Ifa^rtSftclle ber ^iefigcn @e- 
meinbe erlöst eine 3&arnung gegen bcn ^anbcl mit Siflcn, bit bie 
Säumen wo^tätiger Ökmeinbemitglicbcr entbalten. Dicfe Siften ge- 
langen oor allem auf Ba^n^öfen, in (VJoflflätten, ©peifcbäuiern unö 
an oielen fonfligeu Xreffpuntten gegen Beja^lung in Umlauf, ©ebr 
oft erbieten fic^ bit in i5f>^age tommenben ^änbler, bie angeblich 
Bebürftigen in bie Käufer ber auf ben Siflcn oerjeic^neten SBo^U 
täter 5U fül^ren. Die Söo^lfafirtSflclle ^at wieber^olt feflftellcn tonnen, 
baB burc^ biefc wilbe Bettelei Einnahmen crgielt werben, wie fie bei 
oielen regelrcd^tcn Slrbeiten nic^t ju erreichen finb. Da^r bittet bit 
Boblfa^rtSflelle erneut, an unbetannte Bedürftige unter tcinen Um- 
flänben &abcn ju verabfolgen unb oorerft Ertunbigungen cn gc* 
meinbeamtlid^r ©teile einju^lcn. 

Gtfcnai^. (3 u b i l ä u m.) Sanbrabbiner Dr. 3ofef 5Biefen ot- 
ging biefer Xage fein 25 jä^rigeS 3"t)iläum als Seclforger bct 
(^meinben beS cbemaligen ÖiroperjogtumS Soc^ien^SSeimar-Eifcnad^. 
Biele (i^ratulanten, unter benen fic^ ber ©cmeinbeoorflanb, Bertreter 
aller jübi[rf>en Organifotioncn u:\b Berbänbc unb aufecrbem audf 
jablrcid^c (ijemeinbemitglieber befanben, '{pxadftm bem 3"bilar in 
feinem ^eim bie ber^lic^ften ©lücfwünfcbc auS unb fiberreicfjtcn 
finnige E^rengefc^enfe. Der (^feierte banfte in einer Slnfpracbe 
mit bewegten SBorten für bie i^n bereiteten 9lu|merffamteiten, in 
benen er Beweife oon 3"»iei9""9 ""^ 2rreunbfd)aft crbliden fönnc. 

Elberfelb. (XobeSfall.) Der langjal^rigc 9flabbincr bet 
Stjnagogen-vl^emeinbe, Dr. 3acbariaS «uerbac^, ifl, feit 20 
3a^rcn im 9iu^eflanb lebenb, im 83. 3«^^^^ feines ScbcnS nacb 
längerem Seiben geflorben. 

J^ronffurt «. 8W. (Eine neue fonferpatioe ©ijua* 
goge?) Die ifraelitifc^e ®emeinbe, bit fc^on Por einem ^a\fxt 
00m 9flegierungSprä)ibentcn bie Erlaubnis erhielt, eine a n b e r t - 
balb SKillionen^Stnlei^e auSjugeben, beabfic^ligt mit einem 
Xeil biefeS (SVelbeS au^er bem ^Ifricb^ofSbau, über ben wir türjlidij 
beri<^tcten, auc^ eine neue Synagoge tonferoatioer 3'iic^tung er* 
ftebcn ju toffcn. 'Dtad^bem man urfprünglic^ beabfid^tigt battc, ben 
•ilSla^ neben ber i5f'^«nUurt*Soge in bct Efc^erS^imct 
Öanbflrafee aufäutaufen, ifl man neuerbings wegen Erwerbs eineS 
(SirunbftücfS in ber 9^ö^ beS ^olä^ufenparteS in Bcrl^nblungcn ein* 
getreten. Ob allcrbingS bie ©cmeinbeoerttetung bem ^rojett ju* 
ftimmen Wirb, ifl burc^uS f r a g H d^ , ba jum Xeil über SiJot« 
luenbigteit unb Sage beS ^laneS pcrfc^icbcne SRcinungcn ju regiflrie- 
tcn finb. 



V 



funnwcr. (Xobc^fdll.) %m aRittioocf), bcn 26. Cflobcr, 
}}at bk Öemeinbc einen i^rcr ^eficn ju ©robc getragen. Sicgmunb 
Äa^mann ^t ac^tj<:I)n iga^rc lang bcm aficpräientantciitoUcgium ber 
©l)na9og<'ngemeinb< angcfyört. 511» ^orftc^t bcr 9leprüjcntantcn Joor 
ti, )o fül^rtc in feiner ÖJcbcnfrcbe ber 1. S3orfteI)er ber ®emeinbc, 
.tommcrsienrat SSerliner, auö — ber red)te ^ann om wsd^tcn ^la^. 
©r jci oft ein fcfinjieriger ©egner gftwfcn, locil er immer energifc^ 
feine aJleinung unb fein e^rlic^eö SSJoUen ücrtrcten I}abc. 5lber 
mancft« fvitifdj« Situation )}ab<: er bei bfn üöcratungen im tolle* 
gium burc^ feinen golbenen iT^umor gerettet. Üanbrabbiner Xr. greunb 
Jiclt ein« ju ^erjen gc^nbc JRebe. 'J^amenö bcr 3i''nlogc U.D.^.S3. 
ipiüdt^ JRegierungsbaurat 9fiof*nfelb. Xie fiieblini^arbeit beä 33er* 
ftorbcnen galt bem 2Sol>lfabrtett)erf bcr ßionloge, bem .ftinberl^eim 
auf ^torbernet). Siegmunb Jla^mann l)atte burc^ einen SSortrag 
in b<r 3^0^109' ^or öiclen ^al^ren bcn crften "ilnfto^ jur ©rünbung 
biefer fegcn^reid)en 6inrirf)tung gegeben. (iJcfänge oon Dberfantor 
Slltcr unb Stjuagogencbor gaben ber crgreifcnbcn Jrauerfeier einen 
mürbigcn SRal^men. - ^n ber 2agc§preffe loibmct ber SBorftanb bcr 
(Setreibcbörff §annoöer feinem langjährigen 50?itglieb, bcr bos 3tmt 
cinc^ Scl)i«böri(f)ter^ bcficibete, einen nwrmcn ^Jad^ruf. 

$eib(I6er(). ^G i n c j ü b i f rfj c 39 i b l i o t ^ e f.) ^n 3it?ürbiguug 
b<r il>r obliegenben fulturellen 5Iufgaben \iat bie ifraclitift^c (ijcmeinbc 
tine jübifcfje 33ibliotf^ef begrünbct, bcren örunbftod eine 
©c^nfung ber (^amilii- <ßrofeffor 2 e f e r bilbct. 2)ic 39ibliot^t, bie 
ttJiffenfd>aftlidbe unb b<llftriftifti)c iübif(f)C SBerte oormiegenb in beutfdjer 
nnb l^bräifcf)cr Sprad^c cntljölt, loirb am ® o n n t a g , b e n 6. 9? o * 
» e m b € r b. 3 ^., o o r m i 1 1 a g » 11 U ^ r , ber öffentlicfjen 39c<' 
nu^ung übergeben tt>erben. 

Si^Mau («tctijmarf). (lob be^ Äantor 5. ^ in fug.) 
3Son ein^m fc^mcrälic^cn 3Serluft mürbe unferc öemeinbc betroffen. 
Am ©imc^ö I^ora-?Ibenb ift mitten im ^-ro^finn cine^ Scfte^/ 
ba§ bie ganje ökmeinbe oerfammelt l>a:te, ber Ä' a n t r ^i- ^ i n f u ö 
öom Schlag« getroffen roorbcn unb in berfclbcn 'üHadjt geftorben. 
dl ftanb im laiter oon 38 i^a^ren unb t)att€ tro^ feiner turjen 
SBirffamfeit oon 4 ^at^ren ficf) öiele Stjmpat^icn in (Sc^loc^au 
«rtoorben. SSon ber Stinogogc au^, loo bie 2Iufba^rung be§ ©argc^ 
fiattg€funben i^üc unb too bcr 33cäir!3rabbiner Sr. 9(iofenättJcig 
auä 6cf)ncibcmü^ bem <5ct)meräe bcr ganzen QJcmeinbe crfrf)ütternbcn 
Slu^brud t>erli<!l>, gab bie ganjc ©cmeinbc unb mit il)r öiele 33ürgcr 
ber ©tabt b^m iCcrftorbenen ba^ Ic^tc ©cleite. 

»iesbaien. (33 on bcr „D r t'' - 3lr b« i t.) Xaö aSie«babener 
SnitiatiO'-ilomitce ber „D r t"=ÖkfcUfcf>aft ))at om 22. Dftobcr in 
bcr S'Zaffau^'fioge einen SSortrcgsobenb öcranftaltet, an bem "Dr. 
SKic^el X r a u b über „9?euc (formen jübifc^cn 25Jirtfd)aftälcben^ in 
Dfteuropa" fprac^. 5Infrf^lie^nb an bcn 3Sortrag ^at fit^ ein lofateä 
Komitee bcr @efellfcf>aft „Ort" gcbilbet, beffcn Slftionä^^uifc^ufe unter 
SSorfi^ oon 3.^5K. 2K a r j ^ e i m e r bie iT^erren Xr. ^irfd), 2»r. 
Seatu^, 2)r. Sajaru^, 2)r. (jiolbfiein, 9ß. ^efe unb 5R.*3l. Sicbmann 
beigetreten finb. "Die eingeleitete ©ammelaflion l)üt bereite einen 
onfe^nlirfjen (Srfolg ju oeri;ei(^nen. 



^ettenidtnud unb 3übenfum 

Xie ftätfften, am ticjften eingreifenbcn 2Sirfungen, bie 
ba§ Qubentum im SSerlaufc feinei mc^rtaufcnbjäl)rigen Öic= 
fd^id^te erlebt unb erlitten Ijat, gingen üon § e ( ( a ^ auö. 
dint gefonberte Unterfurf)ung ber ^^ermanbtf^aft unb ber 
Unterf^iebe ^lüiiC^en ^^uböi^mu» unb ^ellcniämu» ift längft 
eine fühlbare ^^rorberung ber jübiftfien @efc^irf)t^fd)reibung. 
Unter btn je^t lebenben jübifdien ©ele^rten ift ß. &. 3JI n - 
tcfiore in Sonbon njof)i ber S3erufenfte, fic^ einer folc^en 
5lufgabe ju unterbieten. (SSor einem f)alben 3öftrl)unbert 
*^t^ ^-^fob ^erna^^, ber aber biefe ^Aufgabe nidjt untere 
S'^" "^ " iJißXt- iinjüat nicf)t nur über eine erftaunlicö 
.. mib tiefe ßenntnii? ber beiben ^ulturgebiete, 
}on .ii fein ®eift tjat bie nötige ^^ein^cit unb ©ejc^meibig- 
feit bc^ 3Serftänbniffe^ unb ber (gmpfänglid)feit, bai er bcibe 
in i^rem innerftcn SBefen begreifen unb tüie ein 3eitgcnoffe 
ber antifen 55ölfer miterleben unb mitempfinben fann, unb 
äugleic^ aU moberner SQienfc^, au^^gerüfiet mit ber ganzen 
Kultur feiner 3eit, über beiben fte^t, i^re (^renjen !ennt 
unb beibe gegeneinanber abjutüiegen üermag. — 5[Kontefiore 
ift nic^t "nur ein großer öieleljrter, fonbern ein tiefer unb 
fubtiler rcagionä-pt)ilofo|)t)i|rf)er unb reagion^-l)iftori]c^cr Gen- 
fer, !ü^n unb unerfrf)ro(!en in feineu 3been, mapod in 
feinen Urteilen. Ueberbieö ift er eine tiefreligiöfe iPcatur, bit 
bie fragen ber 9?eligion nirf)t bloß ©egcnftanb toiffenfc^aft- 
Uc^er Unterfuc^ung unb p[)ilofopl)ifcf)cr Spetulation, fonbern 
(Bad)t be» ^erjen^ unb be^ eJemiffen^ finb. ^n anbcrem 
3ufammen]^ange foll l^erfuc^t loerben, ein SBilb biefe^ Wawm^, 
feiner Seiftuugen linb feiner SSeltaufc^auung ju bieten. §ier 
foU nur auf eines feiner 33üd)cr „Siberat ^ubai^m anb 
^elleni^m anb ot^er Gffatjs" (SDJacmidian anb Somp, Sonbon) 
l^ingemiefen mcrben. 2)er ©ffat), ber bem ganzen 58aub ben 
^^amen gibt, ift ber umfangreic^ftc, bebeutfamfte unb inter- 
effüntefte. SO^ontcfiore ücrfud)i, jene in ber gried)ifci)en ^>e^ 
banfenmelt entl)altenen ctbifc^cn unb religio |C:i ißeiic ?,u- 
fammeuäufaffen, bie ben fübifc^en oermanbt ober analog 
finb unb un^ fomit oli ergänj\ungcn unb Stufen unfcrer 
etf)ifcf)^religiöfen 2e{)rcn bienen tonnen. — „®ö ift oon ^U'^ 
tereffe unb ^o^em Söerte, fogar oon pra!tifd)er 33ebcutung, 
gemiffe emige ^abr^eiten unb noble ©ebotifen, bie unö 



oon bcr ^ibcl f)er ocrtcaut finb, in einer anbcren, nirf|t 
weniger fcffcinben ^oxvn. oon gricc^ifc^en '2)en!ern au§ge=- 
brücft 5u finbcn. Xer in grie(f)ifc^e^ ®ctt)anb getleibete (^c* 
banh ftärft unb erbeut benfelben ©ebaufen, ben mir in 
]^ebräifci[)en Sorten über!i)mmen l^abcn." (Gebaute unb ^orm 
bilben eine ©in^eit. '2)ie beiben ©in^eitcn fönnen fid) nid)t 
ooUftänbig beden, aber jebe oon beiben oerftärft unb oertieft 
bie anbere. ^atürlic^ muß e^ eine SSermanbtfd)aft ^lüifc^en 
jmei SfJeil^en oon religio fen ;5been geben, bamit eine oon 
ber anberen 9Ju^en äiel)e:a fönne. Unb thcn „ber gricd^ifc^e 
religiöfc Öieban!e in mand^en feiner eblen formen unb 
^l^afen ift oom jübifc^en öJebanfen unb oon ber jübifc^en 
Se^re nic^t fo meit entfernt, baß le^tere nid^t imftanbe 
märe, gemiffe (Elemente her erfteren ^u abforbieren unb ^u 
ibrer eigenen ©rbauung unb ^Bereicherung ju affimilieren". 
@§ finb oorne^mtidi ^lato, 5lriftote(e^ unb bie ©toifer 
©eneca, 3Warcug Sluretiuo unb ©piflet, bereu ©ebanfenmelt 
SO^ontefiorc mit bcr S3ibtl unb ben ^ropl^eten in parallele 
bringt. 5lbgefe^en üon ber großen (&Qnt|efe jübifd^er unb 
grie(|ifd^er öebanfen, bk in ber oort^riftüd^en ©poc^e ftatt* 
gefunben \)at, beren ^rudit u. a. bie „Söei^^eit ®aIomoni§" 
mar, beren Srgcbniffe aber 00m (£t)riftentum übernommen 
mürben, meld^eg fid^ be^ SSerte^ ber jübifd^en Pioniere für 
feine ^tütdt bebiente — '„famen ber jübifc^e unb ber grie== 
c^ifdE)e ®ebanfe nod^ einmal gufammen in jener Gpoc^e, bie 
burc| btn großen iftameuf be§ 3[Raimonibe§ berül^mt mürbe. 
2)er (Einfluß biefe» SSerfuc^§ einer ©^ntl^efe mar enorm 
unb mir!t bi^ auf ben heutigen ZaQ nad) . . . Hber bie 
t)eutige Qcit 1}vau(i)t melir unb etma^ anbere^". „3^ ber 
abenblänbifc^en Söelt fann feine 9?eIigion ejiftieren, bk nic^t 
mit ber ^^ilofop^ie i^re '^ed)nung gemad)t i)at, unb ^^ilo= 
fop^ie im abenblänbifdjen ©inne ift eine (Schöpfung üon 
^elia^." SJiantefiore läßt eine 9lei^e üon J^^gen 9fJeüue 
paffieren, in betreff bcrcr bie großen grted^ifd^en Genfer 
fid^ mit btn ^ropl^eten 3f^öcB in merfmürbiger SG3eife be* 
gegnen. *2)a ift gunädift bie §od^fc§ä^ung ber SSernunft al^ 
iriebfraft ber retigiöfen Sntmidlung — ein ^unft, in bem 
(^riedjentum unb '^ubentum gerabe ^u bifferieren f c^ e i n e n. 
^it ^ibel üer^errlid^t bie Söei^^eit in l^o^em ®rabe, unb bxt 
9?abbinen \)ahtn im ^djtjefingebet befonbere ßutogien für 
ben ©d^öpfer unb ©penber ber SSernunft unb ber @r!enntni§ 
feftgefe^t. 58etreffenb einige ber mid)tigften ©runbfragen ber 
SebenganfdEiauung, mie bie Söertfc^ä^ung be§ irbifc^en ^a* 
feing, be^ Seben^genuffe^, betreffenb ba6 SSerf)äItni§ ber guten 
2at ju bem erhofften Qof^n, bcn SSert ber irbifc^en (Büter 
im SSergleic^ ju ben geiftigen unb feelifd^en 93efi^tümern, 
tommen bie gried^ifc^en '3)enfer, menn aud) üon anberen 
fünften au^ge^enb, ben jübifdjen ^Seifen merfmürbig nal^e; 
oft bieten fie biefelbe ^nfic^t, nur oon oerfc^iebenen ©eiten, 
unb ergänzen fic^ auf^ giüdlidjfte. — Man üerfte^t, baß bie 
mitte(a(terlid)en Quben biefe große SSermanbtfd^aft fid) nur 
fo erHären fonnten, baß fie bie gried}ifd)en 55^i(ofopl)en §u 
©d)ü(ern ber $ropl)ete ^fraet^ madjten. — 5J2ontefiore 
fagt: „SBer bie beften ^^banfen oon ^ubäa unb §el{a^ 
in fid| aufgenommen, ift für ben Sebenöfampf gut auögc* 
ruftet." ^reiüd^, „ba^ yioftbarfte unferer geiftigen 23efi^* 
tümer fommt aug i^uböa. '2)ie Seigre üon ber menfc^Iic^en 
SSerüoIIfommnung unb einem meffianifd^en S^^^^Iter ift bcn 
©riechen überhaupt faum befannt gemefen . . . ©c^madi unb 
ungleichmäßig ift bie gried^ifd^e Se^re üon ber perfönlid^en 
Unfterblid^feit. SSor allem bie Se^re üom ^immlifc^en SSater, 
ber alle^ fennt unb belje7rfcf|t mit Üthtnbtx ^ürforge, bem 
jebe SD'Zenfc^enfeetc na^en !ann, biefer X^ci§mu§ mürbe 
nie 5ur feften 2ef)re in §e(ta§ nocf) in irgenbeiner griec^ifcjien 
^l^itofop^enfc^ute. SSon allen ©toüern fommt ©eneca il^m 
i^m am iräc^ften, aber erreid^t, ftar unb leud^tenb, allgemein 
unb üerbreitet gemacht fonnte er meber burc^ bie ftoift^e 
nod^ burd^ eine anbere pbilofop^ifc^e ©c^ute merben" . . . 
„Xer liebenbe (^ott, tra..»5ebent unb bcd^ bem 5D?enfd^en 
nof)e, ber ©eifl ber Söclt, boc^ über ber SBett fc^mebenb, 
©d)öpfer unb ^reunb be^ SJienfcfien, Quelle be§ menfc^Uc^en 
(^ciftey unb ber menfc^Hc^en ©erec^tigfeit — biefer ©ott fam 
8U ung nic^t üon "ätijcn, fonbern üon g^i^uM^"^- "^^^ 
3ion ift er ausgegangen. Unb üon ^ion fließen unfcre tiefften 
Xröftungen unb unfere ftärfften ^niiitht. @» ift ber ®ott 
bc§ ^ubentumS, ber un§ in feinen 2)ienft gmingt. @r ift 
unfere Sejltung unb unfere 3i*flwc^t. (Er befeeft unb ftärft 
un§. (Er ift unfer ^ici unb unfere ^eimat. ßr ift unfere 
Hoffnung unb unfer ©tern." ^^ür bie rein m e n f dö H c^ e 
Sciit be» religiöfen 2eben§ liefert bie griec^ifc^e öJcbanfenmelt 
ebenfo üiele ©tü^en. „SBir mollen in biefem 4)eifte üormärt§^ 
fd^reiten. ^raft unb 58egeifterung fd)öpfenb in 3ltben unb 
gerufalem." — SÄan möchte münfc^en, ba% ^JJ^ontefiore bie 
angefangene Aufgabe in großem ©til ju (Enbe füf}re. — 



Mit einer anberen 5lrt üon 3it)önimenl)ang ämifd^en 
ÖJriec^cntum unb ^ubentum befaßt fid^ 9Jorman 33ent=^ 
mic^ in feiner prächtigen 5Konograp^ie „§cüeui§muS" (^^i^ 



labetp^ia. X^c ^emifii ^ublication ©eciett) of ?lmcrica\ 
%cx SSerfaffer ^ol fid^ in ber e^elebrtenmeü befonbers burd» 
fein Suc^ über «Pbilo al§ grünblic^er tenner beS jübifc^en 
5(tejanbrini^3mu§ befanntgemac^t. — „Xer Xitel be^ üor* 
liegenben 33ud^e§ follte e^er lauten .<o eti enifticigm — 
menn man bicfeS SSort prägen bürfte — ", fagt ber ^er^ 
faffer, „benn eS befaßt fic^ nic^t mit ber glän^enbcn J^ultur 
be§ ffaffifc^en öeÜag, fonbern mit beren minberroertiger 
?lu§gabe, bie ]id) trä^renb ber testen brei üorcf)rtftlict)en ^obr- 
l^unberte über bie ganje öftlic^e 28elt ausbreitete. Xa« jübi- 
fd^e '^oU in ^aläftina mie in ber XiaSpora mar in ununter« 
brod^ener S3erü^rung mit bem belleniftifc^en Ginfluß, melcbcr 
jeben ^nblid i^reS (SJebanfenlebcnS färbte." ©0 an^ieljenb 
auc^ biefe» begenerierte Griechentum auf bie Sitten mirfte, 
mußte fic^ bod^ ber befte Xeil i^reS geiftigen SSefenS bagegcn 
mehren. Xa^er ift bie (Jiefd^id^te biefer ganzen (Epoctje ein 
innerer unb äußerer fampf mit unb um ben gricc^ifdien 
Ginfluß. „SSären bie ^uben bem ^ellenentum auf beffcn 
eigenem S3oben unb in beffen 33Iütejeit begegnet, C5 märe eine 
malere Harmonie jmifd^en biefen beiben Mäö^tcn entftanben 
unb eine Kultur märe erblüht, glänjenber unb üollftänbiger, 
aU fie bie Belt je gefe^en. ^Wein bie 3Sorfel)ung l)at nid^t 
auf biefem SSege ba^ Sc^idfal ber SSölfer gelenft, unb bcr 
Hellenismus, mit bem bie 3uben pfammenprallten, mar 
auf einen fremben S3oben üerpflanst morben unb böburc^ 
begeneriert." 

93entmid^ fd^ilbert bie Gntfte^ung unb ^TuSbreitung beS 
Hellenismus infolge ber GroberungSjüge ^llejanberS beS 
(55roßen, bie langfame Degeneration ber flaffif^i?n bellenifd^en 
f ultur, beren tieffte 3nl)alte üerflac^en, fic^ oerflü^tigen unb 
beren ^oI)e ^^ilofop^ie unter bem Ginfluß ofiitif^en ?lber- 
glaubenS fid^ gerfe^t unb üerflüd^tigt, in einem p^antafiifdjen 
SKaterialiSmuS ausartet. Xie l^ol)e, üon btn gried^ifdjen 
Xenfern gelel)rte Gt^if, bie aud) in ber Heimat ja nie ^um 
Grbteil ber 50?affen gemorben mar, l)attt unter btn orien- 
talifc^en SSölfern gar feine 33ebeutung. '^ux bit äußerliche 
Seite beS gried^ifc^en SBefenS breitete fic^ auS unb bemirfte 
jene Dberfläc^enfultur ber ©räfofijrer, bie große t>le^nlic^feit 
mit ber franjöfifc^en Kultur f^at, oon ber beutjutage bie 
9iumänen unb bie Seüantiner beledt finb. ©ol^e «|gfeubo= 
fulturen überneljmen nur bie Safter, nicf|t aber bie SBor- 
güge beS Originals. 2Bie baS jübifc^e SSolf mit biefen biS= 
paraten Glementen ja^r^unbertelang gerungen ^at, inbcm 
es bie gefunben fid^ amalgamierte unb bie ungefunben auS- 
fc^ieb ober fernl)ielt; mie eS i^m gelungen ift, fein innerftcS 
SSefen unüerfe^rt 5U erhalten unb für feine 9ieligion noc^ 
^n^änger ^u merben, mie biefe 5Irbeit fpäter üon bem neu= 
entftanbenen G^riftentum burc^ meitgebenbe Äon^effionen üer= 
eitelt unb beren ^rüc^te eingel)eimft mürben, mie bann bie 
junge S^irc^e bem ^ubentum ben trieg erflärte, bas bilbct 
ben öiegenftanb beS ebenfo geiftüollen mie grünblidjen '^u^eS., 



Sn feinem S3uc^ „©tubieS in ^l)arifaiSm anb ihr 
©ofpelS", 5irft ©erieS (Gambribge. Uniücrfitt) ^reß; bietet 
3. 9Ibra§amS eine 3FkiIie ^öd)ft mertooller ©tubieii über 
bie Duellen beS neuen XeftamentS. Sübifd^e ?yorfc^er imben 
fid^ bisher üiel ju menig mit bem Urfprung beS Gbriften= 
tumS unb ber Güangelien befaßt. SJiontefiore mar bcr 
erfte, bcr üor 17 ^al^rcn einen Kommentar gu btn ftjno^ 
tifc^en Güangelien l^erauSpeaebcn, ber in Gnglanb großf 
^uffeben maii)t€, hei unS bagegcn gmar beinatie gani unb 
tannt blieb, bafür aber grünblid^ oerfannt mürbe. ^. 5Ibro 
IjamS follte ^u biefem Kommentar einen ergänjenben ^anb 
mit ©tubien über einzelne fünfte liefern. §ier ^ahen mir ben 
erften Xeil baüon. ^n 21 Kapiteln be^anbelt ber SSerfaffer 
einige ber mic^tigflen SSorftellungen unb Seigren ber (Eoan- 
gelien unb meift iJ^re Cluellen unb parallelen in ber rabbi^ 
nifc^en Siteratur nac^. SD^it allfeitigcr, grünblic^er (^jelcj^r- 
famfeit, großem ©d^arffinn unb feinem pf^d^olo gif eben 3Ser^ 
ftänbniS mirb ber (Bahhat, bie G^c unb bie ©d^eibung, bo& 
„(5irößte ©ebot", bie SSergebung üon feiten ©otteS unb beS 
Wen^d^en bargelegt. Mel^xexe neuteftamentlid^e begriffe unb- 
SSorftellungen erfahren eine neue unb merfmürbige 53cleudi' 
tung, unb mir lernen ihre rechte S3ebeutung fennen. ^^lid^t 
nur auf bie Güangelien, fonbern auf bie Se^ren ber ^Iiari- 
fäer unb bie ^erfönlid^feiten il^rer ÜKeifter fallen bebeutfamc 
Siebter. 5Ulen Sefern üon ^axnad^^ „3Sefen beS Gbriften^ 
tumS" unb ©c^ürerS „(iiefc^icf)te beS jübifc^en 5?olfeS" fei 
baS ©tubium beS üorliegenben S^udöeS marm cmpfoblen. 
— Obne apotogetifc^ ober polemifc^ fein ju mollen, bietet 
es eine mol^Ituenbe Grgänjung beS, milbc gefagt, einfeitiscn 
S3iIbeS, meld^eS biefe beiben (5Jelel)rten, aus jmeiter .^anb, 
üom p^arifäifd^en Subentum entmerfen. — 

Sinjamin ©ege(. 

Bcrbf neue IRitgUebet! 



SeWtenreihe d. Vereinigung Ld.lih. Jodentum E.V. 

Han Rr.i 

Die Grundsätze des jüdisch- 
religiösen Liberalismus 

Von Rabbiner Dr. Lewkowiti-Berlin 
Preis 0.50 Mk. 

Heft nr. 2 

Religionen 

(verg iffen) 

Httt Nr. S in zweiter Auflage die 
seil Jahren vergriffene Broschüre 

Grundlagen und Ziele des 
religiös-liberalen Judentums 

von Dr. Josepii norden-EiDerteM 
Preis 0.75 MK 

Bestellungen beim Verlag der .rJüdisch-liberale Zeitung" 
Berlin SW 48, Wilhelmstraße 147 



Verein für Feuerbestattung 
in Berlin von 1874, e. Y. 

Kostenlose Feaerbestattncflr 

Annahme W 35, Lätzowstraße 44, Telephon: 
Lützow 960-61 und Charlottenburg, Kantstr. 154 a 
Ecke Pasanenstraße, Telephon: Steinplatz 1835 



3ftacltfif(öer (Botteöbienff in Jranffurt/lll- 

gibcralcr SRttitg: 

greitag, b. 4. 11., abbs. 4.45 U^r, iic^roorttag 9labb. T.x. 6clig* 
mann. 6onnabenb, b. 5. 11., morg 9, nüct)m. 4 6abb.*2Iu5g. 
5.45. 9Bodjcngotte5btrnft: morg 7.80, nadjm. 4. 

8tjnogogc an bcr S^öntgftcittct Slragc. 

$5reitag ben 4. 11., abenbs 6.80 ^rcbigt 3labb. S)r. fiaaorus 
6onnQbcnb, b. 5. 11., morg. 9.30. 2Bod}cngottc6bienft: 
morg. 7.80 abenbs 7. 

^onfcrt?atttJcr yixin» : 

8t|itagogc am ^örnc^Ia^ 

grettag, bcn 4. 11., abenbs 4.80, Q3ortrag S)r. (Ernft 6tmon. 
6onnabenb, bcn 5. 11., grütjgottesbienft 6.45, morg. 8.15, 
nad)m. 4. eabbat^^^Iusg. 6.45. 2Bocf)engottc5bicnfl marg. 
6.35. nadjm. 4.80. 

6am5tag, bcn 5. SloDcmbcr beginnt ber. fic^rkurs bcs ^enn 
5labbiner 5)r. ^offmann^mieber. SRad) 221tnd)o: ®ie ©runb» 
lehren bes ^u^cntums mit SHoimonibcs als iieitjaben. 

Synagoge S3o(!en^dm. 

greitag, b. 4. 11., abbs. 4.25. (©ennoblenb, b. 5. 11., morg. 
8.45. ©abbat^^usgang 5,40 SDoc^engottesbicnft mrg. 6.45. 

3fracl. Äraufcn^ottö @agci uftr. 36. 

greitag, bcn 4. 11., abenbs 4 30, 6o?(xnobcnb, ben 5. 11., 
morg. 8, narf)m. 4 ll^r. 



Iliiiiiiililliiiiiiiilllliiiiiiiililiiiiiiilliilliiiiiiiililiiiiiiilllliini 

llilillililllillililliilllllililillllllliliilliilllllli 




IUI« 



Uheraier uerein lor die Angelegenheiten der jDdischen eemeinde zu Berlin L u. 



GESELLSCHÄFTSABEND 

am Sonntag, den 6. November 1927 in 
den Festsälen des Logenhauses Kleislstr. 10 

Künstlerische Leitung: 
Harry Hauptmann 

Henriette Gottlieb von der Städtischen 
Opei / Dr. Peter Bach, eigene Lieder zur 
Laute Tilii Feiner, Heitere Lieder 

Willy Rosen, der beliebteste Klavier- 
Humorist Berlins. 

Am Flügel: Kapellmeister Landecker 

von der Städtischen Oper Berlin und 

■^■^■^■^^^■^^■■^'■^■" Harry H a u p tm a n n. 

Beginn des künstlerischen Teiles pünktlich SV'j Uhr 

Stammkarte Mk. 3.—, jedes weitere Familienmitglied Mk. 2.—. Vorverkauf im 
Büro WilheLmstr. 147, I, samt). Theaterkassen von Tietz, Kadewe. Schneiders 
Hotel, Kiosterstr. 79 und an der Abendkasse. 



Ihre Mitwirkung haben zugesagt 
TOMBOLA 

BALLMU S I K 

das bekannte Jazz-Sin- 
fonie-Orchester Gar6 




»erlagt ««einigung für bai liberale 3ubcntura e. »., »etlin ©3B. 48. — 8erantttortIi<^et acfc^afteur: S)i^I.-3ng. JBiuno SB o^bo, ©ctlin K®. 23. — «Crud: ^erman« SSegner & Cp., »crlin-SKarienbotf. 

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ecLu:crei> AßT2cL£s- -jg^,^^^ ^^^ 



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Winning the Battle of Adjustment 

Taking Stock of Education 

What to Teach and What Not to Teach 
That is the Question 

Why France and Israel are Friends 
Interview with Pierre Eugene Gilbert, 
former Ambassador of France 



Marcel Franco 
Dr, Joseph B, Schechiman 



Dr. Judah Pilch 



The Gulf Between the Two Israels 
Part I: The Problem 
Part II: In Search of a Solution 

French in Israel 

Belgian Scholars Found Center for Study 
of Contemporary Jewry 

An Institution that has Molded a Generation 



Dr, Andre Chouraqui 
Col, Jehiel R. Elyachar 

Alben Siara 



Dr. Max Gottschalk 



Exodus from Algeria — A Unique Phenomenon S. G. 

Among the Friends of the Alliance — 
New York, Los Angeles, Seattle, Montreal, 
Toronto, Hamilton and Tokyo 

The Intuitive Intelligence of Early Childhood Professor E. Amado 

Levy'V alensi 



Vol. XVII. No. 37 
WINTER 



THE AMERICAN FRIENDS OF THE 
ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE 



THE ALLIANCE REVIEW 

Published by 

THE AMERICAN FRIENDS of ihe ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE, Inc. 

61 Broadway Suite 1712 New York 6, N. Y. 

Officers : 
Herbert H. Lehman, Honorary President 

Haim Toledano, Secretary 



Alan M. Stroock, 

Chairman, Bd. of Direc. 

Marcel Franco, President 

Rev. Dr. David De Sola Pool, 
Vice Chairman, Bd. of Direc. 

Jacques M. Habib, Vice President 

Peppo S. Benveniste, Vice President 



David Lubart, Assist. Secretary 

Charles N. Breyner, Treasurer 

Leon Franco, Assoc. Treasurer 

Jacob S. Knafou, Chairman Fin. Comm. 

Saadiah Cherniak, Exec. Direc. & Editor 



All opinions expressed in signed articles are those of the writers and not necessarily 
those of the American Friends of the AlUance Israelite Universelle. 



TO OUR READERS WHO PLAN TO TRAVEL ABROAD 

IF YOU ARE GOING TO FRANCE, call upon the central Office of the Alliance Israelite Universelle in Paris 
(45 Rue La Bruyere, Tel. Pigalle 75-84), and Visit the Normal School of the Alliance, the only 
institution of its kind. 

IF YOU ARE GOING TO ISRAEL, do not forget to Visit the Alliance School for Deaf Mutes in Jerusalem, the 
Agricultural College of Mikveh Israel, the Tel Aviv Lycee and the other Alliance schools in all the 
principal eitles of the country. Arrangements can be made w\Vn Elie Elmaleh, Alliance delegate 
(4, Chlomo Molkho Street, Jerusalem, Tel. 32761). 

IF YOU ARE GOING TO MOROCCO, call Ittihad Maroc (Rue Eleonore Fournier, Casablanca, Tel. 228-74). 

IN TUNISIA, see S. Temam (Rue Malta Srira, Tunis, Tel. 240684). 

IN IRAN, Visit Andre Cuenca, Director General of the Alliance schools, who will be happy to see you and 
Show you the work of rescue and rehabilitation carried on in the ghettos of this country. Mr. 
Cuenca's address is P.O.B. 553, Teheran. 

BEFORE YOU LEAVE AMERICA, consult the American Friends of the Alliance. 

61 Broadway, New York 6, N. Y. • WHitehall 4-4652 



Are you a Friend of the Alliance Israelite Universelle and its 40,000 children? 
U not, become a Friend loday. MAIL THIS COUPON TO AMERICAN 
FRIENDS OF THE A. I. U., 61 BROADWAY, NEW YORK 6, N. Y. 



I would like lo become a Friend of the Alliance. Enclosed is my check for 



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nra nr d''3"ii3 bwiiu' b:^ 



VOLUME XVII 



tRjMU^A/ 



WINTER, 1963 



No. 37 



Winning the Battle of Adjustment 



The following is based on a talk by Mr. 
Franco, President of the American Friends of 
the Alliance and Vice President of the Alli- 
ance, at the Annual Meeting of the Canadian 
Friends of the Alliance in Montreal. 

In the lü3rd year of its existence, the 
Alliance finds itself violently, and suc- 
cessfully, fighting on many fronts. It is 
fighting for adjustment to the present in 
North Africa. It is fighting for adjust- 
ment to the future in many other areas, 
especially in Israel and France; and it 
fights in defense of Jevvish rights vvher- 
ever they are threatened. 

This is a brief report of the Situation 
at the various fronts. 

The Alliance is patiently and quietly 
winning the battle of adjustment to the 
nevv realities of the independent Moslem 
countries. It has adopted practical for- 
mulas which enable it to preserve the 
Jevvish substance of the network of 
schools it has created, while aligning its 
structure to the requirements of the 



by Marcel Franco 



young nationalisms which have explod- 
ed all over that part of the world. The 
period of transition has been complex 
and frustrating. It must be said, how- 
ever, that the Alliance has received un- 
derstanding Cooperation from the high- 
est Moroccan authorities, under the 
guidance of one of the pillars on which 
the stability and security of this sensitive 
region repose, the wise, young, energetic 
ruler of Morocco, his Majesty King Has- 
san II. The Alliance is also thankful for 
the friendly attitude of the authorities 
of other countries where it founded its 
schools. 

The first Century of the Alliance was 
dedicated to defending Jewish rights 
and providing elementary education for 
Jewish children. There is every reason 
to believe that its second Century will 
be dedicated mainly to secondary edu- 
cation and, as always, defense. 



Coiicern for huniaii and Jewish rights 
was the prime inotive of the handful of 
far-sighted French Jews who founded 
the Alhance in 1860. We are confronted 
with the same task because similar — if 
not identical — dangers face Jews today, 
and the same intolerance continiies to 
disgrace the Century, aggravated this 
time by the insane civil war which di- 
vides the world. 

(Let nie add parcnthetically that if 
the foiniders of the AlUance were told 
in 1860 that one hundred years after they 
had signed their historic appeal to all 
who "despise prejudice . . . denials of 
justice, persecution" there would still be 
"prejudice" and "persecution," they 
would have considered such a prophecy 
most fantastic). 

What the Alliance has done in this 

field, what it continues to do, constitutes 

a program of cjuiet, effective action 

which rarely reaches the headlines. The 

Alliance makes no great efforts to publi- 

cize itself. It prefers results. 

• » « 

Jewish education is a fashionable sub- 
ject these days. One Jew in a himdrecl 
thousand knows something about Jewish 
education — and we meet him every day. 
Research groups and survey teams pro- 
liferate everywhere. 

It becomes more and more clear that 
if adequate Jewish education does not 
exist, Jewish life outside Israel will not 
exist, either. Many of us have finally be- 
gun to realize that what used to be a 
theoretical possibility and a figure of 
speech in ideological discussion, can be- 
come reality — a Europe and an Amer- 
ica without any significant Jewish "pres- 
cnce." 

Now, we do not want Jews to cease 
to be Jews. (One cannot say why; as 
with many basic things in life, this feel- 
ing cannot logically be either explained 
or explained away except in purely reli- 
gious terms). We are therefore happy 
to see education occupying the center 
of Jewish interest. Even though it may 



be a little late, a little confusing, and 
fairly expensive, we welcome every ef- 
fort directed toward a definition of clear 
objectives in Jewish education. As for 
the Alliance, drawing upon its own Cen- 
tury of experience, it no longer searches 

for the definition of motion; it moves. 

« « « 

As we have said before, the efforts of 
the Alliance in the educational field will, 
in the future, be concentrated mainly on 
secondary education, no longer on ele- 
mentary schools, as was the case in the 
past. 

If, in the second half of the nineteenth 
Century and the first decades of the twen- 
tieth, the Alliance created and constant- 
ly expanded its network of elementary 
schools, the reason was that there were 
no such schools available for the Jews — 
or, for that matter, the non-Jews, either 
— of the Near and Middle East and 
North Africa. Moreover, because of gen- 
eral conditions in these arcas, even an 
elementary education was enough to 
open possibilities for a productive and 
relatively decent life. 

Things have changed during the past 
few years. Now the states of the Moslem 
world have embarked on an ambitious 
program to provide elementary educa- 
tion — for the time being, a very elemen- 
tary education — for all their Citizens. 
We may therefore expect that in the 
future (not tomorrow, but probably 
within the next ten or fifteen years) it 
will no longer be necessary — or, per- 
liaps, even possible — for private groups 
to provide primary education for the 
Jewish children of these countries. One 
may foresee conditions under which the 
Alliance will limit its part in elementary 
education to providing Hebrew and reli- 
gious instruction. Val tjchi davor zc kal 
Ijcncmr. The danger of de-Judaization 
may bccome as great in the Moslem 
areas as it is elsewhere. 

We may note in passing that, in the 
field of religious education, an increas- 
ingly important role will be assigned to 
one of the finest institutions of the Alli- 

The Alliance Review 



ance, the one which is least known to 
the general public, the Hebrew Normal 
School of Casablanca. The 120 highly 
skilled Hebrew teachers who have been 
graduated from this school during the 
past few years have already succeeded 
in bringing new impetus and a new di- 
mensicm to the teaching of Jewish sub- 
jects in Morocco and Tunisia. 

The prospects for secondary and ele- 
mentary education diflPer markedly. It is 
not expected that the newly independent 
states of the Mediterranean area will be 
able to provide, in the foreseeable fu- 
ture, enough high schools, lycees and 
junior Colleges for their children. Here 
the Alliance will be able to make a sig- 
nificant contribution to the cultural de- 
velopment — and therefore to the wel- 
fare — of these countries by furnishing 
secondary education to their Jewish 
j^opulations. 

The Jewish children of today need 
secondary schools fully as much as their 
fathers needed elementary schools years 



ago. To those who know conditions in 
the Moslem areas, it is evident that ele- 
mentary education is no longer enough 
to permit the Jewish young person to 
take his rightful place in the life of his 
country. We sincerely trust that Jews in 
all these newly independent countries 
will always enjoy fully equal rights, but 
centuries-long experience has taught us 
that even under the best of conditions, 
a Jew must be prepared, from time to 
time, to overcome a little more difficulty, 
a little more resistance, than his non- 
Jewish fellow Citizen. It is the secondary 
school which may provide an extra mar- 
gin of preparation and thus spell the dif- 
ference between failure and success for 
both the Jew individually and the Jew- 
ish Community as a group. 

For quite evident reasons, the second- 
ary school is also urgently needed in 
Israel, where the govemment, which is 
faced with so many back-breaking tasks, 
is unable for the time being to satisfy 
the need. 




Universal Photo 

Seen at a recent session of the Central Committee of the Alliance Israelite Universelle (clock- 
wise from left): Rene Mayer, Vice President; Andre Goldet, Vice President and Treasurer; 
Admiral Louis Kahn, Deputy President; Professor Rene Cassin, President; Jules Braunschvig, 
Vice President; Marcel Franco, Vice President; Raymond Leven, Associate Treasurer; Gerard 
Israel, Deputy Secretary General; Eugene Weill, Secretary General; Andre Wormser, Edmond 
Maurice Levy, Jacques Eisenmann, Jean Ellisaen, Horace Halperin and Jean-Claude Aron. 



Winter, 1963 



5 



The field of secondary education is 
not new to the Alliance; the Organiza- 
tion began long ago to open post-ele- 
mentary schools in various countries. 
Now, over 20 per cent of the students 
of the Alliance network are attending 
its secondary or vocational schools. This 
is, however, only a beginning. 

The Alliance has an outstanding net- 
work of high schools in Israel. Onr pro- 
gram is in füll Operation. Our Lycee in 
Tel- Aviv, originally meant for 1,000 chil- 
dren, already has 1,300, and the size of 
its waiting list, extending far into 1965, 
is staggering. We are going to build a 
high school in Dimona, in the Negev, at 
the invitation of the municipality, whose 
President is a former student of the Alli- 
ance. We are in a stage of advanced 
planning for Beersheba. We are expand- 
ing both our Lycee in Haifa and our 
Vocational School in Jerusalem. 

In a revolutionary effort that is likely 
to have far-reaching effects, the Alliance 
is expanding its Normal School in Paris 
— an institution which has been a süperb 
Iraining center for its teachers of gen- 
eral subjects — into an Institute of High- 
er Jewish learning. This Institute is ris- 
ing in the very heart of Europe, that 
Europe which is so dangerously exposed 
to the perils of de-Judaization. 

The Alliance is now embarked on a 
project which is the best illustration of 
its capacity to adapt itself to the chang- 
ing World. For the first time in its his- 
tory, the Alliance is opening secondary 
schools in France. The student body will 
consist of refugees from Algeria. 

o * « 

For all these projects and many others 
not mentioned here, the Alliance has 
more faith than money. History proves, 
however, that for the building of tem- 
ples and schools (and for many other 
good causes), faith is the basic ingredi- 
ent. The triumph of faith is always as- 
sured — especially when one can count 
on the understanding and help of a Joint 
Distribution Committee, Conference on 



Jewish Claims, Jewish Agency for Israel, 
Canadian Jewish Congress, South Afri- 
can Jewish organizations, and, last but 
not least, the American Friends of the 
Alliance, Canadian Friends of the Alli- 
ance, and similar groups of Friends in 
many countries of Latin America, Eu- 
rope and elsewhere. 

The Alliance Israelite Universelle and 
hundreds of thousands of its former, 
present and future proteges are thankful 
to those who make its work possible. We 
are sure they will continue to provide 
the tools so that the Alliance can con- 
tinue its work. 

This work is as vital today as it was 
fifty or one hundred years ago; its im- 
portance from the point of view of gen- 
eral Jewish interest is now even greater 
than in the past, since the segments of 
Jewry helped by the Alliance are now 
playing a much more important part in 
Jewish life than they had done since the 
seventeenth Century. 



Sparks of Eternity 

Rihon kol ha-olamim. You allow men 
to serve You in an infinite variety of 
ways. Even as we assenible liere for a 
roiitine meetinif, help iis lo serve Yon. 

We ask You, Who are ihe Source of 
all nierey, lo give us the power to help 
the Alliance to alleviate the sufT'erin^ of 
rhildren, to bring joy into iheir lives, to 
give theni hope for a better future under 
Your guidance. May it be Your will to 
grant protection to these children of the 
Alliance — wherever they are — and to 
all Your children. 

Grant Your protection to the Alliance, 
which has yet so many lasks to acconi- 
plish, so many people — Your people — 
to help, so many obstades to overcome. 

And Protect us, too. Give us the vision 
to do good, and grant us the immense 
joy of feeling that, however niodest our 
work, within it tliere gleam sparks of 
eternity. 

Invocation delivered at the Annual Meeting 
of the W'omens Division of the American 
Friends. 



The AUianve Review 



Taking Stock of Education 



by Dr. Joseph B. Schechtman 



Dr. Schechtman — author of many books 
and articles on contemporary Jewish problems 
— has for many years contributed regularly to 
the Review. 

It has become fashionable in sophis- 
ticated Jewish circles to say— half jest- 
ingly and half seriously— that Jewish 
education is just like the weather: 
everybody is talking about it and nobody 
is doing anything about it. 

The first part of this witticism is 
fairly correct. There has been, indeed, 
much excited talk lately about Jewish 
education and its vital importance for 
Jewish national survival. The intrinsic 
significance of the value of this "talk" 
should not be underestimated. It is in 
itself indicative of awakening public in- 
terest and concern for this crucial "to be 
or not to be" problem of world Jewry. 
"Talk" has always been the predecessor 
and prerequisite of action: "In the be- 
ginning God created the Word". . . 

The second part of the witticism is 
only partly accurate. It is both incorrect 
and unfair to assert that "nobody is do- 
ing anything" about Jewish education. 
In fact, scores of busy hands in many 
lands are diligently doing something in 
this field, producing the impression of 
massive action and of tangible results. 
The agonizing question is only whether 
the efi^ort involved is sufficient, in both 
quantity and quality, and whether the 
achievements are reasonably commen- 
surate with our barest needs. 

Not even a remotelv satisfactorv an- 
swer to this set of pertinent questions 
was possible tili very recently. Scattered 
data on the state of Jewish education in 
individual countries were available, but 
there was no over-all, global picture on 
the basis of which a substantiated assess- 
ment, analysis and evaluation could 



have been formed. This gap is now, to a 
great extent, filled by a study, Jewish 
Education in the Diaspora, prepared for 
the recent World Conference on Jewish 
Education in Jerusalem by Uriah Zevi 
Engelman, Director of the Department 
of Research, American Association for 
Jewish Education. Whatever one may 
think of the merits and achievements of 
the Jerusalem Conference— and many 
argue that it was "mere talk"— it rendered 
a notable service by initiating this "pre- 
liminary report." It is now possible to 
begin taking stock. 

This possibility is somewhat limited 
by the report's two self-imposed topical 
limitations. One is the exclusion of the 
United States scene. It is only partly 
remedied by the attached reprint of the 
1959 Summary of Findings of American 
Association for Jewish Education, which 
is more than three years old and was 
apparently compiled along somewhat 
different lines. The other shortcoming is 
that the study deals with the Diaspora 
countries only, completely omitting 
Israelis educational system. 

With these regrettable structural omis- 
sions, Dr. Engleman's study provides an 
abundant, well organized set of facts 
and figures on Jewish education in 
Europe, Latin America, the Arabic- 
speaking countries, Iran, South Africa, 
Canada and Australia. The conclusions 
the author draws from this material are, 
however, not always in accordance with 
the data of his survey. He seems to be 
impressed and inspired by what he calls 
the "resurgence of Jewish education in 
Europe," and with the "relatively rapid 
reconstruction of Jewish education" 
there, which is attributable to the "Joint 
heroic efforts of the free European com- 



W inier, 1963 



munities." This rather rosy picture is 
hardly substantiated by bis own factual 
presentation. 

There are 163,235 children of school 
age (5-17) among the 985,404 Jews in 
fifteen European countries. Of this total, 
54,024 (33.1 per cent) are "receiving 
some kind of Jewish education." The 
qiiahty of this "some kind" is, however, 
dismally low for the overwhelming ma- 
jority (72.2 per cent) of children attend- 
ing so-called "supplementary" Jewish 
schools, where instruction falls into one 
of two categories; 

a) Rehgious instruction, provided by 
government schools one or two hours a 
week. This type of "Jewish education" 
contributes hardly anything to the "Jew- 
ishness" of the pupils. It admittedly 
"reaches large numbers of children," but 
only because "in some countries, attend- 
ance is compulsory." 

b) Supplementary schools under the 
auspices of Jewish communal organiza- 
tions, congregations, or independent as- 
sociations. These are open only when 
public schools are not in Session: on 
Sundays or Thursdays (in France), or 
in the afternoons. About one-third of 
them devote one to three hours per week 
to Jewish studies; 63.9 per cent allot four 
to five hours; and only 2.4 per cent give 
6-8 hours of Jewish instruction. 

There is, of course, the usual compla- 
cent consolation that all this is still "bet- 
ter than nothing." But it brings poor 
comfort. The study itself acknowledges 
that "the European educators and the 
American observers were dissatisfied 
with the achievements of the European 
supplementary Sunday or weekday af- 
ternoon schools" and quotes a long list 
of grievances concerning practically 
every aspect of their programming, serv- 
icing and functioning. 

More encouragement is to be found 
in the picture of full-time day schools. 
These have a combined enrollment of 
15,026, constituting 27.8 per cent of all 
the children who receive some kind of 
Jewish education. Attendance in these 



8 



Jewish day schools includes, on the av- 
erage, nine children out of every 100 of 
school age. 

Another contributing factor is that in 
at least six countries Jewish full-time 
schools have been recognized as integral 
parts of the government-financed public 
school System. 

Heavily handicapped as they are by 
a critical shortage of qualified teachers, 
the day schools are still the brightest 
Spot in the educational picture of Euro- 
pean Jewry. 

A dismaying feature is their dispro- 
portionate distribution between large 
and small Jewish communities. The 
highest percentage of day school enroll- 
ment is found in the tiny Jewish com- 
munities of Italy (82.8 per cent), Den- 
mark (73.3 per cent), Holland (51 per 
cent), and Finland (51 per cent). It is 
satisfactory in Belgium (67.6 per cent), 
with a Population of 42,000 Jews. But 
in the two largest European communi- 
ties of Europe, Great Britain with 450,- 
000 Jews and France with 350,000 ( with- 
out counting the recent immigrants from 
North Africa), the percentages are 25.3 
and 13.3 respectively. More than four- 
fifths of European Jewry live in these 
two educationally deficient countries. 

Latin American Jewry, numbering 
672,000 - in particular, the 400,000 Jews 
of Argentina, the 130,000 of Brazil and 
the 50,000 of Uruguay — has always been 
considered a bulwark of Jewishness. 
This commonly accepted image is dis- 
proved by Dr. Engelman's study. 

The level of Jewish education is con- 
siderably lower than the level in the 
European Jewish communities: while 
33.1 per cent of European Jewish chil- 
dren attend all types of Jewish schools, 
in Latin America the percentage is 26.2. 
The least favorable picture, as in Eu- 
rope, exists in the largest Jewish ag- 
glomerations: only 23.4 per cent of the 
children of school age are enrolled in 
Jewish schools in Argentina, 21.2 per 
per Cent in Brazil, and 21.7 in Uruguay. 

The Alliance Review 



Day schools are also to be found in 
significant numbers in Brazil and Boli- 
via; inadequate supplementary schools 
constitute the majority in Argentina and 
Uruguay; in still other countries (Chile 
and Costa Rica), the system is mixed. 

In contrast to the curricula adopted 
in Europe, in Latin American countries 
more hours per week are devoted to 
Jewish subjects in the supplementary 
schools than in the day schools which 
are subject to government control, super- 
vision and interference. Jewish subjects 
are rated lower academically than the 
general subjects and failure in them does 
not prevent promotion or graduation. 
Yet, comments Dr. Engelman: 

"other considerations besides that of 
imparting Jewish knowledge to the 
children motivate the Latin American 
Jewish parents to organize day 
schools; among the other considera- 
tions are the relatively low academic 
and social Status of the government 
schools, the overcrowding, and the de- 
sire of a number of Jewish parents to 
have their children study with Jewish 
schoolmates in a Jewish school en- 
vironment." 

To put it in a nutshell: day schools in 
Latin America possibly provide a pro- 
tective Jewish milieu for their pupils, 
but they impart little Jewish education 
and knowledge. 

The study's figures on Jewish popula- 
tion and education in the Arabic-speak- 
ing countries are largely outdated by re- 
cent rapid developments. There are no 
longer 130,000 Jews in Algeria: hardly 
10,000 remain, and the miniscule school 
enrollment has dwindled accordingly. 
Only some 35,000 Jews, instead of the 
55-60 thousand referred to in the study, 
are still in Tunisia — with a consequent 
decrease in school enrollments. The 
latest available figure on the Jewish pop- 
ulation in Morocco is closer to 130,000 
than to 200,000. The number of Jews in 
Egypt, reported as 13,000, does not now 
exceed 4,000 to 5,000. There are now 



almost no Jewish schools in Iraq, Yemen, 
Libya, or Egypt; a total of 1,241 chil- 
dren attend schools of the Alliance Is- 
raelite Universelle in Lebanon. It there- 
fore seems difficult to speak of "Jewish 
education in Arabic-speaking countries," 
with the sole exception of North Africa, 
where schools founded by the Alliance 
are, against heavy odds, valiantly con- 
tinuing their educational effort. 

Reports from eleven major Jewish 
communities of Iran, in which 69.8 per 
cent of the 80,000 Iranian Jews live, in- 
dicate that 83.3 per cent of the children 
of school age are enrolled in full-time 
elementary and secondary schools of the 
Alliance Israelite and Ozar Hatorah. In 
almost all schools, three or four lan- 
guages are taught: Persian, Hebrew, 
French and/or English. 

Close to 52 per cent of the total Jew- 
ish school Population in the Union of 
South Africa attend the 101 supplemen- 
tary and 10 full-time Jewish schools. 
About 70 per cent of the United Com- 
munal Fund is allotted for Jewish edu- 
cation. 

Of the 44,319 Jewish children of 
school age in six major communities of 
Canada, 42.9 per cent are enrolled in 
Jewish primary and secondary schools. 
Over one-third of them attend full-time 
schools. 

Jewish education in the United States, 
Europe, and Latin America has this fea- 
ture in common: its expansion is pri- 
marily in width, not in depth. 

The number of children attending 
Jewish schools in the United States, both 
religious and secular, grew from 240,000 
in 1949 to 410,000 in 1955-1956, to 533,- 
600 in 1958-1959, and to 600,000 in 3,500 
schools in 1961-1962. 

The intensity and quality of this wide- 
spread school network with a total year- 
ly budget of sixty million dollars are, of 
course, uneven. "Supplementary" schools 
constitute an overwhelming majority. In 
New York about one-half of all the stu- 



Winter, 1963 



dents listed attend the 455 afternoon 
schools; next in importance are the 110 
weekly courses. The programs at these 
two types of schools are hmited, and the 
amount of Jewish education they impart 
is scant. Their significance lies in the 
very fact of their existence and growth, 
and in the eagerness of the parents to 
provide their children with at least a 
touch of Yiddishkeit. 

Far more substantial Jewish educa- 
tion is offered the young generation by 
over 250 all-day schools, with an enroll- 
ment of 50,000, as against 3,000 thirty 
years ago. Of this total, about 34,500 are 
in New York. The day school provides a 
minimum of 12 to 15 hours a week of 
Hebrew instruction. 

The main problem of Jewish educa- 
tion in the United States is, as every- 
where, the shortage of teachers. At the 
Jerusalem Conference, Dean Eisig Sil- 
berschlag of the Boston Hebrew Teach- 
ers College pointed out that the Ameri- 
can Jewish Community needed a mini- 
mum of 800 new teachers last year but 
that the nine small teachers' Colleges 
graduated a total of only 150. 

The picture emerging from the above 
succinct description is admittedly a 
checkered one. It is neither all-black nor 
all-white. As this lay writer sees it, the 
central problem is not of numbers, but 
of quality. The educational effort is 
spread wide - and thin, very thin. The 
most striking deficiencies are the short- 
age of qualified teachers and the willing- 
ness of the parents to be satisfied with 
the lowest common denominator in Jew- 
ish education. It is from these two cru- 
cial angles that present conditions have 
to be attacked. 

Jewish education behind the Iron Cur- 
tain has been reduced to the barest min- 
imum. 

In Poland there were seven state 
schools in 1958, with Yiddish as the lan- 
guage of instruction and a combined en- 
rollment of 1,182. 



In Rumania, there is one Yiddish sec- 
ular school in Bucharest, with seven 
classes, 300 students, and 18 teachers. A 
few other schools enable their Jewish 
students to study Yiddish one hour a 
week; 54 part-time afternoon schools, of 
the Talmud Torah type, employ 43 
teachers. 

No data is available to indicate the 
existence of Jewish schools in Hungary, 
Czechoslovakia, or Bulgaria. 

In the first two decades of the Soviet 
regime, the government favored the 
establishment of schools with Yiddish 
as a language of instruction. During the 
1931-1933 period, some 130,000 pupils 
attended Yiddish primary and second- 
ary schools in the Soviet Union: 55 per 
Cent of all the Jewish children of school 
age in White Russia, 49 per cent in the 
Ukraine, and 8 per cent in the rest of 
the Soviet Union. 

There was little that could have been 
called Jewish in these schools. Hebrew 
was neither taught nor permitted; the 
Sabbath was not observed. All that was 
left of the thousands of years of Jewish 
history was the so-called "struggle of the 
Jewish working masses against their 
bourgeois oppressors." Violent and vul- 
gär anti-religious Propaganda flourished. 

Many Jewish parents saw little value 
in sending their children to this kind of 
state-run, allegedly Jewish school; the 
decline of these schools had begun by 
1937 and, for all practical purposes, was 
almost complete by 1940. After World 
War II, no Jewish schools were re-estab- 
lished, the Soviet government maintain- 
ing that tliere was no need and no de- 
mand for them. In May 1956, Premier 
Nikita S. Khrushchev told a delegation 
of Kreuch Socialists that even if Yiddish 
schools were established, very few Jews 
would send their children voluntarily. 
Should attendance be compulsory, he 
Said, there would "certainly be a revolt, 
for they would regard this segregation 
as a kind of ghetto." 



10 



The Allianee Review 



What To Teach and What Not To 
Teach — That Is The Question 



Dt. Pilch, former Executive Director oi the 
American Association for Jewish Education and 
now Director of the National Curriculum Re- 
search Institute of New York, is an authority 
on Problems of Jewish education. His articles 
on the subject have appeared in many Ameri- 
can periodicals, including the Allianee Review. 

In his early years, Dr. Pilch taught in an 
Allianee School in Istanbul. 

The central problem in American Jew- 
ish education, and for that matter in all 
other major centers of Jewish popula- 
tion in the Diaspora, is no longer to get 
children to attend schools, but rather to 
make their Jewish schooling meaningful 
by articulating the ideals that it imparts, 
by giving new relevance to the knowl- 
edge that it conveys, by developing dis- 
positions and pattems of conduct that 
are helpful in coping with the require- 
ments and tensions of modern living, and 
by helping to build a Jewish Community 
that more fiillv reflects Jewish spiritual- 
itv. 

In approaching the problem of rele- 
vant content for Jewish schools in the 
1960's, three problem areas stand out 
among a wealth of issues: 

1. The changed position of the Jews 
in the world since the destruction 
of European Jewry and the estab- 
lishment of the State of Israel, the 
changing conceptions of the char- 
acter and function of religious cul- 
ture in our "Age of Anxiety," and 
the effects of all of these and other 
changes on Jewish life. Should 
Jewish education take account of 
them, and, if so, how? 

2. How can today's Jewish child be 
inducted into progressively fuller 
and more complete participation 
in the common life of the all-Jew- 
ish fellowship and commum'ty, as 



by Dr. Jiidah Pilch 

well as in the particular denomi- 
nation or grouping with which he 
is affiliated? What should he know? 
What should he do? How should 
he learn it? What, if anything, can 
be done to make it less likely that 
he will drift into a Jewishness that 
has no meaning beyond the com- 
fort of sociability, that is devoid 
of intellectual content, unaware of 
the worth and promise of Jewish 
culture? 
3. What — specifically — should be 
taught, on elementary and second- 
ary levels, in the limited time avail- 
able for study, during the chilren's 
school careers? From the total cul- 
tural heritage of the Jewish peo- 
ple, what Clements can we select 
that have stood the test of time, 
that are relevant to the world as it 
has come to be, and that will serve 
as guideposts to our graduates in 
their effort to live as Jews in this 
new world? What attitudes, under- 
standings and knowledge, loyalties 
and skills should a Jew possess, 
and how can these be best trans- 
mitted in the limited number of 
years of study? 
The answers to these basic questions 
are essential to the clarification of ob- 
jectives in Jewish education. In them is 
the information needed by every Jewish 
school which aims to endow its children 
with a knowledge and appreciation of 
Jewish culture and ideals in all the di- 
verse forms of their expression. The an- 
swers need not necessarily be uniform 
since they may have to be adapted to 
the varying circumstances of the differ- 
ent sectors of the Jewish Community. 
While much research and study is 



Winter, 1963 



11 



needed to find the answers, we may at- 
tempt in the meantime to formulate two 
guiding principles for consideration by 
school authorities: 

1) There is a need to revise, modify, 
or change the present curriculum, which 
is essentially the same as in the days be- 
fore the historic events of the last quar- 
ter of a Century. Revisions ought to be 
made in relation to the curtailed time 
available for study with the view to mak- 
ing Optimum use of this insufficient time. 

2) Any revision of curricukim will 
have to be based on the principle of se- 
lection for relevance. 

A non-Jewish educator once observed 
that covering the Old Testament fully 
in a one-day religious school would take 
36 years of attendance. Jewish educa- 
tion, however, has many areas of study 
besides the Bible. How, then, can we 
teach all, or some, subject matter unless 
we select? Even in the elementary all- 
day schools, the Bible cannot be covered 
in its entirety, let alone the post-Biblical, 
medieval, and modern literatures. Even 
the maximal day-school curriculum must 
therefore be selective with respect to the 
Bible, to say nothing of the Talmud, for 
the day schools teach secular subjects as 
well. Jewish education today is only one 
phase of the education of children and 
youth. When we say that selection will 
have to be guided by considerations of 
relevance, we imply that the different 
school Systems will "select" according to 
their convictions. It is important, how- 
ever, that their programs based on selec- 
tion relate all study to present-day reali- 
ties, to the needs of children who live 
in a non-Jewish world. Some schools may 
focus on current issues and view thern 
in the perspective of the past; others may 
place more emphasis on Biblical content 
and Rabbinic thought with a view to 
giving our youth more insight into classi- 
cal Judaism and its meaning for today. 
Still others may concentrate on the areas 
of belief with a view to strengthening 
Jewish faith. Regardless of the forms of 
selection, the aim must be the attain- 



ment by most of our students of an in- 
tellectual Jewish otitlook that will en- 
able the young Jew to know what it 
means to live as a Jew today, not only 
by way of keeping alive the yesterday 
biit also of making the tomorrow better 
than yesterday and today. The study of 
the past should help to illumine the pres- 
ent and brighten the future. 

Thus, for example, the study of Bible, 
which is a common denominator in all 
diversified school Systems, calls for the 
development of criteria to guide us in 
the selection of Biblical portions (a) to 
meet the school time schedule, (b) to 
give the graduate of every type of school 
some working knowledge and apprecia- 
tion of the entire Book of Books, and 
( c ) to give the young Jew a rationale of 
Jewish life in this age in consonance with 
Biblical ideas and ideals. 

We may choose to teach these Bible 
selections in special units of instruction, 
each to constitute a fundamental Biblical 
concept, such as the Sabbath, the one- 
ness of God, compassion, social justice, 
study of Torah, festivals, Israel, man's 
relation to God and to fellow man, etc. 
Each Unit will include all verses or chap- 
ters in all of Biblical literature that are 
related to the core subject or the given 
values. If possible, the unit should also 
include some material from Talmudic 
lore. This type of selection may help de- 
velop in the student an appreciation of 
the worth of our sacred literature by fo- 
cusing his attention on the fundamental 
concepts of Judaism that stem from the 
Bible and the Talmud. 

We may choose to employ another 
method of selection which is based on 
the chronological sequence of events as 
recorded in the Bible: a Condensed Ver- 
sion of the Five Books of Moses, the 
Prophets, etc., arranged in the tradition- 
al form. Be that as it may, the purpose 
must be to give the learner a bird's eye 
view of all of the Tanach, its impact on 
Western thought and its significance in 
this age of confusion and perplexity. 
This method, too, deviates from the pres- 



12 



The Allianee Review 



ent practice, where the youth are ex- 
posed to the contents of only one or two 
or even three books of the Pentateuch 
and leave school with a smattering of 
knowledge of the very essence of Jewish 
learning. Should not a graduate of a 
school know something about the pro- 
found prophetic message, the poetry and 
beauty of the Psalms and the wisdom of 
Proverbs and Ecclesiastes? The same 
holds true with respect to Talmud and 
Mishnah. Instead of teaching the tract- 
ate Brachot, Betzah or Gittin (assuming 
that the knowledge of these books makes 
for cultural enrichment) and devoting 
all available time to the study of texts 
of only one or two portions of the Tal- 
mud, should we not rather teach selec- 
tions from all other tractates and thus 
insure that our youngsters become im- 
pressed with the great gems of Talmudic 
literature which are meaningful in the 
socio-cultural context of today? Hence 
the assumption that we need not teach 
everything that was taught in the Heder 
or the Talmud Torah in yesteryear. We 
need not teach, for example, the priestly 
code or all that pertains to the ancient 
sacrificial code, or all the laws of purity 
and impurity, etc. that are to be foimd 
in both the Bible and the Talmud. It 
goes without saying that this assumption 
does not relate to those few schools in 
the Diaspora which are blessed with 
maximum time and can afford to uphold 
the old traditions, or to those schools 
whose programs are designed for the 
training of rabbis or other religious func- 
tionaries. It simply means that in the 
majority of cases we deal with schools 
whose aggregate hours of Jewish study 
total about 200 to 300 a year over a pe- 
riod of five, six, or seven years, and we 
ought to know what not to teach to those 
multitudes of children who live as Jews 
on a starvation diet in the cultural sense. 
What we suggest with respect to Torah 
is equally important with regard to the 
study of prayers and customs and cere- 
monies. We might have to abandon the 
teaching by rote of uncomprehended 



Hebrew phrases of the prayer book, to 
which we allot so much time in the early 
grades at the expense of a more inspir- 
ing type of study. If we were to devote 
even half the time given to mechanical 
Siddur reading to the teaching of basic 
Hebrew along sound principles of peda- 
gogy, our children would more eflFective- 
ly attain a familiarity with the Hebrew 
language and with the vocabulary of the 
Siddur. Obviously, our children should 
learn to pray in Hebrew and understand 
the prayers — hence, the schools should 
introduce prayers in the fifth year, after 
the children have acquired a basic He- 
brew vocabulary. Thus they will learn 
more Hebrew and acquire an apprecia- 
tion of the beauty of the prayers. Then, 
too, the home can and should try to 
familiarize children with prayers at an 
earlier age. Besides the home, the junior 
congregations should conduct Services 
— this would really be "learning by do- 
ing." The older children, on the other 
band, may join in the adult service. The 
schools must utilize much of the time 
in the lower grades for motivating fur- 
ther study of Torah in its broadest con- 
notations. Time is of the essence, and 
Torah, according to our tradition, is even 
more important than prayer. 

As for customs and ceremonies, why 
teach about them? Why not practice 
them at home and in the synagogue? 
Why not point to the roots of most cus- 
toms and ceremonies when we teach the 
Bible or units thereof? The time saved 
can be utilized for discussion of the con- 
temporary Jewish scene and thus fa- 
miliarize the young with the present. 
Why not teach children of eleven, 
twelve, and thirteen, let alone the ado- 
lescents, about our immediate past dur- 
ing World War II, the tragedy in Eu- 
rope, the joy and the trials in Israel, the 
Problems in North Africa, or the role of 
American Jewry in the general scheme 
of Jewish life the world over? Or why 
not discuss with children of junior high 
school age the Judaic basis of democ- 
racy, the nature of Jewish distinctive- 



Winter, 1963 



13 



ness, the difFerences between Judaism 
and Christianity, and forge in them a 
will to want to remain Jews, to carry 
their Jewishness with dignity and to 
want to continue to study more about 
their heritage? And why should not the 
smaller children sing liturgical and He- 
brew folk songs, dance the hora, have 
fun at assemblies, participate in choral 
readings of the great utterances of David 
and of Moses, Solomon, Arnos and Isai- 
ah, Halevi and BiaHk, enjoy Shabat par- 
ties and develop the attitude that Jew- 
ishness is good, beautiful and meaning- 
ful? 

We make these suggestions with the 
knowledge that they necessitate greater 
efForts to enHst the Jewish home as a 
helpmeet of our schools. Through the 
ages the Jewish home and the Jewish 
school were linked in close Cooperation. 
Unfortunately this is no longer the case, 
although many parents appreciate the 
need for a closer relationship between 
home and school. The school and the 
home are equal partners in the molding 
of the child. Both shape bis destiny, and 
both are responsible for bis spiritual wel- 
fare, and unless we can get the home to 
Supplement and implement the school 
program, our work in the classroom can- 
not be effective. The home will have to 
become Judaized and create an atmos- 
phere within its four walls which will 
become conducive to Jewish experiences. 



Prayer, Grace, Benediction, observance 
of Sabbath and holidays, chanting of 
Zemirot, reading of Jewish books, etc. 
are primarily functions of the home. The 
school will thus get a new lease on life. 
It will concentrate on that type of edu- 
cation (designed in the light of change) 
that the home cannot provide. Together 
the two agencies will shape the Jewish 
destiny of the growing child. 

A culture is a living, growing thing; 
it often harbors a variety of conflicting 
ideas and values. Jewish culture, too, 
was never static. Its dynamic nature is 
a matter of record. Its dynamism was 
accentuated in the last Century by the 
rise of secular Jewish values, such as 
the arts (music, drama, dance, plastic 
arts), modern Jewish literature in He- 
brew, Yiddish, Ladino and other lan- 
guages, and by the awareness that Jew- 
ish cultural survival implies interaction 
with modern thought in addition to root- 
edness in the old tradition. 

In our anxiety to conserve the values 
of the past, it is necessary to make deci- 
sions as to the values that are to be con- 
served. This calls for an examination of 
the true meaning of our culture, past as 
well as present, in order to work out a 
frame of reference for determining what 
need not be taught, what should be 
taught, what may be taught, and how 
it may best be learned. 




Lunch time at an AlUance school in Tunisia. 



14 



The Alliance Review 



Professor Cassin Celebrates 



Professor Rene Cassin, Honorary President 
of the French Council of State and President 
of the Alliance Israelite Universelle, celebrated 
his 75th birthday October 5. 

Professor Cassin has devoted his life to the 
fight for justice, for human rights, for a bettet 
future to those who are persecuted and under- 
privileged. His 75th birthday finds him as ac- 
tive as ever in the leadership of these causes. 

The American Friends of the Alliance Israel- 
ite Universelle are happy to add their good 
wishes to those from many parts of the world. 

The following is reprinted with the kind 
permission of the London Jewish Chronicle. 

On January 8, 1959, the attention of 
the entire French nation was focused on 
the grand salon of the Elysee Palace. 
General Charles de Gaulle, who had just 
been elected President of the French 
Republic, was awaiting the solemn mo- 
ment of his formal induction into office 
as First Magistrate of State. 

At that historic moment there stepped 
forward the man upon whom devolved 
the task of performing the induction cer- 
emony. The television cameras switched 
their attention on to a distinguished- 
looking, white-bearded personage at- 
tired in morning coat. He it was who 
read out the proclamation, mellowing its 
dry legal phrasing with an intonation 
elusively and melodiously evocative of 
the regions of the South. 

Once again history had brought to- 
gether General de Gaulle and President 
Rene Cassin. Already in 1940 fate had 
united them in London when it had fal- 
len to their lot to bear aloft the torch of 
the Resistance. 

• • • 

Rene Cassin, then professor of law at 
Paris University, was strongly of the con- 
viction that France must continue the 
fight, despite defeat, despite the German 
occupation, despite the apparent hope- 
lessness of the Situation. It was this which 
decided him to cross the Channel to 



75th Birthday 

place himself at the Service of Free 
France. 

How could this man, badly wounded 
in the First World War, a Veteran of 
Verdun, the President of the French ex- 
Servicemen's Union, have resigned him- 
self to the defeat of France? Thus it was 
that Rene Cassin became one of the very 
first followers of De Gaulle, who en- 
trusted him with the portfoho of Nation- 
al Commissioner of Justice and Educa- 
tion. 

And it was during the same testing 
period, fraught with hope as well as 
despair, that President Cassin, a Jew of a 
Bayonne father and an Alsatian mother, 
evinced fresh interest in his fellow-Jews 
in Europe and the Mediterranean coun- 
tries. General de Gaulle empowered him 
to take Charge of the schools of the Alli- 
ance Israehte Universelle which, scat- 
tered throughout North Africa and the 
Near East were doing their best to face 
up to the Situation. 

He accepted the GeneraFs commis- 




Professor Rene Cassin 



Winter, 1963 



15 



sion with enthusiasm and embarked on 
a tour of the schools in the Levant, in 
the course of which he did much to en- 
courage and stimulate their Historie ehar- 
acter as vehicles of Jewish tradition al- 
lied to French eulture. And since 1943 
he has held the office of President of the 
Alhance Israehte Universelle. 

On this, his 75th birthday, he can re- 
call 22 momentous years which have 
borne him from a Paris occupied to a 
London scarred biit heroic; from an Al- 
giers at war to a Paris liberated. And he 
can also look back with pride to the 
moment when, immediately after vic- 
tory, he was honored with the title of 
Companion of Liberation by the Gov- 
ernment of the Republic, which appoint- 
ed him Vice-President of the Conncil of 
State and then entrusted him with the 
important task of representing France 
on the United Nations Commission on 



Human Rights. He played a leading role 
in the drafting of the Human Rights 
Universal Declaration. 

As he celebrates his 75th birthday in 
the quietness and intimacy of his fam- 
ily circle, he will assuredly muse over 
the stirring events of the past and pon- 
der deeply about the tasks ahead, tasks 
which will engage his acute and fertile 
legal mind in defending and guarantee- 
ing the rights of man, in extending the 
ränge of education in the developing 
countries, and in shaping a new philoso- 
phy to harmonize the relations between 
the individual and society. 

On this, his 75th birthday, we think 
of President Rene Samuel Cassin with 
deep affection and salute him as a uni- 
versal Champion, as an eminent Jurist, 
as a great Frenchman, and as a great 
Jew, serving disinterestedly the most 
noble causes. 



Front The Past 



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This telegram was received by Adolph Cremieux, President of the Alliance, on July 2, 1878, 
when the Berlin Peace Congress acceded to an Alliance request to provide equal rights ior the 
Jews of the Balkan countries. Translated, the message reads: Hallelujah! We ARE FREE. 
Praise the Lord. Glory to you, noble and illustrious Champion of Israel, glory to 
THE Alliance. Three hundred thousand men bless you. Delegation of Rumanian Jews. 
The joy of Rumanian Jewry was premature: their government found ways to circumvent the 
decision of the Congress but for some other Jews in the Balkans the declaration of the Peace 
Congress opened a new era. 



16 



The Alliance Review 



Why France and Israel Are Friends 

Prospects of Peace in Israel 

(Interview with Pierre Eugene Gilbert^ 
former Amhassador of France to Israel) 



Monsieur Gilbert served as French represen- 
iative to Israel from 1953 to 1959, turbulent, 
crucial years for the young state, a time of 
trial and danger. Many Israelis feel that the 
friendly attitude of France had much to do 
with the ability of their country to survive these 
dangers; they see in M. Gilbert an architect of 
that friendship. 

The French Ambassador endeared himself 
to the Israelis by his deep and warm interest 
in their problems. 

During a recent visit to New York, M. Gil- 
bert kindly granted the editor of the Alliance 
Review an interview, from which the following 
is excerpted. 



QuESTiON: There are some who feel 
that the friendship of France for Israel 
has been motivated mainly by the prin- 
ciple that "the enemies of our enemies 
are our friends.'* If this assutnption is 
correct, will not the end of the war be- 
tween the French and Arabs in Algeria 
destroy the very basis of Franco-Israeli 
friendship? 

M. Gilbert: The assumption is not 
correct. France's relations with the Arabs 
have had only a transitory and minor ef- 
fect on her attitude toward Israel. Her 
friendship for the Jewish State has a 
far firmer and deeper foundation. The 
French admire Israel for her heroism, 
her respect for human dignity, her ef- 
forts to build economic security, without 
coercion, in accordance with the princi- 
ples of social justice. 

We know that nowhere eise is more 
passionate devotion given to the slogan 
of our Revolution — Liberty, Equality, 
Fraternity — especially Fraternity. 



We have also feit, quite naturally, 
deep sympathy for Israel, having seen 
her surrounded by so many enemies. 

I think that our friendship for Israel 
has been strengthened by our feehngs of 
guilt toward the Jews, feelings aroused 
when we learned what they were forced 
to endure on our soil during the German 
occupation. 

Question: But these feelings of ad- 
tniration, sympathy, and also guilt, were 
extant — or at least seemed extant — in 
many Western countries. Why is it 
France that has granted aid to Israel for 
eight or nine years without interruption? 

M. Gilbert: Great Britain at the time 
still had great hopes for her relations 
with the Arab world. ( Do not forget that 
Nuri Said, Great Britain's staunch friend, 
was then the head of Iraq's government. ) 
She did not, therefore, wish to show 
much friendliness for Israel. As for the 
United States, conditions there were 
complicated because of various cross- 
currents in American life. 

Question: To what extent is France's 
attitude to Israel likely to be affected by 
political changes in your country? 

M. Gilbert: Political changes will 
have little impact, if any, on our coun- 
try 's relations with Israel. Our friend- 
ship for Israel is one of the rare points 
on which all important political groups 
in France, except the Communists, agree 
without reservation. This has been 
proved by the history of the past decade. 



Winter, 1963 



17 



It was the government of Socialist Guy 
Mollet which came to the aid of Israel 
before and after the Sinai campaign; the 
government of General Charles de Gaulle 
continued this policy. One also finds 
warm friends of Israel among the Oppo- 
sition to General de Gaulle, among the 
Opposition frorn the right as well as from 
the left. 

Question: AUow ine now to pose a 
(lifferent sort of question. You have a 
thorough knowledge of conditions in and 
oround Israel What is ijotir view of the 
future of Israeli-Arah relations? 

M. Gilbert: In my opinion the "spe- 
cific weight" of the Arab countries has 
been exaggerated beyond any reason- 
able measure because of their part in the 
World production of oil. However, the 
increasingly frequent discoveries of new 
oil reserves throughout the world and 
the development of other sources of 
power — mainly atomic energy — are 
bound to reduce their relative strength 
to natural size. The result must surely 
be a much more realistic attitude by the 
Arab world toward Israel, the only coun- 
try in the area in a position to help the 
Arab states effectively in their efforts to 
modernize their economic structure. 

I believe that this radical change in 
the attitude of the Arabs will take place 
in about ten years. 

Question: Finally, a question close to 
home: What do you think, Mr. Amhas- 
sador, about the future of the work of 
the Alliance Israelite Universelle in Is- 
rael? 

M. Gilbert: The schools of the Alli- 
ance continue to contribute significantly 
to the development of Israel. The Lycee 
of Tel Aviv and the Agricultural School 
of Mikveh-Israel — to mention only two 



3ln iJIpmonam 

When Anna Eleanor Roosevelt 
died, Golda Meir, Israels Foreign 
Minister, said that the world had 
become poorer for her passing. 
What is an even truer measure of 
her greatness and the warmth of 
her Personality is that not only ^'the 
world" but also individuals, millions 
of individuals — inen, women, chil- 
dren — suddenly experienced a 
deep, painful feeling of personal 
loss. 

This feeling by people of many 
walks of life, everywhere in the 
world, with differing Standards and 
concepts — this is the greatest trih- 
ute that can be paid to a human 
being. 

The Alliance Israelite Universelle 
and its friends everywhere, will feel 
this grievous loss for many years to 
come. 



of many examples — are very valuable 
institutions. 

As you certainly know, the Sephardim 
and the Orientais are now becoming a 
majority of Israel's population. With a 
few exceptions, they come from areas 
where the Alliance Israelite has operated 
its schools. They therefore feel a natural 
attachment to the Alliance; the Alliance, 
in turn, is peculiarly suited to help them 
in their schooling problems. 

I have, thus, every reason to believe 
that the Alliance will have in the future 
a greatly increased and very important 
role in Israel. 



18 



The Alliance Review 



The Gulf Between The Two Israels 

PART I: THE PROBLEM 



Dr. Chouraqui is an adviser to the Prime 
Minister of Israel on questions pertaining to 
integration of immigrants into the life of the 
country. Several of his studies have appeared 
previously in the Review. 

During the past fifteen years, many 
hundreds of thousands of Jews in Asia 
and Africa have left their native coun- 
tries to go to Israel and — in smaller 
numbers — to other countries. Thus, 
Yemen lost 100 per cent of its Jewish 
population, Iraq 97 per cent, Syria 89 
per cent, Libya 98 per cent, Morocco 60 
per cent, Tunisia 50 per cent, and Al- 
geria 90 per cent. The massive emigra- 
tion of Algerian Jews was directed main- 
ly toward France. 

This exodus has radically changed the 
demographic structure of Israel. In the 
past, the Ashkenazim, who came from 
various areas of Europe and — to a much 
lesser degree — America, made up the 
majority of the population of Eretz-Is- 
rael. Now they are a minority: 
The lewish population of Israel — 1961 

Number Per Cent 
Born in Israel 708,140 37.1 

Born in Europe 

er America 671,428 35.1 

Born in Asia er Africa 531,621 27.8 

Total ' 



1,911,189 



100 



According to estimates made on the 
basis of the birth rate and the age struc- 
ture of the various groups of the popu- 
lation, at least 70 per cent of the 708,140 
Jews born in Israel are of Asian or Afri- 
can origin. The majority of Israel's Jews 
thus belong to the Sephardi-Oriental 
communities.* Moreover, their Propor- 
tion of the population will increase, part- 
ly because their birth rate is one of the 
highest in the world, while their death 
rate has been reduced to that of the 
Israeli population generally, among the 

W inier, 1963 



by Dr. Andre Chouraqui 

lowest in the world, and partly because 
they are younger than the Ashkenazim. 

The demographic and socio-economic 
structures of the Sephardi-Oriental sec- 
tor of the Israeli population, as well as 
the conditions in which these people 
live, are quite different from those of 
the Ashkenazi sector. 

Here are some of these differences: 

a) Age structure 

Probably the most important char- 
acteristic of the Sephardim** is that, as 
already mentioned, they are younger 
than the Ashkenazim. There are more 
than twice as many Sephardim as Ash- 
kenazim between one and 19 years of 
age, and twice as many Ashkenazim as 
Sephardim in the over-60 bracket. 

b) Size of families 

While the average Ashkenazi immi- 
grant family consists of 3.2 persons, the 
Sephardi family numbers 4.9. There are 
1,400 Ashkenazi families composed of 
nine members each; the number of Se- 
phardi families of this size is 15,200. 

c) HOUSING 

Large families will, no doubt, ul- 
timately become a blessing for the coun- 
try, but, in the meantime, they create 
grave and painful problems, as illus- 
trated, among other things, by the fact 
that while only one out of 12 Ashkenazi 
families has more than three persons to 
a room, this Situation prevails with 45 
per cent of the Sephardim. 



*The figures in this study are based mainly on 
official data, as reported in the Statistical Year- 
book of Israel. 

**The term "Sephardim" in this study refers to 
both Sephardim and Orientais but does not in- 
clude the Sephardim of the Balkan countries and 
other parts of Europe. 



19 



// ./ 



d) OCCUPATION 

OflBcial data show that 87.6 per cent 
of the Ashkenazim have full-time occu- 
pations; the percentage for the Sephar- 
dim is only 68.3. 

Moreover, the Jobs performed by the 
Sephardim place them on the lower steps 
of the socio-economic ladder. This is il- 
lustrated clearly by one category of oc- 
cupations, the civil service. The follow- 
ing table speaks very eloquently: 



Classes 1 to 5 

(highest positions, 
including top officials) 

Classes 6 to 9 

Classes 10 to 15 
lowest positions, 

Professionals 



Born in 


Born in 


Europe 


Asia 


or America 


or Africa 


94.6% 


5.4% 


80.5 


19.5 


61 


39 



69 



31 



It is undeniable that the Sephardim 
have larger families, and hold fewer 
full-time Jobs, at lower pay, on which 
to Support them. 

It is true that large families in Israel 
receive a special allowance, but the 
amount is insignificantly small: A family 
with eight children, for instance, re- 
ceives 46 Israel pounds ($15) a month, 
less than a tenth of the amount such a 
family would receive in France. 

The difference between the positions 
of the Sephardim and the Ashkenazim 
would not be very disturbing, if it were 
possible to find reasons for hope in the 
impact of the school. Most unfortunate- 
ly, however, the problem of education 
is — despite results already achieved — 
one of the gravest internal problems 
facing the Jewish State. Progress in this 
field cannot be compared to the spec- 
tacular achievements in agriculture, in- 
dustry and national defense. 

The alarming conditions in the edu- 
cational field are shown by the follow- 
ing: 

Sephardi children constitute 55 per cent 
of the first grade of elementary school, 
27 per cent of the last grade of elemen- 
tary school and 13 per cent of the last 
grade of secondary school. 



20 



(This drop from 55 per cent to 13 is at- 
tributable only slightly to the fact that 
the percentage of Sephardim is greater 
in the lower age brackets.) 

Even more alarming are the figures 
regarding higher education: 

There are now approximately 10,000 
students at the Hebrew University of 
Jerusalem and other institutions of high- 
er learning in Israel; 500 are Sephardim. 
In other words, only 5 per cent of the 
Student body belong to communities 
which form over 50 per cent of the Jew- 
ish Population of the country. Moreover, 
even this figure of 5 per cent does not 
reflect accurately the poor position of 
the Sephardim in the higher schools, 
since more than four-fifths of them are 
forced to discontinue their studies, for 
financial reasons. 

In 1961 Israel's institutions of higher 
learning graduated a total of 1,726 
young men and women, (a very small 
number for a country with a population 
of 2,200,000, which must rely on the in- 
tellectual excellence of its elite.) Of 
these 1,726 graduates, only 35 were 
Sephardim. It would be difficult to find 
a more eloquent measure of the failure 
of efforts in behalf of the Sephardim 
in the field of education. 

The facts and figures cited above show 
that: 

a) The population of Israel is divided 
into two distinct parts, which differ both 
ethnically and by their economic, social 
and cultural position. 

b ) Some measures taken to bridge the 
distance between these groups have had 
positive results, but the relentless Opera- 
tion of economic and social laws con- 
tinues the trend toward widening this 
gap. 

c) We should not deceive ourselves 
with the hope that time will somehow 
make this problem less acute: there is 
every reason to believe that time will, 
on the contrary, widen the abyss be- 
tween the communities, unless very en- 
ergetic measures are taken without de- 
lay to remedy the Situation. 

The Alliance Review 



The Gulf Between The Two Israels 

PART II: IN SEARCH OF A SOLUTION 



Cot. Elyachar is one of the leaders in the 
efforts being made in America to forward the 
development of Israel through modern science 
and technology. During World War II, Col. 
Elyachar served with distinction on Gen. Eisen- 
hower's staff, earning for his outstanding Serv- 
ices the Bronze Star Medal, the Legion of 
Merit, and the French Legion of Honor. 

Israel's aim — the very raison d'etre 
of the Jewish State — consists of kibbutz 
galuyoth and mizoiig-galuyoth, the in- 
gathering of the exiles and the fusion of 
all the tribes of the Jewish people into 
one cohesive nation. 

With regard to its first aim, Israel has 
achieved brilliant results. In the course 
of a few years, it has admitted more than 
a million people, over half again as many 
people as lived in the country when mass 
immigration began. Most of these peo- 
ple were victims of oppression and pov- 
erty. This fantastic acceptance of a mil- 
lion souls, including the poor, the sick 
and the weak, is almost unique in his- 
tory. The doors of Israel have been 
thrown wide open, and the immigrants, 
all of them, have found a warm wel- 
come. 

As to mizoug- galuyoth, one must ad- 
mit, however, that, for the time being, 
Israel has been unable to bring about a 
satisfactory Solution of the problem. 

In every aspect of Israel life — em- 
ployment, housing, education, political 
activity — there is a wide gap between 
the Ashkenazi-European and the Sephar- 
dic-Oriental sectors of the population. 
This gap threatens to divide a people 
who needs unity and strength. 

Let US take a historical glance at Is- 
rael's development. Two groups of Jews, 
the European and the Oriental, were 
separated by long centuries and by thou- 
sands of miles. This physical dichotomy 
left its impress on the two groups. The 
former group was exposed to a western 



by Col. Jehiel R. Elyachar 

civilization rieh in the arts and sciences, 
and nurturing a love for education and 
knowledge. The latter group was ex- 
posed to an environment singularly emp- 
ty of cultural and educational drives. 

When both these diverse groups con- 
verged on Israel, it was evident that each 
would bring its own background to bear 
on the future character of Israel. Is it 
any wonder that the European Jews have 
brought to Israel a dowry rieh in intel- 
lectual attainment and in technical 
skills? And is it so surprising that the 
Jews who came from Africa and Asia 
brought with them love for Israel and a 
desire to participate in the country's up- 
building — and little eise? 

It did not take long before the Ori- 
entais understood that only those who 
possessed education and experience 
could lead Israel, and could therefore 
hold the best Jobs and all the concomi- 
tant benefits, while they (the Orientais) 
were relegated to second-class citizen- 
ship, whose duties would be to serve 
Israel as laborers. 

This was a bitter pill to swallow. 

Over 50 per cent of the Israelis are 
of Oriental origin; their proportion will 
be over 70 per cent in the near future. 
Nevertheless, it is the Ashkenazic Com- 
munity that leads and molds the life of 
Israel. This is an unnatural, unhealthy 
State of affairs, and one that produces 
the kind of resentment and disillusion 
that from time to time erupts in ugly 
rioting in Israel. 

Two major tasks confront Israel to- 
day: first and foremost, to make the 
country secure against the hostility of 
its neighbors; and, second, to continue 
to raise the tempo of development of 
the country, transforming Israel into a 
viable, self-supporting nation. 

These problems cannot and will not 



Winter, 1963 



21 



be resolved so long as almost 60 per cent 
of the people of Israel do not participate 
fully in every aspect and on every level 
of Israel's life. It is a fact that the Israel 
cabinet has now for the first time, not 
one but two ministers from the Seph- 
ardic Community, out of a total of fif- 
teen; no Sephardi sits on the bench of 
the Supreme Court nor is any Sephardi 
a member of the Jewish Agency Execu- 
tive Committee; not even in the armed 
forces is there a Sephardic senior officer. 
We have seen the newly-emerging 
African and Asian countries attack the 
Problem of future leadership by sending 
tens of thousands of their young people 
for advanced training in the United 
States, Russia and other nations includ- 
ing Israel. These young students are 
chosen on the basis of their potential 
leadership. They pursue education in 
the humanities, in the arts, and of course 
in engineering and the pure sciences. 
These highly-educated young cadres of 
students will become not only the teach- 
ers and engineers and builders of their 
respective countries when they complete 
their courses of study; more important, 
they will form the backbone of leader- 
ship for generations to come. 

Israel is one of the most democratic 
countries in the world. On every level — 
in government, in the armed forces, in 
housing - there is füll equality, such as 
exists in few other countries. But this is 
de jure. De facto, the Sephardic-Orien- 
tal sector of the Israeli population has 
become "hewers of wood and drawers 
of water." 

I do not say that this inferior Status 
of the Orientais is the result of any de- 
liberate policy of discrimination against 
them. But I do insist that an absence of 
discrimination is not enough. What is 
necessary is an active, positive policy 
for raising the educational level of the 
Orientais in the shortest possible time. 

Let me say that such a policy will not 
constitute even technical discrimination 
against the Ashkenazim. The ethnico- 
social structure of the Israel population 



22 



is such that any measure in favor of the 
economically and culturally weaker 
strata of the population will inevitably 
reach the Orientais in particular. As an 
illustration, there is the case of the Vo- 
cational School of the Alliance Israelite 
Universelle in Jerusalem. This school 
does not, of course, draw any distinc- 
tions between Ashkenazim and non- 
Ashkenazim when it admits students. 
Still, it so happens that 96 per cent of 
the students of this school are Orientais, 
precisely because the Alliance school is 
attuned to the needs of the poorest fami- 
lies of Jerusalem. 

This school and the other schools of 
the Alliance, as well as many other in- 
stitutions in Israel, do fine work, but 
this is certainly not enough. Israel can- 
not afford palliatives; nor can it afford 
to wait until general reform overtakes 
the educational system of Israel. No 
doubt when Israel is in a position to in- 
augurate compulsory high school edu- 
cation, a major part of this problem will 
disappear. But this will take years, and 
in the meantime, the gulf between the 
two Israels will be widened to such an 
extent that it will take generations to 
bridge it. 

Israel's Minister of Education and 
Culture, Abba Eban, has written articles 
in many newspapers, including some in 
the United States, frankly describing the 
Problem and pointing up its urgency. 
Unfortunately, in the opinion of many 
young Orientais in Israel, nothing con- 
crete has actually been done on a large 
Scale to alleviate this grave, fundamen- 
tal Problem. I must say that, in my hum- 
ble opinion, time is working against us 
and something drastic must be done 
now. If not, the Underground of discon- 
tent will flare up and mount; the results 
could disgrace Israel and Jewry as a 
whole because we Jews, including the 
government of Israel, have not taken 
this problem seriously. 

Sephardim all over the world must 
unite and urge the government of Israel 
to launch a program immediately so 

The Alliance Review 



I 
I 



} 



that, together, we can solve the problem 
finding ways and means to finance and 
guide the educational program without 
further delay. 

As a practical and immediate step, 
intensive Ulpanim should be established 
in Order to enable young Israelis of Ori- 
ental origin to qualify for admission to 
the Hebrew University, the Technion, 
Bar-Ilan and Tel Aviv Universities. This 
would be Ulpanim for science and tech- 
nology and the liberal arts rather than 
for Hebrew. Whatever tutoring help, 
scholarship assistance and other forms 
of Support are needed should be extend- 
ed to these young Orientais so that they 
too could be among the graduates - and 
therefore the future leaders of Israel. It 
is an urgent duty that must be imple- 
mented without delay. 

When I was in Israel a few months 
ago, I discussed this problem with Pre- 
mier Ben-Gurion, Abba Eban and other 
ministers and leaders of the government, 
as well as with the Jewish Agency. I am 
happy to report that an agreement was 
reached to establish a pilot plan shortly, 
the immediate aim being to open Ul- 
panim in Jerusalem, Tel-Aviv, and Haifa 
for 500 young Orientais who have been 
unable to qualify for admission to the 
Hebrew University, Technion, or other 
institutions of higher learning. Over a 
period of one year, these young people 
would undergo intensive training which 
would prepare them, it is hoped, to en- 
ter the University, the Haifa Technion, 
and similar schools. This is a 1,000,000- 
pound plan. A third of the money will be 
provided by the Israel government, an- 
other third by the Jewish Agency. The 
rest will be forthcoming from my Seph- 
ardic friends and myself. 

This is, of course, only a beginning. 
Much more has to be done in order to 
enable the Sephardim and the Orientais 
to take their rightful place in the life of 
the country. While speaking with the 
Israeli leaders, I suggested that a meet- 
ing be called of prominent Sephardim 

W inier, 1963 



from all over the world in order to pre- 
pare a comprehensive plan, with a view 
toward bringing secondary education 
within the reach of great numbers of 
Oriental boys and girls. Mr. Ben-Gurion 
has accepted the Suggestion in princi- 
ple and preparations are under way to 
convene such a meeting. 

There are thousands of Sephardic Jews 
in Israel, in the United States and in 
other parts of the world who would, I 
am confident, be ready to extend their 
füll Cooperation to a program designed 
to elevate the cultural and educational 
attainments of the Orientais. 

I submit, however, that it would be 
unfair — and unwise — to consider this 
problem a matter of concem to Sephar- 
dim only. The very fate of Israel may 
depend on whether a Solution is found 
to the so-called "Oriental problem." This 
problem must therefore concem every 
Jew, Ashkenazi and Sephardi alike. 

There are no insurmountable obsta- 
cles to raising the cultural level of the 
Orientais. We know that, given the op- 
portunity, they can cross in a few years 
from the Middle Ages to modern times. 
The Alliance Israelite, whose experience 
Covers more than a hundred years in this 
k'phitzath-hadereh in various countries 
under var>ing conditions, has never 
found any lack in the Oriental children 
it has helped to a decent, productive life. 
It has been able to achieve swift, satis- 
factory results with 600,000 Oriental 
children. Moreover, if we look through 
the list of recent admissions to certain 
French schools of higher learning which 
accept only the most brilliant candi- 
dates, we find a relatively large number 
of names of North African Sephardim. 

This problem and its Solution must be 
grappled with by the leaders of Israel 
without delay. Just as the United States 
could not allow itself to be divided into 
northern and southem factions, so Is- 
rael dare not permit itself to become a 
nation of educated Ashkenazim who 
lead and another nation of uneducated, 
resentful Orientais who are led. 



23 



French In Israel 



Mr. Stara has edited various periodicals in 
^6ypt, France and Israel. He is now Editor-in- 
Chief of Perspectives France-Israel and Ener- 
gie, both published in Paris. 

The article on which the following is based 
has appeared in French in Perspectives France- 
Israel and in Cahiers, organ of the Alliance. 

It is a little-known fact that, in both 
Palestine and Israel, there have always 
been thousands of families for whom 
French has been an important part of 
their cultural heritage, generation after 
generation. 

From 1917 to 1948, iinder the British 
administration, the prestige and power 
of pubhc authority operated in support 
of another language, Enghsh. Contact 
with the govemment — and consequent- 
ly, requirements of a social and eco- 
nomic nature — seemed to contribute to 
stressing the importance of English at 
the expense of French. Nevertheless, the 
old roots held; so much so, that the Sta- 
tus of French in Israel is greater now 
than ever before, insofar as the number 
of people involved is concemed. 

How many French-speaking people* 
are there now in Israel? No official sta- 
tistics exist, and we can therefore only 
guess. We are sure to be close to the 
truth if we estimate their number at 
more than five hundred thousand. This 
certainly represents the largest linguis- 
tic group in the country (after Hebrew, 
of course). 

There are five groups of French-speak- 
ing people in Israel: 

1. The sabras, who have learned 
French at the Alliance Israelite Univer- 
selle schools, and those Christians and 
Moslems who have studied at certain 
Catholic or other institutions. 



*" French-speaking^ in this study refers to every- 
one who speaks and ander Stands French, even 
though Hebrew may be his principal language. 



24 



by Albert Stara 



2. Those whose native tongue is 
French; included are all immigrants 
from France and Belgium and nearly all 
from North Africa. This group also in- 
cludes refugees from Lebanon, Syria and 
Egypt, who, despite the fact that Arabic 
is the language of their country of ori- 
gin, nevertheless learned French in con- 
gregational schools, secular French 
schools, schools of the Alliance Israelite, 
and schools established by Jewish com- 
munities, notably those in Cairo and 
Alexandria, where tens of thousands of 
children have been educated in French. 

3. Those for whom French is the sec- 
ond language, often the first language 
of their cultural life. This is true for peo- 
ple from Rumania, Turkey, Greece, and 
Bulgaria. 

4. Those who studied French as a for- 
eign language, either to pass required 
examinations, or because in their coun- 
try of origin French was the language 
preferred by the intellectual and social 
elite. This holds true for many who came 
from Russia, Italy, Iran, and even Ger- 
many. 

5. Finally, there are those who re- 
ceived their higher education in France 
and have thus had an opportunity to 
learn French. 

There is every reason to believe that 
in a few years, the number of French- 
speaking Israelis will reach eight or nine 
hundred thousand. At that time, the 
country will, no doubt, have about two 
and a half million inhabitants; French 
will therefore be known by more than a 
third of the total population. 

Almost everywhere along the Medi- 
terranean, Israel will be able to transmit 
its message, to make known its experi- 
ence, its hopes and its needs. French 

The Alliance Review 



will of necessity be the medium for Is- 
rael's message, without prejudice, of 
course, to the role of Hebrew. For a long 
time to come, Israel will have to use 
French when it tries to reach the hearts 
and minds of these audiences. 

In all the countries from which 
French-speaking masses have come and 
will continue to come to Israel, one fact 
remains certain: Those who speak 
French usually attain a considerably 
higher cultural level than those of their 
compatriots who do not. The knowledge 
of French has very often been respon- 
sible for rescuing them from a State of 
Stagnation, and even, in certain regions, 
from mental prostration, and elevating 
them to a level at which their native in- 
telligence can be reactivated. 

Many teachers of the Alliance Israel- 
ite have borne witness to the beneficial 
effect of the study of French on the Jew- 
ish population. Before the arrival of these 
teachers, whether in remote areas of 
North Africa or in villages of Iran or 
Iraq, Jews were enclosed in an intel- 
lectual ghetto. The teachers were the 
pioneers who revealed the riches of civ- 
ihzation to these people. They gave them 
access to these riches by teaching them 
French. Thanks to this instruction — 
sometimes accomplished under truly 
heroic conditions — children who had 
seemed irretrievably doomed to ignor- 
ance, were enabled to escape from their 
Spiritual prisons. Elites were formed. 

Thus, immigrants arriving in Israel 
from these areas, who knew French and 
were therefore more civilized, were bet- 
ter prepared to integrate themselves in- 
to Israeli cultural life. 

There is another aspect of the role of 
French in Israel. A time will certainly 
come— however distant it may now seem 

— when there will be peace between Is- 
rael and her neighbors. Sooner or later, 
boundaries will open again and com- 
merce among neighbors will be restored 

— commerce of minds and commerce of 
things. 

Winter, 1963 



After all that has happened, after so 
much hatred has been generated, the 
creation of a new climate will not be 
easy. It will be even less easy if there 
is no common language among the peo- 
ples involved. In all probabiHty, French 
will be such a language. In spite of all 
trials and tribulations, French is still the 
language of the elite in the Near East. 

But it is not only with the enemies and 
adversaries of yesterday that contact will 
have to be established. It is no less im- 
portant for Israel to strengthen its good 
relations with the newly independent 
countries of Black Africa. Knowledge of 
French is a prerequisite of such relations 
in many parts of that continent. 

Israel must also maintain, widen and 
deepen its relations with its friends of 
today, its friends of always. It is hardly 
necessary to emphasize the role the 
French language is playing and will con- 
tinue to play in Israelis relations with 
Belgium and Switzerland, with Turkey 
and Italy, even with Greece and Spain. 

As to the friendship between France 
and Israel, the French language has a 
supreme mission to fulfill, that of affirm- 
ing in the eyes of the world that the 
two nations are fraternally united in the 
same ideals of justice and liberty, the 
same will for grandeur. 



There is a State which is able to inte- 
grate Jews from the Moroccan ghetto, 
downtrodden Jews, who had not read 
Herzl or Berditehevsky, nor even heard 
about them. These Jews built a flourish- 
ing town in the desert, a town of work- 
ers. When I was there first, it had 6,000 
Jews. There was a swimming pool in this 
desert. The head of the municipality, a 
former worker in Sodom, had only one 
request: new housing for 1,200 Jews 
from the northem pari of the country 
who wanted to move to Dimona but for 
whom there were no accommodations. 

There are now 11,000 Jews in that 
town. It was all done by Moroccan Jews. 

Comment by Prime Minister David Ben- 
Gurion, in a recent discussion with Haim 
Hazaz, as reported by Hapoel Hatzair, Tel 
Aviv. 



25 



U U 



Belgian Scholars Found Center For 
Study of Contemporary Jewry 



Dr. Gottschalk, a noted European Jewish 
leader, is a member of the Central Committee 
of the Alliance. He is President of the "Centre 
National des Hautes Etudes Juives" 

On November 6, 1959, a non-profit as- 
sociation was founded in Brüssels, the 
"Centre National des Hautes Etudes 
Juives" ( National Center of Higher Jew- 
ish Studies). Among its founders — only 
two of whom are Jewish — are faculty 
members at the Universities of Brüssels, 
Ghent, and Liege, at the Warocque In- 
stitute of Commerce in Mons, and the 
Agronomical State Institute of Gemb- 
loux. 

The aim of the Association is defined 
as follows in Article 2 of its charter: 

"To further — either alone or in Co- 
operation with national or international 
institutes or associations — the scientific 
study of Judaism, particularly in its so- 
ciological, historical, economic, cultural, 
rehgious, and philosophical aspects. To 
this end it may publish studies or peri- 
odicals, organize seminars, discussions 
or Conferences, and in general develop 
any activity necessary to the above-men- 
tioned purposes. It may receive, for its 
work, subventions or contributions of 
any kind." 

There are many original aspects to 
this institution. It is quite unusual that 
the Association was organized by a non- 
Jew, Professor Henri Janne, former Pres- 
ident of the University of Brüssels, and 
that most of the members of the Board 
are non-Jews. It is also the only Organi- 
zation outside Israel to devote itself ex- 
clusively to the study of contemporary 
Jewish Problems. 

The composition of its Board is a guar- 
antee of the absolute impartiality of the 
Association; no particular ideology in- 



26 



By Dr. Max Gottschalk 

spires the studies to which it devotes it- 
self. 

A consultative Council has been estab- 
lished, comprising world-renowned Jew- 
ish and non-Jewish historians and soci- 
ologists from Great Britain, Belgium, 
France, the Netherlands, Germany, Is- 
rael, and the United States. 

News of the establishment of the Cen- 
ter has been received favorably every- 
where, particularly in Israel. It is heart- 
ening to know that such delicate and 
complex Problems as those of contem- 
porary Jewish life are being treated with 
the rigor and independence dear to 
scholars of all countries. Judaism can 
only profit by such an objective study. 

The Center is not yet a teaching insti- 
tution. Its first concern has been to as- 
semble a library of contemporary publi- 
cations concerning Jewish problems. 
This library, which already receives more 
than a hundred periodicals regularly, 
will be open to students and researchers. 
Consideration is now being given to pub- 
lication of a review of reviews, which 
would present analytical accounts of the 
more significant articles being published. 
A number of research projects are also 
being contemplated. 

At the request of the Jewish Confer- 
ence on Claims, B'nai BVith, and the 
Centrale d'Oeuvres Sociales Juives of 
Brüssels, the Center is preparing to 
launch a socio-demographic survey of 
the Brüssels Jewish Community. 

In another study, scholars, applying 
techniques developed at the Institute of 
Contemporary Judaism at the Hebrew 
University of Jerusalem, will collect data 
on the anti-Nazi resistance carried on in 
Belgium by both Jews and non-Jews. 

A young researcher will study Jewish 
folklore in Flemish literature. 

The Alliance Review 



Seminars will be held in Brüssels pe- 
riodically, six to eight times a year; the 
proceedings will be published. 

Among the scholars who have been 
invited to direct these seminars are: Pro- 
fessor S. Guinossar of the Law School of 
the Hebrew University of Jerusalem; 
Monsignor A. Simon, professor of his- 
tory at the St. Louis Institute of Brüs- 
sels; Professor Andre Neher of the Fac- 
ulty of Philosophy at the University of 
Strasbourg; Professor G. Wigoder, Read 
of the Hebrew University 's Department 
of Oral History; and M. Horkheimer, 
Professor of sociology at the University 
of Frankfort. 

A Conference of 70 scholars from Is- 
rael and 13 European countries was held 
in Brüssels recently to discuss contem- 
porary Problems of European Jewry. 
The meeting was organized by the Cen- 
tre National and the Contemporary Jew- 
ish Institute of Jerusalem, under the 
Joint sponsorship of the Hebrew Univer- 
sity of Jerusalem and the Institute of 
Sociology of the University of Brüssels. 



The agenda included: 

a) Sources and methods of obtaining 
Statistical data on the demography 
of Jews 

b) Spiritual tendencies and cultural 
conditions 

c) Beconstruction of Jewish commu- 
nal life 

d ) Subjects and methods for f uture re- 
search. 

The Conference recommended that, 
under the guidance of the Centre Na- 
tional, groups of European and Israeli 
experts be entrusted with the task of 
continuing Statistical and demographic 
studies and conducting research on spir- 
itual, economic, sociological, and cultur- 
al aspects of Jewish life in Europe. Task 
groups have been organized. 

The welcome the Center has received, 
the eminent scholars who Sponsor it, the 
widespread interest in the questions it 
will study — all these go to assure the 
success of this unique enterprise. 



J.C.A. Settlements In Argentina Firmly Rooted 



At a recent meeting of the Council of 
Administration of the Jewish Coloniza- 
tion Association, held in London, the 
President, Sir Henry d'Avigdor Gold- 
smid, and the Director General, Victor 
Girmounsky, reported on their recent 
tour of inspection of the Association's 
activities and interests in South Ameri- 
ca. The Council noted with satisfaction 
that in spite of the economic and politi- 
cal difficulties in Argentina, the JCA's 
agricultural Settlements in that country 
can be seen to be firmly rooted, with a 
considerable measure of improvement 
evident in both the Standard of living 
and farming developments as compared 
with a few years back. The relations be- 
tween the Jewish farmers and their 
neighbors are excellent; indeed it can 
be Said that the JCA colonies are an de- 



ment of stability for the Jewish Commu- 
nity in general. 

In Israel, the two new colonies under 
construction, Kfar Maimon and Moshav 
Lachish, are almost finished. Measures 
decided for the further consolidation 
and development of some of the existing 
colonies include the erection of commu- 
nal halls, the construction of internal 
roads and the setting up of a revolving 
fund for short-term loans to the co-op- 
eratives. 

Other decisions taken by the Council 
concerned further aid to immigrants in 
Australia, again in the form of housing 
loans, a new contribution to the working 
capital of the Paris loan bank, the Caisse 
de Demarrage, for the benefit of immi- 
grants to France from North Africa, and 
a renewal of the Association's Subven- 
tion in favour of a school in Aden. 



Winter, 1963 



27 



Alliance Opens Schools for Algerian Refugees 



Two developments, thousands of miles 
apart, are giving new dimensions to the 
work of the Alliance. In France, accord- 
ing to a recent Statement by Jules Braun- 
schvig, Vice President of the AHiance, 
the Organization is now opening second- 
ary schools. A building for the first 
school was purchased recently in the 
Paris area, and negotiations are in prog- 
ress to open schools in Marseilles and 
Nice. 

The students of all these schools will 



be enrolled from among the Jewish-Al- 
gerian refugees now in France. 

The curriculum will be similar to the 
curricula of most French secondary 
schools, but it will, in addition, include 
the Bible, Hebrew, and post-Biblical 
literature. 

At the same time, measures are being 
taken to extend the Israel network of 
Alliance secondary schools to the Negev, 
especially to areas settled predominant- 
ly by immigrants from Asia and Africa. 



Tel Aviv Lycee Graduates Its First Class 



The Lycee Municipal Alliance Israel- 
ite Universelle, established in Tel Aviv 
in 1958, held its first graduation cere- 
mony last summer for 170 young men 
and women. 

At the ceremony, M. Karni, chairman 
of the parents association, expressed the 
gratitude of the parents to the Alliance 
and the Municipality of Tel Aviv and 
thanked the French Embassy for its 
help, characterizing the Lycee as "a 
Symbol of Franco-Israeli friendship." 

Congratulatory messages were re- 
ceived from Professor Rene Cassin, Pres- 
ident of the Alliance, Admiral Louis 
Kahn, who is Deputy President of the 



Alliance, Abba Eban, Minister of Edu- 
cation and Culture, Jean Bourdeillette, 
Ambassador of France. 

Dr. Z. Kassif, principal of the Lycee, 
and M. Goldstein, chairman of the Ad- 
ministrative Board representing the Al- 
liance and the Municipality of Tel Aviv, 
greeted the graduates. 

Queried by the Rotary Club of Tel 
Aviv, the graduates declared their future 
educational intentions as follows: 

Social Sciences and 

diplomatic Service 20 
Literature 30 

Journalism 6 

Administration 20 

Languages 5 



Medicine 


10 


Biology 


15 


Chemistry 


10 


Engineering 


22 


Architecture 


10 



The School For Deaf Mutes in Jerusalem 



Among the 130 schools of the Alliance, 
there is one where no shout, no song, no 
call is heard during the recess period. 

This is a world of silence. The children 
are deaf mutes, attending the Alliance's 
special school in Jerusalem. 

Yet a visitor to tiie school is Struck by 
the vigorous activity that reigns here. 
A gesture, a look and a movement re- 
place the spoken word. These children 
are leaming to live their own way. 



28 



The Alliance enables them to leave a 
confined universe, where the only com- 
munication of minds is through a look. 
Their family environment often hinders 
their adaptation to the world of sound. 
Thinking to ease the bürden of their 
infirmity, some parents spoil their deaf 
mute children. Others, on the contrary, 
neglect them and are of no help at all. 

In the Jerusalem school, the deaf mute 
child leams to speak. Teaching begins 

The Alliance Review 



with the formation of sounds. Having 
developed his voice, the child leams to 
repeat short words by lip-reading and 
by observing his own lip movements in 
a mirror. 

For this purpose, the school uses mod- 
ern American equipment contributed by 
Mrs. Max Schloessinger of New York. 
This apparatus amplifies sound, taking 
advantage of whatever hearing the child 
possesses, so that the child can hear 
and improve his voice and pronuncia- 
tion. The children listen happily to music 
with the help of this device. 

In kindergarten and in the first grades, 
the child leams to speak, read and write. 
He later studies arithmetic, geography, 
Bible, natural history, and a foreign lan- 
guage. The language of instmction is, 
of course, Hebrew. 

From the second school year, the chil- 
dren are encouraged to use their leisure 



for reading. A school library is at their 
disposal, and one of the teachers pro- 
vides guidance. 

The children are also instmcted in 
gymnastics, drawing, needlework, handi- 
crafts and gardening. 

Upon graduation, the students go to 
work as apprentices. To the great joy 
of the teachers, they have been proving 
equal to their normal fellow workers in 
their ability to earn a living. 

During its twenty-five years of exist- 
ence, the Alliance School for Deaf Mutes 
has gained a world-wide reputation and 
has grown to occupy an important place 
in Jemsalem's school System. The large- 
scale immigration of the 1950's has in- 
creased substantially the number of deaf 
mute children in Jemsalem. The Israel 
government, accordingly, has asked the 
School to find Space for forty new stu- 
dents from the immigrant Settlements. 



Jewish Population of France I>iow 

As a result of the recent infliix of more 
than 100,000 Jewish refugees from Al- 
geria and a large number of immigrants 
from other countries, the Jewish popu- 
lation of France is now believed to have 
reached a half-million. 

French Jewry has thus become the 



Largest in Europe Outside USSR 

largest Jewish Community in Europe out- 
side the USSR. It is the fourth largest 
in the world, following the United States 
(over 5.5 million), the Soviet Union 
(about 2.3 million), and Israel (slightly 
over 2 million). 



ISoted Scholar Joins Central 
Committee of the Alliance 

Professor Andre Neher of the Univer- 
sity of Strasbourg, author of many schol- 
arly works on Biblical subjects, was 
named to the Central Committee of the 
Alliance Israelite Universelle at a recent 
nieeting. 

Professor Neher is a member of the 
French Committee of UNESCO and 
chairman of the cultural commission of 
the Jewish Commimity of Strasbourg. 




Professor Andre Neher 



Winter, 1963 



29 



AN INSTITUTION THAT HAS MOLDED A GENERATION 



The iollowing is based on a report by E. 
Sebban, Principal of the AUiance Hebrew 
Normal School oi Casablanca, Morocco. 

From the very beginnings of the edu- 
cational work of the AlHance the Hebrew 
language and other Jewish subjects were 
essential parts of the curriculum of every 
one of its schools. However, tili the late 
1930's, it was the policy of the Alliance 
to leave instruction in these subjects in 
the hands of the local Jewish Community 
leaders, while the secular subjects were 
taught by Alliance teachers. The results 
were highly unsatisfactory. 

Years and decades passed without any 
noticeable change in the methods of 
teaching Jewish subjects in the Alliance 
schools. The students could not help no- 
ticing the inferiority of these methods. 

The Alliance, therefore, decided after 
World War II to take füll charge of Jew- 
ish instruction in its schools. The aim 
was to intensify this instruction, to en- 
hance its prestige among the students, 
and to strengthen the ties of the children 
with the Spiritual values of Judaism. 

The Alliance soon found that the main 
obstacle was the lack of competent He- 
brew teachers in the countries where it 
operated its schools. Establishment of 
an adequate teachers' training institution 
was essential. 

At the time an Organization, "Maghen 
David," operated a small school for He- 
brew teachers in Casablanca. The Alli- 
ance took over this little school, staffed 
it with its best teachers, moved it into 
spacious new quarters, and named it 
"The Hebrew Normal School." It soon 
became one of the most important Jew- 
ish institutions in North Africa. Jules 
Braunschvig, Vice President of the Alli- 
ance, played a decisive part in the crea- 
tion of this school. 



30 



The purpose of the Normal School has 
been, from the beginning, to provide the 
Alliance school system with teachers who 
combine knowledge of Jewish subjects 
with general culture and abihty as peda- 
gogues, and a consciousness of the im- 
portance of their task. 

The general portion of the program 
is equivalent to that of similar schools 
in France and includes the teaching of 
English. 

The students also acquire a solid 
knowledge of classical Arabic, enabling 
them to teach this language, too. 

The Hebrew portion of the curriculum 
includes: 

a) The Bible - the Pentateuch, 
Prophets and Hagiographa; 

b) A number of chapters of the Tal- 
mud, with the classical commentaries, 
for a graduate of the Normal School 
must be able to read and understand 
any treatise of the Talmud; 

c) Ancient and modern Jewish his- 
tory; 

d) Jewish liturgy and folklore. 

The length of the course is seven 
years. 

During the past seven years, the 
school has sent several outstanding 
members of each graduating class to the 
Normal School of the Alliance in Paris, 
the school which has since 1868 been 
training teachers of secular subjects for 
the AlHance school system. These young 
men remain in Paris for two years, while 
they continue their general studies at a 
College or university. At the same time, 
they increase and deepen their knowl- 
edge of the Bible and post-Biblical Jew- 
ish literature, guided in their studies by 
outstanding scholars and thinkers. 

The school has an enrollment of about 
one hundred. The students enter at the 

The Alliance Review 



age of 12 or 13; most of them come from 
Alliance schools. All must commit them- 
selves to become teachers. 

All the 122 young men who were grad- 
uated from this school by 1961 — with 
the exception of eight who are continu- 
ing higher studies — did indeed become 
teachers in Morocco, Tunisia and other 
countries. 

These young men have proved them- 
5elves equal to their task. They have 
helped to intensify and improve the 
teaching of Jewish subjects in North 
Africa; some have become excellent 
teachers of classical Arabic. (The need 
for such teachers has increased tremen- 
dously during the past few years, since 



the North African countries became in- 
dependent ) . 

Jewish communities in all parts of the 
World are now confronted with a critical 
shortage of qualified teachers. The Casa- 
blanca Hebrew Normal School of the 
Alliance Israelite Universelle is being 
called upon — and can contribute on a 
significant scale - to help meet this 
shortage in North Africa. 

Moreover, graduates of the Casablanca 
schools have become cadres of a future 
Jewish elite, rooted deeply in the Jew- 
ish Spiritual heritage and, at the same 
time, at home in modern thought and 
culture. 




AppI 



Students dine in the large succah in the garden of the Hebrew Normal School in Casablanca. 



Jeuish Population in ISorth Africa I\ow 135,000 



According to recent estimates, the 
Jewish Population of Morocco now num- 
bers 130-135,000. The number of Tu- 
nisian Jews is now down to 30-33,000. 



Algeria has a Jewish population of 10- 
15,000, less than 10 per cent of its 
strength before the recent large-scale 
emigration. 



W inier, 1963 



31 



The Exodus Front Algeria 



A Unique Phenomenon 



During 1962, over 100,000 Jews left 
Algeria for France. Being French Citi- 
zens, they were admitted without ques- 
tion. 

This was part of a larger movement of 
Europeans from the country. Half of the 
non-Jewish Europeans — but over 90 per 
Cent of the Jews — departed. 

It was believed at first that many refu- 
gees would return home when conditions 
were stabilized. Current reports from 
both France and Algeria, however, offer 
no reason to believe that a substantial 
number of Jews will return in the fore- 
seeable future, at least. Thus, one of the 
oldest Jewish communities in the world 
must be considered extinct. 

The exodus of Algerian Jewry to 
France is an event without precedent in 
the history of Jewish migration. It is not 
magnitude which makes this exodus 
unique: several countries have recently 
lost almost their entire Jewish popula- 
tions, notably Bulgaria, Yemen, and Iraq. 
What makes the Algerian exodus dif- 
ferent from all other Jewish migrations 
is that Algerian Jewry had the advan- 
tages of immigration to a great and rieh 
country enjoying at the same time — un- 
like the immigrants to America — the 
Status not of foreigners but of full-fledged 
Citizens, entitled to the solicitude of their 
government, speaking the language and 
feeling, from the very beginning, part 
and parcel of it. 

This favorable aspect of Algerian emi- 
gration led to the hope in some quarters 
that the integration of Algerian Jews into 
the life of France would be relatively 
painless. The experience of the last few 
months has shown that these expectations 
will not be fulfilled. For one thing, mi- 
gration is never painless; it always causes 



32 



by S. G. 

immense suffering, especially when it 
takes the form of a mass exodus. More- 
over, although France is now in a State 
of economic, social, and even political 
stability, the country is still not free from 
many burdensome problems which can- 
not help having a particularly adverse 
effect on newcomers. The difficult hous- 
ing Situation is one example of a general 
Problem which inflicts grave hardship on 
many refugees. 

Refugees are also confronted with spe- 
cial Problems arising from their religious 
and cultural needs as Jews. Refugees 
from Algeria as well as those who have 
come from other countries during recent 
years have suddenly increased the Jew- 
ish Population of the country by 50 per 
Cent. This has imposed an almost un- 
bearable strain on the religious and other 
communal institutions of French Jewry. 
What makes things worse in that respect 
is the geographically uneven distribution 
of the refugees. According to reports re- 
ceived by the American Joint Distribu- 
tion Committee, the arrival of refugees 
has tripled the Jewish populations in 
many eitles and towns; in some of these, 
no Jewish life existed before. 

The French government extends finan- 
cial help to all Algerian refugees, Jews 
and Gentiles alike. This help, however, 
is not enough. Additional contributions 
must come from other sources. Supple- 
mentary help is provided by the French 
Jewish Community and by world Jewry, 
with American Jews (through the JDC) 
playing a major part in these efforts to 
alleviate the suffering of the refugees. 

It must be mentioned parenthetically 
that many European communities which, 
only 10 or 15 years ago, were on the re- 

The AUiance Review 



ceiving end are now contributing to the 
help of the Algerian refugees. 

o * « 

One need of the refugees which must 
be satisfied most urgently is education. 
The facilities which now exist in the 
French Jewish communities will not be 
adequate if there is to be a serious effort 
to prevent the dejudaization of the Al- 
gerian Jews. 

In the conditions prevailing in France 
- and not only in France - the Jewish 
ties of the younger generation can be 
maintained only at the price of positive 
and continued effort. Without such ef- 
fort, Algerian Jews could be lost to the 
Jewish people. 

The threat of such a loss is certainly 
serious enough to justify any measure to 
assure the Algerian children of a Jewish 
education. But there is more to it: the 
severance of ties uniting Algerian youth 
with the Jewish past can not only bring 
about a grievous loss for the Jewish peo- 
ple but can also hurt the youth thetn- 
selves. 

For there is reason to believe that the 
Algerians are threatened by a very seri- 
ous danger. When great masses of peo- 



ple are suddenly forced to take root in a 
new environment, there is always a pos- 
sibility that the roots will not go very 
deep. If, at the same time, their ties with 
their past are abruptly severed, there is 
a very real danger of a kind of "levan- 
tinization." It is therefore in the interest 
of the Algerian Jewish children them- 
selves that they be reared in their f athers' 
Spiritual tradition. 

It is encouraging to know that efforts 
are now being made by the Alliance Is- 
raelite Universelle to open schools - all- 
day secondary schools - for children of 
Algerian refugees in Paris and other 
French cities. These schools will provide 
both general and religious instruction. 

• • • 

If, in some respects, the exodus of Al- 
gerian Jews has been diflPerent from other 
chapters in the history of Jewish migra- 
tion, it has closely resembled most of 
them in at least one respect: only a year 
or two before these 100,000 men, women 
and children feit compelled to leave 
their country and to do so without de- 
lay, a great majority of them refused to 
believe that they might ever have to un- 
dergo such an experience. . . . 



Thousands of Algerian Jewish Children Enjoyed 
Vacations in JOC-Supported Summer Camps 



Because many Jewish parents in Al- 
geria early last year feared for the 
safety of their children but were them- 
selves unable to leave the country, they 
sent them alone to the French mainland. 
As a result, several thousand Algerian 
Jewish children were sheltered in Joint 
Distribution Committee-supported sum- 
mer camps in France during July and 
August, swelling the camp population in 
that country from 5,900 in 1961 to 9,000 
last year, according to Charles H. Jor- 
dan, JDC Director-General. 

In all, a total of 23,000 needy Jewish 
children in 15 different countries of Eu- 



rope. North Africa and the Middle East 
enjoyed summer vacations in camps or- 
ganized with the assistance of JDC. 

The Algerian Jewish children who 
were sent to France alone were received 
and cared for by the French Jewish Com- 
munity until their parents could join 
them. Summer camps provided an ideal 
temporary Solution for sheltering them. 
In addition many Algerian Jewish refu- 
gees, living in cramped, sub-standard 
quarters, welcomed the camp program 
which sent their children off on vacation 
and gave them greater freedom to get 
themselves established in France. 



Winter, 1963 



33 



Canadian Friends Hold Annual Meeting 

Rapid Progress Report ed 



Over 400 persons attended the annual 
meeting of the Canadian Friends of the 
Alhance IsraeHte Universelle in Mon- 
treal Dec. 1, 1962. 

Justice Harry Batshaw, President, sub- 
mitted a detailed report on the activities 
of the Canadian Friends. Not only has 
membership in the Canadian Friends in- 
creased greatly during the past year, but 
many members have become "Sponsors" 
of children in Alliance schools in Iran 
and other countries. Personal links are 
thus being established between the chil- 
dren and the Friends of the Alliance in 
Canada. The number of "sponsors" is in- 
creasing steadily, thanks to the efforts of 
a special committee headed by Ben Cha- 
zonoff. 

Justice Batshaw also predicted that 
during the next few months groups of 
Friends of the Alliance will become ac- 
tive in many cities of Canada. These will 
further increase the influence of the Or- 
ganization, which already occupies an 
important place in Canadian Jewish life. 

Marcel Franco, Vice President of the 
Central Committee of the Alliance and 



President of the American Friends of 
the Alliance, was the guest Speaker. He 
reported that as a result of recent nego- 
tiations with the Moroccan authorities, 
the local network of schools founded by 
the Alliance will be maintained and will 
continue to dispense both secular and 
religious instruction to tens of thousands 
of Jewish children. He added that the 
preservation of the schools was made 
possible by the statesmanlike attitude of 
King Hassan II. 

Mr. Franco also made reference to the 
plan for opening secondary schools in 
France for refugees from Algeria. 

Mrs. Benjamin Robinson, a member 
of the Board of the Canadian Friends 
and President of the International Coun- 
cil of Jewish W^omen, reported on a re- 
cent trip to Iran. She was greatly im- 
pressed by the contribution being made 
by Alliance schools to bettering the lot 
of the 80,000 Jews there. 

Philip Vineberg, Vice President of the 
Canadian Friends, stressed the impor- 
tance of the help given by France to 
many Alliance schools. 



Iran Ambassador Honored by Canadian Friends 



Mahmoud Esfandiary, Ambassador of 
Iran to Canada, addressed the Board of 
Directors of the Canadian Friends of 
the Alliance Israelite Universelle at a 
special meeting in May. 

The Ambassador spoke of the ancient 
friendship of Persia to the Jews and its 
present friendship for both Canada and 
Israel and expressed the appreciation of 
his government for the work of the AIH- 
ance in the field of education. 

The meeting took place at the home 
of Philip Vineberg, Vice President of 
the Canadian Friends. 

Justice Harry Batshaw, President of 
the Organization, was chairman of the 
meeting. 



34 




Justice Batshaw (right) introduces the 
Iranian Ambassador to the members of the 
Canadian Friends of the Alliance. 

The Alliance Review 



Chapter of Friends 
Created in Toronto 

A new chapter of the Canadian 
Friends of the Alliance Israelite Univer- 
selle was organized recently at a meet- 
ing held at the home of Samuel Keiner, 
prominent member of the Toronto bar. 
A large number of leading members of 
Toronto Jewry have already joined. Mr. 
Keiner is chairman of the group. 

Gerard Israel, Assistant Secretary- 
General of the Alliance, who visited 
North America some time ago, was pres- 
ent at the meeting and submitted a re- 
port on the activities of the Alliance and 
on the tasks confronting it in such areas 
as Israel, Iran, and North Africa. 




Mr. Israel, left, discussing with Mr. Keiner 
some of the Problems confronting the Alliance 
Israelite Universelle. 



Canadian Friends to 
Organize in Hamilton 

Harold Minden, Q.C., prominent lead- 
er of the Hamilton, Ontario, Jewish Com- 
munity, will form a chapter of the Can- 
adian Friends of the Alliance. He re- 
ported this intention to Saadiah Cher- 
niak, Executive Director of the Ameri- 
can Friends, who visited the area re- 
cently. 

The chapter is expected to start func- 
tioning early in 1963. 

Winter, 1963 



California Branch 
Elects New Board 

At a recent meeting of the California 
Branch of the American Friends of the 
Alliance, the following officers and di- 
rectors were named: Ness J. Peha, Pres- 
ident; Leon D. Saul, First Vice Presi- 
dent; Aron Cohen, Second Vice Presi- 
dent; Leon A. Ligier, Honorary Vice 
President; Ben Franco, Secretary; Tuni 
Azose, Recording Secretary; Richard J. 
Amado, Treasurer; Dr. I. E. Benveniste, 
P. P. - Advisor. 

In addition to the officers, the Board 
of Directors includes Rabbi Jacob M. 
Ott, Rabbi Michel Albagli and Maurice 
Amado, Honorary Members; Mrs. Rich- 
ard J. Amado, Mr. and Mrs. Mordo Alta- 
bet, Mr. Jacques Albeldas, Mrs. Sam 
Azose, Mrs. I. E. Benveniste, Mr. and 
Mrs. Max Bacola, Mr. and Mrs. Sam O. 
Berro, Mr. and Mrs. Ralph Caraco, Mr. 
Maurice Carmona, Mrs. Aron Cohen, 
Mrs. Ben Franco, Mr. and Mrs. Meyer 
Gattenio, Rev. and Mrs. Issac M. Varon, 
Mr. and Mrs. Ely Levy, Mr. and Mrs. 
Maurice Mitrani, Mr. and Mrs. Joseph 
Mayo, Mr. and Mrs. Sam Moreno, Mr. 
and Mrs. Salvador Meshulam, Mr. and 
Mrs. Morris Mizrahi, Mr. and Mrs. Jack 
I. Notrica, Mrs. Ness J. Peha, Mrs. Leon 
D. Saul, and Mr. and Mrs. Alex Tobey. 



Friends of the 
Alliance in Japan 

According to reports received at the 
headquarters of the Alliance in Paris, 
a group of Friends of the Alliance is 
now being organized in Tokyo. 



The films The End of the Night 
and Give Me Your Hand, can be 
obtained on loan, free of charge, 
from the American Friends of the 
Alliance, 61 Broadway, New York 
City. 



35 



Women 's Division Steps Up Activity 

Increases Membership; Equips Tel Aviv Laboratory 



At three open meetings held by the 
Women's Division of the American 
Friends of the AUiance during the spring 
of 1962, the group enrolled many new 
members and advanced its work. 

One meeting was held at the Sephar- 
dic Brotherhood in the Bronx, New York, 
under the chairmanship of Mrs. Asher 
Touriel, a Trustee of the Division. Rabbi 
Judah G. Heller who had lived in Paris 
before Coming to the United States and 
was in close contact with the headquar- 
ters of the Alliance, was the guest Speak- 
er. After a thorough analysis of the prin- 
ciples guiding the work of the Alliance, 
Rabbi Heller concluded that the univer- 
salism of the Alliance, its attachment to 
cultural and spiritual values, and its tol- 
erant attitude to diflFerent philosophies 



have earned it an honored place in Jew- 
ish life. 

Rabbi Acher Murciano, an Alliance 
graduate, greeted the meeting in his ca- 
pacity as spiritual leader of the Sephar- 
dic Jewish Brotherhood of America, 
Mrs. Esta Perahia, President of the Lad- 
ies Auxiliary of the Sephardic Brother- 
hood, contributed significantly to the 
success of the meeting. 

This gathering was followed by an 
open meeting, which was also attended 
by a large number of members of the 
American Friends. As in preceding 
years, the meeting took place in the 
Spanish-Portuguese Synagogue in New 
York and was presided over by Mrs. 
Isaac El Hassid, President of the Divi- 
sion. Dr. Joseph B. Schechtman was the 




Leaders of the Women's Division of the American Friends, left to right (first row): Mesdames 
E. Rokhsar, Financial Secretary; TV. Lazar, C. Le Ave, E. Soußer, I. Alcalay, K. Fatoullah, 
Vice President; B. Cohen, Social Secretary; Z. Nazarian, I. El-Hassid, President; A. Saltiel, 
Assistant Treasurer; M. Behar, G. Taboh, Corresponding Secretary; N. Alcalay, D. Allen, Vice 
President; F. Quenca and A. Touriel. (Second row): Af. Yohai, A. Gruen, A. Aboulaßa, Re- 
cording Secretary; D. Hazan, A. Hasson and S. Angel. (Third row): J. Ergas, J. Kattan, Vice 
President; S. Assael, Vice President; V. Nachmias, Treasurer. 



36 



The Alliance Review 



principal Speaker. He described the role 
of the schools of the Alliance in Israel 
having seen their work during frequent 
Visits to Israel. Chief Rabbi Israel Alca- 
lay delivered the invocation, and Rabbi 
Louis Gerstein of the Spanish-Portu- 
guese Synagogue, the benediction. Simon 
S. Nessim, Vice President of the World 
Sephardic Federation, greeted the meet- 
ing in behalf of the Federation and the 
Central Sephardic Community of Amer- 



ica. 



The annual meeting of the Women's 
Division took place in May at the Jew- 
ish Center of Forest Hills, New York. A 
report on the activities of the group was 
submitted by the President, Mrs. El Has- 
' sid; officers and directors were elected. 
A decision to equip the geological lab- 
oratory of the Alliance Lycee in Tel Aviv 
was approved unanimously. 

Gerard Israel, Assistant Secretary Gen- 
eral of the Alliance, brought the greet- 
ings of the Alliance and submitted a re- 
port on its educational System. 



Morris B. Hanan Is 70 

Morris B. Hanan's seventieth birthday 
was celebrated in Seattle recently. Mr. 
Hanan, a member of the Board of Di- 
rectors of the American Friends of the 
Alliance, is prominent in a number of 
Jewish organizations on the West Coast. 
He is a founder and past president of 
the Sephardic Congregation Ezra Be- 
zaroth, treasurer of the B'nai B'rith 
lodge, and a Board member of the Zion- 
ist Organization of America, the Fed- 
erated Jewish Fund and Council, and 
many other local and national groups. 

Born on the Island of Rhodes (at the 
time a part of the Ottoman Empire), 
where he attended an Alliance school, 
Mr. Hanan has always been conscious 
of the importance of the work of the 
Alliance. He has led the chapter of the 
American Friends in Seattle since its 
creation a few years ago. 



Seattle Steps Up 

Alliance Activity 

During a recent visit to Seattle, Ger- 
ard Israel, Assistant Secretary-General 
of the Alliance, addressed a meeting or- 
ganized by the Seattle chapter of the 
American Friends. The group decided 
to form a new committee in order to pro- 
mote the program of the Alliance in the 
Northwest. 

Leading members of the Seattle Se- 
phardic Community are expected to take 
active part in this new phase of the work 
of the chapter: Albert Hanan. Albert 
Franco, Albert Altaras, the Rev. David 
Behar, the Rev. Samuel Benaroya, Jack 
Caston, Joseph de Leon, Harry Franco, 
Rabbi Salomon Maimon, Morris Mor- 
haim, Victor Peha, Morris Tarica, and 
Albert Veissi. Morris B. Hanan, a mem- 
ber of the National Board of the Amer- 
ican Friends of the Alliance, will con- 
tinue to support the new committee. 

The group is also taking steps to in- 
clude leading members of the Seattle 
Ashkenazi Community. 




Morris B. Hanan 



Winter, 1963 



37 



The Intuitive Intelligence 



of Early Childhood 



A meeting of teachers of the schools of the 
Alliance Israelite Universelle in various coun- 
tries is held in Paris every year at the head- 
quarters of the Alliance. At these meetings, 
organized ander the direction of Pierre-Maxime 
Schuhl, Professor at the University of Sor- 
bonne, lectures are delivered by prominent 
French thinkers. The aim of these annual 
meetings is to help the Alliance teachers to 
familiarize themselves with the mainstreams 
of modern thought. 

One of these lectures was devoted to the 
"Intuitive Intelligence of Early Childhood and 
Psychological Conflicts." The Speaker was Mrs. 
E. Amado Levy-Valensi, Professor of Philoso- 
phy at the Sorbonne. 

In the first part of her lecture, Mrs. Levy- 
Valensi offered a definition of "psychological 
conflicts" and suggested that their origin is 
to be found in early childhood. 

Mrs. Levy-Valensi reminded her listeners 
that, according to Sigmund Freud, the neurotic 
troubles of adults have their roots in their ex- 
periences of early childhood, at an age when 
the child is still unable to understand the 
events taking place around him. 

The foUowing translated excerpts are taken 
from the second half of Mrs. Levy-Valensi's 
lecture. 



It has to be emphasized that experi- 
ences that mark the sensitivity happen 
at a very early stage, long before the 
child has the capacity to comprehend 
what goes on about him or to formulate 
it in clear terms. There is a stage, for in- 
stance, at which the child is capable of 
talking, but where what he seems to have 
grasped is of such complexity that it is 
impossible for him to formulate it in 
clear terms. There is another, even ear- 
lier stage, where he seems to be con- 
scious of disturbances in his surround- 
ings, without yet being capable of even 
elementary speech. 

We know the agitation provoked by 
Freud's findings on what the psycho- 
analysts call the "primitive scene": the 
child being traumatized by what he 



38 



by Professor E. Amado Levy-Valensi 

could have grasped of the conjugal in- 
timacy of his parents. Common sense 
reacted most strongly against these 
Freudian themes; it was thought that the 
child was incapable of feeling, of per- 
ceiving or of understanding anything 
around him. Nevertheless, it appears 
that traces of such traumatic experiences 
are to be found in the psychology of the 
adult. There are also patent proofs in 
the psychopathology of the child of his 
capacity to perceive in general the dis- 
turbances in his surroundings. 

A classic example in infantile psy- 
chiatry concems mental anorexia (loss 
of appetite). We know that mental an- 
orexia is characterized by the fact that 
the subject (in the absence of any dis- 
cernible physiological cause), refuses all 
nourishment, for psychological reasons 
only. It has been observed that an in- 
fant living in disturbed surroundings — 
perturbed by conflicts between his par- 
ents, for instance — begins to refuse 
food. He is thus vaguely conscious of 
what goes on around him, without being 
capable, of course, of real understand- 
ing. He is still an infant, but he already 
feeh something. 

This primitive experience implies that 
in the margin of consciousness (as we 
adults understand "clear conscious- 
ness"), there exits an "intelligence" of an 
often extraordinary and precisely defin- 
able type. 

Here is a clinical example: At the Psy- 
chiatric hospital of Ville-Evrard, I ob- 
served for six months a 27-year-old man 
who had been under psychoanalysis for 
two years. He told me about his two 
sisters. He was the oldest of the chil- 
dren, Among other things, he was ap- 
parently convinced that his mother did 

The Alliance Review 



not love him. During his entire child- 
hood he had suflFered from his mother's 
lack of attention. One day he told me 
that he had dreamed that he was on a 
stormy and dangerous sea and that there 
was an empty skiff lying before him. He 
added: "The dangerous sea - I under- 
stand. It is my mother. The atmosphere 
she created around us was always 
stormy; one was always afraid of ship- 
wreck. But I do not know what the 
empty skiff means." 

I did not understand either, but I 
ventured a remark: "Still, you are the 
oldest child. . . ." 

It was then that he answered: "No, 
I am not the oldest. Before me there was 
a brother who died when he was quite 
young. My mother was pregnant with 
me but did not want me to be born, be- 
cause she was still influenced by the 
death of her first child. At the bottom 
of her heart, she always reproached me 
for living. When I was born, she always 
reproached me for existing and for not 
being my dead brother." 

This example is of interest to us now, 
for the young man told me that it was 
only at the age of 12 when he happened 
to look through some papers, that he 
found out about that older brother. Be- 
fore he acquired any objective knowl- 
edge of his brother's existence, his mind 
had already been marked by this and 
by the fact that his mother was living 
her life in reference to the child that 
was no more. This also explains the fact 
that during psychotherapy he was ob- 
served for two-and-a-half years without 
talking about that brother, whose exist- 
ence had been revealed to him at the 
age of 12. The formal knowledge came 
at 12, but since earliest childhood he 
had, in marginal consciousness, lived 
through the life and death of that broth- 
er. It had impressed itself on his mind 
as a result of the impression on the mind 
of his mother. Something had passed 
from her to him, without, nonetheless, 
being clear. 



This example shows that rather com- 
plicated situations may be perceived in 
general, while nothing is clearly formu- 
lated. Such a Situation, ignored at the 
conscious level, is finally perceived. This 
is exactly what happens with adopted 
children. Nowadays, psychoanalysts and 
psychiatrists recommend that an adopt- 
ed child be told early that he has been 
adopted. If he learns about it later, trau- 
ma may develop. These traumata, in 
fact, exist only in relationship to what 
was previously perceived and then re- 
generated by a tardy and awkward reve- 
lation. 

I recently became acquainted with a 
girl who had gone through a depressive 
stage at the age of 22, because she had 
just learned that she was not her moth- 
er's daughter. She told me: "This was 
particularly painful because I reahzed 
that I had known it all along. I remem- 
bered lots of signs, little things, all which 
proved that I had known about it all 
along, though not consciously." 

She had undergone a stage of despair 
when she was about 18, without know- 
ing why. She had thought of becoming 
a nun. It is only later, with more light 
upon the Situation, that one realizes that 
there exists a very primitive intelligence, 
long before the conceptual process per- 
ceives anything. 

A related point should now be em- 
phasized. 

These examples, though convincing, 
are difficult for us to understand and 
accept. I think we should try to find 
out why adults are reluctant to over- 
come this sort of thing. There are, first, 
our habits of language. In general, we 
are accustomed to understanding that 
which is expressed. It is so much easier 
to understand what we are told and to 
leam not to pay too much attention to 
what we are not told. We are used to a 
conceptual exchange, formulated, ab- 
stract, where what has to be expressed is 
expressed effectively. We do not measure 
very exactly what lies between the words 
and beyond the expressed concepts. 



Winter, 1963 



39 



This is a first reason, but there are 
others. 

One reason in particular that pre- 
vents adults from realizing what a child 
may pereeive without being able to teil 
it, is that it is easier that way. This spares 
the adiilt the trouble of weighing every- 
thing he says. He speaks in the pres- 
ence of the children, and he decides in 
a rather arbitrary way that children do 
not understand. This saves hini the ef- 
fort of taking precautions. 

There is, finally, a third reason. This 
may be the most difficult to grasp, but 
it may very possibly be the deepest of 
all. It is a certain feeling of guilt that 
lives in the adult. To recognize that the 
child can understand matters beyond 
those which the adult believes him cap- 
able of imderstanding is to recognize, 
too, that the adult is capable of hurt- 
ing the child by his own conflicts. As 
man, since Adam, has never been fond 
of too much responsibility, he is inclined 
to say: "Oh, no! What I conceal, I con- 
ceal well. I am very careful in front of 
the child. He knows nothing. He does 
not notice a thing." 

If one is honest with oneself, one has 
to admit the fact: It is true that the child 
perceives a number of things, a number 
of conflicts, that the adult tries to con- 
ceal from the child (and sometimes from 
himself ). 

To admit this fact is not necessarily 
to understand it. I am not saying that I 
can give you all the answers here, but 
we can try to approach the problem a 
little more closely. 

What is this mysterious intuitive in- 
telligence that makes a child aware of 
situations which are far more complex 
than its intelligence can grasp and 
formulate? 

Some authors, especially Ehrenwald, 
speak of telepathy. Ehrenwald mentions 
a very simple example. He has often 
observed cases of children who will not 
eat a certain food if it has been given 
by someone who himself does not like it. 
He speaks of a woman who hated calfs 



44) 



liver; when she served calf's liver to her 
son, he would not eat it. Nothing could 
make him eat it. When someone eise 
served him the same calfs liver, he would 
eat it quietly and without fuss. He thus 
seemed to pereeive telepathically that 
his mother had a distaste for calfs liver. 

Another author, Spitz, who specializes 
in the study of infants, says apropos of 
the Ehren wald experience: "There is 
nothing mysterious about it. The child 
observes a facial expression. If one shows 
distaste while serving calfs liver to him, 
he will not eat it." 

I am not going to discuss telepathy. 
It is possible, contrary to the thesis which 
believes in its existence, that it is no 
more than a reading of signs, especally 
of facial expressions. But I believe that 
a child is capable of reading signs, even 
if these signs are not very obvious. It is 
possible that the person has not actually 
displayed the expression of distaste 
which we imagine, But perhaps some- 
thing almost undiscernible in her atti- 
tude has shown a lack of conviction, and 
it is that very subtle lack of conviction 
which the child has sensed, without any 
hint of telepathy. 

We may therefore say that at this 
level the child perceives the "undis- 
cernihle" and so well that he does this 
without formal conceptualization or 
verbal formulation. 

It must also be emphasized that what 
makes perception of the "imperceptible" 
in a child particularly brutal and trau- 
matizing is the child's inability to ex- 
press it, to formulate it. 

At this point I should like to oflFer an 
example of a child, a precocious and 
intelligent little girl, who, one day, wit- 
nessed a life-and-death animal drama: 
the family dog killed the eat. There was 
a moment of complete bewilderment. 
Then the child told her mother, "The 
wicked dog killed the nice eat, but the 
gardener has buried it, and this has 
done the eat a lot of good." This was a 
tentative explanation to comfort herseif, 
to de-dramatize an unbearable tragedy. 

The Allinnce Review 



But beneath this level, where one 
trics to arrange things, the child is 
especially deeply marked by a drama 
which he is incapable of explaining, 
either by rationalization or by some other 
type of explanation. One may say that 
the child has no categories into which 
to place what impresses him. He does 
not know what to do about it; he is 
overcome, submerged. He is scarred, 
petrified, blinded. There is a certain 
grasping at reality at this level, an ex- 
tremely traumatic grasping, one that 
conceptualization cannot tame, channel- 
ize, put into shape. It is thus pre-concep- 
tiial knowledge, at a level where con- 
ceptualization is impossible. I think it 
is best defined as traumatic knowledge. 
It is something more or less instantane- 
ous, without elaboration, which brands 
him forever. 

A Schizophrenie whom I had seen at 
the Psychiatric hospital of Ville-Evrard 
told me, while referring to his earliest 
experiences, "I have seen every thing . . . 
this is irremediable, I have seen. . . /* 
It was thus a sort of reference to a Vision, 
to something that he could not remove 
from his mind, something that in some 
way had burned his eyes, the eyes of his 
soul, something which he could not ex- 
plain to himself, but which had marked 
him deeply. 

I think it is the act of seeing which 
Icaves the sharpest image. Seeing is not 
explaining, it is not formulating. It is 
something immediate, sometimes some- 
thing blinding, against which there is 
no defense. 

Can we find an illustration of this 
dangerous and brutal apprehension of 



reality? To see something that one ought 
not to see, that it would have been bet- 
ter not to see - that is a pattern which 
is to be found in religious legends, as 
well as in folklore. It is a theme which 
finds deep echoes in human conscious- 
ness, because it is there that everyone 
again finds the child he has been, the 
child who intuitively grasps the secret 
of the "grown-ups," who is in some way 
overwhelmed by it. What is more, he 
feels guilty because of it. He suddenly 
loses this feeling of security and feels 
guilty for having understood something 
which was not meant for him. 

In all contexts to which we may refer, 
the feeling of guilt is always more or 
less associated with the act of seeing. 
Take Greek mythology. Psyche lifts a 
lamp to the face of Eros and by this deed 
loses him. Take the Bible. Lofs wife is 
changed into a pillar of salt because she 
looks back toward the guilty cities. Take 
folklore. Bluebeard's wife becomes petri- 
fied when she opens the forbidden door. 
All was going well as long as she did not 
see; later, not only has she seen, but the 
key that feil into the blood retains its 
stain. One cannot wash off the stains of 
blood. There is always this idea that 
once one has seen, one has done some- 
thing irreparable. It is indelible; one re- 
mains marked by it in one way or an- 
other. 

The intuitive intelligence of earliest 
childhood is of this type; that is pointed 
to by folklore, by legends and myths. 
This type of experience is of an alto- 
gether traumatic and unforgettable na- 
tura. 



W inier, 1963 



41 



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IM 



> 373 



Thk Jewish Tribinp, .ipnl, 1939 



Jewish Achievements in American History 



New York.— A wann tribute to 
Jewish contrihutions to American 
life was paid in a broadcast 
by Mr. John W. Studebaker. U.S. 
Convnissioner of Education. 

"Since the day Luis Torres, the 
Jewish meniber of Cohinibus' crew 
who is said to have been the first 
white man to set foot on American 
soiJ, the Jews have been enriching 
the stream of American life, Mr. 
Stuilebaker said. "To-day, more 
thaii four million Jews are'contri- 
buting to America 's progress in 
science, art. music, agriculture and 
pubhc Service. 

"There is not one episode er 
crisis in our national history in 
which the Jews haxe not pla\ed a 
part," Mr. Studebaker declared. 
"Jews, not jewels, provided the 
funds for the first voyage of Colum- 
bus. Research has exploded the 
legend concerning Isabella and her 
gems. The nione\' was advanced 
freely and generously bv Luis San- 
tangel and other men" of Jewish 
birth. Here," said Commissioner 
Studebaker, "we see the Jew help- 
ing to discover America." 

The History of American Jews 

The history of the Jew in Ameri- 
ca began with a tale of suffering. 
States a broadcast survey of the 
achievements of the Jews of Ame- 
rica, sponsored by the Department 
of Education and relaved by 102 
wireless stations in the L.S.A. in 
the series of talks "Americans All— 
Immigrants All." 

Two hundred eight\-fi\e years 
ago the first lx)at-load of Jewish 
relugees sought safetv here. fhev 



came as exiles froni persecution. 
Dviven from South America by 
the Portuguese, who had won Pef- 
nambuco from the Netherlanders 
thev hoped at least to find a home 
in the colony of New Amsterdan;. 
ihey were admitted under protest'. 
But within a few vears after their 
landing in America, it is reported 
the Jews had helped to raise New- 
port to a place of importance in 
the comn^ercial world. In Geor- 
gia and Charleston, South Carolina, 
they planted colonies which are still 
in existence. 

Jews Champion The American 
Revolution 

During the contlict between the 
colonies and the mother country, 
the majority of Jews in colonial 
America stood with the patriots. 
They furnished soldiers and offi- 
cers for the arnyv. Haym Solomon, 
a Pol ish- Jewish refugee, is credit ed 
with ha\'ing saved the dav for 
Washington with his financial con- 
trihutions. A Rabbi. Dr. Gershon 
Mendes Seixas of the Shearith 
Israel Congregation of New York, 
was among the clerg\'men vvh(i 
administered the oath of office to 
George Washington when he was 
first inaugurated as President. 

Research reveals that l'riah Levy, 
who fathered the law for the aboli- 
tion of coq)or.il jnmishment in the 
L'nited States Navy, was one of 
th(; outstanding naval Commanders 
in the War of 1812. 

iMom the beginning of their colo- 
nial life, the Jews have been vitally 
concerned with the jirogress anj 

flEiO NAaSWAL MtdlN^i 

'0^t¥B US 




SADJ9 



17 

development of distributive occupa- 
tions and commerce. From small 
Shops Started by Jewish immigrants 
there arose man\' of the great 
American department stores. The 
names of Straus, (rinibel. Altman 
and Stern are evidence of the rise 
of obscure Jewish merchants. 

Nathan Straus, merchant, is in- 
ternationally known for his chari- 
table works. He established free 
milk centres for the poor of 136 
American cities in the course of a 
personal Crusade that resulted in 
legislation requiring the pasteurisa- 
tion of milk in America. Samuel 
Gompers, a cigar maker, conceived 
and carried out the principal of 
unionism. Joseph Goldberger, a 
worker in the U.S. Public Health 
Service, discovered the cause of 
Pellagra, a disease that reached 
epidemic proportions in the Southern 
areas of the United States. 

Jews and The Civil War 

Jews fought on both sides of the 
Civil War. The conflict that sepa- 
rated the families of other groups 
in the United States also saw Jew 
Shoulder arms against Jew. Many 
who had come from the lands of 
oppression in Central Europe strug- 
gled for the emancipation of slaves. 
A study reveals that 8,000 fews 
serxed the Blue and Grey. 

More than 250,000 American fews 
saw Service in 1917 and 1918 in 
the W orld War. 

An^^rican Jews have contributed 
nmch to the develo])ment of art, 
science, and agriculture in the 
Imited States. Jewish sponsored 
agricultural schools are educating 
Jewish youths in scientific farming 
methods. The\' ha\e done much 
to develop a distinctive school of 
American music ; and Oscar Ham- 
merstein. German-Jewish refugee, 
shook the lethargy out of the 
American oj)era and started it on 
a successful career. Many Jews are 
prominently connected with the 
motion picture industrv in the 
United States. 

In the lield of science are notice- 
able such names as Dr. Simon 
Flexner, of Rockfeller Foundation 
fame. Dr. Harry Plotz is said to 
have isolatcd the germ of typhus 
and prepared a serum to combat 
it. Dr. Casimir Funk improved 
the theory of vitamins and made 
it the basis of modern dietetics. 

Jewish influencc on American 
literature has made itself feit with- 
in the past two decades. Such 
names as Edna Ferber, Waldo 
Frank and Sidney Kingsley are 
prominent in the modern school. 



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Berlin. 29. März 1934 



Einzelnummer 20 Pt. 



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ur betttf^es Subentmn unb reliQtdten Aufbau 



Nr. 26 



14. Jahrgang 



Bezugspreis: Monatlich 1,35 PM. zuzüglich 
Sestsllgeid. Einzelnummer 0,20 RM. Abonne- 
mentswerden bei allen Postämtern angenom- 
men. — Anzeigen nach Tarif. — Bei Nichter- 
scheinen Infolge Streiks oder höherer Gewalt 
besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder 
POöcersiottung der entsprechenden Bezuge- 

gebOhren. 



Herausgeber: Hanns Loewenstein 



Die ,,lüclisdi-liberale Zeitung'* ersdieint 
zweimal wöcttentlidi: Dienstag und 



Die.^Odlsch-llberale Zeltung** erscheint Diens- 
tags und Freitags. - Pedai<tlon und Geschäfts 
stelle: Berlin - Charlottenburg 4, Mpmmsen- 
str. 40. — Fernruf: J 6 Bleibtreu Sammel-Nr. 
1545. - Bankverbind u ng : Kreditverein für 
Handel und Gewerbe e.G. m.b.H., Berlin N 24. 
Postscheckkonto: Jüdisch -liberale Zeitung, 

Berlin 22764. 



Fest des Frühbigs - Fest der Frellieit 




Von Rabbiner Dr. Levi, Mainz 

Bei keinem der jüdischen Feste sind die Elemente, 
welche für die Entstehung und den Sinn des Festes 
von Bedeutung sind, so vielgestaltig wie beim Pessach- 
fest, diesem ältesten der jüdischen Feste. Diese Viel- 
gestaltigkeit der Entstehungsgrundlage gibt dem Bilde 
des Festes * zwar Vielfarbigkeit, erschwert aber die 
Aufweisung des einheitlichen Sinnes, der dem Feste 
zu Grunde liegt. 

Eine solche Vielgestaltigkeit der Elemente kann 
entstehen, wenn in einem Augenblick verschiedene 
Ströme geistigen und seelischen Lebens sich treffen, 
sie kann aber auch das Ergebnis eines zeitlichen 
Verlaufes und geschichtlicher Entwicklung sein. Das 
F^essachfest trägt zweifellos starke Spuren dieser ge- 
schichtlichen Entwicklung; denn wenn es ein Wall- 
fahrtsfest gewesen ist, dann könnte es dies erst von 
dem Augenblick an gewesen sein, wo Israel über ein 
größeres Landgebiet hin angesiedelt war und Israels 
Mannschaft nu^ von, Zeit nL^Leii Aum ^entraU^nJHrilig- 
tum gelangen konnte, wenn ferner Pessacii zum 
Erntefest geprägt wurde, an welchem man die ersten 
Jahresergebnisse der Gerstenernte darbrachte, so setzt 
dies eine feste Ansiedlung und eine Beschäftigung 
mit der Landwirtschaft voraus und kann infolgedessen 
in einer Zeit der Wanderschaft praktische Verwirk- 
lichung nicht gefunden haben. Und manches Element, 
das zum Werden des Festes beitrug, hatte und hat 
nur auf einen Teil von Personen begrenzte Bedeutung 
und Verpflichtung; gerade das Ereignis, welches dem 
Feste den üblichen Namen „Pessach'' „Oberschrei- 
tungsfest*' gegeben hat, ist verpflichtend-wirksam nur 
auf die Erstgeborenen geblieben: weil Gott die israeli- 
tischen Häuser schonend überschritt, während er in 
der letzten der 10 Plagen in den ägyptischen Häu- 
sern die Erstgeborenen sterben ließ, wurden die erst- 
o-fborenen Menschen männlichen Geschlechts in Israel 
gotteigen und werden als auslösungspflichtig be- 
trachtet, sie sollen am Tage vor Pessach zum Dank 
für die Rettung der israelitischen Erstgeborenen 
fasten; die Erstlinge gewisser Arten aus dem Pflanzen- 
und Tierreich werden Gott geopfert. Manche dieser 
Verpflichtungen und Bräuche sind, so wie sie aus 
zeitbedingten Voraussetzungen heraus oder für die 
begrenzten Kreise geschaffen waren, auch wieder 
außerGebrauch gekommen, nachdem die Voraus- 
setzungen hinfällig wurden. 

Geblieben ist an diesem Frühlingsfest, das wir 
um die Vollmondzeit des Monats Nissan begehen, 
der tiefe Sinn, der ihm als „F e s t d e r B e f r e i u n g** 
eigen ist. Um diese Befreiung aus Ägypten, dem 
Hause der Knechte, haben sich die zahlreichen 
Bräuche, die zahlreichen Vorschriften religionsgesetz- 
licher Art gruppiert; um den Gedanken der Be- 
freiung, seine Vertiefung und Erhaltung kreist 
die Hagadah, die dem Seder Halt und Richtung 
gibt, und die Mazzoth, die als Brot der Armut den 
entscheidenden Schritt des Volkes Israel aus Ägyptens 
Sklaverei zur Freiheit und zur Geborgenheit in Gott 
symbolisieren. 

An den Anfang der Volksgeschichte Israels ist 
das „Fest der Freiheit*' gestellt und der Freiheits- 
gedanke dieses Festes ist nach allen Seiten hin aus- 
i gebaut, weil die Freiheit, recht verstanden, Grundlage 
tauch des religiösen Lebens ist. Der Sinn für die 
Bedeutung der Freiheit war anderen Völkern auch 
eigen; selbst aus den Überresten heidnischen Lebens, 
die sich bis in unsere Tage erhalten haben, erkennen 
wir dies. Wenn der Volksbrauch des Sommertages 
Winter- und Sommer-Puppen miteinander kämpfen 
läßt und unter allgemeinem Jubel der Winter scheiden 
muß oder gar in Feuer oder Wasser vernichtet wird, 
so kommt in diesem Brauch die alte elementare 
Freude darüber zum Ausdruck, daß die Bindung, die 
der rauhe Winter für den Menschen bedeutet, zu 
&nde ist, daß mit der Sonne und ihrer wachsenden 



Kraft dem Menschen die Freiheit wieder gegeben ist. 
Aber wenn in diesen Volksbräuchen der Mensch 
nur miterlebt, was sich draußen in der Natur voll- 
zieht und ohne persönliche Leistung sich an einem 
Ablauf der Natur als Beschauer freut, wird dem 
Juden die Freiheit zu einer Pflicht gemacht. Frei- 
heit ist Urrecht und Rechte wollen verdient sein. 
„Und wären wir auch alle Weise, und wären wir 
auch alle Einsichtige, und wären wir auch alle Alters- 
erfahrene und wären wir auch alle Thoragelehrte, es 
bliebe Pflicht für uns, vom Auszug aus Ägypten zu 
erzählen'' so sagt die Hagadah an einer Stelle, und 
an einer anderen heißt es „in jeder Generation ist 
der Mensch verpflichtet, sich selber zu betrachten, 
als ob er aus Ägypten gezogen wäre". Und es darf 
vielleicht in diesem Zusammenhang daraufhin ge- 
wiesen werden, daß unsere alten Lehrer in einer 
geradezu rühr^^den Weise versucht haben, dieses 
Urrecht der F^viheit bis in die Tage unserer ersten 
Stammväter zurück nachzuweisen, indem sie meinten 
„an jenem Tage, an welchem der Engel bei Abraham 
erschienen, sei Pessach gewesen, weil Sarah aus Fein- 
mehl K'icHen fi(tkh-ici habe" und .in jener Nacht, 
in der der Herr T^nseren Stammvater Abraham aus 



dem Zelte geführt und ihm am Aufblick zum ge- 
stirnten Himmel die fruchtbare und segensvolle Zu- 
kunft seiner Nachkommenschaft verheißen habe, sei 
Pessachnacht gewesen." Durch diese Worte und Aus- 
deutungen soll offenbar zum Ausdruck gebracht wer- 
den, daß der Gedanke der Freiheit in allen Genera- 
tionen und in allen Schichten der Menschen lebendig 
ist und daß die Verwirklichung des Freiheitsgedanken 
uralt und ewig neu ist: „Wir wollen frei sein wie 
die Väter waren"; und wenn der große Preußenkönig 
gegen Ende seines Lebens aus einer langen und 
tiefen Regentenerfahrung heraus das Wort sprach: 
„Ich bin es müde, über Sklaven zu herrschen", so 
bringt er damit zum Ausdruck, daß auch der hoch- 
sinnige Herrscher den Sklavengeist verachten muß. 

Wenn Freiheit auch ein Urrecht der Menschen 
ist, wenn dieses Recht zu allen Zeiten und in allen 
Kreisen erstrebenswert erschien, wenn es bei Herr- 
schern und bei Beherrschten seinen Wert besaß, aus- 
schlaggebend für die Frage, ob dieses Recht zu einem 
überzeitlichen und religiösen Wert wird, oder ob 
es im Kampf des Tages und der Meinungen stecken 
bleibt, ist die Erkenntnis der Gefa_hren, die mit 
(Fortseuung aul der Uinseitc.) 



El b'neh. el b'neh! 

Von Heinrich Stern 

In dem alten Festsang des Sederabends, der nicht 
nur diesem Abend, sondern dem ganzen Fest den 
charakteristischen Nigun gegeben hat, bitten wir: 

El b'neh, el b'neh 

B'neh beiss'cho bekorauw 

Gott baue, ja baue 

baue Dein Haus in Nahem! 

Dieses Gebet um Wiederaufbau, sonst fast in 
tändelndem Scherz gesungen, kommt heute aus tief- 
erregt glühendem Herzen. 

Auferbaut werden wollen wir! Ausgeschachtet 
sei, was als Baugrund neuen Lebens nicht tauglich ist, 
das bequeme Dahindämmern, der Sinn für das Äußer- 
liche, die falschen Güter einer falschen Zivilisation: 
Halbbildung, Schlagwortkultur, Bessserwisserei! Ein- 
senken wollen wir als Fundament Schlichtheit äußeren 
Lebens, gläubigen Sinn, unbeugsames Wollen. 

Um ein Haus bitten wir; denn eine Heimat tut 
uns not; — nicht nur ein Nachtasyl für den von 
Erwerbssucht und Vergnügungsjagd abgehetzten Kör- 
per, sondern eine Heimstätte, die Alten und Jungen 
neue Lebenskraft gibt! Em Haus brauchen wir, nicht 
eine Notbaracke, in dem wir uns für lange Zeit auf 
ein anderes Leben einricliten können; denn dieses 
neue Leben stiller Arbeit und gläubiger Hingabe soll 
nicht eine Ausflucht der Verzweiflung sein, sondern 
eine neue Sinngebung unseres Lebens. 

„In Nahem" möge dieses Haus gebaut werden. 
Möge es uns erspart bleiben, das Los irrender Wan- 
derer zu leiden, möge es uns vergönnt sein, auf der 
Erde, die die Gräber unserer Eltern trug, mit der 
Wiege unserer Kinder, auf deutscher Heimaterde, 
unser neues Haus zu bewohnen! Möge endlich dieses 
Haus stehen „in Nahem", in der Nähe des Ewigen. 

Manches Ding ist uns ferne geworden, dem wir 
uns nah verbunden glaubten, nahe Menschen wurden 
uns fremd, aber der Ernst der Zeit hat uns, auch vielen 
der Fernen unter uns, die Erkenntnis erschlossen, daß 
wir unser Leben durchmessen, nicht auf Grund des 
blinden Ungefährs, sondern nach oem Sinn eines 
weisen Weltenplans. Dieses Fühlen göttlicher Nähe, 
dieses Ein- und Unterordnen, gibt uns die Kraft, als 
ungebrochene Menschen im neuen Haus zu beginnen. 
Gerade wir liberalen Juden schöpfen aus diesem Be- 
wußtsein der Gottesgebundenheit unser religiöses Ge- 
meinschaftsbewußtsein, den Glauben an die Zukunft 
des Judentums, die unabhängig ist von Zeit und Land. 
Mit diesen Gedanken, Ihr Alten, Ihr Jungen, wollen 
wir uns um den Sedertisch vereinen! 



Ein Einspruchsbescheid des Bezirksamts Schöneberg 

Der abgewiesene Laubenkolonist 

Einen über den Einzelfall hinaus interessierenden Ein- 
spruchsbescheid hal dieser Tage das Bezirksamt Schöneberg 
dem jüdischen Pächter einer Kleingarten- 
parzelle, die sich in einer der Stadt Berlin gehörenden 
Schöneberger Laubenkolonie befindet, zugehen lassen. l>cr 
Pächter hatte gegen die vor einiger Zeit erfolgte Kündigung 
Einspruch erhoben, der jetzt mit folgender Begründung* 
zurückgewiesen wurde: 

„Der Einspruchsführer ist Pächter der vorbezeichneten 
Kleingartenparzelle im Schöneberger Südgelände. Die Stadt 
Berlin als Verpächterin hat durch Schreiben vom 27. Januar 
1934 das Pachtverhältnis gekündigt. Dem Einsprüche des 
Pächters mußte der Erfolg versagt werden. 

Die Verpächterin muß ihr Kleingartenland zur Ver- 
pachtung an bedürftige deutschstämmige Volksgenossen 
verwenden. Da der Einspruchsführer nicht arischer Abstam- 
mung ist, kann er die Fortsetzung des Pachtverhältnisses nicht 
beanspruchen. Ein wichtiger Grund für die Kündigung im 
Sinne des i^ 3 Abs. 2 der Kleingarten- und Pachtlandordnung 
vom 31. jiili 1919 lag vor.'' 



Uraufführung in New-York 

Die Rothschilds verfilmt 

New York. In dem soeben in einem der größten New 
Yorker Filmpaläste uraufgeführten Film „Das Haus Roth- 
schi Id'* wird das Leben und Schicksal zweier Generationen 
dieser jüdischen Bankierfamilie geschildert. In den Kritiken 
werden übereinstimmend die künstlerischen Leistungen, ins- 
besondere die des Hauptdarstellers, George Arliss, hervor- 
gehoben. 

Auch in Deutschland hat man schon einmal, kurz nach 
dem Krieg, die Geschichte der Rothschilds auf die Leinwand 
gebracht. Es handelte sich damals um eine Verfilmung von 
Karl Rößlers Lustspiel „Die fünf Frankfurter". 

Bittgang jüdischer Blinder zu Pilsudski 

Warschau. Eine Abordnung von 40 jüdischen Blinden 
hat einen Bitto^ang zu Marschall Pilsudski veranstaltet, um ihm 
die Notlage ihrer Schicksalsgenossen zu schil- 
dern Der Zug der Blinden, die Arm in Arm durch die 
Straßen Warschaus zum Schloß Behedere, der Residenz des 
Marschalls zogen, erregte lebhaftes Aufsehen. In den Straßen, 
die die Blinden passierten, wurde der gesamte Verkehr 
ei.^restcllt Die Wachposten im Schlosse ließen die Blinden 
ungehindert durch. Ein Adjutant des Marschalls empf mg die 
Abordnung und überbrachte Pilsudski die Beschwerden der 
Blinden, die Klage darüber führten, daß sie infolge des 
Bettelverbots dem Hunger preisgegeben seien. I>er Alarschall 
ließ den Blinden sagen, daß er entschlossen sei, ihnen zu 
helfen. 



Die nächste Nummer der „Jüdisch -liberalen Zeitung" erscheint 
wegen der Feiertage am 6. April als Doppelnommer. 



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dem Streben nach diesem Recht verbunden sind. Da 
gibt es zunächst Freiheiten, die heute wie in alter 
Zeit Tod aller wahren Freiheit sind; da gibt es Unge- 
bundenheiten, dr^ schmählicher sind als die schwersten 
Sklavenketten; es gibt auch Menschen, die gegen 
besseres Wissen es nicht wahr haben wollen, daß sie 
nicht frei sind, und es gibt Menschen, die mit leichtem 
Spott oder gar mit Selbstspott sich über ihre Unfrei- 
heit hinwegtäuschen zu können glauben: ,,Es sind 
nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten". 

Der erste Schritt, der zur wahren Freiheit führen 
soll, ist die Erkenntnis und das Bekenntnis der eige- 
nen Gebundenheit. „Sklaven waren wir dem 
Pharao in Ägypten", so erklärt der jüdische Vater 
sofort auf die Frage des Kindes nach dem Sinn des 
Festes in der Hagadah. Man soll wissen, daß man in 
Gebundenheit lebte oder lebt. Aus diesem Bewußtsein 
erwächst dem Menschen oft die stärkste Zuversicht 
als demütiger Glaube, so wie gerade aus der 
seelischen Not die farbige Pracht des mystischen 
Glaubensmutes sprießt. Wer seine Gebundenheit nicht 
kennen will, wird leicht zum Feinde aller Freiheit 
und alles Glaubens, zur Überheblichkeit verleitet, 
er meint, „meine Kraft und die Stärke meiner Hand 
haben mir diese Macht bereitet". 

Ein wesentlicher Fortschritt auf dem Wege zur 
Freiheit ist bedingt durch die richtige Erkenntnis 
unserer Gebundenheit. Wir wissen zwar alle, daß 
unsere Gebundenheit sich in der Pflicht der Arbeit 
ausdrückt und wissen doch oft nicht festzustellen, 
wo diese Arbeit aufhört „des Bürgers Zierde" zu 
sein, und wo sie anfängt, eine drückende Fron zu 
werden. Last und Entwürdigung ist alle Arbeit, die 
sinnlos ist, und die uns nur zu dem Zweck aufgeladen 
wird, uns unsere Abhängigkeit zum Bewußtsein zu 
bringen. Auch wenn wir uns solche sinnlose Arbeit 
selbst aufladen, ist sie entwürdigend: wir können 
unsere eigenen ^Sklaven sein. Die Veredelung unserer 



Arbeit ist unserem eigenen Willen, unserer Ent- 
schließung anheim gegeben. Dem fremden Auge ist 
der Übergang von der Würde zur Entwürdigung 
unseres Schaffens nicht so klar erkenntlich wie unse- 
rem eigenen Gefühl. Vielleicht gebraucht die 
hebräische Sprache (neben den seltenen Worten 
„meschores" und „schamosch") als klassische Be- 
zeichnung für den diensttätigen Menschen fast durch 
weg die Bezeichnung ,,eved", und bezeichnet mit 
diesem Worte ebenso den Diener wie den Knecht wie 
den Sklaven, und sogar den Diener am heiligen 
Dienste Gottes, weil Menschenarbeit eine einzige 
große Entwicklungsreihe darstellen und von der 
tiefsten Entwürdigung bis zur höchsten Würde und 
Ehre führen kann. 

Arbeit soll ans Werk binden, Arbeit soll auch 
mit der Gemeinschaft der Menschen verbinden, aber 
die Freiheit bleibt nur dann gewahrt, wenn sie mit 
innerer Anteilnahme und mit gewolltem Entschluß 
geleistet wird. 

Man kann infolgedessen ein mutiger Verkün- 
der der Freiheit sein und braucht deshalb noch kein 
Verfechter und Vertreter der Freiheit zu sein. 
Freiheit ist nämlich mehr eine Sache des Herzens 
.als eine Sache des Geistes. Freiheit will weniger 
Jgefordert, will weniger als Ideal gedanklich-folge- 
lrichtig bewiesen als vielmehr herzwarm gelebt und 
"bewährt sein. Man muß den Mut haben, die Lebens- 
notwendigkeit der Freiheit dadurch zu beweisen, daß 
pian zu einer Pflicht und zu einem Kreis von Gleich- 
bewegten steht. Kein jüdisches Fest, auch das {_aub- 
hüttenfest nicht, ist drum so reich an religiös-symbo- 
lischen Pflichten, die getan sein wollen, wie gerade 
das Freiheitsfest, Pessach. Und kein jüdisches Fest 
stellt uns mit solcher Wucht und für solche Dauer 
in den Kreis, wo die Ich-Sucht ausgewischt ist, in 
den Kreis der Familie, wie dieses Fest der Freiheit. 
Pessach ist geradezu ein Gegenpol zu den ehrfurcht- 



gebietenden Festtagen : An Rosch-haschanah und jom- 
Kippur ist der Jude, um die Versöhnung mit sich, den 
Menschen und mit Gott zu suchen, allein mit seinen 
Gedanken und Empfindungen vor se'inem Gott; an 
Pessach ist der Jude, um Freiheitsmut zu finden und 
zu zeigen, zur Betätigung aufgerufen im Kreise der 
Familie und der Gäste, die das häusliche Ritual um 
den Tisch vereint. 

Gewiß ist viel Symbolik bei diesem Ritual und 
viel Symbolik, die aus der Geschichte, aus der Ver- 
gangenheit geholt ist. Aber Symbol ist immer Gleich- 
nis für die Wirklichkeit, und die Geschichte ist 
immer Sammelbecken und Mahnung für Ideale, die 
weniger Gedanken sein als Taten werden wollen. 

Die Wirklichkeit des jüdischen Lebens bedarf 
in unseren Tagen dieses echten Freiheitsmutes, der 
in Betätigung und in Gemeinschaft sich bewährt, so 
sehr wie jemals. Wir dürfen und wir müssen den 
Mut haben, für unsere religiösen Ziele und Aufgaben 
tätig und gemeinsam einzustehen. Wir haben uns 
dessen nicht zu schämen, was nach Gottes Gebot 
unsere Lehre und unser Leben ist. Daß wir zu allen 
Zeiten eine Minderheit waren und eine Minderheit 

■sind, nimmt unserer Eigenart nicht ihren Wert und 

, nicht ihr Recht. 

Zwar könnte dieses Pessachfest, dieses älteste 
unserer Feste, und sein Grundgedanke, der am Anfang 
unserer Geschichte steht, gerade weil die Geschichte 
hierbei so stark mitspricht, leicht dazu verleiten, uns 
mit der geschichtlichen Erinnerung zu begnügen und 
uns auf die in der Vergangenheit liegende Leistung 
unserer Vorfahren etwas zugute zu tun. Das Pessach- 
fest im Jahre 1934 wäre sinnlos, wenn es sich in 
dieser Rückschau auf das Vergangene erschöpfte: 

„Im Dienste deines Herrn berufe 
Dich auf getane Dienste nicht! 
Sei still und tu- auf jeder Stufe 
Von neuem immer deine Pflicht." 



X 



Die Auffassung des Preußischen Justizministeriums 

Die Anfechtbarkeit von Nisclielien 

Die Anfechtung von Mischehen ist in der letzten Zeit 
wiederholt behandelt worden, zuletzt im Anschluß an ein 
Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe, das einer Anfech- 
tungsklage stattgegeben hatte. Die Auffassung, die das Preu- 
ßische Justizministerium zu dieser Frage einnimmt, kommt in 
einer Auslassung in der „Deutschen Justiz*' zum Ausdruck. 

Es sei zweifellos richtig, so heißt es dort, daß nach den 
Anschauungen des Nationalsozialismus eine Mischehe un- 
erwünscht sei und nach der allgemeinen Volksmeinung 
nicht gebilligt werden könne. Weil diese Ansicht aber 
inzwischen A^^lgemeingut geworden sei, könne die Anfech- 
tung* \o:i '/\\iscnchen, die na'ch der nationalsozialistischen 
Revolution und der durch sie erfolgten Aufklärung über die 
Rassefragen geschlossen wurden, nicht mehr in Frage 
kommen, da derjenige, der in dieser Zeit trotzdem eine 
Mischehe eingegangen sei, sich bewußt gegen die allgemeine 
Auffassung des Volkes gestellt habe und deshalb auch die 
Konsequenzen, die sich hieraus ergeben, auf sich nehmen 
müsse. 

Für die vorhergehende Zeit sei grundsätzlich eine An- 
fechtung für möglich zu erachten, sie unterliege aber der für 
die Anfechtung vorgesehenen Verjährungsfrist von sechs Mo- 
naten. Da der Lauf dieser sechs Monate mit der national- 
sozialistischen Revolution oder jedenfalls den ersten Monaten 
nach der Revolution begonnen habe, könne jetzt eine solche 
Anfechtung nicht mehr in Frage kommen. Sei eine Anfech- 
tung aber rechtzeitig erfolgt, so werde immerhin in den 
einzelnen Fällen abzuwägen sein, wie die Verhältnisse ge- 
lagert sind, was für die Notwendigkeit der Nichtigkeit der 
Ehe spricht, und wie die Gründe bei Eingehung der Ehe 
gelagert waren. Wenn bei dieser Rechtslage auch manche 
Fälle ungelöst bleiben würden, in denen eine Lösung not- 
wendig erscheine, so werde hier auf andere Weise geholfen 
werden können, und zwar in den meisten Fällen, in denen 
durch die Erkenntnis der Rassenlehre eine objektive Zer- 
rüttung der Ehe eingetreten ist, durch Scheidung. 

Damit würde zugleich die Frage der Auflösung von- 
Mischehen auf das tatsächliche Gebiet verlagert werden, wohin 
sie gehöre. Dem Staatsinteresse genüge es, wenn, abgesehen 
von der Vermeidung neuer Mischehen in den Fällen eine 
Auflösung der Mischehen erfolgt, in denen das rassische 
Bewußtsein der Ehepartner so lebendig geworden ist, daß sie 
den Weg in ihr Volkstum mit Erfolg zurückzufinden hoffen 
können. 



E3 \Afird gemeldet 



Bis auf Einen . . . 

Wir lesen im „Stürmer*': 

„Die Firma Salamander A. G. hat in den letzte 
Monaten einschneidende Änderungen getroffen, die den Einflu 
der Juden auf dieses Unternehmen völlig ausschalten. Aus de 
Direktion sind alle Angehörigen der jüdischen Rasse bis 
auf Einen ausgeschieden. Dieser wird ebenfalls dem- 
nächst abgebaut. Abgebaut ist auch der größte Teil der 
jüdischen Angestellten. Soweit noch Juden bei Salamander 
beschäftigt sind, verbleiben sie nur so lange, bis geeigneter 
Ersatz dafür vorhanden ist. Die Aktienminderheit, die 
sich noch in jüdischem Besitz befindet, wird ebenfalls in 
nichtjüdische Hände übergeleitet. Dement- 
sprechende Maßnahmen sind bereits getroffen. Die Aktien 
sind der Dresdner Bank als Treuhänderin zur Verfügung 
gestellt. Damit ist die Salamander A. G. als ein Unternehmen 
zu betrachten, das sich in deutschen Händen befindet und 
unter deutscher Leitung steht. '* 

Das Blatt fügt diesem Bericht noch hinzu: „Wir glauben, 
nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, daß diese rasche 
„Umwandlung bei der Salamander A. G. auf das Eingreifen des 
,Stürmer' zurückzuführen ist." 



Aus einer Rede Dr. Franks 

In einer Rede über das Thema „Kampf der Reaktion'', 
die er in Weimar hielt, führte Reichsjustizkommissar 
Dr. Frank aus: Den „150prozentigen Nationalsozialisten", 
die sich wunderten, daß in Deutschland überhaupt 
noch Juden lebten, sage er, daß demnächst in der 
Organisation der Bewegung eine ganz gründliche 
Musterung gehalten werde. 



Gelegentlich einer Massenkundgebung, die als Auftakt 
zur Propagandaaktion der NS Hago unter dem Motto: „Die 
Tat der Gemeinschaft dient dem Aufbau" in Frankfurt am 
Main stattfand, sagteGaupropagandaleiter Aüller-Scheld: Der 
Nationalsozialismus sei von Grund aufvi'ntisemitis cTi, 
aber es müsse auch gesagt werden: „'Haut ckn Juden in euch 
tot, dann wird der Jude um euch ohne Macht sein." Kern 
Gewerbetreibender dürfe aus dem Arbeitsbeschaffungspro- 
gramm Vorteile für die eigene Tas^ne ziehen wollen. 

J 
Aut Grund eines Erlasses des Bayeris;chen Justizmmisters 

sind Aktenstücke aus der Justizverwaltung, die für die 

Familien- und Rassen forschung von Interesse 

sein könnten, dauernd von der sonst üblichen Ausscheidung 

nicht mehr benötigter Akten auszuscheiden. 

Wie der ITA aus Bukarest gemeldet wird, wurde dem 
Ministerpräsidenten Tatarescu ein ausführliches Memorandum 
über die Wünsche und Forderungen der jüdi- 
schen Bevölkerung Rumäniens überreicht. Auch die 
Union rumänischer Juden hat dem Ministerpräsidenten und 
dem Minister Xeni ein Memorandum zugehen lassen, das sich 
insbesondere mit der durch das neue Entschuldungsgesetz 
veränderten, in mancher Hinsicht verschlimmerten Lage der 
Juden in der Wirtschaft befaßt. 

Nach einem "Bericht des „Völkischen Beobachter" aus 
Warschau habe die dortige jüdische Presse über ein SympTio- 
nit*konzert, bei dem als Solist der bekannte deutsche Pianist 
Backhaus mitwirken sollte, den Boykott verhängt, mit der 
Begründung, daß Backhaus Deutscher und Nationalsozialist 
sei. „Am Tage des Konzerts", heißt es in der Meldung, 
„wurden vor dem Konzertsaal Flugzettel verteilt, auf 'denen 



die jüdischen Besucher aufgefordert wurden, "das Konzert zu 
boykottieren. Dieselben Flugzettel wurden auch an den 
Litfassäulen angebracht. Die polnischen Verwaltungsbehörden 
haben diesmal energisch durchgegriffen und elf Juden 
verhaftet, die beim Verteilen von Flugzetteln angetroffen 
wurden. Ein Teil der Verhafteten ist nach Aufnahme vo« 
entsprechenden Protokollen wieder auf freien Fuß gesetzt 
vv'orden". 

Als Urheber des Attentats auf den Dekan der Warschauer 
philosoj)hischen Fakultät, Professor Handelsmann, wur- 
den fünf junge Leute festgestellt. Das Attentat war, wie 
erinnerlich, von Nationaldemokraten verübt worden, und zwar 
im Anschluß an eine Versammlung, in der der Dekan die 
Streichung des Arierparagraphen aus den Sta- 
tuten des Studentenverbandes für gegenseitige Hilfe gerecht- 
fertigt hatte. Professor Handelsmann hat seine Demission als 
Dekan der Fakultät zurückgezogen, nachdem über hun- 
dert Professoren und Dozenten eine entsprechende Bitte aci 
ihn gerichtet hatten. 

Nach einer Meldung aus Paris ist der Dichter Salman 
S c h n e u r , einer der bedeutendsten Vertreter der moderne« 
hebräischen Lyrik und Novellistik, schwer erkrankt und mußte 
in ein Sanatorium in Nizza übergeführt werden. 

Der Widerstand, den die nichtjüdischen >X'ebereiarbeiter 
in Lodz der Einstellung jüdischer Arbeiter in 
die Fabriken entgegensetzen, hat zu einem tätlichen Angriff 
auf einen jüdischen Arbeiter geführt, der in einer jüdischen 
Textilfabrik beschäftigt war. Der Arbeiter wurde in bedenk- 
lichem Zustand ins jüdische Krankenhaus eingeliefert. 




Das Sdiwein, die nordisclien und die 
semitischen Völlcer 

Der Reichsbauernführer R. Walther Darre veröffent- 
licht im Verlag von J. F. Lehmann, München, eine Schrift 
unter dem Titel „Das Schwein als Kriterium für nordische 
Völker und Semiten". Nach der Feststellung, daß genau in 
demselben Maße wie die Semiten alles ablehnen, was mit dem 
Schwein zusammenhängt, es bei den nordischen Völkerrt 
umgekehrt in allerhöchstem Ansehen stand, heißt es, wie wir 
der Wochenschrift „Blick m die Zeit" entnehmen: 

„Betrachtet man die Stellung der Hausschweine bei den 
Germanen, so fügen sich die überlieferten Nachrichten voll- 
kommen in das zu erwartende Bild ein. Im germanischen 
Kult steht das Schwein an allererster Stelle, wie schon an- 
gedeutet wurde, und unter den Haustieren nimmt es eindeutig 
die bevorzugteste Stellung ein. Hoesch, der diese Verhältnisse 
als erster untersuchte, kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, 
daß sich die germanisch-agrarische Gesetzgebung fast völlig 
um das Hausschwein herumzugruppieren scheint . . . Die 
Lex salica bietet eine eingehende Schweineterminologie • • • — 
Die Haltung des Hausschweins ist von einer grundsätzlichen 
Bedingung. Es kann nämlich nur bei einer ansässigen Be- 
völkerung Haustier sein. Nomadentum und Schweinehaltung 
sind zwei sich gegenseitig ausschließende Dinge . , . Wann 
der Gegensatz zwischen Siedlern und Nomaden in die Mensch- 
heit gekommen ist, kann hier nicht untersucht werden. Das 
Problem dürfte so alt sein, wie jede Kultur überhaupt. Wäh- 
rend das Hausschwein uns über die nordischen Völker die 
klare .Auskunft gibt, daß diese Siedler gewesen sein müssen, 
beweisen die Semiten mit ihrer Ablehnung alles dessen, 
was mit dem Schwein zusammenhängt, ebenso klar ihr 
Nomadentum . . . 



Ernährung und Rasse hat man in der menschlichen 
Rassenkunde bisher noch nicht zu untersuchen gewagt. l>a- 
gegen bejaht die Tierzucht die \X'echselwirkung zwischen 
Ernährung und Rasse; sie hat lernen müssen, daß gleiche 
Stoffwechsel reaktionen von den einzelnen Haustierrassen einer 
Art oft sehr ungleich beantwortet werden. . . . Der Semite 
und das Schwein sind faunistische, also physiologische Anti- 
poden. Es wäre nicht undenkbar, daß der Genuß von Schw eine- 
fleisch dem Semiten eine physiologische Disharmonie m 
seinem Körper bereitet . 



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Rat und Auskunft für die Hausfrau 

In Anbetracht der erhöhten Bedeutung, die die haus- 
wirtschaftlichen Fragen durch den Umschwung der Ver- 
hältnisse, sowohl für die Ausbildung der weiblichen Jugend- 
lichen wie für die Hausfrauen selbst, gewonnen haben, wurde 
in Frankfurt a. .\\. im Rahmen der Ortsgruppe des jüdi- 
schen Frauenbundes und der Weiblichen Fürsorge neben der 
schon bestehenden Arbeit eine haus wirtschaftliche 
Kommission eingerichtet; ihr Aufgabengebiet besteht 
vornehmlich darin, den Hausfrauen Beratungen in haus- 
wirtschaftlichen und Hausangestelltenfragen zu geben, und 
auf Wunsch imd nach Bedarf kurzfristige Kurse im Flicken, 
Schneidern und Kochen zu veranstalten. Den jüdischen Haus- 
frauen erwächst nun eine wichtige soziale Aufgabe in der 
Forderung, junge Mädchen, vornehmlich Schulentlassene, in 
ihrem eigenen Haushalt in der Hauswirtschaft anzulernen. 
Die Vermittlung geschieht durch den Arbeitsnachweis der 
Weiblichen Fürsorge, Hans Handwerkstraße 3. 



Leseziricel ausländisclier Zeitungen 

Wien Prag Zürich Basel London Paris Manchester 
Ranz Scheftel. Schöneberg, Beiziger Straße S, G l Stephan 8663 



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TWLiaS GrALtJrJ€/^ CjDL4Jic:n0t^ 



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TRIBUTE TO 



Dr. LAZARUS GOLDSCHMIDT 

Translator of Talmud Babli 



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BORN 17TH DECEMBER, 1871 



MM 



To Doctor Lazarus Goldschmidt — 17.12.41 

In this mid-winter of the year 1941, the white hairs of 
him whose work and worth we now celebrate recall to us the 
snows of seventy years ago in the village of Plungian in 
Lithuania when Lazarus Goldschmidt was born. The sufferings 
of his earlier and of his latter years, the wrestlings of his 
Yeshiva days and his labours as a Berlin Student serve but 
to emphasise the compass and the versatility of his achievement 
as a Scholar. As the translator of the Ethiopic Enoch he 
restored to his people what they had once given to the world. 
To the translation of the Hebrew Bible and the Quran he 
brought felicity of expression and originality of outlook. In 
Aramaica and Judaica he had important contributions to 
make. The spirit of critical acumen and the uncompromising 
quest for truth, which inspire the translator of the magnum 
opus of later Judaism, shines no less brightly in his writings 
of lesser magnitude. The reader of his latest work "The 
Earliest Illustrated Haggadah" (London, 1941) may well 
experience something of a thrill as he follows the clues which 
lead to the discovery of the oldest illustrated liturgical 
Haggadah, and feel much indebted for knowledge, neither 
dull nor dry, on the h!story of the early printing of Hebrew 
books. In ''Eine Talmudische Realkonkordanz" (1909), we 
see the literary critic in his sternest aspect. We gain here a 
glimp&e of the high ethic of criticism, scholarship and 
authorship which Professor Goldschmidt demands and which 
goes far to explain the excellence of his work and the honour 
witli which all who know his work regard the man. But to 
the liberal Western world his name is associated above all 
with the Babylonian Talmud. By him for the first time in 
its existence has the sum total of this thesaurus of Jewish 
law and lore been rendered accessible in a European tongue. 
A task pronounced beyond the power of one man to achieve, 
pursued over many years with diligence, self-abnegation and 
meticulous care, was finally brought to a triumphant 
conclusion in 1936 in a many-sided work — a critical text that 
carefully recorded and assessed the evidence, and a translation 
that was more than a translation, since with exemplary 
economy of words it supplied its own commentary, often 
without the need of notes, on all the var!ed and technical 
subjects covered by the Talmud. 



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We regard the Talmud Bahli, in the form in which he 
lias given us it, as the monument — aere perennius — of Lazarus 
Goldschmidt, the distinguished scholar to whom Jew and 
Gentile are alike indebted, and in saluting him we wish him 
length of days, joy of all that he has undertaken and satisfaetion 
in Ins labours. 

We the undersigned teachers of Divinity and lovers of 
Hehrew send cordial and respectful greetings to Dr. Lazarus 
Goldschmidt. 



Canon Professor Herbert Danby, M.A., D.D. 

Rev. Professor A. M. Honeyman, M.A.,B.Litt.,B.I)jPh 

Rev. Professor S. H. Hooke, M.A., B.D. 

Canon Professor C. V. Jourdan, M.A., D.D. 
Rev. Professor A. C. Kennedy, B.D. 
Rev. Professor T. W. Manson, D.D., D.Litt., M.A. 
Rev. Professor John Mauchline, M.A., B.D. 
Rev. Professor W. O. E. Oesterley, D.D., D.Litt. 

Rev. Professor N. W. Porteous, M.A., B.D. 

Rev. Professor O. S. Rankin, D.Litt. 

Rev. Professor Edward Robertson, M.A., D.Litt., D.D. 

Rev. Principal H. Wheeier Robinson, M.A., D.D. 

Rev. Prof. H. M. Rowley, M.A., D.D., D.Litt. 

Rev. Professor D. L. Simpson, D.D. 

Emeritus Professor W.B. Stevenson, D.Litt., D.D., LL 

Professor D. Winton Thomas, M.A. 

Rev. W. L. Wardle, M.A., D.D. 

Professor C. J. MuUo Weir, M.A., B.D., D.Ph. 

Emeritus Professor Adam C. Welch, D.D. 



Umversity of Oxford. 

,D. Umversity of St. Andrews. 

King's College. 
University of London. 

Umversity of Dublin. 

University of Aberdeen. 

University of Manchester^ 

University of Glasgow. 

King's College, 
University of London. 

University of Edinburgh. 

University of Edinburgh. 

University of Manchester. 

University College of North 
Wales, Bangor, 

University of Oxford. 

.D. University of Glasgow. 

University of Cambridge. 

University of Manchester. 

University of Glasgow. 

University of Edinburgh. 

7/ff ; ^er*t*^y ^*»il • y* y ~5^«>/3f 



E. N. Adler, M.A. 

Rabbi Dr. A. Altman, Ph.D. 

Professor Norman Bentwitch, M.A., O.B.E., M.C. 

Professor S. Brodetsky, M.A., B.Sc, Ph.D., F.R.A.S. 

Rabbi Dr. Salis Daiches, Ph.D. 

Rabbi Dr. Samuel Daiches, Ph.D. 

Rabbi Dr. L Epstein, D.Litt. 

Dayan Grunfeld 

Sir Philip J. Hartog, K.B.E. 

The Very Rev. the Chief Rabbi, Dr. J. H. Hertz, Ph.D. 

Professor S. Krauss 

Rabbi J. Lainer 

Dayan H. M. Lazarus 

Professor Dr. E. Mittwoch 

Dr. Oskar Rabinowich 

Dr. S. Rawidowicz 

Rabbi H. F. Reinhart, A.B. 

Dr. Cecil Roth, Ph.D., M.A. 

Maurice Simon, M.A. 

Leon Simon, C.B. 

M. Vilensky 

S. Landman, M.A. 

E. Neufeld, Ph.D., D.Litt. 



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Chairman of Recepticn 
Committee. 

Hon. Secretary. 



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pDQ inD rr»^ n^^-r xii^a^m xn^^D nnrn k^^i n^ir x ^ 

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moi^:\ mnyntr^i niD'pm r;D''Dn i^nn^ n;3Dn n-'n ^ 

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xrn nm^'^sn nn itrx i:i;3''n nm:i d'^ödh m n 

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Sonderabdnick aus „Israelitisc/ies Wodienblatt für die Schweiz", Nr. 49, vom 10. Dezember 1943 




Alfred Klee s. A. 

Am 10. N()V(Miih(M- stall) im Lager WostiMboik in llolland O r. 
A I 1 I (' (I Klee, mein Vater, /alilreich sind, aiicii in diesem Lande, 
die. die ihn kannten. Sie wissen, welelien \ Criust wir erlitten iiahen. 
Den anderen, die nur von ihm gehört haben, woHeii wir zu sagen 
versnehen. wvv er war. 

Kin Jude, neiimt alles nur in allem. Vom Gedanken an Juden- 
tum nnd Judenheit empfing jeder (Jedanke uiul jede Handlung die 
Prägung. Er liebte sein Volk, er wolltt^ es frei, gliicklieh und jü- 
disch sehen. Dieses Ziel befeuerte ihn. erfüllte ihn. wenn er auf- 
stand, wenn ei- sieh niedeilegte . 

Als (iymnasiast gründete er einen Verein /um Studium jüdi- 
scher (Jeschieht(\ Aus sich selbst nahm er. der beide Litern als 
Knabe Nerloren hatte. Anregung und jüdische Begeisterung. Als 
junger Student verkehrte er in Berlin, seiner (Jeburtsstadt, in den 
Kreisen des Vor-IIer/rschen Zionismus. T h e o d o r Her z Ts 
Huf folgte er von Aidx^girui und (lit>sem Lrwecker und Meister 
galt seine unverbrüchliche Treue in allen Stürmen. Und HerzI 
zeichnete den so viel Jüngeren durch mandien politischen Auftrag 
und durch das Wort seiner Anerkennung aus. Aus der Korrespon- 
denz dieser Jahre, die zu veröffentlichen vielleicht bald die Zeit 
kommt, sind mir drei Punkte besonders in der Lrinnerung geblie- 
ben: Der Ajiftr.ig. gemeinsam mit Bodenheimer den hlntwurf eines 
Palästina-Charter zu schaffen; die Bitte, sich um eine Neuausgabe 
der HerzTsclien Schriften zu bekümmern: eine Mission beim CroH- 
herzog von Oldenburg, die der Anknüpfung von Beziehungen zum 
Zaren dienen sollte. 

Nach H e r z l's Tod gehörte er. der danuils in Bonn wohnte, 
zu den engsten Freunden David Wolffsohns und des zionistischen 
Kreises in Köln. An der (Jründung der ersten Verbindungen zio- 
nistischer Studenten nahm er aktiven Anteil. Es folgten die Jahre 
rastloser Bemühungen um die Verbreitung der zionistischen Idee. 
\ Oll Memel bis Konstanz, von Posen bis Hamburg kaum eine zio- 
nistische Ortsgruppe, die er nicht gegrüiuh^t oder in der er nicht 
bald nach der (Iründung den AiistoH zur Arbeit gegeben hätte. Der 
glänzende, kluge, überzeugende Bedner warb mit der Schärfe ties 
Intellekts, aber ebenso mit dtMU Appell an das jüdische religiöse 
und nationale (Jefühl. Die l(le(^ besiegte den landläufigen ()p|)or- 
tiinismiis (h'r Assimilation. Aus seiner und seiner Ereimde Anstren- 
gungen entstand die Zionistische Vereinigung für Deutschland . 
die er. zeitweilig ihr Vorsitzender, immer aber der Aktivsten einer, 
mit geschaffen hat. 

Mit Weitblick und |)olitischem Sinn nahm er 11 e r z I s P a r o I e 
von der Eroberung der (.(Mueindestuben als der realen Machtfak- 
toren im Judentum der Diaspora auf. Hier liegt ein wesentliches 
Stück seines Lebenswerkes. Mit der Oründung des <Neuen Jüdi- 
schen Oemeindevereins>, aus dem später die von ihm geführte 
Jüdische \olkspartei hervorging, beginnt eine neue Aera im jü- 
dischen (Jemeindelebeii Deiitschlaiids. Es war der jüdisch-natio- 
nale (iedanke. der. zuerst abgelehnt und bitter bekäm[)ft. von 
Wahl zu Wahl stärker wurde, um sich schlieHlich in der Hochburg 
des deutsch-jüdischen Liberalismus, in Berlin, durchzusetzen. Das 
Programm des allgemeinen jüdischen Wahlrechtes, der (deidi- 
berechtigung des Ostjudentums in d<Mi jüdischen (iemeinden, der 
jüdis( heil Schule und der Mitarbeit der (ieineindeii am Palästina- 



Werk fand in ihm seinen erfolgreichsten Vorkämpfer. Die groHeii 
Versamndungen in der Berliner Stadtlialle, die Auseinandersetzun- 
gen in der Bepräsentantenversamiubing der Berliner Jüdischen 
(nMueinde waren die Marksteine dieser Entwicklung. Hier fühlte 
man das Leben einer neuen jüdischen (icneration, deren Ziel nicht 
mehr Mendelssolin und Emanzipation, auch nicht mehr (Jeiger und 
jüdisch-religiöser Liberalismus hicH, sondern die von HerzI und der 
lilee der jüdischen Wiedergeburt er/ogeii war. Einen besonderen 
I riumph bedeutete es, als die Berliner Jüdische (iemeinde ihn zu 
ihrem Vertreter im Bat tier Jewisli (Olonisation Association 
wählte, jener KW. um deren Mitarbeit an der Kolonisation Palä- 
stinas schon HerzI sich bemüht hatte. Was damals noch nicht reif 
war, wurde nun auf dem Wege über die konse([uente zionistische 
(^emeindepolitik erreicht und führte schiieHlicIi zu einer aktiven 
Betätigung der ICA auch in Palästina, vor allem bei der Bereit- 
stellung der Mittel für die Hule-Konzession. 

An der Schaffung der (J e m e i n d e v e r b ä n d e , zuerst des 
preuliischen Landesverbandes jüdischer (Gemeinden, dessen Vize- 
präsident er war, war er führend beteiligt, die Aiigliederung der 
kleineren Verbände war fast ausschlielilich sein Werk. Als nach 
1933 sich die Reichsvertretung der Juden Deutschlands bildete, 
wurde er eines ihrer Ratsmitglieder. Sein besonderes Augenmerk 
lichtete er, der ein religiöser Jude war, auf die Ausbildung der 
jungen Rabbiner-Ceneration: dem Kuratorium des altehrwürdigen 
Breslauer Rabbiner-Seminars gehörte er durch Jahre an. 

Seine jüdische Aktivität, die an den Landesgrenzen 
nicht Halt machte, lieH ihn an vielfältigen i)olitischeii und allge- 
meinen Aufgaben mitarbeiten: Auf der Konferenz von Algeciras 
verhandelte er — gemeinsam mit seinem verewigten Ireunde Ra- 
venna — über das Statut zur Sicherung der Rechte der marokkani- 
schen Juden: nach dem Weltkrieg traf er namens des Jüdischen 
Emigrations-Direktoriums mit den Regierungen der drei balti- 
schen Randstaaten Abmachungen über Transit und l'^rleichteruiig 
der jüdischen Auswanderung: er unterstützte Leo Motzkin bei der 
Begründung der W'elthilfskonferenz von Karlsbad und Prag, betei- 
ligte sich intensiv an den Arbeiten der HicfMu. der OSE, der vEoun- 
datioM . den Comites für die Ealaschas in Abessinien und die Mar- 
raneii Portugals. Nichts Jüdisches l)lieb ihm fremd, forderte und 
förderte er doch überall ökumenisches jüdisches BewuHtsein. das 
in der Hinwendung auf den wiedererstehenden jüdischen Staat 
seine Krönung finden sollte. 

Diese gewaltige Leistung verband er mit dem Beruf eines der 
angesehensten Advokaten Deutschlands, zusammen mit scMiieni eng- 
sten Ereunde Sammy (i r o n e m a n n. Zahllos sind die Prozesse, 
in denen sein Verstand und seine auHergewöhnliche rhetorische 
(iahe für das Recht kämpften, dessen Anwalt zu sein er auch nicht 
nachlieli, als nach 1933 dazu ein besonderes IVIafi an Mut gehörte. 
Y.Y war ein Strafverteidiger von seltenen Eähigkeiten. und seine 
Plaidoyers gehörten zum Besten, was man vor den Schranken Ber- 
liner und deutscher (Jericlite hören konnte. Als am 10. November 
1938 die Synagogen brannten, schreckte er nicht zurück, am fol- 
genden Tage einen jüdischen Arzt in Westfalen zu verteitligen. 
Dann erst trat er über die Grenze. 

Noch einmal begann er in H o 1 I a n d . wo er viele alte Ereunde 
zählte, und neue in noch gröHerei Zahl erwarb, eine Zeit frucht- 
barer Arbeit. Er ging in die Hachscharoth und die Vereinigungen 
der Jugend, lehrte sie jüdische Geschichte und zionistische Auf- 
gaben richtig zu sehen, wurde in die zentrale Kultur-Kommission 
des Jüdischen Rates gewählt und blieb aktiv unter den ständig er- 
schwerten Lmständen. Immer enger wurde der Kreis, immer grö- 
Her die gewaltsamen Lücken im holländischen Judentum. Als im 
Sommer nahezu die letzten in das Lager Wester bork ver- 
bracht wurden, waren auch er und die Seinen darunter. .\uch dort 
wirkte er jüdisch, buchstäblich bis zu seinem letzten Tage. 

Dort starb er. Er sah wohl noch einen Schimmer des Kommen- 
den, aber den lag der l'reiheit für s<'in gedrücktes Volk sah er 
nicht mehr. Nun gehört er zu den zahllosen jüdischen Müttern und 
Vätern, «die am Wege starben . Das deutsche Judentum verlor 
einen seiner markantesten Vertreter, der Zionismus wiederum 
einen seiner führenden Männer der ersten Stunde, das jüdische 
Volk einen seiner treuesten Söhne. Lud mir war «m mehr. 

Hans K I e e. 



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Dröatt 5er TSmMmm für e>c0 HUtak 3u5ett<ttm e. :9. ^^^ 



9crc«fio«rff. Hfbflfff «r: Bruno B o 9 b (l 
«•Bereinigung für hat WhttaXt jabcnhira übernimmf nnr 
^«rMcjetiigen ^uffä^c. 5ie aasbrikfli«^ als in Ihrem Jlamen 
•MT ia i^m Sluffrage ncrfafit gefennjei^jnet jlnb, bte Der- 
«■Pjottang. ^Ue anbeten Sitfifei, Sieu^emngcn nnb Bor- 
»4*«e erf<9fhien nnfec 5er Beranttoortnag ber Bebottion. 



JlnSO 



HgOoffion ttttO egfc^äfteftcttg: Bgv^ln SXD 11, QaU^fc^e Str. 1 



^emcuf: detgmanii 3359, 33ö9 \ 
pofifdierftonfo: Berlin TIB 7, 137069 
(Ber '»»jgnng fflr bog (iberate 3iibenhiro> 



Jlfjd;jaKf forafft(l)cr Original-, ei trage 
m« mif nori^eriget ®enef)mlguu(? bcr 
Rebafflon geffattcL 



^'esngsprei* burdj bie (Pefrfjaffjffeae V/«J5tirn<ft BL 3.— 
(ginjelnummet 0.25. Bei treier 3ufenbttng i. juicnfc OJO 
Jür bie ZKItgücber ber Bereininuna if» brr f. ejugepro« 

im 2niigacb6bcttrase entfiolten. 
'2{n?eigcnp reife: Die 12qc|palt. JionfkatcsUe3eile0.45 
^n3eigentarifbard)M((Befd)äff9ffeae. $(n3eigenan- 
oahme bei ber ©efdjäffsffeUe n, fäwfL 9£nno^cen-erpe^il. 



Berlin, 11. Dejember 1930 




10. Jahrgang 



(Eäfat Seligtnann ^ 

3u feinem 70. 6eburfsfag am 14. Deserabcr 1930 



Sicbei- unb ^oc^öeref^rtcr (^vcunb! 

Xiefc 9?ummcv gepit gimen unb bringt öujseulid) htw 
%ml jum 2(uöbvucf, meieren 3l)nen alle Deutfc^en liberalen 
^uben frfnUben. ^ie ^Bereinigung für ha^ liberale ^ubentum 
\)i SDr ^nb. 1\t\tSf £inbl i^at öl^nen nic^.! immer greube 
gemocl}r, aber barin teilen Sie ba^ ^d)icf)at '\t\>t^^ S5ater5. 
Unb gerabe hu ungebärbigften tinber, hxt bnn ^öatcr über 
bcn ki>p\ inadjfen, machen iljm oft h'xt größte ^reube, benn 
üurf> Sorge für fie ift greube. 

Ba§ Sie un^ finö, ber 8ei)rer, bcr Xii^ter, ber €r. 
ganifator, ber ^üfirer, l^öben mir 3^nen fagen Dürfen, al^ 
mir Sie ^um öfirenmitglieb nnferer Bereinigung ma6)Un. 
Unermüblic^ fcf)affenb, immer öorroärty ftrebenb, ftef)en Sie 
i^eute blül}enb unb fraftooll an ber Sc^meUe be^i biblifrf)cn 
Sritercv ^J^ur bie 3of)I fünbet 3f^r Filter. S^^v 2i?err unb 
3^re Sc^rc finb jung unb frifc^ geblieben. 

51^it ollen mii^iithtiM unfere» ^ouptoorftanbes?, mit 
eilen, bie binter unferer ^Bereinigung ftel>en, mi bcn libe- 
ralen 3uben aller S^ölfer unb jungen rufe lü) 3bnen ha^ 
?Bort be^ «jßfalmiften i\x: „mh jenumun be))elvo(j befcl)enim 
^txaanomm ^Ijetu" ~ uo(^ im ?flter blüljt er arün i»"^ 

jctjönfter ßifolg ,^t)U<6 2eben§ unb Birfen» fein. 

SSereinigung für 'Qa^ liberale iSwbentum (S. SS. 

§einrirf) Stern, 9^ec^t!cann?alt, 

1. Borfi^enber. 

Robb. Dn ^ermann l?ogetffein, Stcstau: 

3fi e^ mirtlid; mabr, baBi Säfar Selign;ann 70 3ol)re 
alt mirb? Sinb eä mirflid)t ft^on 22 fsabre — feit Der iSe^ 
giünbung ber SSercinigung für ha^ liberale 3"bentum unb 
gan^ befonber» feit ber 5lürnberger Xagung \yon 1910 — 
öaf: ttnr beibe in biefer SSereinigung unb in ber Bereinigung 
ber liberalen Stabbiner in allen kämpfen Schulter an Scfiuftcr 
jufammenftel}en, bucif,, gemeinfamc '^(rbeit in glcirf;an Seift 
unb ya gleiii;iem 3^^^ ^^^> ^erfönlic^. immer enger freunb^ 
fi^aftlid) Dcrbunbcn finb? 3:iem ölteren Äampf^ unb ^rbeit^^ 
Oenofjen in Ijerglid^er '^itunhS^^a^i l-anf xinb ©lüdiüunftf; 
ju bringen, ift mir eine innige ^reube. ^X bocf; unfere 
geineinfame 9(rbeit ftet^ öon gegenfeitigem SSertrauen gctraacn 
ftemefen, ba^ niemals aiw^^ nur einen ^ugenbiicf burcf;^bie 
oftentrerjige tritif getrübt gen>efen ift, h\t mir einanber nid;t 
erfivart baben. 

22a^ Seligmann in ben 42 ^ö^i^^" feiner iMmt^fübrung 
al§ 9labbiner, ^^srebiger unb Selrrer für bie 3"9enb mie für 
bie (Srmacffencn in Hamburg ur^ in Jranffurt geleiftet bat, 
mügen anbere ibm bezeugen. SD'lic^i brängt e», gan,^ fc^lid;! 
t>on feiner Seben^arbeit im Xienfte be*S retigiöfen 2ibcra(i§^- 
mu§ l^x fpredjen. ^a^' bem grof.cn 5fuffc^itmng be§ Öibera- 
li^mat^ mar im festen SSierteÜ be§ 19. gabrbunbert-^^, g. X. 
mdl ber Öiberali§mu§ tmt Se(bftt)crrtänblid;fcit getijorben ju 
fein, §. %. meii er fein 3^^^ erreidjt h^ \)CLbi\\ fc^icn, 
öor altem aber unter ocr ^inmirfung ber gefamten geistigen 
Sage ber 3^^* eine gemiffe grmübung eingetreten. "»J^ur menige 
waren fid;i ber unmedüc^ fidi t)oll5iebenben Ummanb(ung 
biefer geistigen ßage bemüht, menige erfannten in biefer 
3cit ber Drganifation b-ie ^otmenbigteit, burd; arganifato.- 
rif^e SSereinigung ber (^leid^gefinnten bie 3been be« reliqiö^ 
fen ' 2iberali§inu§ (ebenbig §u erbalten unb ibre b^aüifd;? 
Bermirtlid.una in ben <5iemeinben" ?,u fidlem. 9hir in htw 
größten (SemcinDen, Berlin, ^ranffurt unb «re^Tau bertan== 
ben liberale SSereine. So maren bie Öiberalen bie legten, bie 
fiid; eine eigene Drganifation im htwiWw 3ubentum gefd;>af.- 
fen Tiaben. ^^urti^irat 95re^auer unb mein SSater \)(ih^n ge- 
meinfam bie ^Inregung gegeben unb bie 5Sororbeiten geleiftet, 
unb in l^ranffurt, mo Seligmann feit 1902 mirft, \\(ii man 
freubig ben (^thanltw aufgegriffen. 'JSluf bie ^ranffurter Bor- 
bcfpreifung öon 1907 folgte 1908 Die Berliner {%ünbung?r. 
t>erfammlun(T. '^on iMnfang an fiel Seligmann innerhalb 
ber Bereinigung eine fülf]renbe Stellung' ju. i^an mar ft-t 
War, bof^ bie erftc 'ilufr.abc ber Bereinigung bie B^rmicr- 
liirf;uno bcr ^orberung (Skigcr§ „Sieform ber Jlnfc^aunng", 
Stäruno' bc§ Begriffe be6 fübifd^en 2iberaU§mu§ fetn mu^ite, 
unb fd-if ju biefem Bmede bie 3meimonat§fc^rift „öiberateg 
fstibentum". Xie Sflcbaftion mürbe Setigmann tibertragen, 
• bcr bie febr fc^mierige, ntd^ immer banTbare ^fufgabc ge-- 
leiflet ^di, bi§' in ocn böfen ^^adfrieg^iciten bie 3dtf{i^Tift 



mM mebr meitcr geführt meiTfn fonntc unh u'.gleid) h'xc 
gänglid) oeränberten Beibältniffe in htn d^emcinbcn unb 
brren Struttur tit gerauggobe ^ev mö*entlic^ erfd^einenDen 
3übif*4iberalcn ^tituno, erforbi*rtfn. Mt{<byH '^'Rax \dbp 
lofer 9rrb€it bie ^Kebaftion bcr ?.?irfj^rift htm tywW mit 
Slrbtit über{}äuften 9iabbiner einei a>roB^emei!?bc geßra;^t 
i^ai, oermag nur Der ju mürti-g<*n, ber einen 'S^MVxd in 
biefe Xätigfeit Hi. Sieüicl be: iTigter unb diel mebr un^ 
beredtigter Äritif Der 9f{ebartcm' au^gefe|t gcmeicn i^l, mif^ 




fen menige. Seligmann \)ai bie 2(rbeit geleiftet unb ber 
.^xiti! ftauD geliaften unb bat bamit nic^t nur ber Bereinig 
gung, fonbern Darüber l}inauii bem Öibcralismug n>ertö'ofirtc 

itienfte geleiftet. 

Gine nad, ^n^aii unb Umfang ganj befonbere grofie 
9(rbeit fnüpfte fid? an bie Nürnberger Xagung 1910. ©n^ 
ftimmin murDe bort Seligmanne Eintrag auf ©infe^ung einer 
J^ornrnfffion, bie bie Borarbeiten für zin ijofitioee ^^ro^ramm 
be§ religiöfen öibcrali^mue .;mdien folltc, angenom.men. 
Sollte bie ;^.eitfc^rift ftäubig bie ©runblrogc« erörtern unb 
bem 9Jleinunf,Äau6tauf4 bicnen, fo erfc^len e^ notmcnbig, 
bie ^.runblacen liberaler iMnfiauung ^rogrammatifc^- yn for^ 
muüeren. 23eld;e auferorDentlic^en '^Inforberun^t^ Mefe 31uf^ 
oabe an aUe imitarbeiter frelltc, mcldic l^ingcbung unb ^^reu^ 
binfeii, meiere fad^lif^e entf^iebenbeit unb meld; onitnnbni^o^ 
nixki^ (Singeben ouf alle ©mmcnbungen nvi^ Bebenten rtot^ 
menbio mar, baran erinnern mit aXit, bie bamaB mitarbeiten 
burften, un?^ m\i einem (i^eftibl freubiger Genugtuung. X'cr 
©ntmurf mürbe 1911 ber Bereinigung liberaler ':\{aWxxxtx 
übcrm:efen unb !am na<^^ mieberbolter Ueberarbeitung oIä 
beren 9rnirag auf ber <Pufcner Jagung ber Befctnigung für 
ha?> liberale 'Subentum im DTtobcr 1912 §ur Berbonblung. 
5!nd in öiefer 91rbeit mar Selianiann eine ber fÜ!;venben 
^^erfönri.*tetten. 3lim mar ha^ (S^enerolteferaf auf ber libe. 
ralen 9?abbinert>erfammlunp öom iD^ai 1912 mie auf ber 
Bofener Berfammlunn übertragen, mäbrenb bie Sin^elrefctalc 
in ^reuoent^ßVg unb meinen odnben lagrn. Seligmann 
betonte mit txnc^&tnbtx Begrünbung ha^ ^cd^t "nb bie 
^fiidjl be§ liberalen aubentum^, bie emigen ^Bal'vbeitcn bed 
^ubentum§ fo barj^ufteficn, baf. "fie ben 'X?enfden unferer 
3eit religiös mertboll merben. X'enn nidjl mir jinb um 
ber 9?eIiaion millen "s^a, fonbern bie 9fJcligion um nnfert^ 
millen. So formulierte er \>a^ Problem t^?> gcfdiid^tiid;! (^>e^ 
morhencn mie be^ berfönlid^fu Bebürfens in ber ifHcligion, 
bamit aitd,i ha^ Problem bcr religiöfen Gemeinfd}:aft \mt ber 



! inbitibueilcn iKeliotofitäl alö bae ^^irobkni ber obieitiuo^' unb 
' ber fubjetnccn r}?e(igion, beren 3outbefe ju fuc^en ift. 

Jl'je 3?icbllinten baben, mie in Den bamaligcu ?7Jeteroten 
an^txndix^ gefagt moiben ift, feine neue religiöfc :>J[nf*'aui«na 
au^gefprod^en, fonbern nur ber üorfianbenen ^lu^brucf ai 
neben. 2(ber Die Xat^ad^t ber brogrammatifd;en ©rflärunQ 
mar bie Bevanlaifung ^u ^2tngriffen auf ben 2iberali£-mu<3, in 
Deren •^imo-ctjr i^eligmann mieber in tvorberfter «Reib'* ae^Von^ 
htn l)at X.er Sffieltfrieg [)at bamaU biefe .tamöfc *um 
_^d,meifien gebradjt. ©5 ift in mandien, aud liberal^'n Grei- 
fen übliit gemorben, mit einer gemiffen (5^eringf(^ä^nnq öon 
benjRrd^tlmien ju f^redjen, tr^l fie nid^i ausrcidjenb praftifcb 
mirf)Qm gemorben finb. (Sin fold^c^ Urteil berubt ouf Bcr. 
rennung be§ Sinnet brogrcmmctif.:^er (grfTärungcn, beren 
Bermiillidjuno in Der ^rafi§ flet^ nur ha^ ß^rgebni^ inä. 
terer tntenfioer STrbeit fein fann. Xie 3eit mirb fommen 
m bcr bte ^:^ofener Wxi^Winitn in ibrer öollen Bebeu^unq 
gemertet merben. 1a\xn mirb Sfligmann^ 2(vbfTt inre '»In- 
erfennung finben. 

^ . ^jj^ ^«"ne»-- 3cit ift Seligmann (Ibrcnmitglieb, feit B(od)5 
Xobe Boriiöenber ber Bereinigung ber liberalen ^ahhinj^x. 
oemer ^smtiatiöf entf^rang bcr ^lan eine^5 internationalen 
3ufommentci^luffe^ beö jübifdjcn Siberali^mu^. 19M fo^ricn 
ncmentlid} engüfdje liberale an ber Tagung ber Bereimnuna 
teilnebmen. Ijtx tricg \)ai hi^ Sagung unmöglid) qt 

unb ben ^lan ^erfc^lagen. (Srft 1926 'ift, W^-ma\ aui :6e= 
treiben uu]ercr englifd)en ^reunbp ^^^ "^ 'ibev \i-ö für lifae- 
ralcc^ r.ubenfi-. - • ^-^^ ^^^^^^ 

^ qe^ört. 



'<£^rrufhtr dcü JOeout, 

?.u merben, nx\h^ feine % ..i^oba \)a\ ... -;. 

Denen bie ^^effo-dfeier [«--ut- gemorben mar, biefe 'miejfrr 
bineingetrageti. Xie S'^otmenbigteit, Die Buntfdredxgfeit ber 
liberaTcn (SJcbetbüd^cr ^u befeitigen, bal neuerbing§ yax 'Dleu. 
bearbeitung be§ <^2htihn6;,t^ im 3luftragc ber tiberafen ^u'- 
tu^fommiffion bc§ ^.|3reuf,ifd,en 8anbe§üerbanbe?, beffen Boi> 
fit>enber Seligmann ift, geführt, ^er paubtanteil an her 
Bearbeitung ift ihm zugefallen, hit Ueberfe^ung fein 'Srert, 
baÄ er mittig unter ftänbiger .^itit feiner SJJitail^eiter gelej'tet 
Ijat. 9liemanD — aud- er felbft nxi^i - mirb biefe ilrbjiten 
in allen (Sinjelbeiten t)orbe]^altfo§ giitbei^en. 2lbcr nie noui>. 
Der bte ung^beurcn Sc^mierigleiten jui mürbigen meif . nnrb 
il:m hit rüdbaltlofe 3lncrfcnnung unb bcn ^anf meigcrn. 

3n allen feinen Jlrbcitcn, in feiner gefamten 31mt§füb^ 
rung mie in feinem ganzen 2eben \)at ^Seligmann Vxt 
liberale 5lnfdrauung De» 3^*11^1»"^^ ^'-^ ®ntfd;iebenbcit, aber 
fftrflidi, obne perfönlid^c S^ärfe öertreten. 3lbfr il^m. gc^t 
c§ nidit um "t^arteiintereffen, fonbern um baS ^^^öentum, 
beffen 3"^"^Üt er nur in liberaler (Sntmirflung ju feben 
öermag. 



Rabb. 2)t> IRag Dienemann, Offenbad) Q.2K.: 

3u ber reid^en Arbeit, hxt ßäfar Seligmann in ben 
3abreu feinet rabbinifdicn Söirten^, — 41 fmb e§ jc^t - 
im Xienfte bcö- ^uDcnrum^ geleiiHet \\at, nimmt bie 'ilrbcu 
an ben „D^ic^tlinicn" einen befonberen %\ai^ ein. 3m ^ahre 
1912 legte bie „Bereinigung ber liberalen Stabbiner X)cutfd^= 
lanb« ", nojd^bem eine unter Seligmann» Öcitung arbciteni^c 
^ommiffion fie formuliert l)a\it, ber igauptoerfammlung ber 
„Bereinigung für Da§ liberale 3ubentum in Xeutfc^Tanb'' 
hit „9f{icbtlinicn für hai- liberale ^ubentum" t>or. Xie in 
^ofen tagenbe Berfcmmlung nabm fie anber» auf, aU bie 
Rabbiner ermartet batten, man fapie eine 9?efolution, bie 
^mar in Der f^orm^^cinc 3wft"^^^^"9' ^" ^^ Sa^e aber, 
menn aucb* nid;l eine äblebnung, fo Doct. tin ^^ie^tgurtimmen 
1:nhtViiüt, unb bie nur mübfam einen burd^ bie Berfammlun^ 
gebenben 3?ife "überbrüdte. 

e§ finb ingmifd^en fafl ^mei ^abr^cl^nte barüber binmeg- 
gegangen, fie j^^äblen unb miegen anber» aU fonft .^mci 
i^abrje^nte, in^mifden ift eine (Spotte ju @nbc gegangen, 
eine SBclt Ui fi^ geänbert, c§ ift, aU oh \tnt^ (^efdrehni^ 
in einer gan^ fernen 3^^^ ^H^' ^"^ obgleid üiele, — bie 
mciften, barf man fagen, — ber bamal» Beteiligten leben 
unb in t^oller Xätigteit finb, barf man m:>hl beute auf biefe 
„^ftidjtlinien" mie ouf c'in liotument jurüdfd^ouen, ju bem 
man in bem ^bftanb ]^iftorifd)er Betrod^tung ftebt. "^SRan 
bort hit i^rogc oui'rt>er[cn: tnmiemeit haben bie 3"^^^^^^^^^^ 
jene^ Xofumcnt^ Die 2inie fünftiger (Jntmidlung erf'tnut, 
unb mie fom e», bo^ fie miBterftanben mürben? 

lab^ brandet man in leiner SSqifc auf ba§ ^u^ütl= 
juTommen, ma^^ öon nid^tliberaler, l^^on ortboDoycr Seite 






bamafC' ciegon fcie ,,3ürf]tünicn" gefaßt muibe. Xa^ c\ui(i au^^' 
beu 3^erfict,iebenl]eit ber (Druitbanfc^aiiung {)eiöor, bie jebem 
^erftelien im SSegc itanb; am il)i- entbehrt mau ja aul) 
ifteutc iu>ifj De;? Sßciftäubnilfe^ für bu (^\:unhmvidiunQ bt^ 
2i6cvaM»mui" uub be^S Söilleno ^uc 'Jluedcnnuun. ^'ay 6c^ 
rüljrtc un^ a(|o nic^t uuD bevül)rt uue aud^ tjtutt nirf;it. 'JJur 
öoii bcm fet ik ^cbc, rt>a^5 bamaB hie, ton ö-en ^'Kabbinein 
al^ fcibflöerfiänblict, cvmartete, uueinöefdjräiitte 3ufii"iniuug 
üiemmtc. ©eöeii bie „3?icfjtnmen" murbc geltciib gemacf.t> 
bofe, jic bie mit bem SiberaliymUo untrennbar Derbuubeuc 
mbiöibuclfp SteKunguobme bcfcfvräufeu, ba|l fie g(eict;fa:n 
bem ciu.^clucu ha?' iHci;t nälunen, iu eigener 'Prüfung, in 
eigener SBaljl fi4 ^u entfdjciDeu, lt>ie uub in \vc{d,\?i Tyorui 
er ^"^''tttum betätige, ha% fie ibn in einer mit bem 'liefen 
be» Siberaüc-rnuy uuDcrtrnglic^en 'Jvorm einengten uub bau- 
ben. '3)euüiri) !cnn,^eid)net fid) hier 'eine l^enfarl, bie au:- bcr 
5ü(le ber im Öifcernliemud .yifammenluirienben ."Komponen- 
ten trov atfent uuD cä-S über alleö auber? binintoraigenö 
ba«ji "Sitd'^ bec> (Sin^clnen Ijerou^bob, bie ha^^ a(# ^öcfcn 
.bcy 2i6erali^>mnc^ anfal), ha^. ber Ginj^efne iu feinet ^-reifjeit, 
in feiner 3tfl(unnuttbme burc^ nid^te gebunben fein bürfc, 
in feinem 9iuybrucf in leiner SSeife augeleitet uub beftimmt 
luerbe. ©i- ift unbcbinnt riditig, baf\> biefe-3 ^erfit bc^ (Sin- 
i^elnen ein Ö^runbriebante be^ 2iberaliy:nu^>' ifi, baf^ er not--- 
n»enbip jiu if)m gebort. SSac^ aber bamat^5 zutage trat, mar 
eine 'ienfart, bie biefen 53e.^i':! liberaler 2eelenba(tunc\ r^um 
attein iöeftimmeuoen nnb i'JZaf gebenbcu oc?- 2ibcra(i?muo 
erb ob. 

iföay aber ift iu,\n>ifd;en gefdjeben? 3:ie (Si3od:;c be^ 3u^ 
biüibuali'^muö in feiner OlKeinl: errf d^ajt nnb Sc^-ranfenfofin- 
feit ift ^^u (^nbe gegangen. 3»tmer bcutlicfer ,^eid^net c-? fid; 
ob, baf> ber ^)J?cufd: fid] nidt nur aU Gin,^,elinbiöibuum, 
lo^getöft tjon atten Cgrbbinoungeu, füWt, fonberu baf, er 
^lieb einer 0)emcinfd)aft ift, ber er burd) Okburt, ^ ourd) 
Xcufen, bur.ij^. bielerfei im efn,^ctnen rotioitaf md]i bettinnu-- 
bare S[)iomente angebört, öap er e§ nidit Hn^ i 't, fortbern 
ouici^! fein nyiit ^o hart ift in biefeu ^abren — fie 
^ccMen burdr hie 3?eUoIutiort ber (Gebauten, in b?r wix fithcn, 
h)ie eine gan,^c gefd)id|tfid)e C^bod^e, — ber Söanbel ^um^ (^e- 
meinfdiaftvbeuten genjorben, ba^ alle (ginfiditigen beute fd/on 
mit (5rfd reden feben, ba^i man — aU 5Hea!tion gegen ben 
übertriebenen uub fid^ fefblt öerniditenben ^snbii)ibuafi=mu§ 
— in tinc Ueberfpannung be§ (51emeinfd;aft«^, be^ Waffen- 
XienfeuÄ hineingerät unö fid^' auf "boy unf-erfierbar? ^cdit 
be'5 3nbit)ibuum§ befinncn muf^. 3o ftarf ift man in 
btefen 3^^^'^^^" ^'^ ^i» gebunbenecv Renten geraten, ba^^ man 
tlim gegenüber fid^ auf bay ?fled]t be^ eigenen ^lenfeuy 
neu Minnen mup. ^^^^i-'^'«^^ ^^^ ^"^^"tumy.ift "ber ^cn^ 
belon^fd^tag bedbalb fo ]^e(tig, h>cil e§ ,^u rtarf na<i). ber 
onberen Seite auygefd)fagen Tiatte, mei( man öer^jeffen batte, 
ba^'oudi freigeriditete iö^enfd^cn eine fV-übrung unb SeHuug, 
cm ^\ä)Wt^n an ein ^efte^ braudben uub barnad) öer- 
tongen. - -^ ^ 

©eifteegefdnd:^^''^^ itf^tten fene „9^idtfien", — ni?ma(§ 

Ilotten fie ein dJef ^-^-^-^lon-^Jlrudi fein 

fotfcn, fonberr " ' 
5H 1 dl t u n (t- ■ 



feren, öer fie fo unb oortbin fübrt, iü'af)iu K}is: gerabe 
je0t iaotleu? 

3n Erinnerung a:\ jene „'Si\dniinmi''.^cit bringen mir (£ü- 
far Scligmaun unferc ^Bei cuug bar aU einem „^^ ü iy r c r''. 

Kabb, Dr. Sdnolö grus, gcanf fürt a. 211,: 



5lly jeljnjäbrigcr Stn.c 
iigionefdjuie Unterrid) i • 
ber bamalö öor bcm lu-fäiui 
logifdjeu 3em 
3d)üUru unferey j 
bie biefe ibre 
Seiignmnn ma 



.)atte ic^ in ber Öreylauer jRe- 

ü b b i n e r 'S) r. 3 e I i g m a n n, 

feiner 3tubieu am jübifdj-tbeo- 

inar ftanb. 2o geljore id^ moI)l ,^u ben älteren 

erey 3"'-^'*^^^/ fic^'^v(id) ak> einer berjenigen, 

iöe^iebung mit 53emufjljein empfinben. Xr. 

eyi aud), bcr meine Berufung nac^ ^tanffurt 



3' 



am ''i)}kin üeranlafite, mo vi} mid) anfange meiner Jätigfcit 
fafr au^fd)liefjlid) bem ;Heligionyunterrid)i ju miDmen l)atie. 
^i^radjte icl) mof)l tion meinen ^rc^lauev ^cl)riabren mannig - 
fad)c (Srfabvuug an\ biefeni Oicbicte mit, fo mar c^; i'oiebci 
l*r. 3elignmnn, ber mid) in bie lueit fdimiengevcn Unterridity^ 
tierbältniffe ^rant-fuvty ei;i{üi)rlc unb mir bauernb mit feinem 
^Kat j\ur Seite unb mit fetuVm !Öeifpie( aufeuernö t)or ':J(ugen 
fianb. ^arum liegt cö nabe, ba% id) il)m and) in ber breiten 
Cef)ent(!d)!eit meinen Xiiv-t al^ 3d)ü(er, ber id] ba-}' ai^j ilev-^ 
ncnber mic aU ijebrenber bin, Darbringe. 

5LlZciii Xaiit fann unb foli aber nid)t blo^ ein per^ 
fünlid)er fein, '^er meifi, Vv'r fid) Dr. 3cligmann bem in?- 
ligionounterrid)!, biefer anftrengenbften, PcrantmortungyßoU' 
ften. ?hbeit bey rabbini|a)e:i ^ilmtcy init nie ermiibenoev auf- 
opferiiber ^Betätigung — unb bac^ bei bem Uebermafj all 
feiner fonfiigen loeit umjaffenbeit >3eiftungeu — bingegebcn 
bat, me: meifi, bafj er njidj beute aU TOjäbriger mit ber 
'-lniü,^al)l ber "^fliaitfuinbeu, ol)ne ba^u genötigt ?^u fein, nn 
ber fd)on burd) bie ^'jcenge il)rer jübifd)Cii 3d)ülertnnen bc- 
bcntungybollften böuercu Sebranfialt in ^v^'antjurt a. M. in 
Dber- unb 9.")httelflaffen refllo? fc^ajft, Eann fic^ erft eine unge 
fäbre Xarftclluug üon feinen Üeiftungen aU jReligiou^leI)rer 
mad)en. Söie öiele 3ö^)'Lgänge t)on 3d)ü(ern unb 
mn, .^umeifi anc- Käufern, m btntn man bem 3 ^ 



cbülcrin 
ubentum unb 



er)~t red)t bcm 'Keligioncuntevridjt mit ©leidigüttigfeit ober gar 
mit '^tbueigung gegeuüberftaub, tiaben burd) biefeu if)rcu Sei)- 
rer 5lnveguug, !illärung unb, i^crtiefung ibrec- füDifd) religiöfen 
CSmpfiubcnv unb SBiffen^- Tifabren. '23ie fteinig mar bod) ber 
Sobeu, beu er im ^aijU 1902 bei feinem 3lmt?antritt biei" 
porfanb. ^ie 1ei{nat)me om iübi|d)en ?)ieligionyunterrid)t 
aller Sebrftufen mar — fd)on bamaly nad) ^^'^nffi^^'t^^ ^C" 
fe|)gcbung - burd}auy frcimitlig unb bit ^JJeigung, ibm fern 
^u bleiben ober gar fid)7nn d^ri)"'tiid)en iReligiou^5unterrid)t 
5u beteiligen, ftav! Perbreittt. jQattc bod) bi^ ,sur ^enbe bey 
3abrf)unbertö mit perfd)minbenben ^u^na^men in ^ranffurt 
(ÜD^ain) bei ben öffentlid)en' Sd^ulen iübifd)er äteligiouyunter 
ridbl nodi nict)t be)*tanben. Gü mar ba§> SSerbienft bcy Per- 
eioigten 05el)eimrat? ^blcr, ba^ er biefeu eigent(id) erft be^ 
grünbet unb ausgebaut bot.^ ^^anb er für bie ^örberung 
biefer 3(ufgabe ^^erftönbui^ bei bem bantaligcn fonferpatiben 
föemeinberal'vS'ier 93larfuy ^oromi^ f. ^. fomie bei ber Oiie- 
meinbepermaltung, fo l)at tbn Jlabbiuer ^r. 3eligmann bei 
ber Erfüllung biefer orgai -torifc^en ^iifgabe aufy eifrigfte 

' " ' ■ ■ r allem a.-^buxd) feine ganj 

"•'•na ir metigion^unterrid^t 



im 3al)re 1918 bat '^lan^ >Rofen.^meig feinen a>caburuf 
„3eit ift'y!" in bie iübif^e Deffeutüc^feit Xeutfdjtanbö ^_in- 
auögef)en (äffen unb barin bie bringiic^e ^orberung aufge^ 
ftellt, begrüubet unb bargetan, bajs enblic^ eine genügenbe 
3al)l Pon grünblid)ft porgebilbeten 3^e(igion0lebrcrn für bie 
oberen .Sllaifen befonber^ Der l)öi)eren Schulen \:)cxancieso(\m 
lüerben möd)te. Xiefe iiebrfräfte follten mit bem Pollen !Rii]i' 
^cug miffeni'd)aftlic^er 3d)ulung unb oollem ^iluymafj inbi^ 
fd^er Äenntniffe terfel)en fein, um ber großen fc^mermiegenbcn 
SSerpf(id)tung ju bienen, ba\i fie unferer gebilbeteu ^^Jl^^'^b 
in 325al)rbeii unb ^ii5ir!lit^iieii ^ül)rer ^ur angeftammteu jü^ 
bifd)en ?Heligion fein fönnten. CStma ein y^alyx^emn P o r 
^'ran_^ äiofen^meig l)at '2)r. Seligmann auf einer Xagung bey 
Xeutfc^ 3fiöelitifd)en Ojemeinbebunbey bie gleid)e ^biberung 
n a d) b r ü d l i d) i~t erljoben. Xie iBegrünbung für biefey JBev^ 
langen ift nid)i j^um menigften barin gegeben, bafj uitfere 
JRabbiner, an fid) jur (Erfüllung biefer Aufgabe berufen, burd) 
anbcrmeitige S^iotroenbigfv^^iten il)rer ^mtc^arbeit in ben meiften 
J^ätlen au^ hei bei~tem Söillen nic^t bay lei)*ten tonnen, may 
bringenbfl geboten ift. 9lid)t ^u überfeben ift, ba\i ibnen beute, 
mo bie Sc^mierinfeiten bes gefamtcn Unterriditybetriebe.^ nod^ 
gemad)fen [inb, faft immer bie gebörige grünölid)e päba- 
g g i f c^ e W u y b i l b u n g mangelt. %ie fc^ön)~te '^eiex für 
unferen geiftigen ^üi)ier, bie beftc Xante^^bejeugung für feine 
gro^c umfaffenbe i;^eiftung mijrbe il)m bie jübifd)e Ceffent^ 
lid)teit, mürben ibm bie liberalen 3*iben Xeutfc^lanby bar^ 
bringen, menu man enbiid), enblid) an bie ürfüllung 
unb t atfäd)lid)e Xurd)fübrung ber ^-orberung ginge, Die Xr. 
Seligmann fd)on Por baiD einem 2>iertcijabrl)unbert aufgeftellt 
bat. Xa^ fei ber "^anl, ben mir iljm fpcnbcn mollen! 

Rabb, 3)t. 6, Satsbcrggt, 5tanf futf a. TXl.: 

^rebigteu jinb für beu .§örei, nid)t für ben ^efer be* 
l'iimmt. Unb bod) i\i Cy ber ^^rüf)""iein für bie „^altbarleit" 
einer ^rebigt, ob ntan fie auc^ lefen lann. (^emifs feblt 
bann ber unmittelbare Äontatt, ber jmifc^cn ^rcDiger unb 
ipörer befte()t, feblt ba'5 ^luibum, ba}' bon bem gefproc^enen 
Sßort auygebt Pon feinem .'älang uub feinem 9?()ptbmuy, oon 
feinem Xon unb feiner ^-arbe, bom )Hnhiid bCy ?KebenDen, 
Pon feinen ö^ebärben, Pon feiner gegenmärtig Icbenbigen ^er= 
)önlid)teit, bon ber gansen 9ttmofpI)äre, bie cucb burd) Die 
ßeil unb ben 9iaum unb bie Menidyen, bie ibn füllen, bebingt 
ift. ^ber ba^i^, may bie ^rcbigt an &ebanten entl)ält, ibre 
Öilieberung unb Xurd^fü^rung, i^re Sprad^e mirb Por bcm 
rubigeren unb im allgemeinen !riti|d)ercn Urteil Dcy Öefecö 
bejicben muffen, foU bie ^rebigt einen 3Sert über iljren un^ 
mittelbaren Einlaß l)inau6 befi^cn. ®ö ift fc^abe, ban l£äfar 
Seligmonn un'3 bic^b^^" ^od) teinen '^anb gefammelter ^re- 
bigten gefc^enft bat. )!flnx einige menige finb auf 'SBunfd) 
bcr Okmeinbe, bie fie ge()ört bat, bem Xrud übergeben morben. 
!i0tir fd^eint, mer fie lieft, mu^ ben (Sinbrud geminneri, aly 
ob er fie ^Ö!>.c: Pon foid)er .^larbeit finb bie Öebanfen, »on 
folc^er Sd^önbeit bie Xiftion, bon iold)em nod) ben Sefer 
mitrei^enben Sd)'mung i)t bie Sprache, iöay nur oon menigen 
^rebigern gelten mirb: l)ier ift ein 5^ann fo ber dtebe roie "bcr 



unb t atfrrittirrft? u" 



.- ^'^ '. Mb, ba^' eine Sbodc 

<;Ci£e^net f!^: tmmer fd^.on Porber ab, nur bo^ biV mento^ten 
^f feDen unb erfübren. Sie bleiben in ibre ÖJebanSl" 

.'^«?!«'/r'^ f^^ '^l^?'" "'■* ^'^^ ^«'5 ^^^- ei»e^5 neuen 
,^'enren^ fi^: fd^^rt öffnet. (5^ in afeidgüftfq, ob Die^=. ober 

icne§ in ben .^i^^ttinfen'' nic^t batte anbfr§ ae^a^it fein 

Torner fte fiuD fa fein ©efefebud. unb feine Offenbaruna 

^•f^'' ,v''^^"'"'"' ^'' ^'' '^'"'^ anfgerteUt, Hatten ba?- ml 
fubi te ^ommenbey^, r)atten biei öfnfc ber fommenben (fnt^ 
miffltvnn geabnt.^Sie batten ,su ber riarmonifd^en 9?ertnüpfunq 

Sn inA s^'^n'*^'"' "Sf- ^^»^^^"/fft^öefübl, Treibeitfid;em 
e.nn unb SSiUen ^ur ^tubung fübren morien; fie Men 
gefctiaut, mie ba^ m^ einften^ autoritatipe? Oiefe^ iri rtarrcr 
^orm gemefen mar. firb ummanbelt ,^um felbrierfübl ten unb 
fret bcjabten Wue^brucf be^ mmeinmtmeUn^, Ueba^ ^e 
burfm^ nad erneut Je?ten in aller ^^reibeit empormudj?, 
fte maren bier m 2Baf)rbeit ba^ gemefen, m?- ?,u hin 
man mit «Rer^t Pon ihnen Perlanat: „^-übrcr" iffiarum 
nur mollen aber bie menfd.en immer nur in bem ben gübrev 



Vi 






^V -ntn 

gton«unterri.. .ür bie ........... 

pripate, l)oI)e.e Öebranftalteii, 3JJittel 



.tcti 



. . I '.)r. '^ay entere 

^i c Diu aiaßig meitgefü^rten »Heli^- 
^5^ '^turrer Sd^ulcn (öffcntlidjc mie 



Über „^uDcntuin unD moDerne iascltan)d)auung", mie bter Di* 

fdjtbierigften pl^ilofopljifd^en ^^een, o^ne an Xiefe ju pcrlieren 

: — "-"»»^»^^eten ^nbliJfuTT ttt bodjft aujiicbenbt " f'^icht ^«f 



miiiit tifl) Si -sehgmaiin «or cm qer '^eit su feiner Sni- 
roilunn Bon fernem Mefcventei.amt 5m-ucfir,en ' ^"'' 

Su^ZTT''>^'l ^'"'^»"""' '"« ""« ScDu arten aufne, 
ber Vn^rfL -f ®™"? *"" «««"'nnenen grfaftrunqen n-.eßr 2d, 
bei ?Jac(,prufung unteväoge.i unb burcfi Stucffconna ber 9r(l' 

aJi-Tk^- - cF- ^f^tgmonn uberraqenben ";)lnteil ber iid^ 






«rA^\'^^''^'^^"^^9e/ b'aio • getjvveid) '^mibiqe 

nun tinr«f,^r<,i„ iJx....rr-_ c^"'-', ^'^'^.""b teineymca^ tmmpr 



3uHuö ISab füiifjig 3a{)re 

^on X r i e SS i 1 1 n e r. 
Seit mttt)oH) epfiraim Öeffing feine ,;öamburqift^e X'ra. 
maturgie- Der 23elt übergab, baben ^U-aftifer unb ibeore. 
hfer De^^jri)eater^ eMmmer miebcr Pon neuen unternommen, 
Dramattfd^e 3c%aubül)nen burdf; <5ieban!cn unb 9?efiertonen au 
befriid,ten unb ^u er^ieben. 2Bir fyahen in fotd-en tunt. 
lenfc^en ^abagogen bcufig 3lnreger bon großem Format 

il^' ^o. ^^l^^.''^^ "^^^^^^^'^ SU Wu^ unb ;^rommen gcDient 
%aben Wuc^^ ^ultu^ S8ab gel)ört in bie Xefsenben^, berer, 
bie ibrc analt)tifc^en unb fputtictifdien öetenntniffe m mnl 
Jten ber bramatifd^en SBerfftatt nic^t nur mit «orliebe 
^nDcrn mit einer nabeju befeffenen 5ä^ig?eit per.t>ert2iL 
<5elbiflPer?innbltc^ mu^. man in ben SJegriff be^ 2:beater^ 
Wie er 6eifpiel§meife Pon 3uliu§' 55ab aifgefa^,t mirD, nldt 
ollnn ba^ peatex, fonbern aud^l ben Sd^aufpieler unb ben 

^uliu^ 5Bab Pollenbet am 11. Xesember erft fein 

V'-r \\\ ^ •'^ ^ ^ ^^L^ '}' '^ i i5 ^ ' ^'^^^'"^ ober uvnfaH feine 
^atximt mnerbarb eme^5 9?^enfd^enalter§ eine ^robuftiPitat 
bon fd^ier unglaubmüroigem Umfong. 3uliu§ ^ah f)at be- 
muttert mit einem Gffap über 9f?ic^arb i:iel)mel, einen Der 
feunaften unb genialften heutfd^en 2t}xitex, bcr Pielleid&i eben 

rl ^cy?.?"^'. '^"^ ^^^ ^^'^ ^^^^«.^'^ ^^eiben mirb, nämtid 
W abjeit? icDer Xoftrin unb jebe^ Xogma§, mit milber 
^reibcit auß fid^, berau^^uft^leuoern. Unb Pielleid^t i)t axahe 
boy fennsei^nenb für «ab, baf., Teine unglürflidje 2iehe fid 
l'^iy-J^l.^}^^^'^ 0" g^-'o^en Temperamenten uuD tatl 
trafltoeii ^erfonlidifeiten ber Ii($tung unb 58übne, tine bei. 
rpierimeife einem SFiatefpeare, einem ©oetbe, einem ^ain^ 
unb ^atfomffi, folt)ie ben Hebbel, 53ernl)arb Sbam unb Pielen 
onbfren. Ouliu§ mb bat ffr^ in breipigjäbrigem 2Sirfen 
m^ aU em befonnener nnb befinnli^er meihev De>=> qe- 
t'ä;>nebenen unb noc^ mebr be§' qefprbdienen 28orte^=. benyaiyxt 



ein (SiefüM Oon bei erlS,;« -^ •■ f ^''"'"'^f" Untunbigen 
ü. b b kfeS- 4. f ""«»""'.W"- """•> 9»ann? fo reifer 




r^i,.,.? ^'""^'".9^" bfi' «uä'ne unb bot feine tiitisiflifciien 
öfifubarungcn immer loicber aui i...»- =>•:-.-.- A' ",7'" 



in bcnen bie aBu.,ern b^'t^'i« . e/^b ^ «eÄ ' 
menb.ptm für ben mm^i,m beran ert Tiegen 2o 7 1 ^u iu^ 

4 ;.?5^" "Jf'' t*^'"*^." **« fosenannten mStbJ e„Än 
'^fuJV- '"l""' ""S™'»* äu einem «ugen u„d öcrftänbnf" 
»oHenJBrnjetJtor oe* tbcaterä genrorben" beffcn Jfiefen ffdi 
über b,e gcmeminn übliche mmm b amaturgiftfn Vät 

S ffte,;j rnefi faft au.5f,^fiegrid, bj, "jgü, „, _ (efirtc unb 

»0 inm mit fo betfi.er Siebe ummorbencn Obiefte« — 
n>iH fapcn ber S*au6üh„e - bebacfu. Mt alle 3*1ifte„ 
H f>*lT r f ""^«•'»•*'"!tfi* ffVanfiwn 8 beniÄ'l^ 

ImII In •?" '.'*' «'«^ J-eifcCiebenttirf- brantatifJ, 
wiiudit t)ot, namlicf; mit bem Sif;iouf»iet „t.er Sfnbfre" 

ntolen fifco»fcnfd5en Obem, ju iem Eutins 4«b fi*. fonft 
fo freubifi berennt unb ben alfein er auf ber SSamc «ä 
6ere:^t,nt anei-fcnnt. aber bai ift unerbebli* henn 1,,* 

?rfÄ' f'"L''^ r^f** ^en'sZ entn'm'era^"^; 
eoricnbcte .tunfttwrT, ba? einer einmaligen Sntuition enf, I 



fprunnen fein fann. „..„ „,., „,„„ „„„,„ 
bran,atifd;en Setfui^e ^ulinä Sab" to?.''?r 



""Ür^f ^"r ^'"9*^" ^'•It.eifen biefe 

«... -perjen riegenbe.rÄ" «S'tlur tit"grlifer tI '"" 
fonben, „„t jener «italitöt aenLT<,T .^Tll^'l''}'' 



mit «,*t .-. rf -*''""*« genfiöert «at, »on bcr »»etlv 
er |,at fe^ft mll^^f'^^^^bic^tbe^Tr ?obt" Ä '^"^"r 

r bj;^ ägÄSrn-eSu^Terytrln^^^^ 
S£l»rSafi;Äre;r:^ 

w 5 , 1 n I c , „U e 6 e r Die f p r a dt t i cF e it ffl . r . , fM 
b e i, x: r a m a «", „S e r Sien f 4 « u f b e r « fiVr e " 
(eine Dramaturgie für €rf;aufj,ierer'/ba§ mit Si Ui InM /„' 

IV.If■L^^^t*e?-!'"<"?""i ^fi-'t-enin- rf ^e"«^ 
-.ien]^ci:enaitet , „i: a § Xrama ifer Ötp^i»'' 

.3ba!efpeare^2öefenunb28erfe- S6auf«V.r 
I n n fr u n D 3 d. a u f n i p r p r'' V ' "^ «^ ö n I P i e l^ 

statt er ber 5olf"büVn „"' fomVUhe ^J'W*' 
orapHen ,o„ fflnscngruber. ^Warb^J^ m^,''''Ä»^C 

:be"'Ä^' ^^%/r'f\ 'InnC^Sorma unt «Fe ej 
feiillr", f *"*'' **"'^e (legt im ritcrarif*«n Sffati fo 

ber2,*auf,^clf^%f/ot;?i/«t! ! i'|f7„[5 
1* in einfmntgen Sperulationen ergebt. Siefleicft tfamL 

f'*'r' •^' "'" ^'j''*'^" f''" ^''«»"rl "uebeTbie fpra^ 
,Vrf,*en aSuräem be? Xrama.?", meit Auf ■"= «ab 

teh ?r '\^T' ^'^''*' "'»' ^^""' •■« i-er «ibfg^cf rieten 
|eht 9lm 91nfang mar ba-J ÜSorf. «om ©ort ai^ ^'^ 
«ab firf, cr,t mubfam juni ScDcn, bann aber fc^frfforhaft jum 



\ 



^ 



t 



Jlnnimet 50 



3fiöif(^-(i&etale 




Beitage 
11- Dezember 1930 



■1 



Unti den Bableti 



Die 3ufnebenen 

ein furjcr JBa^lcpilofl. 

3>oii )}ied)tx^aimmlt .'peiuvid) 3 t c i ii. 

2i'{t' irf) nii'^ n^ßiitnuüvbiner iHuellc !)öic, (rat bei* ,/-)5eicin 
her .Hinnfbcitcn iiiib Sciidjen auf (5rben t£. iS." beim l^cobel 
^ifivfomitce in 3tücfi}olin bcii *i>intiag fleftcllt, il>m bie-imal 
t>m ^vei'3 für ^Webi^siu ^u oerlciben. ' iöenrüubet roirb bieje-^ 
^l^cvlanneii ctma ivk folgt: „Sir mcifcn auf bcn l)erüorvac|cn 
ben ^Oil[d)ritt bin, bev in bcn legten '3af)i-*eii in bcr mebi^i^ 
ni}ö:>ni 'iiMifcufc^aff bor fid) gcganneu ift. ^ür frfjioerc iSint 
frantbeiicu, bie aUi unl)cilbai- (\aiitn, fogar für bie i^cpra, 
jinb *9fil mittel nefunbeu morbeu. ^6 märe tödig fa(|d), an 
5unebmen, bafj ber unermübüdjen 5hbeit bcr 2(erj^te bie öei- 
luncj ^u banfcn ift. ^Beftänbeu bie i5lran!I)eiteu nidjt, fo 
n>äre feibftoerftönbtid) aud) für bie '^(rbcit ber 9JJcbi,^in fein 
9^aum. ifijir alfo fiiib ci- eigeutlid), mir tranff)eiten, bk ben 
beröorragenben ^ortfd)ritt in ber ^Jlebij^in bemirft i>aben, unb 
nid)t etma bie ^ler^te, meld)e ben f(lran!I)eiten berart ,^u Seibe 
gcrürft finb. 5Bir finb 5mar in biefem Kampfe unterlegen, 
ober gerabc ba^ erfüllt un^i mit 3i^ifi^i^^Pnf)"it5 J^^i^" ^bne 
unfer 5(uftreten märe bie DlJJebiäin unb il)r ^-ortfd^ritt un 
möglid)." 

SDkn lefe ben ^rtüel üon ®eorg ^areöü in Ter. 96 ber 
3übifd)en 9f?unbfd)au; er ftel)t mit torfteljenber Eingabe etwa 
auT gleid)er Stufe. 5ESaö fd)on in bem Wrtüet üon* Blumen- 
fclb in '))lx. 95 angebeutet jöurbe, ift in ))h. 96 oorfic^tig unb 
biplomatifd), mie immer, t)on tlee, ungefc^mintt öon .tareefi 
Sum Wu^brud gefommen. 

^er 3inn ber SSabten mar ctma nid)t, mic man irrtüm 
Itdjermeife angenommen I)at, ber, bie ä)Ze(>rI)eit ^u erlangen, 
Öiott bcmabre, man I)at lebigüc^ bie indifferenten „ermedcn" 
mollen, unb barin baben in ber Xat bie '^ioniften ba^$ Wen- 
fc^enmöglid)fte geleiftet. @äbc e§ feine ;]ioniften, fo ijäüt 
man nidjt nötig, fie ju befämpfen, fo mären alfo auc^ bie 
Gegner bt?- ßioni^muö nic^t ^ur 3Sa^l gegangen. <5)ie 3io- 
niften ijabtn bie SSabten gemad)t, bie S^oi^^)^^ l}ahen' bie 
2öol}Ien gemonnen. "Die erlöfenbe Jormel ift a(fo enblid) 
gefunben. ^ie SSa^len merben in bcr jübifdien ÖVefd)i^te 
als „(Srmedungc>maf)len" fortleben, unb bamit l)aben [ie il)ren 
Qtved erfüllt. 

Unangenehm ift f^ierbei freiließ exK Umftanb: man l)at 
öon 41 SO^anbaten nur 14 befommen. SSie es aber boc^ mög== 
lid^ ift, biefe flarc ^JJlinber^eit in eine ^e^rfteit umjuredinen, 
biefeö Äunftftüd l)at ^err tare^fi im gleid)cn Wrtifel fertig- 
gebrad)t. ^it unbcr^o^ener §eiterfeit lieft mon folgeube 
Sorte: „«on etma 55 000 Quben, bie an ben f)öd)ften ^-eier- 
n bie Siju'^'ioaen unb Setfäle befuc^en, f)ai fie — bie 

SSolf^^artei — bie W|Jititg" .c)cel)rt)t'tv ' J'a^:ii'i'. m 

\\{i) oereinigt." N^ieroei ijt e'in uubebeutenDer iKed^enfebier 
unterlaufen; bie ^olfS^artei l^at nid)t 28 000, fonbern 25 500 
Stimmen auf fic^ bereinigt, ^a^ bebeuiei alfo, menn man 
nic^t etma bie fleißigen Sijnagogenbefuc^er ber '$oale 3ion 
ftinjured^nen mill, nirf)t einmal im ^are^fifc^en Sinne eine 
9)ZeI)rl)eit. ^Tber fei e§ brum; offenbar finb 25 500 ober 28000 
in ben 5(ugen ber 3ioniften bie ftärfere Me\)ti^eit ai?" 41 000. 
3d) ^erfönlid^ gcl)e lieber mit 41 000 in bie 9J^inberl)dt, ai» 
mit 25 500 in bie SJJe^r^eit. 

^afe 20 000 8timmen berjenigen, bie angeblich nid^t bie 
Synagoge Oefuc^en, i^r mangelnbes ^n^^^^^ffc an jübifdjen 
fingen burd) ben Stimmjettel bemiefen, ift für §errn ^are^ü 
fcl^r unangene^. Sie f)itft man fic^ au§ ber i^lemme? 
2)iefe 200Ö0 finb „t)öllig abnung^lofe alte Seute, 5Iu5trittler 
unb (Sietaufte". 33ebauerlic^ ift, .^err QJemeinbeoorfiljenber, 
ba6 31)re Sa^lliften — ober finb bie liberalen an bereu 
^ü{)rung fd)ulb? — e» jugelaffen Ijaben, bajs „5lu§trittler unb 
äetaufte" gur Saljl gingen. 3m ©rnfte aber: etma§ niebr 
Sürbc nad) einer Tcieberlage, etma§ mel)r 2Inerfennen ber 
geiftigen Äräfte, bie ^ier miteinanber gerungen fjaben, t)ättt 
in meinen klugen einer f5ül)rer^erföntid^feit me^r angeftanben! 
Sie niebrig mu^ $>err Ä'aresfi feine iiefer einfc^ä^en, menn 
er glaubt, ba§ er mit berartigen jRec^enfunftftüden unb bet^ 
brandeten Sc^lagmorten auc^ nur einen Ginjigen über bie 
%at]adi:)e biumegtäufd)en mirb, ba^ ber 3i''ni^Jnne I)ier eine 
^fJieberlage erlitten t)at, mie fie in 25eutfc^lanb nod) mö:)t 
bagemefen ift. 

^err ^arcgfi überfc^reibt biefen famofen ?Irtifei mit beut 
nedif^en Sörtd)en „3mifc^enfpiel". Offenbar nennt er bie 
3eit ber liberalen SJletir^eit ein 3^ift3^fnfpiel. i)lun, menn 
biefei? 3^ifrf)cnfpiel fo lange bauert, mie ba§ früljerc liberale 
„3mif4enfpiel", nämlid) bie näd)ften 70 ^al}xe, fo mill id) 
mit il)m über bie Ueberfd)rift nic^t redeten, '^m übrigen 
erinnere id) il)n on ba§, ma^ ic^ bor einiger S^it l)ier fd^rieb, 
bafe nämlid} bie Säulen 1926 eine 3nfötf^cntfc^eibung ge== 
bracht baben. Gr l)at mir bamalö patl)etifd) münblid) unb 
fd)riftlid) miberfpTod)en unb erflärt, ba^ bie Sal)len ba^S 
Grgebniö einer l)iftorifd)en (Sntmidlung feien, ^d) glaube, 
ber 30. 9iobember 1930 \)at nidjt feine, fonbern meine ba- 
maligc ^uffaffung beftätigt. 

3m übrigen: §err tare»fi ift §ufrieben, bie fetten tlee 
unb Slumenfelb finb glcidjfally aufrieben. 2)a aud) mir p= 
trieben finb, merben biefe Sablen l)offentlid) eine ^;][?er!obe 
i)arobiefifc^er ©intrac^t in ber Öiemeinbe einleiten. 



ein Sc^Iufeniotf jum Baf)Ifampf! 

«on ^ori^ 9?ofentI)ar. 

^ie (Bd)iad)t ift gefc^lagen, ber Sieg ift unfer! 

Serfen mir noc^ einmal einen ^lid auf biefen Sal)lfampf 
jurürf. 

Soburd^ fiaben mir ben Sieg errungen? Xrei ^a^xe 
Arbeit einer ^ioniftifd^en Tle\jxl)eit \)at ben SÖ^itgliebern ber 
^emeinbc bie lilugen geöffnet. Wan \)at gefel)cn, ba^ biefe 
$0^e^rl>eit berfudt^t ):)at,' au» unferer Öiemeinbe eine SBolf^ge- 
meinbe §u mad)en. 

%xo^ ber in lieberlic^fter Seife aufgeftellten Sä^lerliften, 
bie minbeftenS 8—10 000 unferer Sanier bon ber Sal^lurne 
ferngebalten f)abeu, 'i^aben mir fobiel ^anbate errungen, ba% 



mir in ber i!age finb, bie im 'Sal)ltanipf oerfünöeten 3iele 
buvdj^ufe^en. , 

Sie l)aben unfeve (VJegner '^en Sahlfampf gcfüf^rt? 

Xie 3»öiic^c 5SoIf5:paitei begann mit einem ^^(ugblatt 
unb jmei l^olfi^berfanuulungen,, in benen bie Sd)ulb un bem 
Sabüampf ben l'iberalen ^ugejdjoben merben folltc. Xro^bem 
bie Jvülirer ber SSolfi^paLtei aai ben «erbanblungen genau 
mufjten, bau nur fie — aud) *>er 93rief bon .^errn Xr. 'löaed 
fann Ijieran nic^t» änbern - bie «erantmortung für einen 
Sablfam^f ,^u tragen Ijatten. 3n berfelben unmal)rbaftigen 
Seife mürbe ber Sa^lfampf forlgefefet. 2)ie iBolf-j^artei 
magtc e^ nid)t, in il)ren ^Flugblättern ober ißerfammlungen 
p eijlären, ba^ fie in SirL'id)!eit eine .^ioniftifc^e ^^artei 
ift. <ciQ machte mit einem iebr geid)irft aufgearbeiteten I^lug-- 
blatt ben Säljlern ba^:i ^JZäidien bor, fie l]abe mit 10 ^^ro^ 
(Sent Steuern Sljnagogcn, Vliteryl)eime, 3d)ulen etc. gebaut, 
berfd)mieg aber babei,baf3 biej:Memeinbe 2(nleil)en in betxädfU 
lid)er $)öhc aufnel)men mufete, um biefe ^:öauten burd}5ufül}ren, 
berfd)mieg ferner, bafe ber grir.Htc Xeil ber mirflid) gcleifteten 
5(rbeit 5liircgungcn bon liberaler Seite entfprac^, ^um Xeil, 
Tupli^ität ber Gveigniffe, gemeinfamen «orfcl)lägen ^u banfen 
mar. — Senn bie 33olf5pariei im Sal)lfampf ben liberalen 
eine £:ftjubenl)e^c bormarf, fo miffen bie Dftjuben beffer, ma^i 
btclc an mi^ gerid)tete Briefe bezeugen, mie eö in Sirfli^feit 
in ber Seitung ber liberalen Partei mit ber Stellungnal)me 
^u ben Cftjuben au^fie^t. .deiner, ber ^Serantmortung in ber 
Partei trägt, ift bamit einberftanben, ba^ eine Oftjuben^e^c 
ent\ad)t mirb, unb menn in irgenbeiner Säl)lerberfammlung 
ein Sort gegen Cftjuben gefollen ift, fo meift bie Leitung 
ber Partei eö meit bon fid), hierfür berantmortlid) gemacht 



(Einlaöung 

!Dcr 

3übifcl^ - liberale 3ugen&t)etein 

(3H) 3U Bettin (B. U 

eröffnet am 3)onner§tag, ben 11. 3)e3. 1930, aöenbg 8 ll^r, 
im ^Dxtxa^aal ber (Synagoge Safanenftrafee bie für ba§ 
SSinter^albjafir 1930/31 geplante 25ortrag§rei^e mit 
einem i^ortragc öon 

DIL Leo Rosenzweig 

t)on ber ^Ifabemic für At 2Biffcnfd§aft be§ ^ubentumg 

nt*r 



it>Xn- 



(Snben fijarcn muffen. 9cur in einem merben unfere Wuf^ 
gaben in bicfer 3eit nod) anmac^fen muffen: in ber So^l- 
Tabrt. Gel mirb bafür geforgt merben muffen, bafj bie lau- 
}enbe, bie m biefer fc^meren 3eit am $)ungertud)e nagen, 
md)t ^ugrunbegel)en. ^a^- fdjeint mir beute bie midjtigfte 
Wurgabc gu fem. Um biefe ^lufgobe ^u erfüllen, muffen 
mir jomol)l beim ^erfonal aU aud) bei ben Sd)ulen berfud)en. 
Die ^luc^gaben auT bac- iDtinbcftc r)erab5ufe^en. Selbftcerfiänb- 
lid) boif ber 9^eligion§unterri(^t nid|t barunter leiben, unb 
un)cven fonferbatiben ©laubenögenoffen rufen mir ^u, bau mir 
balten, maö mir immer erflärt Ijaben: ibre ^ntereffen mer- 
ben bon bcn liberalen fo gemal)rt merben, ba^ feine ibrcr be* 
beved)iigten ^orbcrungen unerfüllt bleiben mirb. 
r. r ^"Ji'^^^ Sreunbe bitte id), ba ron ^u benfen, bau luir bier 
^al)re fc^merer ^(rbeit in ber Öiemeinbe bor uns laben un^ 
hau e| il)re ^flic^t ift, beute anzufangen, bie Crganifationen 
augsubauen, bamtt i;i oier ^aliren mir md)t nur mit einer ab- 
soluten 9Jie()rl)ett, fonbern mit einer 3)öeibrittelmebrbeit, mie 
fic ber mirftid)en 3ufammeufe^ung be^ 33erlincr 3ubentum§ 
entipndn, m öie Sieprafentantenbcrfammfung einrieben. 

iperan on bie ^xbeitl 



CBnbergebniö ber Berliner Bahren 
3uni 13reu6ifc^en Canbesnerbanb 

3m Ärei^moblaugfdbuB be§ Sablfreifeg 9h-. 2 (Ö^roh- 
^erlin) mürbe ba^ (rrgebni^ ber Sablen sum 35erbanb^tage 
be^i JBreuBi]^en Sanbesberbonbes 3übifcf|er Öemeinben im 
^eairf ber ^übifd)en (^emeinbe ^u 33erlin mie folat feft- 
ge)tellt: ^ ' ' 

1. liberale 41904 Stimmen, 35 SJJanbate; 2. ^oiU- 
Partei 2o949 Stimmen, 22 manbate; 3. 9f?eligiöfe gr^ittel- 
??.o'^ ■ ^ Stimmen, 1 Wanbat: 4. tonferbatibe ^:Bartet 
1419 Ätitnmen, 1 9J2anbat: 5. ^^oale 3ion 1932 Stimmen, 

7 fr"?^5^i ^; .^^X^' -'^^' ^^^1 Stimmen, 1 SDcanbat; 
7. Jrtlal ^ifroel 129 c^timmen, fein manbat; 8. Ueberpartei- 
oT '-?^^;^^"^3nng 2443 Stimmen, 2 Manbate: 9. ^oUtit)-^ 
liberale 6oO stimmen, fein 3}?anbat. 

3n§gefamt mürben 77 5J8 Stimmen gejäblt; unaiiltia 
maren o09 Stimmen. . ^ ^ / » . 



Sie lltanbafe 
ber überparfeiticijen IJereinigung 

- .r ®"^9egeu anbcrslautenben 5JhtteiIungen in ber «Breffc 
jtellt ber «orftanb ber Ueberparteilic^en 35ereiuiquna für bie 
^efamtintereffcn unb bie Ginl)eit beg 3ubentum§ feft,* ba% hin 
^anbibat ber Ueberparteilic^en ^Bereinigung fic^ ber^lid^tet 
m, nod) bon ber SSereinigung berpflic^tet morben ift, im 
?^alle lemer Sot)l auf fein ^DZanbat ju ber^iditen. 



I — >•*. 



2ß|r red^nen auf gal^Irctd^eg (^-rfc^einen 
nnfercr S^itgliebcr unb J^reunbe. 

3lffe 2)litglieber be§ liberalen S5er* 
ein§ ftnb fjer^lid^ft eingelaben. 

$ ^ i cf f und Q^ u t e Jugend! 



§u merben. Sir fennen feine Dft= ober Seftiuben, mir fen- 
nen nur religiöfe ^nben. ^llerbing» bie ^nben, bie e» ab- 
leljnen, im ^nbentum eine JReligion ^u fetj^en, f)aben nad} 
unferer l^nfi^t in bcr li>emeinbe nic^t^ gu fuc^en. 

Sir muffen anerfennen, bag bie ^Solf^partei einen be- 
beutenben 3nmad)6 erfal^ren l^ot, boc^ finb mir überzeugt 
babon, bau <Jnd) nic^t bie ^älfte ber Säl)ler ber i^olfe^jartei 
3ioniften finb. 'Den 3nmad):§ ^at bie ^olfö^artei erhalten 
burd^ ba^ oben ongefül)rte, öu^erft gefd)idte Flugblatt unb 
baburd), bafj ein großer Xeil ber Säbler nict)t mu^te, bau c^ 
fic^ bei ber Sßolf^partei um eine rein 5ioniftifd)e Partei l)an- 
belt. — ^n bielen ^erfammlungen ift bem Sd)reiber biefe^ 
entgegengerufen morben: „Die ^olfepartei ift bod^ feine ;^io^ 
niftifd)e ^^3artei." ^uc^ entgegengerufen bon TOtarbeitern ber 
3ioniften, bie biefe Xatfac^e eigentlid) beffer fennen müßten. 

Heber bie Splitterparteien iot)nt nid)t biel ^u fagen. i8on 
ben berärgerten „^ofitib-Siberalen" ift bie Stimmen5al)l er= 
reidjt morben, bie mir ermartet baben unb bie meber bei biefer 
noc^ bei ber Deutfd)en, nod) bei ber fonferbatiben Öifte p 
einem 9}Zanbat aux-»gercid)t l)at. 

Senn bie ^ofitib-Siberalen glaubten, auc^ nui: in ber 
Sugenb einen gröfsercn 9lnbang 5U baben, fo merben fic je^t 
felbft miffen, ba^ bie liberale ^ugenb treu ^u un^ ftebt. 

S3ei ber Ueberpartei ift tro^ unb burd) ^JJifjbraud) bon 
großen Manien ba^% ^ (rrgebnie ein biel blamablere^, ale es 
bon un$ ermartet mürbe. 

Die 3Jlittel|)artei, meiere bei ber letzten Sabl burd) ben 
9?amen beö ^^errn Siabbiner Dr. Sei^e immerbin nod) ca. 
5000 Sär)ler auf fid) bcrcinte, l)al, nadjbem biefer *i)?ame 
fel^lte, ba^ mol)lberbiente Sdjidfal erreid)t. 

Dafe bie fonferbatibe ^Ißaxtei nid)t einen eiujigen .Stau- 
bibaten in bie 9^epräfentanten^^^erfammlung fenbeii foniite, 
l^ot fie ber §e^c ber SSolf^partei unb ber ^v?ilgitation einiger 
äioniftifd)4onferbatiüer 3?abbiner ju banfen. 

93ei biefer @elegenl)eit mu^ einmal erflärt merben, bau 
bie 9fiabbiner i^re Stellung untergraben, menn fie in ber 
5lrt, mic et^ bon 5iomftifd)en 9?abbinern gefd)el)cn ift, in Ü^olf'5- 
berfammlungen erfd^einen unb reben, aud) bie .tan^el für 
Sablreben mipraud^en unb baburd) anbex^j eingeftellte @c = 
meinbemitglicber berärgern. Der ÖJemeinbebor)~tanb mirb eC' 
fid) überlegen muffen, in meld^cr Seife er ber 5(gitation 
biefer .^erren einen :RiegeI borfd)iebt. 

Die ^lufgaben, bie mir fei^t 5U erfüllen l)abeu, merben 
fc^r fc^mer fein. Die SSolföpartei bot bie Ö^emcinbe in Seiten 
ber §oc^foniunftur oermaltet, in 3citen, in bcnen ba^^ Wuf 
fommen ou^ ber Öiemeinbefteuer bon 4,8 SJZillionen auf 7,2 
9!)litlioneii geftiegen ift. Sir übernehmen bie öiemeinbe in 
einer 3^it, in bcr ba^ ?luffommen aui? ber ©infommenfteuer 
beftimmt prüdgcben miib. Sir merben an allen (^den unb 



//"i 



5lm 26. ^^obember t)aben mir t^on bem, mas an iDbri^ 
S:bäfer fterbli(^ gemefen, 2lbfcficb genommen, ^at &iefer ebte 
lO^ann oud^. bie Sllterögrenje bes $falmbid^ter§ überfctritten, 
fo mar er Dac^ für alte bie, bie iljn tannten unb öic feinem 
'^au]e unb feinem §er§en nabe ftanben ein Mann bcr Xat^ 
traft, man fönnte fagen big jum legten äu^enUid feinet 
.Sebens. Mui^ feinem Seben fprid^i ju un^; ba^ Snrt be^ 
'^orag: 

nie potcns sui 
Laetusque deget, cui licet in diem 
Dixisse: Vixi! 
^2ur ber bringt frei unb fröblii; 0I5 ganzer lOia.-n 

:em Seben l)in, ber täglid^ fid;^ fagen i^arf: 

,y3d)\ bat' gelebt!" 
Qin 2eben Der >>lrbeit unb ber $flic^t ifl^ gemefen, ba^ 
aJZoriti Sdtjäfer gelebt t)at £b ex in feinem l^eiligen :3e^rer^ 
berufe tätig mar ober an ber Erfüllung fo^ialer ^uj^aben 
mitmirtte, immer mar €r ein Qan^ex Wann, eine in fi^, qe^ 
fd:loffene ^erfönlidjleit, bie mit btx ganjen ©ntfd^iebenneit, 
bie iljm eigen mar, fic^. für ba^ einfette, ma5> er al5 richtig 
crfannt i}att^- Dtarum \)at er ouc^, überalt eine fegen^reic^e 
Xötigteit entfaltet. Mn ber Sd.ule, an ber er bier ^abr^ 
jebnte aU Dbcrlebrer gcimrft l)atte^ ftanb er in bobem 2ln^ 
feben, beliebt bei feinen irlt^ollegen unD feinen Schülern. 
Reiben mar er ein ^reunb, ber e§ berftanb, bie ^reunt)-^ 
fd}aft auc^ über bie Sirffamfeit an ber Sdjule iiinauä. 
lu erbalten, (fr mar \tet§^ ein 8el)renber unb Sernenber 
luciei'd}, er fucbte fi^ in bie Seele bfr jungen JJ^enfc^fu bin^ 
emjuberfe^en unb ibnen bie S^eale ine ^er^ ^n fenfen, 
bon benen er felbft getragen mürbe. 5Siele feiner Schüler 
maren mit ibm in ]^erglid;fter ^reunöfc^aft berbunben, aud^' 
bann nod,, aU fie bereite im 2eben ftanben unb iQexM 
borragcnbcÄ leiftcten. Sojiale Sittliifeit unb meltbürgcrlid^c 
:i>umanität maren Die (^runblagen feinet Sdöffcne unb SiL= 
!en§. Daraue erHärt fid^i audj feine 3lrbeit in ben groKn 
Drcanifationen oer beutfi-en ^nben unb in unferer iöirliner 
©cmeinbe. Qm D'eutfd>3fraelitifd;en ©eineinbfbmtb it>ar er 
Jllnrator ber gürforgeanftalten. Sa§ er bier auf ergieblidiem 
unb orranifatorifi;cm Q^eliete geleiftet, mirb unbergrffen blci^ 
ben. 3nt ^ilf^terein ber beutfdjen ^uben bat er tyon beffcn 
33eprünbung an mitgearbeitet. ^n§befonbrre bat er fili für 
ben ülufbau fenee Sd;ulmerree in ^aläftina eingefe^t/ ba?' 
bagi! bestimmt mar, ben o\tiübiSd,tn ©lauben^genoffen für 
il)r mirtfd;aftlid;eg gortfommen unD ibre intelleituelle {BnU 
mitfiunp ben 3lnfcb(ufv an unfer geiftigen 8eben ju crmög^ 
lid;cn, ibnen Deutfc^e Sprad^e unb beutfd^e Kultur p brm, 
cen, um ibnen oaburdi ben liarten .^^'ampf üme Dafetn 
ru erleid^tern. 3n ber ©emeinbc mar er al§ 3JlitgTieb be§ 
S:d;ut. unö lalmub-Xbora^ürftanbcÄ' fl-ber brei ^ölivjebntc 
tätic.. (Sr l-)at ni.ft nur in ben Si^ungcn mitgearbeitet, fon^ 
bcrn aud] bicle 3ahre al^ (fl)renamt bie ^nfpeftion mei^rerer 
9?eIigionyfd;ufen übernommen. Qx begnügte fid^ bier nidi 
nur bamit, feftj^ui'lcllen mie un^ ma§ unterrid-tet rtrirb, fon^ 
bcrn fucbte audr bie IJebrer, bie er on ben SduTen fennen 
gelernt batte, gu förbern unb ibnen bie einfdilägige Literatur 
?u ibrer Scfterbilbung gu übergeben. Qx irnAe auf^ l^ier 



4 
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buid> [ein Jt^öuueu unb burcfj fein SBiffeit im burd; Die ^oiv 
neltuifteii jeiucr gciamteu ^evf^nüc^teit. Sf^äfe: luav t>ou 
tiefet 9lelinio)ttät' eCi'üüt. 3Sac^ ilini fein (v{tcntl)auc> iuv 
l^ev^ ßejcnft, roac^ oeutfc^c Silbung unb beutfct^o "^Niffenfcf/ait 
iljm oejicben, eö lüav in i^m jur @iitl)eit ciriuoiDeü. "^ür 
i'l)n cö'^ e^ feineu SBiDeiiprud) smifcf-cu i:eut[d;tinu unb 
^subcutum. 3n bem 6Jotte§bieuft bcr i)vefoniij]eTueiiibe ,au> 
cu bni fiit>t6aicu 3lu^^brucf Ym^^^ feüiiiöfen euipfinbeiuv ?lu 
iT;ni uatjm ev uicfit nur be^3T]a(6 refielmäf^ig teil, n?cil hk\n 
C>ottC':iDifu[t an feinem eiu^iocu idjulfrcien Xngc ftatliariö, 
fonbcru aucfj meil bie ÖJeftaitung btefe^i (Sjotteobien'ic^ ,vi 
feinem .c-er^ieu fpraij. ^u Den legten Rainen foine^? Sebon,- 
mnr feine oan.'ie ?Ir6eit bcm .^itf^^iieroin für ^übif-te 2iu 
btciTiitc 5U(^cii>rtnbt. Hai 'iBort unfercr '©cifeu; „3cit> fori].- 
fom mir ben Minbern bcr -Xriucn, benii \30\x ^^Ihun aef)t bic 
Zhoxa an4" leitete \i)ix in feiner i^lrbeit für tii? jübifiren 
etubierenfcen, bk mit be^ l»c6en^ 5^ot unb ??h"i':e ^u tämp^ 
ten 'bnbrn. Sr mufUe, bau an] ter neirtigeu unb |ittli'f;en 
^xa']t unkxci Stamme.^ unfer ^yortberianb 6erul]c. ^m iBerein 
mit feiner Okutin, bit ii)m bie Ojejäfr.tin feinet Sebc^n-ö unb 
feiner 3ee(c aemefen. liat er für Die Stubierenben ncf<^»-}'-' 
ilnieu immer tjon neuem öofjnunq iuv öer^^ qepitan^t, 
iV.neu i->en S?eq ^ur ^^oltcnbuno il)ree Stubiuub:« iv'2^''*'ct. 
man höxi oft 'in oer ©rofi'tabt ba^ Söort: „mx ?}?enfd-,en 
fiub afl'c fii erfet3on/' 5^iet(ei,f..t, in bem ma-? wir ("iiten, 
aber ni^t in bcm, n>ie h)ir er teiüen. SBao 3ff'äfev in 
feiner eefcf]eiöcneu unb nnfpruci^r^ofen ^:?(rt fo öielcu 'Mcn. 
fcf:en «ergeben hat, c§ ift' nia)t ?,u erfet^cu, unb banim mirb 
eci niiil üerocffcn meroen. „Xa?- Otnbcnfcn bec^ (Mere'f;(cn 
tiivft fort in" Dem Secrcn, bni er cie^tiHct liat." 

üKabbiner I r. 3. 05 a ( ( i n e r. 



. Utbeit 

^on ^aula DttenDorf. 

Xie tiö^cre Semertuna ber grauenarbeit unb bie (5r^ 
tenntniv, ba'^^ jebe ^rau einen 58eruf erlernen uiun, 9iel:ören 
^u bm rtjenigen (Srfolgen be^ Slriege^^. JBerft^tounben r|t 
ba§ furditbare 35Jort „e^ eigenttirf;! nid]it nötig I)aben", tjer^ 
fdinmnbeii ift ba^ SSeii'tecfen ber enttolmten 3lrbeit, bie man 
fluider bcr 3luv;enmelt gegenüber „nur ^um SSeränügeu" 
madtc. SSenn man bie Ty^au ttma^ mitleibig &etract;tete, 
bit arbeiten mu^te, um ju öcrbienen, bcbauert man je^t 
jene, bie feine iMrbeit t)at. ^nber^ o(^ bie DJiemung ber 
mcxiQC iöor unferc 2cl)re immer öott befonberer 23ertfd;<i^ung 
für b:e '3irheit ber f^rau, iDie \a bie 2lrbeit an fidi. bem 
<^subentum aU bie butc^i Ö^ott geftetlte Seben-^aufgobc gtlt 
ei ift mei*fit)üroig, hah ba^ 4. ^ebot t)on ben mei.len 
Wcnf.d'en nur aU ein Q^ebot De§ gUulietagec^ aufgeragt .mrb> 
nKl^renb e^ bo^ aud^. ein ürrbeit^gebot entl>a(t unb btejeÄ, 
böÄ für 6 Xage itttbeit gilt, fogar • t>or bk JRuhe um 
(Bahhat ftelit, fobafi; man anneljmen müj?te, nur fijer 6 Xage 
(rearbeitet l}at, ^at ba§ 9lecf;t unt bie ^ftic^t am 7. Xage 
lu ruben, unb irrtümtic^ ift ouc^, njcnn bie genttgc i^rbeit 
fo met tjö^er bei un^ ^uben cingefdjä^t .rnrb, ali^ bie 
iJlrbeit Der l^ixnbt, bie in unferen ^c^i:iften foqar ^ i^o^cr 

• •> ••- - anät ^ober al"^ ba5 
ui^ ^i-no »r/it>t>ierenbe 

ci . ^ %^,. ,.-,.. Jj.*vit ü^!? (aniTjetncn gegenübec i>tc C^q'amt^eit 
nadffmeifen. „^eDer fut^e ben JÖefi^, ber ibm öon ber matun 
t>om ©d^idfal gegönnt mar, ju mürbigen, ju erbolten, ^u 
fteigern; er greife mit allen feinen ^^ertigfeiten fo nftit 
umljer, aU er ju reii^en fä^ig ift; immer aber Denic er 
habt:, mie er anbere tüilf batan teilnebmen laffen; bcnn 
nur :nfofern itjerDen bie SSermögen gefi^ä^t, af^' anbere burcfp 
f:c genießen." iBei ber iübifc^en (ginftettung j^ur panbarbclt 
unb ?,ur förperliv^en 3lrbeit überbau|?t ijl- c^ nic^t tytnmiu 
berl:*, tag befonberg' bk axhcitcnht ^tau gepriefen mitb. 



i 
^lidit nur in in ötn bcmtymicn iCanten ^aiomov: ^in^ 
libanb ftredt fie nac^ bemj Spinnrocfen au^, Unt i^ingcr 
foffen bie Spinfcel . . . (Mebt; ilir öon ber grui;t iljicr §änbc, 
unb in Den Xoren foilen il)re ^^iJerte iljr 2oh tunbeii, fon- 
bem bei in:(cn (^kleoenüeiteA mirb ber :)ieii:tuin iln'er Npänbe, 
ihc >l(rbciifamfeit, bie aU MiUvM ein giöfere? (?iut ift, 
aU 100 000 3tiaüinncu, T.c üorneboben. X'icfe Sc^^äinmg Der 
;^-rttucnavbeii, üinct milunta* naii Unocrcd^tv^ieit gegen beu 
mann, bem regenüber ber jM^öpfer ,M^ ?xan mit grötvcrer 
Ginfidit hcaaht I]aben folt". 

'f)Ci bell Grrfalirunacn l'r fo.^.alen '7h-6cit läft fid; ba^? 
/mar ni:t;t immer bemcifen,' aber eine^^ ift beuttic^ lierfcer^ 
i^uhebcn, bap in bcn bcuti^cn Ttorftänben bie ^rau unb 
Tlnticx mein- Tsnitiatiüc, m^br ^hit, oft mzi]x cieroi^mu? 
/.eint, afv Der IDtaun unb ^ater. 2i?ie t)ic( gingabe. \m tiel 
'^lufntbot putififdier .Sirait lifgt ^mifdjen ber fleinen ^tyanne 
8d](c| unb ber arohcn Spanne ?(rbeit bcr ivamilienmutter. 
Xie ,,oanb<^)lrbeit" erl)ä(t einen aefleigertcn perfön[ii):en 
2öert, unD bie fronen öoii 40 bi^ 70 3a')ren nah Darüber, 
bio nid!t mebr um einen ':>lrbeii'5'praö rennen unb 'leben, 
fd-vfifcen unD bitten, ivcll nllcö au^3iid;t^Moc> ift, fie. bie 
fiul'er „Cv nid:t nötia baltei*", fie werben jo^t ui mabr^n 
C.elDinncn. :;\!nc nimmcrmüben ioänbe (ciften .Kulturarbeit, 
f"i: fd' offen Heine unb o;co%<* tunftioerfe. Sie >finb ec^t, 
biefe Sterfe. in i^mu (ient ein?; ^erfönlid)feit, bereu Seele 
f.pnVi't fidi an^^. 5[3er iieM ba^:, mx fcf.atU ba^, gegenüber 
ber feelonloien il."»?aff ineiiarbeit? ^54 ih irne bn ber Sei'liing 
eine^< slün^iTer^ rcgenüber C'Cr ^^ufdrineKcn B?cprob'uftion. $3er 
fi-fi an einem tunftioerf, unb fei e§ nur eine oanDarbeit, 
erfreuen fonn, ber ift nie gan,^ einfam, eine fd)öö|erifd)e Seele 
fin-id:t ^,u ihm. Xr. 33ac(f bat einmal bie it^a^re Stnu^t, bie 
an?-^ ber Seele fommt, unb Me ?,ur Seele fpridit, mit ber 
JRelipion Uermanbt genannt, mit Hn öermanbt ift aniy 
foMi'c '>(rbeit, bit ün§ banfbar madjt für M?' GrCeben 
enter anberen menfdrfic^en Seele. 

9?on biefcin Stanbpunft au?^ muf eine anbere ülnerfen- 
nunn aud in gan;, fontreter ^orm ben ';^rau^n ,^uteit 
tterben, bie t>on ber Aru.f t ibrer ?)änbe leben unb anbere 
mitleben laffen. liefe^ 3lnerfennung foll Xanibarfett fein 
für bie (\x^^e feelifi-e Seiftuna unb für bie fdiöpferifrifte (5r^ 
folnuna, Die fie un^? üennitteln. Xanfbarfeit barfir, ba% 
fleif ire^ ^änbe im ^tanbe finb, träge .^erjen .^u erojedfen 
unb l^reubc an ber menfLf;lictien Seiftung ,\u fc^affen, bie, 
au?^ ber ^ot geboren, an ber .K'ultur unferer 3^ii mitfc^afit. 



über ba$ beuffcöe 3u&enprobtem 

eine neue ^ofqe fetner 35ri:fe erfc^icnen. 

<&int neue I^olge ber 93riefe SSaltber 9iat^enau§ erfc^eint 
in biefen Xagen "im ^cxia^ (iail 9flci^,ncr, ^te^btn; in 
mebreren biefer SSriefe fefet M 9flatbenau mit bem 3uben> 
tum^problem unü in»befon!J«re mit bem Problem ber beut^ 
fc^en 3ubcn au^inanber. ']n r rrm feiner Briefe an ^a^U 
milian .färben tjom 28. 9. 1^0 1 bemerft er fc^'erjcnb, er 
n>erbe auf eine Stunbe binfommn, um i^m ju gratulieren ; 
- fe- nämlidf ^ •* ttL^^ rm fci^reibt ba^ 3Sort in 

jungen iübtf*en ÖJelcbrten. iOJan erfährt au§ biefem Scbref^ 
ben bof. 9?atbenau bei bem ©rfc^einen be§ >3luffat^eg öon 

^Qrfn J''T' f^"' ?^f " ^'' 3«bentum^- in |arben^' 
,,^urunft , ber feiner^cit fotnef Sftaub aufmirbelte, %att ae. 
ftanben bat.^^eTanntlicf;. \^ai ^rumer ben' in bi fmlu ff at 
gegeber'" ^^"'^'^"''^^ ^'' ^^erncinung bc.^ Subentumf auf! 

X^§ beutf^ SubentiroElem bebanbclt 9?atbenau in einem 
^c^Teiben an ^tVit^ tr. ^agom, batiert öerlin 11. 7. 1917 
Xtarin bcigl e^r • 



Siebe (irACllcuA! 

Xie politifdjc Seite ber ^uöenfragc jteUt fic^ mir in 
ca\^ furjen 3ügen foigeuDermapen bar: 
"^ 3n XeutfdianD lebt etrt?a^ mel}r al^ eine ^albe :mi/iton 
f\uben. clfo tnapp ein ^ro^ent ber :öeoölterung. Xiefe 
nvirb man in etmo Drei glei4« 2;eile ^erlegen fönnen: ^n>a 
ein Xrittel iu öolltommen affimiliert oDer, nne xd, I.eber 
fapen mödtc, regeneriert, oenn e^ laffen ficb hn einem 
'^tamu' n^di in (Mefd]a>inDujfeit neue eigenfd:.aften ,^üc^tcn, 
f'crbern nur bie urfprünglic^en lieber berüorl)oIen ^^on 
biefem teoeneiiertcn Xeile fenneu "Sie einige Sfcmplare. 
-ic iiriffen, oaf fie äuBcrlicf taum bcfonbere 'J^^erfmalc auf<^ 
meifon, ba% fie innerlif, edjte unb braucfbare Staot^bürgcr 
firb unb ba\\^ fie, .mc Sic felbft "ftusfpref.en, jum ^luFbau 
ber 'beutfd:en .tultur unb 3iüilifation einen tbre Duantitat 
fueit überfteigenDcn 'Beitrag geleiitet babtn. 

1a^> jmeite Xrittel ftebt ungefäbr auf ner Stufe bt'4 
Deutfrfen >Ti?ittelftanbe^, v\ etma§ toobl^abenbcr al^ biefer unb 
^:^at fi'd- eine Jlnsabl öon fpe^ififcb.en eigenfc^aftcn beiTjabrt, 
bie fid- in ibrer Xurd:fd:nitt§mifd;ung quolitatiö auff}e»en 
unb ebenfoll^? benen be5 beutfd:en imittetalter^, in&befoiib^re 
bt^- oeioerbiid^en, nic^t all^u fern fteben. Xiefe «eute geben 
un^3 "^eitireilia auf Die 9Jert)en, meil ihre unangenebmen (gigen^ 
fd-aften, bie 'fidjtbaren, ihre guten bit latenten finb. Sie bil* 
ben polttifd; einen Xeil be§ Siberaliemus unb fönnen, a>ie 
ids rlaubc. nidjt al§ ftaat^^fd/äblicbv angcfeben rwerben. mxt. 
fd-aftnd] finb fie un-^ ja-t unentbenrlid;, ba fie einen u^rfen 
einfdlao in unfere ge.t>erblid^e ^ntetligenj liefern, ctbifcf; 
qeUn fie allmäl}lid; in ba^ erftgefcfiilberte Xrittel oiu. 

X'a^ brrtte Xrittel ift fübifcbe^ ^sroietariat, abermale 
n^oblbabenber al^S ba^ nid^t^übifcbe. .^iei2 treten alle auege 
fpracbenen mittclatterlidien jübifcf en ©genf d;aften ?utage. Xie 
Seben^fübrung ift rituell, näl^ert ficb; ber üon S^nen beoboxf)^ 
ttttn üftlidien an; ein au§gefproc^ene^ gamilien^ aber \i\v 
quenme)en hält fie gefellf^aftli<^ ^ufammen. ^olitifd^' finb fie, 
foixjeit fie nid)t an^ Ob^ofition Dem 9iabifalicMnu^ firf; in 
bit 3(rme merfen, ^iemlii inbiffcrent, feine^falB aber etm.i 
cntmational mie X'änen, ^olen ober geltriffe (glfaffer. 

(Eine öolitifff <S5efabr lieat atfo n>o^I bei temem oer brei 
Xeile, eine mirtfd;aftlic^c OJerahr fcf arjer .tonfurren.^ öiellcic^t 
beim /tmciten, mobei idi febod^ glaube, ba^ biefe (Gefahr ^ur^j 
bie Steigerung ber .Dettbemerbenben Gräfte eber nü^lid: ift, 
(Sine furturelie (5^efabr fönnte beim britten Xeile erWicft 
merben, \^tsd:^ finbet hier feine ^ropaganba ^att unb bie 
(Sigentümlii^feiten bleiben äftbetifc^, bie S^^; ^^^^^ in^Unftiö« 
'^btuebr neutralifieren. 

^Intifemitigmu^ löfen alle brei Xeile au5. Xcr er)te, 
inbem er bnrd^ ^inftup unb SSermögen >?InftoB gibt, gelegfnt^ 
lid and) Durc^. bie un§ befannten, bäf-tid^en formen _be'3 
neuen 9?eid^tum^, Die ober allen noubcaur ridbC'^ anhaften. 
Xier 5^ii>eite Xeil foroert burd^i SSettbemerb bie ^Cbnerg^uncr 
Berauk X-er Dritte Xeil itnrft abftoFfub unb ifoTtert fi-f. in 
Obpofition. Summiert man alle biefe Uebelftanbe, fo crlaubf 
\d,, ba^ eine gleich grofee Beoölterung b-on ^olen crbeblirf- 
größere ftaotMje uno fulturetle (S^efabren bitt^. o^ne g/eid),-^ 
i^eitio bit entfpreri^^nben fnltnrellen, mirtfd^afttid^'en un^ in^ 
teneftueHen SSorsüge Dem Öanbt ju bieten. 

Xiic ^röpie bcr mtclleftuellen 3^or^üge "baU i* im 
rt.]tij[4j|tlirfven £eben oft^rmeffen fej-'»'- gj^nbcrn«' ^ 

m<mf fdjlec^t^tn nt-d^t me^t Durcbfö^ren. 2^tr mtn biefen 
emf^lag tuet notiger aU englanber unb ^ranjofeu. b^e 
öon biefen Qualitäten mehr befil^en af^ rmr. 



lleberblicft man ötefeg ^efamtbilb, fo ijl c^ nur burd; 
rieberlieferungen begreiflid], ba%. in ganj anberer gorm alt 
au^gefprodPrcn antinationalen Elementen btn 3uben bie in 
offizielle beutfri§«JRegierung§^rafi§ cntgegenflebt. SBir Mr 
btn eine grofie dttihe t>on fd^lec^ten (Erfahrungen ber lefet 



^abigebntc nid^t gemad^t l^aben, menn tt\va^-> mebr bon 
biefem ?Reali^u§ unb aufunft^geflibl in bie beutfl/ «rarf" 
emgebrungen märe. *'^"--'- 



u 



nVxe Jrau mit bem fingenben ^erjen 

3um Xobcstogc oon ^rcmjisfo aWonn. 

SSon Xorie SSittner. 

5(m 8. Xcscmbcr finb C5 brei ^a^re gemefen, ba^ ^ran- 
äi^fa ülÄann noc^ bor (Erreichung ber biblifc^en ^illterögren^^e 
fanft entfd)lafen ift. Xie gunft mochte bie Sc^riftftellerin 
unb Xic^tcriu ^ransisfa Wann grüben unb el)ren. Xarüber 
l)inau6 aber foUtcn aJicnfc^en Äunbe babon tun, tücr unb 
maÄ ber 9J?enfd) ^ranji^fa Wann i^nen mar nnb bebeutete. 
X)cnn bier in biefem feltenen gallc, mo bie ^jlontinuität ^mi^ 
fc^en Äünftlerfd)aft unb ^erfönlid)feit in einem ergreifcnben 
üirabc gemal)rt mürbe, ift es mcfentlic^er, ScelifdjVi auf^u- 
beden alö fiitcrarifdjcö feftsuftellcn. Xaten für ben „Äürfc^^ 
ner" ober für bie neuefte Siteraturgefdjic^te — 50Jeilenfteine 
bt^i Ttadjru^me^ — finb gut, aber eingeseic^net \tt\:^tn in bcr 
^eiligen Sdjrift jener 9??enfd)lic^!eit, bit man mit §ug ö^ott- 
näbc t)figen tonnte, ift beffer. Unb in tbtn bem 33uc^e be-^ 
5*ebene, bac- man "^^ädiftenliebe nennt, gebübren j^ransi^ifa 
SD^ann j^mei Sterne. 

^^ran^i^fa Tlann bat einmal eine rübrenbe fleine (Er- 

5äblung gefc^rieben bon bem ,Mäbd)tn mit bem fingenben 

^erjen". Xiefcö fingenbe, flingenbe, fdjmingenbe §er^, ba^ 

nur bie eine Sl^elobie bon ber großen, erbarmenben, ^ilfe- 

freubigen 9}tenfc^engüte tennt, aber biefe ^JJZelobie in bieltau- 

fenb ^^arianten ertönen lä^t; ba^S mar ^ranjic^fa 9Äann — 

„bie einzige unb i^r Eigentum". 3ebc^ gütige, feinfinnige 

SBort ber $oefie, ba^:s i^r gelang, lie| fid) erfe^en unb btdtn 

buxd) eine gute Xot, bie fie in ber ftillen S3efc§eiben^eit 

^rojaifc^en Wlltag^ bollbradjte. 33ci i\)x gab e§ Uint Xi^fre- 

panh gmifc^cn fünftlcrifc^em Schaffen unb menfc^lic^em 2Bir- I 

fen. ^ranji^fa Wann mar boll ber „fc^enfenben Xugenb", 

bie ba^ Seben reicher, märmer, froher mad^t. Unb fie f^t 

unabläffig unb unermüblif^ ba^ 2id)t iljrer Seele hinein 

getragen in bit fc^einbar unaufsu^ellenbc ^infterni^ ber „(Ent- 

redjtetcn unb ^efned)teten". Sebe §ilflofig!eit unb ^erlaffen^^ 

l^cit übte auf Jraujiöfa ^J^ann eine magifdje ^n<^ie{)unggfraft 

ou§. tinber, alternbe mäbd)tn, Proletarier: i^nen brachte 

granji^fa mann ^er^ unb ^irn unb ibanb entgegen, ^ran- 

giefa mann mar niemals ^rauenrec^trerin, oermutlid) aud^ 

meber bor, nod) nac^ btm 9. 5Zobember 1918 So^ialbemo- 

frattn. 3^rc fclbftberftänblid)e, eble Si^ienfc^lic^feit brauste, 

ia bertrug mabrfcbeinlid^ gar feine Organifation. ^^r mar 

Die 93otf(^aft t)on ber grei^cit, Oileic^beit, S3rüberlid^feit eine 

eingeborene unb barum unberäuBcrlic^e §eilömabr^eit. Xcr 

Oieift mabrer 9f?eligiofität lebte in i\rc, unb fie ^ätte SSerrat 

üben muffen an fid) felbft, menn fie l)ätte SSerrat übtn fotlen 




fUmfd't" ^^'^'"" ^'^'^' ^" ^''^'' ^'' ^er5eil)ung unb Xulb= 

f 7; ^'^ fc^male, ftrengliniege grau mit bem fingen, bart= 
gemeißelten na^e^u männlichen ^ntli^ fab, ber mar katnt^ 
il-f T^r\^^' ^"^* -^"'*'^ ^^^^'" ^'^^''^ ^ülle fo biet ^eicb^ 
u hSlÄ^'s^" ^'^T'\ ^^^" iJuritanifdje Sc^lic^t^eit 

rlfh 11 f-^^'^^'^^i-ilr^ "^'^^ untrennbar bon bem ftänbiqen 
C^feibienft für ^ac^ften unb gernfte. — 

granjiäfa mann mürbe im 3al)re 1859 in tolberg al^ 

^Äs 'h ^'^'^'^-.^'^^^-^^^^^^^ '^^äte^ ^r. .^ermann 

?nÄ ;^'^i''5; •^^'' ^''^^^'^^ - ^"^ er f<^on ein Reifer 

©runbung be^^abeo tolberg ermorben unb mar megen feiner 
9)kn|cbenfreunblic^feit fo gefc^ä^t, ba^ ibm bon ber baut- 
\^'^'^^^^oitexnnci feiner ^eimat ein Xeiifmal gefegt morben 
Mf. (E^> fclieint mitljm, ba^ bk ^itbt ^ur 3Äenfcfil?eit ficb 
bier im ^lute bcrerbt hätte, btnn auc^ ber S3ruber ^lan^^i'^fa 
JJtann^v ber bielgcnannte Serualpatl)ologe ^rofeffor maa^ 
nu^ öir)^felb,_ gut ja in tüeitrn.Ä-ceifen al/bemäbrteriöi 
rater unb ^-etrer ber 9Jeenfc^l)eit. 

Pri> -^,^f J5^^'^[^!!f"^t^^^^2?"f&a^n begann gran5i^fa mann 
erft auj ber §cl)e beö ^eben^, al^ bollgereifte ^rau bon 
etma bier^ig ^abx.n. Sie trat subörbeift" mi e^^^en "ü 
b^^iten feineren Umfangc^^, bk aber gleid) allen Schöpfungen 
jyransi.fa g)?ann^ lljrifc^en (Eljarafter trugen, in bk Def ent 

mL^P ^^^^'••.Ü"^"'''^'"'"J'^^ erregenbeg, mar ba^ fd^on er' 
hJobnte ,9J^abc^en mit bem fingenben öeräcn". ^:)?obellen= 

leine Zi/f'' f^''^'''^-' ''^^''^''"' "^^^ ^inbern' ba^ 
Heine öeH ber Seben^Jmei^^eit „SScge hinauf" fomie bte 

Arn"' f^ofJteii^^ f fc^ic^te\on" „g?au VoJU inb'iDr'en 
51 nbern folgten Unb immer maren ntbtn ber kud^ttnbtn 
munnt eine| gepriegten Stile.^ bk tiefe ^unigfeit unb ^nner 
lid)feit emee. - tro^ aller Sßertrautbcit mit bem Sehen - 
L/?' ^l^•JL;"'J^^^''*•■''"'^''^^'*^ '^^^Uim d^arafteriftifc^ für 
mittelten. ßtmo^, Söutcreg, Quellfrifdie^ ging bon biefen 

ii^erf ber ?rran5i^la mann an^^ ber öanb legte, al^ habt 
man^ einen bcfonber^J reinen, guten unb erquicfenben Xrunf 



s.. f'^''^ ^^"^^'"^^ ^^^ ^'^^^^- txat bk Sd)riftftellerin hinter 
ber fo5ialen Arbeiterin unb ber Samariterin JrUi^fa mann 
äurud. Xie millen^fräftige unb entfcploffene'^grau rief ohne 
gro|en ?i^^trat, o^ne bie Söerbe^rommet einer geräufdjbolSi 
^eflame, o^iie grofse, bon äugen iuftrömenbe muttl unb bor 



allen fingen olinc bie S^^otoren ber eitelfeit unb be5 (5br= 
geiäetv lebighc^ banf ;)erfönlict|er ^nitiatibc unb nie ber= 
fagenber Energie eine ^ilföftelle für S3efleibung in^ Seben 
föo brei f riegöja^re ^inburdi Xaufenbe Sebürftiger foftenloi 

fesJBesirfc^ oktaler §ilrelciftung fe^te fie ficj uneiaennü^ia 
unb uncrmubhd) mu Söort unb Xat für SdjiodDe, Traufe unb 
IJiotleibenbe ein. Sie - bit g l a u b en ^ ft a r f e ^nbin 
— ftrebte meber nac^ bem Suifenorben, nocb nadi einer '^ 
jictitigung i^rer (SJrünbungen burd) ^o^e unb allerhöcbfte <Ber^ 
fönen, aber fie troduete in aller §cimlicf|fcit mancfac Xräne 
fab manclie^ aßutter=^ unb Slinberauge bon frifc^em mntt unb 
f nieder ioofmung glänzen. Sie fannte nur eine ^reube, unb 
bie bie§: ®eben. Unb mä^renb bie opofal^irtifc^en Leiter 
fffl^-fV'r^ ^i^'^'^ •^'"'^' gemarterte ©rbc ©uro^ja? brauften, 
bei^üftigte )ic^ Sranji^fa 9J2ann bamit, 9??ütter ;u tröften 

wrn?' 'i^'^'^L'^'l"- ^'' ^^""^ ^^^^^n, baß meber bie 
9J?utter noc^ bte Ämber i^r ba^ bergeffen l)aben. Xiefe 
9lebra)entantin ber STienfc^beit mit bem emig jungen öer^en 
burd, ba^ ein brennenbe^, 9tcc^t floB", mie 4r^art öau|>t' 
mann bon feineni Florian ^tt^tx fagt, bätte bem Sehen unb 

ru ^1 ' ^'9''^i "^^ ^'^^^ ^" öeben gehabt. Xac^ abae^ 
momt Xafcin ber granji.fa ^Jann aber, für ba^ ihre 
greunbe, ihre Sefer unb bk Sc^ü^Iinqe ibre^=> SinaenDen 
5bcr8en^y' i^r Xanf fd)ulbeten, lieg'fi'd, mobl am ebe^nf^^ 
5ei(f,nen mit bem (S5iimm]cf|en ,,Xaö «eben in >Sitinbtit at 
fa&t unb getragen bom 3auber ber Sprad^e". Xie lefete 
d)antatibe '^^o^fung ^ransi^fa 9?Jann^ mar bk einricfatunq 
ber ,,2id)ttn Sonntage", bei benen fie e§ bereinfamten, mittel^ 
lüfen aber gebilbeten grauen ermöglichte, einige mobliqc 
>:^tunben m marmer Atmofpbäre mit geiftiqer uiib funflle^ 
xid^tx 51nregu,ng ju fpeifen. Xie greunbe unb (iV innunql 
geno)fen ber Kit brci ^abren 3?erftorbenen kabti um in 

,-SiT2''^'"f «^i" ^''"^'^^ '^"' .15ran5i^fa.9)?ann^'®ebäc^tni§. 
IDcnbe in§ Seben gerufen, bie c^ brei Sommer binburA er^ 
moglidjte, le brei^ig mittellofe, gebilbete grauen im 9iiefen' 
gebirqe im §eim ber Sranji^fa-ä^ann^S^jenbe böllig fo^en^ 
Ln^f.f tl"'ä "''^^ ^J.^ttigung in berrlidber ^Jatur bti Ikbl 

^f^^^'^^J^- ^^^""Ö'^^öe^^ öon gran^ie^fa mann ^ ber fc bft 

^ 11 n"^r's®^'^^^ ^^^^' W auc^ ber gran^i^fa. 

^?ann .i^penbc m bilrrcicbem Sinne ^u erinnern 4tbt^ 
Scberflem, ba^ ilH- suflieBt, mirb bk f^önfte Äme^Ck! 
mgtuung für gran5i.3fa mann fein. Itmuiqe"^ (Llbf^enben 
imb 5u nd,t^n an: ^rau Suc^ AbeB-^bcHi^, ebarlotten^ 

Sp?nbe'^ '"'^'''^^^ '^' f"' .5ranäiefa^5D^ann SÄ 



5.' 



54 ^^^ ^i^ 31)ucn bei ^Inftc^t ban btc ^iduafoaniatioii 
.nicfit ^u fc^nell üüi-|(i:;reitcn barf. 3dj: teile iWiiiger 3^^^ 
ütuji'ctt, ba^> fie bie enbgültine Ööfuiig Oebeutet. Xic enb- 
gültige Söfuitg mxb meinet^ @rac^,teiH fein, bap in einem 
Sanbe mit rtavf aemifff;ter ^^eöölfciung narf; oenunjt eben- 
f omenin gefvogt mivb, mfe nacl^ ^efenntni^, unb idj feile 
biefen 3iMtanb innerbatb ber näcl;ften 3af)^'5ffl"te voraus. 

3n (jnolanb, Dor dtem aber in i}Imeri!a, ift e§ cingo^ 
treten; er fann fiii; felU" ivo\)i mit einem gemiffen Cnautnm 
tjon gefef(fd;aftlicl:em ^?(nti)cmitivmu^> tierbinben, ber [icf; bann 
nur nacl; auf Diejenigen erftrecft, bie il)n protia',ieren, unb 
ber meinec^ (Sraditen^ c!)er nüüticfj aU fcf:<äbiic(]. ift. . . .'' 

^n einem Sdireiben an Öeutnant v)ann'o ^icifig "oom 
29. 11. 1019 heifU ec^: „...Sie lieben ba-^ ^Üu Xeriament 
unb Tiaffen nein, mifjbiüigcn un> ^ubon. 3ic 

6oben red)t, beim mir lyabau nnfere Beübung nodi nicbt 
erfüllt, i^ifien Sie, mo,iu mir in bie Sei gefommen finb? 
Um fcbcv i')?cnfilienant(it^ ttov Den 3inai ,^u rufen. 3ie 
iiHincn nidit hin? ili3enn idi 2ie uiu;t rufe, mirb iOZarr Sic 
rufen. 2?enn "^^^axy Sie nidit ru|t, luirD S*pino;,a 'Sie 
rufen. '2Benn Soino.^a Bie niiU ruft, mirb (liiriftu!? Sie 
rufen. 

Sie ti'cV.r,} fterben nut einer aften 'Jj^eltorDiinna mitlen? 
Sic rrerbcn (eben um einer neuen Seltorbnnna mitten. Unb 
biefe 5öcUorbnung ift fein* einfad:. ^^{ii^,t bie (Jblen finb ]ü\- 
öte Unetlen t5erantmortlid-, fonbern ^o[ ZsiU'^^^'U oaw^ ?}>[ici:1 
ift für jeben. \a für jebeu üerantin-orttid;. V6ain 3frnef aber 
ift febei, !ber nad; beut '^ilbe Oiotte-? gefdtaffen ift, ba^' 
finb Sie unb 3^^* Cberft unb ^br ^Surfdie unb id] unb 
mtr olte. 

5i?ir ^uben aber baben unfere Senbung nidit erfüfft. 
bc^^balb mögen 2ie un^ öerurteilen. Xenn mir baben un^ 
ber ?vüJn-nno dbrifti nidit ant>ertraut, meif mir nur bew 
fatbolifden unb ben öfote^tantifdien, nid:t ben lebenbigen 
^briftu^ erbtieften. Xer aber mirb un^ alte fübren, unb 
einer ?fübrung burd; 3c^^9^"t>)"^^^ bebarf ec^ nic^t. . . ." 



3ü5ifd)e Uerbänbe, feib fparfam! 

Xer diät bc;? ^reu^ifc^en :Öanbe5öerbonbe^ ^at fid) burd) 
bit 51u§m{rtungen ber allgemeinen SBirtfd^aftitage genötigt 
g€fel)en, bit 2lu^^gaben bee SSerbanbe^, fomeit fie ni:^t 5min^ 
genber 9?atur finb, nad^, i))?ögticl^feit ein^ufdjänten. iilu=^ 
biefem ©runbe finb im laufenben (55efd;äft§jabr bie Subüem- 
tionen an eint grope 'Jlnjal)! tron Drganifationen allgemein 
^erabgefe^t it>orben, in^befanbere tonnten 35eibilfen, oie ber 
ßabnc^öerbanb in früberen 3abren für befonbere 5ßeran* 
ftaltungen einzelner SSerbänDe gemäbr't i}at, in biefem 3^^^-* 
garnid;! ober nur in geringem ^In^maf^e be.mlligt merben. 
X«r ffiat richtet De^balb an alle biejenigen Steifen, bie 
für Die 3Seranftaltung tJon Xagungen in ^rage tommen, 
bie bringenbe Waf>nung, bei ber 3lnberaumung folc^er 3"^ 
fammen!ünfte bie je^ige gro^e 9?otlage ber jübifd^en Qk^ 
meinben unb (SJefamtt^erbänbe ju berüdfiri^tigen, unb biefe 
3ufammenfünfte entrt>ebcr auf einen fpateren 3^it^unft ^u 

^ öcrfdieben ober ^um minbeften in einem 9tabmen abjubaltcn, 

"" ber einen größeren ^oftenoufmanb nic^t erforbcrt. 

. -0 Xfiefc SlÄabnung iuenbet fic^ nic^t nur an biejenigen 
tVrtianrtr ini "'i din i v r- .trimn m nct;.. 

««^— '^^ mtn, fpnbcvn au fämtlid.ü jüiifrfre Digauifationeu. 



©offeöbtenffc 




:: # 



2(us ben (ßemeinben 






^}dfbad^. ('^ e r f ö n li c^ e ö.) Dbetlef^rer %bi. ^oi. Scc^sler 
•i>©tlcn)>cte Dot furjem ffin 70. öebenöja^T unb murbc au» biefein 
^nlffß t>on Dielen Seiten geehrt. Seit 50 ^af^ren ift er im ßr.^ie^cr^^ 
beruf tätig, unb allein 48 ^aifxc entfallen ouf fein SBirten in unferer 
Ö^emeinbc. ^ic SSolf^fd^ute, an i>er er 40 ^a^re bcfc^äftigt mar, ift 
t>on iifm in^ Seben gerufen morlyeu. Xa auc^ fein ^atn Ijier fc^on aU 
Sugcnbbilbner tätig mar, ift bie 31n^änglirfrfeit an btn So^n, ber 
fic^ überall gro&er Setiebtfreit erfreut, umfo größer unb l^erälid^er. 

8<dill. (©ilber^o<^ä eit.) 9lm 11. Xe^cmber begebt ber 
IJreunb unferer liberalen Semegiung, ber liberale 9lepräfentant ber 
SJerlincr ^übifd^en (S^emeinbe, gjiori^ 3f{o)ent^l, fem t)on SJerlin 
mit feiner Gattin ba-i ^eft ber Silberl^oc^jeit. SKori^ 9tofentI)al ift 
feit ^aifxin einer ber aftii>ften Streiter be? liberalen ^ubentums, 
fein ©intreten für bie So/d^e i^t immer unb immer micbcr gc^ 
.leifit, ba% er in uneiflennü^igfter SBerfe fic^ für bae al§ rccirt 
(Bxfannte einjufe^en »crmag. 3bm jur Silber^ocb^^eit an biefer Stelle 
bii ^rälid^ftcn O^lüdmünfcbe barjubringen, 'ök ebenfo mie i^m aud^ 
i>er ©attin gelten, bie fletä »erftänbui^ooll fciu "Jöirfen begleitet 
unb fleförbert ^t, ift bc^^atb nid^t nur G^enpflitjt, jonbern ^er- 
^^en^bebürfni^. SWöge e^ beiben vergönnt [ein, gemeinfam mit bem 
(So^ne nod) meitere ^a^rje^ntc fruchtbaren Sd^affenc- ju erleben. 

3krliii. (Xer 33 e r l i n e r ?t r c^ i t e f t e n - S? e r c i n in ber 
S ^ n a g g e ^ r i n 5 r e g e n t e n ft r a § e.) Xer 33crliner ?lr.tf)i- 
teften=S!$erein ftattete om 5r^t<ig, bem 5. Xejember, bem 9?eubau ber 
3»)nagogc ^rinjregentenftra&e jum jmettcnmal unter außerorbent- 
(i4 ja^reic^r ^Beteiligung feinen Befud) ab. 

Xer SSorf^ij^cnbe, Sperr Dbcrbofbaural Sc^onert, führte jur ^e- 
Qrüfeung in feinen einleitenben SBorten au^, ba\\ ber erfte ^fud) im 
©e|)tember t>origen ^a^ree mebr bem Stubium be^ StruBenbitbe«, bei 
fonftrufti»cn 3lufbaue^ unb ber tcc^nifrf^en einjell^eiten biente, mal^ 
renb nunmehr ta^ fertiggeftellte (Motteg^aue ^infirf)tlicf) feiner fünft- 
(crif^^n afiaumgeftaltung einer ^efic^tigung unterzogen merben follte. 
Um ben äWttgliebern be& Strc^itetten-SJerein^, von bcnen \in größerer 
Xeit boc^ immerhin ftjnagogalcn ©ouaufgabcn ferner fleftt, bie Gin^ 
fül^un^ in bie t>om ©rbouer beobfid^tigte siaummirfung j" er= 
leicbtern, ging bem erlöuternben 33ortrag unb ber ^übrüng burc^ 
ben Schöpfer be^ Saumcrtcä, ©emeinbebaumetfter 35eer, ein Orgel'- 
öorftJiel mit ö^efanfl be^ Dbertantorl SBil^elm J^riebmann öoran. 
Xiefer SSortra-g brachte jugleic^ in überjeugenber 2&eife jum ^u^brurf, 
bafe ein im allgemeinen »om afuftifc^en Stanbpuuft oerpönter Sluppel- 
räum bei jmerfmäfeigcr 9lu^mal>l unb ©e^anblung ber 93auftoffe 
üoä) eint t>ortrefflic^e Älangmirtung ^cröorbringen fann. 

^io-cö öeenbigung ber %ü\)iunQ bxaäftt ber S?orfi^enbc be» Skr- 
ein^ auc^^ namens ber SJJitglieber jum 5luöbrud, bafe in^befonbcre 
ber Vorgeführte ^ouptf^nagogcnraum mit allen feinen Singel^eiten 
ou^crorbentlic^eö ^ntereffc unb allfdti^e 3ufti»"»""»i9 gefunben l^tte, 
3m Slnf^Iu^ hieran fanb bie 33efi(^tiflung einer burrf> ^rof. Saloi^berg 
erbauten protcftantifd>en Äirc^e ftott. 

Serlra. (S^ereinber jübifc^en Se^rer ber ^rot>inj 
^ r a n benbu r g.j Xer 3^erein jübifd^er Scbrer ber <|8roüin§ 5Bran- 
benburg l^ielt am SSu^tage feine t»on ajiitgtiebem unb Öäf^en gut bc 
)u(^te So^rcäöerfommlung in ^3erlin cb. hieben ben i b e e U e n , 
ber ^bung be§ Staubet unb S&eruf^ bienenben fragen tonnten — in 
einer Qcit mie ber unferigcn — felbfttMrrftünbtid^ auc^ allTjemenenbe 
tvirtfd^üftticl^e Erörterungen nid^t ou^^gefd^altet merbm. il. a. 
^♦>elliert€ ber »orfi^nbe (Dbertantor Öiuttmünn, ^Potebam) an bie 
einfielt ber jübifc^en ÖJemeinben unib Drgantfationen, bejüglidj ber 
t>öUigen Sonbertöge ber jubifc^en Beamten, bie 
adein f ^on ein ^2lbftonbne^men t>on etmioig voreiligen öJe- 
^altsfftriungen geboten erfc^inen laffen mü^tc. — iJiodf 



liberale 3i)na()0(]e 92orben, 6c öni^auier %Uu 162. ^^ctüag, 
ben 12. Xe^emöcr, abcnb^ 7.15 Hin, t^ettovöu^itit. ^ßccbigt: 'Kabbitacr 
Xr. Salomouffi. cpunabcnb, ^ornillcfl? 10 Uifi, OiOttcsbtcnft. 
coniitog, obcnb6 4.30 Uor, ^i)öi urai):;v<ier. ^jSrcbiflt: 5?abbtiitt 
Xr. Sfl!D;tion)ti. 

«erlin -Oftm, 

£ib(c<ile €i)nagoge üUcn, ^uta JRäbdjenfi^uIe S^aifcrftra^e 30. 
Jyrcitag, ben 12. Xc^Ciiibcr, nbeiib^ 7.30 U()r, (<>ottc5b!cnit. ^^rcbigt: 
'l^rcbiflcr Xr. 'iiinbörn. coiinlog, ubenD? 7.30 Hbc, ^i\anüM,'^ikr. 
'i^icbigt: ^Uebigcr Xr. oiöotfcnfti. ' 

«erlln^Äeftcnft. 

Iftberale Synagoge QSBcftctib, £etfttfott))trage 7s8, ^uia. ^rcitag, 
bca 12. Xc^Mubet, abeiib? 7.15 Ut»t, ftott?*bien|t. *|Jt<oigt: 'Jlabbinir 
Xr. fticin. 

^übif<^c 91cfocnis«(m(tnftc. 
(6oltc6bictifte am Sonntag, bem 14. Xc^cmbcr 1930. '^eiyannh- 
ftroBC 16: Dormitlogs 10.30 Ui)r; ^^Jrcbigt: Xr. 5?ofciitbal. «letfts 
ftrüBc 10: t>ormittag5 10.30 lU)x; iJtebigt: Xr. Hjclsfi. 



märon mir, troß bei ftaatlidjen 'DJafina^men, lange nidit io lueit, 
bau bie C^c^ltc-- unb Sol^nabbarMtii einem mirflic^ füblbar gc^ 
f e n 1 1 e n ^ r e i ;? n i t> c a u entfpred>cii. SSouei aber gerobe ber 
ol}ncl^in e r I> e b l i d) e 10? e t) r a uf m a n b für ben rituellen 
Ö a u » t) a 1 1 ganj bcfonbcr^? in bie SBaagc falle, 'i^lbgefeben baton, 
baf} — infolge ber Dom preupifdien Sanbe'5t)erbünbc iübiicf)er Ok- 
mcinben getroffenen Siegeluni; — gerabe bie unteren (3 c ■- 
Rätter (frühere (iiruppc VII, je^t IV c) bintcr ben ent)pred)enben 
t)om Staate gcjal>lten Üie^älteru o^ue^iu bemerfensmcrt jurüd- 
bleiben. — Äcin S^orurteil^lofer öerfenne, ba§ bie allgemei- 
nen 3 ** ' f '^ ö t c aud^ unfere öemeinben in it)ren 5[liitgliebern 
fdjmer getroffen ^aben. ^Jhemanb, ber bie^ einfielt, merbe fid), im 
geeigneten 9K m e u t e ( !), g e r c d^ t e m 9t u g l e i d) e 
miberfejien. 9tbcr au? leibcr trüber Srfa^rung öor noc^ gar nid^t 
langer 3€it geübter SS i 1 1 f ü r muffe man beizeiten burd) 3öarnen — 
»orbeugen, Xarum gelte e5, nid>t erft absumartcn, biv Slonfliftc 
ba feien unb immcrl^in infolge mand)er 33e|ferung fd)on gefd)muiibenc 
3?erbitterung mieber neu gemecft merbc. Xie fc^ncll oergeffenbcn Q^c- 
meinben unb Drganifationen müpten baran erinnert merben, mie fie 
fic^ frei Don je bem ooreiligen5'iad)al^mung'§bebürf^ 
n i 5 mußten, aU Staat unb .Kommunen — in mirflic^ nid[)t rofiger 
ißcit — lange, lange fd^on bie iöefolbung i^rcr Beamten ben Döllifl 
geänbcrten 3fi^^i^^'Jlt"Mi^i^ angepaßt Ratten. 2ange l^ätten ba bie 
jübifc^en Beamten, obmo^l im fdbmerften Gfiftcnjfampfe ftc^nb, in 
treuer ^^flid)tcrfüllung burd>ge^alten. "Hud) bann noc^, a{6 baä Ciicib fo 
entmertet mar, ta\i man eä formlid) „jum ^-enfter ^inau^gemorfen" 
I^abe, fei für fie öielfac^ nod^ immer nichts übrig gemefen. 92ur burd) 
if^ren Derjmeifelten ^ampf oor ber breite ften Deffent^ 
t i d) f e i t feien bann enblid> hit ba^$ ^ubentum befc^ämenben 3"' 
ftänbe bcfeitigt morben. — Xaran muffe erinnert unb t>or abermaliger, 
bem ^ubcntum nur fd^abenbcr turjfic^tigfeit unb ^einlid)teit bei* 
jeiten getoarnt merben. Ste^e bod^ ber mcitau» größte Xeil bei; 
jübifd^en „Beamten" ben ni tjübifd^en o^nel^in aud^ fd^on barin 
nadj, ba^ bie 93ej\üge ber leti ri^t/ <tl^ ÖJanjes menigftens, 
rcd^ttid^ gefiebert jinb, fomo^l ^inf i<i^tlid) Sefolbung, "i^enfion 
unb ^intcrbIicbcnent>erforgun|. 93ei mie oielen auf jübifd^er Seite 
fei ba^ ber '^aii? Xie mclften \>on i^nen mären beftenfalB nur 
..9( n q e ft e U 5 e" mit ^ c n m t tM* p f l i d} t e n ol^U'' '^•'* ""^'^'-er j 



d)enben ^>tea>tc. , ' '"*"", "^•' ~ 

»wseit. (^uÄftellu% „Xa^ jübifdfe 53 u t^".) ^om 
jübifd^en ^ugeiiböerein murb, in öemeinfc^ft mit bem SJcrein für 
iübif<^e Ö^efc^id)te unb ßiteratur eine 9lu^fteltung jübifd^er Sudler ynb 
Äultgegenftänbe Deranftaltet. ' 9fiabbiner Xr. Sienl^ini, Xarmftabt, 
fprad^ einleitenb über ba^ (Xi^ma: „9Som Ö^cifte ber jübif d>en 
Siteratur". 2luf 12 Xifd^en tüorcn bie Siueftellung^gegenftänbe (Sebcr^ 
tif-d^, SabBatanfang unb ^Snbe, ^funftmap|>en u. a.) aufgelegt. 
Xie großen äBerfe jeitgendfftf-d^er Literatur tagen ebenfalls au^. 
Xie ?lu»ftellung mar fo ftatf befucf)t, baft fie um einen Xog Derlongert 
mürbe. 9luc^ Sd^ulcn, 5ßertreter oon S3e^örben u. a. be)id>tigten bie 
5tugflellunfl, bie öon 3ffi ^a^er, bem iie^rer unb J^antor ber &t= 
mcinbe, angeregt morben mar. 

SiHl^m. (S ^ n ö g e n f n j € r t.) Xer l^rouenöcrcin, ber 
^rauenbunb unb bie SJiänner^G^emra t>eranftalteten in ber Synagoge 
ein SSol^ttätigfeit^fongert, über mel-c^eia fomo^t bie S3od).umer al« auc^ 
bie ou^märtige «ßreffe berichtete. Xog ton5ert geftaltetc fic^ unter ber 
SJUtmirfung ber 9lltiftin Silli) 9iöttgen, be« tantors Grid^ 9»enbct 
unb bcg Crganiften 9?ofentI^aI ju einem cinbrurf^t^ollen mujifalif'd^en 
(Srlcbni*. Silttj 9iöttgen bat i\)x munberootleÄ Drgan ju einer ber 
fcöönften unb paftofen 9tltftimmen t>on feltenem ^eij be^ Ximbres 
Deröolltommnet. SIKufifalifd^e ^ntelUgenj unb öollenbete S3e^errfd^ung 
ber ^^afierung^funft finb rü^mensmerte Xu^enben ber .tünftlerin, 
bie burd^ i^re öiqänge t>on S3ad|, Xt>ofaf, §änbel unb öummel 
unr>ergefelid)e 9P?omenle einer geftaltenben SBiebcrgabe erreidfyte. Grid^ 
SDZenbelsi fultioicrter, lueic^er unb mobulationsfä^iger Bariton ent= 
faltete fid) am fd^önften in ben l^bräifd)en Ö^efängen Don 9?aumburg. 
3m „äiffgobal" unb „.^ibbufc^" famen Dor allem bie ftarten ted^- 
nifd^ Cualitätcn be^ Sänger^ jur ©eltun^. Drganift 9iofent^aI 
mar beiben Eünftlern ein anpaffuug^fä^i^er Begleiter. 

SuttenuJkfcn. (I b e s f a 1 1.) Xae langjährige SJorftanb^mit- 
glicb unferer (^emeinbe, !^. Sammfromm, ift im ?tlter t>on 68 3a^ren 
t>erftorbeu. SKit i^m ift ein burc^ Öiütc unb 9J?enfcf^enfreunblid)feit 
au^gejcidjneter S3ürger au5 bem S^tben gcfd&ieben, ber fid^ nic^t nur um 
bie jübifc^e, fonbern aud^ um bie ^volitifd^c Ö^emeinbc in monc^erlei 
ipinfid)t Derbient machte. ^ Xcm ^uerlöfd^mefen feiner ^eimat ^at er 
grofee Xienfte geVeiftet, au^ al« öeraus^geber einer Ort#cf>ronit legte 
er 3eu9ni* ab Don ber tiefen Skrmurjciung mit ber ^eimot. Xie 
5&eife6ung be^ allgemein gea^i^teten 2K<inne? geftaltete firfi ju einer 
mürbigcn Xrauerfeier, an ber bie gefamte DrtiSbeööIterung teilnal^m. 
^auptle^rer Sam ^ielt eine ergreifenbc Ö^ebäc^tni^rebe. 

©oMeftett. ($ crf önlic^eg.) Xer frühere S^orfte^er ber Ö^c- 
meinbe (^o^fclben liBetter, §err ^ofef Äilienftrin, beging mit feiner 
öattin bog ^cft ber golbenen §oc^jeit. ^eibe ^ubilare finb för|>erlic^ 
unb geiftig nod^ fe^r rüftig unb tonnten an i^rem ?5familienfefte 
biete 5(ufmertfamfeiten i^rcr Jreunbe entgegennehmen. 

Hoffei. ((i^eredjte Sü^n e".) Xer t>crantmortlicf>e 9tebafteur 
be^ Dölfifc^en „Stabtmäd)ter" in Sielefelb, ^onnede, ^atte in ber 
üblic^ni nationalfojialiftift^n §e^met^obe allerlei el^r€nrüf)rige %n^ 
mürfe gegen Xr. ©erfon, ben Üeiter be^ Xiätfanotorium^ auf SSil- 
]^etm6f)öV, t)cröffcntlid)t unb fogar Don mirt|d)aftlidfyen Sd)äbtgungen 
^ietefelber SJürger burd) Xr. Ü^erfon gefproc^. Xa^ 0>eri4t tier- 
urteilte ben Seleibiger S'onnede ju 500 'SOTarf Oielbftrafe, Xragung ber 
Soften unb ^ublifation^befugni^^ unb liefe bund^ ben ^orfi^enben in 
ber UrtcilÄbegrünbung auefübten, bafi Xr. öVerfon Dollfommcn mafel- 
loÄ bai'te^. 

ÄUoe. (3?ertreterDerfammluns.) Xer ^roDin^ialDer-^ 
banb r^einifd^er ©emeinben ^otte ^u einer 3itf<intmentunft ber &«- 
meinben am ^f^ieberr^ein ein^elaben. ^uycd ber Xagung mar engere 
^ü^tungnal)me ber grofjeren unb fleinercn (^emeinben, unb iwnn aud) 
nf>d} nidyt alle eingelabeuen (^meinben fid^ t>ectrcten lieften, fo bürfte 
boc^ ber ?lnfang ^u einem 3^ifoni'"W'»fd^l"H gemad>t fein. Xie 'üb^ 
fid>ten bes ^roDinsialDerbanbe^ mürben Don JRabbiner.Xr. Gfd)e{ba<^r, 
Xüffclborf, in einem auSfü^rti^cn Ertrag auyfü]^rlid> bargelegt. 

Rrefelb. (^ u ^ ber iH e p r a f e n t n t e n - « e r f a m m - 

1 u n g.) 5n ber testen Si^juitg ber l^iefigen ©emeinbe=SScrtretung mür- 
ben ^öemilLiflun^en für bie „Statiftif ber ^uben" gemalert. ^u|erb<m 



Unirbf aud^ ber flcinen Sonbergemeinb?, bie fid^ ^auptfäc^lirfi au? 
einigen oftjübifd^en ^^milien pfammenfe^t, eine '^ei^ilfe für i^re 
gotte»bienftltd»cn (Sinri6tunflen gugebilli^t. t^ine lange Slu^fpradK 
entfpann fidi über ben S^ritrag ju ben .Vtoften bc-^ IJ.anbe^O'er- 
banbc^>. ^n ber Giörlerung lüar man einmütig ber Slnficbt, baji ber 
SJerbanb in feinen i^ermaltungsau^gaben fid^ bcfrf)ränfen muffe, um f» 
bie ^erbanb^gemeinben ju entlafteu. 9tnforberungen in ber je&igen 
»öbe feien bei bem Dorau5fid)ttid> ftarfen jRüdgang ber Öemeini>e 
Ginna^men fünftig taum mel)r ju tragen. 

$^ref(lb. (2 e ^ r e r D e r f alh m l u n g.) 9lm 30. S'tüDembcr 'ictr 
ber ^Be^irtiJDcrein jübi)d)er üe^rcr Dom ^ieberr^ein in Ärefelb ^ne 
SJerfammlung ab. Sücgcn ber Söic^tigfcit bc5 ^auptberatuugjgcgen 
ftanbce; maren aud) 'Vertreter ber (^fmcinbe unb ber beteiligten 
35creine eingclabeu morben. Se^rer 5r£*^)i"'^i '^-^^'>«''^^ fpi^acö über „iße 
rufvberaiung unb '^erufeauvfid)tcn". Xer Sd)ule falle bie ^Beobachtung 
5U, nad) n>eld)cr JKid)iung fid) bie 9ceigung ber Äinber entmidcle. 
Xer ^orufsmenfd) niüffc im 9?orDergrunb ber iBeratung fteben. 
Xod) müüien Die 3ugcnblid>en bal)in beeinflußt merben, im fünf 
tigcn 33eruf nid)t bloß eine Grmcrb^qucllf ju fe^n, fonbern eine Ük^ 
rufung für ba« Sebcn. . Xann )"treifte ber 9?ebncr furj bie 9(u5;ficf|tcn 
in ben einjelnen "öeruf^ämeigen. Xie ^Jtusfic^ten für bie Selb)"tänbig 
feit im eigenen Unternehmen fei äußerft gering gemorben. (5Jute ^ilue- 
fid^ten gemäl)rteu immer nod) gcmiife 3iv"9'^ ^^ ^anbmcrtr unb 
ber Xed)nit. (Sä fei nötig, ;5"9f»blidK aud) fol(f)en 93erufen jujufübten, 
in bcnen 3ui>f" firf) meniger betätigten: Dornet)mIii:^ (i)artcnbau unb 
l*anbmirtfd}<ift. Ginc fel)r rege 'XuÄfpradic fd)lo6 fid) an ben SSor 
trag an. Giner ber 9tebner bemerft, bciji man \n folcf)? "Berufe al» 
'iyü^nbred)er bie beftcn jugenblidien fträfte hineinbringen muffe. Unter 
ben meiteren 3?er^anblung«gcgenftänben ift bie Älage beroorju^eben, bie 
mieber über bie geringe ^^erürf)id):i'gung ber ikl)rerfd)aft hei bem 
^Ibtommen über bie üanbe^Dcrbanb^ma^len im Xüifelborfer '43ejirf 
geführt mürbe. 

Setp.^tg. (ÖJ e m e i n b e f i ^ u n g.) Gine am 1. Xe^ember ab 
gel)altene (^emeinbeflßung ^atte fid) erneut mit ber ^xaQe be6 
(V) e m e i n b e m ü l) l r e d) t ^ §u befaffen. Xie jübifd>e l^oifrpartci 
molttc il}re fd}on miebcrljolt Dcrgeblid) unternommenen 3?^er)uct)c ju 
einer JQerbeifüt)rung bcs allgemeinen glcidien 23al;lred^te« mieber 
aufnel)men. Xie ?httröge mürben Donfeiten ber 3Solf»partei burd> 
bie 'ißcrorbneten X u b i n e r unb X u m p o m « f i begrünbet. 'Jltl« 
mefentlid)c? 5)?oment mürbe betont, ba^ bie ftarte 5^erbunbcn^eit ber 
(V^emeinbemitglieber fid) in einer ^tenberung be« SSa^lrec^j au«* 
mirfen muffe, gumal mir ^uben al«i -äJiinorität nic^t nad) außen 
^in bie gotberung um öereditigfeit erbeben bürften, menn nid)t au<l>, 
in ben inneren ^ngelegenl^eiten ber Oirunbia^ ber ^red^tigfeü Der-^ 
mirtlic^t fei. (i^em.S^er. Xr. Gonrab öolbfc^mibt Derlar al» 
iBertreter ber S i b c r a l e n eine Grflärung mit bem ^ginmei;?, ba^ fie 
nid)t noc^mal« in eine ?lu5fprad)e einjutreten iüün|(|en. QJcm. 3kr. 
S e 1 i n g e r (^oale 3^^^) begrüßte e«, ba^ bie 3ln<;elegen^'it fdjon 
je^t unb nid^t erft gelegentlich ber 33<i^l jur 5iu5fprad^e jlte^e. 
Gr mieä auf bie Slusfü^rungen ^in, bie ^rof. öeorg "öernl^arb in 
einer jüngft Don ber Ortsgruppe be^ G.*3S. Deranftaltcten Q^meinbe- 
Derfammlung gcmacf)t b(^i>^' ^if aucf» in bem Qiebanfen gipfelten, 
bofs bie ^luft jmiid^en SBeft- unb Cftjuben .au«geglid>cn merben 
muffe. Gin Sunfc^ ber Slntragfteller, bie ^ngelcgen^it in einer 
ftommiffion ju beraten, unb bie '^Inregung an bie liberalen SSerorb 
neten, menn fie audj namens i^rer ^i^aftion nid^t fpred^en mollten, 
fo bod) perfönlid) )id^ ju ber i^xaQe ju äußern, mürbe Don bem 
Ö^em.^Sier. Xr. Gonrab @olbf<^mibt ba^in beantmortet, baß bie 
liberalen QiemeinbeDevtreter feine^meg« aw} S'lid&tacbtung gegenüber 
ben SBünfd^en ber Eintrag ftelier Don einer Xebatte 2tbftani> nebmeir 
mollten, fie Ratten burd^aus ^Berftänbnis für bie ber ^egenfeite an^ 
^erjen liegenben '^xaQen, Ratten es aber für unerfreulich gehalten, 
Xinge, bie fd^on fo oft erörtert morben feien, mieberum in laug«^ 
atmiger Xebatte auäjufpinnen. Sie befürd^teten angefic^t» ber ort» 
liefen SJerl^ältniffe eine fd^limme S&etibung für bie Ükmeinbe, menn 
e§ jum allgemeinen gleichen ^a^lredjt lomme. Xer Antrag auf 
^tenberung beg SSa^reo^tl, tric aüfty ber ouf Ginfe^ung einer Äom-- 
miffion ^krfür murbc mit 20 gegen 10 Sti-mmtn obgelc^ui. — 
or<a ♦,«9iti»i qiun*t mu'-K«» ijK?r einen ^Äntraq ber iübifdmi ^off« 

potTTT ifrerbö 

^n ber X>lus]praaK jkli»,^.^ ... . 

unb 3t r ö n ft e i tt fcft, boß feitens bc» 5ugenbau5ict)ui)t» |ai«*i .v.. 
SOZonoten ber ^lon ber Grrid^tung ein«^ 3*^9**^^^^"^- bearbeitet morben 
unb fd^on foft bi« jur Xurc^fü^rung gelangt fei. Sic g<iben i^rcL 
SJeriounberung barüber ^Äusbrud, boß bie jübifc^c ^otfspartei in 
biefem Stabium mit einem folc^en Antrag fomme. 9?omen5 be« 
S^orftanbeä mie§ ouc^ iperr Sre^Iöner (Äib.) ouf ben fcbon im 
Dftober gefaxten 3^orftanbäbefcf|lufe bin, ber fic^ mit bem in SSearbei- 
tung befinblicben '^^rojeft grunbfö^Iid) einDerftanben crflärt l^t. Gs 
mirb befd)loffen, bem Sefc^luß bes ökmeinbcDorftonbe« entfpredbenb 
ju oerfo^ren, allerbing^ bei bem Stbfdblufe bei 3Äictoertrage« größte 
Sorgfalt malten ^u laffen. — 311? britter ^unft rnnrbe ein 3(ntrag 
ber ^olfspartet t)er^anbelt, ber ben ^lusbou ber Xarlebn«- 
f f f e bejmerft : G« foll ein meiterer ^rebit über 9Kf. 50 ÖOO,— 
unter ÖJorontie ber Ö^emeinbc befc^afft merben, bie Xarlel^nrfumme 
foll auf bis 3Jif. 2500, — er^ö^t unb bie Xarle^nsfaife Dom %üx^ 
forgeamt ber ®emeinbe Dötlig losgetöft merben. Xer Eintrag mirb bem 
{^■inanjausfc^uß übermiefen. Xie Sc^mierigfeiten, bie fid^ ber Gr* 
lebigung entgegenftellen, beftCi^n barin, "boß eincrfeits @emcini>e=^ 
mittel für biefen ^wyed nid^t in 9lnfprud) genommen merben folien, 
anbcrerfeit^ aber aud) ber (S^emcinbetrcbit nicf)t überfponnt merben 
borf; burdb Dcrfc^icbene große Xarle^nsfdiulben ift er fcöon ftarf 
in 3lnfprucfi genommen, '^ad) Grlebigung biefer brei Einträge ber 
jübifdben SSolfsportei Derliefl ^crr X u m p o m # f i , al^ bereu SBon- 
fü^rer, eine Grflärung, monac| bie SKitglicber ber 2Jolf»partei n>cgen 
ber nid&tsfagenben 3lrt, in meldber bie liberale ^raftiou bie ^'^age 
ber 9Ba^lred)t«änberung abtun ju fönnen geglaubt l^ot, au« ^rotdc 
bie Si^ung Derlaffcn. 3^ f'^üefet fid) ber SScrtreter ber $oale 
3ion, ^err Selinger, an. Xagegen oerblieiben bie SWitglieber ber 
bemofratifdi'Ort^oboyen ^^^aftion int 3?er^anblung3ifaa(. Gine 9?eib* 
meiterer fünfte mürben aisbann reibungslos erlebigt. 

Si^neibemäi^I. (Xagung inber Öirenjmarf.) Unter 
Seitung be« 'iöejirfsrabbiner» Xr. 9Rofenjmeig fonb ^ier bie S^iertcU 
ja^r^tagung ber l^antoren unb 9icligion^le^rer ber ©renjmorf ^ojen* 
SSeftpreufeen ftott. Xoä X^emo, meines bc^onbelt mürbe, lautete: 
3Jiet^obif unb <Prari^ beä I^cbräif6en Unterridbtä. Seigrer SWofe** 
Sd)neibemüf)l bielt eine 2el)rprobc mit ben Sinbern ber Unterabtei- 
lung, Slobbiner Xr. 9tofeni^meig mit ben J^tnbcrn ber Dberobteilunj^. 
?lttgemeine S3ebanblung ber Sebrprobr unb ^lusfprad^ über einzelne 
fünfte, fomie ^ntenfiDieruu'g, 51?erlebenbigung unb Ginfügun^ in 
onbere Unterri^tsfäd>er ber entfpred)enben "iJlbteilung bilbeten ben 
©egenftonb ber Slusfprodje, bie für alle 9tnmcfenben febr anregenb 
unb belel^renb Derlief. ^ieron fdjloffen fid) StonbeÄfrogen unb 3" 
formationen für bie Xcilnel^mer. ?tußer bni .Kantoren unib Stcli- 
gionäle^rern ber (SJrengmorf nobmen an ber Jagung als (3ähe 
3tabbiner S3erlinger=Sdfyönlanfe, fomie S^orftanbvmitg lieber ber jübi^ 
fd&cn (^emeinbe teil, meldöic e^ fid> nic^t nehmen ließen, bie an^ 
iDefenben .Sperren in üblid^ex Seife ju bemirten. 

Stuttgart. (Xogung ber ^fraelitif^cn Sonbesöer- 
f m m I u n g.) Xie 3fi^öclitif.d)e fianbeswrfommlung SBürttembergs 
bielt am 7. ^jember b. 3- ^^ ben 9läumen be^ 9Sirtfd)<iftsminT=' 
fterium^ in Stuttgort i^re biesjäbrigc Xagung ab. ^n $orfi^ 
fübrtc ber jmcite ^ijepräfibcnt Siegfrieb Sal)n, Gannftatt, ba ber 
^^räfibent felbft erfronft ift. G^c man in bie S?er]^anblung.en eintrat, 
lüurbe ber Xoten ber legten amti?;>eriobe gebockt. G-^ moren biefem 
ber Dcrftorbene ^ejirf^rabbiner Xr. J^roner, Cbcrborf, 3Waf Xre^fufe, 
Submig^burg, Simon Sx^eil, 9ieringen. 'iUadjbem biefer Gbrung &e-- 
nüge geleiftet mar, aud) ber "^räfibent einige Segrü-feungi^iöorte an 
ben in biefem ^^abre gum erften 3Äal aU ^räfibenten bei ^^x<te^ 
litifc^en Cberrotes maltenben aJiinifteriülrat Xr. $>irfd) gerid>tet batte, 
begann man mit ber tatjäd)lid)en "ärbeit. läKinijiberialrat Xr. Ctto 
•Sjirf-d^ crftottete für ben Oberrat ben Jältgfcitsberid^t Gs ift burd^ 
bos Gntgcgenfommen beä ^rnienminifleriums bem 3fraelitif<^ Dbct^ 
rot gelungen, ^o^em bei ^^efd^affung o-on rituellem j^leifd) bi«n=' 
lid) ju fein. Xie lÄ'olenberfrage befd^ofrigte ebenfall» ben Obertat 
fe^^r intenfiD, unb er ^offt, burc^ bie Don i^ angeregten 35or=« 



\ 



fd^läfic, poiitiöo iJlibcit fldciftct ^u Ijabcii. I-cr iü&bcut)cl)c i^crbaiib 
crbcitct jctU nud] jcituicijc mit bcm fäd)iijd)eu 3krbanb, öici'ct er- 
mcitcrte SBctbanb l^offt, hii^ bcr 3?cirfv5t>crbrttib boff> j^in'taiibc tommt, 
j€i>i>d> nur }o, baß er al^ Xad)t)crbanb fciucu äs^irfuniv^trcii? I>at. 
Der SJcfcrcnt b€rid>tct lucitcr, t>a\i »üofyl im ?tug€nblid bic ^inon^ 
frogen eine l^artc ''<?hifi;abc jinb, bau bcr Dberrat fid) jeXvod> t>ül( niib. 
flonj benmftt ift, bn^ bic ibccUcn ^tufnabcn, bic feiner '^]U(\c nntcr^- 
ftctKn, immer bcn crften '^^iav^ in bcr *i}lrb<:it cinncl)mcn müijen. 
9luf •JJlnrcfluufl iwi iKot)d)ilb, (fHÜmicn, bcfafjtc fid) bcr Cberrot mit 
ber '^xac^c, ob Beamte, bic jum Stubiiim ein Stipcnbium erhalten 
Twttcn, nun aber außerhalb bec> i'antc'? angcftcdt finb, ^ur iKürfJ 
IQlyInnfi bcv 3tipcnbiumö h)ernnne,^on'^" uvcrbcn foUcn, aber ob man 
fic mic cin^eimiidu' 'Beamte bcljanbcln foUe. üc^tcrcc nnirbc abflc 
let^nt. Stabtrabbiner tr. Sticc^cr, tl>co(oc\iidie^ "iJJhtfllict) bc? Cber 
rote«, b€rid}tctc über bie afvcifcn b-er ^Rabbiner burd> ba* i]anb, bic 
in jiemlidr reiiclmäfjiiicn ?(b)dinitlcn nattiinbcn. Xcr li^ciud) auf 
bem fianbc töfe bei bcn tlcincn C^kMneiu^cH immer oiel ^rcubc aiii^. 
bü neben bcn C^ottcebicnücn ^uacnbnottcv«bicnft unb cycmcinbcabenbc 
Äbt;el>aUen mcrbcn, bie »ict jur öcbunci ftes rclißiöfcu l'cbcni? auf bcm- 
i?anbe beitragen, (^rfreulid) mar bei bcr u>citercn 'J^criditcrftattung 
über bie Strafauftaltcn, Daß biefe §uv ;Vit ^i""" jübifd>c ^nfaffen 
aufiueifcn. Tic Seclforflc mir^ bovt non ^Kabbincrn unb iiet)reru 
ausigeübt. Siituclle 3>erpf(cflunn bürfcn auRcr an '!)3eifad} aud> bie 
iS^efangcneu ermatten, bic jonU aud) litucll leben. 2v. Wumbcl,, 
.•C»ciIbronn, bcriditct über ben ."onu-jbaltungc'plan. Ter 'Öctricbfonöv' 
nmrbe i>on öO 000 lötarf auf 7.') 000 Mari crl)ö{)t. Xaö ^)\abbinat 
Cbcrborf mürbe aufget>oben, in (ibelfingcu auf "iJintrag eine ftänbigc 
?Rcli9ion'3lc^rerfteUc gefd)affcn. Xer Cbcrrat erfud)t bic Üanbc-^ocr 
fammlung um CMcncl>migun<:|, bie ttom Sieidi t)orgefd)la<ieHC öebalt'> 
für^ung aud) b'Ci bcn oon il>m bcfolbctcn ^Pcamtcn üorncbmen ,^u 
bürfen* Xic ©cfamtau-^gaben betragen für 1930 474 143 ?3iarf, bic 
lfinnat>mcn 22H 9H« a^iarf, '^tbrnangcl 247 223 gjiarf tö. Ter 9(uf 
juanö für Den Oberrat 3() 940 ^.ÜJart, Wcl)ältor für iKabbiner 91 (J92 
'jJlaxi, für Üct)rcr 141921 maxi. iRut;.egebäliev t)3 190 maxt, Unter 
ftü^ungen an (iVcmeinbcn 23 500 SJiarf, '.»lu^bilbunge'äiucde mill man 
mit 180 000 maxt einfetten. 110 000 ^Wart tragen ctma bk &c 
mcinben s« bcn (?^cbältern bcr i!cl)rer unb Stabbiner b:i, bcr Staat? 
beitrug ift 33 000 Maxt. Ter <>Ibm<ingcl foll burd) fianbceumlagc auf 
bic ^taat^fteuer au5 Ginnabmen unD 2?crmögcn mit 41/4 o/o gcbedt 
mcrbcn. Ter Eintrag bes ^raucnbunbe-i auf 3ulaffung bcr ;vrauen ju 
bcn 95orftctKrämtcrn fätit fort, ba ein ^Jlntrag Seil-Stuttgart ^^^wcd^ 
^cnberung bcr ^erfaffung ju bicfcm ^md ab<\elc^ni murbc. 

SBoIfl^agen. (T p p e l j u b i 1 ä u m im 3 f r " c l i t i f d) e n 
5 r u c n ö e r e i n.) '21m 30. •J^oocmber beging bcr {)icfi9c 3fraelitifd)c 
§rauenöerein ba^ Jubiläum feinci^ 85 jäbrigen 53cftc{)cn5 unb gicid)- 
jeitig ba§ 25iät>rige Jubiläum ber crften 'i^orftcf>crin ^rau JRofa 
Ära^enberg. "Jladj S^egrüBungsioortcn bcr 2>orftcl>crin t)ielt Scbrer 
ta^enftcin bie ^eftrcbe, bie auf bic 3idfc^ung bey SSereinö einge^ 
ftellt mar, in ber auc^ bie SSerbiemfte ber :3ubilarin gcmürbigt mürben 
unb alte perftorbenen 5[J2itöIieber in pietätooltcr SBdfc Grmäbnung 
fanbcn. trciöporftc^er 9!Köüerid) banttc allen, bic fid) um oie i^eranftal^ 
rung bemüt)t bitten; bic 'SSünfc^e bcr Öäftc übermittelte iöerr 
Kaufmann au» 3icrc"^c^fl- 3:b'eatratifd)c ^(uffül)rungen bcr Sdjn^ 
jugenb unb gemütlidjcö 33eifammenfcin ber Jenteilnebmcr gaben 
ber Jubiläumsfeier ben I)ormonifd)en ?lbfd)luB. 



Der (£iffeüurm im XaCraub 

Sn alten 3cittn, aU ben ^.^cenfc^en noc^ nid)t, tüic in 
bcr O^cgcnhjart, fo mclcilci ^^efrf)äftinunqcn ,^u (SeBotc ftanben, 
fie .^u (^crftrcueit; pflegten biefelben mit 3Sor({cbe baö ^au^ 
;^anblpcvf. 3>or^ügIici^ tcar ci^ aber bie (rrriditunn bo» Xür^ 
men, lüe(cf)C feit ber ':^i{i bes Xurmbane^ ,^u 'Sabd bic !öau^ 
nteiftcr bcfcfjäftinte. Cbfcl)j)n nun in bcr Sficnel Xürme ^ur 
iöcnu^ung für bic ^S^cbenbfX, unb ,"oö[}Ien ^ur iöeife^unn ber 
SScrftorbenen bienten, (^eißtcn boc^ bic äg^ptifd}en ^^ijramiben 
unb bic Xürme bcr ettjißcU'Sfvu^e bei bm Werfen ha^i C^egem 
teil biefer Einnahme. Xer f)cbräifd;e ^ame für Xurm ift 
Dpl}e(; biefe^:? bebeutet „X^nfelljcit", tiKit ber Xurm einen 
bebeutcnben Scf)otten h)irff, iüäfircnb fonberbarertDcife bo^ 
SSort 9[ltcoroh (ipöl)(e) „Sid)t" bebeutet, ^on bem Xurm f,u 
3?»abcl fo(i 5ur ^cit he^^ Xötmub ni>d) eine 9ftuine t3orl)anDen 
geinefen fein; ein Xrittet berfclbcn foK burd) T^-euer ^erftört 
morben unö ein anbcre-? X rittet in ben 58oben oerfunfcn fein. 
SSon ber jRuine biefco Xurmc^ faf,cn l)ol)c löäumc toie öcu^ 
fdjrcrfen au>?. ^ür bic einftige (£;riften^ be5 fagentiaften 
Joiromturme-:? in ^erficn, ti)Cfd)er bic fiebcn öimmet barfteüen 
foHtc, gibt e-j nirgenb^> ein 3c"9T^i^- ^i" anbcrcr berühmter 
Xurm iüar bcr am\) bon ^ofefu'^ erit)äl)nte Xaöibsturm. ^m 
„Jochen ^ieb" lefen mir uon bem großen Xurm bee Sibanon. 

Gin alter Xurm jebodi uerbient Cv, feinet befonberen 
3ntcrc]fc£> megen beute in bic (Erinnerung .^urüdfgerufcn ju 
mcrbeii. "ülMv finbcu uan;Ii-:K-im Xalmub, iueld)er i)ierburrf) 
bie 5tn|id)t feiner 'i^erehrer, bie i^n für eine Sc^agfammer 
airee irbifdjcu unb überirDifd)en 5öiffcn^^ t)alten, unterftü^t, 
einen Xurm Acren C?ifc( ((^iffel-Xurm) genannt, ißon bem- 
felben tv^äi^it ein Xalmub-(^eletixter ^üie folgt: ^U idj. nac^ 
oben i&.ani^, fa^) ic^ auf ber Spi^c bc§ Eiffeltürme!^ einen 
5(raber, tüctdjer auf einem Äamel ritt unb bie ^an^c in 
bie <pöl)e I)ob. Xa^ (^anje erfc^ien mir ti>ie ein Söurm auf 
bcr 2bi^c bc^i Xurme^." 3Sie ber Araber mit feinem .^amd 
I}inaufgefommcn mar, I)at jebod) ber ffiahhi nic^t er^äi^It. 
Sollte bie^^ Dtelfcidjt burd; eiu §eben3er!^eug gefdje^en fein? 
Xer Xalmub läfet une auc^ über bcn Stanbort bc^ Xurme§ im 
Unftaren. Xie5> tonnte bietleic^t tünftigen (^elet)rtcn ^eran^ 
faffung geben, biefc ^egcbcnt)eit in unfere 3eit fjinaufjurüden 
unb bin Ort bt<:^ (Freigniffee nad) %ax\^ ^u Dericgen, in 
ttjclc^em ja ein lüirttic^er „Eiffel-Xurm" fid} unferen ^tirfcn 
^eigt. Cber tverbcn fie nid;t ettoa behaupten, bafe, mit ber 
er^ät)Iung eine .Interpolation oon 1900 ^a^ten oorgenom- 
men morben fei? X ^bler, DbcrI., Ulm. 




2(uö bcr 3tt-Benjegung 

BetanhootfL: 8(rbeit5gcmcinfd)aff jübifc^-libcraler Jugcnboereine t>tnt\^ianh» 

Botft^enbet: Dr. ^«go ^offmann, Jranffurt a. 1Xia\n 




SraHlfun a. 3W. '{■^on bcr J l i = I ä t i g t e i i) <?(m Tieui?- 
ta(i, bem 12. 9Jopember, fprad) ^err JRobbiner Tr. Selig- 
mann über „XaS iübifd)c Sd)rifttum". Unferen ia3ünfd>en cnt= 
fprcc^enb perfnü;>ft€ er mit ben Cirläuterun.gen über ÜBefeu, ßnt- 
fte^ng unb Sinn beS umfangreichen Sd)rifttum6 äugteid) eine moberne 
»ibelfrittf. Tie ©runblagen bcS &cf)rifttumS bilben bie X^ora unb bic 
«ut^r ber «ßropf^eten. 3m öJegenfa^ gur ortboboren 5Iuffaffung, bic 
bo^ öunfbucf) al^ unmittelbare Cffenb<trung (iJotteö betrad)tet, ift man 
nac^ ben liberalen unb moberncn «ibetforfd)ungen jur Ucberjeugung 
gelangt, ba^ biefc5 Sßerf iwn begnabeten a«enfd)en, unb jmar pon 
mehreren SJerfaffern fpäterer 3eiten gefc^ricben mürbe. ^eine^faliT^ö 
fönncn bie fid) ^ufig bireft miberfprcdjenbcn Xcfte pon einem ein- 
gig<n 9(utor ftammcn; aud) finbet fid) ungmcifct^ft ein ftarter 3^ieber 
j<f)Iag bübt)tonifc^n tulturgute«, fo bafe man \üof)l annehmen fann, 
b<iB f(^rifttid)e J^irierung unb enbgültige >?lu6geftürtun^ ber Xfyora 
ber nac^babi)tonifd)en 3eit, mo^I in erfter Üinie (Ssra, ju perbanfen 
ift. 3u biefer 3eit mad}tzn bic gabllofen uralten ©epfloöenbciten, 
eingebürgerte Sitten, fomie bic über ein ^a^rtaufenb burrf) münblid>c 
Uebcrheferung erfialtenc (S^efd)ic^te eine Tcieberfc^rift notmenbig unb 
{(^ufen ein unpergteicfylic^ö, gemaltifle^ öpoö. 

Unmittelbar on ben Sd)tu6 ber gefc^ic^tttd)en erjä^tungen bcr 
X^ra fc^he^n fic^ bie ebenfalls gefc^id)tlie^cn mdyn bcr ^ropbctcn 
an. 2)ie 9trt ber ®efc^id)t^fe^reibung in biefen S3üc^ern bürfte einzig- 
artig m ber SSeltliteratur fein, geben bod) bic SScrfaffer ftcts pom 
[ittlit^n 2«oment auö, inbem fie, oon bcr immcrmäl)rcnbcn öeredv 
tigfcit ©otte^ übergeugt, bk Urfac^e alteö guten unb ']d)kd)Un Ük- 
fc^el^n^ im SSerbalten be§ Öotte^potfe^ begrünbet glauben, ^ud} bei 
bitten 39üd)crn barf man annet)men, baß itjrc ©nifte^ung einer je= 
mciB fpäteren dpodyt jugufc^reiben ift, unb ba% bic ben <)Sropf)eten 
m ben Tlnnb gelegten ^jSrop^egeiungen i^nen erft nad) (Eintritt bea 
Greigniffes äugefc^rieben tourben. 

2^^ 3eit diabbi %üba5 mürbe bie gefamtc porlicgenbc Literatur 
fanonifiert, inbem olte — nad) bamaliger Stuffaffung — por ber 
3cit e^raö gefd)riebenen Sücfyer für fycilig crffärt mürben. §ierju ge 
^ren u. a. bie »üc^er gfiut^, ^iob, bic 5 SE^egitto^ä unb ba^ „Sieb 
bcr Sieber", für bai }id} bcfonbers gfJabbi ^fiba tro^ feines anber^- 
artigen ^n^Ites cingefe^t batte. 

%eben ben Süd)crn ber Xiyoxa unb ^ropbcten beftanb bie münbHd)e 
Öcljre, beren ^Jiiebcrfc^rift au*brücftic^ tyerboten mar, um i>i'C JReligion 

^(iniiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiimiiiniiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH 

S Das schönste 5 

I Chanukka-Geschenk i 

3 ist ein = 

Jaxophon-Kofferapparat | 



unb bic (i^cfe^c loanbctbar unb ö^r 3c'it angepaßt ^u erbauen. 

3Benn nun bod) biefe müni>lid>c üe^rc im „Xalmub" niebergcfdjrieben 

mr^prt iw 1^ jjt burd) bie Ucbtr|f'n:eituna jene» 33erboteö auc^ tat= 

..,. . j) . . i.i^cii».»,v.,, cit iijrc 

jinivjitmo'^ ...^— rs«. - .»«.^u.uj unb Si 'cnbiglcit unmöglid) machte. So 
arbeitet im (SJrunbe benommen ber, beutige Sibcrati-^mu^ gonj im 
Sinne jene« bamafigei; S?erbote?, i^enn er oerfuc^t, jene Starrljeit 
micbcr gu löfen unö ein ^lubcntum ^i fdiaffen, hü^ fic^ ben Grfennt- 
niffcn unb Ö^ebanfen unfcrer j^eit |anäupaffen oermag. 23ic ^crt 
9fiabbiner Tr. Seligmann am Sd^tuffe feiner Tarbictungen oetonte, 
i)ai ba^ biblifc^e 3?olf ftet5 t>ot)c jiulturgüter bcr e^ umgebenben 



Mitglieder zahlt die noch fälligen 

Beiträge 

bitte recht bald auf das Postscheckkonto von Hildegard Bach, 



Berlin-Schöneberg, Berlin 144893. 



Jli-Beriin 



i 

i 



mit großer Saxophonführung, la Membrane, 
festem Gehäuse u. abwaschbarem Ueberzug, 

in allen Farben 

Re CO rd -Preis RM. 65.— (1 Jahr Garantie) 
Neu Moaus zur auf Schallplatten, ferner 
Kol Nidrei — We schomru usw. 

Jaxophon-Sprechapparatebau 

Berlin W 30, Aschaffenburger Straße l9/m 



niiimiuiiiiiimiiiiiiimiiiiiiliiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 



Äulturcn in fic^ aufgenommen; erft ber lalmub j^at jene Jortent- 
micflung be^inbert, bie meiterjubüucn 5tufgabc bc6 I)eutigen 2ibe 
rali^mus; ift. 

infolge Grfranfung oon Stubicnbireftor Ix. Xriefen fprac^ am 
Xien^tag, Dem 18. Ttooümbcr, (£ r m i n « a e r über ba^ I^cma • 
„So5iologifd)e ©runbtinien bee liberalen 3ubcntum§". (Srmin $8oer 
ging bopon au^, ba& bcr l'ibcratismus ftct^ banad) fud)t, Pcrattete 
Jormcn ju änbcrn, unb eine 3ficform be^ ©ottcÄbienftc? por^une^cn. 
.^pierbci follte man fid) fragen, mo^cr bie jcmcilige ^orm ftammt, unit 
lüic ber urfprüngiicf)c Sinn biefer ober jener ^-orm mar. (5^ ift fel)r 
l^äufig bcr ^all, bafi ber Sinn eine» QVcbote« ä"g«wften einer über^^ 
ticfcrtcn ^orm peränbcrt luoroen ift, fo ba^ bic ^bee bcr ^omi, 
meid)en mußte, ftatt umgefebrt. Xeutlid) fc^cn mir foW)e 3Sorgönge in 
ber 3urürffefung ber ?yrau, mic ouc^ in bcn Sabbat-Öeboten, bie eine 
e-rfdjmcrung mit ficf) brad)tcn, möbrcnb ber urfprünglic^c Sinn fic^r 
eine Grlcid)tcrung beä Xafeinö bcsmcdic. $8ei jeber SBcränbcrung 
Pon formen foIIte man jebod) gefc^id)tti(^c unb öft^tifc^e (iJcfidjt^- 
punfte berüdfic^tigcn. «ei bcr gefd)i<t|ti'4en Betrachtung tand)i lebod) 
bie 5rage auf, loorin eigenttit^ jrae "t^rbaltung^fraft bc^tci)t, bie b<ig 
Subentum burdi ^a^rtaufenbe inmitten fremb^r .«ftutturcn unb @aft- 
Dölfer erhalten bat. ©rmin «acr fommt fyicroei ju brci meicutlid)cn 
«IJunften: 1. Xcr 33cfenntniöfcfia5 bes ^^uoeUiumv, 2. bo5i 9«itfül)rcn unb 
(Smpfinben in ben Jprmen, 3. bit Hbfunberung Pon aJZnifc^cn, 
bic nid)t jur Öemcinfc^aft ^geboren, ^cbc Jorm auf religiöfer 
örunbtage, mie ba^ Ginbatten pon l^eiertagcn, ift bereits: eine gemiffc 
5tbfonberung. C^^emiB fott eine 5tb)oubcrung nic^t ^u einem 3urücf- 
äict>cn Pon bcr Umtuctt führen, bcr n>iT un^ ja gugel^örig )ü^Ien. 
*illber gemiffc 33cfonberbeätcn, bk auf retigiöfer ©runblagc fußen, mic 
aud) auf iBcrerbung, foUte man bard)au^ erhalten, ba bicö pm 
Scftanb einer irgcnbmic gearteten (i)emcinfd)aft notmenbig ift. ^cr 
überhaupt eine öemeinfd)aft anerfeunt, muß aud) ein " eigenlebcn 
in tjäerju beftimmtcn 9fJabmcn ancrfcnnen, ba ol^ne einen irgcnbmic 
gearteten 9iaf)mcn tcinc ÜJcmeinfd)aft beftct)cn fann. 23cnn ein ^ubc 
fi(^ einem ^uben näber fübtt aU «incm ?lnbcrcn, menn er eine 
jübifc^e Crganifation {2öol>ltätigfcit, ober moe e§ aud) fei) unter- 
ftü^t, fo erfennt er aucb bereite eine CiJcmeinfd>aft an, bic über ba^2. 
rein 9?eligiöfc fyinmegrcic^t. So finb jene brei ©runblinien iöc= 
fenntni^, ^orm unb ^bfonbcrung untrennbar miteinanber pcrfnüpft, 
bebingen fic^ gegenfeitig unb tonnen nur gemeinfam tro^ aücr Wn- 
paffung unb *2tngle{c^nn<j an unfere Umtoclt bcn meiteren ^öcftanb 
be§ 5ubentumr au§mad^cn. 

Xie Stu^fü^rungen ßrmin 33aerg riefen, loie.äu ermarten mar, 
bcfonberö besüglic^ be^ britten <|Sunfte3 eine lebhafte l>ebattt ^erpor. 
So Icbntc grang 9Keibner in^befonbere jcbc %xt pon 5lb- 
fonbcrung ab unb führte au^, ba^ fein igubcntum nur im ÖUauben 
befiele, jebe ^orm unb Slbfonbcrunp aber überflüffig fei, ba biefc 
nic^t mebr jum SBefcn bcg ^ubcntum.S gehörten. 

Xienstog, ben 25. S^obember 1,930. ^ioc^ ben 58otträgen bcr 
Por^rge^enben SBod^en litten mir an bicfem ^benb unfere e rjt e 

i 



2ß c i f) c ft u n b c biefc^ 2Sintcrtyalbja^r#. Xen "iJtbcnb Ratten toir bem 
?lnbenten an 93? r i ^ £ a j a r u « gcmcibt, über beffcn geben unö 
fein Ttcffc, ,'gcrr ^Rabbiner Xr. Strnolbfia jarug, beri^i^lrte. 
9J?orig Sajaru« tuar in feinem ganzen Seben äuglcid) S'Jcnfd), Xeut-- 
fd)cr unb ^ubc. So b^t er fic^ immer tDiTfung#t>oII für fein 
Xcutfd)tum unb ^u^^ntum eingcfc^t unb mar bcr erftc .o^ube, ber at^ 
orbentIiff)cr ^^rofcffor an einer Unipcrfität (Bertin) mirfte. SBabre-nb 
feiner Xätigfeit aU ^rofeffor an bcr ftrieg^atabcmic in 58crlin oer^ 
banb ibn eine t)erslid^c jreunbfdjaft mit bem b<imaligcn .Hronprinj 
jtriebri'd), mic aud) mit anberen bebeutcnben ^erfönlicbteitcn, mie 
»tüdert, ^ontane, Slcller u. 2(. So tonnte er tatfräftig gegen ben 
^tntifcmitic^muy antämpfcn, ber bamat» auftrat. %l^ SSiffenf-öbaftter 
luar er e», bcr jufammen mit St eint bot ben 33cgriff ber 
5Bö t f c r-^ f tj-c^ olog ie in bk 33iffcnfd)aft einfübtte. £>i£rju 
äußerte er felbit, es fei fein 3"iall, baß bie ^ölferpft^cbologic Pon 
einem 3"ben ftamme, ba fid) mit fold)en Problemen gerabe mir 
3nbcn befaffen. Sein §auptmcrt „Xreu unb frei" be^onbelt bie 
^rage ber beutfd)cn ^ubcn; fyier fämpft er für fein beutfdb'tiberate« 
^ubentum. 3n feinem 2?ortrag ,,'iBa^ beißt national" miberlegt 
er auf C^runb feines miffenf'd)afl(id>en Stubium« bie ^ioniftifc^e 
XfKfc bcö 3übii.c^-9?ationalen. DJioriti gagaru^ mar trog feinet 
iaampfc» für ben Sibcralismu» ftetö au<d) in fonferoatioen Sireifen 
bod)geacf)tct unb ancrtannt. 9luf bcr 1. bcutf d)en Sfiabbinerfqnobe im 
^abre 1869 fprad) er bcn nod) beute geltcnben @runbfa$ für ba^ 
liberale ^ubentum: „"il b f 'd) a f f c n motten mir n i db t b § 
:3ubcntum, mie uns oorgemorfen roirb, abf<baffen 
motten n>ir nur bcn ;3'^biffcrentismu», abfd) offen 
moficn mir bic IJfi^o'^ö^ ä-" 

Xic fef)r iniereffantcn 9lusfül)rungcn bcä §crm ifRabbiner Xr. 
Sajarug marcn umrahmt bur-d) ?5orIefungen aus ber 'i>tutobiograpbi<' 
^J3iori^ Sasarus' unb aus feinen 5iorirägcn. S'Ciballplattenmufit tterpotl'- 
tommnetc unfere gut gelungene SSeiI>eftunbc. 

\>trtbur 'iJtnbeimer, ^li^ ^i^antfurt a. ""M. 




Serlitt. 

6emrtnfome Seranftoltung. 

tonncrstog, bcn 11. T)t^tmbtt, obenbs 8 Ui^t, im SSotttagsfoöf 
bct «ijitoaogc i^ofoncnfti. *:Kffcrat: Xr. 5ieo 9?ofen^nxifl: „(^löuftf «nb 
JBinet! tni ^ubentum". 

3Iis6ing!tets. 
^cr für Xoitnctstog, ben 18. Xc^embcr, ongefagtc ^i^fl«^^cn^ 
fallt aui. 

%t\tmnqxnppt. 
;Vtcttaq, bcn 12. Xc^cmber, obenbs 8 Utjr, e^reitöflnbcnbfcifr unb 
^cimobenb bei (£Ucn ütttmonn, (Sborlottcnburg 5, Acne Äantjtra&e 6. 
Xbcma: (^f(fyt*le bct beutf(^cn 3ubcn oon ^vfifbtii^ Um (5to&en bis 
]üt ©cflcn»art. 1. ^^ricbrt^ bcr (Sro^c unb f«{nc 3cit. 

Clioa unb 92(n«(£l)aclottenlucg. 
mUmiüäi, bcn 17. Xcjcmbcr, obenbs 8 M^r, b<i Goa unb «bclf 
5Rorcufc, ;5ticbtnau, Xounusftro^c 23. Xbcma: tos fi>nimunt)tij<^ 
anottifeft. 

§crm5borf (Äufcngruppc). 
Xonncrstag, bcn 18. Xcjcmbtr, nachmittags 6 U^r, im §cim, 
'»Ibrei^tftro'Bc 10. 

$anIos>sCften. 
mittwo<tf, ben 17. X<5cmiicr, obenbs 8 U^t, bei »cttij 3«otlu5, 
3m. 87, Xilc 2Botbcnbctgftra'BC 20, portal 1. I^ma: ©runbfrogtii 
bcr ifüi^tlojopi^tc. 



ORontag, bcn 15. X^cscmbre, obcnbs 8 U^r, Nt $tibe wt^mmy 
cobelfttafec 45. Xhemo: Gsra — JRcbemia. — !I^ie Ja^rt no<^ Xrtbbii^ 
finbet erft »litte 3onuot ftatt. 

Serütt. 

3ugcnbgcmcinf<^aft bct 3übtf(^n 5?cfctmgemcinbe. Xonncrstog, 
bcn 11. Xcjcmbcr, obenbs 8 Ubr, im aRo|)cs§ou5, Scip^igcr ^lag 15, 
»Ofttag bcs §cttn 9?c(^t5an»alt Xt. 9Wonfrcb SWcpct mit anje^lie^en-- 
bet Xistufjion übtt bas X^ma: Jugenb, Jubentum unb 3?cd>t. 
Sonnabcnb, bcn 20. Xcjcmbct, G()anuttab=SalI bct Jugcnbgcmein- 
fc^aft im Sogcnijaus, Gmfct Stta^c 13. JBcginn 8.30 Übt obcnbs. 
einttittsfortcn im 25üto bct 'Kcfotmgcmcinbc, 3oi)annisftio^c 16, 
et^öltn«^ ob 13. Xejembet. (»üroftunben tögli^ non 9—3 M^r.) 

§aupts unb 3üngcfcnsfötu|)pc: Wtiiwtfdi, bcn 17. Xejembct, 20.15 
Ut^r, Jugcnbbeim: '}IIftcb ^obion unb eti(^ SuHon beriefen über: 
„Xic au&crotbentIt(^c Xcicgicttcntogung bet 3übi|dMlibctaJcn ^ugcnbr 
nerctne Xcutfc^lonbs in »ctlin". — ?lrbcitsgcmcini(^oftcn unb Slu» 
bicntrcifc fieijc Xcjcmberprogromm. — 3üngcrcn=(5ruppc: Xienstag, 
ben 16. Xejcmbet, 16.30 Uf^t, ^ugcubbcim: 3?otttag t»0H 9?Ht|i 
$jpnigbaum: „fiibctolcs unb otttjoboies ^ubcntum". — Jüngftcns 
(Gruppe: anontog, bcn 15. Xejembet, um 16 Mbt, im 3ugenbbcim. 

Siegitfg. 

5lm Wontog, htm 15. Xc^cmocr, obcnbs 8.15 Hirt pünftli«]^. 
in bcn 3?äumcn bct SiIcfio=2ogc finbet eine GbonuHobs^eict ftatt. 
Ginlobungcn etgcben ncä) bcfonbcts. 





l?ere:nduad)nd)ten 

SWiniftet Scocting \i^x\i[^\ für bic .,3übi)(^c «Itets^ilfe". 2luf 
bem Öefclffd)aft^tec ber „^übift^en ^3Itters^ilfc" am 13. Xcgember 
1930 bei trott, ber ficb an bit ^efto^er „^ibelio" auf erließt, mirb 
ber §err ^nnenminiftcr für ^reu^cn Scpering eine ^nfprad)e baltcn. 
?^ür bic „Xombota ber 1000 Süd)er" finb noc^ mehrere mcrtPoIIc 
33citräge gefpenbet morben, u. 0. Pon ^rofeffor ^tnftein einige 
<Porträt=<|?^otograpbien, pon ^rene Xriefd^ ein DriginoI-^IJorträt Pon 
2cffer-Urp, fomie Criginat Siabicrungen Pon Crlif, Strud jtnb ^an« 
Xboma; fämtlidje 33ilbcr cigent)änbig fianiert. ^n ben fünftlerifc^n 
Xorbictungen ^oben i^re 9J?itiüirfung ä^gefagt: ^rene Strmbrufe, bie 
iapanifcf)c Sängerin §at)uc ?)ua|a, *l?aul ©räj, Silli tollo, «Rubolf 
9?cI)on, öan^ Sommer, Ctto Salburg. Starten gur Tber WSR. 5—15 
(nur nod) menige ^lä^e pcrfügbar), jum (i)cfetlfd)aftstcc ^m. 5 burd^: 
Xie 3;übi)c^e ?ltter^bitfc, f^ontftr. 160, Xel.: «ismard 1221. 

5tei< 3übif(^c »olfs^Oi^fd^uIc, 9?. 24, Cranienburger Straße 29. 
Xer Ie$te 3?ortrag bes 3ptlus „^übifc^e XageSfragen" pon 9f{abbincr 
Xr. ^acobu^ „33ericbt über bie Sd>omre ©d)abbatb- Xogun^" fällt 
au^. 

Xcr SBunb jübifr^cr »comten unb ^IngciteUtcn, «erlin 9?. 24, 
Dranienburger Stroßc 29, »cranftaltct am Sonntag, bem 14. Xc» 
gcmber 1930, in bcr 'ülula 9luguftftraßc 1M3 eine e^anufal^- 
feier. 3bre 9??itmirfung vobcn frcunblic^ft jugefagt: Cberfantor 
^c>\in\ bie <ßianiftin Wxna ^ejgiifon; 9(. S;>cftor (9?ioIine), am 
i^lüget bcgfcitet Pon Gtta Spettor; bcr 6bor bcs 33rit^-$iaoliin=« 
S-S-33-33. Xie Stnfpradje ^ält ber SSorfi^enbe 9iabbiner Xr. 3». 
Salomonffi. 



^rudfel^Ierbetid^tignng. 

3n ber «efprccbung be^ 9f{omani? pon ^ofepl) 9totb: „^'\^b" finb 
bem iSc^er mehrere finnenifteltcnbe Xrudfebler unterlaufen. ©0 mufe 
c§ im 3. 5lbfa^ F)cif}cn: 

2. 3eil€ nid)t „tleinen", fonbern: „feimen", 

5. 3cile nic^t „il^m", fonbern: „ihn". 
Sm 4. 3lbfa^: 

4. 3cile nic^t „unbefi>T)rcnc", fonbern: „unbebolfenc". §. «. 



"% 



J 

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I 



4 



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^er güüe ton Ö)vatulatiüucii, bic au biefcm iJtjieuta^e 
einlaufen, fc^liegt firf) bie Suö^^i) öuö gauj befonbeven Oirün^ 
bcn au. i)i'icf)t bem erreichten ^2llter aU fülcl)eni gilt ber übliche 
Öilürfmunid). Xie Jugenb gollt feinen ^anf für äuBerc^ 
(^e[rf)el)eu. Sic lüitl iieiftungeu fel)cn, SBertc er!enneu uub, 
[onjeit ^45ei1iJnlid)teiten in ^rage foinmen, if)nen nadjftrebcn 
fönnen. öier liegt ber \>(nlan h^nn (^lücfmunfd) Der 3ugcnb. 

^-8on ber ÜSartc 70jäl)rigeu ÖebeU'^ unb (Srlebcui? fdiaueu 
iüir tn i t jurüü auf meito Öefilbe, bie ber :5ut'i^«^" burd)- 
hjanbert, burd)pflügt unb burd)jät l)at; Deblanb in lueiter 
?^erne; gelber unb üföiejen, bic nod) beute bic Spuren mül)c 
üoüer '^eaderung unb 'Bearbeitung geigen; (Gebiete jdjarfer 
kämpfe mit lüiberftrebenbcn .Slräjten; unb näber nnh näl)cr 
frud)tbarce i.^anb, aufragenbe 'Berge, C^Hpjel mit lueitem 'Jfuv. 
blicf unb fd)öner ^'ern)id)t. Miar unh beutlid) ,^eid)net fidi 
auf biefcr lüelgeftaltigen iianb)d)aft ber 'ißeg ab, ber burd)- 
td)ritten nmrbe, in geraber, .^ielbeiuu^tcr ^Hid)tung; nid)t in 
ptn Xiefcn ücrblcibcnb, über .Stlippcn, 'Berge unb 5aI)lieid)C 
(liiipfclpunftc binmeg. 

Xiejei ili>eg, ben ^{abbiner 'Sr. Seliguiann beiuufu ge 
gangen, ^^eigt ber ^ugenb, bafj Tr. >i;cligniann ;,u bcn "•Mtn 
)ct|en ^dt)U, bic il)r 'Borbilb ^u fein üerniögcn. 

Xie junge föeneratiün unferer Xagc bat )i&j neue 3b*^'^tl*-* 
burd) bie ^iigp^^bcroegung gefd)affen. ^ent biöberigen Ojlau 
btn an bic ^Sutorität ber 4rJuad)ienen fteltt fic bie [trafffie, 
tu eigener ^Bcrantiüortung geübte Setbftersie^ung gegenüber, 
ber '^(utorität beftimmter ^itnx unb C^eifte«? ober L^iaubeuv 
fä^e ben OHauben an ben M e n f d) e n, an -i^Jerfönlidjtciten, 
bie ibnen biefe ^bctn unb ©laubeuyfä^e vorleben. 

Xrci (Sigen)d)aften furbert fie üon biefen 5JhMi)'c^en, bcnen 
fie aU ibr 33 o r b i t b mit um fo ftärferer ^nbrunft unb Xreue 
(5^efo(gfd)ajt leiftet. Sie muffen ^ü b v e r g e ft a 1 1 e n fein, 
i^ ä m p f e r n a t u r c n unb t) o li e $ e r f ö n l i c^ f c i t e n. 

öeben unb 'Jöirfcn %c. Seligmann-? meifcn bicfe (iigcn 
fc^aftcn auf ber ganzen Sinie auf. 

l)er Sebeut^meg l!r. Seligiuannc-« mar ein burc^meg auf= 
fteigenber öon ^üijrerpoften ^u 5id)^'^'^^often. 

So gerablinip bicfer 2öeg naditräglid) and) crfc^eint, fo 
t)k\ Sd)mierig!eiten bot er t>od) in fid), fo üie( ilärapfe batte 
^cr Überale ^-übrer ^u beftel)cn. Xr. Seligmann mar k änxp^ 
fernatur im beften Sinne bcv ^Jorte^. Slein .Stampfer um 
be^> .^ampfci: miKen, fein Streiter um !lein(id)e ^inge, fon- 
bem Icbiglid) ^Serfed^ter ber eigenen Uebcrf^cugung. (5r er- 
fannte, ba^ ber Siberali^^mue feit ber 9teformbemegung in 
ber 53iittc be$ öorigen 3<i^i^^)unbert^ §um StiUftanb geraten 
tüav unb baf? atle^5 getan merben mußte, moKte man nid)t 
immer mebr ^ni^^Ji ^^ni Snbifferenti^mu-^ tjerfailen laffen. 
Sr füblte fic^ in htn ^rang nah bie Aufgabe, biefe^^ Deblanb 
reiigiöfer ^iii^ifferen,^ 5U beadern, um auv ibni für fpätere 
Reiten frud)tbare§ 2anb merben ,^u (äffen, (^r mu^te, bafj 
biefer iiöeg nid)t obne J^ampf ju befd^reiten mar, unb naf)m 
Don öornf)erein biefe SSerantmortung auf fic^. 2^ rat er ^u- 
näc^ft nur in ^rtifeln unb Sd) rif ten für hie liberale ^2(uffaf^ 
fung ein, fo mu^te er fid) fpätcr in ber ^ranffurter (^emeinbc 
unb gan^ befonber^ nad) ber ^bfaffung ber jRid)t(inien mit 
btn ©egnern au^einanberfe^en. SBeld) nnglaubtidie Jßorioürfe 
feiten^ ber ort()oboyen Qiegner hierbei Xr. Seügmann ge^ 
od^t irurbcn unb mie offen unb e^rlic^ unb ^ugleid) fdjarf 

T^h^ti^^^itoii^il^tfittiiilto- i^n^vS^'^ ^'^VH '^""-;^tr*'*' ^cifpiffen 

,:rt)or3C^en, bie an biefet Stelle gitiert roerbenr ^n feinem 

^eneralreferat 5U ben iRidjtlinien fagt er al§ Srioiberung 

auf 'btn ^Sormurf Xr. SSoI)lgemutb^: Mc^n \oii feine 'Beun- 

rul)igung tragen in bie bcutfd)e ^ubenbcit" fotgenbe§: 

„ÖiettJig! IMber toa^? ift bie größere ^eunrubigung, ber 
I)eutige retigiöfe ^uftanb ber beutfd)en Jwben, bie Xoten^^ 
Tul^e auf retigiöfem ÖJebicte, bie eifige Xeilnalimlofigfeit, bie 
3erfal)rcnbeit ober bie fraftiJoUe Aufrüttelung au^ bem lobee- 
fd^laf? S^at ber Stilll^anb ber liberalen 33emegung nid)t — 
gufammen mit anberen ^aftoren — ben :3nbifferenti^mu§ 
großgezogen? . . . Unerträglid) ift ber religi()fe ^otftanb, baf^ 
bie überiüiegenbe 5}lef)r5al)l ber beutfd)en ^uben fid) tatfäd)Ud) 
(o^gefagt bat bon einem ^ubentum, ba^ tro^bem offiziell 

. aufred)t erbalten mirb $)ier ift Sd)mäd)e ein ^Serbrec^en, 

%ig^eit eine Unfittlic^feit. 28 ir muffen in biefer zerfal)renen 
Ht unferen 58rübern unb Sd)n)ei"tent bie Sinien ,^eigen, 

bO' benen fic fid) beute ^n richten l)ahtn ^öollen Sie 

rüir'^'unru^igung nennen? SSoblan! 'S) i e Unrube mikn 
reriqiöfia^i ^ubentum tragen. Ö5ott gebe, baf^ mir einen 
bunt^fer ?turm erregen, eine mad^tt)olle Aufrüttelung ou§ 

Unb iiV^gültigfeit 5U neuen iübifd)en Sm^utfen." 
Hnten ermibe?^'^ „Abrechnung" mit btn Ö^egnern ber ^\ä)U 
bt§ 3ubentumV^ ^^^ ^^^ Vorwurf ber ebriftianifierung 

<genbe§: 



l^e li, L" /'^ ^^'^^-^ ^eq mieber ,^urüd 5U legen, 
1 ube^am n^ti/^^F^vun. .f^er ȟDnenfun)!, unb bie 
baren '^xiwÄ^^''' ^''^ tenn^e.^net il n auc^ aU rtuc^.t. 
^^LTur^J^ -'V""V^"'" ^^^' ^^^"täutage meiit genannten 

i^ iil ^""^'^.^^^ ^'^ Seitgenöffifden 3:beatergefc^id;te. ©r 
ofpJJff. ""nJ^V^ ""''' reinftem SSiffen unD 
^rt^ ^ln."'/^"..^Hf«r^^. ein iöefdl^inger \in Auf. 
^m .;,• S P'^'^dvmohnhn ^u fein mag ibm, gerabe 

Wbrf l.r\'^'^f ?^^'" .^mperatit)e" in feiner Brufu^J^«- 
t^cbrt geblieben fem. %^a§ mm^^^ «.W£^ W-,--- -^^öeu. 
rmtü lein^- -0'-*f»'*-Tr -•^*«;T^"'^enn : „vcebmt alleö nur tn 
ollem": ein fc^merblütig Xeilnefimenber, tin ringenber Be^ 
fnid.ter für bie beutfdie mi)ne mar aufiiiÄ «Rnfi aiU ^^u 



3tamme§ auf diTentridbcn f^-o 
ren ^u t> er treten, ^ienfett^ biefer oratorifdjien Afti^ 
ryiiät aber ^ot er oud^i im gefd^riebenen SSort ftd^i ju bem 
hcXannt, ma^ i'bm nii^it nur ^taubeng^, fouDern 
auic^ '^crjcn^fac^e ift. er l\at nic^t nitr eint amc^e. 



I 

„3d) l)abe einmal in einer $rebigi anläfjlid) be» 33er^ 
banbölagci? ber beutfd^en ^ubtn in ?^rc Jfurt gefagt: „3Bir 
finb mübe, jebciu ^Buben ;^u »jerficftern, bx\] mir feine ^J^örber 
"oon 9ieligiony megen finb." SSabrlici^, mir finb auc^ mübe, 
ber jübifd^en Deffentlid)fcit, ber biefeä Ödhjt eingeträufelt mirb, 
,:^u t)erfid)ern, ba^i unfere Stid)tlinien f^:ine (£l)riftiantfierung 
bcy ^ui^entumy finb." 

4r. Seligmann mar burc^ bcn emr-d)loffenen SD^ut, mit 
lücld)em er bit liberale Auffaffung ücrtiat, immer mel)r ^um 
^^ortompfer be^? ^iberali^-^mu^- gemorbeiv ^cr 9^amc Selig- 
nmnn mar ben (V^egnern bai? rote Xud); fie ertannten ober 
mollten nid)t erfennen, ba]^ ei5 fic^ legten Q^nbe^ um fein 
Abfd)affcn iciigiöfcr (^H-unbfäJ3e, fonbern um einen öollfommen 
neuen Aufbau hanbelc. 1 

5föeldi fd)mere i^ormürfe nmn ii)m aud) machte, mit meld) 
fpiljcn Anmürfen man il)n aud) ,^u treffen oerfuc^te, er blieb 
üorucl)m unb fad)lid), menn aud) fd^aif, bei biefen Au^cin- 
anberfe^ungen. 

Seine ^ e r f ön li d) f e i t tbiee jebc anbere ^-orm ber 
Abmcbi uirürf. Xiefc feine ^erfönlid)feit, ber innere Otüd=^ 



balt, loar e^?, bie aud) bem (Gegner unbebingte Achtung ab' 
smaugen. Sciemale traf er irgenb jemanb perfönlid), nienial» 
mar er bie Urfac^e äußerer Streitigfeiten. Seine ^erfönlic^^ 
feit mar unb ift feft in fic^ gefc^loffen. Xurd) fie mußte er 
bem Öiegner ebenfo fd)arf gu ermibern, mie er ber eigenen 
Auffaffung üon ^ai)x ^u 3öl)i* unb Xag 5U Xag neue An^ 
bänger marb unb hei ber eigenen ©efolgfd^aft böc^fte Aner== 
fennung nnb 2iebe erroedte. SSer je mit 2)r. Seligmann 
beruf lid) ober perfönlid) ,^u tun l)atte, meiß biefe abgerunbetc 
^erföulicliteit 5U fc^ä^en. Xeni (Gegner mar fie ein tief in 
ben Urgrünben menfd)lid)er Straft oeranferter i^eU>, ber nic^t 
^u befeitigen mar, ben Anl)ängern bie mel)enbe Jai^ne tief 
ücrmursclter unb mit Stol,, erfannter Ueberjeugung, bie ber 
ganzen liberalen Bemcgung oon il)m oorangetragen muröe. 
^ic 3ugenb empfinbet mitbin nicf)t nur bat- Oted^t, fon- 
bern bic felbftoerftänbltd)e ^flid)t, biefem tl)rem SSorbilb, bem 
berßorragenben ^ül)rer, bem mutigen ilämpfer unb ber ftarfen 
^erfönlic^feit jum 70. öJeburtetage für ba^ 3?ergangene ,^u 
banfen unb für bie B^i^ii^'fl Öiefolgfc^aft unb ^ortfc^reiten 
auf bem bier üorgeseic^neten '-öege ,^u öcrfprecben. 



® IfitItDfinjrle au0 dem Beltoeclianö 



2ni& Ctli) £). Itlonfagu, Co upon: 

3d) fieue mid), meine (üiüdmüi^iir'ben ber 5af)lrcic^en 
^reunbe unb !Bemu!iberer Xr. Seligmanui? anläßlid) feinet 
70. 03€buvt^5tage^ §ufügen ^u bürfen. 

2Bir öon ber jübifd) liberalen ßnglifc^en öemeinbe merben 
immer mit Xanfbarteit baran benfcn, ba\^ er 1908 ju un^i^ 
fam unb bie (Einberufung einer grofjen 3Serfammlung anregte, 
bie fdjließlid) ^ur ©rünbung ber „Sibcral ^emif^ Stjuagogue" 
fübrtc. ISr unb ."perr 9i*abbiner Öermain iiebi) erzäl)lten une 
oon ben großen liberalen 3Serfen in Xeutfd)lanb unb "^xanU 
reid), unb mir mürben baburc^ angetrieben unb ermutigt. 

Seit ber 53fgrünbung be^ Söeltoerbanbey ift Xr. Selige 
mann ?}Jitglieb be-^ 'Borftanbe». Alv 'Borfitjenber ber Ber- 
einigung liberaler O^abbiner in Deutfd)lanb bat er unc^ ftet^ 
^eiftanb geleiftet, menn e» i^m möglich mar. 

2?er je bfi§ Ölüd gebabt i)at, mit Xr. Seligmann ,v^^ 
fammenjuarueitcn, mirb immer burd)brungen fein oon feiner 
ÜJelebrfamfeit unb aud) öon feiner öüte unb 9Jtilbe. ^JJZebr 
al^ einmal bat fein Xaftgefübl fc^mierige Situationen gcflärt. 

2öir ebren l)eute 3?abbiner Xr. Seligmann nic^t nur 
aly |yül)rer, nid)t nur al§ großen ^rebiger unb Xenfer. Xie^ 
jenigen unter un^, bie J^errn unb '^xau Dr. Seligmann 
in i'brem l)äuvlid)en 2eben fennengelernt baben,. merben ibnen 
Xanf miffen für baz- ^eifpiel, bai fic un-^ oon jübifcber §ei= 
ligfeit gegeben baben. 

aianbe (B. IRonfefiore, Conbon: 






}d) bebaucre, ba}i id) nic^t bic ßeit b^l^e, jum 70. ^e^ 
burtc-tag be^^ ^perrn Xr. Seligmann einen Artifel ;^u oer- 
f äff cn^ b?r feine Serhiciifte * AtL^Mäi ^114. .müibi^t, '^JLber id) 
al§ einfaclier ?!}litarbeiter am Söertel bc^ liberalen 3ubentum§ 
mill bod) meine aufrichtige, tiefe GrgViffenbeit unb Jgocbac^tung 
äum AuC'brud bringen. Anbere fi^nnen beffer al» ic^ ben 
t)ollcn 23ert feinem langen 2Sirtcn^ in feiner (i>emeinbe be^ 
urteilen. Aber ber (Erfolg feiner Aibeit unb feiner Au^bauer 
ift meit über J^-'^nffurt f)inau^gebrungen. 3Sir alle l)offen, 
ba% biefer mertüolle 'DMtarbeiter unb ^reunb nod) oicle ysal)xe 
unter un^3 meilen möge, ba^ er un5 meiterl)elfe burd) äöort 
unb Xat, burd) fein 33cifpie( unb burcb feinen (Glauben. 
Unfere (iiemeinfdiaft, ebenfo mie unfere befonbere Sac^e, l)at 
auy ben pcrfd)iebenften Örünben f(^mere unb trübe Reiten 
burc^5umad)en. 2Bir braud)en ^knfi^en mie öerrn Xr. Se* 
ligmann, er:probt unb treu, äuüerläffig unb gläubig, unb 
jugleic^ aud) begabt mit gefunbem 5!)ienfd)ent)crftanb, mit 
praftifd^em 2i?iffen unb nid)t ol)ne Junior. 

Xie \)o^e Bebeutung unb ^otmtnbigfeit be§ liberalen 3u- 
bentunit^ finb für mid) unbeftrcitbac. ^n ibm allein liegt 
bie (V^emäl)r für bie ä^^^^i^f^ unferer ^Religion. Söenn mir 
unferem lieben ^reunbe bie ber^licbflen Söünfc^c für fein fünf- 
tige^ SSoblergeben barbringen, fo tun mir e§, mie ic^ jugebe, 
um unferetmillen minbeften» ebenfo Die für il)n. ^it^entum, 
unb befonbere liberale^? ^ubentum ntüffen ibm für bie SSer^ 
gangenbeit banfen, fie fd)auen auf ibn in ber (^egenmart 
unb' hoffen auf i^n für bie 3itfunfi. 



Robb, £omg-@ermain C^og, Tßavis: 

Xic fleinen (^jeifiev unb bie fleinen iöificnfc^aftler, bie 
nur an bic Cbeifläd)e ber Probleme l)erangeben, mollen nur 
ben Unfall unb bie ■[»Jlatciie anerfenneu. Xic großen Xenfer 
unb magren 23eifcn aber beugen fic^ oor einem göttlichen 
2Befen. So finb ^^l)ilofopl)en mie Bonrrour unb Bergfon, 
bie ebenfo bebeutenb burc^ bie Xiefe ibre? Urteilt mie burd) 
il)r SlUffen finb, an5gcfprod)cnc Spiritualiften. 

„(£'!5 mürbe menig ben Xatfac^en entfpred)en", erflärt 
SSontrouj, „menn mir fagen mollten, bie C^otte^ibee [ei ö|^ 
ber menfd^licl)en SSernunft aufgegeben morben. ^^^^^r bat bie 
Bernunft fid) mebr unb mebr ion ber Borftellung einer außen 
bor^anbenen, materiellen föottbeit entfernt, meldte nic^t? ale 
ein (Ebenbilb ober eine Steigerung ber Xiere ober ^Dienfdben 
märe. Aber fie bält fic^ immer met)r unb mei^r an S3egriffe, 
bic, ^ufamniengefaßt, befiniert unb oertieft, gan;^ unb gar 
bem entfprec^en, ma§ ba^i religiöfe ^emußtfein unter bem 
dlamen „(55ott" oerel)rt." 

SSergfon fc^reibt: „Xie in meinem ©ffai) über bie 
unmittelbaren G) eg eb en l) ei t en" bargelegten Be^ 
tradjtungen laufen barauf ^inau6, bie Xatfac^e ber ^reibeit 
in^ ^elli*te Sic^t ^u f e^en. Xie Betrad^' igen über Stoff 
nnb (äebäd)tni§> laffen un», ^offe i^, auf bie jReaiitöt 
bcö Öieifteg gerabeju mit bem Ringer ftoßen; bie über bie 
fc^ö;)ferifd^e (Eüolution ]"tellen bie Sc^ö^jf ung aB 
Xatfac^c bar. Au§ allem biefem ergibt, fiel) flar unb beuU 
lid) bie S^ee eine» fc^öpferifd)en unb freien (^otte», ber ^u* 
gleid) ber Urheber ber 5}laterie unb bes öeben^ ift unb beffen 
Sd)ö|)feraft öom Sebcn felbft burc^ bie (Entmidlung ber Arten 
unb bie SSilbung ber menfc^lic^en ^erfönlic^feit' fortgefübrt 
mirb." 

Aud) ber Auefprud) beö berübmten ^bt)fifer5 Gabriel 
^Jfippmcnu fei I)icr an^ef übrt: „^ie tonnte ^)lid)tbcn!cnbt5 
ba^ Xenfen erzeugen?" 

Unb in ber Zat, ma§ ift Xenfen anl)hel aU ein im 
tiefften ^^nern fid) fummeln, um ba^^ Sein in feiner f(^öpfe- 
rifcben unb geftaltenben 23irffamfeit über aller SSiell^eit unb 
3erftreuung §u erf äffen? Alfo bie ©rfenntnis einec> Seienben 
üon Xauer unb Söert? 95lit allen 9?egungen unb allem 
SSirfen i^reä (iJeii'te», i^rer ^inne,_ ii)xeh SSillen^ glauben 
ber G)elel)rte, ber Xeitfer, ber ^ünftler, ber ^elb an biefen 
böc^ften SBert unb öerebren ibn aU ba^ primäre. Xa» Xen^ 
fen ift bat- &ötüid)e in un», ba^, in feiner Xätigfeit felb^, 
fid) immer fieserer unb ooller ber emigen, unioerj eilen 3Sal)r* 
beit bemußt mirb unb oon ber unenblic^en (^ottbeit lebcnbige§ 
3eugnid ablegt. SSir fud^en bat> 2öal)re unb &nte be^haib 
fo inbrünftig, meil mir bat> (3u\e unb 23abre fdion in un» 
tragen unb uns; mit all ber gülle bereid)ern mollen, bie mir 
auf bem ©runbe alter Xinge a^nen. 

Sßie follte anfällige?- Aufeinanbcrftoßen to^er (Elemente 
bat- erzeugen fönnen, ma^ mäd^tig ift aly Drbnung, aU Xen* 
fen, ai§> ^rei^eit, alg ^nitiatioe, aU Berantmortliclifeit, afe 
(Ebelmut, al§ 9Jäd)ftenliebe, bie S^nt^efe, bie fid^ felbft al^ 
C^an^e^ erfaßt unb burd) bie ba^ Seben Sinn unb 23ert er^ 
l)ält? 

Xai> Xenfen poi'tuliert baber einen abfoluten SSert, ber 
allen anhexen SBerten erft ibr mabre» 23efen oerlcibt. 23enn 



Zeir^mete l^lugfdjrift über \,&oeti)'t u n D bie 3 " ^ e n" 

t^erfaßt, fonDern er bat öor allen Xiigen in tbrifd^en ©ebid^. 

ten ergrcifenbe Beichten feine» X-entfd^tum^ abgelegt. (Er 

füblt fid;, mie bem mol)l faum mber» fein iann, ai^ 

Xräger uno 9Jlit arbeit er bi^.-1f(d;er Kultur nnb 

tiat ha?- uxbi et orbi in noc^ fo erfitterten. kämpfen burdii 

2Bort unb Stf/rift ftet§ ift reitbar üeifüibet. ^eine ^raqe, ba^i 

otxabe ein fo li^oerer, immer ntit .fidt felbft im ^onflift 

iicoenbc^- ^"^^l^ mie 3ultu§ ^ab — ber „iOlenfd^ in feinem 

^mcgprud^" — auc^ bie Berriffenbeit smifden 2lb[tantmung 

unb mturgefübl fomie StaatSbürgerium fdimersboit in fic^ 

burc^^lttten baben mirb. mex, obnlt fid^ jemafS aie^ 

ben ftolsen S^roffen beg '^oUe?- 3frael su 

t)evleugnen, bat er fid^ öod^ fict^ auf bie Seite 

be§ ftaate§ unb ber Kultur geftetlt, au§ be.^ 

neu bteflarfen Ströme fein e:^ Seine; un^ SSir. 

fenj fließen. Obne 3auberi. befennt er fvd> 

ntei,de;ermaßen .^ u m 3 u b e n t u m mie ,^ u m X e n t f d^ . 

tum, bte für ibn, ben beutf.di(n 3uben, „ein? 

unb unletTbar" finb. Xarnm mollen mir qerabe an 

feinem (Sbrentage feiner Berbienjle um ^ubentum unb 

;i,eutfd^tum md,t bergeffen, unb boffet i, baß: i^m nod; ein 

langet «eben be\d]ieben fet, um feine Arlieit in beihex Xicnfften 

ou^^ubauen unb §u ermeitern nnb bcre inft eine reid,c (Srnte 

VI bie ^d.euern einee arbeitfamen Sei .en? ,^u förbern. 2lm 

11. Xeaember aber mollen mir Suliu. ? ^ob unb un^ ku 

plei-d-en Xeilen ^u „bem böd^ften <55lü d ber GErbenfinber", 

namlidj ju feiner „^erfönlidjfeit" gro tuliercn. 

Dem 2(nbenfen an 
Dr. 3faaf Coeroi, Ohevvabh Mev in :f ürff) 

100 3abre finb e« l^er, baßj ber 17 63 in 2lbet§borr bei 
errangen geborene Xr. 3faaf öoetm §: im Xijlrftt^rabbiner 
m gurt^ beftellt murbc. Xiefer finge bod^gebilbctc, oom 



@eift mobernen SSiffeuö unb Streben? burdfbrungene IQlann, 
biefer unentmegte Kämpfer für ben öiberali^ntu» mar ni^ 
nur cm tiefgrünbiger (SJelebrter unb ^anjelrebncr tjon jün* 
benber ^erebfamfeit, foitbern eine ob ibrer tjornebmen &e^ 
finnung, ibre? bulbfamen, milbtätigen SSefen? allgemein bt» 
liebte, neacf.letc unb boc^gefd^iä^te 5?erfönlic^feit. bic für bie 
9fletormbemegung tjon bober ^Bebeutung, bie "*@emeinöc tn 
allen Angelegenl)eiten mürbig bertrat unb in jalirjcfjnte^ 
langem, fegengreid^cn 3Sirfen ibr Anfeben ftetig mebrte. Audb 
um ^ie Mrnberger (iiemcinbe, bie oon 1857 bi§ 1872 feinem 
Siabbmat jugebörte, mad^te fid^ Soemi fel^r tjerbient, inüem 
er mutig gegen Die inneren unb äußeren Sdimteriateitcn 
lämpfte unb bie erfte gemeinblid^e Organifatfon ber 1850 ^u* 
gelaffenen ^uben in 9^ürnberg fd^uf. AI? tatträftiger Ber^ 
treter ber liberalen 9?id^tung mürbe er üon Seilen ber 
f^ürtber Drtl^obofie beftig angegriffen, mufte jebod) feine 
Stellung gu behaupten unb §u fiebern, ^it ben öonorationen 
t>on T^ürtb ftanb et in bedien Bejiel^ungen. Xer liebende» 
mürbige bo$gebilbete ^ei'ellfd^after faß täglid^ mit bcn (Srften 
ber 2tabt in trautem ©efpräd^. AI? einer fetner guten 
l^^reunbe, ber latbolifd^e Stabtpfarrer, il^n einmal fd^erscvbal^ 
ber fragte, mann er mobl fein erfte? Sc^infenbrot effe, cr.^ 

mibcrte Soemi fd^lagfertig: „Auf beiner food^jeit". 'Befannt 
ift fein oemanbtet^ Benebmen, al? im ^aljxe 1861 eine^ 
Xage? Äönig Submig II., ber in ??ürnberg meilte, plö^Iid; 

ol^ne tjorberige Anfüge in ^üxtb cinritt, babei ber Synagoge 
einen ^efud; abftattete unb bort ben Segen empfing. Xer 
9?abbincr erbielt bamal? ben i!9lic^ael?orben I. .klaffe. 

Soemt, auS^ änßerlid^ eine mürbige, ftattlid^e (£rfd:e!nung, 
fül)rte ein ibcale? ^^^milienleben nnb ftarb 1873 bod)bctagt 
tinb ttefbetrauert. ©r liegt auf bem alten ^ürtber «Vrieb^oji 
begraben. Seme jablreid^en ^flac^fommen finb über bte gan^ijC 
(Sxbe jerftreut. ^anna ö m b u r g c r, 9?ürnberg. 



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i 



y 



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bei- ^tlici[l negiert, in mejfcn tarnen negiert er? 3m ^J?amcn ^ 
bejfen, wav er an !oöIicrcm in \'\d) tü()tt, nämlid) bc«? («eiftcv;. 
(S^crobe mälnent) er bafier bic (^jiftenj bec^ Hbfoluten be- 
ftrcitet, beftätigt er fie implicite (als tonifrf)C ^olnerung), 
beun er bfj^iebt' nd) auf etma^r^, t>a^ \üx alle ökifter, alle 3eiten 
nnb Crte gültiq ifl. „2ßie joUte e^? mönlid) fein", fogt 
5Jtatebrancf)e, „ban alle Wenfd)en einanber ber[tel)en unb mit- 
einanber übercinftimmcn, menn bic !i8ernunit, bie jie ju 'Jiak 
5iel)en, berfrfiiebenartig lüäre?" 

SSenn 51)r bon 53al)r^eit unb Cs5creditin!eit fpred)t unb 
ha^^^ Streben banarfi für feuer eincne-^ 2öir!cn unb baS' aller 
Generationen al^^ 3bcal aufftellt, menn 31)r imftanbe feib, 
(Surf) biefem Cvbeal ^^u opfern, unb oerlannt, ba^ man \f)m 
fid) opfere - mcm bcnn geliord)! ^lir, ioenn nirfit bem ^ufe 
einev Seienben, bac allein n3alH'l)aft ift unb n)al)riiaft ucrbient 
p fein! ^ci^ neige mid) nur bor einem, ba^ größer ift aU 
\(h felbft, ic^ opfere mid) nur einem, ba'3 mel)r ift ali? ein 
einfarficc, bunfle^ Spiel ber ^Träfte. 

Hub bicfe ;^uperfid)t trügt nid;t; beun, inbem ha?' '^^enfen 
fid) fammelt, nertieft unb bcreid)ert e^^ fid) unb erfährt bie 
tiefften ^reubeu ber (fvfeuntni^ unb ber 'iöegeifierunq. Cs^ 
oufmerffamer unb hingebung^ooller uufere ^Betrad)tung, befto 
me()r i»i(^t, äöärme, innere (vrud)tbarfeit ^iel)t in uuo ein. 
^•iefe 2eben§fteigerung, bicfe ^üUe ber traft unb ^egeifte= 
rung jeugt flar öon bem IjReidjtum ber „Cuelle be-^ iieben?", 
mefor d) a i i m. 

^id)t mir befi^jen biefe ^bee, fie befit^t un^:?: fie treibt 
un§, ba)i mir fie perteibigen unb a^3 2öal)rl)eit Derbreiten. 
Unb j^ugleic^ bebeutet infolge eine^ munberbaren ^^organge^o 
biefc 2Sal)r^eit feine )^ed)tfc^aft; fie ift eine 33efreiung, eine 
gntfaltunq un|c.c^^ ©eienv, M6 ^od) („Dl") roirb ^ux fgerr- 
frf)oft („9)?ül(^utl)"): tüir werben be-^ göttlid)en jKeic^eö teil- 
tjaftig. 



BUCH ER SCHAU j*i 



Dr. Michael Traub: Jüdische Wanderbewegungen vor und 
nach dem Weltkrieg. Jüdischer Verlag, Berhn, 1930. 162 

Seiten 

Das* Buch bietet eüi sehr reichhaltiges und gut bear- 
beitett« Material über die jüdische Auswanderung aus Luropa 
seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart 
Mit zahlreichen Tabellen versehen, gibt es dem Leser eine 
sehr gute, alle Einzelheiten umfassende Uebersicht über die 
Stärke der Einwanderung der Juden aus Rußland Polen und 
Rumänien nach den Vereinigten Staaten, Kanada, Argentinien 
und Palästina, über die soziale und berutliche Gliederung 
der jüdischen Auswanderermassen, die Verteilung der Ge- 
schlechter unter den Emigranten, die Wirkung der Em^van- 
derungsbeschräukungen in den Vereinigten Staaten, das Ver- 
hältnis von jüdischer zu nichtjüdischer Emwanderung in Ame- 
rika usw. Es kann als Nachschlagebuch sehr nützlich sein. 
Zu bedauern ist es, daß der Verfaser in den Kreis seiner 
Betrachtungen nicht auch die übrigen Lander Sudamerikas 
gezogen hat, wie Brasilien, Uniguay usw., nach welchen sich 
kl den Nachkriegsjahren infolge der starken Erschwerung 
der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten eine nicht 
ganz unbeträchtliche Menge jüdischer Auswanderer gewandt 
hat Auch hätte Südafrika nicht übergangen werden dürfen. 
' Widerspruch ruft der Verfasser im Kapitel hervor, welches 
Palästina behandelt, ebenso in seiner im Vorwort dargelegten 
geschichtlichen Auffassung der judischen Wanderöewegung. 
Bei der Behandlung des Ergebnisses der judischen Einwande- 
rung in Palästina in den Nachkriegsjahren stellt er mit Recht 
fest daß das Resultat „weit hinter der erwarteten Massen- 
emigration zurückblieb". Das ist zweifellos wahr, es kann 
aber nicht, wie es Dr. Traub tut, neben der ungenügenden 
wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und dem Fehlen 
genügender Kolonisationsmittel'- auf die „restriktive 
Einwanderungspolitik der palästinensischen Regie- 
rung (von Herrn Traub unterstrichen) zurückgeführt werden. 
Die Maßnahmen der englischen Regierung in Palasüria hatten 
keineswegs eine primäre Bedeutung, sie spielten und spielen 
eine ganz untergeordnete Rolle. Die jüdischen Massen Ost- 
europas, welche nach dem Weltkrieg in eine so furchtbare 
Situation gerieten, wandten sich in der Tat m den ersten 
Nachkriegsjahren in weit größerem Umfange nach Palastina 

Senbet ben fänigen BcHtag 

für ba^ 4« Cwartal 1930 

auf t>a^ *<Joftf*cc!'Äonto ber ^Berciniöunö für ^a^ 

liberale Subcittum 33erHn 91r. 137069 ein. 



als vor dem Wcltkri r, weil der alte Weg nach Amerika 
verriegelt wurde. Auf ücse Weise kamen bis 192d zusammen 
ca. 95Ü(K) Juden aus Osteuropa nach Pal:istina und da 
gleichzeitig ca. 20 000 aus Palästina ausgewandert sind, er- 
höhte sich bis 1926 die jüdische Einwohnerzahl Palästinas 
durch die Einwanderung um ca. 75 000. Die Einwanderung 
wurde aber seither faktisch bedeutungslos nicht deswegen, 
weil die englische Regierung die Einwanderung erschwerte, 
sondern weil es sich lieraijsstellte, daß Palästina nicht im- 
stande ist, größere Massen von Juden aufzunehmen, so daß 
ein größerer Zustrom s.ofort eine wirtschaftliche Notlage her- 
beiführte. ELs ist gar nicht zu bestreiten, daß, wenn die 
englische Regierung ihre Einwanderungsbeschränkungen nacht 
erlassen hätte, die jüdische Einwanderung nach Palästina 
jetzt im wesentlichen ni-cht stärker gewesen wäre als sie ist. 
Der Mißerfolg der verhältnismäßig bedeiitenden jüdischen 
Einwanderung in Palästina in den ersten 7 — 8 N'achkriegsjahren 
bestätigte vollauf die Argumente der Zionisten^ci^ricr, welche 
stets betonten, es könne keine Rede von Palästina als einem 
Land sein, welches auch nur annähernd als Einwanderungs- 
land für die Millionenmassen Osteuropas in Betracht kommen 
könnte. 

Ebenso müssen einige Worte gesagt werden gegen Dr. 
Traubs geschichtlich-theoretische Erklärung der jüdischen 
Wanderbewegung. Er stellt die Sache so dar, als ob die 
jüdische Wanderung ein unaufhörlicher Prozeß sei, der stets 
mit größerer oder kleinerer Intensität andauert. Dieser Prozeß 
soll darin bestehen, daß die Juden gerufen wurden oder 
kamen, ,,um wirtschaftliche Funktionen zu erfüllen, deren 
Träger im betreffenden Lande ganz oder teilweise fehlten'*. 
Nachdem aber im betreffenden Land sich eine entsprechende 
eigene Berufsschicht ausbildete, welche die wirtschaftliche 
Rolle der Juden ci-füj^n konnte, werden gewöhnlich die 
Juden gezwungen, „cl*^ alten Positionen zu räumen, und 
wirtschaftlich umzusatteln oder weiterzuziehen. Das Gleiche 
wiederholte sich während der letzten Jahrzehnte in den 
meisten Ländern mit jüdischer Massenansiedlung.*' Diese Er- 
klärung kann .nicht als zutreffend angesehen werden. Das 
Hauptland der jüdischen Auswanderung war bis zum Welt- 
krieg das alte Rußland, aus welchem in manchen Jahren 
100-150 000 Juden nach den Vereinigten Staaten allein jähr- 
lich gingen. Nun war diese Auswanderung in keinem Fall 
dadurch zu erklären, daß etwa ein neuentstandenes russisches 
Bürgertum diese Auswanderung verlangte, um die Juden als 
Konkurrenten loszuwerden. Die jüdische Auswanderung aus 
Rußland war in Wirklichkeit durch antijüdische Gesetze und 
eine antijüdische Politik verursacht, die auf religiöse bezw. 
politische Motive zurückzuführen waren, nicht aber auf wirt- 
schaftliche Gründe. Alle die Gesetze, welche das Leben der 
jüdischen Massen in Rußland so furchtbar erschwerten, waren 
schon in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts 
erlassen, als von der Existenz einer russischen Bourgeoisie, 
deren Interessen diese Gesetze etwa nützlich sein sollten, 
keine Rede sein konnte. Sie waren in der ersten Phase der 
russischen jüdischen Gesetzgebung durch die Betrachtung 
der Juden als eines im allgemeinen infolge des Wesens der 
jüdischen Religion schädlichen Elements bedingt, welches durch 
Aneignung der christlichen Kultur und Bildung besser ge- 
macht werden sollte. Später, etwa seit den letzten Jahrzehnten 
des 19. Jahrhunderts, trat ein ganz anderes .Motiv hinzu, 
die Bekämpfung der Juden als Träger der revolutionären 
Bewegung, Mit der Entwicklung des russischen Bürgertums 
und des russischen Kapitalismus hatte das nichts zu tun. 
Man könnte im Gegenteil zahlreiche Beispiele anführen, in 
denen russische Handelskammern und ähnliche Organisationen 
die Abschaffung der geger die Juden gerichteten Ausnahme- 
gesetze verlangten, weil sie sie vom Standpunkt der Entwick- 
lung der ru&sJschÄ« - Wirt <^f|(llt^*l& schädlich betrachteten, 
was sie in der Tat auch ware/i. Diese Eingaben blieben aber 
von der Regierung imber^cksichtigt. Eine Analogie zu den 
Judenverfolgungen im altpn Rußland, welche die jüdische 
Auswanderung bedingten, könnte man in der nichtjüdischen 
Geschichte in solchen geschichtlichen Tatsachen finden, wie 
etwa die Ausweisung der Hugenotten aus Frankreich infolge 
der Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV., 
die wirtschaftlich Frankreich nur schädigte. Wirtschaftlich 
war diese russische antijüdische Politik auch vom Standpunkt 
der Interessen des russischen Bürgertums sinnlos. Ebenso ist 
auch nach dem Krieg die Lage der Ostjuden, welche sie zur 
Auswanderung zwingt, nicht auf die Konkurrenz eines ein. 
heimischen Bürgertums zurückzuführen. In Rußland gibt es 
jetzt ein Bürgertum überhaupt nicht mehr, das Elend der 
jüdischen Massen in Rußland ist eine Folge von etwas ganz 
anderem, — des Bestehens des bolschewistischen Regimes, 
welches das Privateigentum vernichtete. Dieses Regime zwang 
nicht nur die Juden, — nach Herrn Traub ein Wanderervolk 
par excellence — , zur Auswanderung, sondern u. a. auch 
deutsche Bauern, an derer „Produktivität" und Bodenständig- 
keit auch Herr Traub wohl nicht zweifeln dürfte, ihren 
Wohnsitz zu verlassen unc' in Amerika Rettung zu suchen. Da- 
durch ist das jüdische Elend nicht nur in Sowjetrußland 
verursacht, sondern auch in Polen, welches in seinen jetzigen 



Grenzen ungefähr die Hälfte der früheren russischen Juden 
beherbergt. Bis zum Weltkrieg war Polens Industrie und 
Handel auf Rußland angewiesen, auf den russischen Markt 
eingestellt. Sie sind daher jetzt in einer so äußerst schwierigen 
■ Lage, weil der russische Markt nicht mehr da isi. Infolge- 
dessen sind auch die Juden Polens in eine Situation geraten, 
aus welcher sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen nur 
eine Massenauswanderung retten könnte, die aber infolge 
der amerikanischen Beschränkungen unmöglich ist. Gäbe es 
in Rußland keine Bolschewistenherrschaft, so wäre auch im 
selbständigen Polen die Lage der Juden eine weit bessere, 
die Konkurrenz des nationalpolnischen Bürgertums, die aller- 
dings sehr ernst ist, hätte dennoch keine solche katastrophale 
Bedeutung erlangen können. 

Diese Einwände richten sich aber nur gegen die theore- 
tischen Ansichten des Verfassers. Der Wert des Buches von 
Dr. Traub, was seinen Inhalt an Tatsachen anbetrifft, wird 
durch sie nicht berührt, es kann jedem, der sich für die Fragt 
der jüdischen Immigration interessiert, empfohlen werden. 

Dr. I. L e w i n. 

Literarische Notizen. 

Am S. November abends referierte auf Einladung der 
Herren Prof. Elbogen, Prof. Mittwoch, Dr. .Moses Auerbach 
und Dr. Fritz ."VAicIlael der bekannte Geonimforscher Dr. 
B. M. Lewin aus Jerusalem im Hause Dr. Michaels über seine 
wissenschaftliche Arbeit. An 30 Herren aus allen Kreisen 
des jüdisch-wissenschaftlichen Berlins waren der Einladung 
gefolgt. Neben Dozenten von Hochschule und Rabbiner- 
seminar, mehreren Rabbinern der beiden Berliner jüdischen 
Gemeinden waren Nathan Birnbaum, Chaim Brody, Samuel 
Horodetzki, Jakob Klatzkin, Arthur Spanier, Moritz Stern, 
Chaim Tykoczinskv u. a. erschienen. 

Lewin referierte über die Werke ,,.Ma'asse Erez Jisrael'S 
,,Sefer ha Metiwot" und besonders über sein ,,Ozar ha 
Geonim". Durch glückliche Funde in den Handschriften- 
sammlungen Europas und Amerikas gelang es ihm, eine 
ganze Anzahl von Bruchstücken des Sefer ha Ma'assim.. 
der alten palästinensischen Halachasammlung aus etwa dem 
5.-7. Jahrhundert zusammenzustellen. In Handschriften und 
Druckwerken, in ältesten halachischen Schriften und Kom- 
mentatoren fand Lewin ein früher fast ganz unbeachtetes 
Werk aus der Suranischen Hochschule, das Sefer ha .Metiwot. 

Das Hauptwerk Lewins ist aber Ozar ha Geonim, in dem 
er in der Anordnung des Talmuds Blatt für Blatt die ein- 
schlägigen Erklärungen und Gutachten der Geonim sammelt. 
Von dem Riesenwerk, das etwa 20 Bände umfassen dürfte, 
sind die ersten drei Bände (Berachot, Schabbatt, Eruwm, 
Pessachim) bereits erschienen. Sie geben eine Fülle von 
Stoff aus der Geisteswerkstätte der Geonim von Sura und 
Pumbedita. Die Bedeutung dieser Sammlung für das Stu- 
dium des Talmuds, der Halacha und der jüdischen Geschichte 
während der Epoche der Geonim und die Erforschung dieser 
Gebiete läßt sich bereits ahnen, wenn auch noch nicht er- 
messen. Aber schon heute ist „Ozar ha Geonim** eines der 
wichtigsten talmudischen und halachischen Werke der Gegen- 
wart. 

Die Versammlung beschloß, nach Kräften Dr. Lewrn^ m 
seinen .arbeiten durch Verringerung der wirtschaftlichen Sor- 
gen für sein Werk zu unterstützen. Nach drei Seiten will man 
arbeiten: Man will die größeren jüdischen Gemeinden zur 
finanziellen Beihilfe auffordern, einzelne jüdische Mäzene mter- 
essieren ( von denen dankenswerter Weise einer zur Heraus- 
gabe des nächsten Bandes bereits 2000 RM zur Verfugung 
gestellt hat). Vor allem aber sollen Subskribenten für das 
Werk geworben werden. Die bereits erschienenen Bände 
und die künftigen sollen den Subskribenten zum Preise von 
je 10 RM geliefert werden. Lewin hofft jährlich 2 B ändf 
fertigzustellen J xX'enn TiTrn 3^1 e »orgc iiir f6^^IMBBB69i^ 
des Druckes und den Vertrieb der Bücher abgenommer 
werden. Zur Durchführung dieser Vorschläge Aurde ein 
Komitee bestehend aus Dozent Moses Auerbach, Oberrabbiner 
Chaim Brody, Professor Ismar Elbogen, Rabbmer Jakob 
Freimann und als Schriftführer Dr. Esriel Erich Hildesheimer 
(Berlin N 24, Linienstraße 111) gewählt. Letzterer ist bereit, 
über die das Werk betreffenden Fragen Auskunft zu geben, 
und Subskriotionen anzunehmen. 



Hi i wniuii ii iiiii i in innnmnmiinmm Hmi i ii i imi iifi liwni i fHiiii iii m i i i WHWi lii fHim i i w 

2(nno()me t»on BcffcUungeti 

auf bie 

3übifd)-nbera(e S^itung 

bei allen ^Poftämfem Deuffdjlanbs 



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civibus Vniversitatis litterariae Fridericae Guilelmae 



legitime adscriptum eumque nomen apud ordinem 
philosophorum rite professum esse testamur. 



Berolini, die CL^ meiisis /JL anni MDCCCLXXXX VII. 




Decanus et Professores 



ordinis philosoi)horum 
Vniversitatis Fridericae 



Guilelmae. 



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mar vSöfilina bcr l)icfit]cn jübifd)cii l^c()rcr^^^i(bun(^ö^%tfta(t feit C2^YAt<X /}l OO. 

unb wirb nad) DoKciibctcin (Siivfu^j iiiib imdibcin er (aut beirtedeftctem 3eiupü^3 bie Cualififation 
5111* (STtcihuirt be'3 :'Ke(irtiont)'llntenirf)t'5 eriuorben, auf C'k-inib ber iiorfrf)rift^mä|uö aböe()altenen 
^:i>rüfinia inib nad) 5JfafH^abe feiner Seiftuurten mäbrenb ber Seminarjeit mit folcjeubem 3cupiö 
cntlaffcn. 



\. JVüöntitf^, 







2» i?Iet^» y^iL ^ ^L i^J^^ i^\j A-ii<i^^i^-ityi 



3, ^äba(<0(^if^ 



«diriftacftc ^iltbcit 



\. l'c()tgcf d|icf» 



5. 3*cutfd)c Sjjracfte» 




«cfjriftlidjc ^ilrljcit 









(). Dkdjncn, 













7. ©comctvie^ 




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8, öcoc^ravfjie* ' 





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14. .s>armonic(cI)re. ^ v't t, / • 

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17. Jvrrtusöfif*. 



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^\1jramt bcftanbm. 




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f)at fiel; iinif) uollcnbctem (Siirfud ber uor)rf)nftöiuä§i(^on ^^^lüfim^^ in bcu 9?cliöiünöiui)Kn[ii)afteu untcr= 
,^ü(ieii imb bic Ciinlififatiün \\\\ ©rtcilmic^ bco :')tclifliono Untcrrid)t§ eriuorben. 'DMd) ?(iiöfall bicfcr 
^^Niiifimfl [üiuio mui) ^JJiafjöabc feiner i'oiftmiQcu luäljrciib ber ^eniiiiar^eit lueiben iljiu in ben einzelnen 
Jädjcrn fülgeiibe (Seufuren erteilt: 



1 «Hcliöiow^le^re. ^7*/^ ^^^ 






2. ^cbrätfd^. 




:i. »tblifd)c Wcfrf)irf)tc. /VVi^/* 



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Philosophische Facultät. 



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Dem Herrn ^ '• /»^. ^ /-^/^-x^'txy 
wird hierdurch auf seinen Wunsch bezeu^'t, duss er am 



die zur Erlangung des philosophisclien Docturgrades erforderliche mündliche Prüfung vor hiesiger 
Facultät bestanden hat. 

Das Diplom, und damit die Berechtigung zur Führung des Doctortitels , wird Herrn 

•^- Jjiy^'hr^sf erteilt werden, wenn er binnen Jahresfrist, vom Tage 

der Prüfung an gerechnet, seine gedruckte Dissertation in der vorschriftsmässigen Anzahl von Exem- 
plaren an die Fakultät abgeliefert haben wird. 




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®uItio xm 5um Smcrfc bcr 3:rftuunö. (§ 82 Df§ WcfcljcS oom 6» gebruflr 1875.) 

ßrfdjetniöttnö bcr tljefdjltclmtö. 











tDü()nI;aft in 





ift l>or bcm unterzeichneten 8tanbeekaniten ]^>eute bie Gf;e gefd^foffen iDovben. 



Petita am 



(Sicßcl.) 




:^- 4:%3fe. '^\Oer Stntibcsbi'nmte. 



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Änmetfiino: ITag Oicidi^^lcU'tJ ükr bic 33airfunbunfl btt' ^VnfcncnftanbcS iinb bic (5f)ef(f?Itc§uni] üüui 6. Februar 1875 bcftimmt 
in §82: „QU kirdjlid)cu IScrpflidjttiiiQrn in 6e}iel]tntg auf ^niife inib ^rauiittQ ttierben btud) Itiefe? (Drfrl 
nlj^t üerüljrt". 



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Beglaubigte Abschrift 
aus dem Geburtsregister der Judengemeinde Zinten. 



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Laut Verhandlung von heute, fol.56 der Akten be - 
treffend die Beglaubigung der Geburten bei den Juden, ist 
die Ehefrau des Lehrers Jonas Gralliner von hier, geb. 
Rußland, am 3. - dritten - Februar 1800 zweiundsiebenzig 
abends 6 Uhr von einem Knaben entbunden worden, welchem 
der Name „Julius** beigelegt worden ist. 

Zinten, den fünften Februar ISöOzweiundsiebenzig 



gez. Unterschrift, 
Kreisriohter . 



gez. Unterschrift, 
Grer.- Actuar. 



Dr. Julius aalliner hat den zusätzlichen weiteren 
Vornamen „Israel** angenommen. 

Zinten, den 3. Januar 1939. 
Das Amtsgericht. 
gez. Giese, Justizins[pektor. 



Die vorstehende Abschrift stimmt mit den Eintragungen 
im Geburtsregister der Judengeraeinde Zinten nberein. 

Zinten, den '}. Januar 1938. 

Justizangest ellter 
als Urkundsbeamt^r der Geschäftsstelle 

des Amtsgerichts. 




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^er Oberbürgermeifter 

ber mniQlxd)tn 9^cftbcn3ftobt 
(^()arIottenburg. 



^^arlottenburg, ..dön 15. .OJct oböT 1913 



Euerer Ho chtr^hrwird an 



beehre Ich. mich von dem Antritt meines Amtes ganz erge- 



benst Kenntnis zu geben. 



An 



Herrn Rabbiner Dr. Galllner 




Hochehr würden 



in 



Charlotten bürg. 



1.8. 




Sil F®lkii-Fiiiid@it. 



Oharlottenburg, den ^l':./^^^^?^:^ 



Seine Majestät der Kaiser und König haben Aller- 
höchst geruht^ Jhnen in Anerkennung Jb,rer Verdienste 
w^r. die freiwillige KranJcenpflege die Rote Kreuz-- Me- 
daille J. Klasse m verleihen. 

Jch seP^e Sie hiervon im Namen des Herrn Ober- 
Präsidenten mit rr einen besten Glückwünschen in Kennt- 
nis und ersuche Sie, die anliegende Standesliste mög- 
lichst bald ausgefüllt und unterschrieben der Poli:^-ei- 
Fach- Hauptwannschaft, Charlottenburg, Kais-^rdam. 1 
wieder zugehen %u lassen. 



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Call Number: 
PM-C;-8 F 3425 

I b&w Photograph Portraits Men; Cadliner, Julius 

1935 

Archhal Collection ofOrigin 

AR 3070 Julius Galliner Collection 

Creator 

Guttmann, Alexander 

Subject: 

1. Portraits 2. Galliner, Julius 3. Professions and Occupations 4. Professions and Occupations; Rabbis 

5. Town s and Vi Hag es 6. Berlin 

Image 



Page 1 of 2 




Original in the Possession of the Leo Baeclc Institute, New York. 



Page 2 of 2 



Coli Numher: 
PM-G-3F2195 

1 b&w Photograph Portraits Men; Galliner, Julius 

1935 

Archival Collection ofOrigin 

AR 3070 Julius Galliner Collection 

Creator 

Guttmann, Alexander; Berlin 

Subject: 

1. Portraits 2. Galliner, Julius (1872-1949)3. Professions and Occupations; Rabbis 4. Berlin 

Restrictions: 

Guttmann, Alexander 

Image 



Page 1 of 2 




Original in the Possession of the Leo Baeck Institute, New York. 



Page 2 of 2 



CaUNumber: 
PM-C-S F 3425A 

1 b&w Photograph Portraits Men; Galliner, Julius 

1936 

Archival Collection ofOrigin 

AR 3070 Julius Galliner Collection 

Creator 

Guttmann, Alexander 

Subject: 

1. Portraits 2. Galliner, Julius 3. Professions and Occupations 4. Professions and Occupations; Rabbis 

5. lowns and Vi|lages6. Berlin 

Restrictions: 

Alexander Guttmann. lU'rlin 

Image 



Page 1 of 2 




Original in the Possession of the Leo Baeclc Institute, New York. 



Page 2 of 2 



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No, ^ .? 13092/2 



Authority issuing certificate :— HOME OFFICE 
Indication de l'autorit^ qui d^livre le certificat * 

Place of issue of certificate .—I^ONDON. 
Ueu oii l'on d^livre le certificat 

CERTIFICATE OF IDENTITY 
CERTIFICAT DIDENTITE. 

Valid iintil '\.'\^M c\r^f,^:^r, 1%7, _ 

Valahle jusqu' 

ih^^h^r^^'^'T^f'''^^ '' ^"^"^ ^P^ ^^ ^^« P^P^se of providing 
tue holder with identity papers in Heu of - " ' 



Tf io nX / i^*^"«ty papers in üeu of a national passport. 
it IS without prejudice to and in no way affects the national 
Status of the holder. If the holder obtains a National ^sport 
this certificate ceases to be vaHd and must be surrenS to 
the issuing authority. 

^ ^.^^^ . P^^sent certificat est d^Hvr^ ft seule fin de fournir au 

''c^^XnaSonll ""if P^^^. ^'^^^^^V^ P^^^ant tenir Ueu de p^^eport 

e^ >^ational. II ne pröjuge pas la nationalit^ du titulaire et est sans 

^#fet sur celle-ci. Au cas oii le titulaire obtiendrait un passeport 

\M ,\ ^^ certificat cessera d'^tre valable et devra ?tre 

^voy^ k l'autorit^ qui l'a däivr^. " 



Signaiurs of Holder, 
Signatur^ du titulaire. 



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DESCRIPTION. 
SIGNALEMENT. 



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u^jäUrname 5^^.5)™. 

om defaniiUe. "' ' 

örenames. .^l-!:l?.!^]?®$.^ 

Pr^noms. ■*" ~ 

Date of birtli.... läth...Ma;y:^ IÖ83.. 

Date de naissance. 

Place ofbirth 3.c.rXin 

Lieu de naissance. 

Nationality of origin^ G-easaan 

Nationalit^ d'origine. 

Surname and forenaines of Father KRTS^-t.t,|.;|^ '^rmiL 

Nom de famiUe et pr^noms'du p^re. ' 

Surname and forenames of Mother SBIQN Clara 



Heigut 4 ..f t J in« J"" l^/^f); «t pr^noms de la m4re. 

^.:,?. 1-- Name of wife (husband Juli: 



Taille 

Hair __ ^.?!5, 

Cheveux 

Eyes- 

Ycux 



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Face 
Visage 



Oval 



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(husband). 
Nom de la femme (mari). 

Names of children» - 

Noms des enfants. 

Occupation IIou&flnKiüit 

Profession. 

Former residence abroad A3.?.Ö.in.j......Qr<?..i'ßiaCß^ 

Anden domicile ä l'^tranger. 



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Noso .!r!!f!^ ^S^!LTl^!^f,1 ■°,!:^! J^-^l^i^-S^.?-- ^^S-asaiM-iaia Square, 



Nez 

Special peculiarities 
Signes particuliers 



Rfeidence actuelle dans le Royaume Uni. 



Reraarks 
Observations 



0595 




PoUce Registration Certificate 723545. 

Certificat d'enregistrement d<livr< par la Police. 

The undersigned certifies that the photograph and signature 
hereon are those of the bearer of the present document. 

lye soussign^ certifie que la Photographie et la signature 
appos6es ci-contre sont bien ceUes du porteur du präsent document. 

Signature of the issuing authority, 
Signature de l'autorit^. 







jUvH.M. CHIEF INSPECTOR, 
g Immigration Branch, 

Home Office, 
10, Ou) Baii^ey, 

IX)NDON, E.C.4. 






(3.0.A.7743P.) Wt.13804/898 10.000 ."^ 46 CT. Gp 6; 



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CERTIFICAT DTDENTITE. 



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VISAS AND ENDORSEMENTS. 



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Series II: Correspondence, 1852-1948. 

This series is in German. 
1 folder. 

Scope and Content: 

Series II Is composed of Julius Galliner's correspondence. For the most part, the letters are 
those sent to Gailiner, although there are a few sent by him to others. The vast majority of 
correspondence are letters of congratulations for Julius Galliner's notable birthdays, espedally 
his sixtieth and seventy-fifth. 

Individuais with whom there is a larger exchange of letters include Franz and Ruth Buschke, 
Lazarus Goldschmidt, Alexander Guttmann, Heinrich Stern, and Eugen and Selma Täubler. Much 
of thIs correspondence concerns exchanges of greetings and Updates on occurences in the 
individuals' lives. Several letters mention the death of Galliner's relatives. 

Box Folder Title Date 



8 



Correspondence 

Baeck, Leo 

Breslauer, Walter 

Brunner, Constantin 

Buber, Eugenie 

Buschke, Franz and Ruth 

Feilchenfeldt, Leopold 

Friesen, Otto 

Goldschmidt, Lazarus 

Guttman, Alexander 

Hirsch, Otto 

Liebermann, May 

Neumann, Dr. 

Steinthal, Fritz and Trudi 

Stern, Heinrich 

Taeubler, Eugen and Selma 

Toller, Ernst 

Ury, Lesser 

Warschauer, Malwin Mordechai 



1852-1948 



Page 1 of 1 



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Bradford, 20.Febir» .194' 
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Lieber Dr .Breslaat^r l v^s^^ohP zur V^-^ -. 

Tnnt-stea DanK lür lare tauten V^jmbcne zux '--^ 
e„.u„. .,i.e3 .O.Le.o faS..5.^Be...a,.„ 0.5.^.-.;^.ie^.ri-e„^^^^^ 

Gemeinae mit S-^,^^^'^;"^^^^^ verwiltuntsaint ..ehalten habe, sonder^o. 
lur den besten "-^-^ ^^^ Bernhard* Bres^lauerfe '«areu, lur «i*s*-t««* 
aucn, «eil bie ein bonn ß«^^" * ^ Jahren auf Anregung •'^ 

seliger Vater ist es S^!^*^^^^^'^^^; ;'"anla t^. in den Verein zur Y.ri^^ 

fur-^aa reiifeios J^i^eraxe ju verDindan^t mit ihm ^.eblieben, un^ 

gange Ihres teuern V^Jf-^^J^^^ J^^^^^^^in Amt als Gemeinderabbiner <^ 
er ist0 es aucn ^e^^aen, der ^^^^^^^^^^^^ ^^ ^^^^ einrr.al seine Ein- 
eint,efunrt aat • Icu l^a^e mir ^^ "J \ ^ ^^^^ ^^e vergesüen, 

führungsrede vorlesen las.en, und ich wer^ ^^^ ^^^^^^ p^^^^ gerulen". 

das er dort ^esa§,t naL l>iö jup_-cuvx tv^v^.; tpnprn Vaters ihm letz 

loh durfte in Ihrem ^ultrage an der B^e Ihre. teuern^V.ter^ ^^^ ^^_ 

te Worte nachrufen, und Sie waren ^° ^^^^'^^ bewahrt habe. Es ist mir- 
denken zu übergebenii, das icn bis heute treu oewanr». uau T.„p,,e 

ein Bedurlnis.'lhnen'aucn auls He -^'^^^^;^l^^-^J'^^:^l^,Z fer. esle^'. 

haoerfie'"iiVefIet'ten'^ofaterfcL re .or.en to die f-^^-f ^^i^^ 
fi^eben'rrau Gehabt. Icn ^o" ^ -^ J^-^ruLreirer^reu^^^'i^ s'^^öcnte 1 
wi. er gut ,eht una sie ^^^ ^^^^^^^^^^ ^^^^' ^°^ ^ ^'='ß*^^ 
if.ar^ic.^ircnilrht;'::B^i:in sfh sicn ver^ 

aie vor if -; ---fj^f ^ L\l f^rrraS^ö^isfnr Engl^sou und 

iLircrr^.ai;schänlica abfsie aucn in f ^ ^^^J^^^J-i^.-^^.^^iJei 
Sohn ist Übrigens noch im f «^-^Taeologic.l Semiaa-y. a.t^.be berei 

ÜSL:::: InJJ^i:j^.i" ?^rJi;:iirP-eIlcSn?:id-abf Lh viel autes 
aber ihn 



gehört . 



Frau una 



Mit allen icutea Wunscücn lur Sie, liire liebe 
hre lieben Ainaer una mit nerzlichem Gru .e bin icn 
in alter Verbunaenheit 

Inr 



■wr^ 



•mm^mmtm^ 



I MH - mnw^r^mmifmfflflff. 



WALTER BRESLAUER 

Dr. jur. 

CONSULTANT IN GERMAN 
And international LAW. 



RESIOENTIAL ADDRESS : 
/>^ ^-4^9. NORTHWOOO HALL. 
HORNSEY LANE. 
HIOHGATE, N.6. 



Telephone: MOUntview 7117. 




11/12. finsbuKy 



SQUARE. 

4^H FLOOR. 

LpN DON, E.G. 2 

Telephone: NATIONAL 3743. 




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Mein Kollegö Dr .Warschauer, der mit mir zu e-i.i^v.-« ^-4* i - ,. 
amtiert hat, hat mich gant besonders zu obif «^2^^!^ ?*^^ ^'^ ^•^^^° 
brauche wohl icauir hiazuzufugenrdarioh 5as'^eist?ri r^^P^'^^C ^°^ 
um ein Lehrbuch der judischln Religion föSdfr^iJfL^f"''! ^««^^"1 
schaffen. Ich habe eine ünterriohtftäUrkelt %f! ff^^ -^"1*?^ ^'^ ****»^ 
•ratreckt, war Lehrer an der Lehr^bildun^saisJÜt Jn «!"f/^ ^^^' 
sämtliche Sohulnläne der w#.r.iin.t t;!:^;» u ? 5 "^^^ ^° Berlin, habe 
im Jahre 1934 eii^akadernfscie jüdScJe L^LeS^^i'."" geschaffen und 
begründet, an der 80 lüdiacheS M«n«^h.! Lehrerbildungsanstalt neu 
Volkdachtileheern hSrangeM^Jt JSJdSn slnd^^dJ^^?? Reli&ions- tod 
•ntlaasen worden sind uld nun aurderga^Jen wi?t liJ^^T,?*^"''"^""" 
gäbe erfüllen. Meine veröff^tlichf!« a^k!?? l }^* beilige Auf- 



das 



41 



~*S»»i",'w 



Dr. J, Galllner 



72 Southfleld Square, 
Lumb Lane, 

Bradford/Yorks. 
20. September, 1945. 



Sehr verehrte und liebe Frau Tusclike, 

crp«nT>ÜSr,^l?°5 "^^^-^^ ''f'^'v ^^rgangen sind, seitdem wir miteinander 
gesprochen haben, so glaube Ich doch, dass unsere Freundschaft, die, 
SiebS Ist?*"* schreibt, bereit« 37 Jahre dauert, dieselbe gl^ 

A^ u ^r°* Ihre r-'lchte, Frau Annle Tlhrenhaus, Santiago, kam Ich wieder 
in Verbindung mit Franz, und durch Ihn habe Ich elniie AnSben üSr Ito- 
«pfn^^^^^K '^«?J«*^^^«" J^l^^en erhalten, in seinem Brief bSgt er ^ ^ 
seine lieben Eltern, die ihm unendlich viel f-egeben, unendlich viel für 
sein Leben bedeuten. Nun hat er die 'Tachricht, dass seine liebe J'Ster 

den wJlfr'iif'f"-^"^^^"' r'".?;'"^^^ ^«^«^ "^^^^^ "'«^ unter den Leben- 
den wellt. Ich veißs, was das für Sie, liebe Frau Buschke, bedeutet 

voll!^'L?i>."^^ .'^ ?t^^' '^^^" geweseA, ich weiss, in wl I' vSeSJ^^- 
nKikeitPn nff «n^^^f r^''" Ihm aufgeschaut. Er gehört zu den Perfön- 
llBhkelten, die auf mich den tiefsten Eindruck gemacht, die ich nie 
ver,;essen werde. Kin Mann der Arbelt und der Pflicht, ein K'ann der Wls- 
^^h«^if ^ ''"'^.7°" ^l^^"" ^^«lißiosltät, zugänglich allerr, GrofsJn u^ 
fMi??!?'>,f .^vfr^^'®'' ''°" *^®^®" Ankergrund. Es gibt keinen Trost, 
hpf ihi cl^^v^^*!* ^^t ?®'* '^^edanke auf, dass Sie bis zur letzten stunde 
bei ihm sein konnten. Sein ganzes Leben soll Ihneridn^rost sein. Der 
Gedaiike, dass sein Leben in seinen Kindern sichtbar- zur I.rscheinunff 
kommt möge Sie stärken in dem Glauben an den Sieg des Guten: 

n<, V ?! ^^^ ^^?^'^ ?®^ Augenblick, in den iol> Ihnen in aller Aueführ- 
licnkeit scnreiben kann über all das, was mich etroffen, was ich erlebt 

?ur knv/^Lf'^^'^f-J'"^ ^""f T'^^ **' ^^^^ ^*^ «'"12«« Erfahren möchten. 
I^ur kurz mochte ich es andeuten. Ich ging mit meiner Frau plötzlich von 

Berlin weg. Ich wurde verfolgt und mit dem Tode bedroht, vor: den Verbre- 
chern, die mich bereits am I.April 1933 abgeholt hatten. Ich hatte in 
der .^chuldeputatlon gegen die Anstellung zweier Lehrer als Rektoren re- 
11!:!^^* "®', 4*^ ^'fH^ waren. Das war mein Verbrechen. Trotzdem der Staats- 
anwalt an deji GereindevoBstai.d schrieb, dass ich auf der schwarzen Liste 
der i.azis stene, blieb ich in Berlin In der jüdischen Arbeit. Ich fühi-te 
trotz meiner volligen Erblindung n-.elne Arbeit fort, war an führender 
Stellung für Juden und -Tudentum in ganz Teutschland tiitlg, ordnete noch 
kurz vor meiner Ausreise in Trier und Königsberg die Oemelndeangelegen- 
heiten. nnd dann, im WJirz 1959, kam ich nach London. Ich schweige von den 
Enttäuschungen, die ich erfahren musste. Auch von den Gefahren, denen 
meine frau und ich ausgesetzt wa -en wnhrend der Luftangri-Cfe. Zwei ^Tal 
waren wir in gi-össter Lebensgefa .r, und seit Oktober 194C wohnen wir hier 
in Bradford. Physische und seelische Leiden lasten schwer auf uns. Sir 
klagen u.n den Tod unserer Tochter, die nach dreitägiger Krankheit im 

vf^.'^°'^ ^ Jahren In Concepcion, Chile, an den Folgen einer Angina ver- 
schieden ist. iDr :rerz hatte nicht standgehalten, wahrscheinlich geschwächt 
durch den Larnpf um das t^i gliche Brot. ^Vlr klagen um Gesclnvister, Verwandte 
und .freunde, die entweder freiwillig aus den- Leben fjeschieden, oder von' 
den ?.azl3 er; ordet sind. Das Leben :^eht weiter und Mr trafen es mit 
unserer letzten Kraft. Ich habe auch versucht, wissenschaftlich welter 
zu arbeiten. 7.S ist möglich, das ich noch dies und jenes fertig bringe. 
Die Arbeit allein betäubt meinen Kummer, und die Hoffnung, dass es uns 
noch gelingen wird, zu unserem Sohn nach New York zu kommen. Das Kind 
unserer Tochter war ein Jahr in Santiago und wurde dort auch von Ihrer 
Richte betreut. Der Junge ist jetzt bei seinem Vater angekoninen, der in 



Aust -allen Soldat Ist. 

u^^J^ ersten Tage des Hüttenfes ^. es wird Ihr Hltestes Knkelklnd 
Barmlzwah. Ich habe ihm v;orte der Belehrung und Ermahn n^ioa=«^+ 

de?-iiT?? '^'"'*"." sev^ünscht. dass neriSS^er^ef^S^S^e^fJ^Sel^ e 
der amillen von denen er stairmt. ^eis ,e 

/erglss nicht, was der T^wige Dir üutes getan hat". Es ist mir iimer 
ans Herz gegangen, wenn ich dieses Psalmenwort gelesen hSe? VerSden 

?lf !ir,«^j! '"'"I" ^"""^ ^'°^*^S ^" <^«" '^«S«" des KurP^ers und Leidet 
\,ir -enschen vergessen gern die guten Tage, v/ie vieles ist doch ver- 
gessen von de,-. Tagen, da das Herz gejauchzt, dahlngesunken Ist elln 
die wei te Feme. Oft musste ich an die klaslischen Völker denken! die 
im vergessen das höchste Glück, die höchste Seligkeit erbllcktlS 

kö^pfSt'^'i^^^"""^-^^'""^"' Nicht-Vergessen-Wolfen, dis iebeS s^hen 
Können mit allen seinen Irrnissen und i^irrnlssen, dis erst ist echtes 
wahres Leben, das erst bedeutet jüdische Art und'jüdisc Is Leben? ' 
%®i d' e glücklichen Tage, die ich in Ihrem Hause "esehen, die Glücklichen 
Jahre, die Sie durchlebt mit dem Werden und streben Ihrer rindfrrmlt 
J^dSÄ J^^,*if«"f<=|>af-tllchen Anerkennung Ilires Gatten, die Erinnerung 
an diese Zeit, das ist das Leben, das zurückdrängen möge die kuinmer- 
vollen Tage des letzten Jahrzehnts. J'eine Frau u^d Ichf und Sl^ mit uns, 
wir können nicht vergessen, und wollen nicht vergessen die guten TageV ' 
trotz alleir. was wir erlebt. o"'-cii -age, 

Wir grüssen Sie auf's herzlichste in alter, treuer Verbundenheit, 

Ihre 



Dr .Franz Buschke 



1744 ßast 62nd Street 
Seattle 5, KVashlngton 



29. Oktober 1944, 



f^ 



^^in lieber Herr Dr. Galliner: 

Meine Cousine Annie Elxrenhaus sandte mir neulich einen Ajiszug 
eines Briefes von Ihnen. Das ist das Erste was ich seit vielen Jahren 
ueber Lie gehoert habe, ich kann verstehen, dass Sie enttaeuscht und 
etwas bitter sind, dass Sie in all diesen Jahren nichts von uns gehoert 
h/^ben. Aber ich moechte gern, dass Sie wissen, dass meine Gedanken 

ei ihnen waren, viel ha^ig 3r als Sie es mir glauben werden. Mehr- 
Jach habe ich Briefe im Kopf geschrieben, die nie aufs t^apier gekommen 
sind. Waehrend Sie in Deutschland waren, wusste ich nicht, wieviel 
Schwierigkeiten Ihnen Auslandskorrespondenz bereiten wieväe , und 
spaeter habe ich bis neulich micht gewuss wo Sie waren. Zum Teil ^ebe 
ich zu, dass die pausenlose Anspannung, unter der wir alle leben, sel- 
ten uns Müsse laesst, die Art von Brief zu schreiben, wie sie mir im 
Kopf jedesmal im Monat Tischri vorgeschwebt haben. 



Ihr Einfluss auf mein Leben ist 



viel groesser gewesen als 



Sie 



aus 

.ch 
das 
.t 
bin 



diesem undankbaren Schweigen annehmen werden. Bei der Gelegenheit 
von lierijians Broth mileh (ich gla :be, das w^ar das letzte Mal, das 
Siegesehen habe) erzaehlte ich Ihaan, dass das Bar Mitzvvah "^ebet, 
Sie 1915 fuer mich verfasst haben, mir immer noch wichtig ist. Se 
dieser Zeit ist es fuer mich wichtiger und wichtiger gewordeJi. ich 
ueberzeugt, dass ein grosser Teil meines Erfolges darin seine //urzel 
-hat: "Davon soll fiich nichts abhalten, nicht Menschenfurcht laid nicht 
^enschengunst^.Ich habe es oft wiederholt, \^enn ich vor EntscaeidLingen 
-gestanden habe. Ich weiss, dass ich die Achtung derjenigen meiner 
Kol egen, die mich nicht hassen, und auch meine Stellung zum grossen 
Teil der kompromisslosen Verfolgung des Vveges zu verdanken haoe, den 
ich nach reiflicher üeDerlegung fuer richtig halte und meine Freunde 
und Feinde wissen jetzt, dass Mich nichts von solchem Entschluss ab- 
bringen kann als die logische Ueberzeugung, dass ich Unrecht habe. 
Wenn m^ einmal diesen Gedanken erfasst hat, wird die -uebneslinie 
erstaunlich geradlinig. Ueber iegu ngen unsachlicher riatur existieren 
nicht. Aber die Grundlage fuer Solche Lebenseinstellung muss frueh 
gelegt werde^. Ich war , das weiss ich wohl, ungewoehnlich beguenstigjt . 
Mein Vater hat mir dasselbe Prinzip vorgelebt und meine Mutter mit 
ihrer geradezu fanatischen Vvahrheitsliebeund Konsequenz hat ijas eine 
Welt gescliaffen, in der es anscheinend andere Moegliclikeiten zu 
denken, garnicht gab. Trotzdem ist die Formulierung, die Sie gefunden 
haben, fuer mich unendlich wichtig geblieben. 

Wir w.^rden aelter. Am naechsten Sukkoth ist genau eine Generation 
vergangen. Ich hoffe, dass Herman am naechsten ersten Sukkothtage 
Bar Mitwah wird, wie ich es vor 3ü Jahren geworden bin. Ich habe im 
Sinn, ihn dasselbe Gebet sagen zu lassen, dessen vollen Text ich noch 
habe, im Kopf und au-- dem i^apier. Er wibrd es englisch sagen muesseu. 
Aber das spielt ja fuer den Juden keine erhebliche Holle l! Was ich 






2. 



viel mehr hoffe, ist, dass ich ihm den Sinn dieses Gebetes beibrinegn 
kann, so dass er es auch lebt. Wenn mir das gelingt, meine Kinder 
so zu erziehen, wie meine Eltern uns erzigen haben - kompromissios 
zu ihren Ueberzuegu4gen zu stehen -dann weiss ich, dass ich zu ihreB 
Zufriedenheit und ihrem Glueck so vieJL beigetragen habe, wie Eltern 
beitragen koennen. 

Ich weiss nicht womit ich es verdient habe und manchmal graut mir 
vor der Goetter Neide • Beruglich habe ich eine ausgezeichnete Taetig- 
kiet in Charge des Tumor Instituts des Swedish Hospital, das ist das 
zentrale Krebstherapiezentrum fuer den Nordwesten des l»andes. Ich habe 
keinclei Schwierigkeiten als Jude in einem skandinavischen Milieu. 
Tie juedische Erziehung der Kinder ineiner relativ kleinen Gemeinde 
iSt natuelich etwas schwieriger alses fuer meine Eltern im Mommsen- 
Gymnasium war. Aber wir slid in einer sehr netten Reform Congregation, 
die nicht ganz so protestantisch ist wie manche der ueberreformierten 
im Osten. Ein lÄiterschied gegen unsere eigene Erziehung ist, dass 
meine Kinder Kopfschmerzen am Sonntag Vormittag haben wenn ihre 
ReMgious School tagt, waehrend wir, wie Sie sich eru.rinern werden meist 
Montag Nachmittag Kopfschmerzen hatten, wenn wir Hebraeisch lernten. 
(Wie Sie sagten "Hast Du oefters Kopfschmerzen oder nur Montas von 
5 bis 6?"). 

Da ist eine Sache, die als Schat^cen ueber meinem j_,eben bleiben 
wird; dass ich meine Eltern nicht mehr herausbekommen haoe. Sie hatten 
uns 1937 in Chicago besucht, aber wir konnten sie nicht ueoerreden, 
nicht zur ueckzug eben. Seit 1938 haben wir d .nn versucht, sieh erauszube- 
kommen, aber erst hat ihr eigener Eigensinn ( wohl in der Hauptsache 
um uns nicht zur Last zu fallen^ und dann als sie entschlossen waren 
^e Ereignisse es verhindert. Seit Kriegsbeginn 1941 iiabe ich nur 
einmal indirekt von ihnen ueber Fraenkels gehoert. 

Mein lieber Herr Dr.Galliner, ich habe bisher nicht von Ihrer 
Tochter gesprochen, dann ich weiss, dass nichts, was ich sagen koenn- 
te . Ihnen irgend etwas bedeuten kann. Ich liabe nichts von Ihrem 
UngluecK gewusst, bis ich von Annie Ehrenhaus es erfuhr, aber ohne 
irgend welche iJetails. ich hoffe sehr, dass Sie mir gelegentlich 
einmal schreiben werden. Aber ich moechte gern, dass Sie ueberzeugt 
sind, dass die Freundschaft, die \ms mit Ihnen seit 36 Jahren ver- 
bindet noch lebendig und beiderseitig ist. 

Mit den waermsten Gruv3ssen 

immer noch Ihr alter Schueler 




t 



>.' 



1744 E. 62nd St. 
Seattle 5, Wash. 



Lieber ^rr Dr. Galliner: 

Selten liat im Leben etwas so einen fc-eglMecksnden Einrlrvck 
auf mich gemacht wie ihr Brief an mich i.Lnd Ihre s<x}.'oen<=n .''or-- 
te an Herman zu seiner Bar Mitzwah. Ihre Worte schienen mi^ 
eine symbolische Bestaetig-jng zu sein, dass es mir vie^leciht 
doch gelingen kann, die Tradition, die wir von 'faseren Eltern 
uebernommen haben, der naechsten Generation weite-^ z- ge>en 
üna aann hat es ja vielleicht seine Vorteile, ^liann man' seinen 
eigenen rfskrolog noch zu Lebzeiten zu sehen tekoramt. Ich weiss, 
wä£ Sie an melHem Grabe sagen wier(^en. 



sie vns neulich schrieo 



Meine Mutter hiit Recht geiiabt, wenn ... .... ,..u.x... ^ca-^ep, 

dass die Bar Mitzwah wahrscheinlich fuer die Eltern aufredender 
ist als fuer den »»ung^n. Ich glaube, dass Herraan viellecLht 
etwas reifer ist als manche seiner Altersgenossen, sicherlich 
nicnt viel reifer. Ich weiss nich. wie wir selbst in dam Alter 
waren und wieweit wir di ; Bedeutung eines solchen i-ag .s verstan- 
den nahen. Aber es ist so unendlich schwer, Kindern eLne i.ebens- 

f'o>!:i°!°^ >^^ f ^^P^"^' "^^^ ^^® wirklich gegen die Schlaege des 
Lebens scnuatzen kann, in einem i^nde und einer Gpn<-^ation 
in aeren Laben Waschmaschinen und Flugzeiige die Rolle einneh- 
men, die in unserer Jugend Plato und Goethe und Moses hattan. 

_ Ich_^glaube, die Bar Mitzwah Feier selbst hat auf Herman 
einen Eindruck gemacht - teil^veise weil seine Frevnds ilim^ 
gesagt naben, dass es die schoenste Bar Mitawah gewesen waare 
die sie erlebt haette/j.Wir hfiben vjis bemueht, ihK die Taadltion 
fuehlen zu lassen dadurch, dass e» statt der sonst L^ec liehen 
Ansprache im fieine Eltern im Tempel das Getret gesat-t bat (a-f 
Englisch) , dasj/ Sie vor .'^0 Jahren fi;er mich entwo-f en hanen " 
ar hat es geagt nach der Tora- -and Haftara vorles'in-^- (es war 

co?L+^ J'' ^'"'^''^u ^-^'^ ^'"'^'^ °'^^'^> *'«-^- «^ "«^^ ganz9n"Tora^bsch2iL1t 
seiDst nebraeisch ^esen musste,mit Lfebersetzung nacb ^o^<^ni Safez^ 
Und nach seinem Gebet habe ich'eine kleine Ans|racL" an iSrJ ^ ' 
gehalten von der Kanzel (ich lege Ilinen eine Kopie te^ ^ch 
hang es fuer den Tempel etwas gekaerzt), dann iiat der Rabl ine- 
kurz zu ihmgesprocnen. Diese Aenderung im hier ueolichen Situs 
hat anscneinend auf äle Congregation so einen Eindnick gemacht. 






dass der Rabbiner mir einen langen 



rief geschrieben hat und 



diese Form zu einer staendigen Einrichtung machen wiLL. Ich 
habe es nicht so gemeint, ichhatte nur spontan das Beduerfnis 
Ihm etwas zu geben, an das er sich vieileiht spaeter mal erinAern 
wird, wenn ich ihren Brief bekam, war ich erstaunt zu sehen, 
wie sehr meine Gedanken offenbaU von limen beeinfiusst waren 



- 2 



I 



/. 



^ 



v 



ich habe Ihnen gegenueber ein sehi* schlechtes Gewissen, 
ich schwaetze nur nnci tue nichts. Ich liatte Ihrem Sohn ein 
Afi^davxt fuer Sie versprochen. Und dann brauchten wir unsere 
xiftidavxts fuer meine Mutter • Wie Sie wohl wissen, war sie 
in dem ersten Schub der aus Theresienstadt Geretteten und 
kam rm Februar nach der Schweiz. Seitdem bemuehen wir uns 
sie »er zu bekomrren und hoffen sehr, dass /^ir nun bald am Ende 
Äer buerokra tischen Prozeuur sein werden und sie bald kommen 
:>^:ann. Ich schrieb (Dhr ^ Sohn damals, dass ich fuer|chte, dass 
mein ^ond m.einer Brued -r Affidavit finanziell geschwaecht 
werden koennte, wenn ich ^etzt noch eine VerDf lichtvaig ueher- 
nehme, und ich deshalb ^ern warten moechte, bis die Lage 
meiner Mutter klar ist. Sowie das erledigt Ist^ steht Ihnen 
mein Affidavit zur Verfuegi.ing vcnd ich hoffe sehr, dass Sie 
meine Haltung verstehen und verzeihen werden. 

Meine ^'^itter lebt jetzt in Bern mit Freujiden und wir sind 
S:ihv gluecklich ueber ihre regelmaessigne Berichte. Vater 
ist nach drei Monaten in Theresienstadt an eine»^ schw^^ren 
EKtteritis gestorben. Ich glaube, dass ihm viel erspart ge- 
blieben ist, denn so wie er seine Arr.elt geliebt hat, A^aere er 
selbst mit Kindern und iinkein nie melir zugrieden gewesen. 

Ich werde mich mit Irirem Sohn in Verbindime setzen, sowie 
die Angeigenheit mit meinjr Mutter erledigt ist. 

Nun nochmals sehr sehr herzlichen Dank ^ond viele Gruesse 

Ihr treuer 



!^ 





\puU) JtJiVu^ fbMJ^OoL^ (jMeÄM^U- J^oä^J^, h/Ml 4a/4^/^^^ 



/ c 



T 



%, HJ^ ßu^Mu 



\ 



Dr. «Leopold Feilchenfeldt 

y e V e y 

fiotel de Familie 



den 1{. Ilaerz 1940) 



Herrn Dr, «^ulius Galliner 
19 St. Paulis Road 
Bradford (Yorkshire) 



England 



Sehr geehrter Herr Doktor. 



/ 



Ich schicke Ihnen heute mit gleicher Post das kurzgefasste Lehrbuch meines 
Vaters, das ich Sie bitte nach Gebrauch Äeinem Bruder Henry F. Mount Vernon 
New York, 356 Norfih Fulton Ave zurueckzusenden. Sie haben wohl inzwischen 
den Brief meines Bruders Wilhelm erhalten, der Ihnen unsre Wuensche fuer die 
neue Auflage bereits mitgeteilt haben wird. Ich moechte aber doch noch einmal 
meinen gersoenlichen Wunsch wiederholen. Das Buch, das ich wieder sorgfaeltig 
durchgelesen habe, hat auf mich einen ausserordentlichen und tiefen Eindruck 
gemacht. Es ist ebenso weit entfernt von einer starren Orthodoxie wie von 
einem radikalen Liberalismus und erfuellt von einer grossen Duldsamkeit ge- 
gen die Andersglaeubigen. Dadurch waere es wohl geeignet, besonders bei dem 
englisch-amerikanischen Leserkreis als eine vortreffliche Apologie des Juden- 
tums zu dienen und den Hass gegen die Juden zu mildern, die fuer ihren Glau- 
ben so unsaeglich gelitten haben. Es waere so imstande fuer den religioesen 

Frieden, zu wirken. 
/2 



Im ganzen ist das Buch so ausgezeichnet abgefasst, dass es durch eine Er- 
weiterung in seinen wesentlichsten Teilen nur verlieren koennte. Sein Vor- 
zug liegt gerade in der Knappheit. Aber ich haette gern gesehen, dass in ei- 
nem besonderen Kapitel am Schluss etwas ueber die letzten Ausgrabungen mit- 
geteilt wird, die von ^i-nglaebdern und Amerikanern in Mesopothamien vorge- 
nommen wurden. Ich habe darueber zwei Buecher gelesen ♦•Ueber die Sumerer vor 
5 tausend *^ahren" und "Sie schrieben in Ton". Es war fuer mich geradezu er- 
schuetternd zu erfahren, dass bei den Sumerern eine ganz hohe Kultur tau- 
send Jahre vor Abrahams Geburt in der Gegend von Ur bestanden hat, die ^^^^r 
Wahrscheinlichkeit nach auf dem Wege ueber Kleinasien erst den Anstoss wm^ 
die Entwicklung der Kuenste und Wissenschaften in Griechenland gebildet nat, 
dass also das Land, welches fuer die Kultur auf unsrer Erde ueberhaupt ent- 
scheidend gewesen ist^das gleiche war, das die Heimat wurde fuer die Ent- 
stehung der Weltreligionen. Denn es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass un- 
ser Patriarch -««braham in seinem Geburtslande Urkas4fim von dem hohen Stand 
der Sumerer auch hinsichtlich ihrer ^esftze und sozialen Einrichtungen genaue 
Kenntnis gehabt hat. 

Es wird Ihnen gewiss nicht schwer fallen fuer diese Aufgabe eine geeignete 
Persoenlic&keit zu finden, die keine juedische zu sein braucht. Hat doch 
mein Vater ausser Kant auch Calvin und Cornill zitiert. In England werden 
sich viele Gelehtte und Altertumsforscher finden, die bereit sein wuerden 
ueber die neusten Ausgrabungen mit Ruecksicht auf die Bibel und die juedische 
Religion etwas Wichtiges mitzuteilen. Denn die Englaender und Amerikaner 
sind als ausgesprochenen Freunde des Alten Testamentes sicher froh sich einer 
solchen Aufgabe zu unterziehen. Vielleicht ist Professor Waitzmann in London 



in der Lage Ihnen bei der Wahl der betreffenden Person einen Rat zu geben. 
Es muesste natuerlich ein« kurz gehaltener dem knappen Ganzen des Buches 
angemessener Abschnitt werden mit der Tendenz auf die grosse Bedeutung der 
Bibel fuer die gesamte Kultur hinzuweisen^! t der Begruendung, dass die 
ersten Anfaenge fuer die grundlegenden Gedanken der juedischen Religion 
auf dem auch geistig fruchtbaren Boden der ^egend zwischen Euphrat und Tig- 
ris entstanden sind. 




Ich hoffe und wuensche, dass Ihre edle Absicht das^ Buch meines Vaters in 
einer seinem Werte entsprechenden Form ibn der englxischen üebersetzung 
gelingen moege. Ich danke Ihnen im Namen meiner Geschwister herzlich fuer 
Ihre Bemuehungen in dieser Richtung, Ich bin davon ueberzeugt, dass niemand 
diesen Plan so vortrefflich wie Sie zur Ausfuehrung bringen koennte, der 
Sie stets ein aufrichtiger Verehrer unsres geliebten Vatexs gewesen siu^ 
und ganz m seinem Sinne Ihre Schueler unterrichtet und Ihre Zuhoerer 
Delehrt und erbaut haben. 



Mit den besten Wuenschen fuer Ihre Gesundheit 



in vorzueglicher Hochachtung 



Ihr sehr ergebener 





I 



DER 

OBEK8TUDIENDIREKTOR 
DES 

PHILANTHROPINS 



Igb. 4747/36 



12. Februar 1937, 



FRANKFURT A. M., bsh 

HEBELSTRASSE 15 
FERNRUF 51494 



Lieber Freund I 

^ Zwar habe ich Ihnen zuie 65* Geburtstag Im Laufe des 
gerr'ütlichen Abends , den uns Ihre verehrte Frau Geinahlln 
- dargebeten hat, bereits meine herzlichsten Wunsohe mündlich nus« 
gesprochen. Aber meine Wahlverwandtschaft mit der Regierungs- und 
Denkwelse» Julius'II » muss auch;, der Aötorität des Jubilars 
entsprechend, in einem schriftlichen Dokument zum Ausdruck 
kommen, was hiermit geschiehti 

Ich wünsche Ihnen , verehrter, lieber Freund, Ihrer 
Ihnen in Liebe ergebenen, selbstlosen Frau Gerar;hlin, Ihren 
Kindern und Angehörigen, ferner der Gemeinde Berlin, dem 
Preussischen Landesverband ,den preussischen Bezirksverbanden, 
die Ihr Werk sind, der Lehrer-Bildungs-Anstalt und dem gesamten 
judischen Schulwesen nicht nur der Gemeinde Berlin, sondern 
Preussens und des Reiches, dass^Jullus II « , der in seiner 
Origlnlität , Erfahrung , Zuverlässigkeit, stets hilfsbereiten 
Kraft und - last not leatt- Willensstärke und ZähigJ<elt 
eigentlich , wenigstens für uns , 

»Julius der Einzige» 
heissen musste, noch lange Jahre in ungebrochener Jugendlichkeit 
uns erhalten bleibe. 

Niemand elss besser als ich , in welch unermüdlicher, 
sachlicher Arbeit ,in unerreichter Fach- und Personal -Kenntnis, 
mit unbeirrbarer Grundsatz-Treue und Festigkeit Sie iiri wei- 
testen Bereich der Erziehung und des Unterrichts von Stufe zu 
Stufe aufwärts Ihr Arbeitsfeld in Au'ssatt und Ernte vorbild- 
lich bestellt haben. Aber ich bin der Ansicht i 
Unter Freunden genügt es nicht, zu w i s s e n und still 
im Herzen zu bewahren, was der andere ist. Es' gibt Augenblicke 






-iTD Leben, da man diese Ueberzeugung und liebende Achtung 
auch in Worte kleiden rouss. Und so will Ich es denn heute 
bekennen, dass ich in der Zuneigung zu Ihnen als meinen bewShrten 
älteren Freund und Fiihrer niemals geschwankt habe. Man kann Im 
Einzelnen verschiedene Wege gehen, je nach den ortlichen Ver- 
schiedenheiten des Kampfplatzes - Wirken heisst kamffen - 
aber wir Haben doch wohl immer, wenn auch oft unbewusst, 
den Grundsatz bewShrtj » Getrennt marschieren, vereint schlagen.»» 

Es wird auch so bleiben, was auch die Zukunft 
unter dem wolkenschweren -Himmel Europas und der Welt uns vorbe- 
halten mSge. 

Ich hoffe^noch manch schönen Abend im Frieden Ihres 
freundlichen Heims verbringen zu können, in dem Berlin 
dessen anfeuerndes Tempo und frische Atmosphäre meinem Tempera- 
ment Lebensbedürfnis istir 



In alter Treue 



stets 



/ 



\ / 



kA. 




Nachschrift :Mein an den Preussl sehen Landesverband gerichtetes 
Schreiben vom 10. Februar wird Ihnen inzvd sehen wohl schon vorge- 
legt worden sein, aber Ihrem grundsätzlichen Wunsch entsprechend 
lege ich diesen meinen Zeilen einen besonderen, für Sie person- 
lich bestimmten Durchschlag des Schreibens bei. 

Herrn Rabbiner Dr. Galliner 
Berlin-Charlottenburg 



Sybelstr. 19 



Dr.GALLINER 



^^M. 



OhHH 




radlord, den 8th Februar 1942 
"f2 Southf ield Sqare 



Lieber und treuer Freund ! 

Wenige WÄrte sa^en oft mehr als lange 
Redea-Mit wenit^en Worteh haben Sie alles gesagt, was un^ mitein- 
ander verbindet, und dafür danKe ich Ihnea herzlichst. 

Mein FreunüesKreis , mit dem ich hier allwöchentlich zusammen- 
komme, hat alles ^.etan, um mich an meinem Geburtötat:,e zu erfreuen. 
Ich habe b Reden über micn ergehe^ lassen, darunter eine von Rabbi 
Israels tarii, eine anuere i/on Rabbi Peritz aus Leeds , der früher 
Provinzialrabbiner in Marburg gewesen ist. Ich habe auch auf alle 
Reden geantwortet, unc icn vertiefe mich jetzt in die Lektare der %^ 
zahlreichen Gluckwünsche, aie angekommen sind, darunter auch ein 
Telegramm von BrodetzkÄ unc. eines vom Chief rabbi . Let^tererhat mir 
auch seinen Pentateuch una seinen soeben erschienen I.Teil vom Täglj 

chen GebetbuGfe geschickt. Auen Telegramme von Amerika und Chile 
sina angekommen. Es ist möglich, aaß noch weitere Briefe ankommen, 
lalls sie nicht aijß aem Meeresgrunde liegen. 
Nun zur Antwort auf Ihren lieben Brief: 

1) Eä ist selbverstünalich, dai. Sie von mir den Re^isterband zur 
Zeitschrift bekommen, aber Sie müssen sich noch einige Zeit gedulde 
Das Buch hat zwar nicht aer Engel Gabriel entführt, aber» aip Frau 
vom Engel Gabriel, nämlich die Gaiiriele, die Sie auch sZt.in meinem 
Hause kennen gelernt haben. Sit. hat es nach USA zu meinem Sohn mit-' 
genommen. Da icn iüm gescnrieben habe, dalS e» es nicht weiterleben 
soll, so* wird das Buch noch in seinem Besitz sein, una ich serde 
ih»^e. suchen, es so scnneil a^lr möglich ein Sie zu senaen. Es soll Ihr 
Geburtstagsgeschenk sein. 

2) Freimann wird Ihnen nicht antworten. Einen Grund dafür hat? er 
meinem Sohn nacht gesagt. Ich nehme an, uaß er der Meinung ist, g^hiw 

Schweigen ist Gold und Reaen ist Silber,, Ob Totschweip-en auch ein 
edles Metall ist, weiß ich nicht. 

^er übrige Teil Ihres Briefes hat mich recht traurig- gestimmt. Wr 
Wenn ich auch alles, das, w^s Si. mir schreiben, schon^einma] aus 
Inrem Munde gehört habe, so habe ich doch solche Worte immer ajs A^- 
Aeusserung eines augenblicklichen Unwillens angesehen. Da:. Sie bei 
Ihr-.i Temperament starKe .Vorte gebrauchen, ist nicht verwunderlich. 
GoetdtL sagt einmal, wer über nionte den Kpf verliert, der hat nichts 
zu verlieren. Besonders weh hat mir getan, daß Sie mit Ihrem Sohn 
nicht bo recht zufrieaen sind. Auch hier muß ich Goetiik zitieren- 
Denn wir können die Kinder nach unser» Sinne nicht formen 

man sie haben und lieben, 



if 



>ie erzienen auf sBeste unc 
Denn der eine hat die, der 



1. erzl.aep a,f 53;..^ „.a öeW'if&iVmÄ.'^i/ei: 



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Das Wort vom Darben unu Frieren nehme ich durchaus nicht leicht 
una ich nehme ee auch nicht leicht, wenn ich früher gesagt habe' 
Sie sollen aieses oder jenes Buc^ verkaufen. Ich habe natürlich' 
nicht ^.edacht an wiricliche Schatze, nicht an Judaica und Hebrai- 
ka, sondern an Bücher aus aer schönen Literatur ^üeber die Zukunft 
Ihrer Bibliothek mochte ich mich scnriltlich nicht äussern. Ich 
holie Qoc^n einmal nächstens Sie zu sprechen. Entweder kommen Sie 
zu mir oder ich zu Ihnen. 

Nun zu meinem Böhm Er nat noch das Fellowahip und ist noch 
im Jewisn Theolofical Seminary, unu zwar bis zum I.Juni dieses Jah- 
res .Er arbeitet aber schon t?.^ } ich/Stunaen als Editorial Assistant 

<>n aer Herausgabe einer En'/.yclot)adie, aie bis- zum & .Band bereits 
lerti^:, la; m dem Sie ja auch genannt weraen, und , wie icn Ihnen 
schrieb, wird in aer Literatur über Sie aucn mein Artikel über Sie 
genannt, üeber rneinaa Sohn habe ich von meinen Freunden aus USA viel 

Gutes /gehört. Ich hoiie, aaß er vorwärts Kommt. Wo er sc:.lip'nich 
seinen Arbeitskreis linden \vi;-a, las ist freiljch un^ev/iß. 



We^'en der Verülf ntlichung Inrer Antwort bei der Feier 



v;er- 



de ich meinem Sohne schreiben, und sobald ich aie Antwort habe. 44 
diese Ihnen v/eitergebe. * 

Ich lese einige Zeilen lur Ihre F^au bei, die so freundlic 
wav, OQiKit mir ihre Glueckvmnsche zu senden. 



Buenos Airea ,12, Jpnuar 1947. Echevrrla 2999 

Sehr verehrter lieber Herr Dr. Galliner, 

\'Ien.n ich heute in dem grossen Kreise Ihrer Verehrer un^ Pre-unde 
Ihnen, verehreter Freund, zu Ihrem 7 5. Geburtstage meine allerherzlich- 
st en vVünsche/feusspreche ,Bo wissen Sie a\ich,dass ich mit Ihnen als ei- 
nem der wesentlichen Komponenten gemeinsamen Strebens und Schaffens 
immer in den gleichen herzlichen Gefühlen verbunden bin. Ein Anlass, 
wie dig -^eier eines "sbgerundeten"Ge burtstages wirkt nur wie ein 
liautsprecher,der an solchen Tagen plötzlich angestellt wird und nun 
aus aller V/elt all das zu Gehör bringt, was in Gedanken und Gefühlen 
uTid in Werten an bleibender Sympathie , Wertschätzung und Liebe alle- 
zeit vorhanden isto 

Mögen Ihnen noch viele Jahre beschieden sein in geistiger Frische 
und" in lebensfroher Anteilnahme an dem Geschicke Ihrer Lieben und 
an dem, wenn auch zur Zeit . li: ^ - llg^cmeinen Weltgesche- 

heno'-'^enn wir nicht auch selbs^^^als die "Gewesenen" ^ sei ts stellen 
wollen, bl'-'^ibt -uns neben einer gewissen Abgeklärtheit nur der Aus- 
weg, in Vielem, was sich auch heute wieder regt, eine Fortsetzung unse- 
res Wollens und im ianzelnen wohl auch eine V/irkung unseres eigenen 
Streben^^zu sehen, weim SUCil "^1^ Formen uns noch weniger adhäouat er- 
scheinen mögen, £ls wir in^anseren Sturm- unri Drang-Perioden den 
damals "Gewesenen" erschienen sind. 

Ich bin nicht glücklich ^'iber diewenig Jüdische Rolle, die wir Juden 
zur Zeit in der Welt spielen und wünschte.die Welt hörte einmal 
die mächtige Stimme der wahren Seele des Jud ent ums , neben den Schmer- 
zes- und Todesschr^i^en unserrer Märtyrer, neben dem Hass-und den Cxe- 
walttaten der um ihr Recht Betrogenen,ne ben dem kleinlichen Gezänk 
oberflächlicher wicntigtuej- ^ond neben der resignierenden Gleichgül- 
tigkeit, die unsere Jugend von unserem Jüdischen Menschheitsideal 
zum Nihilismus zu führen dr^oht.Ich habe mir bis jetzt meinen un- 
erschutterlichen Optimismu'-^ bewahz-cn kOimen^wönn ich auch hier oft 
'^amit anstosse oder beiPchelt werde, Ich hoffe «uf eine um so inten- 
sivere Wiedergeburt unsp-rer Idpäle gewaltloser Gere cht ip-keit , je ^ 
^^^V^i^^ ^^^ -'^l-t zivr Zej^t in^das Chaos *soluter Gewalt-Anbeterei 
und ^^rfolgsverehrii:,ip:~ stürzi^ Id^ wiinschemir manchmal, mit Ihnen als 
^E.^l ^^?-e,,^e1^feftera4'^^^^ Preise GIb ichgesinnter über 

was SnL"^"' ^^^^ ^^^ ^'oT^iri und vor allem darüber ^,f P^^^f^^^ ^^^^ 

^tlT^'- -1^ Bei?:n:ihigen^ebm.a.bend ^^^J^f ^^f ^l^^jjft 
-^-L^e.ich. riönv-i rt..4.4. ^ V..,. v^ mit 67 J^bren noch ^le iviai^ 



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danVp Gott ,dass 



i''ch 



auc 



1 auch nicht in meinem eig 



L^r„::uchenB.mf,.uar.,ite„und 



^abe. 

ne Kr^^""-'^^^. ^-t'^^sunterhalt zu sO]-gen,und,aS^'- -^^ Püs^eji.?$ 

Sip h^V w^^ ^.-Ar_eigene^-3^ Leben zim.Ti,eTn >iif^i.\a^^Lpi-8 Ü^'^^^*^ ^^ H^ 
■^ - "^'^ ben ja Ja lir zehnte lang an Fiprua unci^-L»e^^ , .. rins 



oc,s icl sehe, wie sich mei 

' b en« 



mein 



hSJ^'zl Ich Anteil 



S/ohn 
Ju 



Jra.-ol 



. ,.no«>.e„ u^c »er^r^riich freuen.- fSn^eln »hrlgf 

Kahlichetr zvmdet usw.lj.-sere öltest. ^ t^n ihre Prämie ^^^^^^^ ihren 
schon 10 Jah:r und hat in hebräisch s '^^l^^^v^r Herr ^r. ^,>^,!,ieder- 
Ich würde mi ,->Vi qoV-i-- -rvönon ^T^r^ Thnpn »-*--*-_ ^^^^\\<^c<^^ ^^^ ^ ^-^^ • ^-^ 
auch e 
holtem 



Arde mich sehr freuen, von Ihnen, ^^t^ begrüsse -^^_;^e.schaft 

?inma"'^ wieder Direktes zu hören. .% m alter ^Freun 

"^ ■5-'^:ni..i2;en '/unsch für Ihre Gesur vdVie'^- ^ . y ^ni^c^^/^ 



l^PhI^I^'^^'^^ Jubilar die innigsten .unsche 
lieben Pamilie verbindlichste Grüsse 



Ihnen und Ihrer 



von Ihrer 



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• 



687 Gholson /ve. 



DR. ALEXANDER GUTTMANN 

PROFESSOR OF TALMUD AND RABBINICS 

HEBREW UNION COLLEGE 

CIN Cl NN ATI, OHIO 



July 15, 1943 



/ 



Hochverehrter, lieber Herr Doktor ! 



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Für die lieben xSÖSn zum Tode meines geliebten 
Vaters s.-A. danke ich Ihnen aufs herzlichste. Durch 
sie wurde mir der Spruch der Weisen "Worte die vom 
Herzen kommen, dringen ins Herz ein" verlebendigt. 

Zum tragischen Tode Ihres verehrten Bruders, Dr. 
Moritz Galliner und seiner Frau, sprechen wir Ihnen 
unser herzlichstes ^eileid aus. Ich kann mich auf ihn 
besinnen, er war nicht nur in seinem Beruf als Anwalt 
tüchtig, sondern auch als Persönlichkeit im Gemeinde- 
Vorstand hervorragend, aktiv und zugleich sehr beliebt. 
So oft ich ihn gesehen habe, Wcr er immer froh und le- 
bensbejahend. Dass er nun das Leben verneint hat zeugt, 
wie qualvoll es werden sollte, nachdem es schon bis dahin 
fast unerträglich war. Den letzten Qualen ist er nun ent- 
ronnen "zur Heiligung des Namens". 

Bis zum Ausbruch des J^-rieges hier, stand ich mit 
meinen i^ltern und Heinrichs in ziemlich regelm?^*ssiger 
Verbindung. Ich habe mich bemüht, sie herüberzu bekommen, 
leider vergeblich. Der letzte Brief von meinen Eltern 
war ein Dankschreiben für meine Gratulation zum 70-sten 
Geburtstag meines ^aters. In diesem Brief teilte er mir 
u.a. mit, dass der zweite Band "Judentum und Umwelt" 
fertig ist. Leider besitze ich nur ein einziges Exemplar 
des Buches, sollte ich ein zv/eites besorgen können. 



/ 



schicke ich es Ihnen sofort ein. Mit gleicher Post sende 
icÄ^^Bi Artikel ein, die ich hier in Englisch veröffent- 



licht habe. 

Es freut mich sehr, dass die Freunde und Kollegen, 
insbesondere die jtingeren, für die Sie so viel taten, an 
Sie schreiben, ein Beweis ,dass sie die Vergangenheit nicht 
vergessen haben, Haben Sie regelmässig Nachricht von Ihren 
Kindern in C^le und Australien ? ^vie geht es ihnen da ? Hof- 
fentlich sind sie guten Muts, und halten alle durch, um 
nach dem Krieg wieder ein normales Leben beginnen zu können* 

Dass Sie, verehrter Herr Doktor, unter den Um- 
ständen noch die Energie und Tatkraft aufbringen, sich der 
Wissenschaft zu widmen und ein Buch zu schreiben, ist mehr 
als bewunderungswürdig. 

Nochmals vielen Dank für die warme Anteilnahme, 
die ich ^mi^^ivs schätze, da sie von einem besondersjlnnigen 
Freund meines Vaters kommt ! 

Mit bestem Dank auch an Ihre liebe Frau 

und den herzlichsten Grüssen von uns allen 



bin ich 



Ihr ganz ergebener 



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DR. ALEXANDER GUTTMANN 

PROFESSOR OF TALMUD AND RABBINICS 
HEBREW UNION COLLEGE 

CINCINNATI, OHIO J ^^..^o^sA 2. (/ M ^(/ 



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Br. Otto Hirsch 



Berlin-Grunewald, den 3.Pe"br«1937 
Königsallee '65 



Herrn Rabbiner Dr» (ralliner^ 
Berlin-Charit^ Sybelstr, 19 



Sehr geehrter Herr Doktor, 

anlässlich der Vollendung Ihres 65» Lebensjahres 
möchte ich es bei dem Grass, den Ihnen die Reichsvertretunf 
übersandt hat, nicht bewenden lassen, sondern Ihnen auch 
noch persönlich die herzlichsten wünsche darbringen« Immer 
von neuem erfüllt mich Ihre Frische, Arbeitskraft und 
Energie mit Bewunderung» Möge Ihnen die Fähigkeit zu dem 
Ihnen so am Herzen liegenden Dienste an unserer Gemein- 
schaft noch lange erhalten bleiben« 

Mit ausgezeichneter Hochachtung 

Ihr Ihnen sehr ergebener 




(Dr. Otto Hirsch) 



J^ ^ - 



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Vorstand der Jüdischen Gemeinde 



Tagfebuch-Nr. 



Berlin N 24, den 2> Februar 1937 

Oranienburger Str. 29 



Es wird ersucht, vorstehende Tajjebuch-Nr. 
bei Beantwortung dieses Schreibens anzugeben. 



Herrn 

Rabbiner Dr# Julius 

Sybelstr» 19 
Charlottenburg 4* 



Galliner 



Sehr geehrter Herr Dr» Galliner^ 

Sie vollenden am morgigen Tage Ihr 65. Lebens- 
jahr und können, wenn Sie rückschauend die Leistun- ' 
gen betrachten, die Sie in vielen Jahren hingebender 
Arbeit vollbracht haben, mit Genugtuung auf unge- 
wöhnliche Ergebnisse zurückblicken» Vom den Kanzeln 
unserer Synagogen herab haben Sie Ihre Anschauung 
vom Judentum vorgetragen, Ihre Predigten sind von 
Überzeugungskraft \md Wärme des Gefühls getragen, 
sie schöpfen aus den Quellen unserer Lehren und 
verbreiten selbst Unterweisung und Lehre^ Als 
Lehrer der Jugend haben Sie sich unvergängliche 
Verdienste erworben, indem Sie unsere junge Gene- 
ration in der Tradition des Judentums und in Ehr- 
furcht vor seiner Lehre erzogen haben» 

Im Preussischen Landesverband Jüdischer 
Gemeinden haben Sie die ungev/öhnlich wichtige Aufga- 
be unternommen, das geistige Leben der kleinen 
Gemeinden zu betreuen* Die Bezirksrabbinate sind 
Ihre eigene Schöpfung, mit einem nie gekannten 
Mass von Hingabe haben Sie sich der Ausgestaltung 
dieser Idee gewidmet. Zahlreiche Junge Rabbiner 
im Lande wissen von der durch Sie empfangenen 
Förderung rühmend zu erzählen. Die Gemeinden sind 
durch die Einrichtung der Bezirksrabbinate in 



- 2 - 



- 2 - 



Zusammenhang miteinander und in ständige Fühlung- 
nahme zueinander gebracht worden. 

Bs ist fürwahr ein Lebenswerk von hervorra- 
gendem Umfange, das Sie geschaffen haben. 

Verehrt von allen denen, die den Vorzug haben, 
Sie zu kennen, aber auch geschätzt von Tausenden 
in unserer Gemeinde, denen Sie Gottes Wort und 
damit Aufrichtung in schwerer Zeit gespendet haben, 
gereicht Ihr Wirken unserer Gemeinde zum Segen. 

Möge es Ihnen, sehr geehrter Herr Rabbiner, 
beschieden sein, sich noch viele Jahre den Aufgaben 
zu widmen, die Sie sich erwählt und die wahrhaft 
Aufgaben sind, zur Erhaltung des Judentums und zur 
Ehrung des jüdischen Namens. 



Mit vorzüglicher Hochachtung 
VORSTAND DER JÜDISCHEN GEB^üEINDE 



- 2 - 

Zusammenhang miteinander und in ständige Fühlung- 
nahme zueinander gebracht worden. 

Es ist fürwahr ein Lebenswerk von hervorra- 
gendem Umfange, das Sie geschaffen haben. 

Verehrt von allen denen, die den Vorzug haben, 
Sie zu kennen, aber auch geschätzt von Tausenden 
in unserer Gemeinde, denen Sie Gottes Wort und 
damit Aufrichtung in schwerer Zeit gespendet haben, 
gereicht Ihr Wirken unserer Gemeinde zum Segen. 

Möge es Ihnen, sehr geehrter Herr Rabbiner, 
beschieden sein, sich noch viele Jahre den Aufgaben 
zu widmen, die Sie sich erwählt und die wahrhaft 
Aufgaben sind, zur Erhaltung des Judentums und zur 
Ehrung des jüdischen Namens. 



Mit vorzüglicher Hochachtung 
VORSTAND DER JÜDISCHEN GEUOSINDE 




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y//</AJr//r' . Vf/z/f^y //<//' 






. y^r/'///^ 7/,;ry ^ den 2,2.1937 



Herrn Rabbiner 
Dr. Julius (ralliner 
;ßerlin->ChGrlottenburg 4 
Sybelstr. 19 



Sehr geehrter Herr Rabbiner, 



zu Ihrem 65. Geburtstage erlau)ö.t 
sich der Vorstand der Jüdischen Gemeinde, durch das Aufbrin- 
gungswerk Ihnen die aufrichtigsten und herzlichsten Glück - 
und Segenswünsche zu übermitteln. Wir wünschen Innen von 
ganzem Herzen, dass es Innen noch lange vergönnt sein möge, 
Ihren Geburtstag in Frische und Rüstigkeit zu begehen. Ihr 
rastloses Wirken, voll treuer Pflichterfüllung, sowohl als 
Seelsorger wie als Lehrer der Jugend, Ihre amtliche Verwal- 
tungstätigkeit, ausgezeichnet durch feines und verständnis- 
volles Einfühlungsvermögen, haben Innen schon jetzt für im- 
mer einen ehrenvollen Platz in der Geschichte unserer Ber- 



liner Judenheit gesichert. 



i 



Möge uns Ihr segensreiches Wirken 



noch viele Jahre zum Wohle unserer Gemeinschaft erhalten 



bleibenl 




Mit vorzüglicher Hochachtung 
Vorstand der Jüdischen Gemeinde 
Aufbringungswerk 




Gemeinäerabbiner 



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fe/ephone: STAmford Hill 1971. 




CHIEF RABBI'S 
RELIGIOUS EMERGENCY COUNCIL 



President: The Very Reverend, The Chief Rabbi, 

Dr. J. H. HERTZ 

Joint Hon. Treasurers: OSCAR PHILIPP. Esq. 

JULIUS FELSENSTEIN. Esq 

Executive: Dayan H. M. LAZARUS. M.A. 
Rabbi Dr. S. SCHONFELD. 



Ref: REC/P/L 



Secretary : H. PELS, 

86. AMHURST PARK. 

LOlSfDON, N. 1 6 




2nd February, 1942. 

•^r. J. Galliner, 

72, Southfield Square, 

Lumb Lane , 

BRADFORD, Yorks. 

Dear Dr. Galliner, 

I understand that you are celebrating your äöventieth 
birthday toraorrow, and I am asked to send you our congratulations 
on this occasion. 

We know that you are celebrating this day under 
rather difficult circumstancds , and we know that if you 
were still in Germany, the whole of German Jewry would join 
in your seventieth birthday celebration. I hope that you 
will receive many expressions of friendship and recognition 
on this day, both from your friends from Germany who are now 
in this country, and from new, English friends whom you have 
made höre. Please be assured that we join whole -heartedly 
with all these people. 

We are sending you the Chief Raobi's Chumosh with 
commentary, in one volume, and a copy of the new Authorised 
Prayer Book with Commentary by the Chief Rabbi, and we hope 
you will enjoy studying these books. 

With repeated ^ ^' wishes both for you and Mrs. 
Galliner, 

I reraain, 

Yours 3 




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bradlord» den 6. März 1942 
72 Soutniiel^ Sqare 



Liebei' Freuna ! 



iDie naben niir mit Inren Zeilen zu meinem GeburUst.aice eine sehr 

:J-^^roiie> i«'reuJe uereitet. Beim Xeaen dieser Zeilen zo^;en Jahrzpimjte ; 

sohM?erstie'ti Katnp¥^e^"'4jiid .«chA^erster Aroeit <^Xi mir voraoer. ;stiLTiiriten 1 

/;ir, wie t.ie scrbreiben, auc'li nicht imiiaer über^in, so wußten v/ir 

docL,- .vir i:\xr eine U-berzeufeunti; eintreten, die unä das eigentliche 

Leben bedeuttrtt. und die uns innerlich be^lucKt nat. In vielen Jahren tr 

hr.ben .vir uns häufig ausgesprochen, un^i ich werde nie Inre Worte ver- 

i^iesi^en, aie Sie Sie in deji augenbiiciL zu mir aprachen, als Sie durch 

mich selbst rnain grausames ScnicüSdi erluürent aas mich betroifen nat. 

Daij ich in aen letzten Jahre.^ meiner Arbeit Ihren iJricn unterrichten, 

ihn iur aie Lehrerbilduncsanstalt vorbereiten durite, war mir eine 

besondere i^'reude . Jnh habe es /wiederum erlebt, aaß aas Band zwischen 

'.ehrer unl Schüler ein n«ili^>,es Band ist, aas nicht leicht zerrissen 

vvcraen r.ann, una ich bin überzeugt, da.^ aucn Ericii s(icn wieder zurück- 

finaen wird und vir dllfi unsere >'reude an ihm habon vverden« Ein Brief 

aus vveiter i-erne, aen icti Ihnen am lieosten ^::e£cnicl£t hätte, hat mich 

^anj. besonders erfreut, d.:vr Brief von Dr.Bricn Sacns, aer Professor an « 

de- [Jnivei'situi. m Detroit i.-t, una der in ra^rendeu Worten spricht 

von dem jKeli'p on.sunterrlcnt , aan er vor 35 J^iiren empfang-en nat, und 

von dem, //as icc ihm f^rs L^'o^n g-egeoen r^aoe . Ich hatte Innen noch 

'icjici mitzuteilen von der Geourts tagsf eier selbst, von der Teilnahme 

mein^M- >£'t>unae an diesm Tage - aer Cüiefrabbi una Brodetzki haben 

fcelei?:r .cr-dtuliert - aber ich will mir alles auf.=;poren bis zu aem 

AU^-enu-iicne . v;ü ich Sie persönlich^ spreche. VJelleichc haben Sie doch 

den Wunsch, mit Ihren Kindern einmal in Leed;e> lusaimnen/ ut^refi en, und 

aann ist es nur eine Kurze Fahrt mit deo-. Bus nach Eradford, wo v*ir 

uns aaan sprechen könne:^. hopi-i-ie ^r-^ . n ^. •,^ ^ 

Sie, Ihre liebe frau. Ihre lieben Kin;;il^^ uerzlichste Grüße für 

u, inre lieben i^inaer , in alter treuer Verbundenheit 



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Dr.GALLINER 



Liebe Lore GolaschiVlctt , lieber Ern<,i- ^mn v . ' 



BraiÄford, den 26. Februar I942 
72 Southfleld Sqare 



»nter.den vlelÄ Gratulationen, al, l.t e.Salt« ,»K 



^tt- .u den So..nsti. und «...ton. r ^ ^JTT" '"'' ''"" 



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Umeu alles „andUoh ,„ "^""^ "■ "'« Lag 

'■'l^non .elaen viel Cn ^1^! "" '" '"'^» '"'"^° ^•'"- ^ 



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DU. J. HALLUTER 

202 '::. 98 St..A ;t.l-C 

New York 25, ^.Y. 



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15. Oktober 1948 



Liobor Profossor Taoubler, teuerster Freund: 



Noch nioiaals haben mich ..'orte 
zurueck coJ^uohrt; noch nionia] 
einmal schauen Inüsen und Gec 
die Vorte, die »^ie mir eesehi 
einmal, staerkor als je, meir 
ilQ wurde nir coGönstaendlich 
durchdenken konnte, und iin::ier 
dem furchtbaren £.rlobon orinr 
die mir [-eblieben sind; insbe 
wieder aus Ihrem iQtzben Brie 



sc stark in die Vergaii^^enheit 
s haben i.iich .'orte alles noch 
anken in mir wach cerufen v*ie 
iebon haben. Ich stand v-feder 
em eiconen Leben cegenueber# 
so dass ich alles noch einmal 

wieder wurde ich pj ch bei 
ert an die wonigen ^ rounde, 
sonaere m Ihre Treue, die 
fe zu rnir spricht« 



\ 



Ich bin jetzt nicht mehr so vorzweifclt. In den :te tzten 
Tacon war ich recht krank« Der Arzt, mit dem ich befrcüdet 
bin - es ist ein ohemalicer -chueler von mir, Dr.Gruenthal - 
ist der -ieinung, dass mein c^^nzer seelischer und koerperlic I:er 
zustand auf die Arbeitslosigkeit zurueck zu fuehren ist. 
Durch Sie hof.fe ich, aus dieeer« zustand herau» i.-o^mhT't zu 
werden und wenn es auch loss auf -tunden ist; Stunden, et e 
mich vöVQessen machen mein Leid, meinen Kummer; Stunden, 
in denen ich vielleicht noch vorwaorts komiaen kann. Moe^^e 
das ] ^ginnende Neue Jahr uns beiden eine "'endung zum Guten 
bringen; fuer uns und fuer ai:.e, die uns lieb und teuer sind. 

An einer Andacht konnte ic . nicht teilnoliraon, aber ich weiss, 
dass ich sie nicht unbedingt noetig habe. Sie ha en recht. 
wir sind im Herzen konservative Menschen, und die Lrinnorungen, 
die wir haben an Leid und Kroud, sind wertvolle^^ als alle 
äusseren Mittel, die auf uns einwirken koonnen. 

Ich freue mich vor allen ->in,-,e i, aus Ihrem '>riefe ^u eraäien, 
dass es Ilinen gesundheitlich besser geht« Hoffentlich gebt 
es auch Ihrer lieben Frai besser,, vcn der Sie mir orzaohlten. 
dass sie sich nach nicht wohl befuindet. Was wir auch a les 
beginnen, moege es zum uten sein; das ist rjein Herzenswunsch. 

Innigste Gruesse fuer Sie und Ilire l:ebe :rau, 

Ihr (getreuer 
Meine Frau sendet innigste uonache und herzliche Gruosse. 



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In Flight With 

UNITED AIR LINES 

'ynited Air L\nes Hies more passenger-nules than any other 

(nr Itne in the world. Its "Main Line" Mid-Continent Airway 

ij the fast, direct way to cross the continent. 



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Post Card 



Please address 

and return to 

stowardess who 

will stamp and 

mail Card 

for you. 



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Dr. M. warschauer 

rabbiner der jüd. gemeinde 



BERLIN-CHARLOTTEN BURG 

BLEIBTREUSTR. 14 



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Bild Seite 21} 



DIH AGONIi: 
umzuschichten, also i„s KlcnbürgcrtuMK .. Wir kcmcn heute auch kcnicii jüdischen 
K^^ri' , ' '''' ^""^ '""''"' Lebei)sue-s eine Koininer/ienratswürJe oder industrieUe. 
Machthabeitu.n erstrebt. Da. Sehickval der älteren CJeneration m ^^ irtschaftheher 
gcscllschafthchcr und jüdischer Ilnisulu hat bei/e.ten vor einem We^^c gewarnt, der 
dem scharfen Auge vor dleni eines /eint: -elbe Ilecken.- 

»Die Letzten ziehen ab.« Unter dieser Devi.e nahm eui Wa-enam K.->1,kt Rosen montags- 
zug teil aut dem ein. Anzahl Männer, nnt Katran imkI Schläfenlocken Gestikulierend. 
Juden darzustellen suchten. Als l:,s,gnien ihrer volkischm /.uyhr.ri^knr war Knoblauch 
imd Zv.iebel um d.cn \\\u:en -;eliänu't. 

Der Westdeutsche Beobachter lobte diesen Zug. » trotzdem, wie gesagt, haben einige 

verkalkte Spitln-r d.iran Anstoll L'ennjiinuMi." . * 

Am Abend des Rosennionrags um .m.s.s Uhr fuhr auf dem Hauptbalmhof ein Zug 

Munchen-Tnest al>. AuJi dieser lange Zug hatte einen |udeiuva-en. Hunderte von 

Kolner Juden hatten sich .utdeni IJalinsteig angesainnielt. Mit hebräkhen Liedern wur- 
de der ankommende Zug empfangen, und unter diesen Klängen fuhr er weiter, einem 
hofriumgsvollen Ziele entgegen (Cememdeblatt v^mi i6. Februar 1934). 
»»Wir sind und bleiben jüdische I )aitsclie'< hieH das Schriftband, das die ganze Breite der 
Stirnwand eines Berliner Saales uährend einer Kundgebung der Erneueaini:sbewcuunL> 
der lüdischen I3eutschen nnn.b.n ix-n Zionisten stellte mai/aut dieser Ta<nin.^ die 



Juden gegenulXT, die wuir c;m- Heimat haben, Deutschland, das zugleich die Heimat 
ihrer Kinder sein soll.< Die Juden erklirre Rabbiner \^x. Galliner liärrnn die PHicht an 
den nationalen Aufgalnn d.s Volkes mitzuarbeiten, das Wir Volk geworden sei. 
Wie sehr die Kr>lner Juden sieh auch jetzt noch als Deutsche fühken, das beweisen vor 
allem die (K-tallenen-Cedenkfeiern, die der Reichsverband jüdischer Frontsoldaten. 
Ortsgruppe Ki^ln, in diesen Jahren veranstaltete. 
B In einer ergreifenden Ansprache, die Dr. B. Gottsclialk bei einer Feier und Fahnenweihe 
dieser Organisation am i. November 1933 hielt, heißt es: »Von den Epochen jüdischen 

Sterbens leben wirebenso wie von denen des Lebens ... EincEpochc des Sterbens ist es denn 
auch, die uir in dieser Stunde begehen, freilich wieder von and-rcr Art Xh^X dorb lv,r 

sie eines mit allen gemeinsam: ein schöpfensch-jüdischcs Sterben war auch das. war der 
Heldentod unserer CJetallenen, und auch in diese Feier klingt darum das Wort des 
Propheten hinein: dch bringe Geist in euch, daß ihr lebendig UTrdet!...< Und wahrlich, 
wir haben jet.t Heldengeist nr,tig, denn wie so oft in unserer Geschichte ist uns eine 
Doppelrolle zugelallen. Wir kämpfen mt Deutscliland, wir kämpfen //,;, Deutschland. 
Liebende sind wir und Abgewehrte, Sehnsüchtige und Zurückgestoßene... Diesen 
Kampf führen XMr als religir^se Menschen mit unserer ganzen Liebe zu Deutschland 
miserer heißen Liebe zum Judentum... Unsere Gefallenen, in dieser Stunde sprechen 
wir es zu Eurer Ehre . . . daß der h'stc Deutsche und der beste Jmk in ihren Hochzielen einig 
sind...« 

Ein Exemplar dieser von der »Gemeinschaft Köln« herausgegebenen Schrift enthält d:.- 
Inschritt: .Zur bleibenden Erinnerung gewidmet.« DasExemplar trägt einen Stempelauf 
der Titelseite: »Bibliothek des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschtums.. 
338 



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Series III: Professional, 1917-1949. 

This series is in German, with some English and Hebrew. 
2 folders. 

Scope and Content: 

Series III holds papers relating to Julius Galliner's profession of rabbl, as weil as one folder of 
congratulatory ciippings. 

Documents in this series include two relating to his changing role as rabbi of the greater Berlin 
Community in 1917: his contract as rabbi for the Community and an articie introducing him in 
the Community newsletter. Other papers relating to the Community concern the dedication of 
the Prinzregentenstraße synagogue in 1930 and an articie on educatlonal conflicts withln the 
Berlin Community. Documents relating to his departure from the Community in 1939 and his 
subsequent emigration, include a letter of recommendation and a blography published in the 
newsletter of the New York Congregation Habonim after his death. 

The ciippings found in this series are largely made up of Short pieces announcing his notable 
birthdays. These artides generally comment on the importance of Galliner's work. 
Box Folder Title 



1 
1 



9 
10 



Date 

Professional Documents 1917-1949 

Professional Documents - Congratulatory Ciippings undated, 1937-1940 



Page 1 of 1 



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VDR3T/ira DER JTJEDISCHF^^ GET^XINDE 
Tagebuch Nr. Dir. 3t. /Dal. 



BERLIN N 24, den 18. Mal 1939 
Oranienburger Str. 29 



}lBTr Rabbiner Tu». Julius Galllner scheidet nach 
einer 46J 'hrlgen Dienstzeit als Rabbiner und oeelsor^^er aus den 
Jiensten unserer aemelnde. 40 Jahre hindurch hat -lerr Dr.Galllner 

v^^f.'lLif ^^^ ^^^ ^^ ^^«^ Hauptsache wohl die 

\oraibelt fur die .ntwlcKlung unsere« Schulwesens Kefüfir-t. Die 
\.ertsca;t2ung, die sich ferr Dr. Galllner ebenso In den Frelsen 
unserer Gerne IndeDiltrlleder wie der Kepr sentantenversammlunJ und 
des Gemelnaevor Standes erworben hat, fülirte dazu, ciasr^err Dr? 
Ga liner als /ertr-eler des Gemeindevorstandes In den Grossen Rat 
des ireussißcnen Lendesverbandes delegiert vAirde und in dlesam das 
Jüdlscae Schulwesen ireussens leitete. Die Lehrerbildungsanstalt, 
Sr ^JtuZ ^^l^^^^'^^^^i p Zusammenhang stand, war au^ unter 
der -.eltung des lerrn ..c.bt)lner Dr.Galliner, ebenso wie Ihir die 
he??eJ^obla!^!'' Bezirksrabbi na te als V'^ezernent für Kultusangelegen- 

Als die • Glchsvertretun^T der Juden in Deutscliland p^era-ündet 
wurde, /;ln^ Herr Dr.Galliner für den Preusslschen LandSvSbSS als 
Mtplied des Grossen lates In diese Körper sc :ialt. v.lr betonen diese 
mannigfache T^nigkeit des lorrn ' a^blner Dr.Gauiner, u^ St z" 
Ausdruck zu orlngen, i.elch« hervorragende Tersönllc .kelt ffir unser 
Gerielndewesen 'lerr Dr.Gallli,er wai-.^^er Gemelndevorstand vmsste; dass. 
v^p'^Jir^T^r ^"^ "^"^ Dr^ndlliner delegierte, seine Interessen so woSl' 
wie die Interessen des Juaent-oi/iS überhauxOt In die richtlA^e ^land 
gele^^^ Y/aren. ^ 

In unemifldllchf;r unrl vorbildlicher ^eise hat '-bt^ Dr.Galllner 
sein vabhinat mit rier seelsorgcrlschen und der sozialen Tätigkeit 
verbunden. Das, v/as er in den langen Dienst jaliren auf diesem Gebiet 
geleistet hat, hat i]ir. die bosondere Liebe aller Gemeindemitglieder 
und auch seiner i^olle^renschaft zup-eführt. b ^^ ^ 



vrir sind Terr ' 
se ne hingebungsvolle 
Fort eng und wünschen 
der neuen 'leimat, die 
\\iinöch ergehen möge. V 
Dankbarkelt für Herrn 
von Kerzen gern- tun. 



für 



.abMner Dr. ';aLllner für seine "reue und 
Arbeit sehr dankbar. %li bedauern seinen 
herzlichst, dass es ll¥u und seiner Gattin In 
die Herrschaften sich selbst ausw hlen, nach 
arm Imr/ier wir Gelegenheit haben werden, unserer 
^r. Galllner Ausdruck zu geben, v. erden wir es 



(Stempel) 



Vorstand der Jüdischen Gemeinde 
zu Berlin 
Der Vorsitzende; 
(gez. )Heinr. Israel :^,tahl. 




18, Wimpole Street. 
W.l. 

Teccphone; Langham 2241. 



July 19th 46. 



To whom it may concem 



Bradford 1« SJ^ Jalllner, now reslding at 72, Southfield Square, 

p«S^!l%r^"°^P^^^ integrity. As teacher knd social workS he has 
SSSJa^el w?tT«i f ^h« youth and all those who« he heljS aS 
wellTnf^ ^oL^'^r ^^ "^""^ ceaselng readlness . He is^also 
well known amongst those occupying themselves wlth theologlcal sclence. 

Dr. Mitchel Lang, 

L.D.S.R .C.S. D »M.D. 




B e ;^> t a 1 1 u n g . 



* 
i 



Herr Dr. Julius G a 1 1 i n er wird von !• April 1917 
ab als Rabbiner der jüdischen aeneinde zu Berlin auf Lebens- 
zeit angestellt. 

Herr Rabbiner Dr. Galliner und die neben ihm fungieren- 
den Herren Rabbiner sind gleichgestellt. Jedoch bleibt es 
der Geneinde vorbehalten, jederzeit einen Oberrabbiner zu 
ernennen. 

Plerr Rabbiner Dr. Galliner ist verpflichtet, bei dem Ju- 
gendgottesdienste mitzuwirken, eine Religionsschule zu lei- 
ten und Religionsunterricht mit der vollen Pflichtstunden- 
zahl der definitiv angestellten Religion^lehrer zu erteilen, 
und zwar auch an Schulen, die nicht von der jüdischen Gemeinde 
unterhalten werden, auf Erfordern des Gemeindevorstandes die 
von der Gemeinde unterhaltenen oder subventionierten Unter- 
richtsanstalten zu inspizieren, wenn er zum Mitglied des 
Schul- und Talmud - Torah -Vorstandes gewählt wird, die auf 
ihn fallende Wahl anzunehmen und auf Verlangen des Gemeinde- 
vorstandes in die Schuldeputation oder den Schulvorstand ei- 
nes zum Bezirke der jüdischen Gemeinde gehörigen Ortes oder in 
die Schuldeputationen oder Schulvorstände mehrerer solcher Or- 
te als Mitglied nach Massgabe des Volksschulunterhaltungsge- 
setzes vom 28. Juli 1906 einzutreten. Der Gemeindevorstand ist 
berechtigt, die von Herrn Rabbiner Dr. Galliner geleiteten 

Relirionsschulßn 



Religionsschulon und den von ihn erteilten Unterricht nach 
Uassgabe der von Gemeindevorstand erteilten Anweisungen inspi- 
zieren zu lassen. 

Der Gemeindevorstand ist berechtigt, Herrn Dr. Galliner in 
den Synagogen und Betsälen der Gemeinde an Sabbaten, Feierta- 
gen und Halbfeiertagen sowie an deren Vorabenden, ferner auch 
bei den an anderen Tagen stattfindenden Gottesdiensten und bei 
sonstigen die Gemeinde berührenden Veranlassungen die Abhal- 
tung von Predigten beziehungsweise von religiösen Vorträgen zu 
übertrar-en oder die Kitwirktmg des Herrn Dr» Galliner bei die- 
sen Gottesdiensten und Veranstaltungen in sonstiger Weise zu 
verlangen. In erster Reihe sollen Herrn Dr. Galliner Predigten 
bei den Jugendgottesdiensten übertragen werden. 

Nicht nur in den durch das Gemeindestatut vorgesehenen 
Fällen, sondern auch in allen anderen, die religiösen Interes- 
sen der Gemeinde betreffenden Angelegenheiten hat Herr Rabbiner 
Dr. Galliner dem Gemeindevorstande auf Erfordern ein schrift- 
liches Gutachten ab::ugeben. 

Herr Dr. Galliner ist auf Erfordern des Gemeindevorstandes 
verpflichtet, die rituellen Einrichtungen der Gemeinde nach 
Kassgabe der vom Gemeindevorstand zu erlassenden Verwaltungs- 
bestimmungen zu beaufsichtigen. 

Auf Ansuchen der Geneindemitglieder hat Herr Rabbiner Dr. 
Galliner religiös-kasuistische Fragen zu beantworten. Trauun- 
gen und sonstige religiöse Akte soll Herr Rabbiner Dr. Galliner 
in der Regel nicht übernehmen; er darf sie nicht übernehmen 

während 



während der Zeit, in der an einer von ihm geleiteten Religions- 
schi'le Unterricht erteilt wird, oder in der er selbst Reli- 
gionsunterricht an den Religionsschulen der Gemeinde oder an 
anderen öffentlichen oder privaten Lehranstalten zu erteilen 
hat. Innerhalb des Be^iirkes der jüdischen Gemeinde zu Berlin 
darf Herr Dr. Galliner nur bei Trauungen, über deren Anmeldung ^ 
der Gemeindevorstand eine Bescheinigung erteilt hat, und nur 
nach llassgabe der vom Vorstande erlassenen Bestimmungen mit- 
wirken. Die üebernahme amtlicher Funktionen ( Trauungen, Ein- 
segnungen, Leichenreden, Predigten u.s.w.) ausserhalb des Ge- 
meindebezirkes oder bei Veranstaltungen, die nicht von der 
Gemeinde ausgehen, ist Herrn Dr. Galliner nur mit Genehmigung 
des Gemeindevorstandes gestattet. 

Herr Rabbiner Dr. ,Galliner ist verpflichtet, auf Anordnung ^ 
des Gemeindevorstandes bei Trauerfeierlichkeiten ohne Ent- 
schädigung Trauerreden zu halten. 

Zur Annahme oder Fortführung eines besoldeten Nebenamtes 
oder einer anderen Beschäftigung gegen Besoldung bedarf Herr 
Dr. Galliner der Genehmigung des Vorstandes der jüdischen Ge- 
meinde. 

Herr Dr. Galliner ist allen Bestimmungen unterworfen, wel- 
che das Statut der jüdischen Gemeinde zu Berlin über die Beam- 
ten der Gemeinde enthält. i 

Das Amtsgehalt des Herrn Dr. Galliner ist auf elf tausend 
Mark festgesetzt. Das Gehalt wird in Viertel Jahresraten im vor- 
aus am 1. eines jeden ilalenderviertel Jahres an der Hauptkasse 

der 



der jüdischen Gemeinde zu Berlin gezahlt. Für die Funktionen 
bei Trauungen erhält Herr Dr. Galliner von der Gemeinde die 
jeweilig durch Geneindebeschluss festgesetzten Gebühren. Aus- 
serdem bezieht Herr Dr. Galliner die ihm für l^itwirkung bei 
Beerdigungen^ bei Trauungen und bei sonstigen religiösen Akten 
gewährten Honorare. Die jüdische Gemeinde behält sich vor, die 
Honorierung der Rabbiner für die Kasualien durch die Gemeinde 
oder durch Dritte abzuschaffen; für diesen Fall steht Herrn 
Rabbiner Dr. Galliner ein Anspruch auf Entschädigung nicht zu. 
Herrn Rabbiner Dr. Galliner wird ein Ruhegehalt nach Hassga- 
be der Anstellungsordnung für die Beamten der jüdischen Gemein- 
de zu Berlin vom 28. Februar 1910 sowie der Nachtr%e vom 

31 .Mär z/7. Mai 1912, vom 9/l4. Dezember 1913 und 14. Juli 1914 
28. April • 4. August 

zugesichert. Im Falle seines Todes erhalten seine Hinterblie- 
benen V/itwen- und lITöLisengeld nach LIassgabe derselben Ordnung. 
Das Ruhegehaltsdienstalter wird auf den 1. April 1893 festge- 
setzt. 

Urkundlich ausgefertigt. 

Berlin, den 30. Uärz 1917. 





stand der jüdischen Gemeinde ^u Berlin. 



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FESTORDNÜNG 



FÜR DIE 




EINWEIHUNG 



DER 



SYNAGOGE 



PRINZREGENTENSTRASSE 



16. SEPTEMBER 1930 



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O RGELVO RSPIEL 



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Übergabe der Schlüssel durch den Erbauer der Synagoge, Regierungs- 
baumeister Beer, an den Voisitzenden des Gemeindevorstandes 



ANS PRACHEN 

VORSITZENDER DES GEMEINDEVORSTANDES 

VORSITZENDER DES SYNAGOGEN VORSTANDES 

PRÄSIDENT DES PREUSS. LANDESVERBANDES 

JÜDISCHER GEMEINDEN 



CHOR 

Es wird nicht untergehen Deine Sonne und Dein Mond sich 
nicht zurückziehen, denn der Herr wird Dir sein zum ewigen Licht 

Lewandowski 

ANSPRACHE 
UND ANZÜNDEN DER EWIGEN LAMPE 

Rabbiner Dr. Bergmann 



Psalm 1 fß 

Hallelujah! Lobet, ihr Knechte des Ewigen, lobet den 
Namen des Ewigen! Der Name des Ewigen sei gepriesen 
von nun an bis in Ewigkeit! Vom Aufgange der Sonne 
bis zu ihrem Niedergange sei gelobt der Name des 
Herrn! Hoch über allen Völkern ist der Ewige, über den 
Himmeln ist seine Herrlichkeit. Wer ist wie der Ewige, 
unser Gott, der hoch im Himmel thronet und tief her- 
niederschauet auf die Erde? Er richtet aus dem Staube 
auf den Armen, erhebet aus dem Elend den Dürfligen, 
ihn zu setzen neben die Edlen, neben die Edlen seines 
Volkes. Er belebet das Haus der Kinderlosen, daß die 
Mutter sich freue der Kinder. Hallelujah! 



Forbeter und Gemeinde' y^p C'Snn 

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Psalm 1 iy 

Lobet den Ewigen, alle Völker! rühmet ihn, alle Nationen! 
denn mächtig waltet seine Gnade über uns, und Gottes 
Treue währet ewiglich. Hallelujah! 

Psalm i i8 

Danket dem Ewigen, denn er ist gütig; 

denn ewig währet seine Gnade. 
Also spreche Israel: Ewig währet seine Gnade. 

Also spreche das Haus Aron: Ewig währet seine Gnade. 
Also sprechen die Gottesfurchtigen: 

Ewig währet seine Gnade. 



Ich danke Dir, daß Du mich erhöret und mir ein Helfer 
wärest. 

Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein 
geworden. 

Von Gott ist Solches gekommen, wunderbar ists in 
unseren Augen. 

Diesen Tag hat Gott gemacht, lasset uns jubeln und sein 
uns freuen! 



oSiyS ** noNi non '»:»Sy idj »a 

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Korbeter und Gemeinde: n*»j5 D'Snn 

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EINZUG DER THORAROLLEN 

Orgel: Leichtentritt 



Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, ragt empor, ewige 
Pforten, daß einziehe der König der Ehren. Wer ist 
der König der Ehren? Der Ewige, machtvoll und ge- 
waltig, der Ewige, kriegsgewaltig. Erhebet, ihr Tore, eure 
Häupter, ragt empor, ewige Pforten, daß einziehe der 
König der Ehren. Wer ist der König der Ehren? Der 
Ewige der Heerscharen, er ist der König der Ehren. Sela. 



Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist der Eine Gott. 



Einzig ist unser Gott, groß ist unser Herr, Heiliger sein Name. 



Chor: 

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rnonSo ii3:> »» ii3;ii ?«y >> 1^3.-1 

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D^ty ^nnß inb;i ds^b^ni onvc^ in«; 
it6d iia3n rihn Nin niN3v '* it33n 

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Korbeter und Gemeinde: 

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Korbeter und Gemeinde: 



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Rabbiner: (x E B E T 



Gemeinde: 



V ' V : •• T •• - T T « ' V •• t: •• • •! 



W E I H E L I E D 

Psalm 127, 1 / Psalm 90, 16, 17 

Lampel 

So Gott nicht hilft das Haus erbauen, ist eitel nur der Bauleut Mühn! 
Vergeblich wird der Wächter schauen, will Gott den Schutz der Stadt 
entziehn. Dein Wirken, Herr, laß uns erschauen und unsre Kinder deine 
Pracht. Du, dessen Güte wir vertrauen, du segrie, Herr, was wir gemacht. 





FESTPREDIGT 



G f^B^E T F Ü R D A S Y^T E R L J^ N D /, S JX' E N 

Rabbiner Dr. Baeck 



PSALM 150 

für Chor, Orgel und Bläser 



Lewandowski 



Hallelujah, lobet Gott in seinem Heiügtum, lobet Gott in seiner mächtigen 
Wölbung. Hallelujah. Lobet den Herrn in seiner Kraft, lobet ihn in 
seiner Größe. Lobet ihn mit Posaunenschall. Hallelujah. Lobet ihn mit 
Psalter und Zither, lobet ihn mit Pauken und Reigen, mit Zimbeln und 
Flöten. Lobet ihn mit schmetternden Posaunen. Hallelujah. Alles, was 
Odem hat, lobe den Herrn. Hallelujah. Alles lobe den Ewigen. Hallelujah. 




ORGELNACHSPIEL 






"4, 



4. 

i 






Aldus Druck Berlin SW 68 




. '^ ''T ^ "i !^ 



Ir^ 






Wege ziim" Jüdischen yilleu''. 

Die .^uagührungen in der der Nr. 2^ der Jüdisch-Liberalen Zeitung 
unter "Streifxichter" haben wohl bei ailen Liber..ien ruehr ala 
Kopfdchüttein erregt. So dürfte wohl einzig dastehen, wie die v;ahl 
eines Predigers der jüdischen (Gemeinde zustand egekonmen ist. 
Die xieprusentantenverdäinmlun^ zählt 21 Mitglieder, davon sind 
20 anwesend. Von der fehlenc en Vitglied wusste man, dass es ^e^en 
die Anstellung des Prediger stimnen werde« Den Vorsitz hat ein 
Stellvertreter ( Zionist) inne und gibt, da die 10 anwesenden 
Liberalen ^re en die Anstej-Liung sind, der .iusschjiAi^. Diese Tatoachexmi 
inuss feütgeha^ten wenden. Is solx kein Wort über die Persönlich= 
keit Leo Betieifenoen trotz CLei EiLpfehlun^ der Jücischen Kunc schau 
in Nr. 44 jesagt weiden, über dass diese Wahl dem G-eiste des Statut^j, 
viexxeicht auch dem 7/ortlaute widerspricht, darüber dürfte bei 
keinem ^^eiecht Denkenden ein Zweifel bestehen. Das Gemeinaestatut 
freilich kennt keine Predi 5er, sondern nur ivabbiner. Zur ^nstelx^^nj 
eines Kabbinersist eine 2/3 ^a.-^orität notwendig. Als vor etwa 29 
Jahren zuj ersten Mal in der Berli er -^ercei^e ein Prediger zur 
Anstell^^ng kam, und für diese Wahl eine 2/j, Majorität nicht voxhan= 
cen war, wandten sich die konversativen Mitglieder der i;epräsentan= 
tenversammlung an cen Polizeipräsidenten wegen Verletzung des 3ta= 
tuts. Äuf die AnfI^lge des Polizeipräsidenten an die Gremeinde, worin 
der Unterschied zwischen ei^er Prediger und einem Babbiner Lestrhe, 
hatte der Gemririöevorstand reantwortet, dass der -^recUger keinerlei 
rabbiniache und seelsor^erisc^ie Tätigkeit ausüben, sorK:ern nur Un=s 
terrichtsstunden erteilen und aiishilfsweise predigen dürfe. 
Damit hatte damals die An^ejue^enheit ihre iLrledi^ung gefunden. In de:^J 
Folgezeit sine nur wenige Predige anje^te^ult worden; deren Anste^xu: 
ist aber stets durch einsticmijen Beschlus^ erfolgt. 
Aber das ist ja nicht das Wesentliche. Ohne Zweifel ist in decL ^tatu* 
eine 2/^ Majorität für die Tahx eines Rabbiners verlangt woxden, , 




/ O 



A'eil enr. roit .^cht der Meinnn]: gevvrsen ist, derjenige, der- die 
Oerreinne die '^arze::. einräxime, mü^ise auch daa Vertrauen des ^r^^aater 
Teilo der ^etieinde kKksx! besitzen. Fs koinnt auch hinzu, daas heute 
die Geu.einoeiriitglieder keinen Unterachied rnachen zwischen dem 
Oeme ina e jxEoLt^i. rabbiner und einet Pre^.i^^er« Auch der ^reaiger 
wird trotz der damaligen Auskunft des Jemeindevoratandes zu aixen 
beeisore:eri sehen ^nüiungen, zu Trauungen, zu Beerligungen, hnr^^n« 
jezO:^en. Die ötimrengieichheit bei de^ oben erwähnten Wahl bringt 
doch deii^Mch zrm Äuadiuck, dass hier von einer; ^ert^auen ciei 
Gremeince nicht gesr rochen werde^i kann. Es dürfte auch einzig in 
e ner If^^ei nc"- everwa^tun : dt^dtehen, da.s ein ste-^xverlretendeÄ 
Vorsit i^er cier eine ooiche Verantworturg übernirmt, unc wie die 
Jüdisch Liberale Leitung schreibt, die Situation ausnutzt, da ein 
Repräsentant, d< r als G-egner aer VJahx anzusehen v^ar, gefehlt hat. 
aanz ei-^gen^rtig, ja mit einex geordneten Vexwalturg un= 
vprei>-bar iot ('as, was die J^?risch Liberale Zeitung über die Be= 
soi^dung eines Bearten, der k'^i^ -c^aüter ist, erzählt, Damach wird 
dem Betreffenden vom jerreirdevorstard ein ^rChalt bewilligt, ohne 
dass ein Oeineir.debesc'iluso für diese Besoxdim; vorliegt. Das 
Oedäch nio der Jüdischer! iaindsc^:ÄU schei-^t in diesem Falle völlig 
zu versagen. I3 müoste ihi bekannt sein, dass bei dei Übernahn.e 

i 

Jener von ihx exwährten iS., nagoge i^xiadrücklich besch Oosen wurce, 

duss die Gemeinde für die dort talgigen Beacten keinerlei Verpflich« 

müsste 
tung übpmehce. Is stüLxftR ihr xemer bekannt sein, dass der betrefi 

fende Prdeiger zur -^eit der Übein&hinf der -yna^o;:e an .dieser nicht 

Eig^ntikrer 
mehr äti ^ war, da der frühere a^ittMT den Vert-ag reit ihm gelöst 

hatte. Nun ist ohne Zweifel Öer ateeiind- vorstand iir, ..eCht , ohne 

aeciein3ebeschxuss it. Notfalle den oder jenen BeatAen ushilfsweise 

einzustellen, ^ber er darf ni.h^ (ii^sem Beamten ein llonatsgeha^t 

zubila.igen, das bei weitere die 3uDtn<$ überst- igt, die der betrefi'enc 

ae Beamte bekäme y»enn ex ungeste-^lt rtüre. Das aber scheint nach de: 

Vi ttel liTn^T Hot t^:j4 — i- - . . - ^^ 

Liberalen ^eitungHiaücfe der ^^11 zu sein. 



1 



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-3- 

Die AiTgeiegenhelt der Berifun^ des Lehrers Rosenthal arjs 

Haifa hat v«oh-L mehr mit eine " Wirtaachft" als mit eine.^Verwaltei 

tiing** z\i tun. Ter betrefiende Ihrer ist nur vom 3chulvor3ti:.nd 

Trot zdem 
gewühlt wo den, aber nicht durch die Oeixeindebehöruen. /tritt der 

Lehrer sein .^c^t an, da er wahrscheinlich vom Cchulvorstunc die 

Mitteixun^ bekomr en hat, das ex ^ewühlt worden sei. Ea ist aelbsi 

ver itänclich, das. er Umzugs':: osten zu verlangen hat, nach seiner 

M..feinun^ mehr als 2500-i^. Als über die Umzugs' o.^ten im "chul« 

vorstanr beraten wird, teilt sich heraus, dass Herr Rosenthal 

noch gamicht angestellt oei 

^uf fo^gende^ soll noch hingewiesen we den. In der xiprixnummer 

des leiaei nd < bj.att es gibt uer --chul-unc. fLalmud-Thora -Vorstund 

foxgeÄ.es bekonntr^Wir beabsicht. Igen nunmehr, weitere Kurse 

" hebräioche Sprachkurse) im ^-esten einzurichten. " Una weiter 

heiast es:"Pie Ar fange rkxaosen ir. 'Spaten be^^innen den Unterricht 

Mittwoch, den 10, April, in den Käumen des Beth .im Iwri, l-ro^= 

ipanstr. 36." Knn hat zwar der Schul-und Talmud -'i ho tl. -Vorstand 

kel^e^ diesbezüglichen Eeschluss f^efasst, Ruroe ir »besten einzu« 

ric!"ten. ^.ber ö r jüdisc e oChuSiverein hatte diese Kur^e beieits 

ein je ichtet. Und nun otexj.t ei bei der Jchuxvorott»r>d den An= 

trag, dic^e Kurse zu übernä'jren. Lern entsprechendwi rü besclixosaen 

und der Lehrer, der bereit den Unterricht im Auftrüge des Schul= 

Vereins jibt, , von der ^eminde ybemomiLen. Man sieht hieraus, 

wie der Jiidische 3chulverein und die Schulvrrwaltung miteinander 

arbeiten, ohne den ochulvorstand zu befragen. 

Is mag einstweilen gen'^n, auf dieoe -^ingr hinzuweisen. Möglich, 

dass duich solche Verwaltungsmbiäxinahmen das " jüdische Milieu" 



^eför^ert wird. Videant consu^es« 



Selmar oilbeiznann 



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Unffcu. Sie äicM bie (Jclilii^jfolücruua für btc CSntiuicriuua bei* 
2Dicnfrf)eu nur, lueiin il)r biß JJlejuUatc näl)cr acbradit lucrbcu. ^a, 
c§ reidjt ba^n nidjt einmal bie S3etätifiuna für bic 2Biffenfri)aft bci3 
x\ubcntuuiy an%f. ""Änd) uuiy bie U)cit iibciiuicaoube iÜioOi"l)oit bor 
ijcutc lebcnben äJi'enfd^cn fünft binucnt, luill fic üoii il)reii IjcrnoV' 
rngenben topfen bereit cjeiteUt I)aben. äBü eö ^nni ^eile bed 
oJnbentuniö bieut, \\>o e$^ beni ?5-ortfd)ritt nnb ber entiuicrinnn ber 
3l)?enfd)0eit ^utrüijUd) ift, in^befonbere auf beul Ok-biete ber fLvyaleu 
aBüblfabrtöpfleoe, barf ber ^j^ibbiuer fid) nidit uiebr uiit feiner 
SIrbeit in ftiller STIaufc beanÜQen, fonbern ba tnuf^ er and) binauö 
in ba^ öffcntlid}e Xieben, um bort für baä ^ubcntum feine ^bealc, 
feine Gnboiele unb bamit für eine nlücflii'tie GntuiidUum ber 
a^JeufdjOeit einzutreten, nnb wenn ci fein niufj, bai ilauipf auf' 
auneijmen. 

^nSbcfonbire in unfcrem enacren 23atcrlanbc, ba^ ic^t burd) 
bcn itriea in einen unerbörten .Qanipf rermicfelt ift, unb in beut, 
nad) bem büffenllid) balb errungenen nliicflidien 3ieae fo uuuuiier- 
lei ^I^erbältniffe, unter benen mir bii^ber gelitten baben, fidi ner- 
änbern merben, inSbefonberc in "»Ijrcuf^cn, mirb e§ für bie ^suben 
unb tbre Sebrer unb Rubrer notmenbig fein, niituuirbciten an ber 
SSerbefferung ber ^Berbältniffe unb ibrer 2\^iberer[tarfnng. ^n 
unfercm ^'aterlanbe ^]Nreuf)Cn ift i^um erften "'JJIal uor menigen 
"vsabren bc\^ .^subentum in einem bic innere "ivenimltiinn regelnben 
3taatc-.gefct^ bQn anberen Jh'oligionen gleidigeitellt unb bem ^lab- 
biner bie gletd)e (StcUung eingeräumt mie bcn (^eiülidien anberer 
aieligionen. ^m SSolföfd)ul-Unterl)Qltung§flefet} ift tjerorbnet, bafj 
in jeber ©djulbeputation and) ein SiJfabbiner al§ $öertretcr ber 
jübifdien ^cligionSgemeinfdiaft ein uotmenbiaev 5}htglieb ift. 
Xaniit ift uidjt nur bie 3teUung unferer yieligiünögeuieinidiaft 
im (Staate prääifiert, fonbern ei^ mirb üor allem anrfi bem Stabbincr 
ftaallid) unb amtlid^ eine SteHung gegeben, bie er niemaB bt§« 
i)cr in ^srcnfeen gehabt bat. 

SBoUte nun ein ^JKabbincr biefe (rrrungenfdKift nid)t HüH 
tDÜrbigen unb bie burd) bie ^teilnabme an ber (^diiiltiermaltung 
crtoad)feubc Slrbcit bintanfet3cn, fo mürbe er bamit nidit nur bem 
^subentumc überbaupt einen 3d)aben ,vifügen, fonbern er mürbe 
bie bem y^abbiner eingeräumte ftaatlidie Stellung für ^ie ;-5utunft 
mieber erfd)üttern. 3ic, febr geebrtcr .s5err Xv., beffen _ bin id) 
fimcr, mürben an ben ^Irbeiten ber (Ed)uIbeputation, ber 3ie angc* 
bJ3reu. mcrben, mit gröfjtem Gifer teilnebnten. ^^tidit nur bie ^Ir- 
betten, bie unjerc ^öh.iibeibrnicnieinfdjafi Oet'-effen, alle "trbeiten, 
bie biefe .^i5rperfd)aft gu erlebigen bat, fiub t>on ber aflergröfeten 
aSiditigfcit. ^ie follen ber v-ugenb unferer ^^aterlanbe^, alfo 
feiner Buf^^nft bienen. Gin febe-:? ^iPcitglieb geiftlidien Stanbe^o ift 
3mar für feine S^cligion, aber nid)t nur für bie Huierfe feiner JHeli- 
flion 5U biefen ^trbeiten berufen unb alle biefe Slrbciten baben 
fd)Iicf^lid^ bcn Gnb^mcd, gute ä'Jenfdien für bie 8ufunft bem 
SSaterlanbe berananbilben. ^emäbrt fidi bie Ginriditung, bemäbrt 
fidi ber ^}?abbiner in feiner iWitarbcit, bann UH'rben gleidv' unb 
äbnlidic 'öeftimmungen, bie für unfere 03laubcn^nieiucinfdiaft lion 
größter ^^ebeutung merben fönnen, folgen. Taid) hier mieber ift 
ber Rabbiner ein ?s-übrer unb ^^^ebrer in -'^s^^rael nnb für bic ???enfdi' 
bcit. — (So ift ein grof^e«? '^ilb ber umfangreidien unb fdimeren 
i'Trbeit, febr gecbrter .<oerr 9?abbiner, bav idi bier t^or ^^bnen auf- 
juroücn Dcrfud)t babe; aber e^o ift eine lobnenbe unb bcfriebigenbe 
9Irbeit. Sie erfüllt ben ganzen ä^Jenfdien, üc fdiafft ibm bie (Stel» 
Inng, bie ber S^^abbincr in bor iübifdicn OkMueinbe unb namentlid) 
ber Shibbiner ber erften iübifd)en ©emeinbe 'I^eutfdilanbt^ ein- 
nebnum foH unb vermöge feiner ^erfönlid)feit unb feiner Seiftun- 
gen beanfprudien fann. 

v^di uiitnfd^c ^bncn non .<oer,^cn OUüc! ,^u ber llcbernabme 
biefcC' fdimercu aber gcfegneten 5fmte?. 

hiermit hahe id) Sie in ba?-> ^fmt eines JRabbinerS ber jübi- 
fdien ©emeinbc äu 53erlin eingcfübrt." 

.*oerr ^?abbiner Tr. 0) a 11 i n e r ermibertc auf bic 5i?ortc be§ 
5Scrtreler^^ be^ 0)cmeinbe-'i.Hn-ftanbev: 

„^n ebrfurd)tc>nof(er Sdien übcrnebme idi bao beilige unb 
ticrautmortungopolle i^fmt cincy ^Uabbiner-o biefer Wemeinbe. ^\d) 
banfe ;^sbnen, febr geehrter .s>err 'i'orfteber, für bie bcr^lidien 
Sorte ber 58egrüBu.ng, für ba^j ^iscrtrauen, baö mir bier ,vtm i?hio- 
bruff gebradit morben ift, nnb für bie moblmorienbe ^ikurteilung 
meiner biäberigen ^ätigfeit. S^cnn irgenb etmaö ijuftanbc ift, 
meine .^raft ^u ftärfen in ber Erfüllung aller jener ^'flid)tcn, bie 
an biefe§ 5rmt fid) fnüpfcn unb bie Sic, febr aecbrtcr .^oerr ^or- 
fteber, mir liorgeäcidinct b^ben, fo ift e§ nädift bem .^oinblicf auf 
0)ott ber JRürfblicf auf mein eigene? Seben. .<oicr an bcn l^on biefer 
grof^cn C-iemeinbc cingeridjteten unb tion ibr gepffcgteii ^^ilbung?" 
anftnlten bin id) lion frübefter ^^ugenb an auf bcn beiligcn ^eruf 
vorbereitet, unter ber bcfonbcrcn i3citnng öon ^mei li?ännern, auf 
bic biefe Oiemeinbe mit SSerebrung blicft, non benen ber eine 
meinen ^licf gcfd:ärft für bic .Qiubc§fccle, ber anbcrcmid) unter» 
inicfen in ber Xeutung beö 3d)riftmorte^\ um cö auf ba^ Scbcn 



an.iumenbcn. ^a, nid)t aB ^^frcmbcr ftetie idb bier, nid)t unbcfannt 
mit ber @efd)id)te biefer ebrmürbigen ©cmeinbe unb mit ibrer 
'■IK'beutung für bic iübifd)e ©cfamtbeit. S^cit ^mci ^abr^cbntcn — ; 
id) barf cv imd) '^si)vcn ^il'orten, febr geehrter -S^err '^orftebcr, frei 
befennen — gebort hier in biefer (iieua'inbe mein ^er^ ber ^ugenb. 
ivsd) fonnie ibr craäblen t)on ber @efd)id)te unferer 5ßorfabren, üon 
ihrer meifterbaften <vcrtigfeit im Teufen unb Bulben, non ibrer 
i)atarbeit an beui religiöfen '<'5ortfd)ritt ber ?J?cnfdiheit. ^sd) fonnte 
mit ibr bie gcmaltigen dlcbcn unferer grofjen H?rol?beten lefen, 
jener oadjmalter ber reinften ®ittlid)feit, bie ber ^i^enfd)beit bcn 
bciltgen unb einzigen öott gegeben unb ben 33cgriff ber Sufinift 
erbad)t haben. ^sd) fonnte auf ber .'Csugenb 05emiit einmirfeii 
laffen unfere berrlidjen HJfalmen, ienc ^43crlen religiöfer i2i)rif, bie 
ber SBcItlitcratur üngcbörcn. l\nb menn bie Sugcnb reifer gc- 
inorbcn, burd) grünblid)en llnterrid)t in ben (Sdmicn bavan gc- 
möbnt mar, alle Grfd)einnngen in ??atur unb C55efd)id){c t^or bct 
Ü5ernunft äu redjtfertigen, fo fonnte id) fic auf unfere yieligionö- 
Pbilofopben binmeifen, bie ©lauben unb ©rfenntnii?, Üchcn unb 
52ebre in Ginflang ^n bringen gefud)t haben. Unb tucnn bie 
vsugenb bcn Ginmirfungen bcv Ilnterrid)tS entriogcn luar, hatte 
'für fie ber Ji^cbenofampf begonnen, mar ber 3iucifel in ihre S3rnft 
gi^icnft, mar fie in ihren hciligften Gmpfinbungcn crfd]üttert mor- 
ben, bann mürbe id) fielen ani^ ihrer Sl'tttte .ytm Jvreunbc, unb id) 
fonnte fie feftigen im S.-äterglauben. 

''Mcnn aber in biefer Si'eiheftunbe trots nieineS biöljcrigcn 
SebeuiJ mit ber v^ugenb unb für bie ^ugenb ein S3angen niein 
inneres erfüllt, fo mirb biefeS (35cfül)l hcroorgernfen, cinmaf 
burd) bie fvülle ber ^'fliditcn, bic mir foeben bargclegt finb unb 
bann and) burd) bie befonbere ^Jlufgabe, bic mir gcftcflt. ^sd) foU 
al$ Ohbbincr ber (Semcinbe ci^ aB meine liorncbmfte 5fufgabe an- 
fcben, eine ftänbigc 23erbinbung bcr^uftcllen Muifd)en (Sd)ule unb 
Gottc§bau$. 2Ba§ burd) bcn Unterrid)t vorbereitet, ma3 burd) ihn 
an Grfenntni'o unb 3L'erftänbni5 gemonnen, ba5 foU hier im ©ottcv- 
bauä gur (Stätte ber Hnbad)t merben. ."oicr foH id) mit ber 
^ngenb beten, hier foll ihr C55emeinfd}oft§gcfiibI gcftärft mer- 
ben, hier foll id) burd) SSerfünbigung bei 05otte§mortc3 auf 
ihren Tillen ein3umirfcn fudjen unb fic hinicnfen jur filt- 
lid)cn 'Xat. 

SBobrlid) ein bcrrlid)e6 unb grofu'3 8icl, ba^ mir gcftecfh 
A'j'ie Erfüllung frcilid) ift in ©otte§ $>anb geacbcn. .'^Dcr S'^f'nfd) 
)\\xn Uli' i^rcbei* unb eini'ti'n -■v.tfleu beriinbcn. Xaz- fei uirdr 



\ Si:^.,_^^rfpred)en vor '^hnen in bic^f^ Stunbe bcS> beginnen?. 

(iuui' luiferer Jöeifcn l)at bie 33ebcutung bc3 $.'ebrbaufc§ mit 
folgcnbcm Si^ortc gefenn^cicbnct: 

Eti iioauloiu misskajcm ello bisclnvll hewel piben tinaukauss 
schel bess rabbon. 

„Xv: Seit bcftcbt nur burrf) bcn ,<oand] bc3 2)?unbc3 ber 5linbcr 
bc'i SebrhanfeS." 

W6o,c ®ott mir .Qraft geben, baf^ mein Sirfcn bic Sabrbcit 
biefes Sorten erfennen laffe, biefer Öemcinbe .yim 3cgcn, ber öc- 
famtbcit .yir Gbre für unb für." 

Gin neuer GhorPortrag befd)lof3 bic ^cicr, auf bic ber üblid)c 
^rcitagabenb-@ottcc^bicnft folgte. 



^U0 bem grnuhcnfjnuö ber liibifdjeit ^emctnbr. 



MJ 



^4>rüfcffür ^c. 2(in\e^:^ ^c^rncL 

.'^err ^ r o f e f f o r 2) r. ^ ö r a c I bat bic feit länger al5 
40 :^abrcn Hon ibm auggeübte J^ätigfcit al3 Tireftor ber d)irur- 
gifiuen ^Ibtcilnng bcö .^ranfenbanfco ber iübifd)cn OJemeinbe ,=^uin 
1. VU'iii niebergelegt, um fid) auyfd)lief]lid) feinen U)iffenfd)aft- 
lid)en (Stubien unb feiner ^ribatpraris? ^u mibmen. 

v^n uneingefd)ränftcr Srncrfennung ber nrof',en 23crbienfte, 
mckhe er fid) in aufopfernngöluiHer, fegcn§reidier ^frbeit um 
unfere 5fnftalt erP.>orben I)at, unb im PoIIften 51>erftänbniv? für bic 
rwri'ierung be^ 'JfnfehenS, lueldie burd) ihn bem ^orfd)ungöeifer 
ber ouben auf mebi(^inUiiffenfri]afilidiem Wcbietc ^uteit iuurbc, 
bauten uür ihm Pon gan.^cm .s>er,H'n für all ba?\ pja^ er in ber 
Pergangenen 3cit für unfere ''^ad]c getan hat. 

l^>n iungen fahren, im !vs'abre IScSO , nad) nur 2Vi; jähriger 
2:ätinfeit alö 5lffiftenäarät unb o^-l-jähriger aUi ftellpcrtrctenber 
birigi'^rcnbcr ^Ir^t, mürbe er auf 5[>orfd)lag P. 2a n g e n b c rf ' 3 
mit ber i?eitung ber äufscrcn Station unferer Shiftalt betraut. 2er 
berühmte Lehrer hatte bai SSefcn feine? begabten 3d)üler§ rid)tig 
erfaunt. Xic .*ooffnungen unb Grmartungcn, Vocldic auf bcn 
jungen ^ ö r a c I gefegt iuaren, gingen in übcrreid)em 3Wafcc 
in Grfülfn.ng. 

L-r bemährte fid) nid)t mir aH ?rr,U im bellen Sinne, fonbern 
er cri)arb fid) and) in ber TiMffenfd)att bcn ^hif eine? SUiciftcr?. 

::cr Siame ^}> r o f. 'T r. ;^ a m c ? ^ ? r a c I ift mit ber 0)C^ 
'dirdro unfere? .Qranfenhaufe? für alfc Seiten eng PerfniipfL 
Sd)o;i jc^t, mo ^?rael? fünftigcö Sd}affen ncd) feinen ^fbfdifuü ge- 




S 



X._, 



-/ J D 



54 — 



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I , 



ßucrft ertriicrle ^crr Slabbiucr ^r. 2 o e Ju c n tb a l (^n\ 
bicfc ©cqrüfeunöSlüortc: 

„Unter ben iDell^eüoIIcu 5ll(inflcu bcä „Ma tauwo": SiUe jduni 
fiub t>cine 3elte J^acüO, bcinc ^^oI;muu], :v3i^i"^i-'l. ^h'^b^n mv bin'.^j 
(IJottcSiÖiiuä betreten. S)cr ^nl;alt bicfcä ©atjeö fan« unb flann m 
meinem Innern fc^ion borljer, üI5 td) am crftcn Xaac meiner iHu- 
U)e(en]()elt in ber S^cfiben^ftabt mit meinen ®i3I)nen biefeö elK- 
Juiirbioc Oottei^Oauy betiot, um i)Q\i ^idUiütiacn für bic qvo]X 
ISnobe äu banfcn, mit ber er mid) l;ier(;er uefüljrt hat 

a}ür 30 ^a^ien lö«t mein gufe biefeS (^ütteiif)Quö aum erft.n 
W^al betreten, ^ier laufc^te ic^ bcn SWeiftcrn beä äßortcS unb b^r 
i)lcbe, Ijier Ijörtc id) bie gelben ber äöiffenidjaft boö (^otlciiiüort 
Derfünben. Unb mm l;at Ü5ottc5 C^nabe mich an biejen Ort cic- 
fü^rt, um I;ier ber Berater unb Äe^rer ber ©emcinbc hu tDerbciu 
SDie ®d)onieit unb ber STbel biefeS ^aufeS tiert>flid)tet. Unb io 
ßclobe id), meine be[ten 5irä[te einäufefeen, um baä 5ßcrtrQuc;i, 
n)eld)e^ bic ^Jcitung bicfer öcmeinbe in mic^ üefefet Ijat, gu rat t- 
fcrtiocn. t 

®ie Ijaben, öceljrter ^crr SSorftei^er, barauf I)inflen)icfen, bife 
ber i)iabbincr nid)t nnr yiabbiner einer 3i)nanotH' fein foö, foii« 
bein, baf3 er mirfcn mi5(]e gum ^eile ber qefamten O^emeinbc. Xa- 
mit Ijabcn ®ie mir, unb id) barf moI)l aud) im Spanien meines cdr« 
miirbiijcn l'fmtSbrubcrö fpred)en, i]an^ an-i ber Seele qefprodioii. 
Unfrr Ueiliaftcx? Streben foll ev fein, burd) unfcre .'^ötiiit'eit Mi 
SSÖobl ber oefamten (i5emeinbc ^n fbrbern unb i^um ^cile ber a^' 
famten ^ubcnl;eit p mirfen. Unb gu X)ir, ^JlUfiütifier, rid)te idi 
mein ©ebet: „Wöqm nid)t befd)Qmt merben burd) mic^, bie auf 
^id) I)offen, o (Smiger, unb mi3cien nid)t ,^nfd>anben merben burd) 
mid), bie S^id) au[fud)en, (i5ütt ^§rael§l )JJiöa^ ber Slllöiitinc mir 
bie 5?raft geben, mein $öürl)abcn gur 2lu§fül)runa gu bringen. 2)ag 
fei ber SBine ©ottegl 5lmen!" 

^la\^ biefen Slu^^fübrungen bnnFtc .<oerr Siabbiner "Dr. 
ß i c b e r m a n n mit folqenber l'tnfprad)e: 

„^odfigcel^rter ^err ©ebeimrati ^d) banfe üerbinblid)ft für 
bie und) cbrenben 23egrüfeungSmorte, bcrcn ^inmeiS auf bie ^flid)- 
ten, bie im neuen älUrfung§frcife meiner barren, id) in bieicn 
teicrlid)en iUngcnblidcn, ab$ ba^j (£'ntfd)eibcnbe, Seglucifenbe 
empfimben l)abc. So äl)nlid) fprad) cinft ^J?abban ©amliel gu ben 
Hon il)m eingefctjten ®d)ull)äuptern: Jl\d)t fo fet)r, um aud) eine. 
SiJ^üibe 3U orrcid)cn, al§ um cud^ eine '2^icnftpflid)t aufsucrlcgc " 
habe id) cudi berufen!" ^ebod), in bicfem 'I^ienft erblide id) bj/ 
l)öd)fte SlMirbe. ^sm Tienfte biefer, c\n§' ber 2?iitte vy^raeiS 
nmjeftätifd) berausragenben ©emeinbe ftcben al§ religiofer ^^e- 
rater unb Ör^ieber, bebeutet auf einem DerantmortunaSi^oEen ^Sor» 
poften beö Oieiamtiiibentumö fteben. Unb miiute id) angefid)tir^ 
meiner fd)aH-id)en ^iMiftung Dergageu, fo erftebc id) non 05ott mir 
,<oilfe unb erboffe Hon ber @ri3fce ber Huf gäbe ben Hnfporn; bern 
bai^' .*Oobc Hermag gu beben, ^n bem SL'orte, mit uield)em b.'r 
Sabbntabid)nitt ber !^(iora bcn '^eruf be-o 'l^rioitery feiuioeidm.'t, 
lefe id) einen midi erbobenben unb ftiirfenben Ok'banfai. 
r'Helimartcm -- Tic ^^sriefter foHten bai? .s>eiligtnm „in Cbbul 
nebmcn". 3obaIb mir ein Ü5nt behüten moüen, nimmt es felbfi 
und) nnv in feine Cbbnt; iebe 3pnr ber ^^'ernadilaüigung an il'ti; 
mabnt un^^. Ta^> ,>n ^ik'hiitenbe mirb .^i unfcrem .sMiter . . . Ä)ii 
lefen in alten 3d)riften Hon einem funftHoU ancniefiibrten 5:bron 
feffel bei ^'ön\0 Salomo. Huf ber unteren Stufe bitten "ir^ 
miiditige ©eftalten erboben, gleidifam gnm SdMit^e ber .s>erridv;. 
'^-^etrat biefer eine ber böber liegenben Stufen, ba bäiten mv 
l^ibler&fittige in 5öemegung gefegt, mar ber ^^önig auf ber böd)fic.. 
Stufe angelangt, babe fid) bie ©eftalt einer Zaubc fanft über ib^ 
geneigt unb eine S'borarofle ibm bingereidit. "I^ao 2>crtrauen iin^ 
bie 5^-örbernng feiten^ ber Ok-meinbebebörben n.ib HmtvgeuoiiCH 
erbitte id), bie gleid) Hbler&fittidien emportraaeube Siebe' feitni- 
ber UJJitglicbcr mcinee> engeren SBirfungc^freiiev — erboffe ii!., 
bai .<pöd)ftc aber, bai ^i^irfen iwi Oieifte be^:? Jvrieben5 mCi)- 
SiHüfnng ber 2:bora — crftrebe id). U^'öge C^)otte§ Segen iibu- 
biefer Stunbc malten!" 

^1^:^ .<perr ^Jabbiner Tr. Siebermann feine ^^lobe beenbigt b^^tl 
trnrben bie beiben ^Uabbiner Hon ibrcn ^Jlmt^öoenoffon ;,ii 
J)^TbbinerbanI: geleitet; bann nabm ber 'Jlbenbgotteobienft feiiuM 
t^ortgang. 

Xic Srmti^einfübrung beö .<oerrn ^)iabbiner Xv. CvJ a 1 1 i n c v 
erfolgte am Freitag, ben 20. 5fHriI, . in ber Stinagofc' 
jV a f a n e n ft r a ft e. ^\nd) bier eröffnete ein (Sborlieb bic ^cic-, 
unter bcffen STliingen ber neue J}?abbiner, mi befien ^^egrüf^un;] f;.;! 
t'icle U^iitglieber ber Herfdüebenen Wemeinbe-MörHerfdiaften im- 
gcfnnben batten, ^nr Crftrnbe Hör bie .s>eilige 2abe gefiibrt mir. 
?[lv ^^ertreter bc^o 0')emeinbe»S[^orftanbe^o rid)tete .^-^err v^ufiiu t 
^^-^ r e V 1 a n e r fol gen be Vlnfpradie an .s>errn 9?abbincr "I . 
C^alliner: 

„Sebr geebrter .<oerr S?abbiner! 'Ter 5I^orftanb unfcrcr ^ - 
Imeinbc hat mir ben ebrenHolIen ^Jfnftrag erteilt. Sie bei ber 'I"i 
liibrnng in ^sbr nenec^ 'Jlmt 3n begriifjen. 2avVimt bec^ iliabbinc 5 



bat, mie Sie, febr geehrter ^err miffcn, feine mi)ftifd)en Unter-, 
lagen unb teine gebeimniöHoUen ^Äirfnngcn. 3iid)t baburd), ba^ \ 
ber 9^abbiner in fein Hmt eintritt, mirb er gu ber beroorragenben 
i^erfönlid)feit. (Sr mnfj fd)on eine ^4^erjöniid)feit fein, luenn er bai, 
Hmt übernebmen foll. i>tid)t, bafj er bau Hmt bei yiabbtnerö i 
fübrt, fonbern mie er eö fübrt, fd)afft ibm bie Stellung, bie ibm \ 
gebübrt. ^urd) bie ftraft feiner ^i^erfi3nlid)feit unb bcn ©lang i 
leiner Seiftungen mirb er ber Sebrer unb (Rubrer im :v^nbentum. * 
Unb ma§ tann eö für eine fd)önere Hufgabe geben, ali Sebrer unb 
Rubrer gu fein. 

8unäd)ft Sebrer unb Rubrer unferer ^ugenb. ^br, ber ^ugenb 
bie erbabencn K?ebren unferer ^Vligion Herftänblid) gn mad)en, 'ü)r 
bm unumftöijlid)en (Glauben an bie bcbren (iiirunöfä^c unferer 
Religion inö ^erg gu pflangen, fo ba^ fic an ibm tbr gangcä Sebeii 
binburd) fcftgubalten unb in ollen Sagen eine^ tDed)feU)oIIen 
'^^afcinS ibrcn SUid'balt an ibr gu finben Hermag, bic jungen Scute 
gu treuen ^uben unb guten a)kmfd)en gu madien unb fiebinauö- 
.ytgeleiten in bai Seben mit feinem ^aniHf unb feinen Siegen — 
bai ift eines ber fd)()nften 3iele, bai bem ^cnfd)cn geftedt mcr- 
ben fann. 

Sie felbft, febr geebrter C^err JRabbiner, baben gerabe auf 
biefem C^^ebiete bereits fid) bcrHorragenb betätigt. SDie HIten 
unfereS Sd)nl= unb Atalmnb=^bora=^XNorftanbeS nid)t nur, fonbern 
ond) bie mannigfadie miinblidie Hnerfennnng Hieler unferer 03e- 
meinbemitglieber geben bafür einen fHred)enbcn SemeiS. ^Jtid)t 
gule^t bat bie ^ugcnb felbft burd) ibrcn 'tSlunb gar oft gu erfcnnen 
gegeben, mie febr fie an ibrem Sebrer bangt, öat e§ bod) ber 3ii" 
fall gefügt, ba^ eine Hngabl ^brer Sifiülcr unb Sdiülerinnen auf 
bem .^eimmege Hon ber Sd)ule in meiner. Hon ibr unbead)teten 
(^egenmart laut unb ftürmifd) ibre jyreube über ben Unterrid)t 
gum HuSbrud gebrad)t bat, menn aud) einer ber 5^Ietnen biefc 
?^reube mit ben Sßorten cinfd)ränfte: STbcr orbcttcn mufe man, 
benn 6j>crr 05aIIiner ift ftreng. 

^n Sd)ule unb QJotteSbienft btiben Sic biSber für bic ^ugcnb 
in einer SBeife gemirft, bie erfcnnen läfjt, baf^ aud) meiterbin Sic 
in biefer 33etätigung eine mabre unb innerlid)e iBcfricbigung 
empfinben unb nni ber mirflidjc Seiter nnb <"s'übrcr ber ^ngcnb 
fein merben. 

Hber ber 3labbiner mufe aucb ber Sebrer unb fyübrcr in ber 
C5cmeinbe fein, vibnen, febr geebrter .^err ^r., braudie id) 
nidbts Hon bem ö^rieben in ber Oienunnbe gu fagen. Sie finb, mie 
id) übergeugt bin, mit offenen Hrmen Hon ^brcn Ferren HmtS- 
brübern in bercn .sUeiS aufgenommen morben. Sie babcn fid) 
gu einer feften, fid)ercn Hnfd)auung burd)gearbcitet, fteben in 
^brer Uebergengung auf feftem Untergrunb unb merben 05cred)tig- 
feit üben (eS mill mir fd)cinen, ba^ bieö nod) niebr ift — alS i^iic' 
ben balten), @cred)tigfeit gegen ^ebcrmann, @ered)tigfeit nad) 
red)tS unb linfS, nad) oben unb nad) unten. 

'Xie Hnfgabe bed ^Habbiner^ in ber (^kMueinbc gebt aber lücitcr. 
Turd) SBort unb ^at, burdi '^knbilb unb Ginmirfung mufe er ben 
(^iemeinbemitglieborn bie 'i^ebeutung unferer JHeUgion für bic 
*i'?enfdibcit unb für ben eingelnen in bie GrfenntniS bringen unb 



ibre "ilMrfnng ins 'kleben übertragen. 



^ai:» 



Hon ber .*\laugel gc» 



fprod)ene Sort reid)t bagu nid)t auS. Xer 9?abb iner mirb bem 
Gingelncn nöber treten muffen, ibm bie 2'?i3glid)fcit geben, fein 
.s^erg in ä3ebrtingniS ibm gu öffnen, jein ^sunerfteS Hör ibm blofe- 
gulegen, er mirb bie Sorge um bie <::cele feiner (^3emeinbemitglie' 
ber übernebmen müfjen. Tic Seelforge bci> nmbernen ^ubentumy 
bat nid)tS gu tun mit ber fonft bamit Herfnüpftcn 3?iiffion. Sic 
beftebt in ber Ginmirfung beS S^abbinerS auf baS Qkmiit feiner 
Oiemeinbenütglieber. Gr mufj fie auffndicn, menn fie üd) in ibrem 
v<nnern bebriicft füblen. Tic 'I^'ünfdie um ibr Scelenbcil, ibre 
Hngft unb ibre ^Jcöte muffen fie ibm offenbaren unb er mnfe mit 
milber .s>anb fie ben rid)tigcn 5?eg fübren unb fie Hör 2?crbitterung 
nnb ü^^erbärtung fdiiiben. Tic feelforgerifdie TätjgFeit muf^ fid) 
inc>befonbere and) erftreden auf bie .UrauFen in Mranfenbdufern 
unb Sagaretten, bie eincS Bufprnd)S nidit nnr bebürfen, fonbern 
ans mandunlei 05rünben biefen ;>ufprnd) berbcifebnen. Si^enn 
ond) mit biefem 3.1'nnfdie gar oft bor änt;ere OU-unb Hcrfnüpft ift, 
ber eine gleidie 'iH'banbInng ber jübifdien .Q raufen mit ben in bcn- 
felben NU-anfenbiinfern unb Sagareiten befinblid)en Seibenben 
anberen (Glaubens Herlangt, fo ift and) biefer äuf^erlidic SBunfd) 
Hon nid)t gu untcrfdiät.enber 53ebcutuna, ba feine GrfüGuna nid)t 
nur bem eingelnen unglüdlidien WlanbenSgenoffen ^Pcfriebimmg 
fdiafft, fonbern andi bem oubentnm bie gleidie Stellung erbält 
ober fdtatft, bie für bie anberen OUonbenSgemeinfd)aften burd) 
lange Uebnng beftebt. Huf biefem fo mannigfaltigen ST^ege mirb 
ber^lfabbiner and) gum Sebrer unb rubrer in ber 05emeinbc. — 
S2?in er aber fein Hmt gang auSfdiöHfen, fo muf. er and) ber 
Sebrer unb ^-übrer in v^Srael merben. TaS fann er nur, menn er 
fid) ber ^S^iffenfdiaft bingibt, unb fid) bem c>ffentlid)en Seben nid)t 
HcridiliefU- ^n benti'^er ;'^cit genügt baS blof'^c Stubinm in ftiller 
9Aan']c nid)t mebr. Sic 5BeIt miK bic 9?efultate ber Grforfd)ung 



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Mitgliederverzeichnis 



des 



Akademischen Vereins für 
jüd. Geschidite und Literatur 



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Kneipe: N. 24. Linienstraße 159» 
pernsprecher : Amt Norden 7955 



Ehrenmitglieder. 



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Dr. David Cassel, Dozent an der Lehranstalt 
für die Wissenschaft des Judentums, verstor- 
ben den 23. Mai 1893; 

Dr. Immanuel Ritter, Prediger an der lädisdien 
Reformgemeinde zu Berlin, verstorben den 
9 Juli 1890; 

Dr. Heinrich Graetz, Professor der Geschidite 
an der Universität zu Breslau und Dozent 
am jüd. - theol. Seminar zu Breslau, ver- 
storben den 7. September 1891; 

Dr. Joel Müller, Dozent an der Lehranstalt für 
die Wissensdiaft des Judentums, verstorben 
den 6. September 1895; 

Dr. Moritz Lazarus, ordentl. Honorarprofessor 
an der Universität Berlin, Geh. Reg. - Rat, 
verstorben den 13. April 1903; 

Dr. Gustav Karpeles, Gründer des Verbandes 
der Vereine für judisdie Gesdiidite und 
Literatur, Redakteur der Allgemeinen Zeitung 
des Judentums, verstorben den 21. Juli 1909; 

Dr. Martin Philippsohn, eh. ord. Professor der 
Geschichte in Brüssel, verstorben den 3. Au- 
gust 1916; 

Dr. Hermann Cohen, ord. Professor der Philo- 
sophie in Marburg, Geh. Regierungsrat, geb. 
den 4. Juli 1842, verst. den 4. April 1918. 



Dr. Leo Baeck, Rabbiner der jüdischen Gemeinde 
W. 62, Burggrafenstr. 19, Kurf. 6664; 

Dr. Ismar Elbogen, Prof., Dozent an der Lehranstalt 
für die Wissenschaft des Judentums, MW. 23, Alto- 
naerstr. 14, Moabit 9614. 



Alte Herren honoris Cdusa. 



*1 



Prof. Geh. Sau. -Rat Dr. M. Graff. 



3 



1. Goldschmidt,Älfons,(A5ra)Prof.Dr.phil.,Schriftsteller, 
Berlin-Grunewald, DougUsstr. 30a, Pfalzburg 3788; 

2. Kroner, Alfred, (Strebe), Amtsgerichtsrat i. K., Geh! 
Justizrat. NW. Thomasiusstr. 22. Moabit 5167; 

3. Wiiinski. Michael Max. (Pater), Institutsdirektor a. D., 
Lichterfelde- West, Unter den Eichen 42, Breiten- 
bach 1628. 

Alte Herren in Berlin und Umgegend. 



Dr. med. Georg Arndt; 

Reditsanwalt Dr. jur. loseph ßadt; 

Rechtsanwalt Harry Behrend; 

Dr. med. Alfons Cheim; 

Dr. phil. Julius Cohen; 

Dr. med, Louis Finkenstein;' 

Rabb. Dr. phil. Samson Hochfeld; 

Dr. med. L. Kaiser; 

I. Karmel; 

Rabb. Dr. phil. Benzion Kellermann; 

Sanitätsrat Dr. Louis Less; 

Dr. med. Leo Stein; 

Zahnarzt Siegfried Stern; 

Dr. med. M. WeiO. 






l. Baruch, Bernhard, Rechtsanwalt am Kammerge- 
richt, (Togo), 4 7.1885, Steglitz, Mittelstr. I ; 
Büro: SW 68, Zimmerstr. 84, Steglitz 3725, Büro: 
Zentrum 3984 (04—07); 





i; 



2. Baumann, Siegfried, (Petz), Ingenieur, SW. 61, 
Dreibundstr. 2, i./pa. Elektrische Anlagen, Siegfried 
Baumann. SW. 61, Blücherstr. 62/63, Privat: 
Hasenheide 366, Gesch.: Hasenheide 9261-9262, 
12, 12.76, 94-98 [XXX]; 

3. Becker, Fritz, Dipl.lng., (Schrippe), 25. 2. 99, 0. 27., 
Blumenstr.92, Königstadt 1379, 17/18—22/23, fXX. 
XX, W.F.M.]; 

4. Bergmann, Hans, Dr. med. Arzt, (Rum), 21. 9. 95, 
S.59,Kottbu5erdamm65,Moritzplatj 6449,19/21, [X]; 

5. Blumenthal, lulius, Dr. jur., Rechtsanwalt, (Früch- 
tel), 17. 3. 00, N. 24. Monbijouplatz 4, Büro: C 2, 
Burgstr. 30, Wohnung: Horden 4029, Büro; Norden 
7148, 18-21, (Bibliothekar W. F- M); 

6. Blumenthal, Louis, Dr. phil., Rabbiner, (Bliem- 
chen), 2.2.66. N. 24, Monbijouplatz 4. Norden 4029, 
84/85—88/89; 

7. Buttermilch.Wilhelm, Dr. med., Kinderarzt, (Molke) 
28. 12. 75, Charlottenburg, Knesebeckstr. 72/73, 
Steinplatz 1357, 92—95, [x]; 

8. Callmann, Felix, Dr. med. dent , Zahnarzt, (Feix), 
28. 9. 86, W. 15, Lietzenburger-Str. 41-42, Oliva 
4045 (04-07) [XX, XX, F. M.]; 

9. Callmann, Georg, Dr. med., Arzt, (Schlemm), 
11. 11. 92, NW. 5, Havelbergerstr. 5, Moabit 7879, 
12-19; 

Caminer, Erich, Dr. med., Frauenarzt, (Rouhs), 
16. 6. 92, Wilmersdorf, Kaiser- Allee 44, Uhland 
7672, 12-19 [X]; 

11. Cheim, Sally, Rechtsanwalt, (Well), 22.11.89. 
Charlottenburg, Suarezstr. 47, Büro: An der Span- 
dauer Brücke 2, Privat: Wilhelm 672, Büro: Norden 
6211, 09-13 [XX, X, F.M.]; 



10 



1 



12. Chrdplewski, Willi, Dr. med. Arzt, (Bemm) 15.8.87; 
S0.33, Wrangehtr. 21, Moritzplatz 9635,06-09, 
Cohn, Hermann, Dr. phil., Studienrat, f'Janosdi), 
26. 12. 77, W. 15, Fasanenstr. 37, Oliva 3720, 

98-03, rxXXX. XX, X. X]; 

Crohn, Heinrich, Dr. med. dent., Zahnarzt, (Stift), 
9. 7. 97, NO. 55, ßötzowstr. 4, Königstadt 6337, 

19-21; 

15. Czapski, Georg, Dr. jur. Rechtsanwalt, (Quart), 
1.6.95, C. 25, Rochstr. 18, Büro: SW, priedrichstr. 

.65a, Merkur 5161, 19; 

16. Dalimann Alfred, Dr. med. dent., Zahnarzt, (Fusel), 
7.1.77, Privat: Friedenau, Fregestr 23, Praxis: NO 18, 
Landsberger Allee 36, Rheingau 2594, Praxis: 
Königstadt 7102, 95—98 [XXl; 

17. David, Leo, Dr. med., Arzt, (Schlauch), 9. 2. 94, 
Reinickendorf - West, Scharnweberstr. 108, 
Reinickendorf 1255, 11-19. [XX] ; 

18. Erdmann, Max, Dr. med. dentZahnarzt, (Tschang), 
23. 4. 81, Charlottenburg 4, Wilmersdorferstr. 111, 
Steinplatz 11631, 00-02, [XX F- M.]; 

19. Fabian, Martin, Rechtsanwalt, (jadi), 25.5.81, 
Potsdam, (Wildpark), Viktoriastr. 39, Potsdam 
2584, 99/00—03/04; 

20. Fink, Artur, Dr. jur. Rechtsanwalt, (Styhbel), 30.3.82, 
Schlachtensee, Sophienstr. 3, Büro: W. 57, Pots- 
damer$tr.76, Wohnung: Zehlendorf, 2839, Büro: 
LOtzow (6208), 00—01; 

21. Finkenstein, Norbert, Dr. med. dent., Zahnarzt, 
(Lenz), 1. 12. 95, Zehdenick i. M., Zehdenick 107, 
19-21; 

22. Fiicher, Georg, Dr. med., Hals,- Nasen-, Ohren- 
Arzt, (Pypel), 24. 7. 82, NW. 23, Flensburgerstr. 20, 
Hans* 881, 02—07; 

8 



.1 



^ 



T" 



23. Fiater, Dagobert, Dr.med., Chirurg., (Lott), 15.6.86, 
W.15, Pfalzburgerstr. 12, Oliva 620, 05-07, 
[XX, XI; 

24. Friedmann, Ernst, Dr. med., Arzt, (Meeth), 24.2.94, 
S O. 16, Brückenstr. 10, Moritzplatz 15093, 
13/14-18/19; 

25. Gabriel, Georg, Dr. jur. Reditsanwalt, (Hax) 
4.10.94, Privat: Lichterfelde- West, Geranienstr. 13, 
Büro: Alte Schönhauserstr. 3, Privat: Breitenbach 
1338, Büro: Norden 3880, 13-20; 

26. Galliner, Julius, Dr. phil. Rabbiner der jüdisdien 
Gemeinde,(Kathi), 3.2.72, Charlottenburg, Sybelstr. 
19, Steinplatz 3911, 97—00 [X, X]; 

27. Glaß, Georg, Dr. med. Arzt, (Kidt), 9. 11. 91, 
Neukölln, Hermannstr. 91—92, Praxis: Hermann- 
str. 74, Neukölln 2486, 12-18, [XX, Bibl. 
Cass. Schriftw.]; 

28. Goetz, Alfred, Dr. med., Arzt, (Baal), 25. 11.99, 
Werneudien, Kreis Oberbarnim Bez. Potsdam, 
Mühlenstr. 2, Werneuchen 106, 19—21, [X, X, 
F. Ml; 

29. Goldberg, Herbert, Dr.med., Arzt, (Ella), 17.11.99, 
Friedenau, Cranadistr. 62, Rheingau 2353, 
19-26/27, [XXX, F.M.]; 

30. Goß, Erich, Dr. med. Arzt, (Laahr) 6.11.97, 
Steglitz, Am Fenn 7, Praxis: Steglitz, Halskestr. 10, 
Steglitz 333, 19; 

31. Graetz, Martin, Dr. med., Arzt, (jesko), 4. 11. 86, 
SO. 36, Kottbuser Ufer 39, Moritzplatz 16717, 
06-10/11, [X, X, fünfmal F. M.]; F. M.; 

32. Grau, Curt, Dr.med., Arzt, (Star), 5. 9. 97, SW. 29, 
Friesenstr. 5, Hasenheide 4211, 19-20, [XX, 
X. F. M.]; 



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7 



33. Grau, Ludwig, Dr. med. dent., Zahnarzt, (Suff), 
17. 5 90, O. 34. Warschaiierstr. 55, Andreas 3032. 
07-09/10; 

34. Grünfeld, Walter, Dr. rer. pol., Handelsredakteur, 
(Wahm), 17. 3. 02, C. 2, Kaiser- Wilhelmstr. 60, 
Merkur 2310, 20/21—25, (Bibl); 

35. Gutmann, losef, Dr. phil., Seminar-Direktor, (lllo)» 
15. 12. 65, N. 24, Große Hamburger^tr. 27, Nor- 
den 3472, 88-92, [XX. XX, XI; 

36. Gutmann, Rudolf, Diplom-Ingenieur, (Fink),19. 3. 02, 
R 24, Große Hamburgerstr. 27, Norden 3472, 
20/21-24/25, [W. FM.]; 

37. Guttmann, David, Dr. med. Arzt, (Seil), 8. 3. 90, 
Charlottenburg, Gervinusstr. 22, Steinplatz 1673, 
12-17, [X,X, F.M]; 

38. Hirsch, Martin, Dr. jur. Rechtsanwalt, (Pan), 31, 
10.97, W. 15. Duisburgerstr. 12, Büro: SW. 68, 
Friedridistr. 49a. Privat: Oliva 3092, Büro: Dönhoff 
4796, 18/19-21/22; 

39. lacobsohn, Moritz, Dr. med. Arzt, (Tsching), 
18. 5. 80, Marienfelde, Bismarckstr. 33, Südring 609, 
00-lO,[XXX, X.X,F.M., F.M.]; 

40. Joseph, Kurt, Referendar, (Khousch), 17. 6. 94, N. 65, 
Triftstr. 54 bei Cohn, Hansa 4652, 12/13—13/14, 
[XX, Schriftf.j; 

41. Ittmann, Julius, Rechtsanwalt, (Naso) 26. 12. 67, 
C. 25, Alexanderstr. 34, Königstadt 863, 90—90/91; 

42. Kallmann, Ddgobert,Dr.med., Assistenzarzt, (Leegh), 
21. 3. 98, Krankenhaus Berlin-Lankwitz, Viktoria- 
str.55-59, Lichterfelde 1468, 5031, 18/19-21/22, [Xj; 

43. Kallner, Jacob, Dr.med,prakt.Arzt, (Baba) 12. 10.70 
Spandau, Breitestr. 49, Spandau 809, 91-94; 

10 




44. Katz, Manfred, Dr. rer. pol. Bankier (Kater), 30.6.91, 
Charlotten bürg, Kaiserdamm 11, Büro: NW. 7, 
Unter den Linden 56, Westend 1973, Büro: Zen- 
trum 3752-53, 11-18, [achtmal X, F. M.]; 

45. Kaufmann, Erich, Dipl. - Ing , (Schluck), 2. 3. 81, 
Lichterfelde- West, Limonenstr. 1 la, i./Fa. Karl Block, 
SW., Kochstr. 9, Breitenbach 1252, 00—05, 

[xy.xxxj; 

46. Klein, Ludwig, Oberlehrer, i./R , (Lajos). 23. 11.59, 
NW. 87, Klopstodstr. 21, Moabit 2869, 86—89, 
[XX,X, X, X]; 

47. Kozower, Philipp, Rechtsanwalt, (Buc), 29. 1.94, 
C. 2., Poststr. 12, Merkur 422, 12-17/18; 

48. Krutsch, Martin, Dr. med., Arzt, (Bassa), 24. ^. 94, 
W. 15, Dösseldorferstr. 48, Praxis: SW. 61, 
Yorkstr. 3, Oliva 2687, Praxis: Hasenheide 4318, 
14/16 [XXX, XXX]; 

49. Leß. Ernst. Dr.med., Arzt,(Tango), 30.6.94, NW.52, 
Kirchstr. 23, Hansa 1634, 13-18; 

50. Levy, Arthur, Dr. jur. Rechtsanwalt, (Schell), 
2. 1 2.73, Friedrichstr. 208, Zentrum 9873. 96/97—99; 

51. Levy, Georg, Rechtsanwalt, (Pique), 25.8.79. 
0.27, Alexanderstr. 14b, Alexander 1924. 96/97—99; 

52. Levy, Hans, Rechtsanwalt, (Kipp), 15.4.85, O. 27, 
Alexanderstr. 14b, Alexander 1924, 05-07; 

53. Lewinnek, Alfred, Dr. phil-, Studienrat, (Trhyh), 
26.10.92, Haiensee, Küstrinerstr. 15, Steinplak 191, 
12—14; 

54. Lewinsky, Adolf, Justizrat, Rechtsanwalt und No- 
tar, (Bolle), 21. 7. 64, SW. 11, Königgrätrerstr. 80, 
Büro: SO. 36, Dresdenerstr. 135, Büro: Moritzpla^ 
3071, Privat Hasenheide 2707, 80/81-87/88 [x]; 

55. Lewinsky, Moritz, Dr. med., (Namppe), 28. 7. 94, 
Charlottenburg, Goethestr. 78, Praxis: N.31, Brun- 
nenstr. 76, Humboldt 4157, 14; 



11 



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56. Lewinsohn, Hugo, Dr. med., Arzt, (Maaß), 8. 1.95, 
Wilmersdorf, Motz$tr.52, Pfalzburg 9898, 14—16/17 

[XXX, Xl; 

57. Lewy, Leo, Dr. med., Arzt, (Mops), 30.1.94, Char- 
iottenburg, Gervinusstr. 24, Steinplatz 7875. 
12/13—19; 

58. Lion, Leopold, Dr. jur., Redakteur, (Kwass), 31.8.85 
Charlottenburg 1, Wallstr. 22, Wilhelm 6954' 
04/05—05/06; 

59. London, Sally, Dr. med-, Arzt, (Myster), 26. 3. 86, 
NO. 55, Immanuelkirchslr. 29, Alexander 907 
07-11/12, [XXX, XX, X, F.M]; 

60. Loewenthal, Max, Dr. med., Sanitätsrat, Arzt, (Po), 
28. 7. 68, Charlottenburg 4, Schlöterstr. 52 
Bismarck 2500, 87—91; 

61. Lux, Bruno, Dr. med., Arzt (Töff), 23. 1. 98, N. 54, 
Weinmeisterstr. 9, Norden 1969, 19; 

62. Mannheim, Herbert, Dr. med., (Lutti), 28. 12. 95, 
Charlottenburg, Leibnitzstr. 62, Bismarck 922 
16-23/24; 

63. Moses, Gustav, Dr. jur., Rechtsanwalt, (Moon) 
12.11.92, Wilmersdorf, Helmstädterstr. 12a' 
Büro: W. 8, Französischestr. 13—14, Wohnung! 
Pfairburg 3868, Büro: Zentrum 2001, 16-19 [X, X]- 

64. Orbach. Ernst, Dr. med. dent., Zahnarzt, (Traud- 
dien), 9. 8. 82, NW. 23. Flotowstr. 10, Praxis: 
C. 25, Alexanderstr. 32, Moabit 5598, Praxis : 
Alex. 3543, 01—05; 

65. Paradies, Max, Studienrat, (Eddy), 2.6.82, NW. 21, 
Dortmunderstr. 4, Moabit 504, 02—06. [XX, 

Kassierer]; 

66. Philipp, Herbert, Rechtsanwalt, (Lehm), 10. 11.90, 
Charlottenburg, Mommsenstr. 62, Büro : Harden- 
bergstr. 24, Wohnung: Bismarck 6480, Praxis- 
Steinplatz 10535, 09-12, [XXX, XXXJ; 

12 




\ 



67. Pincuss, Leo, Reditsanwalt, (Krugk). 7. 7. 89, N. 4, 
Chausscestr. 1 1 1~ 112, Norden 203, 08-12, [X] ! 

68. Pinkus, Max, Regierungsbaumeister, (Yessj, 27.6.91 
Lichterfelde-West, Limonenstr. 22, 11 — 14; 

69. Posner, Fiitz, Dr. med., Arzt, (Muckel), 5. 3 89 
N. 39, Gerichtstr. 78, 08—12/13; 

70. Rosendorf, Sally, Dr. med., Arzt, (Niki), 15. 1 1. 91, 
Charlottenburg 4, Sybelstr. 61, 13 — 19; 

71. Rosenstrauch, David, Dr. med. dent., Zahnarzt, 
iBummelj, 31.3. 79, Schmargendorf, Salzbrunner- 
str. 42, Praxis: NO. 43, Neue Königstr.70, Uhland 
3679, Praxis: Königstadt 2287, 96— 00 fxXX 
XXX]; ' 

72. Rosenthal, Georg, Reditsanwalt, (Jagow), 9. 8. 79 
Weissensee, Berliner Allee 242, Weissenseee 291' 
98 - 00; 

73. Rüben, Martin, Dr. med. Arzt, (Zeehl), 4. 12. 95, 
Dahlem, Konigsmarkstr. 2, Praxis: Schm'argendorf 
Himdekehlestr. 12, Pfalzburg 1005. 14/15-19' 
[ , , W. F. M.]; ' ' > 

74. Rummelsburg, Caesar, Dr.med., Arzt, (Box), 23. 2.96 
Oranienburg, Königsallee 60, Oranie ibura 357,' 
16-19 [ X]; 

75. Salomon, Harry, Dr. med., Arzt, (Kümmel), 28.6. 97, 
Neukölln. Wildenbrudistr. 12, Neukölln 227, 19-20; 

76^alomon, Philipp, Dr. med. dent., Zahnarzt, (Lips)i 
J(3. 11. 71, C. 2, An der Spandauer Brücke 4—5 
Horden 2669, 90-94, [ : . X, X X X X, X X X x! 
X X X X j ; 

77. Salomon, Willy, Dr. med., Arzt, (Aegir), 26. 12. 78 
NO. 55, Hufelandstr. 1, Königstadt 8886, 97—02' 
[X,X. X Schriftf.]; 

78. Salomonski, Hans, Dr. med , Arzt, (Benn), 6. 5 95 
Neukölln, Siriusstr. 2, Praxis: Kaiser- Friedrichstr! 
162, Neukölln 1437, 14—20/21 ; 



13 



'wm^ 



79. Sdlonionski, Martin, Dr. phil., Rabbiner, (Schaum), 
24. 6 81, W. 10, Bendlerstr. 18, Nollendorf 3366. 
02-05; 

80. Schocken. Leo, Dr. jur. et rer. pol., Rechtsanwalt, 
(Jucks), 2. 3. 98, Charlottenburg, Lietzensee-Ufer 7, 
Büro: N. 4, Chausseestr. 111, Wohnung: 
Westend 570, Büro: Norden 203, 15; 

81. Silberxtein, Alfred, Dr. jur. Rechtsanwalt, (Allasch), 
7. 8. 97, Schönhauser Allee 144, Büro: C 2, Burg- 
xtraBe 29, Norden 816, Büro: Norden 5324, 19; 

82. Silberstein, Friedrich L, Dr. med., Arzt, (Thyll), 
20. 5. 90, N. 65, Reinidcendorferstr. 46, Hansa 2791. 
12-19. [XXX]; 

83. Stein, Bruno, prakt. Arzt, (Pod), 6. 9. 85, N. 113, 
Schönfließerstr. 19, Humboldt 6122, 05-10; 

84. Stemberg, Alfred, Dr. med., Assistenzarzt, (Ruck), 
5. 7. 00, Städtisches Frauenkrankenhaus, Gitsdiiner 
Straße, Dönhoff 8100, 18/19-23, [X X X, X XX, 
Xj; 

85. Strauss, Fritz, Dr. jur., Rechtsanwalt, ' (Perkeo), 
23. 4. 92, Roßstr. 7, Büro: NO. 18, Gr. Frank- 
furterstr. 102, Merkur 4712, Büro: Königstadt 723, 
10-!3 [XX, X, F. M.); 

86. Toczek, Heinz, Dr. med., Arzt, (Uboh), 9. 3. 98, 
O. 27, Wallnertheaterstr. 12; Königstadt 9834* 
16/17-20, [XX, XX, FM]; 

87. Warschauer, Malwin, Dr. phil., Rabbiner der jü- 
dischen Gemeinde, (Lindwurm), 26. 10. 71, N. 24, 
Oranienburgerstr. 66, Norden 744, f 0—94/95, 

[XXX, XX, X, Xl'; 

88. Weigert, Alfred, Dr. med., Arzt (Banko), 21. 5. 97, 
Charlottenburg, Leonhardstr. 15, Wilhelm 7170, 
16-19, [XX, Schriftf.]: 

14 



1^ 




89. Weltmann, Martin, Dr jur., Rechtsanwalt und No- 
tar, (Narden), 6. 10. 83, C. 54, Rosenthalentr. 26, 
Norden 3945, 03—05 [XXj; 

90. Wilinski, Erich, Dr. jur., Direktor der Allgemeinen 
Häuser-Bau-A.G. von 1872 (Bihb), 

2. 5. 94, Lichterfelde. Unter den Eichen 42, Brei- 
tenbach 1624, 12—17, [X. XX, XXX F. M.J; 

91. Will, Benno Dr. med-, prakt. Arzt, (Naso) 23.7. 72, 
N. 58, Kopenhagenerstr. 16, Humboldt 96, 
93-94, [XXX, Schriftf.]; 

92. Winter, Moritz, Dr. phil.,;Rabbiner, (Ba0),9.11.86, 
Schöneberg, Vorbergslr.7, Stephan 1518, 05—07/08; 

93. Wisotzky, Adolf Dr. med., Chirurg, und Frauenarzt, 
(Erwah), 27. 12. 92, W. 30, Heilbronnentr. 9, 
Nollendorf 3418, 12-19; 

94. Wolffenstein, Albert, Regierungsbaumeixter,(Thekk), 
21.12. 79, W. 50, Nürnbergerstr. 16, Steinpl. 7310 
98-02; 

95. Wolffenstein, Walter, Dr. med., Spczialarzt für 
Hautkrankheiten. (Khuss), 20. 5. 85, W.62, Witten- 
bergplatz 2, Steinpl. 954, 04-06; 

96. Zondek, Bernhard, Prof Dr. med,. Arzt, fZegkJ, 
29.7.91, Charite, Universitätsfrauenklinik, Schu- 
manmtr. 21, Norden 103, 80-90, 11—13; 

97. Zondek, Samuel, Georg, a. o. Prof. Dr. med,. Arzt, 
CTsdiorsch; 25 10. 94, NW., Siegismundihof 7, 
Moabit 7499, 13—15. 



Auswärtige Alte Herren. 



Rechtsanwalt Salo Cohn, 
Landgerichtsrat Dr. Sklover, 
Rechtsanwalt Dr. Graff 



15 



t 



1. Bloede, Gerson, Dr. med. Arzt (Schloß) 11. 1.71 
Hamburg, Eimsbütteler Chaussee 112, Elbe 8619 
90-93; 

2. Buchholz, Ernst, Dr. med., Chefarzt (Schwips), 
7. 6. 69, Bremen, Rembertistr. 32, 87/88-90/91; 

3. Caminer, Kurt, Dr. phil., Kaufmann (Tschau), 
12, 12. 89., München, Konradstr. 16, München 

348 32, 10-14. [XXX,XX]; 

4. Cappel, Pdul, Dr. jur., Rechtsanwalt (Muck) 
20.8.84., Köln, Koonstr. 65, 04-05, [XXXl; ' 

5. Cohn, Max. Dr. med., Arzt (Kötter), 7. 10. 82 , 
Schwetz. (jetzt: Swiecie, Polen), Telefon: 204,' 

6. Eckstein Adolf, Dr. phil., Rabbiner, (Kikero), 
10. 6. 57., .Bamberg, Hainstr. 4, 84-86 [X,X,X] 

7. Heilbronn Isak, Dr. phil.. Rabbiner, (Topp) 
4. 6 80., Nürnberg, Wurzelbauerstr. 2, Tel. 3472* 
98/99-99/00, [XXXX]; 

8. Hornung. Ludwig, Direktor der Barther Möbel- 

9. Jacobsohn, Sally, Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar, 
(Abs), 9. 11. 76., Glogau, Wilhelmplatz 1. Büro: 
Markt fa, Telefon 449, 96-98,99 [x] ; 

10. Kaufmann, Albert, Sanitätsrat, Dr. med. et phil 
h charzt für Erkrankungen der Harnwege (Süffel' 
früher Venus), 24. 12. 62., Bad Wildungen! 
Telefon: 191, 83-87; 

Kaufmann, Sally, Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar. 
(Spieß), 5. 3. 86., Duisburg. Privat: Gustav Adolf- 

nl/nf nc S?''?j . '^önigstr. 24, Telefon: Süd 4455, 
04/05-05/06 [Sdiriftf.] ; 

16 



11 



!2. Klem, Siegfried, Dr. phil.,Rabbiner,(Faß), 31. 12.82, 
Dusseldorf, Haroldstr. 4. Amtszimmer: Kasernen- 
str. ß7b, Telefon: Privat 7390, amtlich: 144 54 
03-06. [XX]; 

13. Levy. Martin, Dr. jur., Rechtsanwalt (Offhy), 
13 11.83, Köln, Agrippina-Ufer 2, Büro: Hohen- 
zollernrmg 50, Telefon: Ulrich 3700, Büro: Anno 
6645, 04-04/05, [XX, Schriftf.] ; 

14. Lucas, Leopold, Dr. phil., Rabbiner, (Nuckel), 
18. 9. 72, Glogau, Promenadenstr. 12, Telefon: 

15. l^arcus Siegfried, Dr. med, prakt. Arzt, (Platz), 
xO. 12. /6, Hamburg 30, Bismarckstr. 108, Nordsee 
1277, 95-96/97; 

16. Mayer, Hans, Diplomingenieur (Matz), Duisburg, 
Siegstr. 11. [Wohnungsw., Bibl.] ; 

17. Moses, Oskai, Dr. med., Arzt, (Danne), 6. 2. 73, 
Erfurt, Poststr. 137. Tel.: Erfurt 562, 94/95-98 

[XX.XXX]; . • / . 

18. Nathan, Louis, Apotheker, Besitzer der Viktoria 
Apotheke (Pump), 24. 6. 74, Magdeburg, Otto 
V. Ciuenckestr. 94 b, Telefon: 996, 98-99.; 

19. Neumann, Max, Dr. med. dent., Zahnarzt, (Pank), 
29. 1. 80, Stolp i. Pom., Bahnhofstr. 17, Telefon: 
Stolp 847. 98-00. [XX]; 

^^- ^PP^"':^'?; ^"^^^^' ^'- phil.. Rabbiner, (Wurst), 
27. 8. 62, Mannheim F- 1 Nr. 11, Telefon: 30686, 
83-85 ; 

21. Rosenberg, Max, Dr. med. Arzt, (Aka), 21. 2. 88 
Düsseldorf, Derendorfstr. 47, 08-13; 

22. Rummelsburg. Sally, Dr. med-, Arzt (Strahl)- 
10.5.91, Märkisch/Friedland; ^' 




17 




*ifer^^^^^> 



23. Salinger, Albert, Dr. med dent.,Zahnarzt,(Bruehse), 
1. 11. «.77, Goeppingen, Poststr. 25-27, Telefon': 
339, 96-98/99; 

24. Samuel, Salomon, D-. phil., Rabbiner (Most), 
6. 10. 6/, Essen- Ruhr, Steelerstr. 29. Telefon! 
7935. 86-90; 

25. Wachs, jsidor, Dr. med., prakt. Arzt (Zack), 
30. 1.86, Küstrin-Neust , Schützenstr. 1, Köstrin 579, 

05-10; 

25. Weißenberg, Alfred, Dr. jur., Staatsanwalt (Loch), 
Frankfurt a. O., Fcrdinandstr. 3, 13-19; 

27. Wolff, Moritz, Dr. med., Spezialarzt für Haut- 
krankheiten (Mus), 17. 6. 75., Stettin, Möncken- 
str. 23. Tel.: Stettin 2064, 93-98, [XXXX, 
XXXX,XX.]; 

Im Ausland befindliche Alte Herren. 

1. Güncz, A., Dr , phil. Prediger, New York; 

2. Krön, Nikolai (Miesel), Dr. med., Arzt, zuletzt 
Moskau, 8. 7. 81. 03-07; 

3. Kalischer, E., Dr. phil, Rabbiner, Baden bei Wien, 
Marchestr. 31; 

4. Klein, M., Dr. med, Arzt, Brakpan, Transvaal, 
Süd -Afrika; 

5. Lifschütz, M., Dr. Ing., Petersburg; 

6. Margulies, Dr. phil., Rabbiner, Drohobycz; 

7. Salomon, Heinz (Molch), Kaufmann, 17. 4. 00, 
Newark b. New York 177 1/2 Sovage Orange Ave. 
177 1/2, 20-22, [XXX,XXX]; 

8. Taglicht, $., Dr. phil., Rabbiner, Wien; 

9. Wechsler, G , Dr. med., Arzt in Buenos Aires. 

18 



ii 



! 



Inaktive Mitglieder. 

1. Hiesige. 

^' Ä^^^**"^' ^''"^^' ^''•"^c«^' Arzt, (Safft), 4. 6. 95, 
NO 55, Braunsbergerstr. 51, Königstadt 8553. 
14-19; 

2. Auerbach, Theodor, cand. med. (Trott), 25. 10.99, 
Schöneberg, Hewaldstr. 2, Stephan 4730, 19-20' 
[XXX,X,X,X]; 

3. Baum, Kurt, Dr. med. dent., Zahnarzt (Bohr), 
23. 11.02, NO 55, Marienburgerstr. 32, Praxis: 
Greifswalderstr. 46, Privat: Königstadt 9230 Praxis: 
Königstadt 8695, 21/22-24/25, [4mal Schriftf.] ; 

4. Bendix, Walter, Dr. med. Arzt (Bac), 11. 1. Ol, 
O 27, Holzmarktstr. 2, Königstadt 5764, 20 ; 

5. Bettauer, Harry -Hennoch, cand. med., (Floß) 
4. 8. 02, NO 43, Linienstr. 7, Königstadt 538, 
21/22-25/26, [Kassenw.J; 

6. Chaim, Georg, Dr.med., dent, Zahnarzt, (Walz), 
26. 5. 03, W50, Nachodstr. 3; Praxis: Lands- 
berger Allee 36, Königstadt 7102, 21/22, [X,XX, 
XXJ; 

7. Cohn. Fritz, Dr. med., Arzt (Khau), 26. 1. 99, 
Wichertstr. 38, Humboldt 631, 17-20. Ixvv. 
XXX, XXX, Kassenw.J; 

8. Hartwig, Fritz, cand. rer. pol. (Boy), 19. 10. 98, 
NO 55, Winsstr. 31, Königstadt 6537. 19-20; 

9. Heppner, Alfred, Dr. med., prakt. Arzt, (Regh\ 
1?. 5. 98, Wilmersdorf, Berlincrstr. 19, Pfalzburg 
2218, 20; . y 

10. Hirschowitz, Martin, Dr. med., Arzt, (Scherz), 
11. 11. 99, SO 26, Skalitzerstr. 25, Moritzplatz 2226. 
18-24 [Schriftw.]; 

11. Jacobsohn, Julian, cand. rer pol. (Wuttki), 
10. 3. ,03, Pankow, Cavalierstr. 6, Pankow 389, 
21/22. [XX, XXJ; 



19 





- ■ nr"J<^ 



13 



14 



12. Kallner, Alfred, Dr. med. (Raain), 13. 6. 00 
Spandau, Achenbachstr. 8, Spandau 1985, 19 • ' 
Katz, Max, cand. med. (Miez,), 20. 8. 99, 0*25 
Prenzlauerstr. 20, Alexander 5415, 18/19 fF C v' 
XXX,XXXJ; ' ^ ^' 

Klem Arthur, Dr. med., Arzt, (Krat), 12. 8. 00., 
Charlottenburg 2, Waitzstr. 14, Steinplatz 3728, 

18/19 ; 

15. Reiser, Kurt. cand. med., (Pils), 1. H. 99, Char- 
Mtenburg 4, Leibnitzstr. 62, Bismarck 922, 1 9/20-22- 

16. Pollak, Franz, cand. rer. pol., (Roll), 2. 9. 00^ 
Schöneberg, Martin-Lutherstr. 71, Stephan 46 
19/20-22 [XX Schiiftf.]; 

17. Roth, Alfred, Dr. jur., (Per), 17. 2. Ol, W 30, 
Mönchenerstr. 30, Lützow 4631, 21-24; 

18. Rubinstein, pritz, Dr. med., Arzt, (Fox), 7. 9. 97, 
Charlotten bürg, Gervinusstr. 22, Steinplatz 3653, 
19; 

19. Stein, Willy, Dr. med., Arzt (Mars), 6. 11. 95. 
14-19; 

20. Will, Gerhard (Shim), 26. 8.01, N. 58, Kopen- 
hagenerstr. 16, Humboldt 96. [ ., ]. 

II. Auswärtige. 

1. Czapski, Herbert (Terz) 7. 10. 96- 

2. Jacoby, Ludwig (Li), [24. 8. 9^, Köln-Deutz, 
Deutzer Freiheit 89. 18. [x]; 

3. Rosenbaum, Martin, Referendar' (Kroh), 11. 10 03 
Frankfurt a. O., Richtstr. 57, 22/23-25 26 [Xx.' 

XX, XX]. ^ ' 



Aktive. 

1. Eiden, Walter, cand. jur. (Carre), 10.8.05, SW. 19, 
Lmdenstr. 43, Dönhoff 2941-42, 23; (Schriftw.Bibl.) 

20 



«: 



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f 



2. Feder, Erwin, stud. jur., f'Fluth^ 8. 5. 07 Haiensee, 
loachim-Friedrichstr. 4, Pfalzburg 847, 26; 

3. Gostynski, Eridi, cand. med. f^Lloyd^, 26. 8. 04, 
Haiensee, Karlsruherstr. 5, 23—26, [XXX.X]; 

4. Hahn, Walter, stud. med. fKammj, 20. 10. 07, 
N. 54, Gipsstr. 1 1, Norden 2393, 25/26, [XXX X]><^ 

5. Hirsch, Kurt, stud. med. (Kerr), 21. 6.08, NW. 40, 
Paul$tr.33, Moabit 7000, 26; 

6. Hirschberg, Franz, stud. phil, f'Pyrj, 15.6.08, W.57, 
Potsdamerstr. 84a, Lu^ow 1305, 26; 

7. lacobowitz, Arno, stud. pharm. (Tarrha,) 28. 4. Ob, 
N. 4, Gartcnstr. 19, Norden 760, 25, z. Zt. Heidel- 
berg. [F. C. XX, X]; 

8. Jacobowitz, Hans, stud. ing., fKaeli;, 27.11.07, 
Grunewald, Fontanestr. 10, Uhland 3936, 26; 

9. Kauf, Kurt. stud. jur. (^Schorrj, 26.4.08, N. 31, 
Brunnenstr, 44, Humboldt 2170, 26; 

10. Lefeber, Hans, stud jur., ("Halm;, 6. 1.06, Göt- 
tingen, Nicolausbergerweg 60, 24; 

11. Löwenberg, Friedridi- Wilhelm, cand. jur. (Dorn), 
22.8 06, SW. 11, Königgrätzerstr. 99, Hasen- 
heide 1060, 25. [x]; 

12. Löwy, Karl, stud. jur., f^Schabj, 20. 7. 08, NW. 87, 
Flotowstr. 11,11, 26/27; 

13. Nathanson, Ludwig, stud. jur. (Salmj, 8. 8. 06, 
Freiburg i. B., Wölflinstr. 24,11, 26; 

14. Neufeld, Kurt. stud. pharm. (Hom), 28. 12. 04, 
S. 59. Dieffenbachstr. 20, Hasenheide 7132, 25. 
[XXX], XX; 

15. Popper, Fritz, cand. med. (Monsj, 7. 12. 04, Süd- 
ende, Denkstr. 2. Södring 519, 23, [XX, X, X]; 

16. Speier, David, cand. phil. ('Stoff;, 12. 10. 04, Pan- 
kow, Mendelstr. 50, 24. [XX XX, XX, XX, 
Bibl. Schriftf.] XXX, Kasscnw.; 

17. Botton, Sammy de, (Thon^ z.Zt. Parii. 

21 



l 



f 



I 



I 



Fräuengruppe. 

1. Breslauer, Annd Ruth, eand. phil., geb. Engländer, 
30. 4. 98. Charlottenburg 2, Berlinerstr. 23, Stein- 
platr 9379, 19/20. rPräsidinj; 

2. Buttermilch, Elsa, geb. Rosenthal, 3 6.98, Charlot- 
tenburg, Knesebeckstr. 72-73, Bismarck 1357 
19/20-22/23; 

3. David, Duddy, Dr. med., geb. Epstein, 6. 7. 97, 
Reinickendorf, Scharnweberstr. 108, Reinickendorf 
1255, 19; 

4. Dachauer, Friedel, Dr. med., Aerztin, 20.1.00, Lich- 
tenberg, Möllendorfstr. 62—69, Säuglings- und 
Entbindungsheim, Lichtenberg 17, 22/23—24/25, 
[2x Präsidin und Schriftw] ; 

5. Ehrlich, Ruth, stud. med., 20. 7. 05, C. 25, Prenz- 
lauerstr. 24. Alexander 2354, 25/26. [Schriftw.]; 
Präsidin; 

6. Galliner, Dorothea, eand. jur., 29 10. 04, Charlot- 
tenburg, Sybelstr. 19, Steinplatz 3911, 23-24; 

7. Glasberg, Helene, Dr. med., 4. 5. 90, NO. 43, 
Linienstr. 241, Alex. 1791, 19; 

8. Goldberg, Dorothea, stud. jur. 29. 1.05, Spandau, 
Schönwalderstr. 111, Spandau 2127, 25. [Schriftw]; 

9. Gottschalk, Eva. Dr. med., Aerztin, 23. 8.97, Char- 
lottenburg 4.Waitz$tr. 28, Steinplatz 10081, 19—22; 

10. Heilbut, Ilse, eand. jur., 26. 4. 04 S. 42, Wasser- 
torstr. 1-2, Moritrplatz 1795, 24-25. (Präsidin, 
Kassiererin); 

11. Lazarus, Irmgard, eand. med., 23 10. 02, Wein- 
meisterstr. 10-11, Norden 636, 23—26, (2x Prä- 
sidin, Schriftw ,) Schriftw.; 

12. Levy, Ada, Dr. phil., Sozialsekretärin, 19. 3. 97, 
W. 50, Geisbergstr. 34, Liltzow 6592, 18-19; 

13. Lewy, Martha, eand. phil., 9. 9. 96, Charlotten- 
burg, Gervinusstr. 24, Stcinplatz 7875. 19; 

22 



■ 



l 



14. Prinz, Alice, Medizinalpraktikantin, 7. 11. 95, 
W 15, Fasanenstr. 50, Uhland 7132. 19; 

15. Roscnthal, Erna, Architektin, 17. 4. 00, Char- 
lottenburg, Kantstr. 128, Steinplatz 11376. 23; 

16. Steinbach, Edith, Diplom Volkiwirt, stud. phil. 
16. 3. Ol, S 59, Kottbuserdamm 2, Moritxplatz 
10366,26; 

17. Turgel, Elfiiede, Dr. med., Aerztin, geb. Loe- 
wenthal, 4. 6. 97, W 57, Potsdamerstr. 86 a, 
Kurfürst 6847. 19. (Präsidin). 



Geburtstage. 



Januar. 



6. 1906. Bbr. Lcfeber; 

7. 1877. A. H. Dallmann; 

8. 1895. A. H. Lewinsohn; 
11. 1871. A. H. Bloede; 
11. 1901. Bbr. Bendix; 

20. 1900. Bschwstr. Dachauer; 

23. 1898. A. H. Lux; 

26. 1899. Bbr. Cohn (KhauV, 

29. 1880. A. H. Neumann; 

29. 1894. A. H. Kozower; 

29. 1905. Bschwstr. Goldberg; 



23 






30. 1886. A. H. Wachs; 

30. 1894. A. H. Lewy (Mops); 



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2. 


1866. 


A. H. Bluriienthal (Blieinchen); 




3. 


1872. 


A. H. Galliner; 




6. 


1873. 


A. H. Moses (Danne); 




9. 


1894. 


A. H David; 




17. 


1901. 


Bbr. Roth; 




20. 


1902. 


A. H. Mayer; 




21. 


1888. 


A. H. Rosenberg; 




23. 


1896. 


A. H. Rummelsburg (Box); 




24. 


1894. 


A. H. Friedmann; 




25. 


1899. 


A. H. Becker; 



M ä V z. 



24 



2. 


1881. 


2. 


1898. 


5. 


1886. 


5. 


1889. 


8. 


1890. 


9. 


189S. 


10. 


1903. 


16. 


1901. 


17. 


1900. 



17. 1902. 



A. H. Kaufmann (Schhick); 

A. H. Schocken; 

A. H. Kaufmann (Spieß); 

A. H. Posner; 

A. H. Guttmann; 

A. H. Toczek; 

Bbr. Jacobsohn; 

Bschwstr. Steinbach; 

A. H. Blumenthal (Früchtel); 

A. H. Grönfeld; 




Ti i Tn-ii '« .m aBta Bi 



19. 1897. 
19 1902. 
21. 1898. 
26. 1886. 

30. 1882. 

31. 1879. 

April. 

15. 1885. 

16. 1884. 

17. 1900. 
17. 1900. 
23. 1881. 
23. 1892. 
26. 1908. 
26. 1904. 
28. 1906. 
30. 1893. 



Mai. 



2. 1894. 

4. 1890. 

6. 1895. 

8. 1907. 

10. 1891. 

12. 1898. 

17. 1890. 

18. 1880. 
20. 1885. 



Bschwstr. Levy; 

A. H. Gutmann (Vink): 

A. H. Kaltmann (Leegh); 

A. H. London; 

A. H. Fink; 

A. H. Rosenstrauch; 



A. H. Levy (Kipp); 

A. H. Hornung; 

Bschwstr. Rosenthal; 

A. H. Salomon (Molch); 

A. H. Erdmann; 

A. H. Strauß; 

Bbr. Kauf; 

Bschwstr. Heilbut; 

Bbr. Jacobowitz (Tarrha); 

Bschwstr. Brcslauer; 



A. H. Wilinski (Bibh); 

Bschwstr. Glasberg; 

A. H. Salomonski (Benn); 

Bbr. Feder; 

A. H. Rummelsburg (Straal); 

Bbr. Heppner; 

A. H. Grau (Suff) ; 

A. H. Jacobsohn (Tsching); 

A. H. Wolffcnstein (Khuss); 



25 



20. 1890. 

21. 1897. 

25. 1881. 

26. 1903. 



Juni. 



1. 1895. 

2. 1882. 

3. 1898. 

4. 1880. 

4. 1895. 

4. 1897. 

7. 1869. 

10. 1857. 

13. 1900. 

15. 1886. 

15. 1908. 

16. 1892. 

17. 1875. 
17. 1894. 
21. 1908. 
24. 1874. 
24. 1881. 
24. 1894. 

27. 1891. 

28. 1897. 
30. 1891. 
30. 1894. 



A. H. Silberstein (Thyll); 
A. H. Weigert; 
A. H. Fabian; 
Bbr. Chdim (Walz); 



Juli. 



A. H. Czapski (Quart); 

A. H. Paradies; 

Bschwstr. Buttermilch; 
A. H. Heilbronn; 

Bbr. Abraham; 

Bschwstr. Turgel; 

A. H. Buchholz; 

A. H, Eckstein; 

Bbr. Kallner; 

A. H. Fiater; 

Bbr. Hirschberg; 

A. H. Caminer (Rouhs); 

A. H. Wolff; 

A H. losef; 

Bbr. Hirsch (Kerr) ; 

A. H. Nathan; 

A. H. Srtlomonski (Schaum); 

A. H Krutsch; 

A. H. Pinkus (Yeß); 

A. H. Salomon (Kümmel); 

A. H. Katz (Kater); 

A. H. Lcss; 



4. 1885. 

5. 1900. 

6. 1897. 

7. 1889. 

8. 1881. 

9. 1897. 
20. 1905. 

20. 1908. 

21. 1864. 

23. 1872. 

24. 1882. 
28. 1868. 

28. 1894. 

29. 1891. 



A. H. Baruch; 

A. H. Sternberg; 

Bschwstr. David; 

A. H. Pincuss (Krugk); 

A. H. Krön (Miesel); 

A. H. Crohn (Stift); 

Bschwstr. Ehrlich; 

Bbr. Löwy; 

A. H. Lewinsky (Bolle); 

A. H. Will; 

A. H. pischer; 

A. H. Loewenthal; 

A. H. Lewinsky (Namppe); 

A. H. Zondek (Zegk); 



August. 



4. 


1902. 


Bbr. Bettauer; 


7. 


1897. 


A. H. Silberstein (Allasch); 


8. 


1906. 


Bbr. Nathanson; 


9. 


1879. 


A. H. Rosenthal; 


9. 


1882. 


A. H. Orbach; 


10. 


1905. 


Bbr. Eiden; 


12. 


1900. 


Bbr. Klein (Kraal); 


15. 


1887. 


A. H. Chraplewski; 


20. 


1884. 


A. H. Cappel; 


20. 


1899. 


Bbr. Katz; 



27 



I 



22. 1906. Bbr. Löwenberg; 

23. 1897. Bschwstr. Oottschalk; 

24. 1898. A. H. Jacobi; 

25. 1879. A. H. Levy (Pique); 

26. 1901. Bbr. Will; 

26. 1904. Bbr. Gostynski; 

27. 1862. A. H. Oppenheim; 
31. 1885. A. H. Lion; 



September. 

2. 1900 

5. 1897 

6. 1885, 
.7. 1897 

9. 1896 



Bbr. Pollak; 

A. H. Grau (Staar), 

A. H. Stein; 

Bbr. Rubinstein ; 

Bschwstr. Lewy; 
18. 1872. A. H. Lucas; 
21. 1895. A. H. Bergmann; 
28. 1886. A. H. Callmann (Kcix); 



Oktober. 




4. 1894. 


A. H. Gabriel; 


5. 1893. 


A. H. Weissenberg; 


6. 1867. 


A. H. Samuel; 


6. 1883. 


A. H. Weltmann; 


7. 1882. 


A. H. Cohn (Kötter); 


7. 1896. 


Bbr. Czapski (Ten); 



28 



.< 



11. 


1903. 


12. 


1870. 


12. 


1904. 


19. 


1898. 


20. 


1907. 


23. 


1902. 


25. 


1894. 


25. 


1899. 


26. 


1871. 


26. 


1892. 


29. 


1004. 


31. 


1897. 


N o V e m 


b e r. 


1. 


1877. 


1. 


1899. 


3. 


1871. 


4. 


1886. 


6. 


1897. 


7. 


1895. 


8. 


1895. 


9. 


1876. 


9. 


1886. 


9. 


1891. 


10. 


1890. 


11. 


1892. 


11. 


1899. 


12. 


1892. 



Bbr. Rosenbaum; 

A. H. Kallner; 

Bbr. Speyer; 

Bbr. Hartwig; 

Bbr. Hahn; 

Bschwstr. Lazarus; 

A. H. Zondek (Tschorsch); 

Bbr. Auerbach; 

A. H. Warschauer; 

A. H. Lewinnek; 

Bschwstr. Galliner; 

A. H. Hirsch (Pan); 



A. H. Salinger; 

Bbr. Peiser; 

A. H. Salomon (Lips); 

A. H. Graetz; 

A. H. Goss; 

Bschwstr. Prinz; 

Bbr. Stein; 

A. H. lacobsohn (Aps); 

A. H. Winter; 

A. H. Glass; 

A. H. Philipp; 

A. H. Callmann (Schlemm); 

Bbr. Hirschowitz; 

A. H. Moses (Moon); 



29 



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CONGKEGATION 




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OCTOBER 1949 



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VOL. 9 No.l2 



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"J^^-X^i-^^u^M 



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Rabbiner Dr.Hugo Hahn 
Buero: 200 West ^2 St. 



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MITTEILUNGEN 

der 

CONGHEOATION HABQNIM 

Vol. 9 ^0. 12 

1. Oktober I9UQ 



i^»-i*^ 



New York 23, N.Y, 
Tel.: TR 7 32gO 



aOTTESDIENST-ORDNUNG . 



Er ei tag, 7^ Oktober 



Samstag, g. Oktober 



Sonntag, 9^ Oktober 



Ereitag, lU. Oktober 



Samstag, 15^ Oktober 



Samstag, I5. Oktober 



Sonntag, 16, Oktober 



Ereitag, 21, Oktober 



Samstag, 22, Oktober 



Ereitag, 2g. Oktober 



Samstag, 29. Oktober 



S U K K T H 
Erste Tage 

6.00 P,M^ Abendgottesdienst im True S isters 

Building, anschliessend Kiddusch in 
der Sukkah. 



10.15 A.M. 



10.15 A.M. 



Morgengottesdienst im Mizpah Temple, 
Queens. 

Morgengottesdienst im True Sisters 
Building, anschliessend Kiddusch in 
der Sukkah. 



Letzte Tag^e 

g.OO P.M» Schemini Azereth-Abendgottesdienst mit 

Seelenfeier im True Sisters Building. 



10.15 A.M. 



l+.OO P.M. 



10.15 A,M, 



6.15 P,M. 



10.15 A.M. 



g.OO P.M. 



10tl5 A.M. 



True Sisters Building: 



Mizpah Teraple; 



Schemini Azereth-Korgengottesdienst 

mit Seelenfeier im Mizpah Temple, Queens. 

Simchas-Thora-Jugendgottesdienst im 
True Sisters Building. 

Simchas-Thora-Morgengottesdienst im 
True Sisters Building 

Abendgottesdienst in Mizpah Temple, 
Queens. 

Morgengottesdienst mit Neumondv/eiho im 
True Sisters Building, 

Abendgottesdienst im True Sisters 
Building; anschliessend Vortrag : 
DR. JULIUS BAB: "Goethes Beziehungen zu 
Juden und Judentum. " 

Morgpngottes'^.ienst im MizT)ah Temple, 
Queens. 

150 West g5 Styeet 
New York City 

87-Xl ^'/hitney Avenue, 
Blmhurst, LI.NY. 



5710. 



Our inein"bers will have noticed that our letterheads now "bear the 

inscription " A Tirae to Build", These v/ords are taken from the 

Book of Ecclesieb^toe where it reads: 

To everything there is a season 

And a time to every purpose under the heaven: 



A time to break dovm, and a time to "build up. 

Hever has this Quotation been more fitting than for the period 
through iThich our Congregation is passing at this time. After years of 
labor, sorrow and hardship, in v/hich we have experienced to an extreme 
degree the "breaking dov/n", the time has come for us to "build up".To 
carry this into effect we have, in the year which has now come to an end, 
acquired land on v/hich to build a Temple and a Community House, 

^Je have particular roason to rejoice over this step since the 
Coming year v;ill mark the tenth anniversary of Congregation Habonim. Our 
Congregation was f ounded on the 9th of November, 1939, a date significant 
as a reminder of the destruction of synagogues all over Germany« We have 
endeavored to keep alive and to carry forward the spirit and the traditions 
which we have inherited from cur forefathers, and to reaff irm our belief in 
Jev;ish life and existence. !'/ith the purchase of the land on which o\ir new 
Temple will stand we have reached a turning point in the history of our 
Congregation. 

To commenorate this anniversary, we have planned a series of activi- 
ties to take place during the coming months» One of the outstanding events 
will be an anniversary celebration in Town Hall on the afternoon of Sunday, 
November 20,19^19, in v/hich prominent Speakers v;ill participate. During the 
Chanv.ckah^week, on December 17, 19^9 • we will have a festivity at the Essex 
House, i;hich v/ill enable the members of our Congregation, young and old, to 
join in a pleasant evening to celebrate the occasion. 

In the midst of these Joyful activities and with a clear understand- 
ing of our unique Situation within the framework of American Je\rryf v;e 
shall not forget those v;ho have perished through persecution and those 
who died fighting on the battlefield; in their raemory vre shall dedicate, 
in connection v/ith our annual Services of remembrance, a monument at a 
place of honor on our cemetery, 

It is with a sense of gratitude and a realization of the tasks with 
which we will be confronted as we approach the New Year, that we take the 
opportunity to v;ish all cur members a Happy, Healthy and Prosperous New 
Year. 



(xustav Jacoby 
ProBident 



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ANNIVERSARY 



YEAR. BOOK: V: 




Please call ou?- o/'/ice /or c^elai^s 



- 3 - 



Urspriing und Wesen der Religion 

von 
Dr. Julius ^alliner 



Der folgende Aufsatz irarde uns von dem 
Verfasser einige Tage vor seinem Toloetz- 
lichen Hinscheiden, im Alter von 77 Jahren, 
ue"bersandt» Wir bringen ihn als Tribut 
fuer einen Mann, der als Rabbiner und Leh- 
rer ein Leben lang fuer die Sache des li- 
beralen Judentums in der Oemeinde Berlin 
gearbeitet und gewirkt hat. 

Alle Urlaute der menschlichen Seele sind auf zwei Tone gestimmt, auf den 
einen Ton 'heraus' und auf den anderen Tccne»hinauf » . Auch bei den primitivsten 
Voelkem, so weit wir aus Urkunden deren Tuehlen, Denken und Handeln erfahren 
koennen, sind jene Ur laute zu erkennen. Alle strebten darnach herauszukommen aus 
den Hemmungen "und Noeten der sie umgebenden T\^elt und sich los zu loesen von den 
Natur gehalten, die ihie Existenz bedrohten, l^benso stark lobte auch in ihnen der 
Drang, hinaus zu konmen zu einer Kraft, die sie nicht hatten, nach einer Macht 
zu suchen, die im Stande v/ar sie von Furcht und Schrecken vor dem Unbekannten 
zu befreien und ihnen im Kampfe mit den lTaturge>;alten beizustehen. Diese hoehere 
Macht bezeichneten sie als ,^ut, wenn ihre Arbeit gelang, sie bezeichneten als 
boese, wenn das Unternehr.en misslang. So verknuepfte sich schon fruehzeitig die 
Vorstellung einer hoeheren Kiacht mit sit;tlichen Ideen, insbesondere mit der Idee 
des Outen, die die H-nschen in sn^h zu verwirklichen strebten, um die hoehero 
Macht fuer ihre Zwecke zu gewinnen. Die Erzaehlungen von dem Geschehen vergange- 
ner Zeiten, die sich von Geschlecht zu Geschlecht fortpflanzten, bestaerkten sie 
in der Vorstellung einer hoeheran Macht, die das Gute will und das Boese nicht 
duldet. So begreifen wir als das ^^esen der Religion die Vorstellung einer hoe- 
heren fecht in Verbindung mit sittlichen Ideen und geschichtlichen Uebcrlieferun- 
gen. Das Vi"ort E.Ronan's, das er in seinen Etudes D^Histoires Religieuses geschrie- 
ben ha.t "Toutes les Origines sont obscures, les origines religieuses encore plus 
que les autres" ('Alle Urspruenge sind dunkel, die UrsiDruenge der Religion noch 
mehr als die anderen*) hat seinen Sinn behalten. Die einen haben den Ursprung 
der Religion aus dem Gefuahl der Furcht zu erklacren versucht, aus der Furcht 
vor dem Unbekannten, vor den Gefahren, die das Leben des Menschen und das von 
ihm Geschaffene bedrohten. Andere erklaeren die Religion aus dem Gefuchl der 
Abhaengigheit von einer Macht, mit der sie sich aufs engste verknuepft fuehlcn. 
Noch andere i/iederum glauben, dass der Ursprung der Religion sich aus dorn Animis- 
mus erklaeren lasse, aus jener menschlichen Disposition, alles in der Natur zu 
beseelen, auch dem Unorganischen Leben zu geben. Es v;ird auch angenommen, dass 
der Ursprung der Religion aus dem Ka.usalitaets drang im Menschen herzuleiten sei, 
dass der Mensch Kraft einer ihm angeborenen Denkform genoctigt ist, fuer alles 
was er wahrnimmt, eine Ursache zu suchen iind dort wo er keine findet, sie einer 
Macht zuschreibt, die or nicht besitzt, und die uebcr ihn hinaus v/eist. Es ist 
nicht moeglich, die eine oder die andere Anschauung fuer allein richtig zu halten, 
da sie alle von der Annahme ausgehen, dass in der Entwicklung des einzelnen Men- 
schen sich die Entwickolung der gesagt on Menschheit wiederholt; eine Annahme, die 
viel fuer sich hat, die aber nicht bewiesen werden kann. Am richtigsten ist wohl 
die Meinung, dass sowohl das Gefuehl der Furcht, der Abhaengis:keit als auch der 
Animismus und der Kausalitactsdrang dazu beigetragen haben, die Religion zu 
schaffen, in dem Menschen das religioese Gefuehl zu wecken, dieses Suchen nach 
etwas H.oohcrem, Unendlichen. 



- »+ - 

Begreifen wir Religion als Vorstellung einer hoeheren Macht, so duerfte es 
wohl nie Menschen gege"ben haben, die ohne Religion gev/esen sind. Auch der Fetisch- 
Anbeter hatte Religion, da er in seinem Fetisch eine hoehere Macht vorehrte, von 
der er glaubte, dass sie ihm helfen und ihn schuetzen koennte. 

Alle Heidenreligionen tragen Oott in den Faonden, verknue^fen mit irgend- 
einer Naturerscheinung, mit einem greifbaren Bilde, sehen ihn an einer heiligen 
Staette in der Naehe, an irgend eine sichtbare Srschein^mg oder ein Zeichen ge- 
kettet; schwindet das Zeichen, so schvrindet dem Volke der Glaube an seinen Gott. 
Bas v/ar das Schicksal aller heidnischen Religionen. Nur das Volk Israel erkannte 
vor allen uebrigen Voelkern der Welt einen Gott in der Ferne. (*von fern ist mir 
Gott erschienen* Jer.31»3«) Es lernte von vornherein an einen Gott in der ?crne 
glauben, einen Gott, den man nicht sehen, mit den Haenden nicht greifen kann. Moch- 
te die Neigung des Volkes zum Bilderdienst noch so stark sein, mochte es noch so 
sehr nach einen Gotte verlangen ; der vor ihm herzog, den man mit Menschenaugen er- 
schauen konnte, der Vaeter Gott von Sinai blieb ihnen evrig ein Gott in der Ferne, 
ein erhabener Gott, dort sich immer mehr zum Urbild aller Heiligkeit vergeistigte. 
'Wo gibt es einen Gott,' der so hoch oben im Himmel thront, so tief zum Menschen 
hernioderschaut, im Himmel und auf Erden*, Ps.ll3,5,singt unnachahmlich der Psal- 
mendichter. Der Begriff von dem Gott in der Ferne dehnte sich immer mehr in das 
Unendliche aus. 

Das Wort" Von ferne ist mir Gott erschienen* bringt aber auch die Eigenart 
der Sittenlehre des Israelischen Volkes zum Ausdruck, Jedes Volk, jeder Stamm hat 
seinen Gott, seine geistige Fuehrerschaft ueber sich. Der himmelwaerts blickende 
Mensch muss immer an eine hoehere Jfecht sich anlehnen, die ihn auf und vorv'/aerts 
zieht in heiligem Erheben. In ihrer Furz sichtigkeit haben sich alle Voelker ihre 
Goctter nach Menschenmodellen gemalt oder geschnitzt, 'ür moegen die Kuenstlerhand 
eines Phidias oder die Schoonheit eines Homer be\-mndern- ihre Goetter sind klein 
und veraechtlich. All die Heidengoetter blieben Goetter in der Naehe; sie behiel- 
ten all die Leidenschaften und Eigenschaften der Voelker, die sie anbeten. Solange 
die Nation siegreich blieb, v/arde dem Gott ge^^ltig gehuldigt, und je tyrannischer 
der Fuerst und die Grossen des P.eiches, desto mehr Weihrauch brannte auf dem Altar 
des huldreichen Gottes. Allein vrehe dem Gott, dessen Volk und Fuerst stuerzten: er 
v/ar \mrettbar verloren. Das klassische Volk der Griechen kannte keine andere Ethik 
als die des Staats und des starken Buergers. Der Sklave, der Fremdling hatten kei- 
nen Anspruch auf Recht. Es ist immer der gev/alt habende Gott in der Naehe, der die 
Religion und die Moral verkoerperte. 



Ganz anders trat die Religion Israels auf. Dem gedrueckten Sklavenvolk in 

- 5 - 

.....uAiZüG IST y L n T ti A i/t/Voo/iL/ir» /.,, „..,,. ,«„^,...w...w....v.>,.,.»> »,i, »..•.. ,...., 



H. G. OLLENDORFF 



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Mitglied der Gemeinde Habonim 
243 West 68 Street. New York City 



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Aegypten, das seinen Oott nicht schaute, erschien dor Yaeter Gott als ein Gott 
des Rechts in der Ferne, der ihre Rechtssache fuehrte. So war die Reli^on Israels 
in ihren Anfaengen ein grosser Gerecht igkelts-orozess ge,^en die hochrauetigen Unter- 
druecker. Der unsichtbare Gott in der Ferne war weit maechtiger als all die stol- 
zen Goetter in der Naehe, Das goettliche Recht erwies sich siegreicher als alle 
irdische Macht, Und so trat eine ^nz neue, bis dahin nicht gehoerte 'Mitmacht 
ans Licht; der Gott Israels, der sich der Unterdrueckten und Verfolgten, der Lei* 
denden annimmt« 

'Hoch und heilig wohne ich, 

aber auch "bei den Demuetigen und Seclenbetruehten, 
Zu "beleben den Mut der Gebeugten, 
Aufzurichten die Niedergeschlagenen.* 

Jeschayah,57fi5« 

Alle sittlichen Forderungen der Religion Israels vollen immer dasselbe; sie 
wollen die auf Ge\/alt und Unrecht aufgebaute Heidonvrelt umstuerzen und Recht und 
Gerechtigkeit zvun Siege fuehren» 

'Nur in sozialer Sittlichkeit und in v/elthuergerl icher Humanitaet atmet der 
lebendige Gott Israels* (H.Coo) 



* m * m 



Aus der Gemeinde: 



KIDDUSCH IN DER SUKKAH. 



Wie im vergangenen Jahre v/erden wir auch diesmal \Arieder die Freude haben, 
in imserer eigenen Sukkah im True Sisters Building nach den Gottesdiensten, am 
Freitag, den 7- Oktober 6 L^r abends i:ind Sonntag, den 9. Oktober 10 Uhr 15 vor- 
mittags, eine Zusamrenltunft der Gemeindemitglieder und ihrer Kinder zu veranstal- 
ten. Es ist dafuer Sorge getragen, dass die Kinder mit dazu beitragen werden, 
die Stunde juedisch auszugestalten und zu verschoenern, 'nv hoffen, dass recht 
viele Geraeindemitglieder unserer Einladung, den Kid-^.usch in der Sukkah mitzuer- 
leben, Folge leisten v/erden. 



* m m * 



JUGMDGOTTSSDISNST AN SIMCHAS THORA . 

In diesem Jahre wird der Umzug der Kinder mit den Thora-Rollen am 

S amstag, den IR. Oktober, nacbaittags k Uhr 

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. 6 . 

im True Sisters Building, I50 West g5 Street, statt- 
finden. Alle Kinder der aemeinde und deren Freunde 
sind herzlich zu dieser Feier eingeladen. Bei der 
grossen Begeisterung, die. dieses Fest immer ausge - 
loest hat, rechnen wir auch in diesem Jahre mit 
einer grossen Beteiligung. 

4( iK « 41 

VORTRAG JULIUS SAB 

T/ir i/erden die diesjaehrigen kulturellen Ver- 
anstaltungen mit einem Vortrag von DR.JULIUS BAB, 

G-octhes Beziehungen zu Juden und Judentum", begin- 
nen. Die. Leser unseres Bulletins wissen, dass Julius 
BalD besonders berufen ist, ueber dieses Thema zu 
sprechen. Er ist nicht nur einer der besten Kenner 
Goethe »sehen Schaffens, sondern hat auch eine beson- 
dere Studie ueber das Verhaeltnis des Dichters zur 
juedischen Welt veroeff entlicht. Der Vortrag wird 
am Freitag, den 2g. Oktober, im Anschluss an den 
Gottesdienst, der um E P.M. beginnt, im True Sisters- 
Building, 150 West 8? St.. stattfinden. 

41 ♦ * « 
"Viele Wenige geben ein Vieles " . 

Vor einigen Wochen hat jede Familie in unserer 
Gemeinde durch einen besonderen Boten zwei T^affle- 
Hefte zugestellt erhalten mit der Bitte, diese Raffles 
im üreundes-oder Bekanntenlcreis zum Besten unseres dy- 
nagogen-Fonds zu vertreiben. Wir duerfen mit Genu^-ta- 
tmg feststellen, dass ein grosser Teil unserer Mitglie 
der dieser Aufforderung rege nachgekommen ist und i^ire 
^^^^^u"^^^ ""^ verkauft, sondern auch neue nachbe - 
stellt hat. Wir koennen heute noch keine gen-uen Zif- 
fern angeben, da wir annehmen, dass mehr Raff ie-Bue - 
eher verkauft vmrden, deren Abschnitte die Mi-'^-liec^er 
bisher unserem Buero nicht zurueckgesandt h£.l'^^. FVai- 
ge scheinen allerdings die Hefte bisher achtlos bei- 
Seite gelegt zu haben. 

Unsere besten Verkaeufer ivaren bis Jetzt die 
Kinder in unserer Gemeinde. Sie sind so amerikani - 
slert. dass sie einen klaren Begriff dafuer haben, 
wie man in diesem Lande fuer einen guten Zweck sam - 
melt und Erfolg erzielt. Sie beschraenken ihre Pro- 
pagaiida nicht nur auf die Mitglieder unserer Gemeinde 
allein, sondern finden es nur selbstvexstaendlich.dass 
sie auch Fremde zur Hilfe an einem guten ^^erk heran- 
ziehen duerfen. Ihr Erfolg ist manchmal staunenswert. 

y..y.^^ ^'^ .^""^vff^ "^^ ^"^ ^^^^®°^ ^^1^^ ^sere Kinder 
mhig zum Vorbild nehmen. Wollen Sie nicht denselben 

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^eg "beschreiten, um unsere Sache vorv^aerts zu trei'ben und zu foerdern? 

Sie imerden erstaunt sein, v/enn wir Ihnen die Ergebnisse , die andere Go - 
meinden in einer solchen Raffle- Sammlung erzielt halDen, vorlegen wuerden. Sagen 
Sie nicht, das Mittel sei zu klein oder zu kleinlich fuer das ^^erk, das \dr vor- 
haben. Sicherlich kann mit dieser '^erhung allein das Ziel nicht erreicht v;erden, 
aber die Erfahrung lehrt auch hier: 

"Viele Wenige geben ein Vieles", 

Adolph Schlesinger 

♦ * * :|i 



FRIEDHICH S. BRODNITZ ZTJK a?SlTRTSTA5 . 

In diesen Tagen hat Friedrich S.Bro^nitz sein 50. Lebensjahr vollendet. Die 
Gemeinde Habonim und ihr Vorstand haben allen Anlass, dieser Tatsache festlich zu 
gedenlven: nicht etwa deshalb, weil sonst kein Mensch - Brodnitz selber am aller- 
wenigsten - etwas davon merken Tvuerde, sondern weil der Kalender uns den aeusse- 
ren Anlass bietet, unseren Fre\ind aus der -'^erthaltung zu gruessen, die ihm ge- 
buehrt. Denn dieser Mann war der Gruendungspraesident und der verantwortliche 
Leiter \inserer Gemeinde vjaehrend ihrer ersten sieben und wohl auch schwersten, 
weil fragvmerdigsten, Jahre. Ilim fuer seine Arbeit in dieser Zeit danken hiesse 
einfach seine Leistungen aufzaehlen. Brodnitz liat in einem Vortrag, der dokumen- 
tarischen üert besitzt, von dem TTerden der Habonim ges-orochen und darauf hinge- 
wiesen, ide aus einer fast nur kameradschaftlichen Verbindung allmaehlich eine 
Gemeinde gev/achsen ist und er hat ..gezeigt, wie in eben diesem Prozess die Inti- 
mitaet eines Kreises, der ''um einen Tisch herum Platz hatte", den Anspruechen der 
Ausbreitung hat v/eichen muessen. Brodjiitz hat dieser ITot wendigkeit - seine Mit - 
arbeiter wissen es - nicht ohne inneren ^^.derstand nachgegeben. Aber das muss 
hier gesagt werden, dass ohne seine Tatkraft und ohne sein kluges Bemuehen We - 
sentliches nicht haette gefocrdert werden koennen: die Auseinandersetzung und 
Eiming einer urspruenglich eigengearteten Minderheit mit der amerikanisch-juedi- 
schen Umgebung, der stete Kontakt mit den juedisch-politischen Fragen der Zeit, 
die Organisation einer im Grossen wie im Kleinen immer komplizierter v/erdenden 
Gemeindearbeit und die schliesslich spruchreif gewordene Planung eines eigenen 
Heims. Brodnitz hat es sich nicht leicht werden lassen. Er hat zu den Lasten und 
der Verantv.'ortung seines Berufes diejenigen der Leitung einer in Aufgabe und Pro- 

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blematik v/achaenden Gemeinde hinzugenommen : nicht Allzuviele raoechten sich dazu 
bereit gefunden haben. Und dies Unterfangen ist erfolgreich gewesen, soireit nur 
menschliche Muehe erfolgreich sein Icann, wenn es darum geht eine fremde Gemein- 
schaft einer nicht immer vrilligen Umwelt einzubauen. 

Aus ZV/ei Quellen ist Brodnitz die Eignung zu solchem 'ferk zugeflossen: aus 
Erziehung und Erfahr u-ng. In Familie und alter Heimat iiat er 
beste Juedische und deutsche Erziehung emr)fangen; dadurch ist er der geschichts- 
bewusste Mensch geworden, der aus gluecklicher Erinnerungsbereit scha.ft Unverlore- 
nes m (^-ie.Gegem^art weiterzuleiten berufen und befaehigt ist. Was ihm in der al- 
ten imd nim auch neuen ^/elt gegeben worden ist, das ist heute in seinem Leben 
wirksam. Eruehe Taetigkeit hat ihn an juedischer Erfahrung bereichert, zunaechst 
m seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Reichsausschusses der Juedischen Jugend- 
verbaende. ^.ier hat Brodnitz sich keineswegs einer verv/aschenen und allzu vorsich- 
tigen iTeutralitaet ergeben, sondern offen und bereit Alles aufgenommen, vras jue- 
f'^Tr ^^ ^^ zu dienen gev/illt ..rar. Dazu gehoert vorzueglich seine Beteiligung 
an der aufbauenden Arbeit der Jewish Agency; mit einer Schar nicht-zioni.tischeT 
Genossen darf er sagen: wir sind dabei gewesen und haben herzhaft das Unsere ge- 
tan. ... ^ 

Tn.„./^^^*''^''\!'"°5""f ^* ^"^ '^^^^-"^ «'"^^^'^ J^^^«'" ^em entsprochen, vras die 
Jugend beherrscht: den Fofr^nungen. Den reifen Menschen leiten die Wuensche. Des 
Schicksals, dem wir anheimgegeben sind, sind wir nicht sicher; des Menschen aher. 

TriXLhT^?'-^ ""^ "^'" ^°"^^^ " ^""^ ^^ Sil* ^^^*^ ^ser vertrauender 'fwisch: 
jriearicn Jirodnitz moef^e uns und unserem gemeinsamen Werke erhalten hleiben - 
wie er \jar und wie er ist. ^ r-j j 04. 

Dr.Sduard Strauss 
* * i>i ^ 



-■U33CHrF3 TOir mraSR MSUNDÜT. 



deT. ^ilZ^l, *^'* -°^ ^i^' ^"^"'''^ ^^^«^^^ i« "e Heihen des Vorstandes 

:^Li'^*r S^"f en - und noch nie ist uns der tiefere Sinn dieser Schrrestern- 
Schaft klarer geworden als angesichts dieses herben Verlustes. 

ist ..fff^.f ?^^'fi^^ ^^* °^°^* '"^^^- ^^^"^ M^'^^*^^ sch.,ersten Krankenlagers 
ist sie am 12. August fuer immer von uns gegangen., 

•Bewegten Herzens nehmen wir Abschied von ihr, dankbar fuer die Treue, die 
_ - 9 - 



HOHE 
BE 



VERZINSUNG 
SPARKASSEN 




* MU ENDELSICHER 

* REGI EHUNGS - VEESICNEHUNG BIS $5000 
^ VERZINSUNG AB 1. JEDEN MONATS 

FALLS KONTO BIS 10. DES ^fONATS EROEFFNET 

* KOSTENLOSE BERATUNG UND VERMITTLUNG 




ERNST I.CAHN 



29 BROADWAY, NEW YORK 6. N.Y. 
TeJ. BD 9^0531 RES. TeJ . HA 6-0326 



U L J U 



- 9 - 

sie unserer Cremeinschaft bis zum letzten Atemzug gehalten und fuer die grosse see- 
lische Bereicherung, die sie uns ge,s:e'ben. 

TJenn vdr v;aehrend des letzten traurigen Jahres zu ihr gingen und an ihrem 
Krankenlager sassen, war Kahel die G-eTjende und wir die demuetig ITehmenden. Die 
seelische Groesse, mit der sie ihr Leiden ertrag, ihr nie wankendes Vertrauen in 
eine endliche G-enesung, höh sie ueher den Schmerz ihres Leidens hinaus -und gah ujbb 
die Kraft, uns fuer den Abr-chied von ihr zu ruesten. 

Ss ist ein bitterer Abschied - fuer unsere Gemeinschaft und fuer jede einzel- 
ne von uns. Wir, die mr uns zu ihren -oersoenlichen Freunden rechnen durften, ver- 
lieren mit ihr ein Vorbild bester juedischer Kiiltur und Tradition. 7ir, die wir 
das Glueck hatten, in ihrem Heim Stunden juedischer ?eisrn miterleben zu duerfen- 
vor vielen Jahren schon in Berlin und dann nach kurzer Trennung hier in New York, 
fuehlen uns aermer, da sie nicht mehr unter uns weilt. Die ?]rinnerung an sie aber 
V7ird in uns v/eiterleben als ein Teil unseres juedischen Seins.... Lebe v;ohl , Rahel . . . 

Margaret T.Muehsam 

* Hit m * 



JULIUS GALLIITER 



Am 7. September IQug verstarb in New York Rabbiner Dr. JULIUS GALLIITER. Ge- 
boren am 3. Februar 1^72 in Zinten (Ostpreussen) , aus einer kinderreichen Familie 
stammend, kam er mit 11 Jahren nach Koenigsberg und besuchte das Gymnasium bis 
Untertertia. Zr trat dann in die Praeparandi e und das Juedische Lehrerseminar Ber- 
lin ein, an dessen Spitze I'ichael Holzmann stand, voirde Lehrer und Kantor in 
Schv;erin, v/oselbst der Landrabbiner Feilchenfeld ihn in jeder Weise foerdcrte. 
Dort setzte er auch seine Gymnasial Studien fort, und ging nach bestandenem Abitu- 
rientenexamen nach Berlin. ?i3r studierte an der Hochschule fuer die Wissenschaft 
des Judentums und an der Universitaet Berlin und promovierte in Heidelberg zum 
Dr.phil. ^6 Jahre hat er ununterbrochen der Juedischen Gemeinde Berlin gedient, zu- 
erst als akademischer ^eligionslehrer - er war gleichzeitig "Rabbiner der Synagogen- 
gemeinde Cimrlottenburg - und Leiter einer ihrer P.eligionsschulen und seit 1917 
als Gemeind-erabbiner der Grossgemeinde. Lernen und Lehren war sein stetes Ziel 
*^Gott gab ihm in das Herz, zu lehren". Er war nicht nur ein ausgezeichneter und 
pflichterfuellter Lehrer, sondern vertrat auch die Interesson des Unterrichts 
und des Lehrers als Mitglied der Staedtischen Schuldeputation in Charlottenburg, 
des Talmud Thora-Vorstandes der Juedischen Gemeinde, nach Gruendung des Preussi- 
schen Landesverbandes als Dezernent seiner Schulvervjaltung und als Dezernent fuer 
die Bezirksrabbinate. Er hat schliesslich die Lehrer-Bildungsanstalt des Preussi- 

- 10 - 



BANQUETS 



RECEPTIONS 



W E D D I N G S 



C & L 



BAR REvSTAüRANT 



RETAIL SHOP 






BRADWAY and 75th STREET 



NEW YORK, N.Y. 



TRafalgar 4-2700 



-lo- 
schen Landesverbandes mit ins Leben ,e:erufen. Als Prediger in den Synagogen Fasanen- 
Strasse und Prinzregenten-Strasse hat er einen nachhaltigen Einfluss auf seine 
Hoerer ausgeueht. Auf sozialem Gebiete hat er sich als Schatzmeister im Hilfsver- 
ein fuer Juedische Studierende segensreich betaetigt. Aller koerperlichen Behin- 
derung zum Trotz hat er auch in schwerster Zeit bis Maerz 1939 sein Amt in Berlin 
versehen, v/orauf er nach England ging und vor 2 Jahren zu seinen Kindern hierher 
kam. Ein hingebender Hohn, Bruder, Gatte, Vater und Grossvater hatte er an seiner 
Lebensgefaehrtin die treuste Helferin besessen. Ein grosser Kreis dankbarer Schue- 
1er und treuer Mitglieder der Juedischen Gemeinde Berlin v/erden das Andenken 
Julius Galliner*s in hohen Ehren bev/ahren, 

Dr. Adolf Kober 



Geburten: 



Vermaehlte: 



Es starben: 



♦ « « 41 

FAMILIEMACHRICHTE?T . 

Ein Sohn Michael Herrn Henry Mantel und seiner Gattin 
Gerfcrude geb. Lowenthal. 

Hermann Lindheimer/ Charlotte Porak 
Henry Treitel/ Lotte Elkeles 
Edgar L. Trier/ Carola B.Strauss 
Frank Lewin/ Elsbeth Gaertner 



In New York: 

In New York; 
In "Scx^r York: 
In New York: 
In New York: 
In New York: 



Rabbiner Dr. Julius Galliner im Alter von 

77 Jahren 

George Steinberg im Alter von 55 Jahren 

Sara Sprei im Alter von Sk Jahren 

Emma Heilbronner im Alter von 79 Jahren 

Martin Lewenberg im Alter von 62 Jahren 

Arthur Loeb im Alter von 80 Jahren. 



65. Geburtstag: 11, Oktober: Benjamin Kleinberger. 



• 



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HAVE ROLLED OUT THE CARPST TO '-.^EL- 



COIIE YOITR CHILÜREN BACK TO OUR SCHOOL 





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1^^ r»i !»'n \^\ '^1 ^ 





CLASSES HATrE BEGTJN . YOUR CHILDREN IfILL BE 
HAPPY IN SCHOOL IF THEY START AND ' FINISH 
HE TERM TOGETHER '.fITH EVERYONE ELSE. 



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A<^ 30 K> 



•JULIUS. G,l\LLS-r\ea C^U.Gir'tOri 



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CM^i^-^CK, 



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.NO PREACHERS 

rship Group. The Institute. Her«chel 
■it Sw.ft (of St. Johns Wood SynagoeueJ 

IING EVENTS 

. MARCH 24 

^S;' ^^^i- ^^"^* Shabbat. 4.45 p.m. 
ii^n ^'<^"«s. • Speaker: Mr M. 

MARCH 22 

"^' •'"«lon Synagogue Memorial Hall 
Admission 2/6. Host and Hostcss* 
Prides and no\elty dances. 

lic Meeting. Ja^ob Ehrlich Society. 69. 
tat IS thc ProRrammc of thc Council of 
Urs. I. Schvvar/bart. L. Zclmanovitz. 

Sc6 advertiscment back pagc. 
»encfii of ihe Belgian and Dv.tch Red 
od Court, High Holborn. W.C 1. 4.I0 

r' 

.7. Gip.tvi Dance,'*? to 10 p.m., 1/6. 
dential Address by Dr. S. Raxvidowicz at 
Voburn Hou.<e. W.C.l. Rabbi Dr. I. 

0. 1942. 73. Compaync Gardcns. Pre- 
h. Dancing 8.30-9.15. Finals 9.15-9.45. 

Revue, " Mowbray Pie!" 7 p.m., 2/-. 
Woburn Housc. 7.30. Admission free! 

MARCH 23 
sion Group Meeting, .Synagogue Hall, 



Janus Cohen, 
Visitors welcome. 



>t. Speaker: Mr 
dmission free. 
:»ding 8 p.m. 

MARCH 24 

tronicle " Editorial Discussion, 8 

next column 



B.A. 



p.m. 



AND DIARY 



..>_ — ..iiki Youtn UcmoA.w .. 
BIRMINGHAM '^''^''^^- ^^«^" ^ 

- i/L' e """«"**?[• J P • »n «he chair. Public Meeting. Grand Hotel 
presSe. '^'"''" ' ^' '"'''* "'""' ^"^"- "^'^^ ^^' Dr*A Cohen w'li 



DR. JULIUS GALLINER'S 70eh BIRTHDAY 

Thc 70lh birthday ol Rabl^ Dr. Julius Gallincr, ßnc of 
liermany s best-known leligious Icaders, was celebrated reccntly 
at an jntormal gathcinig of friends at his home in Bradford 
whcre congratulafons were voiced by ihe Rev. J Israelstarn 
Rabbi Peutz (tormtily of Marburg, now of the " cLve Adam-' 
Synag>gue Lccds), Dr. H. Librowicz (fomierly of Be^rlin) a^d 
Dr h. Guttmann (formcrly of Breslau). Ämong messa-es 
rece.ved were greet.ngs from the Chief Rabbi, ProtSsor S 
Brodctsky, Dr. Lazarus Goldschmidt, and otheis '^'°'^^'*^^ =** 
tion tibum"'''' xiiP'J mcssages arc lo bc coilected in a prcsenta- 
lon aibum. The Rev. J. Isracistam, of Bradford. has aftreed 
totakc Charge ofitsjjrcparation. « " u, nah agreea 

^f 'J';- .Galliner was an alumnus of the Hochschule and a discinle 

he fooklo'Äi^^f ';'^' ^«"^ Schreiner, under whosc influencc 
ne took to Arabic siudMjs and rcceivcd a Doctorate at Hcidel- 
h^>a on a diss.rtat.on on .'hn E?ras Commctilary on Job H s 
o- s'nuf.?- '''r^'^ ^""'^ includes-the translation of the Bocks 
Bl.n;ri nU?i r"" Torczyncr BibJe. Hc served as Rabbi to fhe 
i^ In ^"u*^*^ Community for 40 years. His greatest worl- was 
Jewi^b fe tchelv T.v"^"''^<^ ^"^ Organisation^ He t^unded a 
Ssfor .h!f rJ''"'"^ Semmary and also raised considerable 

Society ft ^wJ n.^'^"'^'?"' ""^ ^^'^ ^"""^'^^ Education Aid 
oocieiy. He wa:> particularly actjve n the Preussischpr 

cJcu' CoS l!^'^:;^^ .Gcmeiliden. and was a mcmbe" oMhe 
orcac Louncil oi ibc Rcpchsvertieiung der deutschen Juden. 



»0 fla«'«) 



^•j 



PASSOVER FOR POLISH SOLDIERS 

the''*'passive^''Fi:?Hv^ "^^^ ^'" ^^''" '^^^^ '" i-«"^«" ^"ring 

mmediatehf rn tilr^'i r'Z K'^'i'^^^^^i ^o forward thcir name! 

immediately to the Polish Jewish Refugee Fund 33 Soho 

S^nta^anÄ"';.^ Ih "t^^'l "'" "^^^e Arrangements' for" thei? 
ihi «rll »^^-^ ".^ '"*^ PasISover weck n London Owine to 

uJ/ScÄ^r^^ ''^■'r'^ '^"P'^J'^^' '^ ^' cssential thaf in 
ifti". »iPPl J-ations fo-, rcgistration should bc forwarded to thc 
oft.ces of the Lund not later th^n Tuesday, March 24 



^K,. 



ylKMlNOHAM 

Tca at ihe Grand Hotel, 4 p.m., in honour trf Rabbi Dr. Äbba Hillel SiKcr. 
Mr. E. P. Holländer, J.P., in thc cbair. PuWic Meeting, Grand Hotel, 
6 p.m. Speaker: Dr. Abba KUIcl Silvci:. Thc Rtv. Dr. A. Cohen will 
prc&ide. 

DR. JULIUS GALUNER'S 70th BIRTHDAY 

The 70th birthilay ol Rabbr Dr. Julius Galliner; onc of 
Germany's besl-known leligious l^aders, was celebrated lecently 
at an informal gathering of friends ai bis home in Bradfoid, 
whcic congratulations werc voicfd by the Rev. J. Israelstam, 
Rabbi Peiitz (formeily of Marburg, now of the ** Chay^ Adam" 
Synagogue, Leeds), Dr. H. Librowicz (formerly of Berlin), and 
Dr. F. Guttmann (formerly of Breslau). Among messages 
received werc greetings from Ihc Chief Rabbi, Professor S. 
Brodctsky, Dr. Lazarus Goldschmidt, and others. 

All congratulatory messuges are to be cöllected in a presenfa- 
Uon album. The Rev. J. Israelstam, of Bradford, has agreed 
to take Charge of its preparation. 

Dr. Galliner was an iHuil^nus of thc Hochschule and a di<t!plc 
of Steinschneider, Bancili, paiKl Schrcinci, undei' whose innuencc 
he took to Arabic studies and received a Doctoratc at Heidel- 
berg on a dissertation on ibn Ezra's Commentary on Job. His 
more recent literary work includes the translation of the Books 
of Samuel in the Torczyner Bible. He servcd as Rabbi to the 
Berlin United Community for 40 years. His greatest work was 
in the sphcres of education and Organisation. He founded a » 
■Jewish Teachers' Training Seminary and also raised considerable 
funds for the German equivalcnt of the Jewish Education Aid 
Society. He was particularly active in the Preussischer . 
Landesverband jüdischer Gemeinden, and was a member of the 
Great Council of thc Reichsvertretung der deutschen Juden. 




/ 



• 



PASSOVER FOR POLISH SOLDIERS 

Polish Jev/ish soldiers who will be on leave in London during 
the Passover Festival aje reqijested to forward their names 
immediately to the PoWsh Jewish Refugee Fund, 33, Soho 
Square, London, W.l, which will make arrangements for their 
maintenance during the Passover week in London. Owing to 
the present diftkulties of food supplies, it is essential that all 
such appHcations fo- registration should be forwarded to the 
Offices of the Fund not later than Tuesday, March 24. 




V 



k 



I^TSlMp g 




ereHRieR 



2^r 500. Wiederkehr nincf Gchurifia^es 



4 



3n bcm ^emu&tfetn oielcr 3uben lebt bic 
jubifd)c C5cicf)id}tc als eine (5eirf)ic^tc ber $;üctier 
unb if)rcr ^erfaffer. «ejonbcrs bic (5eid)i^t£i= 
|(^reibung bes oorigcn 3Q^rI}unbert5 ^ai, ta [te 
t)on einer bejonberen Sluffaffung bes Subentums 
ousgmg, bafür geforgt. bo^ eine foId)e Slnic^au* 
ung entftefit. 33on einer folt^en 3)Qr|teIIung ^er 
»crfliicfrtigt \\6) aber me^r unb me^r bas «Bilb 
^er jübifdicn (5ei(J)icf)te, unb es entließt in ber 
"i^i^antQiie bes 9Kenid)en, ber ]\6) mit bcn Thinge 
3U befcfiäftigen beginnt, ein riefen^afte 
SBüt^err egal, unb baju eine riefen^aft, 
$ibIiotf)ef, |o ba& <Bu(f|rücfen unb ^oliontcn ba^ 
cigentlicf)c 2ihi\{ erfe^en. / 

Sludj bort, mo es eine «Biographie gab, mr 

rie ^ö(f)ft troden unb lie^ bie lebensfräftigcn uf ° 

lebensbetonten (Elemente fe^r beifeite, Uixa^ir^ 

fte [oaufagen als eine blo&e Einleitung für )^^ 

Iitcrorii(f)e unb benferijc^e Straffen eines 3^^"' 

feilen. (Eine foId)c 5PerbIn[fung ber iübi[(^en ^^'' 

|t^trf)te, eine 5ßerflücf)tigung in ben (Seift, f|at^"' 

roege gebracht, ba& ber Sn?eg 3ur jübift^en ®^' 

|(f)i(f)te, 3u feinem lebenbigen SIblauf unt* ^^ 

feinem lebensoollen Sinn me^r unb me^r ^^'^^ 

fc^üttet mürbe, fo ba& firf) bie 3J?enf(^en '^'"^"J 

trauten, ein (Sebiet ju betreten, bas an fc ^'^^ 

geiftige 5ßorausfe^ungen gebunben ift. 35as' ^^^ 
V- -V .. ,, •_ mmer 

t unb 



tn cpanien m rufiigen 3eiten unb in einer 
(£poci)c ungcatinter «lüte. 9forf) einörucf?üoIIcr 
rreilicf) bofumentiert fid) biefes politiftfie lempc» 
ramcnt unD ber 3>rüng ^ur ^^erfönlirfifeit in 
Jetten, in D.'nen es d)aotiitf) unb turbulent burrfi^ 
einanber gebt. 

SiaafSIbraoanels C5rö&c ift bie (Srö&e 
einer «Perfönlictireit. Da lebt ein max\n im 
Strome unb Sturm ber 3eit in brei oerfcfiicbencn 
Cünbcrn, ücriicrt .^cimat unb 33crmögen unb 
bout biefes lieben immer lieber auf. Unb ^voax 
nie fümmerlicf), nie ein ??ot3eIt, immer böctift 
ftabil. Slbraoanel lebt in Spanien, in «Portugal 
unb in ;5talien. 5n all biefen fiönbern betreibet 
er ^o^e SIemtcr. 3n faft all biefen ßanbern oer-- 
liert er fein 93ermögen, unb in oil biefen fiön= 
bern geroinnt er nirfjt nur neues 93ermögen, 
fonbern immer roieber neues Slnfe^en. SUobin 
er aud) fliegt, fo mirb er boci) nirgenbmo ein 
Slüc^tling, unb loie arm auti) immer er in 
ein ^anti fommt, fo ojirb er boc^ fe^r balb einer 
üon ben gro&cn 9J?ä3enen. ^\x biefer (gigen= 
tümlid)fert fommt eine atüeite. Sei es, ba& er 
firf) an biefes SPanberlebcn geroöljnt Mi ober fei 
es, "üa^ feine STcroen ftärfer finb als Vxt Stürme, 



bic on i^nen jerren: Slbraoancl \)Qii faum eine 
neue Heimat gefunben, fo beginnt er mit ber 
Sortfe^ung feiner Itterarif^en (Sele^rfamteit. (Er 
fdireibt fojufagen immer auf Irümmern. 
Seine gan^e ßebensgefcfii^te, bie etroas gerabeju 
abenteuerlicfies bat, obne ^al^i, er je ^um 2lben= 
teurer mürbe, ift ein einziges ^o^es ßieb auf bie 
Äraft eines 9J?enf(^en. Diefe Äraft 
ftrablte oon ifjm oielföltig aus. 213ir beft^en t)on 
ibm Iciber fein c^tcs Porträt. 2Ius ber ^ban= 
tafie bot man tia. einen bärtigen 3Jiann ^in= 
gemalt, ber oud) ^ier miebergegeben ift, aber 
biefes «Porträt ))ai nirfits 9Cir!Iic^es unb oerbirgt 
bas ©eficf)t aus SIrmut an ^bantofie unb aus 
9«angel an 5PirfIi(f)feit. W\i ftellen uns ein ganj 
anberes (Seficbt oor: ein bli^enbes STuge. eine 
fluge Stirn, einen Icibenfcfjaftlicfien unb energi= 
ft^en aKunb. 3)enn er mar bis 3um «Ranb mit 
jenem (Scbeimnis angefüllt, bas man fieben 
nennt, unb menn auc^ ein folrfies fieben gor ni^t 
beifpielbaft ift, meil es fo febr über ben Durtf|= 
ftbnitt binousragt, fo ift es bot^ ein fe^r großer 
unb munberbarer Iroft, t^ali^ es in Seiten, bo ben 
3uben bie SBelten ^ufammenbrat^en, einen 3J?ann 
gegeben ^t, mic 3faaf Stbraoanel. 



ber Darftellung ber jübifcben (5efrf)icf|tc f'"'"" rZ • 1 T^ ••1 ■» -■-.. 

^r^^^::i^^x\^i^^ Zwischen Büchern und Pohtik 

t)er iubif(^en (5ef(i)irf)tc gerabeju oöltig J'"^'"* vy^j.v^A xx f^xx\>l J. V/XAHAV 



unb einfam im «a?eltgeid>e^en ftanben, 1°' "^^ 
^ätte ber ^immel über ibncn feine 5aL°^. ""^ 
fo, als trügen fic ein (5emanb, bas e'""^^^'^ 
^ei&t unb nic^t eines, bas aus bcm Str^*"^ ^^^ 
3eit beraus muc^s, umgeben oon ^äuL"" ""^ 
aJtenfd)en, J5ingcn, 3been, (Sefüblen uiT .^'■ 
ten, bic zUn bas „Äoftüm ber 3eit" i/^J^Itellen. 

Sei ben a f (^ f e n a f t f d) c n Subeif. ^^^ ^^^'^ 
eine folcbe «Betrachtung oerfe^It, aber /»'""t^r^in 
[tanb ^ier im (Sbettoleben bas «Bucb 
93orbergrunb, ^a^ man Ieirf)t eine fol 
begreifen fannunb ba^ b'er oerftä 
mor um bie «Büdier_unb «üc^ertitel 




^';(»' 



ftc 



febr im 

SRetbabc 

lieb mirb, 

't ber «)}?en= 

lief) ober 



Die Dotcn feines ßebens ftnb rafdj 
erjäblt, menn man bos äu&erlicf^e meint. 5m 
So^re 1437 mürbe er in fiiffobon geboren. (Er 
roucbs in einer Jyamilie auf, bie ficb immer als 
öltefte jübif(J)e STriftofrotic empfunben ^ot. Sie 
bemobrte Urfunben unb (yomilientrobitionen, bie 
mit großer Söbigfeit baron feft^ielten, ba& bie 
<^amilie Don Äönig Dooib obftommte, unb 
bic mit gleirfier 5Beftimmtbeit beboupteten, fc^on 
3u 3eiten ber erften lempel^erftörung notb 
Spanien gefommen ju fein. 5m 3abre 1391, als 
ber gro^c 5ubenpogrom oon Scoilfo mutete, mar 
ber (Sro^oQter Sfaofs nod) fiiffobon geflü^tet. 



)emr wm em 
bcs fcfarbiftben Subentums, l)a5 in ber 
Sßelt eine fo gro^c «Rolle gcfpicit ^otlwnö beffen 
^ebcutung für bic jiibifc^ (5ef(bit^tf nocb gar 
ni(^t genug erfonnt ift. 1 

Sluf ber fponifdien $albinfc( bilbei f^'^ näm» 
\\6) feit ben frü^eften 3eiten ein eigentümric^cs 
Subentum ^erous, bos gerobe babur^ gefcnn* 
aeie^nct ift, bo& es oiclfoc^c SBcjic^ungen 
jumficbcnbat unb bog bie «DTenfcben, bie es 
^eroorbringt, in biefen fiebensbcaiebiC^f^en I(n= 
geroöfjnliefics leiften. Der feforbife^e 3"i'e, bcm 
mir fcbon im frü^eften«IRitteIaIter begegien (frfion 
um bos 5a^r 300 gab es auf 3RaIIorff Suben» 
Verfolgungen) bilbet in ber Xat einen dißentüm= 
lieben Igpus heraus, ber mit feinem C^^en ber 
Sßelt 3u Dcrglei(ben ift unb beffen SBifffamfeit 
mir noe^ nocf) ber 93ertreibung ber 5i^en aus 
Spanien fo lebhaft fpüren. 2Bir nenncfi tiefen 
Igpus: berpoIitift^c3ube. i 

Doruntcr mirb nief)t oerftonben ein 3f«i>e, ber 

ftc^ ber ^olitif in bie Slrme roirft unb n|inmebr 

im Serei(bc biefer ^olitif fein Subentiim oer» 

ßi&t, mic bos benn febr bäufig in ber (Sffebiebte 

ber mefteuropäif(f)en 3ubcnbeii oorgefomflien ift, 

fonbern eine gonj eigentümlirf^c unb bejönbere 

S^nt^efc amifcficn «ßolitif I""^ 

Subentum, bcm fieben ber 2Beitc un^ bcm 

fieben ber (Enge. <yaft alle jübifcbcn «Politif^r ber 

fponifcbcn ^olbinfel baöen bicfe Sx\x\\hf\i «n 

tbrem fieben DoIIjogen. Sic maren ^olitife^ "nti 

jmor ^olitifer oon großem gormot, ahi^ He 

ftanben ^ugleicb mit einer folcben Selbftocrjjönb* 

licbfcit inncrbolb bes jübifcbcn fiebens, 'üc!p> ein 

nicfjt geringer Icil oon i^nen fogar p 

ßroßen jübifcbcn ©elebrten gcjäblt mirb. 

bas $ilb eines folcbcn SRonncs entmorfen 

mu6 auf bicfe ollgemeine (Erfcf)einung cing^ 

gen merben. Seit (E^osboi ibn Sc^ o'p^ " t 

mirb biefer Ipp immer fpürborer. grcilic^, je 

fficftlicbcr er mirb unb je mebr er fic^ jeitlicb »on 

bcm Unglücfsjabr 1492 entfernt, um fo büriner 

mirb ber jübifcbc Xcil biefer Spntbefc unb u# fo 

fpürborer bie rein politifcbc 5Begobung, bic o^er 

nicf)t ^oef) genug oeronfcJ}Iogt merben fonn. De"« 

menn mon bebenft, bog «Benjamin D i s r o c ^ » 

peobor ^crj!, ja felbft bic «Rot^cnous, 

fcforbifc^cs «Blut in ficf) trogen, bonn begreift 

.mon, mos für eine 3ßirfung biefes politiil^e 

(Element, bos iobrbunbertclong im fponifcf)en 

Subentum gepflegt morbcn ift, bat. Das, m^s 



Suben in Spanien, benn bie 3eit ber Äotoftropbc 
oon 1492 rücft bebenflic^ nä^er, ollmä^Iirf) loffen 
oucb bic «D^ibcrftänbc ber (Sutmilligen nocb. Die 
Snquifttion ift in ooller «Blüte, unb bo& 2Ibra^ 
oonel bort arbeiten fonn, oerbonft er bem be= 
fonberen Sc^u^c gerbinanbs, ber febr glücflicb ift, 
in Slbroooncl einen SRonn gefunben au ba^en, 
ber feine Stootsfoffe mieber füllt unb bie 5inan= 
3en in Drbnung bringt, bic burd) bie erbitterten 
Äämpfe gegen bic Slrobcr in Spanien fo febr 
gelitten ^hzn. So ift Slbrooonel eine 3lrt 
S e^ u tj i u b E , loic es - um 'bicfe 3eit unb fpäter 
eine Slnao^I oon Se^u^juben ouc^ in anbercn 



-,-^k Xoiife, bie man tbm mit (S^molt oufgeamun., Teilen ber «JBcIt gegeben bat. Slbraoonpf fpürt 




man politifc^cs lemperoment nenncL 
fönnte unt) mos im meiteften Sinne bebeutetj 
bcn SBIicf fürs (5ro&e, bie Ucbcrminbung bei 
(Enge, bos ^^cblen olles (Sbettoboften, bie Scbai 
bei 3ulammenpngc — aü biefes cntroiefclt [ic 



gen ^otte, mor rofc^ oergeffen. 3n fiiffobon 
fonnte er als 3ube leben. Sein So^n Suba 
mürbe S cfj a ^ m e i ft c r bes Königs. Sein (Enfcl 
5faaf muebs olfo fc^on in biefer mmofp^örc auf, 
oon ber mir fprocbcn: «Politif, Subentum, melt» 
Iief)c «nJeitc. 5n früber 5ugenb ftubierte er niiit 
nur bic lora unb mor nicbt nur ein gclcbrfomer 
Scbüler bes berübmten «Robbiners oon fiiffobon 
Slbro^om (Cbajun, fonbern ou^ ein febr 
eifriger Stubent oieler Sprocben, ber «Rotur» 
miffenfdioft unb ber (5efdbid)te. Scbon mit 
amon^ig 5abren oerfo&te er fein erftes SBcrf. (Es 
ift eine Schrift über V\t «ßorfe^ung. 5lber im 
93ormort ba3u flogt er borüber, boR bie monnig= 
faef)c 5Befd)äftigung mit anbercn Dingen ifin ob« 
galten mürbe, fie^ fo gona bem Stubium bin» 
augeben, mie es feiner iBegobung unb feinen 
«Reigungen entfproe^en bätte. Diefe Slbboltungen 
bürften aber noe^ gröfjer gemorben fein, benn 
fein Äommentor 3um fünften SBucb ber Scbrift, 
bcn er im Sobre 1472 begonn, fonnte nur febr 
longfom oorroärts fcbreiten, bo er nunmebr aum 
Sebot^meifter bcs Königs Sllfonfo V. 
ernannt morbcn ift. 

Domit ober beginnt ein gro&es fieben. Slbro« 
oonel, ber in^roifcben 3u ben rcirfiften 5uben 
Portugals gebort, fonn an ber empfinbliet)ften 
SteUe bes Stootsopporates, ben ginonaen, un« 
cnblicb oiele 3meige bes öffentlicben fiebens fen» 
nen lernen, unb fein §aus ift ein Spicgelbilb ber 
monnigfncben Schiebungen unb ^Berübrungen, 
bic biefer SRonn mit ben großen 3eitgenoffen bot. 
(Es mirb bolb ein 9RitteIpunft für fiiffobon, unb 
fein «Berfebr befei)ränft ficf) feinesroegs auT 
5uben. Dobei menben feine Sntcrcffen ficfi roeiter 
jübifcben Dingen 3u, unb bos bebeutet nicbt nur, 
bo^ feine (Selebrfomfeit neue Äommentore unb 
Schriften probuaiert, fonbern "üa^ er in ben 
proftifcf)en Dingen bes jiibifcf)en fiebens, 
bie in einer fo bemegten 3eit mie bem fünfaebn^ 
ten 5obr^unbert eine groRe «RoUe fpielen. immer 
aur Steric ift. Die 5nteroention bei ^yürften unb 
Zapften, 31uslöfung oon (befangenen. Unter* 
ftü^ung oon 9TotIeibenben, «ßcrfu"i)e, W\})U für 
Slusgctriebene au finben — bos ift ctroo ber 
Setätigungsrobius feines praftifcbcn 3ubentums. 
5n bicfe roftlofe Xätigfeit fällt ber Xob 
Sllfons V. «Rod) ber Xbronbefteigung feines 
«Rocbfolgers mirb 3lbrooaneI ber ^ßcrf^bmörung 
mit einem $eraog oon «Brogan^o bc^icbtigt. 
DbroobI er unfcbulbig ift, entfctjüefet er fic^ boi), 
rofcb an flieben. 

(Er gebt nocb Ä o ft i I i e n , unb in Xolebo 
beginnt eine 3cit emfigfter fcf)riftftcllcriict}er 
Üätigfeit. (Es cntftebcn Äommcntnre au einigen 
biftorifcben «ücbcrn ber 5BibeI. «olb ift o'ucb 
bier Slbrooonel roieber mitten im mirflicf)en 
fieben. (Ein 3obr nocb feiner 5lnfunft in lolebo 
mirb er Scbotjmeifter <lerbinanbsoonÄo = 
ftilien. Dos ift im 3abrc 1484. unb biefes 
3a^r ift nicf)t o^ne ^Belong für bie (5ejcf)icf)tc ber 



bo^ nunmebr bie 3eit immer fritifcber mirtt, cxV 
o^nt bas Unglüef6jal)r im oorous. (Er ocrfu^t, 




3eit ftnb, unb bic benn ni^t nur einen (Srunb 
für bie uniäglirf)en fieibcn jucbcn, bie Xitx\ 3uöcn 
auferlegt finb. Sie ^oben oue^ eine fcclforgerif^e 
5unftion, inbem fic bie 5uben tröften unb auf« 
rieten unb ibncn mitten in tieffter «Rocbt ein 
mcrtig neuen 3Rut geben follen. Dos mcfftn« 
nife^c «Reic^, bos bomols fo fe^r gerbet» 
gefeint mirb, ift oucf) ber (Segenftonb feiner 
Sebnfucbt unb feiner Deutungen, bie in einer 
grc^feen SInaobI oon $ücf)crn aum ^lusbrucf 
forcmt. SRit ben 5ubcn ber SPelt gloubt er gonj 
fcft on bos nobe Äommen bes 9Reifias, unb feine 
2Iutorität befcftigt biefen icbon roeit oerbreiteten 
(5Icuben in ber itolienifdjen unb überhaupt in 
ber 3ubenbeit ber «IPelt, unb fo ift bos t r o g i f d^ 
on ibm, "tia^i er, ber flore Denfer, au ben SBcg» 
bereitem ber folfi^en 3Reffiaffe mürbe. 

Der Slnfong bes feef)aebnten Sobrbunberts 
fie^t Slbrooanel in 35 e n e b i g , mo er im 2Iuf* 
trage bes Senats mirtfcboftlicbe 93erbanblungen 
mit «Portugol fübrt. SIber bos ift mobi bic le^tc 
politif^e Xätigfcit, bie man nocbroeifen fann, 
benn ollmäblie^ ^hzn ]\6) in biefes (5eftcbt nic^t 
nur 5ur(f)en bes Sllters, fonbern bes Porten, 
mcc^feloollen fiebens tief eingegraben, unti mebr 
unb me^r finbet er in ber SBibliotbef Xroft, bic 
er felbft gefcf)rieben ^ot, unb au ber er immer 
mieber neue Sßerfe binaufügt: Äommentore a« 
biblifdien Sücbern, Sdf)riften über bie ^ropbctic, 
5)3oIemifcn gegen «IRaimonibes, eine (E^ronif ber 
Gliben unb eine gro^e Slnaa^I onberer Süefier. 

5m 5abrc 1508 ftirbt Slbrooanel in 93cncbig. 

Dos fieben, bas mirflitf)e, fd)öpferif(f)e fieben 
biefes SRonncs, bottc fo frübaeitig begonnen, ba& 
es einem fc^cint, oIs fei es ibm oergönnt geroefen, 
mehrere fieben in feinem eigenen au umfaffen. 
2öcnn Qucb bie letjten 5abre feines fiebens ein 
m inig noc^ «Refignotion flingcn. fo ift boc^ bos 
gc nac überblicft mon es, bos ^eifpiel eines groB= 
aitigcn, munberboren, fcböncn unb erfüllten 
5 ibenbafcins. (Es aeigt, mcicbe 2RögIi(f)feiten in 
ui feren 9Renfif)en fteefen, menn bos fieben i^nen 
iu|r bi« Chance gibt, fie au erfüllen. 

9I?enn bie 5uben je^t an ben fünf^unbertftcn 
gjcburtstüß Slbraooncls erinnern, fo Jinb mir 
"^HBBI~«t *in ocrfdjnjtRbcnb fleinct Xcil mit 
jfem «Romen eine S^oriteUung oerbinbct. Solche 
5(ibiläcn au feiern, ift f^on besbalb gut, um in 
cijncr 3eit, bic amor nicf)t in oUem, ober botf) in 
mlonc^em ber oon SlbraooncI gleicht, unfere 2Rens 
fe^en boron au erinnern, bo^ man, menn in uns 
nur bie Äräfte bes 5ubentums t6:\i unb gro^ finb, 
aue^ bie f{f)merften 3eiten burc^ 2ßürbe unb 2lr= 
beit befiegen fonn. 



Aufn. Archiv 

bem König unb ber Königin 30 000 Dufoten an-- 
aubieten, um bomit bie Slustrcibung ber 5ubcn 
ous Spanien au oer^inbern, ober es gelingt ni^t. 
Die Slustrcibung mirb ausgcfprorf)en. Dos cin= 
aige, mos übrig bleibt, ift ein «ßrioileg für Slbra* 
oonel, bort au bleiben. Dos lebnt er ftola ob, 
unb im 3ug ber STusgetriebenen befinbct ftc^ oucfi 
Don 5faaf 5lbraoaneI. 

(Er lä&t ficf) in «R c p e r nieber. Sßieber bc» 
ginnt bos gleiche fieben amife^en JBücbern unb 
^olitif. Die begonnenen Kommentare merben 
obgcfc^Ioffen, unb foft au gleicher 3eit mirb er 
roieber Scbo^meiftcr am §ofe gerbinonb I. unb 
fpöter bei Sllfons II. Die (Eroberung «Rcopels 
burc^ bie granaofen jagt i^n aus ber faum ge= 
roonnenen §eimot, in ber er nur ein 5a^r fang 
bleiben fonnte. (Er lä^t fic^ bann in 2Rono-- 
poli in 21pulicn nieber. greilic^ ift burc^ einen 
58ronb bie roertooire iBibliotbef, bic er oon Spa= 
nien mitgebracbt i\aiU, aerftört. gine 3obI ift 
eboroftcriftifcb für biefes metfroürbige fieben: im 
5abre 1496 fommt er nacb «ERonopoIi. 2Im (Enbe 
biefes Sobres oollenbet er einen in ^ortugol i 
begonnenen Kommentar, unb nun beginnt eine H 
fruef)tbare literorifcfje Xätigfcit. (Ein § o g g o b o* ' 
Kommentar roirb gefcbricben, unh je^t fügt 
er feiner Xätigfcit als Kommentotor eine neue 
^inau, bie nun ben überragenben 9Rann gana 
aeigt. (Er blicft ouf bas Xrümmerfelb ber fponi« . 
fcben 5uben, er fpürt bie «eraroeiflung ber «)lus» 
getriebenen, unb er gibt fic^ gona ben meffioni» 
fefjcn Hoffnungen ^in, bie bas Kennaeic^en feiner J 



Feiern in den Gemeinden 

Der «l?rcuBifcbe fianbeiberbonb jübifcber (Sc» 
meinben berbreitet einen bon feinem lM?e« 
präfibenten 5H.=5r. Dr. «Sftfrcb ^lec unter- 
aeicbneten 9(ufruf, in bem bie bem ^Berbonb an« 
gefcbloffenen (sjemeinben jur ^Tbbaltung Port 
geicrn anläfelicb bcö 500. (^Jcburt^tagcg Oon 
Xon ^faoc 5(brabanel aufgeforbert 
toerbcn. Der STufruf fnüpft baran an, \ia\ eine 
bor atoei ^abren Pom fianbesocrbanb auö« 
ecbcnbc 5(ufforberung, i^eiern unb Vorträge 
jum «JTnbenfen Oon «LRaimonibe^ obaubattcn, 
einen grofeen «Biberbau gefunben haben, (gg 
l^eifet bann: 

I „^n biefem ^ahu 1937 — bai genaue 
um^Z V^ ?*** überliefert - jäbrt fic^ aum 
m. mait ber ©cburtstag Don ^faac 9Ibra« 
banel^. Die mit unferer (^efc^tc^te «ertrauten 
{üifien, loelcbe f b m b o I b a f t c «öebeutung ba^ 
fieben bicfe^ 9Rannc§ liai. (5r ftebt am Gnbc 
ber bebeutenben, oiele bcroorragenbe 9?amen 
üuftocifcnben fpanifc^en (^poc^e ... 23ir bitten, 
oafe man übcratt in unferen (5Jcmeinbcn — 
cmpfmben mir boc^ beute mebr al^ je bog 93e» 
burrni^, uni bie grofeen «Pcrfönlic^fcitcn 
unferer (5{emeinf(^aft au «orbilbern gu 
nebmcn — baö ©ebenfcn biefci «D?annei feiert 
"ti-< /^fjfliöfc «t^erfönlicbfeit, ber «Refigiong» 
poilofopb, aber bor aüem ber toirfcnbc / 
SRenfc^ unb grofec (Sbaraftcr fotten/ 
Icbenbig bor ung ftcben. 3n alten unferen dt* 

fleu In Basel 

im 

Stadtzentrum 

Eigene Garage. Zimmerpr. 5.°^ Telefon In simtl. Zimmem 



Touringllouiieaiiii 



i 



mcmbcn foff «Beranloffung genommen hjcrben, 
2:on 3taac ^2(brabanelö au flebcnfen. man h?trb 

putt bie C^rofee temer ^^erfön(t(^fctt barteq?n 

' ^ur&rs?.L'«r'" ^"^"-^^"^ in Unterrief,! 2nb 
Ss " i^,^^"?^^^"^"I^ naciibrer Tvaffunqö» 
gäbe benJDJann m feinem fieben unb üt einem 
|Mrfen bor Jtugen fübrcn. Xa bog Xatum bct 
©eburt nidöt . reftftebt, fönnen bie TcxlZ 
Itattungen au leber 3eit in biefem Tuibre ab- 
gebattcn locrben; hjir möcbtcn ber «l^Jreinbeh, 
icbung n^egcn bie 3cit um ba^ ^licßa*^" in 
"iJoricblag bringen." ^ ^^ " '^ '" 

3"J" 2*Iuf? mirb ber «Bunfcb ou^^qefbrocfien 
baft bem fianbe^oerbanb rccljt bo b mitoetem 
merben mocbtc mie bic cinKincn %?^ieinb 
bj« ^(nregung bure^aufü^ren beabficbtigen 



Seite 4 / Nr. 5 



DIE WO 




ISRAELITISCHES F A M I L I E N B L A T T 



4. Februar 1937 



213ic mit(;eteilt mirb, ijat tk Äbnißli(f)e Äom« 
miflion bic Slbiidit, öcn iuäfibentcn bcr ncu= 
äioniitiid)cn Crßanifat'.M. 'Jl^Iabimtr 3abo = 
tinifp, in l'onDon iu ücrncljmcn. 5Be!anntIicf) 
f)at ^abotinjh), bc: t^cn ÜUunld) ^attc, Dor bcr 
Äommiifion in ^crufalcm ali> 3cuflc 3u erid)ci= 
nen, fein ginicücniium erfioltcn. 

5m SOconnt rcH'inber l!»."{ü [inb 7ö0 Suöcn 
nad) "^N a 1 ä fl i n a cini^unanbcrt. imn ruderen 
85 bcr ÄQ{iitiiliitcnfatci^üric anßcl)ürtcn. 

iTie ^Rcprä'L'ntnn,^ bcr 3$raclitiicf}cn Drtl)0; 
bojen Äultn^giMncinbe in 'B u b a p c ft I)ielt 
unter bem 2>üriik bes- Genieinbcpriiitbentcn Ober* 
regicrunj^rat ^bra^am von ^rcubigcr bie 
Subflct-cit^unfl ah. 

Sin ben Srf)ulen ber Äncffetl) 35>rocI 
in ^»oläitina inerbcn ,5ur ^c\t 42 220 Sci)uIfinDer 
unterrtcf)tet. (ö524 mel)r als im 33oria^re.) 

^ie Sc^iffabrt!»(^c)eUfc^aft Compagnie des 
Messa^eries Maritimes njirb auf ibrcr 9lorb=» 
Itnie im 9}?ittelmecr Witte <lcbruar eine 3cf)iff5s 
oerbinbung Äonitanja^ütambui oer= 
ftcllen. T^Qburc^ ift eine neue 33erbinbiinö 
3iDijc^en Äonfton^a unb '^-^aläitina c;cjd)Qffen. 

I)er ^räfibent bcr Scmiif) 'Eigener), Dr. Gljaim 
2Bei3mQnn, meilte qu[ bcr Durdjrcije in 
Äairo. 

Tas iübafrifaniid)e Slbgcorbnctcn^aus 
^Qt l)as öcjct^ über bie llicurci^elunfl bcr Gin* 
iDanberung in britter Üefiing mit 87 gegen 
26 Stimmen angenommen. I)as ©cietj bebarf 
no^ ber ^^itintmung bes Senats. 

I^as 3'0"MtM^e 2Iftion5fomitec tritt cm 
13. 3IpriI in 3 e r u i a I e m 3u einer Sitzung ju» 
lammen. 

^rof. Tx. 2Irtf}ur 9Tu[}baum, bcr früher 
an ber iuriitiid}cn ^iifu^tät ber berliner Uniücr« 
fttät mirfte unb nunmel)r in 'Jiero ''dott leJt, 
ajurbc am 31. 3anuar ÜO 5af)re alt. 

3n 2Picn ift im 2IItcr oon 56 Sauren ber 
Ceiter bes öitcrrcidiijd)en Acren .fjajcffob, !Dr. 
^ritj Crfftein, ber nod) Ü^eobor |)cr5l nafc» 
[tanb, geftorbcn. 

5n 513 i e n fcinb unter bem 5ßorfit^ bes 9?atcs 
ber Stabt Sl^ien, Ti. l£ I) r I i d) , unb bcr ^rä= 
libentin ber 21^i50, ^lau Sophie ßömcn^erj, 
bie Canbesfonferenj bes ^ioniitiic^cn £anbesoer= 
banbes für Dejterreid) ftatt. 

SBie mitgeteilt mirb, ift bas Sßerbot rnn 
Sammlungen für bie jioniitiit^cn Jo^^bs in 
Rumänien noc^ nic^t aufgehoben morben. 

Die Stönbigc 9JIa n b a t s f o m m i [f i o n 
bes ^ßölfcrbunbes toirb jur ißc^anblung ber ^a* 
läftinofragcn am 31. a}?ai ju einer au^crorbcr U 
IidE)en lagung juiammentreten. 

?n ^aris fanb bie C^runbfteinlegung f ir 
ben ^^ I ä ft i n a = ^|> a D i 1 1 n auf ber bcip« 
närfift Dor fid) aebenben Sßeltün&iteUunj 



ung unb (i5Ieid)beu)ertung aller ^Bürger unb 

jurgergruppcn 'ilmcriras. 

. 9l?ir finb cntidjioffcn, fagte ber ^räfiocnt, 
leben amerifanifdien ^Bürger ^um Segenftanb bes 
3nterc[!cs unb ber Sorge bicjcs ' ßanbcs p 
mad)cn. Wxi merben niemals irgenbeine treue, 
ben ©eichen ergebene ©ruppe innerl)alb unferer 
©renken als überflüjfig anfe^en. 

Weizmann bei Blum 

3>ie ßonöoner Tageszeitung „Star" beriditet, 
i>a\^ bcr ^;iräiibent ber ^^ciniff) 9(aenct) unb ber 
.•]ioni)ti|cf)en Crgnnifation, ?r. Gliaim Sl^ci^^ 
mann, feine ^icifc Don ^iialäftinn narf) l'onbon 
burd) einen furseu 3(ufentl)alt in '^axiö untere 



brechen »rerbc, um mit bem franiöfifc- 
yjhnifterpräiibenicn Veon tMum ^ufammciil^ 
treffen. (So fei möglich, fügt ha6 'mciii binj"' 
tfcifi biefer llntcrrebung befonbere üöebcutulj*' 
jufommcn irirb. p 

Die Zaiil der jUdiscIien Apotlieicen 

.2Ius einer 9KitteiIung ber „Sd)Ieftid)cn Xagesl 
^citung" ift 3u erfeljen, ha'^ bcr 2IntciI ber jübiv 
|d)cn 5lpot^cfcn bis 1936 ied}s ^-ßro^cnt aller üor4 
Iianbenen 'üpotljcUn betrug. 5rtod) oor bent 
Snfrafttreten bes ©efe^es über bie Sßerpat^tung' 
unb 5BeriDQltung (jffentlid)cr Slpotljcfen fei ein 
Xcil ber jübiid)en 2Ipotf}efcn oerfauft morben. 
2)er ^eft fei oerpac^tet iporben. 



D(M ^üdiscUc AmUUx 



//Der Weg der Verheißung 

Zur Uraufführung in New York. - Bericht für das „israelitische Familienblatt" 



// 




"Sidä:) einem üor!jcr ^crgcftrllten GinDijis 
ncbmen mit bem Council for German Jewiy 
btelt baö Joint Distribution Coraraittee unter 
bem Sßorft^ oon Dr. Sern^arb Ä a f) n eine Ip« 
ßung ah, bie [i(^ mit ber Cage ber ^lusgcroanbcr« 
ten in ben 3^ac^barlänbern Defterreic^s be» 
|d)äftigte. 

Größte Palästina-Kundgebung 

in Ameriica 

3n ^af^tngton toirb für ben 6. ^cBruar eine 
^aiäjtinasHunbgcbung oorbcreitct, n)eld)e o'5 
bie größte be,)ei($nct toirb, bie jemale in 3Imeri^n 
ftattgefunben \iat. Ju ber Aunbgebung finben tn 
9i^m ^^orf unb in anbcrcn ©ro'BJtäbten bdd 
Sanbee, in benen ,)a^lrcid)c 3uben loo^nen, 2)^< 
legierlenma^len \iciti. 3u ber Tagung, bie itt 
SRttijfrou)er«§otcI in SBaf^ington jtattfinbct, wer« 
ben taufenbe delegierte unb ©äfte aus aUen 
leiten ber ©ereinigten Staaten ernjortet. »?an 
nimmt an, ba^ bie Aonferen,) umfangrcirfie 
ißlöne ausarbeiten roirb, bie eine ftärferc S^s 
teiligung bes amertfantid^en 3ubcntums an ber 
Slufbauarbeit in üpaläftina [i^ern toirb. 



9?a(f| ntd>t meniger als 3el}nmaliger 93er* 
l^iebung ift es nun bod), mos lelbit Die ^eteil»:<s 
ten nid)t mel)r erroortet I^atten. ,^ur '4uffül)rung 
Don ..Ihe Eienidl Rom!'" gctommcn. SBic er» 
mnerlid), erfolgte im gebruar 1935 nacb per» 
fd)iebcnen Äri|en ein oölliger SlbbrudJ ber 
"i^robcn. aJkI)rere I)unbcrttau|cnb S^oIIars, bie 
üon Slnliüngcrn 2Jiaj iKeinfiarbts ijur 5ßerfüaung 
geftellt mürben, maren reftlos aufgebraudit. ^ber 
ein aJ^ann oon ber genialen Äün|tlcrid)aft Wai 
3leinl)arbts bleibt gerabc in ben 33crcinigtcn 
Staaten nid)t auf f)albem iBcge fte^en: 9^ad)"ben 
Sommermonaten fanben ftc^ roieber genügenb 
©elbmittcl, bie [ogar htn oon 9leinf)arbt" ge» 
forbertcn Umbau bes Sülinen^aufes ber 
aHonliattan Dpera unb bie Sortfü^rung bes 
^robenbetriebcs ermöglid)ten. 

Öötte hinter ober beffer gefagt: oor biefem 
Süf)nenipiel nid)t bie ^erfönlid^feit 9Jtaj ^Jl e i n * 
^arbts gcftanbcn, niemanb ^ätte bie SBe= 
reditigung ^u einem fo ungcl)cucrcn Slufroanb an 
©clbmittcin, fünftlerifdier Slrbeit r.nb tedmif^en 
9^eueinrid)tungen anerfannt. ßrft baburdf), ha'^ 
ftd) bie ^fiantafie biefes ©roRmeifters ber ^egie 
aw. bem bicbtcrijd} feinesmegs fdiladcnlofen 213*crf 
ent^ünbet ^at, ift eine t{)cdtraliid)e Äompofition 
oon ioId)er Äraft unb Ginmaligfeit entftanben, 
hal^ man gebannt unb beglücft ben Sd)auplat{ 
oerlä^t. Die Did)tung <^ran5 SP e r f c I s ^at in 
bem iHegijfeur alle Xugenben feiner oirtuofen 
Begabung entfaltet. 9?etn^arbt fo^t bie Sjcnif 
bes Stüdes mit berounberungsmürbiger SBau= 
fünft juiammen. Die 9?a^men^anblung in ber 
Spnagoge fpringt l)äufig unmittelbar in bie bib= 
lifdicn SBorqänge über: Sine neitlic^e unb räum» 
liciic 5ßcrfnüpfung bcr ©efdie^niffe, loie fie fünft* 
oollcr unb ,^uglei"(i padenber fo lei^t niemanbem 
gelingen fönntc. 

Die Did)tung ^njcrfels tjat it)re ytörffte SBir* 
fung in ben bur^pnlften S^nen ber 5Beter. SPenn 
bie 93orgängeber ^^ibel lebenbig gemocht tocrben, 
cifdilägt bie 21?ud)t ber Ijciligcn äd)rift bie naa)* 
id)af»«'n>>en ^'.Portc ^es, Drüiiiatifers. Die mv?^-.. 
^,.ui\ ■<n\v\iw\i Ott i;^eni|ct)cn ^üijtonen ihvKl?" 
t)arbts ift Überair Ijerrid)cnb. Die ©efa^r, in bie 
Pantomime unb in bie Gffefte bes aJTaffenauf« 



gebotes an 5Ifteuren abzugleiten, lourbe mit 
rirfierftem Xaft oermieben. 

Unoerfennbar finb bie oeränberten fünftle* 
rifdien Sebingunj^cn, unter benen 3lein^arbt je^t 
feine Zhttn realiftert. Cr ift oon einem aJIit* 
arbeiterftab umgeben, ber, befonbers mos bie 
St^aufpielfräfte anbelangt, fid) i^m oielfac^ erft 
anglcid}en muß. 5^m ftcben aud) nidit fo ftarte, 
perfönlid) gerichtete lolente ijur 93erfügung, roie 
etioa in feiner berliner unb 2ßiener (Slanj^eit. 
2Iber es ift berounberungsroürbig, mie roeit biefc 
im ©eift ameritanifdicr' Sü^ncnfunft erlogenen 
Äräfte bo(^ feinen 3Ibfid)ten ju folgen oermod)ten. 
Das f^merfte tet^nift^e Problem: bie Sßeitung 
bes oerf)äI.tnismäf|{g fc^malcn ^üljncnraumcs 
mürbe burd) Ginbe^iefjung bes Drc^efter$ unb bes 
^rufäeniums glänaenb gelöft. 

• 

"^an barf bie Äompofition ^um „213eg ber 93er« 
Ijcifjung" nii^t als „iBcgIeitmufif" beseidjnen. 
SL^eite Partien 'i^ahtn hzn ausgeprägten Xt)pus 
bcr Dper unb ber Pantomime. 213 ei 11 oerlangt 
für mehrere tragenbe Figuren Dpernfönger oön 
großem Können. aWäd)tige G^orfsenen bean* 
fpru(^en mieber ein Gnfemble erleiener 93ofaI» 
fräfte. Slluftratioe Snftrumentalfätje oon unge* 
möl)nlid)er 5)3Iaftif bes 2lusbrucfs| Gpre oon 
großartiger 2Ird)iteftonif, beren Stil auf bie 
^vormfunft ber alten Stoliener ^inmeift. unb 
Sologefänae, beren 9]TeIobif aus altfübifdien 
ÄlanggucIIcn gefpeift ift, treffen fidj in biefer 
mcrtoollen unb im beften Sinne ,^roedmäf|igen 
Partitur. 3br galt benn au^ ein er^eblid)er icil 
bes großen Beifalls. 

Das 9[13erf foll x[a&) ben 9Ibfid)ten feines 3n= 
f^enators in biefer ©eftalt ben Sl^eg über ben 
Grbball antreten. Ob fid) biefer fü^ne ^lan in 
ber Unrul)e unferer 3eit burd)fü^ren laffen mirb, 
majr bie- 3iifunft 'lehren. Sid)er ift* nur;- baft bie 
^iTenfdren. btp ben ,.9T^eg ber 93er^ciRuna' in 
tiefer iVrrIid)cn S.^'nif orlcbcü. micbcr einmal 
ijrt bwi ttne:reid)'ren Äühilierfüjaft iUraj^iiein^ 
I)arbt5 gepatft fein roerbcn. 

Ärtur Holde (z. Zt. New York). 





3unge Sportlerin 

Aufn.: Herrmann 



^^Iclärung des Koionienministert 

*^n 
in Teil ^" ^^^^^^ ci^ung, bie bas U n t e r ^ a u 8 
m\nui^^^ SCinterfefiion ahf)kh, gab Kolonien* 
erflirV ^Billiam D r m s b :) = © o r e eine für« 
ftina. f"Ö "^" ^'^ gegenmärtige fiage in ^ald* 



Unte, 



Ein neuer jüdischer Lord 



Ein Brief zu einem Geburtstag 

Rabbiner Dr. Julius Galliner 65 Jahre alt 



! 



ipo(ftbercf)ttcr 

^err Dr. ©alliner, 

biellcic^t hjirb cg <\trnen unangenebm fein, baß 
icö 3breö Öcburtötagcß in ber Ccffentlict)feit 
gcbcnfe. ^scö treife, bafe cö nicf)t <^l)rem Sinne 
cntfprid^t, laut gefeiert ^u ioerben. Denn ein 
•iUiann, ber ftiü unb unermüblic^ für feine @e= 
meinfc^aft mtrft, bat fic^erlicf) nic^t baö ^cr^ 
langen, an feinem Weburtetage in^ grelle 
l'ampenncf)t geftcüt ju iucrben. Hibcx ijat nic^t 



\ ^ 



Drei Denicschriften 
zur Lage der Juden in Rumänien ; 

5m 9Iuftrage bes S^ntrafrates ber Suben t1 .' 
Rumänien, ber obcrften 93ertretung ber rumöni» ■: 
ff^en Suben^eit, pat ber gcid)aftsfuf)renbe 93orj 
fi^enbe Dr. iiGiII)eIm <y i I b e r m a n n bem 
aj'ünifterpräfibentcn brci Dcnfft^riftcn überreifst, 
^X, in meld)en auf bie 5Benad)tciIigung ber jübiidjen 

2)?inberf)ett in !Humänien ^ingcmicjcn mirb. 

Zn ber e r ft e n D e n f f'c^ r i f t mirb bie 
Uebcrprüfung ber Staatsangetjörigfcit oon tin^ 
mof)nern foId)er ©cbiete bcl)'anbclt, bie na^ bcr/t^ 

NÄriege 3u Siumänien gctommcn finb. hierbei 
mirb betont, ta'^ alle b'icsbc5üglid)cn Ginbürges 
rXj^n^n bereits zweimal beftätigt mürben unb 
bes:^alb gemöR ben gefet^Iic^cn ißeftimmungcn als 
enbgt'iltig an.^ufc^en feien. 

Die^ ^rocitc Denffdjrift befd)äfttgt fid) 
mit eine'm ©eict5esoorid)Iag, bie ber 5ül}rcr ber 
(^riitIid)=nationaIen Partei © o g a im ^-|3arla: 
,ntent eingebrnd)t ^at unb bie oorf!cI)t, ta^ iUus= 
länbennnen bei ber 5ßerl)ciratung mit rumänisg 
|d)cn Staatsangcf)örigen bie rumänifd^c StaatsY 
Qngefjörigfeit ielbft nur bann automatijd) er= 
merben, menn ber (ff)egatte et^nif^ rumänif^cr 
^erfunft fei. 

Die brüte Denffc^rift bcüanbelt einen Eintrag 
bes rumäniid)en 'Jlnmcltsnerbanbes, bie 3u= 
laffung jüb!jd)er iRcd)t6anmäIte ein^uf^rönfen, 
roobei f)erpnrgef)oben mirb, ta'^ eine foldje 58e-- 
fdjränfung bem geltcnben 'J{c6)t miberfprecben 
mürbe. ^ 

Die Antrittsrede Roosdvelts 

5n ber Slntrittsrebe, bie ^räfibent J^ranflin 
D. Sloofeoelt bei ber ilßiebcroereibtgung »u 
feiner ^roeiten STmtsperiobe als 'i^Jräfibcnt ber 
9Sereinigten Staaten gef)altcn f)at, untcrftitd) er 
burc^ einen befonberen ^^affus bie ©Ieict)berfe*)ti= 




l 



k. 



Aufn. Sonnenfeld. 

erabe bie (Memeinfcbaft, für n?c(d)e er mirft, 
Öaben nict)l bie ^13icufc()cn, bcncn feine "iUrbeii 
gilt, baö .s^ericuöbebürfniö, an biefem Xa(\c 
einige 9Sorte beö Donfcs unb bcr greube an 
i^n }u ridjten? 

^c^ tue eö auc^ für biete, biete anbere. ^ix 
baben un^ geiüife nic^t ucrabrcbet, aber leber, 
ber Sie fennt, rtjirb babei beuten : 9hir ein gau'i 
fleiner, befdjeibener Tanf ift e«5, ben eine gan3c 
Öcneration junger jübifcf)cr iV^cnfc^cn .^bncn 
abftatten fann, trenn fie biefen 2ag im (5Jeift 
mit ."^bncn Pcrbringt. Denn ha^, \va4 Sie bei 
btefeu iüienfc^cu unöergefetic^ mad^t, tft, bafe Zie 



ßeörer unb ^örberer, ??reunb unb GJönner, 93c* 
ratcr unb 2tii^i jugtcic^ finb. Daß Sie l^ox' 
bitb unb Scifpiel bafür finb, tric unhjefenttidj 
im Örunbc ibeo(ogifcf)e unb organifatorifd)c 
©rcn^Itnien im ^ubcntum finb, "hjcnn c^ um 
ba^ Öan^c gebt. 

*'Man fagt, bafi junge 9Jknfc^en nicbt bie 
größte ^XJenfcf)enfenntni<3, aber ha^ Öefübf für 
has ©Ute, Sct)öne unb steine im ^Jiebcnmcnfdicn 
liabcn. Sic, ^ocöbercbrtcr .'ocrr Dr. öaüiner, 
empfangen bie böc^fte ^l^crebrung unb Siebe bon 
jungen ^uben. Sie haben jcbem fungcn 
yjienfd)cn gebotfen, bcr 3u ^bnen fam. Sic finb 
e^, ber in ben leiten entfdieibenben unb 
fcb)t>erften ^Xabren jungen jübifcbcn Stubieren* 
ben ha^ Stnbium crmög(id)t bot. Sie finb e^, 
bcr mit jcbcm GinKtncn" bnd)ftäb(icf) icbe Sorge 
tcitt, ber — )oie unfer grofeer i'cl)rer .<^^il(e( — 
jebcm inbibibuett btift. 

^n einer 3eit, in bcr unfcr fübrcnbcg 
9.TJenfc^enmateria( immer mcbr ^ufammcn- 
fd)mit5t. ift eö bcrubigenb, in Csbnen eine 
fübrenbe ^<erfön(id)fcit be5 %keuBifd)cn l'an^ 
bcöbcrbanbe^ iübifd)cr Öcmeinbcn ju haben, 
bcr fein jübifdjc^ .s> c r ^ in aUen Gntfd)(nffcn 
fpred)en läfet. ??id)t biefc Uiiffen, toefc^ uiabr* 
baft fcelforgcrifcfie Jätigfcit Sie in biefem 
gröRten i'anbcc^berbanb bcö <subcntum^3 in 
Dcutfd)Ianb ausüben unb \vd&,i t^nifcDlüffc Sie 
allein oft für bie jübifd)e 23cbölfcrung fnffen 
muffen. 9(ber fo groß unb beranttoortungv^boü 
^bre ^Irbeit fein mag, Sie faffen fie nid)t eng 
auf. Die Sorge um bie mittleren (^emcinben, 
um bie fleincren (^cmcinbcn, bie Sie tragen, 
Sic tragen unb bannen Sic fo, iuic Sic "bie 
9?ötc ^brcr Stubenten linbcrn. Darum ift andi 
bter ^^bre 91rbcit bon 91nerfcnnung unb Danf- 
barfeit begleitet, (^cnieften Sie al^ ein berant= 
ibortlic^cr ;Vübrcr t>c& l'anbeebcrbanbc^ 
^Idltnng unb 2Bertfd)ätjung in allen JRreifen. 
^adilicöe, finge, aufbaucnbc 9(rbcit bon einer 
Kulralcn Stelle an» für bie (^efamtbeit be^^ 
^subentums 5u leiftcn: ha^s möge Ts^nicn audj 
njeitcrbin noc^ biete ."Xabrc bcrgönnt fein. 
moc[cn Sie aud) heiter in ben bcrfd)iebenften 
(brennen ber gröfjtcn iübifd)en CScmeinbc in 
Dcutfd)lanb ^bxi rcid)c iRcnntni«, ,"^brc 
;nrbcit^5fraft unb Erfahrung in ben Dicnft hei 
^ubentumü ftellen. 

_ M toiü unb fann nid)t fdiilbcrn, Wa^ fonft 
Äie nod) im l'cben »oirfen. .'^d) toollte ^^bncn 
nur bie (^mpfinbungen bon Sdjülern unb 
Areunben mitteilen, benen Sie $?ebrer, fvreunb 
unb fHatgcber finb unb bie Sie an biefem 2:age 
grüßen unb aufrichtig tüünfd)cn, bafi biefer lag 
nur ein ^hibctag bor neuen frudjtbaren, ac= 
fegneten 91rbcit5ja^rcn fei. 

3^r Dr. Josef Klier sfeld. 



aexexd^n} ^^" anläjslic^ bei 9?eujaörlfcftci au§* 
iVririrt i *^" ""^ i" ^^" 9(belsftanb erbobenen 
o»i' XiC^fcitcn in Gnglanb bcftnbcn fid) 
oeorbnpf^^ 3ubcn. So ift ber fonferbatibe 9(b* 
Sorb tntt ^^'^ '^^*^^"^ äUic^ael Samuel jum 
hjorbcn ^^"^ 9iange eines 5Baron^ ernannt 
bil 19=>9 S^^ neuernanntc £orb trar bon 1927 
big 19^7 l^i"«"3fcfretär bc» Sd)at}amtel, 1921 
hpf^mtniffr^^'^^"^^"^^^*)"*^'^ Setretär bei ^an= 
Imnbcl ur^""^^ unb aihnifter für Ueberfec- 
aiKb bc-r br^^ ^^" 9atlge5eid)neten befinbet fitfi 
^}^i(irinfhi'f,iV ^»r^cnt vn- ^cn iRubeftanb bcrfc^to 
2)ab^«Ä^ «ritifcben lUufeum^, «ionct 

Z^y.^i ^'^ ^^"^ paläftincnfif(^c ??cr)t)aW 
tungöbeam|o %lcranber Gpftcin aulgcjcic^-. 
2, •'- L '/Hlbertretcnbe ^*oli5eifommiffar bon 
ipaira, Sta.ban <sacob (loben, niurbe (Sbrem 
mttglicb b^^ Orbeng beg «ritif^ Empire. Sfaoc 
Jtabinou,itfc^ mürbe für berborragenbe 
-iaprerrcit bei bcr iöcförbcrung cnglifc^ct 

^PL^'^Sr" s^^ ^^"^^ ^" ^4?aläftina mit bet 
^ijebotac i)cg 93ritifb Crbcn aulgeseit^nct. Die 
^.^:!^/"^;^i^'*tärin bcg 3S?cItbcrbanbcg für rcli^ 
gio»4ibera(cg ^ubentum, l'ili ."o. Won« 
y^.fl.H^' ift jum Cfftjicr Ht^ Crbcnö 
»ritiic^cn Empire ernannt tborben. 



bog 



15.4; 



Nächste Woche im Radio 

(S) == .Srhallplattensendung. 
™|rAG, 5. FEBRUAR: VTarschau (1339), 

(^ln\ 1 T ' ^''^'''*''*^ ^^" Kaiman. — Beroniünster 
(54U), lfc40 Lhr: u. a. aus »Sonimernachtslraum« 
von Mel,dpi^,„hn. — Radio-Paris (1648), 20 Uhr: 
"^°kJ ^*'"*''''"ä"" ^^>- ~ Beromünster (540), 
t\a T »Häuptling Abendwind . Optrette v*)n 
üfrenhii.h. — Lyon (463), 21.30 Uhr: Sinfonie- 
konzerlT Dr. Fritz Zweig. 

. . ,5^ JNABENÜ, 6. FEBRUAR: London (342), 
o? ? it*''"- "' ^- ^^reisler. — M.-O.-trau (270), 
21.05 Ujhr: u. a. Oflfenbarh. — Radio-Paris (1648), 
21.4o TJT|^r: u. a. Mendelssohn. — Schottlafid (391), 
i\ \ [^^^'- "• 3. aus >Soniniernaihtttrauni« von 
Vj , .*M*^o''"- — Budapest (550), 22.05 Uhr: u. a, 
Hebrivjen-Ouv. von INIentlelssohn. — Luxemburg 
[j304i^ 22.13 Uhr: Ital. Sinf. von Mendelssohn. — 
H«Iy|-sum (1875), 22.45 Uhr: u. a. Offenbach, 
*^"»'Jsiein. 

SfwMAG. 7. FEBRUAR: Brüssel (322), 
._^U hr: >infoni(!vonzert, Mitw.: Arthur Rubin« 
*J*if»Klav.) — M.-U.Htrau (270». 19.05 Uhr: u. a. 
>^ «berger. — Wien (507), 19.10 Uhr: Rita Ge- 
o«"WMax Hansen, Paul Morgan (S). — Brüssel 
(^8^, 21 Uhr: u. a. Mendelssohn. — Eiffelturm 
(206)^ 21.30 Uhr: u. a. Milhaud. — Budapest (550), 
21-3') Uhr: u. a. Kaiman, Fall. 

^MONTAG, 8. FEBRUAR: Wien (507), 16.05 

J^"h Aus Tonfilmen von Joseph .Schmidt (S); 

JJ-^. Uhr: u. a. Mendelssohn. — Straßburg (349), 

18. 5 Uhr: u. a. Mendelssohn. — Radio-Paris 

<1<^,8). 18.43 Uhr: u. a. Mendelssohn; 19.30 Uhr: 

"• a. Krei-Ier; 20 Uhr: u. a. Meyerbeer. — Brunn 

J3>3), 20.40 Uhr: u. a. Sonate von Milhaud, — 

Warschau (1339), 22.30 Uhr: G. Fiteiberg dirigiert. 

•DIENSTAG. 9. FEBRUAR: Brüssel (322),. 

1* Uhr: u. a. Kreisler. — Budapest (550), 19 Uhr: 

J^^alman-Potp. — Radio-Paris (1648), 19.30 und 

^^ Lhr: u. a. Yeh. Menuhin (S). — Wien (507), 

1J.3'> Uhr: »Czarda-fürstin <, Operette von Kaiman. 

-V Brüssel (322), 20 Uhr: Operette von Abraham: 

2jl Uhr: u. a. Ruv Blas-Ouv, 

iiottens (443), 21.15 Uhr: 

ftonegger. 

. MITTWOCH, 10. FEBRUAR: Prag (470), 

18.20 Uhr: Vortrag zuju 100. Tode>ta? von Ludwig 

lörne. — Paris (4.32). 19 Uhr: Yeh. Menuhin 

fcpielt (S). — Brüssel (484). 19.55 Uhr: u. a. Ravel. 

t- Monte Ceneri (237), 20.20 Uhr: Dariu» Milhaud 

[dirigiert eigene Werke. 



von Mendelssohn. — 
»König David« von 



> 

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I 



/ 



4 Februar 1937 



/ 



ISRAELITISCHES F A M I L I E N B L ATT 



i 



\r. 5 /Seife 5 



o4m (Um. AeMitUtäML, 



M a i n z i • 

Die Zentralwohlfahrtsstelle 

^ie 3 c n t r a Iiü I) If a b r t i5 ft c U c bcr 
löraeütifd)cn ^cü{^ioni?9emcinDc l^iainj, bic 
im ^alm 1921 beflrünbet itmrbe, bat il)rc bicö = 
jäbrigc 9Xn^fcbuB)i^unv^ abflcbaltcn, in bcr 
14 ^I^crcine unb Crganifationcn bcrtrcteu 
trarcit. Ter ^'ori'iücnbc, ^acob T e u t f d) , bc^ 
ßrüfete bie Grfdjicnencn, flob einen furzen ibc-- 
lic^t über ben C^ciamtbcreic^ bcr 2;ätiflfeit unb 
banfle bcm (Mcmcinbcborflanb foniic aücn 'i^cr^ 
einen foniobi für bie finanzierten Unter* 
ftü^unc^cn, u>ic für bic fci^cn»rcicbc 'lOhtarbeit, 
burcb bic fic bet ^entralmoblfabrt^iteUc bie 
Turdbfülirnnp ibrcr 9rrbeit gefiebert unb er» ' 
leicbtcrt babcn. Tann ^ab ^cxx ''B e i y einen • 
5Bericf)t über bie Slaffenfübrunfl, ber nac^ einer 
lurjen 9(uefprad)c cinftimmi^ gcncbmiot njurbc. 
Ter ^l^orftanb, ^acob Teutfc^, .H>ermann ^McU 
liufl unb ^i^ernbarb 3öciö, mürben cinftimmi^^ 
hjicbcrfleüjäblt, auf?erbcm Ctto *?( b r a b a ni aU 
5?ertreter hcü ©cmeinbeborftanbc^. 

^m JRabmcn be^ S?ebrhaufe^ ber rseraeltti* 
fcöcn iHeliflionößcnicinben für ^Hiainj unb Um= 
Qcbnm fprad) "ii^rofcffor 2. 3^aönit?ft 
(.^eibe(berci) über: „9?eumoniMtnb ^fiftta^e im 
jübi)(^en .^alenbcr''. 

^m ."^übifcbcn $lulturbunb (\ah 5?ilbefm 
©uttmann ('^^crlini einen iL'icbcrabcnb. "^(m 
glüGcI begleitete Tr. SSiU^ 3atomon. 

E I b i n g : 

Der neue Haushaltsplan 

3n ber erften Si^unq bes neuen 3dll}re5 
aurbe naci) einem umfa}[enben 5Red)enifflaft&9 
bcricf)t beö ICorji^cnöcn (Scora Dc^sber^ius« 
^ a 1 1 5 p I a n in ber ootöeiqlagencn Sorif ein» 
[timmig anaenommen. 2In Steuern iDerb«|t njic 
bisber erf)ooen: 40^^ro3cnt ,uir Ginfommcnfteuer, 
ßleicf)3eitifl 85 ^^ro^cnt jur 33ermöflen$)tculr unb 
ba^u ein Äopf.qelb. Der 33orfifecnbe bcmjftc in 
[einem 5Ql)rc5beri(^t, ta^ im 3abrc l^.seTaUein 
für a^of)IfaI)rt 4344 m (1935 4231 Jih oer* 
ausgabt iDurben, lüährenb ber gan.^c ftat in 
ßinna^mc unb 2Iusgaoe mit 13 5a0 :/?)/ IbidiloB 
ane^r als 3000 M mu&ten infolge 5tu5|ieibens 
jcbcr Subocntion jugcfct^t roerben. 
|tt}cnbc hexidjUU über ben ganzen Äo 
Sostalarbeit, über bie f u I 
©emeinbcarbeit, bie oom iRabbine 
[talteten fiebrfuxie für Crmadjicne, be 
ba-nb uiuj. iHepräjentantenüoriteber 

pr^f;i)d)cn Spnagogenoei 
^Uenftein, aus ben oorgctragenen 3a^cn ergibt 
ftrfi, ta'^ GIbing ben [tärfften prAcntualen 
SHüdgang unter allen (Scmcinben Dilprcußcns 



^ot. 5?orite^er Slatom bcrid)tete über bie 
?l<intcrhilfe. ^ei einer Seelcn.^abl oon nur 180 
ftnb r..") "iperionen oon bcr ÜBintcr^ilfe p 
betreuen. 

^Tie ITberora Äabifcfia oeranitaltete am 

pritcn ^abr^ittagc i^rcs langiäbrigcn 5ßor^ 

)it?enben Safob 2^ e t) c r [ o b n eine ©cbcnffcier 

'an leinemßrabe. — 3n ber (5eneralöer[ammlung 

bcr G;i}ett)ra mürbe bcr jc^igc 33oriit^enbe Slrt^ur 

3ßieri(^ cinftimmig micbcrgcroäbit. Cs mürbe 

/ Ii"rt • ^^^ §cran^icf)ung bcr üiclcn nic{)t mcl)r in 

I eibmg aniäffigen 5Ingcbörigen 33cr|torbcner ;|u 

' ocn Äoitcn ber ©rabpflcgc unb ber Unterhaltung 

bcs 5riebI)ofcs bcfcbloffcn. 

5n ber jioniitiic^en Ortsgruppe rourbc 
Gbomiifba 3If[ar 58'icfnDat in einer 9KitgIicbcr* 
Dcrfammlung gefeiert. 

Die britte Ä u 1 1 u r b u n b ocranftoltung 
biefcs SPinter brachte eine 2tuffüf)rung bcr jü^ 
bii(f}cn Xourncebü^nc, bie aurf) in Tan^ig unb 
Äönigsbcrg goftierte. Das Scbaufpicl »iSngc* 
borg" oon Äurt ©octj mar ein oollcr Ccrfolg. 

Nürnberg: 

Amtsjubiläum 

9lm 1. ??ebrnat feierte 9labbiner Tr. .^eil= 
bronn fein 25jäbrigeg ^mtöinbilänm a[§ mab- 
biner ber ftultnegemeinbe 9htrnberg. Tr. 
.'öcilbronn, bcr ficb megen fctneS ftet^ bitf^= 
bereiten unb toorncbmen Si^efeng in ben 
njcitcften Greifen ber öemeinbc f)oben 9ln= 
febenö erfreut, Wax Öegenftanb jablrcic^er 
©brungen. 

^n einem Äonjert In ber $<auptfbnagoge 
fang bcr e^emjo SB tnatüer fdbe ©bor ani 
33crlin. 

5(n 5h)ei auiberfauften 9rbenben boten eine 
StnjabI einbeimtfc^er ftünfticr auggcaetc^ncte 
Tarbietungen. 

^m JRabmen feiner Sebrborträgc fprac^- 
^Rabbiner Tr. " ' " 
^tammbäter". 



Beut hen (O.-S.): 

Kundgebung des Keren Hajessod 

Die Sgnagogengemcinbe nnt bas Drts= 
fomitce besÄ.erenöiiciioö Ratten ^u einer 
Äunbgcbung cingclabcn, in ber 6cmeinbe= 
oorfit^enber Slpot^cfcr Äuna unb Dr. 3oa(f)im 
"i^rin^ einbringlic^ auf bic Slufgabcn bcs 
Acren ^aicffob unb auf bic STotmenbigfeit ^in= 
micien, bic bemnäd)|t in bcr ©cmeinbc be= 
ginnenbc Sammeloftion ju untcrftüt^cn. — 
Die Ortsgruppe 2?eut^cn bcs 3«^ntralDerbanbcs 
iübiid)cr ^anbmerfer ))atte ous Slnlaß bcs 
25iäbrigcn Stiftungsfeftes ju einer atabcmii^cn 
Scicr cingclabcn. 

Leipzig: 

Aus dem Kulturbund 

Das Drt^'Cftcr ber fübiftficn Äufturbünbc 
unter ©encralmufitöircftor i>rofc)|or Julius 
^^^ r ü ro e r mußte mit 3Uerfcn oon ajicnbclsjobn, 
2Ko3art unb ^Beet^ooen in ßeipjig Grfolgc m 
erzielen. 

Das Sct}auipieIsGn|embIe bcs Äulturbunbcs 
Hamburg biatiiU unter bcr iRcgie oon f)ans 
^Bujbaum „anenfc^cn in SCcifj" heraus. Die 
Hauptrolle log in ben |>änben oon (^rit? 
aj? e I ct| i r als Dr. J^crgufon unb 2otte 
Dppen^eimcr als Goelpn ijuöfon, Sulius 
Äobler als Gbetarat ^errins unb Äurt 
Stppel als 3ntcrni[t. 




S t o I p : 



Neuer Rabbiner 



^ e i t b r n n über „Tie 



r 93or» 

lej ber 

r eile 

oeran* 

Äultur» 

i er [(^ 

CS Dil» 

es in 



Frankfurt a. d. Oder: 

Konzert Steinfeld-Aron 

3m Äonjcrt Sigbert S t e t n f e Ib=Dr. SBilti 
Slron borte man ein Stimmaterial, bas ten 
oerroö^ntcitcn ^^nfprüc^cn gercc!)t mirb, einen 
Sänger, ber mit ben [par[am[ten 2KitteIn um= 



^eht. ,,Dag .Programm eu^^ielt.fiißbcr, oan,. 

ocbumann, Ccboorb ^oi'iU unb äHaj Äomalffi, 

iiimic airtcn. oon 93erbi, VconcoDüUo, ©iorbano 



unb 3lüffint, bie Stcinfelb am bcften au liegen 
icfieinen. Dr. Sl^illi Slron l}attc es übernommen, 
SteinfclD am :öarmonium unb ?^IügcI ^u be= 
gleiten üni> tat bies in mei[tcrli(^er "äUeiic. 



5ta(f) ^en[ionicrung oon Dr. 3ofep^ be« 
auftragte bic ©cmeinbcDcrtrctung in Stolp 
Dr. 5 er oft mit ber ^Paljrnebmung ber 
Ofunftionen bcs 5iabbincrs unb gleic^jeitig mit 
bcm Äantorat. 

Krefeld: 

GrundstUckserwerb der Gemeinde 

33efanntüc^ battc bie ©emcinbcbcrnjaltung 
für bic bicicriei ^eranftaltungcn ber ^^ereine 
ein r u n b ft ü cf eriüorben. SS^ic berlautct, 
ift nunmcbr bie bebörblic^e ©cne^migung für 
biefcn Grnjcrb erfolgt. 

Augsburg: 

Sondersciluliciasse für Juden 

Die 9?egTcrung bcff^Iofe, ^u Dftern eine 
3onbcrfIaffe für ^uben an bcr Ceffcnfftcfien 
??btföfcbule au errichten, gebrer 2 eb t bon ber 
©artcnoaufcinlc 9(b(cm n:»urbe aU Scftrer be> 
rufen. Tic Öcmcinbe t)at tbm ferner ba^ 
S^antorat übertragen. 



Wir erfahren: 

am 8. '^ebtii'M feien £el)icr unb Äantor 
fi. §örmi§, KaJ.i cl, [einen 75. ©eburtstag. 

SBei ber Durchreift bcr erften bcr für bie neue 
£utin)ig = Xie^ = Stf)uIe in Sagur be» 
[timmte ©ruppe bcr 5ut^cnb=5lliia bitten fi(^ in 
9Ji ü n (f| e n am Sa^nfteig Ferren bcs 33tünd)ener 
i<alaiitina=2lmt6, Damen In 9Hün(f)encr SBt^o 
unb Sungen bcr aWün^cner jioniftijctien iBünbc 
3ur Begrüßung eingefunben. 

2lm 6. 5ebruar begcl)t Sßanla fi u b r a n | (^ t ! 
in £ct)öncbe(f = iBaD Sal^Inten ibren 
60. ©eburtstag. Sie ücrtritt feit oielen Sauren 
bas SBobIfabrtsamt bcr jübifcben ©emeinbe in 
Berlin in bcr Sßcrioaltung bcs i^cims. in ^at> 
Saljclmen. 

Die Sportgruppe bcs „Sc^ilb" inject 
(Cftfricslanb)' ocranftaltctc einen „Suti^en 
Slbenb" pgunften bcr iübi[cf)cn 21?interl)ilfe. \^ 

2lus 2lnIaB bcs 40iä^rigcn 5Bc|te^ens ber 
2BuppertaIsiBarmer Sqnagoge fanb ein 
^citgottesbienft ftatt. ©emcinbcooffitjcnbcr 9l.=2l. 
Drgler unb 9lobbiner Dr. £uba[c^ hielten 
ainfpracticn. 

Sfn^abamcr (Ärcis Simburg/Öafin) ftarb 
(^xau aWaj 9? c u b a u 5 , geb. Uxontfjal, im 
Stiter oon 76 Sauren. Die 3?cr[torbene roar 
13 Safjre erfte 93or[it^enbe bcs 5sracliti[d)en 
5rai|cnDercins. 

er Sübifc^e Äulturbunb ^ledling« 
e n bratbte bas Stbauipiel „D e r ^ o f a 5" 
uffübrung. — cämtlitf)c 23ereinc Dcranftal» 
^ eine £f)ami|cf)a 21 i fa r ^b'S d) ro a t» 
5 ß i c r für bie jübijc^cn S^ülcr Dtctfling^auiens 
unb ber STa^bargemcinbcn Dotteln, Dorften, 
^»altern, ^üls, 9JJarI unb SBaltrop. 

Das 5ßoritanbsmitgIieb bcr Synagogen« 
gcmeinbe 21 b a u s , 9J?orit? 2ß i n f l e r , ift^ im 
2llter oon 72 Sauren geftorben. 

T)tx aSorfi^enbc bcr ©emeinbe ßübing» 
Manien, §ugo Strauß, feierte feinen 
70. ©eburtstag. 

25cr 93or|tcbcr bcr Äultusgcmcinbc SR a i n * 
bein^cim, ßubmig SBernI)eimer unb 
feine ©attin, begingen 'it)rc [ilbcrnc ^otbscit. 

5n Ä i p p e n ^ c I m ift aJTofes DurTac^cr, 
ber lange Satire 9Ho^eI, ißaalslefillo, 9J?it* 
begrünber bcr ©^cmra=Äabiitf)a mar, im 2lltcr 
non 84 Sabrcn geftorben. 

5n ajf a n n ^ e i m ftarb im 2llter oon 
81 Sauren Oberlehrer i. 91. 3 i i" m e r n.. 

3n STonnenmeier [tarb plöt^Iitb Ober« 
legier S (bleich er; er roirfte bejonbers in 
ben ©emeinben Sc^mie^eim, Äippen^eim unb 
iRoBnenmeier. 

Dr. 5 a ! b tD i ^ fpra^ nox ber C.=9S.» 
Äulturarbeitsgcmcinfcbaft in ©leimig über 
„aWärc^enitoffe in biblifiicr 3eit". 

3n ©leimig unb §inbenburg oeran* 
\iamten fürjlit^ bie 2Jl a f f a b i grüppen einen 
j^ilbrjörtraööabenb, bei tem S'ibbr» © 1 b » 
tÄtbt C^erimHPrat^. .. 

3n SR a 1 1 b r fanb ein Äamcrabldjaftsabcnb 
bcri Orts= unb Sportgruppe bcs SRcicbsbunbcs 
iütiic^er Örontjolboten [tatt. 

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I 



Seite 6 / Nr. 5 




ISRAELITISCHES FAMILIENBLATT 



LIEN-ANI 



4. Februar 1937 




r 



Hamburg 



V 



Empfang: Hamhu 



SELMA KRET ZKU 

MAA EBI5E 

^' e r 1 o b l e 

Wiesbaden 
^str. 2, 1., Sonnabd., 13. Febr. 



r 



HANNA GRÜNEBALM 
ALFRED ERNST EPSTEIN 

Verlobte 

NeuSirAen Kr. Ziegenhain Frankfurt a. M. 

Nathania, Tel Aviv, Adiad Haamstr. 107 

1. Februar 1937 . 

^ — y 



n-a 



V. 



ILSE MÖLLER 
CARL A.FLÖRSHEIM 

beehren sich ihre s. G. w. am Sonntag, dem 

26. Sdiewat 5697/7. Februar 1937, 13.30 Uhr, in 

Hamburg, Logenheim, Oberstrage 140, 

stattfindende Trauung anzuzeigen. 



V. 



Statt Karten! 

ILSE GREILSAMER 

JOSEPH OPPENHEIM , 

Verlobte 
Freiburg i. B. Frankfurt a. M. 

Friedrichstr. 31 Waldsdimidtstr. 30 

Empfang: 13. und H.Februar, Freiburg i. B 



DINA HEIDE 

SALLY STERN 

Verlobte 



■^ 



V 



Dortmund, Poststr. 34 Winterswyk, Stationsstraat 4 
31. Januar 1937 Amheim Holl. 



KÜRT SCHLOCHAUER 

ELSIE SCHLOCHAUER 

geb. Rosenblum 

Verheiratet 
Hamburg, Moltkestr. 55, 6. Februar 1937 



Tok^dlUMAMi^ 



r 



"^ 



V. 



IHRE FAMILIEXANZEIGE 

in dieser Normalgröge 25x71 mm 

KOSTET RM. 1125 



Im 3«taeritif(^>cn c^amilicnblatt 
erfo?)ren 3<»re QJcrwanbfcn unb 
93crannfcn om fc^ncOften unb 
am fl(t>crften »on oOcn Creig» 
ntffcn tn 3^>rcr gamilie. 60 

UouM4^ Sie üu&e^oc^ i 

iriemanben t>et9effen |u ^aben. 



Mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater 
und Grogvater, Herr 

Jakob Nui^baum 

Oberlehrer i. R. 

wurde uns heute plötzlich und unerwartet durdi 
einen sanften Tod entrissen. 

In tiefster Trauer: 
Mathilde NuBbaum geb. Zollfrei 
Albert Rosenfeld u. Frau Karola geb. Nußbaum 
Hermann Rosenfeld u. Frau Anna geb. Nußbaum 

Neumarkt i. 0, Nürnberg, Buenos-Aires, 25. 1. 1937 



Unser lieber Vater, Schwiegervater, Bruder, Groß- 
vater und Urgroßvater 

Jakob Gessner 

ist am 25. Januar 1937 im 89. Lebensjahre, im isr^- 
elitisdien Alte^heim in Mainz, friedlidi entschlafen. 

Für alle Hinterbliebenen: 
Dr. Hermann Gessner d. Frau 
Herta Samuel geb. Gessner 
Max Samuel 

Nürnberg, Rostode i. M., Steinach a. d. Saale, 
Buenos Aires, London. 



EVI W^EBER 

MAX LINHARDT 

Verlobte 

Rutschbahn 8 Hamburg 

Kein Empfang 



FInkelstr. 4 



r 



~\ 



\, 



LOTHAR METZ 
LOTTE METZ geb. Kram er 

Vermählte 

Köln, Breibergstr. 6, im Februar 1937 

Trauung: 7. Februar 1937, 12.00 Uhr, Rheinlandloge, 

Köln, Cäcilienstr. 18 22 i 



n 



r 



LOTTE STERNBERG 
KURT SPEIER 

Verlobte 

Herbom, Dillstr. 2 Giessen, Neustadt 7 

7. Februar 1937 



"\ 



Statt Karten! 

JULIUS BRANN 
TRUDE BRANN 

geb. Katzenstein 
Hamburg, Grindelallee 100 (Aron) 

Trauung: n'a Sonntag, 7. Februar (r-xin ü3W l'a), 
mittags 12.45 Uhr, Neue Dammtor-Synagoge 



Für die vielen Beweise liebevoller Anteilnahme beim 
Hinscheiden unseres lieben Onkels und Schwagers 

Markus Guimann 

sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten 
Dank aus. 

Die Hinterbliebenen 

Fürth i. B., London, Berlin, Polangen, Haigerloch 



Nach langem, schwerem Leiden ist mein innigst- 
geliebter Mann, unser guter Vater u. Schwiegervater 

Semmy Sadis 

uns aus seinem arbeitsreichen Leben im Alter von 

53 Jahren entrissen. , ., -. . i. », • 

Lydia Sachs geb. Meier 

Julius Sachs 

Hermann Bleiweiss und Fraa 

Inge geb. Sachs 

Ovena Ovens 

Hamburg, Eppendorferbaum 3, 31. Januar 1937 



Am 30. Januar 1937/19. Sch'wat 5697 entschlief sanft 
nach langem Leiden unsere geliebte Mutter, Schwie- 
germutter und Großmutter 

Ccetrud Katz 

geb. Hellmann 

im 78. Lebensjahre. 

In tiefem Sdimerz 

Leo Katz u. Frau geb. Sadis 

Karl Baral u. Frau geb. Katz 

David Katz u. Frau geb. Spanier 

Dr. Liepmann Katz u. Frau geb. Gerson 

und Enkelkinder 

Hamburg, Flemingstr.^16, Danzig und London 



Für die vielen Beweise aufriditiger Teilnahme beim 
Hinscheiden unseres lieben Vaters und Großvaters, 
des Kaufmanns 

Jacqaes Biermann 

sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. 

„, ,. , Die trauernden Hinterbliebenen 

Erfurt, Weigenburger Str. 10, im Januar 1937 



n 



u 



A B. NEUMANI^ 

rVr PIANOS^RADIO 

J1 3716 Kurfürstendamm 205 



S^tÄft Karten! 

JERIOU OOTXSCUALIi: 

RÖSEL GOTTSCHALK' 

GEB. STRAUSS 
VERMÄHLTE 



^ 



,5>ö< 



V. 



Bodium, Luisenstrage 15, iJen 7. Februar 1937 
Trauung: Essen, Dreilindenstraße 90 



Am 27. Januar starb unerwartet meine liebe Frau, 
unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin 
und Schwester 



Hanne Hersdiel 



Hamburg. 



geb. Rosenberg 

In tiefem Schmerz: Die Hinterbliebenen 
Hermann Herscfaei u. Kinder 



Am 22. Januar entschlief sanft nach kurzem Kranken- 
lager mein geliebter Mann, unser unvergeßlicher boün, 
Schwiegersohn und Bruder 



Semi Roos 



im 40. Lebensjahre. 
Lichtenau/Kehl 



Im Namen der Hinterbliebenen; 
Erna Roos geb. Baum 
Familie Mi(£ael Roos 



Am 22. Januar entsdilief nadi kurzem Krankenlager 
meine geliebte Frau, unsere gute Mutter und Groß- 
mutter, Frau 

Anna Dzlalowshi 

geb. Ritter 
kurz vor Vollendung ihres 84. Lebensjahres. 

t Im Namen aller Hinterbliebenen 

1 Adolf Dzlalowskl 

Rdtterdam, SAietbaan Laan 60, den 31. Januar 1937 



Heuta verstarb meine so innig geliebte Gattin 

1 Eva Roberg 

\ geb. Wolff 

im Alier von 45 Jahren. 

'. Im Namen der Angehörigen 

Hamburg, 30. Januar 1937 Max Roberg 



Unsere liebe, liebe Schwester, Schwägerin und Tante 
' Frau Ww. 

Upris Griebmann 

▼ geb. Pfingst 

Th* ?*w sdimerzvollem Leiden sanft entsdilafen. 
ihr Let^Q Tiyar Liebe. 

I Namens der Trauernden 

/ Alberi Lewkonja 

Minder jgn 26. 1. 1937 



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möglichst unter Beifügung von Bücherver- 
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Protokoll geben." — So konnte es kommen, daß Brüder, 
wenn sie Familienhäupler waren, trotzdem verschiedene 
Familiennamen wählten. 

War jemand nicht an dem Orte wohnhaft, wo das Auf- 
nahmeverzeichnis für ihn geführt wurde, so konnte er vor 
der städtischen oder Kreispolizeibehörde seines Wohnortes 
zu Protokoll ge])en, wie er künftig genannt sein wollte und 
um Einsendung dieses Protokolls an die Behörde bitten, 
die für ihn das Verzeichnis führte. Nur mußte er dies so 
rechtzeitig bewirken, daß die letztgenannte Behörde am 
24. September 1812 in den Besitz dieses Protokolls kam. 

Die Spalten 16 — 25 waren dann für diejenigen Ver- 
änderungen bestimmt, die sich in der Zeit zwischen 24. 
März und 24. September durch Geburl, Heirat, Tod, Aus- 
wanderung ergaben und die hier nach Zu- und Abgang ge- 
bucht werden mußten. Am 16. Oktober sollten sodann die 
Verzeichnisse endgültig abgeschlossen werden und hatten 
mit der nächsten Post den zuständigen Regierungen zuzu- 
gehen. Diese hatten bereits sechs Wochen nach Beginn der 
Frist ein erstes Exemplar erhalten und mußten nunmehr 
nach dem zweiten das erste ergänzen und das Duplikat an 
die Unterbehörden zurücksenden. Diese bewahrten sie 
nunmehr auf. 

Man kann annehmen, daß durch diese Staatsbürger- 
rolle lückenlos alle damals in den angeführten preußischen 
Provinzen wobnhaft gewesenen Juden erfaßt wurden. Lag 
es ja doch in ihrem eigenen Interesse, die gestellten Ter- 
mine innezuhalten. Ks bleibt tief bedauerlich, daß in den 
125 Jahren, die seitdem verflossen sind, nicht sämtliche 
noch vorhandenen Siaatsbürgerrollen von der jüdischen 
Forschung erfaßt und gedruckt worden sind. Wir besäßen 
damit ein unvergleicliHches Material nicht nur für die 
Fanlilienforschung, sondern auch für alle die vielfachen 
Fragen, die den jüdischen Historiker von heute bewegen: 
Berufsgliederung, Altersgliederung, Geburtlichkeit, Her- 
kunft usw. Heute ist dieses Versäumnis schon deswegen 
sehr schwer wieder gutzumachen, weil manche Gebiete, in 
d"^tcn »J lld L n "W n ß __rib;^rm Edikt verzeichne' wurden, 
neute nicht mehr zum Deu;schen Belcl 
schwierig sein dürfte, dieses Material wissenschaftlich zu 
erfassen. 

Aus dem Edikt selbst seien noch einige Bestimmungen 
hervorgehoben, die für das Leben der Juden im 19. Jahr- 
hundert von Bedeutung waren. Sie waren nunmehr ver- 
pflichtet, ihre Handelsbücher, ihre Verträge und Willens- 
erklärungen in deutscher oder einer anderen lebendigen 
Sprache abzufassen und sich auch bei ihren Namensunter- 
schriften deutscher oder lateinischer Schriftzüge zu be- 
dienen. 

Freizügigkeit wurde ihnen durch den § 10 in vollem 
Umfange gewährt, sie konnten sich sowohl in Städten als 
auf dem platten Lande niederlassen. 

An den Erlaß dieses ICmanzipationsedikls ließen sich 
mancherlei Betrachtungen anknüpfen, und die jüdische 
Geschichtsschreibung hat es unter den verschiedensten Ge- 
sichtspunkten gewertet. Die Zeit dürfte noch nicht gekom- 
men sein, weil wir zu der ganzen Epoche noch nichi die 
notwendige Distanz gewonnen haben, um zu einem ab- 
schließenden Urteil zu gelangen. Mit dem Gefühl tiefer 
Beschämung sieht man, wenn man etwa die Staat.sbürger- 
rolle einer der großen jüdischen Gemeinden des damaligen 
Preußen durchl)lättert, wieviele inzwischen dem Glauben 
den Bücken gekehrt haben, dem ihre Väter und Vorväter 
unter viel schwierigeren Umständen unbedingte Treue be- 
wahrt hatten. Grade diese Epoche, in der das Judentum 
in Preußen unter äußerlich recht unbeschwerten Umstän- 
den lebte, war die einer großen innerjüdischen Auflösung. 
Es bedurfte erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf- 
wühlender ICrlebnisse, um den Willen zum Judentum wie- 
der stärker werden zu lassen. 

Auch wenn man in diesem Edikt vom jüdischen Ge- 
sichtspunkt her heute nicht mehr eine Lösung der Juden- 
frage erblicken kann, so bleibt es doch in positivem wie 
negativem Sinne ein überaus wichtiges Datum jüdischer 
Geschichte, und deswegen sollte der Tatsache seines Er- 
lasses vor 125 Jahren gedacht werden. 



Glückwunsch an Dr. Galliner 



\ 



\ 



„Der Landesverband könnte ja Kraft des Rechtes sei- 
ner nicht mehr zu entbehrenden und nicht mehr fortzu- 
denkenden Arbeit, durch die er uns alle am Leben erhält, 
auch eine Macht beanspruchen. Er könnte ja — wer 
wollte es ihm wehren? — das von ihm betreute Gebiet 
auch durch seine „Funktionäre" verwalten und regieren 
lassen. . . . Aber er hat einen anderen Weg gewählt. F> 
verzichtet auf das Recht seiner Macht. Er beruft nicht 
F'unktionäre, sondern Rabbiner zu seinen Vertrauensmän- 
nern . . . Der Rabbiner ist nicht Kommissar und Füxekutor 
des Landesverbandes; er ist im Gegenteil Beamter, Ange- 
stellter und Arbeiter jeder einzelnen seiner kleinen und 
kleinsten Gemeinden. Er steht und lebt in der Landschaft, 
vertraut und verbunden mit ihren Eigenarten und Eigen- 
tümlichkeiten. Wir hier . . . wissen Dank dafür, daß der 
Landesverband nicht der Provinz ihren Verwaltungsbeam- 
ten, sondern den Gemeinden ihren Rabbiner gewährt und 
erhält.' 

Wenn irgend etwas, so verraten diese kürzlich an- 
läßlich der Gründung eines Bezirksrabbinats gesprochenen 
Worte den Grund für die große Beliebtheit und Popula- 
rität des Mannes, der im Preußischen Landesverband jüdi- 
scher Gemeinden unter anderen sehr wichtigen Dezernaten 
vor allem das der Bezirksrabbinate verwaltet: Rabbiner 
Dr. Julius Galliner. Er hat am 3. Februar seinen 65. Ge- 
burtstag begangen, und wir haben sicherlich in seinem 
Sinne gehandelt, als wir in der Februar-Nummer unseres 
Blattes jeden Hinweis darauf unterließen. Der Landes- 
verband hat es sich stets als Richtschnur dienen lassen, 
daß die Zeit, in der wir leben, vor allem sachliche Arbeit 
fordert. Ja, dies Verhalten ist uns manchmal sogar zum 
Vorwurf gemacht worden: wir hätten die Tugend der 
Sachlichkeit zu weit getrieben; etwas mehr und etwas ge- 
räuschvollere Publizität, so ist gesagt worden, würde auch 
der Arbeit selbst genützt haben. Wie dem auch sei: gerade 
Z,^ Galliner ist der Mann, der sein Leben lang seine Per- 
sern hinteF seme Arbeit geste llt 'l l. U, a U s ^lliil^t^ u mi^JVlIlftnii 
Herzen, mit begnadetem Wissen und Können, ganz nur 
Diener am Werk! Wie er in früheren Jahren — und das 
wird unvergessen bleiben — in Berlin bekannt war als der 
jüdische „Studentenvater", so ist es seit seinem Eintritt 
in den größeren Wirkungsbereich des Landesverbandes 
seit langem schon der Vater der Bezirksrabbiner, die er 
— einen jeden nach Naturell und Eignung — für das zu 
besetzende Amt auswählt, persönlich ins Amt einführt und 
durch ständige l'ühlungnahme berät, anregt und in ihrer 
Arbeit fördert. Die Tätigkeit der einzelnen Bezirksrabbiner 
aber wird zum Segen für unzählige Menschen und Gemein- 
den, und dieser Umstand ist es, der dazu geführt h*l, daß 
obwohl wir in unseren Spalten, wie gesagt, absichtlich 
geschwiegen hatten, die gesamte jüdische Oeffentlichkeit 
und Presse Dr. Galliner anläßlich seines Geburtstages mit 
reichen Ehrungen bedacht hat. Wir verzeichnen diese 
Tatsache mit Freude und Genugtuung, denn der so Geehrte 
gehört zu den engsten Mitarbeitern und Spitzenpersönlich- 
keiten des Landesverbandes. Auch die Dezernate für Schul- 
angelegenheiten, für Lehrerbezirke, für Lehrerbildung und 
-fortbildung werden von ihm verwaltet — zum Segen für 
die Lehrer und zum Segen für die Gemeinden und ihre 
Jugend. Ueberhaupt muß man wissen, daß Rabbiner Dr. 
Galliner, aus dem Lehrerstande hervorgegangen, immer 
mit all den Dingen verwachsen war, die mit Pädagogik, 
Seelsorge, Menschenführung zusammenhängen. Als Reli- 
gionsschulleiter und Gemeinderabbiner in Berlin steht er 
seit Jahrzehnten mitten in der Praxis dieser Dinge, und 
diese Verbundenheit mit der praktischen Arbeit ist es, die 
ihn zum idealsten Verwaltungsbeamten befähigt: der eben 
nicht bürokratisch verwaltet, sondern jede der vielfältigen 
Fragen, die an ihn herantreten und die doch letztlich alle- 
samt FVagen von und für Menschen sind, individuell be- 
handelt. Diese seine persönliche Auffassung findet — das 
zeigen gerade auch die eingangs hier zitierten Worte — 
ihren glücklichsten Niederschlag beim Ausbau der Rabbi- 
nats- und Lehrerbezirke und bei der gesamten sachlichen 
Arbeit, bei der Dr. Galliner jeder Individualität von Ge- 
meinden und Menschen ihr Recht läßt. Kein Arbeitstag ist 




\ 



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ihm bei diesem Dienst an den seiner Fürsorge anvertrauten 
Menschen je zu lang geworden, oder viehnehr: kein Tag 
war ihm je hing genug; und diejenigen, die ihn aus der 
Nähe kennen, wissen es, daß es keine Stunde gibt, in der 
er nicht mit seinem ganzen Sinnen, Sorgen und Tun der 
Pflicht angehört, die ihn ein ganz seltenes und, man darf 
es sagen, reiches Leben finden ließ. So möchte man in 
bezug auf ihn die Antwort, die Ben Soma auf die Frage: 
„Wer ist reich?" gegeben hat, abwandeln und antworten: 
Wer vom Leben mit Pflichten begnadet wurde. Möchte 
es dem verehrten Jubilar noch auf lange vergönnt sein, 
seinen schweren Pflichten anzugehören — zur inneren Be- 
friedigung für ihn selbst und zum Segen für viele! 



Spinozas Bildhauer 

Von Leo Hirsch. 

Wie sah Spinoza aus? Es ist bezeichnend, daß wir 
das nicht wissen. Es gibt verschiedene Bilder des größten 
jüdischen Philosophen, sie widersprechen einander, und 
wenn man sie alle genau betrachtet, so weiß man eben nur, 
daß sie einander widersprechend unähnlich sind, und 
nicht, wie Spinoza wirklich aussah. Den Forschern ist 
es gelungen festzustellen, daß das eine und das andere 
Porträt aus dem einen und dem anderen Grunde nicht 
gelten könne, und was sie übrig lassen, ist ein Mann von 
mittlerer Statur und dunkler Hautfarbe im Kostüm seiner 
Zeit und seines Landes, ein Gesicht mit nicht unschönen, 
regelmäßigen Zügen, langen schwarzen Augenbrauen und 
schwarzen Haaren, dazu einer Nase, die vielleicht, aber 
hierüber waren wohl die Maler nicht einer Meinung, ein 
wenig lang war. Wollten wir alle Versionen, die sich aus 
den Bildern, den Zweifeln daran, den Beschreibungen und 
den Meinungen daiiiht'r ergeben, auch nur ungefähr dar- 
stellen, so ergäbe sich leicht ein kleiner Wälzer über die 
Auffassungen von Spinozas Äußerem, und tatsächlich isl 
ein solches , (len_ii€^eiisJiLluLiUtfi^! f.'n . v Q^S^ JHf»^?»/?^ vV^l^ 
bereits vorhanden; aber was besagt das für uns und was 
besagt das lür Spinoza? Wenn es erlaubt ist, einer ketzer- 
haften Meinung Ausdruck zu geben, so hat Spinoza ganz 
genau so ausgesehen, wie jeder von uns ihn sich vorstellt. 
Und da er selbst keine Gelegenheit mehr hat, eines Tages 
leibhaftig vor uns zu erscheinen, ist keines unserer 
Spinoza-Bilder zu entkräften. 

Zur Zeit unserer Eltern gab es einen weltberühmten 
russischen, in Wirklichkeit jüdischen Bildhauer, der unter 
anderem auch einen Spinoza schuf, und da wir schon bei 
Ketzermeinungen sind, darf man vielleicht behaupten, daß 
Mark Antokolskis Spinozabildnis vielleicht das echteste ist, 
obwohl es den anerkanntesten Porträts nicht entspricht. 
Es hat vor allem die helle Reinheit des steinernen Stoffes, 
die ergreifend menschliche Linie der gelassen leidenden 
und in sich hinein sinnenden Denkerhaltung und doch den 
erhaben göttlichen Schimmer der Idee. Da sitzt Spinoza, 
den Kopf leicht vorgebeugt, kein Titan, doch auch kein 
nur müder, nur armer Jude, der Tod, der hier schon mit 
in den Stein eingegangen ist, hält noch den Atem an vor 
diesem inneren Leben, er lebt es mit, die Todesidee ist 
hier ein Zug in Spinozas Leben, wie sie es immer auch in 
Antokolskis Leben war, und die seltsame, bis zur Körper- 
losigkeit und Durchsichtigkeit getriebene Magerkeit des 
steinernen Körpers in der Seitenansicht steht in faszinie- 
rendstem Widerspruch zu dem hohen, klaren, unbeschreib- 
lich harmonisch sinnenden und sinnvollen Spiel der Ge- 
danken, die Antokolskis Kunst Spinoza auf das Antlitz 
gezaubert hat. Es ist das Gesicht weder eines stolz den- 
kenden sephardischen Juden, wie Spinoza es war, noch 
eines vergrübelten, leidenschaftlich geistigen, russischen 
Juden, wie Antokolski es war, sondern das Antlitz Spino- 
zas, von dem nur der Geist noch lebt und sich hier einen 
neuen Körper, ein neues Gesicht gebaut hat. 

Hätte Antokolski nichts als diesen Spinoza geschaffen, 
so verdiente er dennoch, unvergessen zu bleiben, er warj 
aber überhaupt einer der edelsten russischen Juden um 
Künstler aller Zeiten. Er stammte aus Antokol bei WilnaJ 



sein Vater, der Schankwirt war, und jedermann im Hause 
mißhandelte den Jungen, der zu keinem Beruf als zum 
Laufburschen taugte und aus der Lehre bei einem Posa- 
mentierer genommen werden mußte. Ein „Schlimm- 
Maselnik", ein Schlemihl, hin und hergestoßen, hatte er 
nur einen Trost, er schnitzte nachts, einsam, niemand 
durfte es merken, Figürchen aus Holz, und wenn diese 
seine „Narreteien" ruchbar wurdiMi, gab es Hohn und 
Spott und Prügel. Nur ein Mensch, ein Feldmesser und 
Quartalssäufer, ermutigte den Jungen: Du bist ein Künstler, 
und eines Tages ging der junge Mark zur Frau des Wilnaer 
Gouverneurs Nasimoff, zeigte ihr seine Figuren, und sie 
redete mit seinem Vater, gab ihm eine Empfehlung an eine 
Hofdame und ein paar Rubel mit und schickte^ ihn nach 
Petersburg. Die Hofdame war gerade in der Sommer- 
frische, er mußte Monate lang sich recht und schlecht 
durchhungern, dann empfahl sie ihn weiter, und der junge 
Antokolski wurde Akademie-Schüler. Sein erster Erfolg 
war das Relief eines jüdischen Schneiders auf Holz, wie 
er die Nadel einfädelt, es brachte ihm 100 Rubel, eine 
silberne Medaille und eine unbändige Freude. Denn bisher 
hatte er von einem Stipendium von 10 Rubeln monatlich 
gelebt, dessen Spender der Baron Günzburg war; der 
zwanzigjährige Antokolski hatte den Baron aus Mangel an 
geeigneten Instrumenten mit einem Nagel auf einem 
Stückchen Elfenbein meisterlich porträtisiert. 1865 bekam 
er für eine b^lfenbeinstatuette eines Geizhalses ein kaiser- 
liches Stipendium von 29 Rubeln monatlich, worauf er 
sofort zu Gunsten Bedürftigerer auf das Günzburgsche 
Stipendium verzichtete. 

Das Ungewöhnliche, für die Bildhauerei überhaupt 

Revolutionäre an diesen und anderen Jugendarbeiten 

Antokolskis war nicht nur, daß er zum ersten Mal in der 

Kunst jüdische Menschen und Gegenstände darstellte, son- 

kdern vor allem die Art seiner Darstellung. Bisher hatte 

jman die Staffagen der Bildnisse allegoristisch gewählt, er 

^ab realistisch die wirklichen Gerätschafliu. Und doch 

[war er nie Realist in dem Sirue, daß er nur die Wirklich- 




Antokolskis Spinoza-Skulptur Fot. Sonnenfaid 

keil wiedergab; die Idee war ihm entscheidend, und sein 
Spmoza zeugt am deutlichsten dafür. Er schuf ganze 
Szenen in und mit den Räumen ihrer „Handlung", „mit 
großer Tiefend.mension und Perspektive, mit Dielen und 
Wanden und Decken, darin die wirkenden Personen" so 
seine „Streitenden Talmudisten", so die berühmte „Inqui- 
sition .worin die Marranen im Keller den Seder abhalten, 
plötzlich verraten, entsetzt aufspringen, das Tischtuch von 
der lafel Geschirr und Bücher zu Boden gerissen Stühle 
umgeworfen werden, Männer sich in den Winkel drängen 



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burd) jeiu üffeucö mib mutiöeö (Eintreten für fürtidjrittlid)cs5 ^ut^n» 
tum mib &urdj jeiu aefniuteij Jiüirtcn 3um eegen öeg öeutfcljen Sut^»- 
tum« befiiniit ijt unt» nudj bei öeii Dcr)djic6eu|ttn lf)eIeocnt)citcii jinu 
'i'critnuöuiä für ^ie ^n-cdjtiöuiig unfcrer iöcitrcbungcu uiiö jein 
jnterefjc für uufere ^'eiitungeit ouf iübiidj^religibfem (^bicto < e« 
riijibete, beging am 3. t}ebrunr jdncn (». (v)eburtÖtag. Xer UJur ,iö 
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Ar. Ä n r I :}{ f c n t f) u l unb 3)r. (v nii l (S 1) n biöfutie- ten 
nm 8. g-cbruar über bie Jorm im rcligiöfcn 2c b i\. 
äüäljrtnb 3)r. Üto fentljnl betonte, bü^ er feineu £'ebcn§u)cg wn bcr 
Drtlpöojie unb ber Ü^inbung burdj il)r G-'^rineumcrf aum \iibcral.iö' 
mu8 unb ber ^reiljcit beS eijmbolg genommen l)abc, erzählte 
Jr. (£ol)n Don bem cntgegengefctjtcn Söcg feiner rcligiöfen önnuicf- 
ümg. 2r. JJtofentlinl fü^rtt aus, bo& iiibcrQli«mu§ unb 9tcforir bie 
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li». 3al)rl)unbcrt8. 

(H)onci>Mcnftc imfcrcr <dcmcin»c ttt aüncmcUtcn |«Mfd| " 

i'ludj in bcn bcrgaugenen äöodjeu fiub lum unferer l^meinbe lüii'^er 
in jübifdjen ii^Dl)lfal)rtöanftQlten ©Dttevsbienftc nndj unferer ;^itu'-9i«^ 
unter il>ermenbung imfcreö Sc^aaplattcmucrfc^j bernnftnltet mor^"- 

Vlm (}rcitag, bem S. Snnnar, fonb in ber 3 ü b i f dj e n Ö l i n b 1 " » ' 
a n ft a ( t i n e t e g I i ^ ein ©otteSbieuft ftatt, bei bem <icrr Sr. S^'^O'fi 
bie ^4>robigt r)ielt. ßr legte feinen ?luefül)rnngcn bie Söorte augrunbe. ^ie 
bem .%. ^4>fiilm entnommen ftnb unb in bem „3tiUen (Scbef unj-^''^'^-" 
XHbenbiiturflie Vlufnnl)me gcfunben I)Qbcu: „Xcnn bei bir, ^err, ift Öer 
ijuou bes iJcbcui^, in beinern ;^id)te fdjauen wir Öidjt." 3^iefe'Äk"^^e, 
bie fo id)lidjt unb einfad) flingen unb bodj fo oielfngeub unb ''ef* 
iireifeub fiub, fdjliofjeu, mie 2)r. ^jelffi au§fül)rte, bie tieffteu %^n^' 
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nioljnteu ^nv 2)coriti 9i'Dfenlljal unb C^'rr 5:ireftor Sr. ?(lcjrt"^er 
bicfem ^vreitagaßenb^otte&bienft bei, au bem nufun- ben einmofjnern ^e§ 
\:^einu^^, bie fnft ooU,Vil)Iig crfd]ieucn unircu, and) 'Jlubftctjtigc anV ^er 
benadjbnrten iS^c^cnb gefoiumeu unuvn. :rer 5)or|tnnb unfcrer ®e= 
uieiube mar burdj bie .^lerren X?üdjmauu-^JJ{offe uub 3:ireftor «it W^ 
oertretcn, 

^m *ilt r t e r § I) e i m ber 93 e r I i n e r Sogen 11. D. iö. 18. wr» 
anftnitcteu loir einen ©ottegbicuft in ben ?lbcubftunben' ^e§ 
m. '^aumx, bei bem ^-)err 3:r. 9iofeutI)al bic qjrebigt l'cit. 
^x'rr S)r. »iofcntljat warf bie ^l^rage auf, weldjeS ber 5"'" 
bi^ ^^ritiDcrbeng fei uub ob 9(ltfetn ein llnglücf bebcutc. :? »efet 
irrigen ?luffaffuug fe^ite er bie CrrfenutniS entgegen: SHtiücrbcn bci-eutct 
(vrfaljrnng I)aben unb mi8 ber erfal^rung ?lböcnnrtl)eit "«^ 
Veben8fid)erl)ett geiuinnen. Sobann Reifet JUtioerben f t d) b c f d) c i ^ e u 
fi)nncn unb borum fid^ öbftnbcn mit bem Unabönberüdiep ^eS 
3d)irffak^. gnblic^ bebentet ?ritfein ^ur JHuI)c fo mm cu un^' »" 
Vebenif()eitorfeit ben On^)a(t be^j Xafciu^ uod) einmal burd)(cbcn 



J^tefe ®otte§bienfte mürben, wie öuiS 3oI)Ireid)cn 'Äeu^rungcn ber 
^eiminfaffen l)eroorgcl)t, t»on biefen mit banfbarer '^utcilnat)me ali 
eine ^tunbe ioal)rf)aft religiöfcrVlnbadjt begrüfjt, unb nllfeitig mürbe ber 
ÜÜunfdj nad) einer )iiMcberl)olung berartiger lSütteöbien|ie laut. 3ln' ben 
(Sotle^bieniten nal)men aud) ^Jitgltcber ber ^luftaUsfuratoricn unb i>er» 
lOültungömitglicber uub greunbe unferer (SenuMUbe teil. 5;nö bnrdi 
j^errn X.'ac^maun=a)ioffe gefdjüffene cdjüUplattenmerf unferer Xjiturgio 
ermieö fidj bei biefen (Gelegenheiten nig befonberä fegcn^reid). 

®8 ift betrüblidj, bnfj uon jioniitifdjer 3cite audj ber oorftefjcnb 
cru)öt)nte ©otteäbienft im 3Uter§l)eim in Sdjmargenborf nod) 5um 
'•Inlaf} parteipolitifdjcr 3)iölnffionen gemadjt loorbeu ift. isin neuerbing? 
erfd)einenbcä aioniitifdjcg :^intt, beffen Ion unb 'ülrt un§ eine fadjlid)e 
Vlu<>etuanberfel?uuö nnmöglid) madjt, gloffierte ben (Sottcöbienft in ber- 
tjc^euber (}»-^nn unter ber lieber frijr ift: ,;Jieuer Ucbergriff ber 3{eform» 
gemeinbe." 5)a bon feiten ber 3iouiftifdjen jübifdjen ilkiltSpartci bie 'iln» 
gelegenljeit im '-i^orftanb ber ^berliner jübifdjen (Semeinbc ^ur ^pradje 
gebrndjt mürbe, fteüten bie /perren ;Hmtggeridjt§rat Süiid)üeliä unb 
Ui^oijba in ber iltepräfentantenoerfammlung ber iöerlincr 3übifcf)en 
©eureinbe einen Eintrag, in bem geforbert wirb, ha^ bic für (Botteä» 
bien|te beftimmten ätänmc in bcn \!ln[taUeu ber ©emeiube für gotte«' 
bienftlidjc UJeranftaltungen ber oerfdjiebenen religiöfen 'Jlidjtungen 3ur 
i^crfügung ge|tellt loerbcn, ol)ne bn^ baburd) eine löeeintrftdjtigung 
ber übad)cn (Sotte«bienfte erfolgen foU. Xer ^^Intrag luurbc und) auS» 
fütjrlid^er (Erörterung mit ten stimmen bor Cibetakn angonomnien. 
ijln ber S)i2fuffion betonte Vlmtögeridjtärat 3.Uid)tieli8, bnfi bie 3)Ht= 
glicber ber 'Jieformgemei übe feine 3d)utüuben. fonbern gleid)bered)tigte 
3)lttglieber ber ^übifdien (Semeiube feien. 

itU 'Hu^pvaülje, bic Jran a)targnrctc ©olbftein (SHirm» 
ftabt) am 17. Januar in unfcrem ©ottegbieuftc in ber Älciftftro^e 
geljaltcn Ijat, ift in biefer 9himmer abgcbrncft. 2:cr ?iamc ber befanntcn 
tHebneriu ^atte eine 3al)lreid3e .'^örerfdjaft I)erbeigc3ogeu, bie micber in 
bcu ^ann il)rer fl)mpatt)ifd)eu 'i^erfön^idJfcit unb ilirer Ijeraerfrifdjeu' 
bcn ^^usfüljruugen geaogen mürbe. 

^m ^oiti^tvaucttaQ, 8onutag, bem 21. Jcbriuu, fprarij in 
unfcrem (Sotteebienft in ber «leiitftrafjc bor 3al)lreid) bcrfammelter 
(.Wiiumuc i-cVl V,;':'+>,tso,r/,iinIt Ir. ^-^eiurirl) (Sifcleg, ber befannte 
5ül)rcr im iK. 3. 5. ^crr'sJr. (älfeleg fprad) ron bem ^u,. t.:. l'?''*^' 
trnuer, ber bodi nur in einer 9ied)enfdjaftolegung ber J3elienben beftcl)eu 
fijnne, ob fie fic^ beS i^ebeugopferä ber öcfnüenen würbtg gc3cigt. 
5)r. ($lfele§ bcrglidj ben (Semeinfdjaft'^ifinu unb bcn (Semein|d)nft§' 
miUen bon 1914 mit ber 3crfplittcrnng unb ber aplitterridjterci ber 
(Scgenmart. 2Bol)l f)abc man in aUeu iiüuberu baö redjtc 8t)mbol ge« 
funben, nid)t ein 2iege§3cidjcu, fonbern bag Xenfmal beg unbefauntcn 
^olbateu, aber ber redjte ^^erföljniiug^jgeiit unb ber red)tc Jricbene- 
miüe feien iiodj nidjt bor^nnben. Sie muffen üu§ einer tieferen (sr» 
feuntniö ber SriebciK-ibee l)erborgeljen, bie and) bem rerijtcn gfclb- 
folbnten ftct§ im ^craen Icbenbig geblieben fei. Vlu bem Csjottegbieuft 
mi}m eine befonberc Vlborbnung beä ;){. 3. 5. teil. 

heften ttng cincv i^ctncln^epUcdctin, 

2>cr 33orftanb unfcrer ©cmcinbe f)at bcfdjloffen, ^riinlcin ")[ I i c e 
;^uttfe, bic feit 3al)reu in ber äM)lfal)rt«pflege tätig ift unb 
befonbcrS in ber ?llter^l)ilfe eine berbienftboUe el)reuamtliclje lätig« 
feit entfaltet l)at, für uufere ©emeiube eljreuamtliri) als (Gemeiube» 
Pflegerin 311 beftellen. 

lieber ben llmfnng unb bic 91 rt iljrcr Intigfcit fd)reibt unö 
^räulcin i^uttfe: 

„3d) benfe mir meine lätigfeit al§ (iiemeinbevflegeriu iu fulgenber 
ißeife. 'Jlaä) meiner (<rfa^rung in ber JIÖoI)lfal)rt§arbeit fcl)lt e^ faft 
aüeii, bie iu momentane ober baucrnbc JBebrängniä geraten, an ber 
^tcnntniä ber borl)anbcncn a}Uttel be§ ollgemeinen unb fpeaicll jübi' 
id)eu äÖol)lfal)rt§merfc§. ^d^ l^abc bal)er bie ?lbfidjt, an brci lagen 
ber 5Öod)c (3)tontag, 5Diithüod), greitog) bon 10 big 11 UI)r im ©uro 
unfcrer (Semeinbe, >l)anni§ftraBe 16, eine eprcd)ftunbe 3U l)alteu, 
iu ber id) Sntereffenteu ?liiffläriing über bic für fic ober ilirc 5d)ntj- 
liugcjn 93etrad)t fommcnbcn 2Bor)lfaf)rtgeinrid)tungen gebe uub über 
bie odjritte, bic für bic (grfüaung i^re§ 3lnltegenä notmenbig ftnb. 
(f^3 ift unfcr Wmn\ ^a§ and) b\^f)cx fd)on bon ber 2iJol)lfa!irt8fom^ 
luiffion ber 3Eübifd)cn 9tcform'(Sicmeinbc befolgt murbc, bafj mir aüc 
a)JögIid)fcitcn, bie bie nügemeinc 2Dol)lfaI)rt§pfIcgc bcö £taote§ unb 
ber etabt bieten, fomie bie 9JJöglidjf ei ten ber aS!tof)lfaI)rtgpflcgc ber 
pübifd^n ©emcinbc, bereu boai)cred)tigtc Dütglicber mir \a alle fiub, 
in« ?luge faffen uub iu ?lnfprud) ncl)men, um bann erft 3U fcl)cn, 
mag barübcr I)inQu8 nod) bon feiten ber äßol)lfaf)rtgfommifrion unforiH- 
(Semeinbc gefd)cl)cn fann. 

3[d^ mürbe eg bal)er and) für meine 91ufgabc I)alteu, bie iücr» 
biubung 311 unfcrer aKoIilfnfjrtgfommiffion iu bem bcfonberen ^aüc 
f)er3ufteaen unb bie betreffenbc 31ngclcgcnf)cit an biefer ©teüe 311 
befürjüorten. 3n bcn ^öaen, in benen Sllter ober Äronff)eit ein 
(Srfdjcineu in ber Spredjftunbe üerf)inbert, mürbe idj bic 33ctreffcnb*n 
natürlich in il)rem C'>eim auf3ufud}en ffabon. @benfo uvrbe id> foldjc 



Series IV: Writings, 1910-1939. 

This series is in German and Englisli, with some Hebrew. 
0.25 linear foot. 

Arrangement: 

Alphabetical. 

Scope and Content: 

Series IV: Writings is the langest series in this small collection. The written worl< here 
encompasses Short artides, texts of lectures and sernnons, and a longer manuscript. Most of the 
Items in this series are unpublished, although there are also a few newspaper dippings of Julius 
Galliner's work from the Jüdisch-liberale Zeitung. 

Several folders in this series contaln compositions on varlous people. Many of these artides 
were written in honor of significant birthdays of individuals. Often the individuals were well- 
known rabbis or educators, among them the rabbis Gabriel Fabian Feilchenfeld and Max 
Dienemann and the scholar Lazarus Goldschmidt. The lectures and writings of this series indude 
introductions of many rabbis, both from Berlin as well as other areas of Germany. Sermons on 
funerals provide additional Information on individuals, however many of these sermons do not 
identify the deceased person. 

Youth and the education of young people is another topic prevalent in Julius Galliner's writings. 
Among Galliner's publlshed artides is a piece on Jewish liberal youth, and his lectures and 
writings indude several works on young Jews. Induded are pieces on Jewish chlldren and the 
celebration of the Sabbath, Jewish youth in the present and the past, religious Services for 
Jewish chlldren, the school program of Abraham Geiger, and speeches given at several Jewish 
schools, such as the opening of a Jewish school on Fasanenstraße, the opening of a new room at 
the Goldschmidt School, and at the beginning of the second year of the Teachers' Educational 
Institute (Lehrer-Bildungsanstalt). Galliner's artides pertaining to organizations and events 
indude a report for the Commission for Rabbinical Education {Kommission für Rabbinerbildung) 
for the Reichsvertretung der Juden in Deutschland in 1937. 

As a rabbi, Julius Galliner also wrote frequently on religious subjects. Most prominent among 
these are his sermons for religious Services, of which there are a large number in this series. 
Several of these were used more than once, and the dates and synagogue where the sermons 
given are often noted on the documents. Sermons often Interpret scripture or allude to lessons 
learned from Jewish history. The latest sermons, which are from the late 1930s, mention the 
growing pressure upon the Jewish Community in Berlin. One of Galliner's published artides, 
whose manuscript is located among the drafts of his lectures, concerns the importance of the 
rabbi's sermon. A similar theme is discussed in the published plece "Die Stellung des 
Rabbiners," available in the folder "Lectures and Writings," Galliner also composed several 
shorter works, written in German and English, that reflect on the history of and significant 
themes in Judaism; these are to be found in the folder "Manuscripts -Basic Concepts gf 
JudaismJ' Among them are artides on the nature of religion, revelations, and the sources, 
essential truths, and concept of messianism in Judaism. Julius Galliner's longest work in this 
series is the manuscrlp^t he wrote concerning Jewish personal names. 
Box Folder Title Date 



1 
1 
1 
1 
1 
1 
1 



11 
12 
13 
14 
15 
16 
17 



Artides about Personalities 

Artides about Personalities - Birthdays 

Artides about Organizations and Events 

Lectures and Writings 

Lectures and Writings - Introductions of Rabbis 

Lectures and Writings - Youth and Education 

Manuscript - Umschrift der Eigennamen 



undated 
undated, 1939 
1936-1937 
undated, 1910-1937 
1932-1936 
undated, 1933-1936 
undated 



Page 1 of 2 



1 


18 


1 


19 


1 


20 


1 


21 



Manuscripts - Basic Concepts of Judaism 
Published Artides 

Sermons - Funerals and Weddings 
Sermons - Synagogue Services 



undated 
1922-1932 
undated, 1930-1935 
1928-1938 



Page 2 of 2 



A^ 30^ 



zuuus Gf^ujßte/t Couei^x^M 



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■■ 



\/ll AiriOfs ABeurT&escNÄorÄs 



L' U 



Nr. 30 / 25. JiJi ia37 



>r 



JÜDISCHES GEMEINDEBI ATT 



Seite 11 



Rabbiner Max Freudenthal 



Nach einem Bencht (Sanhedrin 88 b) aus der Zeit des letzten 
j* wLi ?*' "^^^ ^-^^ Zerstörung des zweiten Tempels ging 
die Wahl der Dajanim von dem großen Sanhedrin zu Jerusalem 
aus. Von dort aus wurden Boten nach den einzelnen Orten ab- 
gesahdt. die nach eingehender Prüfung der Personen an den 
einzelnen Orten einen geeigneten Mann zum „Richter in seiner 
Stadt einsetzten. I>er zum Richter Berufene mußte folgende 
Eigenschaften aufweisen: es mußte gelehrt, demütig und bei 
dem Volke beliebt sein. Diese Dajanim waren die Vorläufer 
^«'^abbinertums. Mögen die Aufgaben des Rabbiners im 
Wahdel der Zeiten sich geändert haben, was den einzelnen 
r*^ n*" Beruf geeignet macht, ist unverändert geblieben. 
Er muß gelehrt, er muß demütig, er muß beliebt bei dem 
Voilce sein. Wenn irgendeiner unter den Rabbinern unserer 
Zeit diese Eigenschaften in seltener Harmonie in sich vereinigt 
Ihat. so ist es Max Freudenthal, der nach 40jährieer Tätigkeit 
^^^M *^Y '^^*''"*'^ '" Dessau. Danzig. zuletzt über 25 Jahre 
in Nürnberg — kurz vor Erreichung des biblischen Alters 
nach einem letzten schweren Ringen von hinnen abberufen 

l'^l L*'' ^^^ ^'^ ^^ ^* *'*^ *'* *^'" Letztes gewünscht hat. 
haben ihn seine Amtskollcgen, seine Gemeinde, seine Freunde 



und Verehrer zu Grabe getragen, ohne besondere Feierlichkeit, 
ohne die üblichen Reden. „El* lebte ohne Schaustellung seiner 
selbst und so wollte er auch sein Leben beschließen. 

Das trommc Elternhaus, das Jüdisch-Theologische Seminar 
die Universität in Breslau haben ihm das Fundament für seinen 
Lebensweg und seine Lebensarbeit gegeben. Seine tiefe Reli- 
giosität, sein starkes soziales Empfinden, seine hohe Begabung 
sein vielseitiges Wissen, sein aufgeschlossener Sinn, sein tiefes 
Verständnis für die Forderungen der Gegenwart, seine ganze 
Persönlichkeit waren die Grundlagen für sein Wirken und 
Schatten, für all das. was er seiner Gemeinde und der Gesamt- 
Judenheit gegeben hat. Durch seine wissenschaftlichen 
Arbeiten auf dem Gebiete der Kulturgeschichte der Juden 
in Deutschland, insbesondere für die Zeit des 17. und 18. Jahr- 
hunderts, hat er sich unvergängliche Verdienste erworben. 
Durch sein Buch ..Aus der Heimat Moses Mendelssohns" 
hat er Licht in jene Zeit gebracht, die der Mendelssohnschen 
Zeit vorausgegangen ist. Durch sein Werk ..Leipziger Meßgäste" 
hat er uns eine neue einzigartige Quelle für die Geschichte der 
Juden in Deutschland und im Ausland erschlossen. Durch 
die Mitbegründung der Zeitschrift für die Geschichte der 
Juden in Deutschland und durch seine darin veröffentlichten 
horschungen hat er uns neue Aufschlüsse für das Judenproblem 



^eben. Durch seine hervorragende Stellung im Verband 
Bayerisdier Israelitischer Gemeinden und durch seine erfolg- 
reiche Tätigkeit im allgemeinen und Bayrischen Rabbiner- 
verband war er berufen, an sichtbarer Stelle an dem Geschick 
der jüdischen Gesamtheit mitzuarbeiten. Seine Überzeugung 
vo" T 1*^"^* **^* religiös lieberalen Judentums hat ihm 
7*- J ' °'7.*?^ gelehrt. Eine Ansprache, die er einmal in der 
Zeit des religiösen Kampfes an seine Gemeinde gehalten, hat 
er niit den Worten beendet : „Möge die Zeit bald herbeikommen, 
in der im Judentum die religiösen Richtungen ehrlich und 
überzeugt nebeneinander und miteinander hergehen, zum 
Hei und zur Ehre für das. was uns allen das Höchste und 
Heiligste allezeit war und immerdar ist und sein wird: Sch'ma 
Jisroel! ..Das Andenken des Gerechten wirkt fort in dem 
begen. den er gestiftet." 

Rabbiner Dr. Julius Galliner. 



Denkt an die 



Blaue Beitragskarte 



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-1- 



Nach eiB«n Bericht dernJüdiscnea RundachauBVom 11. Oktober 1929 
hat Herr Oscar Waasrimann in einer Veraamrrlyng in Dreseen unter anderem 



1. 



2 



ftuch Stellung i^enorriireii »'zn c'er " Erklärung deutscher J\iden") die vor kur- 
zeai In irehreren grösseren Zeitungen veröffent licht worden i3t. Er hat im 
dieser Erkläiiing einen Angriff gegen seine eigne Person gesehn, diefer 
insbesondere aus cen Worten^'flie öifentliche Meinung Deutschlands wird 
Irre/gelührt durch Kundgebungen der Zionisten und der Jewish-Agency'» ent- 
nimmt • Er hat nach aem Bericht der ^ Jüdischen itundschau"^ gesagt:" Ich 
glaube, es ist genügend bekannt, dass ich in meinem ganzen Leben niemand 
iire geführt hab<-. Ich verstehe nicht, wer berecht igt/ist, dies heute zu 
behaupten^'. Aus der "" Frkläiun^^^Tst ersichtlich, dass der Jewigh-Agencv '^ 

der Vorwurf gemacht wird, sie hübe die örf entliehe Meinung Deutschlands 

^ ^ ^r^-__— -— ^ 

irre geführt Sirch ihre Kundgebun^^ vom 8. öep'embeiri929^, nicht aber 

Herrn Wassermann. Ig ist bisher nicht üblich gewesen, dass eine Stelxung- 

»ahme ze^en eine Organisation von einem einzelnen Mitgliede dieser Or- 

ganisation als eini^ Angriff auf ^dla^ersönliche Ehre aufgefasst wird. Wir 

können ^^erm Wasaonnann sagen, dass in al^en Diskusaionen, die in den 

in Gies er An;?:ele^ enheit 
Kreisen, die nicht zur Agency gehören^ .^epf lo -en worden sind, sein Name 

nicht erwähnt worden ist. \ 



Es soll hier auch nicht jegen cie -^nschauuneiÄ,. die nach dem Bert 
richte der Jüdischen ftoncschau Herr Wasseimann geäussert hat, polemisiert 
werden. Die Tatsache bleibt doch nun einmal unbestritten, dass es in 
Deutschxand auch Juden .ibt, die anaers über Juden und Judentum, über Ge- 
genwart und Zukunft, über die Lösung der Judenfrage denken als Herr 
Wassermann, ^eine '^■('^iM^u^u 



', die nach der Mitteilung der Jüdischen 



««MMMMM«*«! 



PAGE 



OR 




MISSINQ 



^ 



- 3 



Abhandlung "üasitzt das Judentum Dogmen ?" . "uespr^^jh um 
Gott'» nennt .aü.rtin Buber seine : Beitrag zur Jubelsohrirt. ^b 
ist -sin Aursalz, d^r im bruoK bereits in der evangelischen 
Mon:.tJSchrirt «»Eckarf» (Februar ij} ) erso'ienen it. Aber 
die AUiiführungen verdienen es ^ dass sie einem grösseren Kreisi 
/:uganglijh gemacht werden. Jie jind ein Versuch, auch in das * 
letzte üeheiinnis einzudrin^^^en . '»Wir können das Vort 'Gott' 
nicht abwaschen, und wir k^nne . en öi -ht gan.:macheri; aber 
;7ir Können es, beflectit una zerfetzt wie.ces ist, vom Boden 
erhjoen uf.d a-urrichten über einer stunde gro ser Jorge'». 
IvkH'. 'Viener err.cheiai in dar Jubelschrift mit einern Aufsatz 
"ReligionsLTeset/:liche und reli^aon^phi iOi?ophi3cKia Fröm-nigkeit 
im Juaentuizi»». ^:^. ict sicherlich eir; Thema, d^s schon im Hin- \ 
bück aur die neue -Viainonider.literatur ungt.-inein interes/.iert . 
'ie bei mancheu seirier üu a.; tze zci^-^ ''ier.er auch hier, das:: 
er (i.a?: zu behandulnae rrojjlen. anbohrt und daur -h zum weit<:?rer 
Nachdan en anregt. ..'xa^. vieners An ichx, aar,s die .jüdische 
Reli,:ions niiosophle, j^ae theologischeu i^enren -on Jaadia 
Dis Jha^idia Kresüar, bei U -ht betrad.tet .;i^al.: etwas ander, 
darstellen denn als begrirriiche RecVitrertigung cies ererbten 
Of^renbarungsglauberis, ist in diest:.r Formulierung höchst an- 
reehtbar. Schreiner behauptet deagegenüber mit Recht, dass d 
meisten jüdischen rhilosophea des ./iittelalt.rs ein unerschut i 
terliches Vertra^^en auf das .^ech^ der Vernunft besitzen; .:it. 
haDen alles das, was in der heiligv.n ochrift der Vernunft 
widersuricht durch Inter,, retation au. dem :^ege zu räumen ge- 
sucht. Uie lieiträge v.n Klbogen "Von den .jir-ingeo dt;r got e. 
dienstlichen Reform im deutschen -^jient^.m*» , von Jlauae 0. 
iviontefiore '»u^setz und .^reih.if» lund von Seligmann " -Re- 
llgionsgesetz'» oder "Jadische -^eberiBforra"? suchen, eine An 




- 4 - 



1 i I 



Ij 



wort zu ^^ebenaar die Zeitfragen des relii^iö^^en Liberalis- 
mus, Freiheit uiu Geetz, Individualismus und ^ö:fieinsjhc.rt. 
Jlbwgetii^ W.rty, die iürisprjche der Je ueinsohart finden jetzt 
^ehor und üner^iennun^- , cind srij^nerlioh nicht so zu /erstehen, 
'ui::, üb die ii.n.: ^r^ohe der Gemeinschaft nijht aich schon früher 
beachtet worden .Und. ^.uch Lazarus, WieGbadeii, erinnert mit 
seineoi ^iursatz über ^^ron Chz'orin an eine Kra^e der ue^renwart 
OL eü tiiXi^er ZfcjlYii'^>t, ein K.ynheÄl^ion zu schafi'en, das die 
i-Lrart iiat, autoritäre reli£^ibse Ents jheidunrien zu trefi'en. Ar 
eitiem üutacaten derf j\abb>-'nu Cjerscholt zeigt G* i^eicry, :»/lainz . 
die ...i>_;^^eao,rt der .?:l.:i.s laichen Handhabung des jüdischen Reli-4. 
glotij^dSc ':2|.3 i.L ahciß.^cbiet. üi.:; i j t ein ^ert</oller .Beitrat: 
k: i dex A arr as :i j-iivr .je^ talmidischen -rruads^tzei: dina d*;nal= 
ehuti. diua. , der nec';h tss, ruch der (nichtjüdischen) Rerderung 
iijt tria vollßLiltige.s Reoht. Brut.c Italier.er ha', durch sei>te l 
i^ejciueibung eitu^r oeaerschuG^eJ aus deii l6. J Jnrhundert das 
intereoce i*:r d.,r. kuvtleritihon ;.>chmujk jüaischer iOaltgeger: 



ß 



■Undcf. erTT-dt-rt, oiei^:"riv}Cl. auc,:eriheirn, der /orsteher der 
GeaeiLde 0.f.enbach, hat -ui t V/orteu deL; L>anKe3 ind der Ver~ 
elirung rur d^n oec>izi^<j;hrig.;n die Jucelschrirt eii. eleitet 
und allen ii'reanden dir ch das Verzeichnis der Veröffentli- 
chungen Dic-Lemaruis einen wertvolle-. L'ienst erwiesou. 



nabLiner Lir. Julius üalliner 



C 



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Dr.Joae^CI.ehmuima rabbiniacheö ^'liken 



von iiÄbbl»er Dr.Juxiua O-aüiner 



Zu «n^xen Zeiten «tur duä rubbinl^clie ^vxnt kichwer und yeruntwortun^üvoxl« 

Ler hohen Wlxxie ale^es .roated ent^pruch die ^rosae Mrde^die dieaea .^Bt 

auf die Schultern eines einzelnen gelebt hat^'^lr denken dabei nicht 

an die vielseitige Tätigkeit des Ivabbiners »die ihm ala äabbiner,al8 

Predieger^als CeelaorfeXiUnd ala Lehrer oltliegt« Vielmehr denken wir am 

nabbiner dadurch entstehen, daas er in d ner Ein: 
iz: 



die 3chiifierigkeiten,die 

und eizige 
hei tögemelnd« der rechte Führer aeiner (jlaubensgenossen sein musa.Kr 



soll ..llen dua rechte Vort sa^en, gleichviel, ob ^ie auf liberalmn oder 
orthodoxen ^tundpunkt atehet oder gar dem Judentum gegenüber gleichgültig 
sind.Lr soll allen ein Lehr r sein, ohne Aaas die C^achlos^Lsenheit seiner 
Peraönlichkeit in Zweifel gezogen wird, T^ex die religiöse : ntwicklung 
der letzten Jahrzehnte mit .uftnerkaaaakeit verfolgt hat, wer da weiss, wie 
vielseitig die aufgaben dr C^eueindc geword n sind , der eusa es gerad zu 
bewund »m, wenn es dem i^Äbbiner gelingt, drr anerkannte Führer det ganzen 
Cremeinde zu sein.I'ö ist klar,da8s es ohna Kompromisse wohl selten abgegangen 
iüt.Lbenao klar ist » s auch,da3ö huufi^ zwischen lu^bbiner und Oemelndr 
eine x/iukrepanz eingetreten i;;it,ort so grosö,dasö x^abbiner und Gemeinde 
sich fremd gegenüber standen. Nur ganz ^ro^iöe (remeinden eimöglichten trotz 
ihrer Einheit die Tätigkeit eines l\abbiner3,dr i einer ausgepnlgten Richtung ans 
gehörte. Is ist in der Oross^emel nde nur »'cheinbai3l3o,dass der liabbiner ein 
habbiner der gunzen Gemeinde ist. Fr ist bis zum heutigen Tafe gezi^ungen, falls 
er eine fruchtbare Tätigkeit entwickeln will, sich erst seine G-emeinde zu 
achafren.Kanzel,Kathedex und soziale Tätigkeit erleichtem ihm sein Ziel. 
Es ist für den i^bbiner wohl die grösüte Freud seines Lebens, wenn er 
sagen kann, er habe öich seine v/emeinde geschaffen. Nur wenigen x»abbinam ist 
das Glück beschiedon gewesen, eine Gemeinde zu finden, die von »^«»^-h^rein 
aie ganze Geschlossenheit und Finheitlichkeit besitzt und die ihn von 
vnr^hmr^Ar% aI.ci uIja 1 hiiw einzigen Führer und Lehrer gewählt hat, Zu die 



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II 



Glück ilcl»» ifehörte Joae^ehBaim.der in d. r Vollkraft seiner Jahre 

von hinnen abberufen iat.Die Jüdische ixefoimÄejneinde hatte ihn au ihrem 

iäk»»» iu^bbiner, Prediger und Lehrer «ewähit.weil sie wuadte.dasö er 

ein Charukter von tifea .inkergrund ist,aus«epraft jnit einem mfasaendnii 

Ä lasen, auf dem Boden d> r l4efoiBa<eine*Bde stand, d^r bereit war, für sie 

zu kämpfen, sie aus d r Isoliertheit zu lösen und sie für die cJesanant» 

judenheit wirksam zu muchen.T^ar seine Tätigkeit durch die engste 

Zusammencehöriskeit von Gemeinde und Führer erleichtert, so wurde sie 

eröchwert durch die Steliun<i,die man der i^fonBce«einde einräumte. Es 

ist noch nicht iaa^e her,da8a man dex ivef o ixnseme inde nachsagte, sie habe 

den -^bfall vieler vom Judentum verdchuidet -Ihr cesaHoter Ootteadienat 

8 chrankenuLoae '' 

bedeute eine g^^a^m^ü^^ -8aimilati«B,3ie habe jüdische .^erte serstört, 

sfc aei sozusagen etwas Fremdra, etwas TTnhistoriachea in der teaaaaten Ju= 
denheit.Das abfällige Urteil über die aenelnde wurde auf die Persönliche 
keiten,die an ihr wirkten. übertragen. Ja selbst zwischen den Predig« n der 
x^efoBBgemeinae und den in ihrer Nähe wirkenden Kollegen gab es kaum 
einen geselligen Verkehr , noch weniger einen geiatigen Sedankenaustauach. 
ias ist axles and rs iieworden,und das iat vielleicht das grösste Verdienst 
Joaeph Lehmanns. Es soll dem oraitaenden der Berliner Oemeinde, Herrn 
Heinrich Ctahi,nie vergeaaen werden da« ^ort,das er an dessen Bahre 
geaproc en hat;" Die Zeiten ,wo die Refomgemeiadr zurückgesetzt werden 
konnte, seien Jetzt vorbei, und die Gemeinde habe ''eratändnls für die Ideale, 
d. nen die ..rbeit d' r Kefortngemelnde gelte-rp«s Joseph Lehmani^ich auch 
aum Ziel gesetat, und waa er mit da: ganzen Energie seines T^illena auch 
erreicht hMt,nä«ü.ich die .Anerkennung der uefonngemeiade als berechtigte 
liichtuag innerhalb der Grosagemeind Berlin. 

l^an kannte darüber im Zweifei »ein.ob der habbiner d( i Hefoim« 
gemeinde auch eine Tätigkeit auf dem ;i^b>^ eigentlich rabblnlachea 
Gebiet zu entfalten habe.Denn ursprünglich hat der Habbiner eine nckt«rn«i 



^^^'' 



III 

Stei.une.d.h.erhat durch seine Er**ekeiduiißen dafür Sorge zu tragen, 
dasa die kaitischen una zeremonlaien Einrichtungen mit dem Reiigionl. 
gesetz in übereinatiimnun^ steHen.aewiaa hat die Hefomgemeinde im Sinne 
eines liberalen Judentums die Verbindlichkeit des Eeligionageaetztea 
abgelehnt .Aber sie hat nie dai^uf verzichtetl&r Tradition Neuea 
abzuleiten.alte Überlieferungen mit neuem Inhalt .u beleben. Joseph 
Lehmann hat dieae Aufgabe auf dem Grunde aeines rabbinischen Wissens 
in wahrhaft vorbildlicher Weise erfüllt,. Briiuche.die nur noch ein äusaerea 
Tun bedeuteten, ate ».tn.Äet ^inwirkun^ auf das sittliche Handeln hatten, 
hat er nut Entschiedenheit abgelehnt. Die ai tliche Tat w.r ihm im Geiate 
der Propkeft der atär»8te Aaadr«.» des xMiäien Denkens und l^f5hl«.«. 



( 



f 



4h<iuö,ln d«R er wirkte,«© hofft« «r.soilte sich die Vprhelaaun« erfttiien. 
.«8 «• ein Htiua des öebeta fenaimt werde für aixe Vftiker. 

oteUxmcd.h, er hlt ctSSr3Ml\^^5c^e'll®^ii^fSftir'»*5#l«\t«^?» 
dS d^1'^^uit?Jc'ßr^ion^^lS«^iai^"f*fAmh^5^l« ÄI^S^Ä^Iefflf^S ''^^nzoi« 

iL^'^ttl\^le*'i^em'ire^rt^lSni^t'^^^ dieser M, 

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ixuge endl| 

a r Propheten der stärkste .uadruck des rexl^iösen . enkems und Fühlend. 

tr »uaste aber auch, a«aü afir "e. zu ulesem höchsten Tiel f^ttti»^ durch 
sinnvolle den Geist der Seit entaprechende Bräuche führt, Er wurae nicht 
«üde, imer von neuem damuf au ainnen.den Gerne inde«otteadieBat so «ua» 
2U4;e3taJ.ten,dus3 jeder wahrhafte rrbaunn« in ihm findnn konnte ...n den 
Gotteahauö.in dee er wirkte, so hoffte er.aollte sich die Verheiosxine erfüllen, 
daas ea ein Haua des Gebets fienannt werde für alle Völker, 

In i^i#iein CVeist dieser Verheissun^, hat Joseph Lehmann 
auch seine Predifiten ^ehuiten^J .Ir war,n:a könnte «agen.der «eboxene Kanzel» 
redner.und awar vom ersten ^OÄenblick an,da er predigen durfte .Ich erinner« 
mich »einer ersten Predigt, die er im homi*etiachen oeninar unter der 
Leitung eine« liaybau« feluilten hat .Lehr a und Komiii tonen atandon Tftili« 
Im Bann seiner eindrucksvollen ..ede.rrn»: reeealich ist mir der Rchiusa dieser ii«Ae 
febxieben.Pharaoi-md Jako^.der irel«e 3 taamvater, stehen sich «egenüber./.uf der 
einen feite d r «ewaltife 'Ierracher,auf der anderen 3eite der hilfesuchende 
iremdfc.ITnd dann zitierte Joseph Lehmann das .'ort der Schrift :''Und Jakob 
•f«^^= «in« fort und sejjnete Pharao," "Wer war der Grössere?" I'it dies r 



4. 

hindurch. Joseph LehBann, der das freie Wort wie aeitem einer beherrschte 
hiext stets eine «ohivorbereitete Predigt, die durch die Tiefe der (bedanken, 
durch die Schönheit der Sprache und durch die edie Popularität ausgeaeichnet 
*-r. Ei|Llesdaich An seiner Predigt nicht vom Haschen nach Popularität 
bestiamen.Er war slch^teta der «rossen ^Verantwortun« bewusst, die ihn 
das Amt des TTächtera und Lehrers auferlegte. 



tt^xm-'"* 



i 



Joaeph Lehn«.«« hatte aeiii* Oirelnde nicht mr auf der K.«ei 



?^^tt$if.maikm ^TOl fitfifilMIt «artl0rl9Jt^!fcüwi*Ö»or b^i^^^chte 
^flfe^*a^Wn^i»d.«<14Ärf»«W*t4a^^•114u,tlt«fcMÄeil%l•» 

Ä8fitftti:*n«l5*»i»iiSidMr3*#tsl4l*«e|fxoeA«rVf»,iiM9»^«ixil5ttt«3ji.Ö^^ 
«»F.4Dt dea Äächtera und Lehrers auferiefite.Ea war Ihm ein doibatvaratänd» 
iichea.dasa der Prediger populär sprechen «tasa.d.h.der Auffa3öun«skraft 
der Zuhörer an«e«e83en;al)e r ebenso aeibstv»ratändlich war%in auch.daaa 
ew dabei der (Jröaae und '."ürde dea Hecenatand' a nichta verfeben durfte. 
So hat sich Joseph Lehmann auch als ?:anzelredner eine Gemeind. geschaffen, 
öle voll innerer Liebe an ihm hin« .Jeder.der ihn hörte .wuaate daaa hier 
eine «eachioa^eae Peraöniichkelt hinter den Worten atand,dle tief Ina 
Hera H^ dran«..aie Mittel der igiet^rlk könn« nicht die Kraft eraetien, 
die aus d r Peraöniichkelt dea Predlfe» apricht.Kur überzeugte 'lersen 
können auf d n v.'lixen dea Zuhörera ein.^iIken,und dleae Fliwlrkunc lat 
schj.ieaailch 1» ietaten Jrunde die v^ufgabe der Pwdlft. 

Joaeph Lehmann hatte seine aenelnde nicht nur auf der Kanzel. 
sondern er hatte auch seine G«Belnde in der Jugeni.ln der Sorge 
für die Jugend und um die Jugend ist er jung geblieb« bis zu seinem 
setzten ..temzug.Er gehörte zu Jenen Lehre rperaönlichkeiten, dl ^^end nie 
vergiaet.weii ele in ihr Herz geachuut und für sie ein tiefes Veratundnia 
haben.Fr war nicht nur der Lehrer seiner Jugend. aonaem.wus noch weit 
mehr bedeutet, ihr Erzieher .i;r hdt es verstanden, seine Jugend zu begeistern 
für Judentum und Deutschtum, für heligion und Vaterland, für aUea r>öhöne ^u^d 
Grosae in der 'Velt.Er war aeiner Jugend ein Freund und er durfte die 
Zuversicht haben.dass seine Jugend dort einst atehen werde,wo er gestanden hUt. 

Go hat er auch jene ..ufgebe dea liabbiners orfüxlt.vor der 
man^n unseren Tagen am «eisten spricht, die nufgabe dea Seelaor^ ra. 
öle bedeutete für Joaeph Lehmann. nicht nur den andern ein Helfer und hetter 
»ua aoziuler Not zu aeln,aond«in ale war ihm vor alle« der Weg a^r Seele dea 



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5- 



^ es Andem.Er sachte in die --.rt des Aadem elnzudrlnfen, damit er mit 
^einenjTriebniaycr) fertig werden konrte.Fr verstand es, die Jansen wie die 
iiiten seiner "remei nde, trotz a^^er kontreren ^fcidrllcke durch die "re^eiwart. 
dex j üdlachen :lem€i nde zu erhalten und sie %zn treuen und ehrfurchtsvollen 
i^rbeitexn für Jtaat und Volk, für Heiinat und Vaterland au erziehen. 

Wenn irgend einical PersSn^bi^a' und oache,rer3ön-i.ichkeit 
und z^uf^abe zu einer lirJieit geworden öind, ao war aics in ^erc^dezu 
bewund, rn^werter V eise aer Fa^x bei Joseph Lehmann. Kanzex und Kathed r 
mixxen aa^ Spiegelbild seineo gesaramten Labens.^Vas er an Jenen Stellen 
«ewirkt ftaxl «eöchuffen,es wird nicht nur zum Ceeen für seine lemeinde 
sondern auch zum Gegen der gesammten deutschen Judf>nheit sein. 

•'Dao .mdenken des Gerechten wirkt fort in dem regen, den er gestiftet ♦Bat. •♦ 



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Michael HoxzmaÄii. 

^m 20. Jamiar 19^1 Kare er 90 Jahre geworden. In seinen 89*Lebeiiö- 
jähre ist ex von hinnen ubbenii'en worden. Er war ein treuer Freund yxr^eret 
ivefoiEgeiueinü e . Inder Geötaxtimg ihres Grotteadienstes sah er aufs inni^jste 
deutüChea Kuxtur^^t una heiliges Vatexeroe huituonijGh verknüpft. Er nahm geru 
an den G'Otteodienüte teij. \ind wurde nicht araae zu erzah^-en von den tiefen Ein+ 
amck , den der Grottesciien .t aur ihn geinacht hat. .iis Zeichen der Verehrung, die 
unsere Gemeinde ihrr stets ent-^egen gebracht , brinren wir die Sede zuin -kbdrac}^, 
die oein Schüler He. r O-eireinderabbiner Dr. Julius Traxliner an dessen Bahi-e .^e 
halten hat. 




1 — ,ji ' »■ " 



Des Todes rührendes Bild atfeht nicht als schrecken 

J)€B Welsen und nicht uLs Ende dem Fxonmen. 

Jenen drangt es in s Leben zurück und lehret ihn handeln, 

Dieäen3(ötarkt ^ zu künftigÄoo Heil , in Trübsal die Hoffnung, 

Beiden wird zuui Leben der Tod. 

Deiii l»\eiüer una deiL sxoLmen, so a^^t s dex ^xoa^e lichter , der Kenner 
acr V\ext und i^ex Üenachon , ihnen allein wird der Tod zurc Leben. i;ie ^.ahrheit 
dieses Wortes hat sich erfüllt 4n unserem Freunde, um desüen Bahre wir uns in 
feierlich erhabener Stirmting versarnmelt haben. TTir suVien sie erfüllt in derr- 
^ .Augenblicke ^^da ihi^, das Schw erst c^^ auf seiner 7;€fee^etrofien/^.iber ^^rbeit tind 
Hofinung haben ihm das Leben wieder gegeben, wie er es sich von früher Ju- 
gend an auiy.ebuut. len Weissen und den Frorjs.en oder »wie wir es sa^en " den 
Weisen uno den (Jerechten, daci heiost den -^ahifiaft Fronr^en" , wir hacen ihn ge- 
behaut in liichae-L Holziüann . ' ■■ ■* 

Was die heixi^rje uCiirirt von unseren. Lehrer Vose bei desaen Heimgang 
Sagt, €fci gilt von un^ereri; Freiinoe: m i^ein .u^re v/ar nicht trüte geworden, ^eine 
Leben-akxaft Vvar nicht geschwunden, seine Hände waren auf rocht geblieben, bis 
die Conne seines Lelens sich zuci Untergan^^e nei.^te." G-e rüstet für die letzte 
Stunde meines Letens , nachdea er, wie er es auageurückt" sein Leben gexebt^ 
ist er wiahinge/san<-:;en zur e^figen iaihe,zum ewigen Frieden, Und dieses Leben , das 
er ^e^-ebt, sox^. in aieser ^ibochieas stunde an uns vorüberziehen, un. ea in dank- 
bareci Herzen treu zu bewahren. Nicht mit eitxe Lobe wollen wir den liann ruh-. 
men , deaai die Wahrheit die I*uttersprache des Herzens war, , der mich das 77ort 
verstehen gekehrt, Vlahrheit reden im Herzen. lieber die Jahre hinaus, wo er mich / 
gexehrt, in die T^indesseele schauen, habe ich mich auch weiterhin 4 Jahrzehnte 
hindurch - ich darf es bekennen- als seinen 3chüler gefühlt. In wachsender 
Freundschufl war ich mit dieseci Manne verbunden. Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt 




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ist mit aer Verheiixxui«, Tür «ein i/enten urui seine Oesinnung die unliangxiche 



2 



- 2 - 




- 2 - 



Liebe mi aeiner Person in mir lebendiger und inniger geworden, je mshr da» in- 
timere Veratundniß mir für die e^eheim geiiuxte: en liegungen seines ii^eichen Oemüts 
/ aeinea «arten aefülUö aur^jing. Es if»ar a-Llea tief und innerlich an ihia und auf 
den "^runti gebettet, nichts ron gestern und nich^/ts von kurzer Rand. i.TJsgeriistet 
mit hervorragenden Gaben des Geistes und des Tjerzens , von frühester Jugend an 
voll tiefater laiprdn.iii^dchkeit für risse- und Tissenschaft, ein Kemer des 
/ klassischen x.ltertuins und des jüdischen /.chrifttuKS, grabend und forschend in 

den heiligen und profanen 3chrifton bis zu Ende seines Lebens, ist er trotz 
der Tiefe und des ümfanc^s seinea'J^iösens als ein Lernender und ..ufnehmend» r durchs 
Leben gegangen, r.as er gelehrt, hut er gebebt. i;as der Prophet als höchste sitt- 
liche rordejning aufgeste^^t,tajt er hc^t sie in seinem. Leben zu ven^iikxichen ge- 
sucht, die Fcrcerung nämlich:" Er hat dir gesagt, o I'ensch, was gut ist; was an- 
ders fordert der Ei«ge von dir axs -riecht tun, Oütc lieben und in I^emut wandeln 
^jiilt oeinai Oott." dieses Tort bezeich/iet den innersten Kern ceincs .•e3e7iü,ae- 
rechtigkoit üben. Ls ist kein Zufall, daos er in dr^.r. Verke " Die Lehren des Ju- 
dentums" des Kapitel über Oerechtigkoit geschrieben hat, den- lerechtigiteit ist 
ihm oie oberste ethische forde rag des Judentums nach denn Torte der ocnrift :^denn 
ich hJoe ihn erkannt, du^s er geciete seinen Kindern und seina:. Hiauüe nach ihm, 
zu hüten den ..eg ^tt. s,zu ^aiiien xvecht un^i 3r rec^itigk».^it." Mit heiliger^ Zorn 
wandte er sich ^egen diejenigen, die ca votl Judentum sagten: Gerecht sei der, der 
duä Oeaetz übe. Kach dem V^assatabe unbedingter aeiechtigkeit beurteiite er 
alle Vorgänge in Ctsat und aesej.lschaft . Für ihn gab es keine Kompromisse und 
keine Taktik , beides war ihm der Weg zur Onindsatzloaigkeit. Auf dem Grund© der 




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\ Gerechtigkeit hat er seinen hohen Eeiuf als Lehrerbildner ausgeübt, als ein von 

aott übertragenes ümt in freier Freudigkeit, als Trager eines heiligen Feuers, 

cLx e 
das er auf ccrx 3eea.e seiner 3chüler zu übertragen wusste. ^^hex unser Freund 

üare nicht uie univer^e^u. und die hanaonii:ch entwickelte Persönlichkeit gewesen, 

' wenn er nicht auch die andere Forderong erfülxt hatte: Güte lieben und in Demut 



Hb andern mii deinen Gott. &üte lieben, so pflegte er die hebräischen Wort 

-5 - 



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•<,S9 



1 




-5 - 



ahawasa cheased au übersetzen, tuid er wussto ihnen den rechten Inhalt zu geben. 
Dieser ernste V.unn war ao voiifcocnen heiteren Geoiütea, *•!! er uein eigenes son^ 

ni-ea Oiück darin xanc, anderen eine Freude zu bei'eiten, sinnij: «nd zart für 
andere zu corgen, an jeden in dein»-i Familien- vxxü Freund eakreitse zu renken, Mi* 
leid und Mitfreute mit ihnen au empfinden . Seine Güte war so bewundemawert, 
weil sie inmer so zurt und ansprucbsloö wirkte, aber niema^ auflä*iig sich he» 
vortut. " In Uemut wundexn mit deinen Gott." Ach wie oft haben wir es aus sei- 
ner l„unde gehört. '• Zu gering bin ich für alle Gnade und Treue , die mir Gott 
erwleaer hat." V7ie oft hat er's seine, Gott gedankt, dass er ihm die Gmde ge- 
schenkt hat, bis in s hohe alteJr hinein zu arbfciten, zu wirken und zu schaffe^ 
und daüö ihm oichtum una Ki-ankheit erapurt geblieben . Und wer von ihc am ?er- 
söhnunijstii.ie gesehen, wie rx in aich veraunken geletet, «ie er .ann mit einge- 
stiimt in uie V.oxte, Gott gab u- üie Kraft zuci iiulden und zum Tragen, und »ie 
er dann beii^ Heilahgebet.in jener utunae. die oft ndt der letzten otunde ysi^J?,^, 
res verglichen wiia vor gcölineter Lade mit a^^er Inbronöt gesprochen, der er- 
karctc, daea hier ein wahrhalt Frotmer atand. Und ich wixl bekennen, wenn ich 4 
in den vielen Jahren meiner Lehrtätigkeit meinen ochülem d..s Bild des wahrhaft 
Frormen zeichnete, don- stanü vor u^einer ieele die Peräönj-icWcei t Ifichaei 
Holzmann ü. 



n 



-tt.Tr. Tenr irgend einmal Person und oache , Peraönlichkeit und aufgäbe 

in 
SU einer Einheit geworden, ao war aieiTgiradezu bewunaemswerter Weise der Fall 

bei Michael Holzmann. Die Knabenschule und die Lehrerbildui^sanocaxt unserer- 
Gemeinae, sie waren ein Spiegexbild seines Geistes , seines Charakters, seines 
Lebens. Was er an diesen ..nstalten ici einzelnen gewirkt und geschaffen , ist ein- 
gegraben in die Geschichte unserer Ge-einde. 

Und nun ein 7;ort zu Euch, die ihr der. teuren Heimgegangenen am nächsten 
gestanoen, zu Euch den Gchweatem und Verwandten. Nicht will ich apiechen von 
^ deir, was ihm das Heiligste gewesen, von seiner Lebensgefährtin, mit der er mehr 



I 



\ 



^1 



- 4 - 



1 



denr 4 Jahrzehnte in Innigster Geelenhaitnonie den Weg des Lebens gegangen und 
die iliL. in aie Ewigkeit voran.>;egun.^en , ala er die 3chi/exle dea areiaenaiters 
überschritten. NicJ.t wio.^ ich apreclien von der .^rt, wie er das ..ndek^en seiner 
Lebenö^icfdhrtin ^eohrt - wichön ein -bege^^nen auf aem Wege zu ihrer letzten iiiihe- 
ötätte üciden ^ ihm als eine Verletzung dessen, was sein Persönlichstes sein Hei 
llgstes *ar. Aber davon 30llgeüproche7i werden, von dem herrlichen Lebensabend, 
den ihr- seine Schwestern bereitet. Ja, wir seine Freunde, die wir ins Haus ka- 
nen^ iDit allem, ¥/as uns freute und was uns schuaerzte, wir naren voxler Daxik für 
Euch, daöij Ihr mit feinüinnigem Verständnis für die Art dea Bruders ihn mit auf- 
opfernder Liebe zu betreuen wusstet, wie Ihr für den ganz dei »iosenschaft hin 
gKks gegebenen Bruder , der nie den .ila.tag kannte, nieraaxo niedergedrückt war 
von der .^ixeit, nie VGila*:;K:cn voil x.nhauch des Idealen, bedacht und besorgt ge- 



wesen. 



- . L. 



Eine reine ancpi-uchüiose oee^ü, in Uexz voxxer Liebo und G-üte» von 
rührender Dc^nkbarkeit xmd BeocLeiccnliei t, in treu an Zusarxienhaiig mit der Ver- 
gangenheit und von hier uuj ii:iraer rit'ue r.'e^e suchend zur Erkenntnis und zum 
Verständnis der Gegenwart, iLiiaer bestrebt, Leben und Lehre in Einklang zu brin- 
gen, vo^^ glühender Begei^teiuii^;, für uu.± das (Crosse und Herrliche , ^^as das Ju- 
aentuiii geöcht^iiei. und der l.ciioC.üieit ^u^Cüe/., von nicl.t runderem Enthusiasmus 
erfüxit lür cias, wui> üeiiiiat xina Vatera^nd ihc: an edxeiL. Kuxtur^ut gegeben, so 
steht das jBixc Michae^ Holztiannü vor unaexer aj.j.er .^eele. 

xxus der ^rt der Trauer, so aa^en unsere TTeisen, erkannt man ob der Hei ta- 
gegangene I^^iges geschaffen und Ewigkeit Qeirem C^eiöte bestira^^t ist. Wir sind 
an dieser öahre deosen gewiss* Du wirst fortleben in dem Herzen der Deinen, im 
Herren deiner ochüler , in unserer derreinde, in unserer aeschicVite. Das Andea 
ken des Gerechten ,«.irkt fort in dem Segen , den ergestiftet. Jo^ niinm denn unse« 
grosser ilei;^ter und Lohiei: von uns a-ulen den h< rzinnigsten übschiedsgruss entge- 
gen, den innigsten Dank für das, was du ins in deinem -Langen Leten gegeben und 

mehr für das, was du uaj gewesen bist • Wir werden alle deiner eingedenk sein 
öiö eines Munnes , von dem das w 



I' 



V 



- 5 - 



als eines yannea , von dem das Wort der Cchrift ^agt : Wahrhaftigkeit war in 
seinen. \'mxäe. Ein Unrecht wurde nicht gefiinüen an ihn, in Oanzheit und (ütedheit 
ist er mit ihm, dem E»igen, gegan,ien. 



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.^2^ 






(\h. ^Luy) flLcC^ 




Bei Aller ßeÄeutu]ag,die elie rrosse» Ür^aiiisatioraen für die Ä:utseheÄ 

Jude» iÄ uMseren Ta/re» erlangt liabeTi,hat eli© Oeaeiiite 

als dere» arundlage ihre Kraft nicht verloren. i^as hängt 

nicht nur mit der langen TraditioH zusammen, die die die 

Gemd n*e aufzuweisen hat, sondern au#i mit der Tatsache, 

das3 es niemals unter den deutschen Juden an Persönlichkeiten 

gefehlt hat, die ihn* gi^^^za Kraft dem (Gemeinwohl gewidmet haben. 

Meist sind solche Männer im Ehrenamt der Berliner ü-emeinde 



tätig 



,die voll in ihrem Beruf stehen und heute ebenso 



wie alle anderen auch den Lebenskampf zu führen haben. 
« 

Vielleicht sind sie darum gerade die Berufensten für 
• in i^hrenamt in der üömeindeverwaltung,weilZ sie mitten 
im Leben stehen und Herzen und Seelen ihrer (jlaubens= 
genossen kennen .Von besonderer Bedeutung für die Gemeinde 
ist es immer gewesen, wenn diese Mänj^er durch tiefgrün= 
Äiges jüdisches Wissen in dem, was sie für die Ciemeinde 
erstrebten, unterstützt wurden. Es ist daher nicht 
zufällig, wenn ein Mann wie Lr.Hans oaehs,den wir zu 

nmserem grossen Sehmerz in dieser Woche zu Grabe geleitet 
haben, vor vier Jahr«en in das Repräsentantenkollegium 
unserer aemeinde berufen wurde. Sein Wissen, sein Können, 
seine ganze i ersönlichkeit machten iYm tm dieses hohe 
Ehrenamt geeignet. Er war Rabbiner geworden und als solcher 
kurze Zeit in einer sehlesisehen Gemeinde tätig gewesen. 
Er hatte das orttodoxe Berliner Rabbinerseminar , das unter 
jßtitung Esriel liildesheiÄers s tand,besueht.Aber er und 
mehrere Preundw mit ihm hatten kurz vor Absehluss ihrer 




\, 



^1 




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- 2 - 



Studi.m äi.«. Anstalt v.rlass.«,,.ii gi, ü. wiss«g.hal-tll.h. 
ß.Ärüm*u«g für ihr r.li|iö8« Fühlen uM Hwii.lm iort .loht 
g*fu»dt)t hatte». 81« wäre, davo« überzeugt, das 8 el.e Religiom 

der M»orität,ei.e Heiigio«,die »i.ht im Staatslebe. wurzelt, 
sodass sie vom dieser^ getagem wird,so.d^eni die aus sieh 
sBlbst ihre Nahru.g keht,k«» nur Bestamd habem'?;?;rmm 
sie sieh auf der Hö,he des geistigem L.bems hält.wemm sie 
voramgeht im Kampf der üeister,we»m sie dureh ihre 
üediegenheit umd Immerliehkeit die üeaüter festigt, 
dureh wissemsehaftliohe ßegrümdumg umd Breiheit aueh die 
Geister Ausserhalbstehemder überzea^t umd bewältigt. 
Fähremd seime Freunde ia rabbimisehem Beruf bliebem, 
weil sie horftem.dass Abraham Geigers jüdis ehe Theologie 
auch im dem Lebem der aemeindem zu sieht barem Ausdruck 

* ■ 

kommem werde,gab Saehs sein «bbinisehes Amt auf.um Medizim 
zu studierem.Er hat seimen är^ichem Beruf mit voller Himge= 
bumg ausgeübt. I. ij|« «ieht mur dureh seim Wissen umd Kömmem 

f 

somderm dureh seime ganze Persömliehkeit Ausserordemtliehes 

geleistet .Aber er hat über seinem ärztlichem Beruf mie«äl s 
»•i»e jüdls.hem Studie. vergessem.Im treuem Zusa»aemha»g 
mit seimem früherem otudiemgemossem beschäftigte er sieh 

umumterbriehem mit dem jüdisehem Sehrifttum.Imsbesomdere 
iM dem letztem Jahrem hat er im Wort umd Sehrift zu dem 
jüdis ehern Problemem Stellumg gemommem.Währemd seimer 
Zugehörigkeit zum Repräsemtamtemkollegiu« hattem ihm 
besomders die Pragem des Gottesdi ernstes umd des Umterrieht s 
-teressiert ,Seime Vorsehläge , die « er für de« üebetkultus 
s Bersölmungstages der Gerne imd.verwaltumg umterbmeitet 
te.emtspramgem seimer umbedimgtem Wahrhaftigkeit. Pur 



- } • 



ihm war«i D^Rkon umiL Tum d«s Pfliehmassig«!! eim \uiä dasselbe, 

uAd phras«Al08« Sathliehkelt, Sauberkeit uadL Klarheit 
ioa LeBkem umoL Spreehem warem ihm Symbol des wahrhaftem 
Wesems.-^arum war au^h sein Wort vom besomderer BecLeu= 
tumii: mioht mur bei seimem liberalem Freumdem somdtrm 
aueh bei dem anderem jüdischem Qruppem^wei 1 niam wusste, 
dass himter deoi^was er sagte ^eime geschlosseme Per= 
gömliehkeit stamd.Im der Vollkraft der Jahre ist 
Hams Saehs seimem segemsreiehem Wirkem dureh d«t Tod 
•mtrissem wordem.Die GemeL mde wird stets seimer im Damkbar:= 
keit gedenk em /'-^as Amdemkem des Gerechtem lebt fort im 



dem Segem,dem es fortpf lamzt «^ 




ßrof.Dr.h.o. Nioodtm Caro 



Coh«n sagt •iriiiial;" L>as religiöse Wissen sjharft zu- 
gl«ioh die ,>-istig« Kraft für das allgeniöind Wissen« 
Las ist ein unwiaeriegliühar uatz unsarer gesamten 
Qüsohichte Wir nätten niiüiueriÄehr so süliadll iind 
•0 vielseitig iu die ailgemeiaÄ iiuitur eingreifen ^ön-- 
nrdn^ wenn wir nioht aus imserer religiösen Wissenschaft 
dieser, geistige cva^ital im xlopfe trügen'.' Lieses Wort 
gibt unc Wühl am mei.:ten AuföOhluss über die v^uelie, 
aus der judische i^ensühen ihre Uraft zu den hervor- 
ragenden Leistun en aur den üebieten des allgemeinen 
Wlsceas gs^jhöpft hüben. Wer die l^aiaex: unserer hervor- 
rixgenden IffiLnner des üeistea Kennt, wird dies iin .er 
wieder bestätigt findt?n. tas religiöse -»^enken und 
Wissen ist die spezifische Quelle des ^^anzen geistlgan 



'^esens unseres 3 taiiütee . .'öm es einmal vergönnt gewesen, 
in die oeele des in aer Vol kraft der Jahre hiimgac-an- 
genen Nicodem Jaro hineinzublioken, wer inn s. rechen 






h^-J.* S T T 



rrsi^uj 



hörte VOM vergangenen lu^en, der ernannte sofort, da 
judisches 'Hz^^n und juaische. ^eben die Grundlage 
seines iConnenß und Söhaf^ens und seiner ü-r indergabe 
waren, ür ist von otufe zu Jtufe gestiegen, gaehrt xind 
geachtet, hoühangesehexi als Forscher auf deiii ^ebiet 
der Ohende. AusgezeioruiM mit all den Ehrungen, die 
wis3enscha:'tliche Inctitute zu vergeben haten^Bat ^aro 
nie vergessen, woher er kommt, und was er seinen Qlau-- 



W 



bensgenossen schuldet. iMieht das Graben an eloh war das 
Rühmenswerte an il-iin -- wirtsohaftlidhe k/f Jf^4 haben es 
ihm leicht gemacht ~ aber die Art, wie er ^^ab, die un- 
bandige Freude, dlw er empfand, helfen zu Können, en- 




- 2 - 

sehen zu einer Existenz zu bringen, Studierende zu 

fördent, war böwxmdcrnswert, weil man sofort er- 
kannte, dass hier ein Mensch stand, dem Helfen 
etwas uölbstverst ndlicher war. Sr gehorte viele 
JcLhre dem Kuratorium der Hoohsohule für die 
WißSv:fn8oha;'t des Judentums an. In sohweren Zeiten 
hat er Tir aie Erhaltung dieser Anstalt in h^rvor- 
rageiadeiL blasse öorge getragen. £r war irlitglied 

I V' 

des Vorstandes der Synagoge Fasanenstraßse. Be- ^ 

sonderen Anteil nahm er an der musinalisohen .lus- . 

Gestaltung des aottesdienstes dieser oynagoge. 

la frohen Pestesstxinden, aber aajh in den 3ta den 

i 
der, Kummers haben wir ih' dort bei uns gesehen. 

In Demut stand or vor dem Qott deir Väter voller 



Jehnsaaht nij.<:h dem ?riöden seiner ::eele. Naoh 
eineoi i^ebdi. der i^flioht uad der Arbeit, des 3rf öl- 



iges unu 



de^! Ruhmes hat seine Seele mr immer die 



I 



Ruhe gefunden. 

«'3Jas Andemien des Oereohten wirkt fort in dem 

3egen, den er gestiftet hat^ . 



U I. 



V 



Dr.Jose^Lehiöumia rübbiniaches V^irken 



von liÄbblner Dr.Jiixlxia Gralllner 



M 



Zu «ixlen Zelten >^^x das rabblniäche ioat tickwex und veruntwortun^;^vojLl« 
Der kohen »ürde dieaea .nnted entsprach die froaae Bürde, die dlesea AKt 
auf die Schultern eines Einzelnen «elei;t hat*v;ir denken dabei nicht 
an die vielseitige Tätigkeit des Habbiners ,dle ihm als Rabbiner, als 
PrediÄfier,als Seelsorger, und als Lehrer olllegt .Vielmehr denken wir an 



die Schwierigkelten, die dmm ijgbbiner dadurch ent stehen, dass er in d ner Ein» 

und eizige \ 

heitögemelnd« der rechte Jührer seiner Grlaubensi;enossen sein musa.Er 

soll Tillen das rechte V'ort sagen, gleichviel, ob sie auf liberalem oder 
orthodoxen ^t^ndpunkt stehet oder gar dem Judentum gegenüber gleichgültig 
sind. Er soll Allen ein Lehr r sein, ohne Aass die G^eschlossenheit seiner 
Persönlichkeit in Zweifel gezogen wird. Wer die religiöse Entwicklung 
der letzten Jahrzehnte mit .lUfmerksamkeit verfolgt hat, wer da weiss, wie 
vielseitig die ..ufgaben drr Gemeinde geword n sind, der muss es geradezu 
bewTmdtm,wenn es dem Ivabbiner gelingt, der anerkannte Führer de A ganzen 
Gemeinde zu sein. Es ist klar,da3s es ohne Kompromisse wohl selten abgegu^en 
ist. Ebenso klar ist^» s auch,dass häufig zwischen iuibbiner und Gemeindr 
eine Diskrepanz eingetreten ist, ort so gross, dass xvabbiner und Gemeinde 
sich fremd gegenüber standen. Nur ganz grosse Gemeinden eimöglichten trotz 
ihrer Einheit die Tätigkeit eines liabbiner3,drr einer ausgeprägten Richtung an« 
gehörte. Es ist in der Grossgemdl nde nur Ächeinbaij^o, dass der Babblner ein 
habbiner der ganzen Gemeinde ist. Er ist bis zum heutigen Tage gezwungen, falls 
er eine fruchtbare Tätigkeit entwickeln will, sich erst seine Gemeinde zu 
Schaf fen.Kanzel,Kathedex und soziale Tätigkeit erleichtern ihm sein Ziel. 
Es ist für den ivabbiner wohl die grösste Ereud seines Lebens, wenn er 
sagen kann, er habe sich seine Gemeinde geschaffen.Nur wenigen iuibbinem ist 
das Glück beschieden gewesen, eine Gemeinde zu finden, die von vem herein 
aie ganze Geschlossenheit und Einheitlichkeit besitzt und die ihn von 
vornherein als als ihren einzigen Eührer und Lehrer gewählt hat. Zu diesen 



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Glück ilcken gehörte Joae% Lehmann, der in drr Vollkraft seiner Jahre 

von hinnen Äbberxifen'^at.Die Jüdiache i\efoiingemeinde hatte ihn zu ihrem 

iHk¥«» xuibbiner, Prediger und Le^OiXex 4ewähit,weil sie wiiöate,da8ö er 

ein Charakter von tTfem Ankergrund iat,au3«ep«tt«t mit einem umfassenden 

Rissen.auf dem Boden der Keformjemetnde Stander bereit war, für sie 

zu kämpfen, sie aus d r Isoliertheit zu lösen und sie für die aesuamt» 

, judenheit wirksam zu machen.'-Var seine Tätigkeit durch die engste 

) Zusammengehörigkeit von Gemeinde und Führer er leichtert, so wurde sie 

erschwert durch die Stellung, die man der ixefoimgemeinde einräumte. Es 

ist noch nicht lange her.dass man dex ivefoimgeaeinde nachsagte, sie habe 

den ^bfall vieler vom Judentum verschuldet Akr gesammter Gottesdienst 

schrankenlose ' 

bedeute eine g^xt«ji^«f«= Assimilation, sie habe jüdische ^erte zerstört. 

sJB sei sozusagen etwas Fremdes, etwas ünhis torisches in der gesammten Ju= 
denheit.Das abfällige urteil über die Gemeinde wurde auf die Persönlich» 
keiten,die an ihr wirkten,übertragen.Ja selbst zwischen den Predigern der 
xvefoncgemeinde und den in ihrer Nähe wirkenden Kollegen gab es kaum 
einen geselligen Verkehr .noch wenige i einen ije istigen Gedankenaustausch. 
i)as ist axles and rs geworden.und d^s ist vielleicht das grösste Verdienst 
Joseph Lehmanns. Es soll dem Vorsitzenden der Berliner Gemeinde, Herrn 
Heinrich .:tahl,nie vergessen werden da. r o r t,da8 er an dessen Bahre 
gesproc en hat,*^ Die Zeiten ,wo die Refonngemeind- zurückgesetzt werden 
konnte, sei«» jetzt vorbei »und^e Gemeinde habe Verständnis für die Ideale ^ 
denen die ..rbeit d r lief o ungern ei nde gelte^1Nta-/j;5sepE-lehmann|3ich auch 
zutt Ziel gesetzt, und was er mit det ganzen Energie seines Willens auch 
erreicht hat, nämlich die .Anerkennung der lieformgemeindp als berechtigte 
Iiichtung innerhalb der Gross^iemeind Berlin. 

L'an kannte darüber i« Zweifel sein.ob der üabblner d( i Hefoi»= 
gemeinde auch eine Tätigkeit auf dem #^^et eigentlich rabbinischen 
Gebiet zu entfalten habe.Denn ursprünglich hat der Rabbiner eine rl«ht«rn.,v.« 




/ 



III 

Stellun«,d.h. er hat durch seine Entacheldunfien dafür 3orffe zu tragen, 
dass die kultischen und zereminlalen Klnrlchtuneen mit dem Hellflona= 
«esetz In Übereinatimmun« stehen. Jewias hat die Äefoimfierolnde im Sinne 
eines iibeiulen Judentums die Verbindlichkeit des üeiiglonsgesetzea 
ebcelehnt...ber sie hat nie duiuuf rerzichtet.der Tradition Weuea 
fabzuleiten, alte Überliefenin«en mit neuem Inhalt zu beleben.Joseph t 
Lehmann hat diese Aufgabe auf dem Grunde seinea labbinischen ••'issens 
in wahrhaft vorbildlicher reise erfüllt;. Bräuche, die nur noch ein äusseres 
Tun bedeuteten,die keinerlei -inwirkun« auf das sittliche Handeln hatten, 
hat er mit Entschiedenheit abselehat.Die sittliche Tat war ihm im Creiste 
der Propheten der stärkste ..usdruck des rexi^jiösen . enkens und Fühlens. 
Lr fcusöte aber auch, uuöb a r " e^ zu uiesem höchsten Ziel fjifg^ti durch 
sinnvolle dem Geist der Zeit entsprechende Bräuche führt. Er wurde Mcht 
«üde, immer von neuem darauf zu 3innen,den Gemeindefiottesdienst so «ua= 
2 u«e stalten, das 3 jeder wahrhafte Erbauan« in ihm finden konnte .An dem 
Gottedhaus.in dem er wirkte,so hoffte er.sollte sich die VerheisaunÄ erfüllen, 
dass es ein Haus des Gebets genannt werde für alle Völker. 

In ändern Geist dieser Verheissun^ hat Joseph Lehmann 
auch seine Predigten -ehalten,: .Er war, mm könnte sagen.der geborene Kanzel» 
redner,und zwar vom ersten ^u^enbxick an.da er predigen durfte. Ich erinner e 
mich seiner ersten Predigt, die er im homixetischen 3eidnar unter der 
Leitung eines Maybaum gehalten hat. Lehr r und Komili tonen standen röllig 
im Bann seiner eindrucksvollen l.ede.ünw rgessiich ist mir der Schluss dieser r.ed« 
gebiieben.Pharaound Jako»,der greise 3tai«nrater,3tehen sich gegenüber.^uf der 
einen . eite d. r gewaltige Herrscher.auf der anderen Seite der hilfesuchende 
i'remde.lTnd dann zitierte Joseph Leiixnann das 7ort der Schrift -Und Jakob 
^W^^^ ging fort und segMte Pharao." "Wer war der Grössere?» Mit dies, r 



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1 



von der Schönheit und 



er Kraft der Kede.Und ao ist 'a Mhn«>.^v» -.4 

ao iSTi a geblieben ein ganzes renschenalt 



er 



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4. 



hindurcfc .Joseph LehBaim.der das freie rort.wfe selten einer beherrschte 
.hielt stets eine wohlvorbereitete Predig .die durch die Tiefe der Gedanken, 
durch die Schönheitjdex Sprache und durch die edle Popularität ausgezeichnet' 
war.Er iiess sich in seiner Predigt nicht vo« Haschen nach Popularität 
bestinmen.i;» «ar sich stets der grossen Verantwortung be..u8at,die ih« 
da, ^t des Wächters und Lehrers auf erlegte. Ks *ar ihm ein aelbatv.rständ. 
liches.dass der Prediger populär aprechsn musa.d.h.der auffanoungskraft 
I der Zuhörer angemessen ;ate r ebenso aelbstveratändlich war^fem auch.daas 
* e» dabei der Grösse und Würde des Gegenstandes nichts Tergeben durfte. 
So hat sich Joseph Lehmann auch als Kanzelredner eine Gemeinde- geschaffen, 
die voll innerer Liebe an ihm hing.Jeder.der ihn hörte.wusste dass hier 
eine geschlossene Persönlichkeit hinter den Worten stand. die tief ins 
Herz Äi^ drang..aie Mittel der hjrfetiwrik könnm nicht die Kraft ersetzen. 
I die aus d : r Persönlichkeit des Predigers spricht. Nur überzeugte Herzen 
könnaa auf d.n Willen des Zuhörers einwirken.und diese Einwirkung ist 
achiiesalich im letzten Grunde die aufgäbe dej Predigt. 

Joseph Lehmann hatte seine Gemeinde nicht nur auf der Kanzel, 
aondem er hatte auch aeine Gemeinde in der Jugerd.ln der Sorge 
für die Jugend und um die Jugend ist er jung gebliebai bis zu seinem 
xetzten .temzug.Er gehörte zu Jenen Lehrerpersönlichkeiten.dif^ugend nie 
vergisst.weii sie in ihr Herz ^e^chuut und für- sie ein tiefes Verständnis 
huben.Er war nicht nur der Lehrer seiner Jugend, sondern. was noch weit 
inehr bedeutet, ihr Erzieher .Er h* es verstanden. seine Jugend zu begeistern 
für Judentum und Beut.chtum.für Keligion und Vaterland.für alles Söhöne ^sd 
Grosse in der l^elt.Er war seiner Jugend ein Freund und er durfte die 
Zuversicht haben.dass seine Jugend dort einst stehen werde.wo er gestanden hÄ. 

So hat er auch jene ..ufgebe des Kabbiners erfüxlt.von der 
manin unseren Tagen am meisten spricht.die .ufgabe des Seelaorfiprs. 
Sie bedeutete für Joseph Lehnann.nicht nur dem .ndem ein Helfer und ixetter 
aus aoziuler Not zu sein.sondem sie war ihm vor allem der Weg zur Seele des 



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i . p Mw. . iw ut^'-i.a 



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cea Andem.Er suchte in die Art des Andern elnzud ringen, dumit'^mit 
seinenjFrlebnissen fertig werden konnte. Fr verstand ea.die -Tangen wie die 
Alten seiner Gemeinde, trotz aixer kontreren ^tndrl^cke durch die lfi:ienwart, 
dei jXüdischen üemel n^^u erhalten und sie jlJza treuen und ehrfurchtsvollen 
arbeite m für 3täbt und Volk, für Heimat und Vuteriand zu erziehen. 

Vvenn irgend einm«*! Person**-^ und LJache, Persönlichkeit 
und aufgäbe zu einer lirJaeit geworden aind, ao war dies in geradezu 
bewundcrnawerter Weise der Fa^l bei Joseph Lehmann.Kanzel und Katheder 
waren da^ Spiegelbild seines gesanmten Labena.;vas er an ^enen Stexxen 
fewirkt ind geschuff en.ea wird nicht nur zum regen für seine Gemeinde 
sondern auch zum 3egen der gesamnten deutschen Judrnheit sein. 

"Dad .mdenken des C^erechten wirkt fort in dem fegen, den er gestiftet;,lMit." 



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1 

r. 



I 




I 



■♦) 



Babtiner Pr. 1/ax Freudenthal 




Nach eineui Bexlcht (Sanhiedrin 88 b.) aus der Zelt des 
letzten Jahrhunderts voif der Zerstörung des zwei- 
ten Tempela ging die Wahl der Pajanim von dem 
grossen oanhedrin zu Jerusalem aus. Von dort aus 
wurden Boten nach den einzelnen Orten alfresandt, 
die nach eingehender Prüfung ner Personen an 
den einzelnen Orten einen geeigneten V^arn zum 



"Jüchter in meiner otadt" elnse' zten« Der 



zum 



Hichter iferufene muiste folgende Ligenach alten 
aufweisen: es muiäste gelehrt, demütig un3 bei 
dem Volke beliebt sein, lieee lajanlm waren die 
Vorläufer des Babbinerti-uiö . Mögen die Aufgaben 
des Babfiners im " andel der Zeiten sich geändert 
haben, was den Finzexnen ffVr diesen Beruf ge- 
eignet rracht, ist unverändert geblieben. Er muss 
gelehrt, er muss demütig, er muss beliebt oei 
dem Voik^sein. 'Venn irgendeiner unter den Kab- 
binem unserer Zeit 6^ se Eigenschaften in sel- 
tener Harmonie in sich vereinigt hat, so ist es 
Max Freudenthal, der nach 40 ;Jähriger Tätigkeit - 
ear war Rabbiner in Dessau, Panzig, zuletzt über 



25 Jahre in l^ümberg - xmx kurz vor Erreichung des 
biblischen iUters nach einem letzten schweren Hin- 
gen von hinnen abberufen worde© ist. G-anz wie er 
es sich als sein Letztes gewünscht hat, haben ihn 
seine -^mtskoliegen, seine G-emeinde, oelne Freunde 
und Verehrer zu Orabe geleitet, ohne besondere 



1 



I ' 



Feierlichkeit, ohne die üblichen Reden. "Er lebte 



■nü 



- 2 - 



ohne Schausteiinng seiner selbst»*, und so woll- 
' te er auch öein Leben beschlleciüen. Das fr..tnne 
Elternhaus, daa JüdlschtTheologieclia ^eminar, 
die ünlveraltät x in Breslau haben ihm das Fun- 
danient für seinen Lebensweg und öe5 ne Lebensar fe^it 
gegeben. Seine tiefe Religiosität, rein atarfret* 
soziales l^pfinden, srine höh» Fe^;ibung, sein viel- 
seitiges Wissen, sein aufgeschlossener oinn, sein 
tiefes Verständnis ffirdie jtüdische Vergangenheit, 
sein offener Bück für die Forderungen ■'^er C-egenwart, 
seine ganze Persönlichkeit waren die ffrundiagen für 
sein vrirken und Schaffen, fl«r all das, was er seiner 
aemelnc e und dei- aeeamtÄM« Judenheit gegeben hat. 
Durch seine wissenschaftlichen ..rbeiten auf dem Ge- 
biet der Kulturgeschichte der Juden in rwrschland, 
insbesondere für die 2eit des 1?. uni iP. Jahrhunderts 
hat er sich umherging liehe Veid lenkte erwerten. Durch 
sein huch "^us der '{eiinat VoBe^^ ^^endeissohri?»* hat er 
Licht in jene Zeit gebrächt, die der VendelssoVinschen 
Zeit vorangegcangen ist. Puroh sein ''verk "Leipziger 
Messgaste ♦• hht er un;^. eine n«me einzl^^artige Quelle 
für die Geschichte der Juden in Peutschl^ind und im 
Ausland erschlossen. Durch dje Vitbe5rf.^ndt:igg der 
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in -eo-techt 
land und durch seine darin veröffentlichten For- 
schunger hat er Lins neue Aufachlllsse für des Jud er- 
prob Ictr gegeben. Durch seine hervorragende Stelliing 
im Verband Bayrischer Isr^je 11 tischer GecBlncien und 
durch seine erfolgreiche Tätigkeit im Allsemeinen 
und Bayrischen Eabblnerverbanä war er berufen, an 
sichtbarer Stelle an am. Geschicdt der jüdischen 




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"5ULj^u^ Gf\iiihiai c^PuecTiirM 



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m'2 pl^IXtUS i\id0^r ?6£ScMAatX€5 - Bl<eTK'bAV^ 



UKiXiAtifb, 1122- l?V? 




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Die Ariiienverwaltuns im alten Israel. 
Zum 6ü# Geburtstag von Moritz Rosenthal. 



unter obigem Titel ist irn Jahre 1887 ein Vortrag 

von Lavid Gassei erschienen, in dem der Verfasser 

es sich zur Aufgabe gemacht hat, den religiösen 

Charakter der sozialen Gesetzgebung im alten Israel« 

darzustellen. Er vjeist mit Recht daraufhin, dass 

das Judentum bei religiös sittlichen Forderungen 

sich bemüht, "statt der tatunf äliigen Abstraktion, 

an welcher der Mensch sich so leicht genügen lässt, 

zur Möglichkeit einer tatkräftigen V^irksamkeit zu 

führen". Nicht ohne Grund hat David Cassel auf diese 
Tatsaclie hingewiesen. 2r hatte bereits im Jalire 

I869 in einer* Schrift den Vorwurf zurückgev/iesen, 
dass das Judentum zv/ar theoretische Grundsätze zur 
Liderung der sozialen Not aufgestellt, diese aber 
nicht in die Tat umgesetzt habe. Das Judentum, so 
ist einiual behauptet vyorden, habe zwar Vorschriften 
über das Verhalten dem Krankengegenüber gegeben, aber 
die Juden hätten keine Krankenhäuser im alten Is- 
rael gekannt. Die Tatsache, sagt Cassel, sei rich- 
tig, dass es im alten Israel keine Krankenhäuser 
gegeben habe, iiis habe diese nicht gegeben, weil im 
Heiligen Lande kein Anlas s v;ar, Iffent liehe Kran- 
kenhäuser einzurichten. Abgesehen davon, dass kein« 
Kranker in Israel in Not kam und durch seine 
nächste Umgebung für ihn Sorge getragen wurde, waren 
die Beschäftigung mit dem Ackerbau, die gesamte 
Lebensweise der Ge^^j^dheit so förderlich, dass es, 
v/ie Cassel sagt. 

Kranke für ein IvifSäSrkdahLaus' *zu finden. Cassel vi/eist 
in dem oben erwähnet en Vortrag daraufhin, dass es im 
alten Israel nicht nur keine Kr^ankenhäuser, sondern 
wahrscheinlich auch keine Armenhäuser, keine 
V«/aisenhäuser und keine Alter^versorgungsanstaltem 
gegeben habe. Es wäre aber falsch daraus zu schlies- 
sen, dass das alte Israel die Pflichten gegen die 
Armen, ^e^eitL die Ifl/aisen und segen die Alten nicht 



1 



^LwierigTielten gemacht hätte, 



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! 



i» vollem Masse erfüllt hat)e. Eixe derartige 
Pflicht, solche Anstalten zu errichte*, eitstehe 
erst dadurch, v/eÄji das Bewusstseim dieser Pflicht 
dem Einzelnen abhandem gekommem ist, oder we»* 
die verämderteji gesellschaftlicheÄ Verhältnisse 
ihre Auslibumg erschwerem oder gar UÄmöglich 
machemT "Gerade die ErrichtUÄg derartiger Amstaltem 
ist eim Beweis, dass der Eijazelme die ihm ohlie- 
geade religiöse Pflicht auf die Gesamtheit abzu- 
wälzen sucht". Aä der Tatsache der ungleiciieÄ 
Verteilung der irdischem Güter ist mam im altem 
Israel nicht vorüber gegamgea. Aber das Judentum 
erklärt aicht, vmrum Gott solche Ungleichheitem 
zugelassem habe, somderm fordert vielmehr dem Eim- 
zelnem auf, den Spurem göttlichem Waltems mit offe- 
nem Sinm und opferbereitem Herzem nachzugehem. 7.eii 
wir auf eimamder angewiesen sind, fühlen wir uns 
als üilenschem. Die Heilige Schrift erwähmt selten 
dem Armem, ohme himzuzufügem "Deim Bruder", deim 
Bruder, der Sohm desselben Vaters» Gott hat dich 
gesandt gleichsam als et:^en Botem, dem Anderem vom 
den Gabem, die Gott dir gewährt, mit gütigem Herzam 
zu gebem# Die Formen freilich, unter demem mam im 
alten Israel und auch zurzeit des rabbimischem Ju- 
dentums für den Armem V/ohltätigkeit geübt, dem At- 
mem beigestamdem hat, habem gewechselt • Der Geist 
aber, in dem sie geübt vAordem, der Geist der Ge- 
rechtigkeit und Liebe, ist unverändert gebliebem. 
Es ist eim Vvoinderbares Bild, das uns der Talmud v(bm 
der Art, wie eim judischer LIanm in Babylon einst 
seine Wohltat em geübt, gezeichnet hat» Einst gimgem 
zY/ei Gelehrte, so heisst es dort, ihres ^Veges und 
kamem an dem Trümmerm eines Hauses vorüber, im dem 
einst Ghana bem Anilai gewohnt hatte. Von dem Am- 
blick tief bewegt, brach der eine in Tränen aus. 
Warum weinst Du ?, fragte ihm seim Gemosse. Und 
jemer antwortete: Vvarum sollte ich nicht weinem ? 
Im diesem Hause waren eimst sechzig Bäcker bei 
Tage und sechzig des Nachts tätig, um Jede» Armem. 
zu jeder Zeit das Brot für dem Humger reichem zu 
kömmem* Umd an jeder Seite des Hauses warem Türem 
amgebracht, damit die Armem überall dem Zugamg 



I? 



finden könnt eh und den Mut hatten einzutreten. 
Wer hungrig in das Haus kam, verliess es gesättigt* 
Ging dieser Ghana aus seinem Haus, dann lielt er 
in seiner Hand stets eine Münze, um sie einem 
Armen gleich zu reichen und ihn nicht warten zu 
lassen, bis er die rechte Münze ausgesucht hatte» 
Zurzeit der Hxmgersnot Hess er bei Nacht Weizen 
und Gerste hinlegen für die, die das Ehrgefühl 
hinderte, sich unter die Bettler zu mischen* Dieses 
Haus ist nun ein Trümmerhaufen geworden, so schlieft 
der Gelehrte seine Erzählung, und ich sollte da- 
rüber nicht weinen ? 
"Der Bedürftige wird nicht aufhören im Lande" (Deu*t 
15,11). Diese Erkenntnis hat nicht nur die bekann- 
te Agratgesetzgebung im alten Israel geschaffen und 
die Vorschriften für die Erhaltung des Einzelnen 
in seiner Menschenwürde, sondern diese Erkenntnis 
hat jede Generation von neuem angeregt, ihr Sinnen 
und Sorgen auf die Armen zu richten und für zeit- 
gemässe Einrichtungen Sorge zu tragen, damit "Her 
Bruder mit ihnen lebe^'CLev. 25,35) • Es entstanden 
Krankenhäuser, Waisenhäuser und, man kann sagen, 
recht spät Alterversorgungsanstalten. Das erklärt 
sich daraus, dass es den jüdischen Kindern stets 
heilige Pflicht gewesen ist, für die Eltern zu sor- 
gen und ihnen einen schönen Lebensabend zu bereit en# 
Aber schliesslich gab es auch alte Menschen, die 
allein standen und denen ein eigenes Heim versagt 
war. Und es ist sehr sinnig in unseren Tagen, dass 
man nicht mehr spricht von Alterversorgungsanstal- 
ten sondern von Altersheimen, die unseren Alten die 
Bürde des Alters verringern, ihnen die Schwere des 
Lebens erleichtern und ihnen das Haus, das sfte ver- 
loren, zu ersetzen ilmstande sind. Altersheime ent- 
standen in \inseren jüdischen Gemeinden erst im An- 
fang des 19. Jahrhunderts. Das erste Altersheim der 
Berliner Gemeinde wurde im Jahre 1829 eingerichtet. 
Die Zeit hat es nun einmal mit sich gebracht, dass 
in unseren Tagen die Sorge für die Alten fast an 
erster Stelle steht, Die Gründe hierfür brauchen 
nicht dargelegt zu werden. Die Tatsache selbst 



U U 




steht ausser allem Zweifel* Wenn irgendeine Ge- 
meinde die Aufgabe, für die Alten zu sorgen, ver- 
standen hat und zu erfüllen bestrebt ist, so ist 
es die Jüdische Gemeinde Berlin. Das verdankt sie 
den Männern, die durch das Vertrauen der Gemeinde 
mit dem verantwortungsvollen Amt eines Vorstehers 
betraut wurden, das verdankt sie insbesondere 
äen Mäimern, die das Dezernat für die Wohlfahrts- 
einrichtungen übernommen haben, Heinrich Stahl 
und Moritz Rosenthal. Anlässlich des 70. Geburts- 
tages ist Heinrich Stahls hervorragende Leistung 
für die Gemeinde und insbesondere für die Wohlfahrt 
in unserem Gemeinde blatt ausführlich dargestellt 
worden. Moritz Rosenthal, der sein 60. Lebensjahr 
am 11. Juni 1938 vollendet, verdient es, dass ihm 
an dieser Stelle Worte des Dankes für seine her- 
vorragende Leistung auf dem Gebiet der Wohlfa|>rt, 
insbesondere bei der Schaffung von Altersheimen 
gesagt werden. Als Moritz Rosenthal 1931 in den 
Gemeindevorstand gewählt wurde, was er für die 
Gemeinde kein neuer Mann, Er liatte vorher bereits 
dem Repräsentantenkollegium und dem Gemeindevor- 
stand angehört. Er ist aus der Gemeindearbeit her- 
vorgegangen. Vom ersten Augenblick an, da er am 
Gemeindeleben tätigen Anteil nahm, fiel er durch 
seine Lebendigkeit, durch seine ausserordentliche 
Aktivität, durch sein kl\iges Urteil, durch sein 
Verständnis für die Forderung des Tages, durch 
seine ausgezeichnete Menschenkenntnis auf. Man er- 
kannte frühzeitig in ihm den Mann der Tat. Prak- 
tisches Judentum übte er und forderte er von ande- 
ren. "Nicht das Forschen ist die Hauptsache sondern 
die Tat". Dieses Wort gibt am tiefsten seine Art 
wieder. Kein Gebiet der Gemeindearbeit ist ihm 
fremd geblieben. Ja, man kann ihm sagen, er ist 
a\if allen Gebieten zu Hause. Seine umfassenden Z 
Kenntnisse der Gemeindearbeit haben ihm das Recht 
gegeben auf allen Gebieten mitzureden und mitzutun. 
Ob ihm die Finanzen der Gemeinde anvertraut wurden, 
oder die Sorge für den Gottesdienst und dessen 
Funktionlilie, ob ihm das Schuldezernat übertragen 



« 



I 



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wurde oder dir Borge für die Alten, immer hat er 
bewiesen, dass erx ein Mann von starkem Wollen ist 
und die Energie besitzt, das, was er als richtig 
erkannt hat, auch durchzusetzen und zu Ende zu füh- 
ren» Er brachte in seiner Persönlichkeit die Eigen- 
schaften mit, die unbedingt für die neue Arbeit, 
die ihm übertragen wurde, erforderlich sind» Er 
wusste genau, dass Altersheime nicht ntir mit dem 
Rechenstift in der Hand geschaffen werden können, 
sondern vor allen Dingen auch mit dem jüdischen 
Herzen» Wer einmal gesehen hat, wie er mit unseren 
alten jüdischen Menschen spricht, wer einmal be- 
obachtet hat, wie er immer von neuem darauJf sinnt, 
einen neuen Platz für einen jüdischen Menschen zu 
schaffen, der wird erkennen, dass hier unsere Ge- 
meinde einen Mann am rechten Platz hat« Es war 
keine leichte Aufgabe, neue Altersheime zu schaffen 
und ihre Aufnahmefähigkeit auf 1 200 zu erhöhen» 
Moritz Rosenthal hat dbu Inck dies fertig gebracht. 
Aus den Herzen tausender jüdischer Menschen kommen 
heute Worte des Dankes und Segensworte für ihn 
und seine Familie. Alle wünschen sie ihm, und wir 
mit ihnen, dass es ihm vergönnt sein möge, sein 
Werk fortzusetzen zum Segen unserer Gemeinde. Mögen 
ihm Kraft und Gesundheit beschieden sein, dass er 
sich in frohmütigem Zusammenhang mit seiner Familie 
noch lange seiner segensvollen Arbeit erfreuen 
könne. *'Wer reiner Hände ist und lauteren Herzens, 
trägt Segen heim vom Ewigen und Sieg vom Gotte 
seines Heils*. (Psalm 24,4)* 



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Herr laaac Raczlnakl voienlet am 
11. Januar sein 90. Lebensjahr. Er entataimit einer sehr 
geachteten, frommen, jüdischen Fandlle aus 3-llgenbuiS/'^9^lP3^* 
Er le.t seit mehr als 6o Jahren in unserer G rossgemeinde. 
Viele Jahrzehnte gAörte er dem Voiatand der Jüdischen 
Beligionsgerreinde Charlotte bnrg an. Er hat in dieser 
eine überaus segensreiche Tätigkeit entfeitet . Insbesondere 
hatte er es sich zur Aufgäre gemacht, den Gottesdienst 
weihevoll k zu gestalten. Mit der ihm eigenen Tatkraft 
und Or^^ta lisationsfähigkeit verstand er es in schwierigen 
Zeiten, die Jüdische Hexigionager e ^nde zu erhalten, bis 

sie in die Grosögemeinde aufgingfuni das Gotteshaus vor 
der Groösgemeinde übernommen wurde. Als Zeichen seiner 

froxmen Gesinnung hat er der Gemeinde Charlottenburg 

zwei Torahrollen gestiftet. Isaac Baczinski hatte stets 

eine offene land. Kr gehörte den meisten Wohlfehrt avereinen 

an und stand vielen hilfreich zur Seite. Wir wünschen Ihm 

von ganzem Herzen noch viele Jahre eines gesunden und 

glücklichen Greis enalters. ad meoh w'essrim schonoh. / 

Ga. 



•/ 



In 




Iiavid Pri#dländ«r . 
Zu stintm 100. Todtf^tag. . 
Von Rabbiner l^r. Julius üaiüntr. 






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Vitllticht ist trat in unstrtk la^rtn dtr Au= 

g^nbiio^l g«kOfiim«n, «in« unparttiischt Ztiohnung 

David i^'ritdländ^rs zu li»r«rn. Lit V/isstnsohaft 

vom Judentum, dit naoh d«r tig^ntliohtn Wirksamic«it 

?ri«dländ«rs «ntstandtn ist, hat uns irrst d.km 

wiaseusohaftlicht ^t#rial gtg^ban, um dit Z«it 

vom Auggang d#s l8.-uM di». irrst» Halft« dts 

19 .Jahrhunderts zu vtrst#h«n. Dazu kommt nl)oh 

das iirltbtn uns^rsr ^ag», dl« uns von ntu^m 

auffordern di« Zusa:iira#nhäng« zu prüfen, dit zur 

Emaanzipation •:tfühtot habtn. Es fthlt icht an 

^timra^n, dl>« .i7«radt David J^'ritdlätidtr m\4> stintn 

Krtls anklagtn, sit seitn einen falahen '^eg 

ge>^,an£:en. Di« von Fri «dl ander •rstr«bte und nahh 

lang«m Kampf «riangt« r-melpi ation hat sich, ^o 

die ^ 

m«in«n manch«, für tkm^ d^ut3ch«>vJuden als s^nglück 

«rwi«c«n, h:« ict nicht zu v«rkenn«n, daßs die 

Emazipation auch onh«ll i:. Oefolge gehabt hat^ 

das insbesondere in der Loslösung vieler vom 

ölauben der Väter in Erscheinung trat. Viele glaub= 

ten, dass ihre i^iebe zu deutscher Heimat und . 

düictschem Vaterland nur dann echt sei, wenn sie 

den Glauben der Väter verli essen. Aber wir 

wissen^heute, dass die tiefste Ursache dieser 

unheilvollen i^^rscheinung nicht auf die politische 

KiMÄlpaticii zizrüokzufUhren ist, vielmehr atf die 



n 

•^ 



) 



- 2 - 



^yfklärung, in dtrM^ampf um die Emdeipatian 

begann, «s war di« ^eit d#s itationalismus , in d«r 

mar} glaubtt, alles zu btgrtiftn, ts war jtnt Ztit^ 

in dtr sozusagen die neligicn als erledigt galt. 

Man hatte nioht das wahre W.sen der Religion er= 

fasst^ und erst recht nioht das eigentliche 

W^sen des Judentums. L>a maja glaubte, dass die Rell= 

gion di» einzige Liffeienz sei zwischen Juden und 

Christen ucd dmx tatsächlich der Religionswechsel 

eine Gleichstellung mit der Jmwelt in der Htg#l 

zur Folge hatte, mehrte sich der Abfall vom Juden= 

tum. Ja noch .uehr! Man war überzeugt, durch einen 

Synkretismus die L*irfer«nzen Zwischen Jud^fntum 

und Christentum aufheben zu kennen. Daraus erklärt 

sich auch jenes Sei^ohreiben Friedländers an den 

Probst Teller, in dem^namens einiger jüdischer 

hausväter erklärte, Lxe seiaen i&^^et^b zva* Taufe 

bereit, weun ihnen nur beim uebertritt das Bekennt= 

nis der s. ezifisch christlichen Dogmcin erlassen 

wird, iin war silbstver ständlich, dasj der chrlsts 

liehe Priester ein solches ^nsinnen mit silier 

Entschiedenheit zurüciw eisen musste. Las Christen= 

tum war damals schon viel zu historisch gerichtet, 

als dass es sich zu einem solchen Kompromiss 
<4>i^ , hatte 

hergeben konnten, Friedländer w«r bei dem Äamp(f 

um die politische &wö»«ipati^B öleichstellung 
den Blick für die Oeschichte des Judentums , für 
dessen Sendung an die u^ensohheit ver oren. Und 
ts ist eine iragik in seinem Leben, rtaff«! In 4-^'* 
AUKtnolicÄ., in de»M er für di» ^ - ^•r» Aufklärung 






Vs--^ 



- 3 - 



kämpft^ btrtlts •ia« ixadmi • D^üjirlchtugg btucoua^n 

hattt, dit Romantik, di# das Qtfühl zum Zentrum 

allts oohautns und ßtgreifens gtmaoht hat. Das 

soll ktiutswegs dtn unheilvollen Schritt Priedlän= 

ders verteidigen. Aber sein ganzes unternehmen ist 

ein Beweis, wohin es hätte führen können^ wenn 

keine nidtoritioh wiGSensehaftliohe kritische ErkenrtW 

nis des Judentums gi kommen wtv. Liese ist ohne 

Zweifel erst mögliefe gtwesen durch die £iii»iizipatiÄ 

«tu >imi'4iu -rr^ichwLÜ); Pritidländer den stärksten 

Anteil gehabt hat. Keiner Hat's damals so stark 

wie er empfunden, dass endlich die hohen Mauern 

des Ghetto abgetragen werd^-n mussten. Das jüdische 

Mittelalter, das viel später angefangen hatte als 

das der abendländischen Völker, dafür aber auoh 

länger gedauert hat, sollte der neuen Zeit Platz 

machen. Aber wie schwer erla netten die Juden die 

innere Befreiung, ^enn diese war verbunden mit 

dem i^ampf um die äussere Befreiung. Ohne Zweifel 

hat ivlende]^sohn beides vorbereitet. Er hat vor den j 

Augen der ^^ebildeten dargelegt, wi« dit Bektnner 

des Judentums einer Gltichstellung mit den christ= 

liehen Landes bewohnern fähig und würdig seien, und 

zugleich hat er in den Gemütern der Aufgeklärten 

beider Religionen ein# lebhaftes Interesse für di« 

der 
ürleichstellupg erweckt. PriedländtriiBöE sich als 






geistiger 2rbe Mendelssohns fühlte und Fürsprecher 

nicht nur der Berliner Gemeinde sondern d#r pretsz 
sij3hen Juden wax, hat mir geradezu bew^jndemswür= 

digtr i^^nergie gttragtn von Würde und Selbstaabtin. 

/ ^ 



1 



- 4 - 



N 



dit Ämanzipatloi trstrtbt und durchgtatzt. Ihm 
war «s abtr nloht niir um dlt bürgtrlicht aitichs 
Stellung dtr Jud^n zu tun, sondtrn auch um Ihrtn 
Jölntrlt in dit dtutsoht Kultrr , um tlnt gtlstlg« 
Erntutrung. Es ist darum nicht zufällig^ dass •r 
wtstntliohtn Anttil an dtr 1778 in Btrlin g#örün= 
dittn Irtisohul« hattt. D#nn tr war g»ttatt=»oy »l# 



davon üb#rz#ugt, - in unstrtn lagtn ist «s •btns*- 

dass all# Crestaltung dtr Zukunft tint Krzi*hung>- 

aufgabt ist. Es ist ai^oh nicht zufällig, dar. s 

Fritdländtr dit W, ittrführung dtr von Mtndtl^ohn 

btgonntntn Bibtlübtrsttzugg wtntntlich gtfördltrt 

hat. Wit tinst dtr Mntrit dtr Judtn in dit grit= 

ohisoht und s ättr in die arabischt Kultur durch 

tint i:iibtliibtr8ttz\jng stin charakttristischts 

iVitrkmal htkoiaa t H hat, so trfolgtt auch dtr Eintrit 

•itt^ dit 
dtr Judtn in dit dtttsoht Kultur durch/Bibtlübtr^ 

sttzung ins Ltutscht. Auch auf dit (Itstaltu .g dts 

tiotttsditnstts hat i^'rit ländtr linfluss zu iiitl-Uitn 
vtrsucht. Durch stint ütbtrsttzung dtr (itbttt hogf: 
tt tr itint ölaubtnsgtnosstn mit dtm Inhalt dtr 
fttbttt vtrtxuut zu machtn und sit zu wahrtr Andachi 
zu stimmtn. l>uroh obtt^ Füllt von Sohrifttn hat •r 
8tia# (itdauÄtn und AnschÄUungt»n 2u y«rbr#ittu 
K«buulit* David Fritdl ndtr war ktint gtnialt 
Ptrsönlichktit. Abtr das Jrttil, das Grikz übtr 
ihn fälltt, ist ungtrtcht. Er war tin Sohültr 
mtadtl^aohns, hat auch gtglaubt, sttts im oinnt 
<liy^M/^ fxjJuM. iSMiJ/l/^ -Z/^iT JiMiMUix, . iMn/i ^i Kutl 



1 



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- 5 - 

ktin blorstr Nachahmtr. H)r war «in Mann von 
vi#l8titig#r Bildung lond «in Mann dtr Tat. Ar wurr 
dt tln Wtgbtrtittr d#r H#form Im Judtntum. Dl# 
grundltgtcJ« AntjvShauung'^ dit in d#n ü^inrlchtunätn 
d#r 5»dis«h*»=ittformg«mtind# Äiim slohtbartn 
Ausdruck gtkommtn sind, sind im W«stntliob#n auf 
dit i.nßchauungtn Prit ländtrs zurüokzuführtn. Mit 
Rtoht hat ihm dtr Historiktr dtr Jüdisohtn Htform= 
gtnatindt^Imraanutl Ritttr, in stintr "Qt3ohiohtt 
dtr jüdisohtn Rtf ormat : on'^ tin ganzts Buch gtwid= 
mtt.Bit historisch wisstnsachftlicht firktnntnis 
/hat dit Htformgtmtindt übtr Pritdländtrs Anschau= 
ungtn hinausgtführt. iNicht dit Ablthnung dts Ztrt=s 
monialgtsttzts^ wit dits bti Pritdländtr dtr Fall 
ist, trstrtbt Git sondtrn dtsstn Vtr4,tistifrung 
sowtit dits möglich ist. Sit trstrtbt dtn Fortschritt^ 
iTl^.*rir4tnx.\nsqfiILuss an Wigstnschaft und Ltbtn. 31t 
.will Raum schafftn für allts, was tint natürlioht^ 

gltichsam von infi^n h#rvGrtr#ibtadt iiJntwicklung 
dtutlich trfordtrt. i^lt Ithnt Jtdt blosst Anß:lti 
chung odtr Nivtllierung a\is Opportunität od-r 
ähnlich tn Motivtn ab. In Kultus tnd ^^nttrricht 
sucht Sit dit Klgtnart dts Judtntums ftstzuhalttn , 
wit Sit durch stin^ Wtstn Bnd stint Q-tschichtt 



ouCL 



ftstgtsttllt isk. 

Auf FrLwdIändtrs Qrabsttin stthtn ihs^ stint^i. 
Wjtfeoh dit Wortt ''tin trtutr Schul tr und Frtund \/* 
Mtndt^sohnt". Mtto^wolltt tr nicht stin. lind wir 
thrtn iMi, wtnn wir stintr an stintm 100. Todestag 
als trtuttuochültr und Frtund Mtndtlsohns gtdtnktn 



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A 



y 




Jugendgottesdienst . 

Zum siebzigsten Geburtstag von 

Prof* Dr, Moritz Schaefer. 



Dem Menschen, dem das Wort unserer Alten "Seid 
sorgäam mit den Kindern der Armen, denn von ihnen 
geht die Tora aus" Sprache des Herzens ist, dem 
Schulmann, der seit einem Menschenalter im Ehren- 
amt der Berliner Gemeinde an der religiösen Emieh- 
hung unserer Schuljugend mitarbeitet, in dem Be- 
wusstsein, dass auf der geistigen und sittlichen 
Kraft unseres Stammes unser Fortbestand beruht, 
sollen zu dem Tage, da er das 70* Lebensjahr vollen- 
det, folgende Ausführungen gewidmet sein, die eine 
Präge der religiösen Prg;Kis betreffen* 

Der Jugendgottesdienst ist einer der jüngsten 
Einrichtungen im Leben des modernen Judentums* Er 
ist nicht so sehr aus der Erkenntnis von der religi£ 
sen Entwicklung des Jugendlichen hervorgegangen, 
als vielmehr aus der Tatsache, dass der grösste 
Teil unserer Jugend am Sabbat das Gotteshaus nicht 
besuchen kann und dadurch die Erziehung der Jugend 
zum religiösenÄGemeinschaft sieben, zur Gemeinde, 
erschwert, wenn nicht gar unmöglich gema^cht wird. 
Aber nicht nur in den Tatsachen des Lebens und der 
Umwelt des Kindes ist die Einrichtung des Jugend- 
gottesdienstes begründet, sondern weit mehr noch in 
der seelischen Struktur des Jugendlichen* Religiö- 
ses Leben wächst nicht nur aus spontanen Trieben 
hervor, sondern es muss in das Kind hineingelegt 
werden* Spranger sagt in seiner "Psychologie des 
Jugendalters": "Die religiöse Einstellung des Kin- 
des ist wie sein Verhalten überhaupt durchaus ego- 
zentrisch* Alles, sov/eit es überhaupt gesehen wird, 
wird gesehen als eine Veranstaltung auf das eigene 
kleine Ich hin." ^ las wäre da wohl geeigneter, das 
Kind von seiner ego"^zentrischen Art abzubringen und 
in ihm das soziale Gefühl zu wecken und zu stärken 
als der gemeinsame Gottesdienst, in dem die Gleich- 
heit aller vordem Ewigen so sinnfällig zum Aus- 
druck gebi'ac^t wird ? "Indem der Mensch das innere 
i; Ed. Spranger, Psychologie des Jugendalters ^.287. 



mm 



._u,4^li^ 



Verhältnis, wodurch er sich in Wechselwirkung mit 
dem Heiligen weiss, zum Ausdruck br£ngt, folgt er 
nicht nur dem Triebe, das Innere im Äusseren auszu- 
leben, sondern er erfüllt zugleich das Bedürfnis, 
seinen religiösen Zustand seiner Umgebung mitzu- 
teilen und verständlich zu machen* Er setzt bei dem 
Nebenmensohen die Möglichkeit gleicher religiöser 
Stimmung voraus, er will sie in ihm erwecken und 
bestärken. So hat die Kulthandlung ihren wertvoll- 
sten Sinn darin, das religiöse Erlebnis des Einzel- 
nen und seine Beziehung auf das Heilige zu einem 
Gesamterlebnis der Gemeinde zu steigern* Sie ist 
der allein adäquate Ausdruck der Gemeinsamkeit des 
religiösen Lebens, eine Handlung nicht des Einzel- 
nen, sondern der Gemeinschaft J^^Eine religiöse Le- 
bensgemeinschaft der Individuen wird durch den ge- 
meinsamen Gottesdienst begründet* Das wirkt sich bei 
keiner Gruppe so aus wie bei den Jugendlichen, bei 
denen das Religiöse noch nicht so differenziert 
hervortritt wie bei der vielgegliederten Geistigkeit 
der Erwachsenen. Man muss nur einmal einen Blick 
in die Seele eines Jugendlichen nach e inem Jugend- 
gottesdienst getan haben, um das bestätigt zu finden. 
Ein innerliches Aufwachen hat meist stattgefunden. 
Im fotteshaus, in der gemeinsamen Andacht hat er zum 
ersten Mal nach inren gesehen, zum ersten Mal viel- 
leicht die Aussenwelt vergessen und seine Gedanken 
auf den Ewigen bewusst gerichtet, das empfimden, was 
man Andacht »nennt. Dies Gefühl hat auf den Willen 
eingewirkt, sich als Glied der Gemeinschaft zu be- 
trachten, mit der er gebetet, die er von gleicher 
Sehnsucht erfüllt gesehen; sein Ich hat aufgehört, 
das Zentrum zu sein, auf das er alles bezogen hat. 
Er hat den Anderen gesehen - das soziale Gefühl ist 
in ihm erwacht, ist zum tiefgreifenden Erlebnis ge- 
worden. 

Welche Bedeutung unsere Alten der Erziehxmg der 
Jugend beimassen, wird am besten durch das Wort des 



'.* 



2) Wilhelm Windelband, Präludien S.449. 



Rabbi Juda Nesias (Talmud Babli, Sabbat 119 b.) aus 
dem dritten Jahrhundert gekennzeichnet: "Die Welt 
besteht nut- durch den Hauch des Mundes der Kinder 
des Lehrhauses •** Das Erziehungsideal unserer Alten 
war ausgesprochen in den l/i/orten:"Höre Israel, der 
Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig. Und du 
sollst»lieben den Ewigen, deinen Gott, mit ganzem 
Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Und 
es sollen diese Y^orte, die ich dir heute gebiete, 
auf deinem Herzen sein. Und du sollst sie einschär- 
fen deinen Kindern und davon reden, wenn du zu Haus 
sitzest, wenn du gehst auf dem Wege, wenn du dich 
niederlegst und wenn du aufstehst." Nach diesen Wor- 
ten war der einig einzige Gott der Mittelpunkt des 
TWÄnschlichen Lebens, und es war die Aufgabe der Er- 
ziehung, das Kind dazu anzuleiten, alles und jedes 
auf diesen Mittelpunkt zu beziehen. Das war auch 
unseren Alten m. ssgebend für die Gebete, die sie 
für die jungen Kinder ausgewählt haben. Nach dem 
Talmud (Sukka 42 a) vmrde der Vater verpflichtet, 
seinem Kinde, das zu sprechen anfing, als erstes 
Gebet die Worte aus Deut. 53,4 vorzusprechen: "Die 
Lehre hat uns Mose befohlen als Erbteil der Gemeinde' 
Jaakob" und das Beknntnis: "Höre Israel, der Ewige 
ist unser Gott, der Ev;ige ist einzig." In späterer 
Zeit wurde es Brauch, noch einige Segenssprüche und 
andere Worte aus der Tora hinzuzufügen. Doch war 
auch bei dieser Auswahl die Kindesseele nicht be- 
rücksichtigt. So sehr man bei der Erziehung die Art 
des Kindes beachtete, so sehr man sich auch dabei 
leiten liess von der Forderung des Spruchdichters 
(Proverbia 22,6): "Unterweise den Knaben gemäss 
seiner Art," bei der Auswahl der Gebete für die 
Jugend kannte man keine Individualisiearung. Alle 
Vorschriften verfolgten nur das eine Ziel, die Ju- 
gand zur Erfüllung der religiösen Gebote anzuhal- 
ten, damit sie sobald wie möglich in die Reihe der 
Erwachsenen eintreten und mit ihnen am gemeinsamen 
Gottesdienste teilnehmen könne. Die Einrichtung 
elfier/ gimirnsamen Andacht für die Jugend war unsern 
Alten ein ganz fremder Gedanke. Erst der tiefgrei- 



f enden Wirksamkeit Moses Mendelssohns, der eine 
Verbesserung, ja die völlige Umgestaltung des Ju- 
gendunterrichts erstrebte und erwirkte, ist es zu 
verdanken, dass man auch auf die religiöse Ent- 
wickliing des Jugendlichen achtete. Der Gottesdienst 
in seiner überlieferten Form konnte die Jugend 
nicht zur Andacht stimmen. Geiger sagt von dem Got- 
tesdienst Jener 2eit^^:Unser Gottesdienst ist - 
legen wir das Geständnis ab, so tra\irig es auch 
klingen mag - zum grossen Teil unwahr oder zu einem 
gedankenlosen Werkdienst geworden. Die Gedanken udd 
Gefühle, welche in den Gebeten niedergelegt sind, 
finden bei den meisten nicht denjenigen Anklang, 
welcher allein die Weihe und den segenspendenden 
Einfluss des Gebets bedingt. Die Sprache , in wel- 
cher der Gottesdienst abgehalten wird, verstehen 
die meisten Besucher des Gotteshauses nicht mehr, 
eine oftnzu lange Zeitdauer desselben ertötet die 
Andacht derer, welche ihm vollständig beiwohnen, 
während sie den grössten Teil veranlasst, das Got- 
teshaus früher zu verlassen**. Aber auch der refor- 
mierte Gottesdienst, der insbeosndere durch die 
deutsche Predigt und die Berücksichtigung des ästhe- 
tischen Moments charakterisiert ist, vermochte der 
«^ugend nichts zu geben. Die Sprache zur Jugend ist 
eine andere als die Sprache zu Erv;achsenen. So ent- 
standen die Schulgottesdienste in den neugegründe- 
ten Schulen, in der Jacobs onschule zu Seesen, im 
Philantropin zu Frankfurt a.M. und in der Knaben- 
schmle der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Der Wert 
eines Schulgottesdienstes ist viel umstritten. So- 
weit er mit dem Unterricht zeitlich und örtlich in 
enger Verbindung steht, ist er von der Jugend selbst 
innerlich abgelehnt worden» Wahre Andacht kann dort 
nicht a\if kommen, wo der Alltag eine innere Sammlung 
nicht zulässt und auf das Gemüt zu stark einwirkt. 
Ein Jiigendgottesdienst in einem Gotteshaus hat zum 
ersten Mal in dem Tempel stattgefunden, äien Israel 
Jacobson für die Kinder seiner Schule errichtet hat- 
te. Hier war schon der Art der Kinder Rechnung ge- 
tragen. Die Ansprache war nur für die Jugend be- 
stimmt. Die Gebete waren gekürzt, um die Dauer des 
^AbriFam Geiger, Nachgelassene Schriften, Bd.l,S.2o4 



Gottesdienstes zu beschränken, und die Kinder be- 
teiligten sich selbst an der Gestaltung des Gottes- 
dienstes dadurch, dass sie selbst aus der Tora des 
Schrift ab schnitt vorlasen. Aber es dauerte recht 
lange, bis man die Bedeut\ing des Jugendgottesdien- 
stes für die religiöse Erziehung erkannte und ihn 
zu einer ständigen Einrichtung in den Gemeinden 
machte. Zwei kleine Schriften geben uns ein Bild 
von der Geschichte des Jugendgottesdienstes, von 
seiner Bedeutung für die Jugend und das religiöse 
Leben und von seiner äusseren und inneren Struktur. 
Es sind dies 1. die im Jahre 1915 erschienene 
Schrift von B. Gottschalk ''Der jüdische Jugendgot- 
tesdienst nach Theorie und Praxis'', und 2* die im 
Jahre 1917 erschienene Schrift von Dr. N. Rosenfeld 
"Der Wiener jüdische Jugendgottesdienst und seine 
Reorganisation". Beide Schriften erkennen die Be- 
deutxing des Jugendgottesdienstes an, zeigen aber j 
auch, dass um seine feste Form noch gestritten wird. 

Von besonderem Interesse sind die Einzelheiten, die 

4) 
Rosenfeld ' in seiner Schrift bringt, die von dem 

"Leidensweg" erzählen, den der Wiener Jugendgottes- 
dienst zurücklegen musste, ehe die Absicht, ihn zu 
schaffen, in die Wirklichkeit umgesetzt wurde. Un- 
ter Hinweis auf die Geschichte der israelitischen 
Kultusgemeinde in Wien von G.Wolf gibt er folgende 
Daten an: 

"In einem Protokolle der Vertreter Sitzung vom 
30.7 • 1821 heisst es: "Ohne die vorerwähnten Predig-' 
ten werden noch ausser der Zeit des gewähnlichen 
Gottesdienstes an zu bestimmenden Tagen für die 
Jugend besondere religiöse und moraliche Belehrun*- 
gen im Bethause stattfinden, wobei der Prediger 
ausser dem Religionslehrer mitzuwirken hat. Am 
24. März 1853 ordnete die Polizei-Oberdirektion 
an, dass die Kinder den Tempel besuchen sollen. 

Als im Jahre 1837 auch die Hörer der "Philoso- 
phie" auf Wunsch der Behörde Religionsunterricht 
erhalten sollten, der Vorstand sich aber anfänglich^ 
dagegen aussprach, verfügte das Vizldirektorat der 
philosophischen Studien im Namen der Studien-Hof- 



4JRosenfeld a.a.O.S.4. 



koiiiiflfesion, dass diese Schulen zu verhalten seien , am 
Schlüsse eines jeden Semesters sich durch Zeugnisse 
ihrer Religionsvorsteher über die Erfüllung ihrer 
Pflichten als Glieder der Religionsgemeinde heim 
Vizedirektorate der philosophischen Studien auszu- 
weisen, und dass diese Ausweisung in die Prüfungs- 
kataloge einzumerken sei» Daher "beschloss man, die 
Studierenden der Philosophie zu verhalten, dass sie 
den Gottesdienst an Sabbaten und Festtagen besuchen, 
während welcher Zeit sie vom Schulbesuche befreit 
wurden. Zugleich aber wurden dieselben angewiesen, 
Auszüge aus den Predigten des Herrn Mannheimer abzu- 
fassen»" 

Wie sich der Jugendgottesdienst in der Wiener 
Gemeinde gestaltete, ist aus einer Mitteilung Rosen- 
felds zu sehen, die er dem Plenar -Protokoll Nr. ZU 
vom 9. Oktober 1840 entnimmt ^^ : "Ein für die Schulju- 
gend einzuführender Gottesdienst an jedem Sabbat im 
Stadtbethause wird beschlossen \ind soll derselbe aus 
dem Minchagebet, der Vorlesung des 't/Vochenab schnitt es 
beimoffener Bundeslade (?) \ind einer Exhorte beste- 
hen. Was die Einführung eines deutschen Liedes be- 
trifft und ob die Kinder in Begleitung ihrer Kinder 
oder Erzieher dem Gottesdienste anwohnen können, ob 
die ^yweibliche Schul jBgend nicht auch heranzuziehen 
wäre, wird der Bethaus-Sektmon zur Beratung zugewie- 
sen". 

In der jüdischen Gemeinde zu Berlin wird der Ju- 
gendgotteadienst erst im Jahre 1889 eingeführt, nach- 
dem bereits auf der Rabbinerversammlung, die im Jah- 
re 1884 in Berlin stattgefunden, es als "dringend- 
ste Forderung der Gegenwart und heiligste Aufgabe 
des Rabbiners bezeichnet wird, durch Veranstaltung 
von Jugendgottesdiensten den Religionsunterricht 
fruchtbar fcu machen" . Seit f aät vier Jahrzehnten 
findet ein Jugendgottesdienst in den Synagogen der 
Berliner Gemeinde statt, und zwar am Sabbat-Nach- 
mittag. Es ist die geeignetste Zeit. Die Jugend, 



5;Rosenfeld a.a*0.S.4. 



die zumeist die öffentlichen Schulen am Sabbat be- 
Wucht und die zum Teil in der Familie keine Sabbat- 
feier hat, erhält eine Sabbatstunde. Die Liturgie 
des Jugendgottesdienstes ist während der ganzen 
Zeit seines Bestehens immer dieselbe geblieben. Es 
ist die überlieferte Liturgie für den Sabbatnach- 
mittag ( der Mincha-Gottesdienst) mit der Hinzu- 
fügung des Bekenntnis ses, das beim Ausheben der 
Tora gesprochen wÄrd. So lernt die Jugend alles 
das kennen, Vv-as zu einem jüdischen Gottesdienst 
gehört: das Bekenntnis, die Tefilla, die Keduscha, 
die Vorlesung aus der Tora und die Predigt. So 
lernt die Jugend beten. Auch das muss gelernt wer- 
den. Es ist wahr, was H. Steinthal, dieser feine 

Seelenkenner, in seinen Ausführungen über Andacht 

G) 
sagt ': "Alles, was dem freien Geist angehört, 

müssen wir lernen; und was wir gelernt haben, müs- 
sen wir, um es nicht zu vergessen, unausgesetzt 
üben. Auch Liebe zu Gott und Nächstenliebe, Mitleid 
und Barmherzigkeit, demutvolle Hingabe«^ Verehrung 
lind Dankbarkeit, alle diese humanen Gefühle und 
Tugenden müssen wir lernen und üben, um eine Wertig- 
keit darin zu erlangen. Und ebenso verhält es sich 
mit der Andacht**. 

So wird die Jugend ziu: lebendigen Teilnahme am 
relEigiösen Leben der Gemeinde geführt durch die 
Stimmung, die im Jugendgottesdienst geweckt wird; 
denn "die Stimmung ist sympathisch, d.h. sie er- 
wacht und behauptet sich sicherer in der Gemeinsam- 
keit mit Vielen, in einer Gesellschaft, Gemeinde";^ 

Aber noch weit bedeutsamer ist der Jugendgottes- 
dienst - wir haben im Anfang unserer Ausführungen 
darauf hingewiesen - für die religiöse Entwicklung 
des Jugendlichen. Er ist notwendig zum Aufbau einer 
festen religiösen Persönlichkeit, für die Bildung 
einer eigenen religiösen Überzeugung, zur Entfaltujg 
der Kräfte des Gemüts. Die Sorge \im unsere Jugend 



6j H^Steinthal "Zu Bibel \ind Religionsphilosophie? 

Bd.l, S.162. Berlin 1890 • 

7) H. Steinthal, a.a.O. S.162. 



ist die Sorge \im unsere Ziilcunft. Möge man der 
Jxigend das nötige Rüstzeug geben und nicht die 
Mahn\mg überhören, die aus der Abwandlung eines 
alten Sprichworte zu uns spricht: "Sag mir^ wie 
du deine Jugend erziehst, und ich will dir sagen, 
was aus dir werden wird". 



I 




Häusliche Andacht. 
Zum siebzigsten Geburtstag von Claude G#Montefiore. 



In seinem Buche •^Liberal Judaism", das Claude 
G* Montefiore vor 25 Jahren geschrieben hat, widmet 
er dem Sabbatgedanken und seiner Feier eine einge- 
hende Betrachtung. Der Sabbat ist ihm eine Grund- 
lage des Judentums* Er nennt ihn eine der grössten 
und menschlichsten Einrichtungen. Man hat' einst 
von dem Sabbat gesagt, dass erk ein wahres Atem- 
holen den inneren Menschen ist, das allein den Juden 
ihr rastloses Leben ertragbar gemacht und ertragbar 
macht • 

Aber was nützt die Erkenntnis von der grossen 
Bedeutung des Sabbats für die soziale Sittlichkeit, 
was nützt es, wenn die Umwelt ihn preist, die Juden, 
aber, die der arbeitenden Menschheit den Sabbat ge- 
geben, ihn nicht halten, ja nicht halten können, wie 
Claude G. montefiore meint. Wie alle religiösen 
Ideen nur dann Kraft und Leben erimlten, wenn sie 
in Erscheinungsformen ihren adäquaten Ausdruck ge- 
funden, so kann auch die Sabbat idee nur lebendig 
bleiben, wenn es auch e ine Sabbatfeier gibt, eine 
Feier, die auch in der !I?eilnahme am öffentlichen 
Gottesdienst ihren Ausdruck findet* "Es ist die 
Pflicht der liberalen Juden, wie immer sie Gelegen- 
heit haben, den öffentlichen Gottesdienst zu be- 
suchen*" Aber MontefiorXfSchliesst sich nicht vor der 
Tatsache, dasi^ e«'für die meisten Juden fast unmög- 
lieh ist, am örfentMLiDhen Sabbatgottesdienst teil- 
zunehmen , "und zwat-.e^is Ursachen, die sich weder 
le-ugnen noch aus d^gr-W^t schafen lassen"*^ Er sucht 
nach einem Ausweg undr. findet ihn darin, dass die 
Familie sich selbst eine häusliche Andacht schaffen 
solle. Eltern und Kinder sollen sich in ihrem Hause 
zu fe'iner "Gebetstunde versammeln, zu einer kürzeren 
aüir Yolrabend des Sabbats, zu einer längeren am 



1) Claude G. Montefiore, Liberales Judentum, S. 14 5 



mm 



««««■«1 



I 



Sabbatmorgen» "Ich sehe keinen Gnind, warum ein 
solcher Familiengottesdienst nicht andächtig imd er- 
hebend lind im besten Sinne des Wortes herzerfreiÄid 
und wohltuend v/irken sollte '"• Die Sprache der 
häuslichen Andacht soll die Sprache sein, die sie 
verstehen, der Ritus dieses Grottesdienstes soll den 
Auffassungen und Neigungen der Familie angepasst 
werden» Biese Sabbat^'ottesdienste sollen sich unter- 
einander nicht völlig gleichen, denn Gleichheit ist 
für viele Monotomie, und Monotomie bedeutet den Tod# 

In übetzeugender Weise hat Claude G. Montefiore 
die Bedeut\ing der häuslichen Andacht für den Einzel- 
nen wie für die Gesamtheit dargelegt. Die häusliche 
Andacht trägt in erster Linie, wie Montefiore meint, 
dazu bei, das Gebet zu durchgeistigen und zu ver- 
edeln und die Neigung zum Gebet und das Bedürfnis 
nach ihm zu steigern. Sie ist zweitens geeignet, die 
religiöse und geistige Einigkeit der Familie zu för- 
dern. Sie führt drittens allen Familienmitgliedern 
zu Gemüte, dass der Tag, an dem sie sich alle zum 
Gebet vereinigen, ein besonderer Tag, ein heiliger 
Tag ist. Die häusliche Andacht ist viertens eine Er- 
gänzung zum öffentlichen Gottesdienst, weil an ihm 
das Individuelle des Gottesdienstes zum Ausdruck ge- 
bracht werden kann, und schliesslich trägt er am 
Sabbat dazu bei, das Jüdische Bewusstsein zu fördern 

Mit der Forderung einer häsulichen Andacht am 
Sabbat hat Claude G. Montefiore den Weg gezeigt, auf 
dem der Konflikt zwischen dem wirtschaftlichen Leben 
und der Sabbat he iligung wenn auch nicht beseitigt so 
doch gemildert werden kann. Ja noch mehr ! Durch die 
Forderung einer häuslichen Andacht hat Montefiore dem 
Judentum einen neuen Impuls gegeben: Was das religi- 
öse Leben an Breite verloren hat, soll es an Tiefe 
zu gewinnen suchen. Man braucht Zeit, um religiös zu 
sein, und es liegt doch etwas Wahrheit in dem, was 
einst ein Spötter über die Religion gesagt hat: "Ich 
habe keine Zeit dazu**. Die Menschen der Gegenwart 
hasten und jagen, ringen iind kämpfen, streben und 



2) a.a.O.S.156. 



: 



und schaffen. In rasendem Tempo geht ä^er Pulsschlag 
des modernen Lebens. Es fehlt den Menschen die Zeit, 
vielleicht auch schon die Kraft, stille zu stehen 
und in sich zu schauen, auf ihre Seele zu achten, 
Demut vor Gott zu empfinden und sich empor zuringen 
zum Glauben an den Sieg des Guten. Noch schwerer 
erscheint's dem Menschen der Gegenwart ♦♦Andacht" zu 
gewinnen, jenes Hingerichtetsein auf Gott, jene 
Gemüts Stimmung zu erlangen, in der der Mensch nach 
der Ansicht des Maimonides imstande ist, alle zer- 
streuenden, selbstsüchtigen, alle von Gott ablenken- 
den Gedanken aus seinem Bewusstsein zu bannen und 
sich zu vergegenwärtigen, dass er vor Gott stehe • Bas 
Gebet des Einzelnen im Hause vermag nur selten den 
Menschen andächtig zu stimmen. Das Gebet im Hause 
steht am Marite des Lebens, es wird von den Sorgen 
des Tages übertönt, der Alltag lastet mit seinen 
Forderungen zu stark auf der beele des Lenschen und 
lässt eine andächtige Stimmung nicht aufkomi..en. Und 
das Gebet im Gotteshause ? Vermag dieses den Menschen 
von der Aussenwelt abzulenken und ihm Andacht zu ge- 
ben ? Hier wirken ungleich stärkere Mittel auf den 
Einzelnen ein. H. Steinthal, dieser feine Seelen- 
kenner, sagt in seiner Abhandlung "über Andacht" über 
die Einwirkung des Gotteshauses auf den Einzelnen: 
"Mr gehen in das Gotteshaus. Schon der Gang dahin, 
die Absicht beten zu wollen, wirkt stimmend. Sind wir 
unterwegs noch nicht in die rechte Verfassung gelangt^ 
so wirkt sßhon kräftiger der Eintritt in das Haus, 
welches keinem anderen Zwecke dient, als die Gläubi- 
gen zur Andacht zu versammeln, das aher auch in sei- 
ner ganzen Einrichtung und durch heilige Symbole auf 
diesen Zv;eck hinweist. Ferner, dass wir in diesem 
Räume so oft schon frohe Eeste und schmerzliche 
Trauerfeiern begangen haben, dass wir auf diesem Sit- 
ze oder in einem ganz ähnlichen Hause unsern Vater 
und sonst manchen verehrten Mann so oft andächtig 
v/ussten, das allea wirkt für diesen Augenblick mit, 
Buch wenn esxunbewusst bleibt. Nun ertönt Gesang 






NMI 



« 



eines Vorsängers, eines Chors, einer Gemeinde, wie 
er abermals nur hier ertönt, und der alle Sinzelstim- 
men zusaimielihaltende und wiederiim nur bei solcher Ge- 
legenheit gehörte Ton der Orgel braust durch das Got- 
teshaus - wieviel kräftigste Mittel wirken hier zur 
Andacht auf uns ein, sei es um die noch nicht vor- 
handene zu wecken, oder um die erschlaffende inimer 
wieder zu erfrischen **^''. 

Es sind mehr denn vier Jahrzdnte ver^anßen^ seitder 
H. Steinthal dies geschrieben. Inzwischen ist vieles 
anders geworden im religiösen Leben der Judenheit« I 
Die Zahl derer, die kein religiöses Leben mehr gese- 
hen und infolgedessen auch keine Erinnerungen mehr an 
Bräuche und Überlieferungen haben, ist nicht gering» 
Es muss ein Neues geschaffen werden, Naues in An- 
knüpfung an das Alte. Die häusliche Andacht, der Got- 
tesdienst, den eine Familie sich selbst in ihrem Hau- 
se schafft, ist imstande, von neuem religiöses Leben 
zu schaffen und zu wecken. Solch eine häusliche An- 
dacht ist keine neue Einrichtung im Judentum* Wir 
kennen sie bereits in der Sederfeier an den beiden 
Pessach^benden. Auch diejenigen, die dem religiösen 
•i-eben bereits ganz entfremdet sind, haben sich, man 
möchte fast sagen als ein Letztes, die Erinnerung an 
die häusliche Sederfeier bewahrt; Erinnerungsbilder 
sind in Ihen wachgeblieben, die zu den schönsten zäh- 
len. Und gerade die Sederfeier ist's, die uns die gan- 
zö Kraft und den Sinn eines Familiengottesdienstes 
veranschaulicht. Das Hingerichtetsein auf Gott, der 
schon so oft geholfen hat und weiter helfen wird, das 
Zusammengehörigkeitsgefühl von Eltern und Kindern, 
von Alt und Jung, das Bewusstsein, als Juden vereinigt' 
zu sein, die ein gleiches Schicksal in der Vergangen- 
heit, ein gleiches Hoffen auf de Zukunft umfasst, 
alles das kann nie in so starkem Masse erzielt werden 
^ie durch diese häusliche Andacht. Diese Sederfeier 
war in Gefahr, in liberalen Kr^üen/SS^Deutschland 
völlig a^Jzuhören. Nicht nur der Hationalismus hat 
darauf kxH gewirkt, sondern vor allem der Inhalt der 
überlieferten Hagada. Die neue Generation, die nicht 
mehr Gebete hersagen wollte, weil sie vorgeschrieben 



5J H. Steinthal, Zu Bibel- und Religionsphilosophie, 
Bd.I, S* 162* 



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waren, sondern von Sehnsucht erfüllt war, in V;ahrheit 
zu beten, fand keinen Gefallen an dem mit Spielereien 
des Geistes erfüllten Text, konnte manchgm Symbol, 
keinen Inhalt mehr geben. Dort wo eine Sederfeier 
stattfand, waren es hauptsächlich die überlieferten 
Melodien, dienzu Herten sprachen und eine Menge teurer 
Erinnerungen in der Familie wach riefen • Darum war es 
eine rettende Tat von Caesar Seligmann, dem geistigen 
Führer des liberalen Judentiims in Deutschland, eine 
neue Hagada zu schaffen!^ Das Sinnige und Schöne der 
alten Hagada ist beibehalten, Kaues hinzugetan, das 
meiste in deutscher Sprache, mit einem Bilderschmuck 
aus einer alten Hagada vom Jahre 1738 versehen, so hat 
dieses Büchlein in zahlreichen jüdischen Familien 
Deutschlands Eingang gefunden und hat vielen liberalen 
Juden wieder zum Bewusstsein gebracht, dass lixberales 
Judentiim nicht nur den Sieg einer Idee, sondern auch 
religiöses Leben bedeutet ♦ 

Aber die Sederfeier an den Pessachabenden, und die 
wenigen Tage, an denen es den meisten möglich ist, das 
Gotteshaus zu besuchen, reichen nicht aus, um lebendi- 
ges Judentum zu schaffen* Je drangvoller das Leben sie 
gestaltet hat, um so notwendiger ist der Einfluss, der 
von der Religion ausgeht. Die Anregung Montefiores, 
eine häusliche Andacht, einen Familiengottesdienst, kxjk' 
beim beginnenden Sabbat und am Sabbat selbst abzuhalten] 
muss darum in unseren Tagen verwirklicht werden. Diese 
Andacht soll sich aber nicht nur auf den Sabbat be- 
schränken, sondern sie muss auch insbesondere an den 
Vi/allfahrtsfesten, am Chanukka und Purim stattfinden. 
Die Schaffung einer Liturgie für diese häuslichen An- 
dachten dürfte keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Die 
Tradition und auch die Pessach-Hagada geben genügend 
Anhaltspunkte dafür^ Eine Reihe der überlieferten Ge- 
sänge kpnnte mit den Melodien ohne weiteres übernommen 
werden» Die Liturgie muss eine gewisse Abwechslung bie- 
ten, nur dadurch werden die Teilnehmer ancfer Andacht 
davon durchdrungen sein, dass sie sich nicht versammelt 
haben, um Gebete zu lesen, sondern um zu beten. Dass 
die neu zu schaffende ^'Hagada'^ auch einen Bilderschmuck 



4} C. Seligmann, Hagada, Liturgie für die häusliche 
Feier der Sederabende, Frankfurt a.M» 1915* 



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enthalten müsse, Bilder, die jüdisches Leben ver- 
lebendigen, ist in unseren Tagen selbstverständlich« 

Claude G. Montefiore schliesst seine Betrachtung 
über den Familiengottesdienst mit den iVprten: "Der 
Familiengottesdienst ist eines der wirksamsten Mittel] 
um das religiöse und jüdische Bewusstsein zu erhal- 
ten, denn das Judentum muss in der Familie erhalten 
bleiben, da Synagoge und Schule diese Aufgabe nicht 
länger erfüllen können» Es muss durch die Familie 
und nicht zum wenigsten durch den Familiengottes- 
dienst erhalten bleiben**^ • 

Es gibt nach einem Yi/orte unserer Alten nichts 
Schöners für dLen tätigen Menschen, als seine Welt 
in seinem Leben zu schauen und zTUHwissen, dass seine 
Hoffnung in komiinenden Geschlechtern ruht» Möge es 
Claude G. Montefiore vergönnt sein, seine Welt, die 
er sich aufgebaut, zu schauen, möge er wissen, dass 
seine Hoffnungen sicherfüllen werden in den kommenden^ 
Geschlechtern, die in seinem Sinne wirken zum Segen 
des Judentums und der Menschheit. 



5; Montefiore a.a*0,S*159# 




TJR310S- 



Häusliche Andacht. 
■fori BfthbiTior Dg. Jnli^is Oalliner 




/ 



m Präsident^ der ersten Weltorgaiksation liberaler. Jutfen, Claude &• 
Moi^efiore, dem Itoim^ derii liberales JuHßntum "eine Wahrhei\ ein ^eg zur 




Ltnis Oottes ^deutet, ausgehend voik jüdischer Überliefe: 
weiter^vund vertieft ?tirch moö^r^s Wissen ,\ sollen folgende 
die ein^ragederrenW^en Praxis be^ ref f^, .-^ewidrret sein. 



, er= 

r 

jführungen, 



In se^neir Buche ''Liberal Judcism", das Claude a. Fontefiore vor 25 Jahren 
geschrieben hat, widme^ er dem Sabbatgedanken und seiner Feier eine ein= 
gehende BStr-ch:-nng. Der Sabbat ist ihm eine 'Grundlage des Judentums. Er 
nennt ihn eine der grössten und rnenschlichstpn linrichtungen. Wir möchten -de 

dem noch hinzufügen: Er ist die einzige religiöse Einrichtung, die eine 
He,^igion erfunden und eingesetzt, die die ganze gebildete YTelt erobert hat* 
Einer der grossen Judenhasser, Paul de Lagarde, sieht im Sabbat eine der 
Ursachen für die Dauerkraft des jüdischen Ctammes. ''Die jüdische SabbLt= 
feier, sagt er, ist. ein wahres Atemholen dös inneren Menschen, das allein 
den Juden ihr rastloses Leben erti-agbvir gerrBCht und ertragbar macht." 
Aber was nützt die Erkenntnis von der :^rossen Bedeutung des Sabbats für die 
soziaxe Sittlichkeit, was nützt es, wenn die Umwelt ihn prAist, die Juden, 
aber, die ijoi der arbeitenden Menschheit ^mk den Sabbat gegeben, ihn nicht 
haxten, ja nicht halten können, wie Claude a. L'ontefiore meint. Wie alle 

religiösen Ideen nur dann Kraft und leben erhalten, wenn sie in Erscheinung3> 

idee 
fonren Ihren adäquaten Ausdruck gefunden, so kann auch die 39bbat±Ebar nur 

lebendig bleiben, wenn es auch eine 53.bbatfeier gibt, eine Feier, die auch 

in der Teilnahire an öffentlichen Gottesdienst ihren iisudrack findet. "Es ist 



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-2- 




die Pflicht der libereien JiTden, wie immer sie O-elee^enhei-^ haben, den Offerte 
liehen aottesoienst zi: "besuchen.'' Aber ¥ontefiore verschliesst sich nicht ?^ 

vor der Tatsache, dass es für die meisten Jiaden fast unmöglich ist, am MfaK 

öffentlichen Sabbatgottesdienst teilzunehmen, "und zwar aus Ursachen, ]i±sxz± 
we der a) 

die sich/leugnen noch aus der Weit sahaffen lassen. '»^ Er suöht nach einem 
Auswege und finriet ihn darin, dass die Famil?e sich selbst eine h ä u s 1 i= "^ 

cheAndacht schaffen solJift Eltern und Kinder solxen sich in 
ihrem Haiise zu einer G-ebetstimde versormeln, zu einer kürzeren am VoraheM 
des oabbats, zn einer län-^erer am Sabbatraorgen. "Ich sehe keinen arund, 
warum ein solcher FamiKliengottesdienst nicht andächtig und erhebend und 
im besten Sinne des V/ortes herzerfreuend und wohliuend wirken aillte." 
Die Sprache der häuslichen Andacht sol^ die Landessprache sein, der Hitus 
diese;: G-ottesdienstes soll den Auffassungen und Neig^ingen der Eamilie an= 
gepasst werden. Diese Sabbatgottesdienste^sollen sich untereinander nicht 
völxig gleichen, denn Gleichheit ist für viele Monotonie, und Monotonie 
bedeutet den Tod . 

In überzeigender Weise hat Claude a. Fontefiore die Bedeutung der häuslichen 
Anäacht fijr den Einzelnen wie für die G-esamtheit dargelegt. Die häusliche 
Andacht trägt in erster Linie, wir Montefiore meint, dazu bei, das Gebet 
zu durchgeistigen und zu veredeln und die Heigung zum Gebet und das 
Bedürfnis nach ihm zu steigern. Sie ist zweitens geeignet, die religiöse 
und geistige Einigkeit der Familie zu fördern. Sie führt drittens allen 
Eamilienmitgliedem zu Gemüte, dass der Tag, an dem sie sich alle zum 
Ge^et vereinigen, ein besonderer Tag, ein heiliger Tag ist. Die häusliche 
Andacht ist viertens eine Frgänznnnr znic öffentlichen Gottesdienst, weil 
an ihm das Be .oond>n re/zum Aiisdrnck gebracht werden kann., und schliesslich 
trägt er am Sabbat dazu bei, das jüdische Bewusstsein zu fördern./Mit der 
Forderung einer häuslichen Andacht am Sabbat tot Claude G. Montefiore ^^n 









^ 




-5- 

Yveg .gezeigt, auf dem der Konfj.ikt zwische-^ c'cf wirtschafllichen Leben •♦md 
der oabbatheiiigung wenn auch nicht beseitigt so doch gemildert werden kknn. 
Ja noch mehr! Durch die Forderung einer häuslichen Andacht hat Montefiore 
dem Jiidentnm einen neuen Impuls gegeben; Was das religiöse leben an Breite 
verloren hat, soIj. es an Tiefe ztj ^^ewiAnen s'öichen« Man braucht Zeit, um 
religiös zu sein, und es liegt doch etwas Wahrheit in ^'em, was einst ein 
Spötter über die Religion gesagt hatr^Ich habe keine Zei"^ dazu." Die Mensche» 

der (jpgenwar' hasten und jagen, ringen und kämpfen, streben und schaffen. 
In rasendem Tempo geht der Pulsschoag des modernen Leb«as. Es fe^lt denxitoia: 

Henschen die Zeit, vielleicht auch schon die Kraft, stille zu stehen und 
in sich zu schauen, auf ihre Seele zu achten, Demut vor Gott zu empfinden 
und sich emporzuringen zum G-lauben an den Sieg des G-uten. IJoch schwerer 
erscheint's dem Menschen der G-^genwart "Andacht? zu gewinnen, jenes Hinge= 

» 

richtet^-sein Auf G-ott, jene G-emütsstimmung zu erlangen, in der der Mensch 
na^h der Ansicht des Maimonides imstande ist, alle zerstreuenden, selbst= 
süchtigen, alle von Gott ablen^-^:enden Gedanken Aus seinem Bewusstsein zu 



bannen und sich zu vergegenwärtigen, dass er vor G-ott stehe, D^s G-ebet ±m 
des Einzelnen im Hause vermag nur selten den Menschen andächtig zu stimmen. 
Das G-ebet im Hause steht am Markte des Lebens, es wird von den Sorgen des Xä 

Tages übertönt, der Alltag lastet mit seinen Forderungen zu stark anS der 
Seele des Menschen und lässt eine andächtige Stimmung nicht ai^fkorar^en. 
Und das ^gbet *w G-ottesh^ns*? Vermag dieses den Menschen von der Aussenwelt 
abzulenken imd 'hm Andacht zn geberi? Hier wirken ungleich stärkere Mittel 
auf den Finzelnen ein. H. Steinthal, dieser feine Seeiißnkenner, sagt in seiner 

-cibhandlung "Über Andacht'^ übei die Einwirkung des Gotteshauses auf den 
Einzelnen:"Wir gehen in das Gottrshaus. Schon der (rang dahin, die Absicht 
beten zu wola.en^ wirkt stimmten. Sind wir aber unteiwegs n6ch nicht in die 
recht geistige Verfassung gelangt, so wirkt schon kräftiger der Eintritt 
in das Haus, welches keiner andern Zwecke dient, als die aiäubi^en zur 




-4- 



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Andacht zw versamneln, das aber auch \.t seirer -anze^ Einrichtung und durch 

heilige Sytrbole a-f diesen Zwec^ hinweist. Ferner, dass wir in diesem 
Raimie so oft schon frohe Fes e unv'3 schjrerziiche 'Trauerfei ein. \>%^i:ng^n haben, 
dass wir auf dieser Sitze odrr in einerr -^anz ähnlichen Hause unsem Vater la 
und sonst manchen verehrten Mann so oft andächtig wussten, das alles wirkt 
für diesen nUgenb-Lick mit, auch -^i^xm es unbfwusst bleibt. Nun ertönt G-esang 

eines Vorsängers, eines Chors, einer Gemeinde, wie er abeimals n^ir hier 
ertc'imt, und der alle Einzelstimmen zusamr enhaltende und wiederum nur bei 
solcher (xelrgenheii ;^ehörte Ton der Orgel braust diirch da- Gotteshaus- 
wieviel kräfn^ste Mittel w: rken hier zur Andacht aiif ans ein, sei es um 
die noch nicht vorhandene zu wecken, odei um die erschlaffende imner 
wieder zu erfrischen. " 
E^ sind mehr denn vier Jahrzehnte vergangen, seitden H. Steinthal dies ge»iöi 

schrieben. Inzwischen ist vieles anders geworden im religiösen Leben der 
Judenheit. Die Zahl derer, die kein religiöses leben mehr gesehen und in= 
folgedessen auch Veine Frinnenmgen mehr an Bräuche und Überlieferungf^n 
hab^n, ist nicht gering. E^ mass ein Neues geschaffen werden, Neues in 

Anknüpfung an das Alte. Die häusliche Andacht, der G-ottesr'ienst , den eine 

von 
Familie sich selbst in ihiem Hause schafft, ist imstande/^uai religiöses 

Leben ^ti schaffen und zu wecken. Solch eine häusliche Andacht ist keine 
neue Einrichtung. im Judentum. Wir kennen sie bereits in der Sederfeier an 
den beiden Pessachab enden. Auch diejenigen, die der religiösen Leben bereits 

ganz entfreirdet sind, haben sich, man möchte fast sagen als ein Letztes, 
die Erinnerung an dieVSederfei^er im Haus e bewahrt; Erinnerungsbilder sind 
in ihnen wach >;ebli eben, die sie zu den sch-nsten zählen. Und gerade die 
Sedeifeier ista, die uns die cranze Kraft und ^^r\ Sinn eines Eamiliengottes= 
dienstes veranschanxicht. Das Hin^erichtetsein auf fott, cer achon so oft 
geholfen hat und weiter helfen wird, M^Zusacmengehörigkeitsgefühl von 



— c; 



ElterTi unr^ ^ivr^em, vor Alt ^iin/ j^n.^ , ^as Bew^^sstsein, alr, Juden ver= 
einigt zu sein, die ein gleiches Schicksal in der Vergangenheit, ein glei= 
ches Hoffen auf die Zukunft umfasst, alles das kann nie in so starkem 
Masse erzielt weiden wie durch die je häusliche Andacht. Diese Sederfeier 
war in Oefahr, in liberalen Kreisen der deutschen Juden völlig aufzuhören. K- 
üicht nur der Bationalismus hat darauf eingewirkt, sondern vor allem der im 
Inhalt der überlieferten Hagada. Die neue Generation, die nicht mehr (^eb^te 
hersagen wollte, weil sie vorcrerchriebm war n, sondern von Sehnsucht er= 
füllt war, in IVahrheit zu beten, fand kein 'le.fallen an de» mit Spielereien 
des G-^istes erfüllten Text, konnte manchem Symbol keinen Inhalt mehr geben. 
Dort wo eine Sederfeier stattfand, waren es hauptsächlich die überlieferten 
Melodien, die zu Herzen sprachen und eine Menge teurer Erinnerungen in 
der Familie wachlriefen. Darum war es eine rettende Tat von Caesar Seligmann 
dem geistigen Führer des liberalen J^identiims in Deutschland, eine neue 
Hagada zu schaffen. Das Sinnige und Schöne cer alten Hagada ist beibehalten 
Neues hinzu -etan, das Meiste in deutscher S räche , mit einem Bilderschmuck 

aus einer alten Ilagada vom Jahre 1^38 versehen, so hat dieses Büchlein 

jüdischen 

ir zahireicher/Famiiien Deutschlands Eingang gefunden und hat vielen liberai 

len Juden wieder zum Bewnsstsein gebracht, dass liberales Juuenttun nicht 

mir den Sieg einer Idee sondern auch religiöses leben bedeutet. 

Aber die federfeier an den Pessachab enden, und die wenigen Tage, an denen 

fs den meisten Fiöglich ist, das Gotteshaus zu tesmchen, reichen nicht aus, 

um lebenrUges Judentum zu schaffen. Je drangvoller das leben sich gestaltet 

hat, umso notwendiger ist d« r Mnf Itiss , der von der Religion ausgeht. Die 
Anregung k'ontefiores, eine häusliche And-acht, einen Familiengottesdienst, 

beim beginnenden Sabbat und arr Sabbat selbst abzuhalten, muss darum in unse« 

Tagen verwirklicht werden. Diese Ar-dacht soll sich aber nicht nur auf den 

SabbatRxatBREkHR beschränken, sondern sie miss auch insbesondere an den 



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verlebendigen. 



allfahrtsfesten, an Channka und Pi.iriir stattfinden. Die Schaffung einer 
Litiargie für diese Käuslichen Andachten dürfte kpinerlel Schwierig>eiten 
bereiten. Die Tradition und a-ch die Pessach -Hagada geben genügend Anhaits= 

punkte dafür. Eine Reihe der überlieferten besänge könnte mit den Melodien 
ohne weiteres übemom^en werden. Die Liturgie muss eine gewisse Abwechselung 

bieten, nur dadiarch werden die Teilnehmer an der Andacht davon durchdrungen 

sein, dass sie sich nicht, vfiraai^elt haben, um Sehet zv lesem, sondern um 
zu beton. Dass die neu zu schaffende "Hagada" auch einen Bilde rschmick ent= 
halter eüsö«, Bilder, die jüdiaches Leben 
ist in TTnsem Tag^n selbstverständlich. » 

Claude G. Montefiore schiiesst seine Betrachtung über den FamiliengotteS= 
dienst mit den Worten: "Der Familiengottesdienst ist eine» de» wirksamsten 
Mittel, um das religiöse und jüdische Bewusstaein zu erhalten, denn das ^ 

, Judentvm mus^ in, der Familie erhalten bleiben, da Synagoge und, Schule diese ' 
Aufgabe nichljlänger erfüllen kr'nnen. Es mass d^rrch die FamiUe und nicht zum 

wenigsten durch den FarrUien^rottesdienst erhalten bleiben.^ .^^ 

Es gibt nach einen Worte unserer Alten nichts Schöneres für der tätigen * ' 
Menschen, als seine T/el^ in seineir. Leben zn schai^en.unr zu wissen, dass 
seine Hoffnung in kommenden Geschlechtern mht. Möge es Claxide G-. iTÜntefior* 
vergönnt sein, seine VTelt, die er sich aufgebaut, zn schauen, möge er j 

wjasen, dass seine Hoffnungen sich erfüllen werden in den konmenden Ge= ! 

schlechtem, die in seinem Sinne wirken zum Segen des Jxidentums und der 
Menschheit, 




) >(/Ut4Ux'M *.;«.(/. ^- l^j. 



^/ 




Oju 



LaaaruQ aoidÄChmidt, 



^1 yt 




aeinem sechzigsten Gteb\]^stuge 



> 



"l^i^U/ EabbJdber Dr. Ju3^iua &alilner 
Der hervorragende Philologe Wilamoxvitz« 



Moellen- 




dox^der feinaimiige t^bersetzer griechischer Tragödien, '^.<t£Ut^ ^(i£^'yt.cQ>o 
eraähit in aeineci Aiifaat» " Was ist übersetzen?" ein 
kleines Erlebnis aas seinen Doktorexamen, in dem l/oriz 
Haupt ihn prüfte. Dieser habe ihn eine lange Reihe Ton 
Versen des Lucretius lesen lassen und dann habe er , als 
er das Q-elesene anfangen wollte au übersetzen, zu ihm 
gesagt: " Es ist gut. Verstehen tun wir s beide und 
übersetzen können wir s beid nicht." Dieses Wort von 
Woilz Hüupt tiif.t nicht ganz zu. Gewiss können wir , 
80 bemerkt Wilamowitz-Moellendor^ ein einzelnes ,7ort 
fast nie übersetzen, weil abgesehen von technischen 
Wörtern niemals zwei Worte zweier Sprachen sich in d-r 
"^^(1 utung decken; aber es ist doch möglichden Gedanken \\ 

und das Ethos der xtede auch in einer anderen Sprache 
wiederzugeben. Ls gilt den Buchstaben verachten und dem 
Geiste feigen, nicht Worte noch Sätze übersetzen, son- 
dern Gedanken ui^ Gefühle aufnehmen und vvied rgeben. 

Das Kleid muss neu werden, sein Inhalt bleiben. \/Das yW<AAAAj(t(^<^»^^^O^j^^ 
erste Bcch , das von :.nfang bis zu Ende»^übersetzt wor-,^^^^^^*^^,^^^;^^;^^ 
den ist, ist uniiere Bibel. Die Entstehung dieser ^^^^''a^^^/^^^ 
Setzung haben wir in dem religiösen Bedürfnis der hei- f<<^ ffU^ USc-fo^^^^^^^cccu^i 
lenisierten alexanarinisehen Juden »u suchen, die nicht ^"-^-^-^^ 






mehr das Hebräische verstanden. Die Sage hat sich die- 
ses Ereignisses bemächtigt und weiss zu erzählen , dass 

die heilige ochrift auf Veranlassung des ptolemäus Lagi 






',VJiJ,JU..: ' ^\*m^V! ' 



\ 



- 2 - 
Überset »t worden iat, aber hlcht von einem Einzel- 
nen sondern von siebzig Weisen sei das grosse Weik 



geschaffeny Die Verkündigung der " mündlichen Lehre" 



Zung« 



rns Ooldschmidt hat den babylonischen Talinud von An- 
fang bis zu Ende ins Deutsche übertragen und damit 
ein We2k geschaffen, das seinem Namen für die Dauer 
der Zeiten Bedeutung verleihen wird. Wir leben in kei- 
ner mythenbildenden Zeit, Tind dennoch erscheint es 
auch heute noch vielen als etwas unglaubliches, dass 
ein Einzelner dieses Weik vollenden konnte. Es hat 
nicht an Versuchen gefehltden babylonischen Talmud 
in andere Sprachen zu übersetzen. Alle diese Versuche 



legen 



Zeuijnis ab von der einzigartigen Bedeu- 



tung des Werkes von Lazarus Ooldschmidt. Als Niko- 
laus I. , der aeinenjüdischen Untertanen die Wege 
zur Aufkluru35g , bezw. Bekehrung ebnen wollte, einen 
Preis von 50.000 Hubel für eine französische Talmud- 
übersetzung aussetzte, xintemahm der Patei^iarini 
den missglückten Versuch einer französischen Überset- 
zung des Traktat/Js " Berachoth" . Auf die gleiche An- 
regung hin lieferte ein Berliner jüdischer belehrter, 
Efraim Pinner, eine deutsche .iusgabe des gleichen Trak- 
tat/s, eine Arbeit, die den Verfasser dreissig Jahre 
in Anspruch nahm ( obgleich fast sämtliche Fürsten 
Europas hilfreiche Hand boten; Nikolaus I. selbst be- 
zahlte hundert Exemplare). Die Voraussetzung für die 
Übersetzung war die Schaffung eines ^:rl tischen Textes. 
Auch das ist -thoTin meiste ibafter Weise gelurgen. Es 
»ar , wie er selbst oft erzählt, eine noch schwerere 



) 



u 



'Kmn^ifiv' 



••MBKan«!««<nMf«K< 



-w^^f« :ii im t 0im''immm 



aeibat . 
Atrfgabe als die Übersetzung/ Die Oeschicdite des Talmud- { 
die er 

Tn seiner Einleiturig au seiiier Talmud- 



textes,/ 

Übersetzung mit wenJst:ien Strichen darstellt, gibt Kunde 



♦.••rr;#v-.r.i. 



von den ocäiwierigkeiten, aie er bei der Schaf Itmg des 
kritischen Textes zu übenrinden hatte. Diese umfassende 
lückenlose Wiederherste-^lung des Talmuds bietet nicht 
nur \ins Juden sondern auch der Titowelt ein getreues 3pie- 
gelbilddes geistigen Judentums und der Jüdischen Volks- 
seele. 

Das fehlen einer vollständigen Talmud« Übersetzung 
ist seit Jahrhunderten sowohl von G-elehrten als auch 
von Laien als eine grosse Lücke in der Wissenschaft 
empfunden worden. Als Papst Clemes V. , der über den 
Talmud das Verdammun^surtei x ausspreche'n^^'soxlte, etwas 
Näheres über dessen axs Ausgeburt der Hölle verschrieenen 



Inhalt erfahren wollte, fand er uxiter der chilstlichen 
Qelehrtenwelt seinerzeit niemand, der ihm darüber etwas 
hätte sagen können. Er machte daher den Vorschalg, dass 
an verschiedenen Universitäten Lehrstühle für Hebräisch, 

Chaldäisch und andere Hilfswissenschaften des Talmuds 

dieses 
errichtet werden soxlten, damit eine Übersetzung 



Monumentalwelkes möglich sei. Auch Johann^e^l^euchlin 



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I 




I 



verlangte, dass Lehrstühle an den deutschen üniversitä- \ y> 4 • / / 



ten für die Wissenschaft des falinuds geschaffen werden 
sollten^ •• denn dej Tialmud, dieser stolze Hirsch mit 7 
Emien, sei^nlcht dazu da, da^>8 jedeixnann mit ungewasch- 
nen Ftlssendarüber lauff und sag, er kinds auch.»» 



^ it 



Weltliche und kiichliche Machte haben tauoond jalire» %XyA^^^^^^^^^ 



lang miteinander gewetteifert, den Talmud aus der Welt 
zu schaffen. Man hat -öie- Gcheiteihaufen errichtet, damit 



1 



er für immer der Veigesoenheit anhelmfsuIe)äi(Äber nie- 
mand wusste, was der Talmud eigentlich enthält, denn 
es bestand keine Vöglichteity mittels einer Übe raetzung 
seinen Inhalt und sein Wissen zu erforschen. Nun ist 
es anders geworden. Auch diejenigen , die wenig oder 
gar keine Kenntnisse des Hebräischer uni aramäischen 
besitzen, sind in der Läge sich in die talmudiache 
Weisheit zu versenken. Eine hei he von Gexehrtenarbei- 
tenüber den Talmud sind unter Zugrundelegung der Oold* 
schmidtschen Überset zui^g entstanden, -tWtbsteink Buch 
über die Medizin im neuen Testament utkL im Talmud und 
Josef Kohle rB Darstellung des talmudi sehen Hechts gehen 
in ihren Biixle Qivgen auf Öoldschmidt 3 Talmudüberaet- 
zwag als Quexle zuxück. Seit zi^vei Jahren ist eine 
handliche Axasgabe eines Abdrucks des Textes im Erschei- 
nen begriflen. Die Hälfte liegt bereits ^jedruckt vor. 
Nun können auch weite Kreise dieses eigenartig^ste ajiler 
Bücher xesen. 

Kaum hat vor ihm irgend einer Jemals den Talmud 
mit wenig Porten so treffend charakterisiert, wie es 
Ooldschmidt in seiner Einleitung zur handlichen .iusgabe 
geluisen ist-%Es heiaat dort: " Nicht ein Corpus juii s 
sollte es sein, kein Leitfaden des kanonischen und bür- 
gerlichen Becht/s, wie eiiBt Tora uni Mischna, ein Ste- 
nogrammvielmehr, aas die geahmte Disputation des Lehr- 
hauses getraxlich registriert, wie die Worte aus des 
Meisters Ifunde geflossen. Kein System, keine Methode: 
ein Durcheinander von Lehren und BeLehruiKen, Sprüchen 
uixi Sentenzen, Schnurren uni z^nekdoten. Neben einer 
haarspaxtigen Deduktion eine Fabel, eine temla^e Zote 






J I 



I 



- 5 - 



an eine nechtafruae anschlie ssend. jchoiusti^idtie Her- 
meneutik und metaph^aiache 3p'lniIation dtucheinander, 
geinei^gt der hiatoiische Bericht mit dei* Himmeis künde. 
»ie die Materie, so ao